A Sinister Purpose Festival, Leipzig, 9./10.2.2018

Noch keiner was geschrieben? Dabei bin ich doch bestimmt nicht der erste, der wieder zuhause ist. Tse. ;)

Es war jedenfalls ein famoses Wochenende. Schöner Kiez, schicke Location, nette Leute - hier kann man sich wohlfühlen. Bei einem ähnlich attraktiven Line Up wäre ich nächstes Jahr gerne wieder dabei.

Kurz zu den Bands, von denen ich jeweils den Großteil der Auftritte mitbekommen habe:

Maggot Heart
Fand ich vorher beim Reinhören nicht sooo spannend, aber live kam mir das doch gleich viel dynamischer und packender vor. Ein feiner Einstieg, auch wenn leider noch nicht viel Publikum vor Ort war und ich mir diese Band zu einer späteren Uhrzeit, auf kleinerer Bühne und vor voller Hütte noch ein gutes Stück aufregender vorstelle.

Venenum
Andere Leute waren begeistert, aber an mir lief der Auftritt leider irgendwie vorbei. Vielleicht lag's am nicht optimalen Sound, aber als ich die Band kurz vor Release des aktuellen Albums in München gesehen hatte, fand ich das deutlich spannender (obwohl ich die neuen Songs da ja noch gar nicht kannte). So ganz erklären kann ich's mir selber nicht, aber dieser Auftritt hat mich nicht erreicht, schade. Vielleicht demnächst noch mal in Hamburg probieren.

Slaegt
Manchem war's wohl zu viel Getänzel im Stageacting und zu viel Gedudel in den Songs, aber ich fand's super. Die Band war komplett on fire, die neuen Songs kamen deutlich wuchtiger als auf dem Album rüber, und wenn ich's richtig verstanden habe, war eins der Lieder (an Position 3 im Set) auch noch brandneu, welches mir auch ganz ausgezeichnet gefallen hat. Geil.

Evil Warriors
Eigentlich nicht so ganz mein Stil, aber, wow, was für ein Auftritt! Da können sich andere Leute vermutlich kompetenter drüber äußern, daher sag ich jetzt nur, dass ich keine einzige negative Meinung über den Gig gehört habe, und die Tonträger des Albums reißenden Absatz zu finden schienen. Sehr beeindruckend.

Degial
Wohl die größte Enttäuschung für mich, was aber nicht an der (durchaus energischen) Performance der Band lag, sondern am meiner Meinung nach komplett verunglückten Sound. Also gerade die "Savage Mutiny" kenne ich schon ziemlich gut (mit der neuen tue ich mich immer noch etwas schwer), aber selbst bei den Songs hab ich allenfalls mal kurze Fragmente erkannt. In der Form war das zumindest für mich leider gar nix.

Malokarpatan
Vor wenigen Monaten noch die erste Band am Mittag beim Storm Crusher, und jetzt quasi Festival-Headliner - der Begriff "kometenhafter Aufstieg" klingt zwar sehr unpassend für diese Band, aber irgendwie hat sich's schon so angefühlt. Ein wenig anders als beim Storm-Crusher-Gig kam's aber schon rüber: Es gab einen zweiten Gitarristen, die Bühne war größer, das Fistraising des Sängers wirkte weniger lethargisch und fast schon koordiniert (erste Anzeichen für den großen Sell Out?), und die Rotweinpulle war früher leer. Ansonsten aber wieder die erhoffte Mischung aus liebenswerter Verpeiltheit und musikalischer Komplett-Herrschung.
Kann persönlich zwar nicht nachvollziehen, wie man von diesen Riffs nicht mitgerissen werden kann, aber nach dem Gig vernahm ich auch negative Stimmen von Menschen, mit denen ich jetzt nicht mehr spreche (nur Spaß). Zumindest in den vorderen Reihen war die Stimmung aber mehr als ausgelassen, und der einzige Punkt, der meine Begeisterung für diese Band ein wenig gebremst hat, war die Tatsache, dass jetzt schon bei zwei Malo-Gigs kein Shirt in meiner Größe verfügbar war. Ansonsten: Big Love! Bin echt gespannt, was aus denen noch wird.

Noch mal viele Grüße an alle, mit denen ich gequatscht habe. Ich hoffe die meisten von Euch in Hamburg wiederzusehen! :feierei:
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe leider keine Zeit für ein ausführlicheres Statement und unterschreibe somit die Beiträge von @Dr. Pepe, @Musti und @Albi zu 100 Prozent.:top:
Vielleicht noch mit der Ergänzung, dass neben den Evil Warriors, die mich komplett umgeblasen haben, Werian meine Neuentdeckung des Festivals waren. Auch wenn ich den dritten Musiker erst nach einigen Minuten im Nebel entdeckt habe. Sehr geiler Hybrid aus Black, Doom, Sludge und etwas Free-Style; erst das Geknüppel von Goath hat mich wieder aus meiner Trance erwachen lassen.
Last but not least die kleine (wertfreie) Randbemerkung, dass Malokarpatan pro Song mehr Publikumsinteraktion hatten als alle anderen Bands zusammen während des gesamten Festivals:D.
 
Schön wars in der Tat. Bin heute recht früh von Leipzig heim gefahren. Ein WE menschenverachtende Untergrundmusik ist ja kein Thema, aber die 2h Fasching heute haben mich echt fertig gemacht. Zum Festival kann ich nur meinen Vorschreibern beipflichten.

Zu Malokarpatan: Mit Ansagen wie "And now we continuing with songs... A lot of songs." oder "This is the last 'the last song'" haben die ja förmlich offene Türen eingerannt. Wirklich toller Auftritt.

Vielleicht schaffe ich es später nochmal, etwas ausführlicher meine Eindrücke wiederzugeben.
 
Rundum gelungenes Wochenende, und schön mal ein paar von euch Nasen kennengelernt zu haben!

Mein Highlight waren mit Abstand Evil Warriors, perfekter Sound und Durchschlagskraft, dazu einer der momentan besten Schlagzeuger im deutschen Metal, erzählt mir was ihr wollt. Was der da zusammenblastet ohne einmal die Miene zu verziehen ist nichts anderes als großartig.

Die herbste Enttäuschung waren dann wohl Degial, was aber ausschließlich am Sound lag. Da wo ich stand kam tatsächlich nur Rauschen an, Leadgitarre und Gesang waren stellenweise einfach nicht zu hören, sehr schade aber die Bühnenpräsenz lässt erahnen das das auch richtig gnadenlos abgehen kann.

So und jetzt teert und federt mich: Ich fand Malokarpatan total unterhaltsam (Ansagen, Trink-Tempo, Stage-Acting (haha)) aber musikalisch kam da gar nix an bei mir.
Ein paar hingetrümmerte Maiden-Leads, ein bißchen schwarzes Geriffe, ziemlich ausdrucksloser Gesang, keine Samples und Holperschlagzeug (Kvlt?).
Die Typen waren natürlich geil aber ich würde mit denen lieber Saufen gehen als bei der Probe zuzugucken (oder is das das Selbe?)

Freitag hatten leider fast alle Bands mit schwierigem Sound zu kämpfen aber II, Venenum und Slaegt fand ich trotzdem sehr gut.
Man kann nur hoffen, dass die Into Endless Chaos-Crew genug Kohle eingenommen hat um vielleicht nächstes Jahr ne Fortsetzung auf die Beine zu stellen (ich hab mir jedenfalls beim Bier trinken und Merch kaufen unheimlich viel Mühe gegeben).

Schön wars!
 
War ein sehr gelungenes Festival, kleiner Weg, guter Preis und mit vielen localen Bands.

Maggot Heart: rotziger Hardrock gepaart mit Straßenatmosphäre, kannte ich schon. Im So&SO waren sie besser weil im kleineren Rahmen. Trozdem gut.

Orae: nicht angeguckt

I I: Wie immer der absolute Abriss. Schön für mich, das sie hauptsächlich ihre Hälfte von der Split mit Lihhamon live gegeben haben. Zählt definitiv zu den stärksten Bands des Festivals.

Purgatory: Spielen halt eher straighten Death Metal ohne Schnick Schnack, mir irgendwie zu sehr in der Cannibal Corpse Schiene drinne. Nicht mein Fall, weil alles gleich klingt.

Venenum: Spielerisch mit die beste Band des Festivals. Setlist hat sich null zu der im Zoro geändert. Extrem geiler Auftritt war es alle mal. Trance of death part I - III live zu sehen, ist jedes mal ganz großes Kino.

Slaegt: Gefallen mir auf Platte deutlich besser. Albernes Rumgehampel und Getänzel, was auf mich eher wie eine Tribulation Nachmache wirkte. Eher die Enttäuschung des Festivals.

Werian: Haben mich total überrascht. Unfassbar evil! Irgendwas zwischen Doom/Black/Death.

Goath: Ich war bei Curry Süd <3

Abyssous: Meine Fresse, ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper, als der Dude am Ende mit sein endlosen Solo losgelegt hat! Hier wünsche ich mir dringend neues Material.

Evil Warriors: Wie immer ein mega geiler Auftritt. Neben Venenum die spielerisch beste Band des Festivals. Das neue Material drückt ordentlich.

Degial: Soundmatsch aber von der Performance wirkte es ziemlich gut.

Malokarpatan: Als Rausschmeißer haben sie richtig gut funktioniert. Super sympatische Truppe. Danach musste man einfach in die nächste Kneipe saufen gehen.
 
Abyssous: Meine Fresse, ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper, als der Dude am Ende mit sein endlosen Solo losgelegt hat! Hier wünsche ich mir dringend neues Material.
Das! Unterbewerteste Death Metal-Band aus Deutschland.

Sonst wurde eigentlich schon alles gesagt. Furchtbarer Sound (bei Degial unterirdisch, und trotzdem fand ich den Auftritt extrem stark, die beschwören tatsächlich Dämonen auf die Bühne), Slaegt waren mir lieber, als sie In Solitude- statt Tribulation-Moves auf der Bühne geübt haben aber trotzdem starke Live-Band, Evil Warriors habe ich nur zum Teil gewesen, weil ich essen war (tja :hmmja:), Malokarpatan haben das Publikum sichtlich gespalten aber ich fand sie, abgesehen vom Drummer, grandios.
Die Afterpartys in der Zwille waren auch an beiden Tagen ein riesen Erfolg. Top-Atmo, angenehmes Publikum... Alles prima! Them Leipzig boys know how to party.
Bin schon bereit für Round 2!
 
Ich kann auch noch ein paar Worte zum Wochenende in Leipzig loswerden:
Das UT kannte ich schon vom letztjährigen DoL, toller Laden, tolle Bühne. Ich sah dort erstmals Venenum, auf die ich mich sehr gefreut hatte, ich wurde nicht enttäuscht, sie spielen eine auch live hervorragende, hypnotische Version von Death Metal, sehr beeindruckend. Ebenfalls toll fand ich Slægt, Hit an Hit und dazu eine Rockstar-Show für die große Bühne. Meine Band des Festivals waren dennoch Evil Warriors, meine Fresse, so eine mächtige Ladung Wut, dazu hervorragend gespielt. Ebenfalls sehr gut waren die anderen Leipziger von II. Den Rausschmeißer aus den Karpaten fand ich peinlich, der Sänger schlich mit Weinflasche über die Bühne und laberte dummes Zeug.

Was ich auch kritisieren muss: keine Garderobe im Winter und viel zu viele Raucher. Meine Lederjacke stinkt leider immer noch.
 
Ich kann auch noch ein paar Worte zum Wochenende in Leipzig loswerden:
Das UT kannte ich schon vom letztjährigen DoL, toller Laden, tolle Bühne. Ich sah dort erstmals Venenum, auf die ich mich sehr gefreut hatte, ich wurde nicht enttäuscht, sie spielen eine auch live hervorragende, hypnotische Version von Death Metal, sehr beeindruckend. Ebenfalls toll fand ich Slægt, Hit an Hit und dazu eine Rockstar-Show für die große Bühne. Meine Band des Festivals waren dennoch Evil Warriors, meine Fresse, so eine mächtige Ladung Wut, dazu hervorragend gespielt. Ebenfalls sehr gut waren die anderen Leipziger von II. Den Rausschmeißer aus den Karpaten fand ich peinlich, der Sänger schlich mit Weinflasche über die Bühne und laberte dummes Zeug.

Was ich auch kritisieren muss: keine Garderobe im Winter und viel zu viele Raucher. Meine Lederjacke stinkt leider immer noch.
hättest dich ja mal zu erkennen geben können;) oder hab ich was nicht mitbekommen?o_O
 
Freitag:

Maggot Heart:
Ein wunderbarer Auftakt, wenn auch vor einem leider sehr übersichtlichen Auditorium. Hätte in einem kleineren, gut gefüllten Club bestimmt noch mehr gekickt. Da die EP sich mittlerweile zu einem Highlight des letzten Jahres gemausert hat, werde ich mir die Band demnächst wahrscheinlich noch einmal auf der Tour mit Reveal anschauen.

Orae: Hm, weiß nicht. Manche Passagen erinnerten mich an die norwegischen Virus, was ja immer eine gute Sache ist. Leider gab's aber auch einige weniger packende Momente. Für die Kürze des Auftritts war's trotzdem hinreichend interessant. Als Tonträger brauche ich das wohl nicht.

I I: Uff, was für ein Getrümmer! Auch wenn die schwierigen Soundverhältnisse einige Riffs lediglich erahnen ließen, war die schiere Wucht des Auftritts (das Tier am Schlagzeug!) schon beeindruckend. Aber das kommt halt davon, wenn man so wie ich noch kürzlich über die unpassend professionelle Produktion der letzten Split meckert. Konnte ich ja nicht ahnen, dass die Band hier mitliest, sich die Kritik so zu Herzen nimmt und live dann den Kellerassel-Sound des tollen Demos nochmals unterbietet.

Venenum: Klar, gerade für Venenum mit ihren facettenreich arrangierten Songs war der unterdurchschnittliche Sound nicht hilfreich. Ich fand aber, dass das insgesamt noch so gerade im Rahmen war. Der gegenüber meinem ersten Live-Kontakt gestraffte Set hat gut ins Programm gepasst und wirkte dank der stärkeren Durchmischung von alten und neuen Songs noch etwas homogener. An der einwandfreien Umsetzung der teils recht komplexen Songs gab's auch diesmal nichts zu meckern. Kleiner Wunsch für die Zukunft: Vielleicht etwas weniger Nebel und dafür ein bisschen mehr Bewegung auf der Bühne. Aber auch so ein klasse Auftritt!

Slægt:
Joa, die Domus Mysterium würde ich mittlerweile schon als eine der Enttäuschungen des letzten Jahres werten. Ein Stück weit versöhnte dann die Live-Darbietung, zumal gerade die neuen Songs viel energiegeladener und mit mehr Punch präsentiert wurden. Das ändert trotzdem nichts an den inflationär vorkommenden "Tüdelü-Parts" (copyright @Chasm), die auf Dauer schon nerven. Das exaltierte Stageacting fand ich so gerade noch erträglich. Insgesamt ein etwas zwiespältiger Auftritt. Aber da das ja immer noch Jungspunde sind, bleibt mal abzuwarten, welche Richtung demnächst eingeschlagen wird.

Samstag:

Werian: Grundsätzlich eine ganz interessante Mischung aus doomigen Passagen und eher klassischen BM-Riffs. Leider wurden die Songs in meinen Ohren unnötig in die Länge gezogen, wofür die einzelnen Parts aber einfach nicht interessant genug waren. Ich fand's eher mau.

Evil Warriors: Was für ein Abriss! Nachdem ich das neue Album vorher schon ein paar Mal via Bandcamp gehört hatte, war schon eine gewisse Erwartung vorhanden. Die wurde aber in einer Art und Weise übertroffen, wie ich es mir niemals erträumt hätte. Muss man gesehen / gehört haben. Eine triumphale Mischung aus Wucht, Tollwut und Perfektion (als Drumwatcher General muss ich hier insbesondere die abartig krasse Schlagzeugerleistung hervorheben). Wenn ich (= Vinyl-Fetischist) mir nach dem Auftritt sogar schon eine CD hole (weil kein Bock, das Vinyl die ganze Zeit mitzuschleppen), muss schon etwas außergewöhnliches passiert sein.

Degial: Uh, ein ziemlicher Soundbrei. Schade, da die Band sichtlich motiviert zu Werke ging. Better luck next time!

Malo-fuckin'-karpatan: Was soll ich als Fanboy groß sagen? Alles, was die Band für mich so einmalig, sympathisch und unterhaltsam macht, habe ich bekommen. Zudem noch vor dem Auftritt den Tourbus berührt und später in / vor der Zwille in hinreichend beschwipstem Zustand der Band meine Ehrerbietung übermittelt. Liebe!

Abgesehen von den anspruchsvollen Soundbedingungen fand ich das UT Connewitz als Location ziemlich gemütlich und auch die Leute vor Ort waren durchweg sehr angenehm. Wie immer ein besonderer Dank und Gruß an alle Forianer, die mit ihrer Anwesenheit zu einem tollen Wochenende beigetragen haben. See you! :)
 
Zurück
Oben Unten