Abartigkeiten der Konzertentwicklung

Mir gehen übervolle Hallen total auf den Sack. In der Kölner Essigfabrik wars schon so voll, dass die Leute hinten in den Gängen zum Klo standen. Wie in einer Sardinenbüchse.
DAS!

Mit vielen anderen Unwägbarkeiten hab ich mich mittlerweile arrangiert. Fängt die Vorband früher an, bin ich eh meist schon vor Ort, um vorher noch was mit meinen Leuten zu klönen. Ist das Merch zu teuer, kauf ich halt keins. Ist das Bier zu teuer, isses mir nach dem dritten eh egal. Ist der Gig zu kurz, kann ich woanders noch ein paar günstigere Biere trinken gehen. Und so Sachen halt. Man hat sich halt mittlerweile dran gewöhnt sich viele Sachen schönzureden.

Aber was gar nicht geht, sind komplett überfüllte Locations. Solstafir in der Kölner Werkstatt letztes oder vorletztes Jahr: Die Leute standen bis vor die Eingangstür und es ging wirklich GAR nichts mehr, die Leute in der Türe wirkten wie ein Pfropfen. Ich will mir gar nicht vorstellen, was da bei einer Panik passiert wäre. Ähnliches Spiel bei Electric Wizard vor ein paar Jahren im Underground. Da ging ebenfalls kaum noch was und aufgrund der seitlich zum Eingang gelegenen Bühne konnte man, selbst wenn man es ein paar Meter hineingeschafft hatte, rein gar nichts sehen. Ich meine, ich gönne es jeder Band, wenn sie vor voller Hütte spielt, aber die Betreiber der Location sollten dann doch so weitsichtig sein und wissen, wann die Kapazität ihres Ladens ausgeschöpft ist. Und sich bewusst sein, daß ein übervoller Laden niemandem etwas bringt. Da kann meinetwegen die beste Band der Welt spielen, in so Situationen ziehe ich es dann mittlerweile doch vor, draußen vor der Location zuzuhören und mit Leidensgenossen zu schnacken.
 
Einiges wurde schon geschrieben. An vieles hat man sich gewöhnt. Was mich aber wirklich aufregt, weil es es quasi einem Vertragsbruch gleich kommt: Die Vorband ist bereits VOR dem angegebenen Konzertbeginn fertig oder schon mitten im Set. Da könnte ich an die Decke gehen. Was soll das? Selbst wenn ich vorher nicht arbeiten muss - was selten der Fall ist - fahre ich ja nicht zwingend eine Stunde früher hin. So schick sind dann die meisten Hallen auch nicht.

Noch toller ist, wenn die erste Band anfängt, bevor überhaupt wer reingelassen wird. Ob jetzt ne Stunde früher da oder hopp. Auch schonmal gehabt, wer das für ne sinnige Idee hielt will ich garnicht wissen. Haben die halt fürs Thekenpersonal gespielt...
 
Vertragsbruch, Stillstehverbot, Preis-/Leistungsverhältnis, ich geh kaputt. Das Thema entwickelt sich zur Groteske. :D
 
Wenn ich einer Band (oder dem Veranstalter) mein sauer verdientes Geld in den Arsch schiebe, dann will ich dafür auch eine Gegenleistung sehen. Was ist das anderes als Preis/Leistung?
 
Das Thema entwickelt sich zur Groteske. :D

Och, ich kann noch nickliger werden. Clubs ohne Garderobe können zwar schön sein, sind aber auch ein bisschen nervig. Es soll Leute geben, die entweder kein Auto haben oder nicht immer zu diesem latschen wollen, um ihr eingekauftes Merchandise aufbewahren zu können. Das ist z.B. sehr gut gelöst im LKA/Longhorn. Parkplätze da zu finden ist immer schwierig. Man muss weit laufen. Also ziehst du dir was Warmes an und stapfst hin und gibst die Jacke für 'ne Penunze ab. Kaufst du dir da Shirts, zeigst du deinen Bon vor und sie hängen es zu deiner abgegebenen Klamotte, ohne Aufpreis.

Es kann doch nicht so schwer sein eine Garderobe einzurichten. Da verstehe ich manche Clubs echt nicht. Hach, das war jetzt schön kleinlich :D.
 
Noch toller ist, wenn die erste Band anfängt, bevor überhaupt wer reingelassen wird. Ob jetzt ne Stunde früher da oder hopp. Auch schonmal gehabt, wer das für ne sinnige Idee hielt will ich garnicht wissen. Haben die halt fürs Thekenpersonal gespielt...
Jau. Das hatte ich auch schon. Das Beste ist dann, wenn man genau wegen jener Band angereist ist.
 
Vertragsbruch, Stillstehverbot, Preis-/Leistungsverhältnis, ich geh kaputt. Das Thema entwickelt sich zur Groteske. :D
Sorry, der Begriff "Vertragsbruch" ist natürlich beamtisch gewählt, aber ich komme aus dem Handel und muss mir wegen weitaus geringerer (vermeindlicher) Mängel genau so etwas von Kunden anhören. Da wird das schnell zum Alltagswort.
 
Kunst und Dienstleistung, am Ende trennt sie nur der Steuersatz.

Die Frage der Garderobe ist betechtigt, oft wünsche ich mir aber viel mehr eine Dusche, nicht für mich freilich, ich weiß wie man sich wäscht und besitze das ein oder andete Deo, aber manch einer scheint direkt von einer wochenlangen Schicht in der Stinkfabrik auf ein Konzert zu kommen. DAS ist abartig.
 
Sorry, der Begriff "Vertragsbruch" ist natürlich beamtisch gewählt, aber ich komme aus dem Handel und muss mir wegen weitaus geringerer (vermeindlicher) Mängel genau so etwas von Kunden anhören. Da wird das schnell zum Alltagswort.
Fand ich ziemlich gut, muss ich auch öfter benutzen. Stimmt ja auch, strenggenommen, genau wie die Preis-/Leistung, grotesk ist es trotzdem, besonders im Hinblick auf die Art der Veranstaltung.
 
Stehplatzreservierer und Arschklemmer, die meinen sie müssen ganz vorne stehen und wehe einer schubst oder geht ab...
Vorbands vor angekündigtem Beginn auf die Bretter jagen ist so was von asozial da könnt ich brechen... Mit das schlimmste
Mit dem Nicht-mehr rauslassen habe ich noch nie erlebt. Wenn das einer macht rauch ich aus Trotz gleich mal ne ganze Schachtel in die Halle rein :-) UND puller aufn Boden wenn mir das Scheisshaus zu voll ist
"aggressives Rauschmeissen" schon mehrfacht erlebt, dass man mit Security anfängt unmittelbar nach dem Konzert aggressiv die Leute rauszuschmeißen - hab ich bis jetzt eher in größeren Läden erlebt...

Preise für Eintrittskarten, Merch, Bier etc. muss jeder selbst entscheiden genauso die ungeliebten 4-5er Kombos. 60-70 Minuten für den headliner sind wirklich ein Witz, da lob ich mir z.B. den Uli Jon Roth der letztlich in Mannheim 2,5 Stunden gespielt hat und seiner Vorband ne Stunde eingeräumt hat. War zwar dann spät unter der Woche aber da geb ich dann gerne knapp 30 Euro aus. Und Garderobe ist aus genannten Merch-Bunker-Gründen Pflicht! Nix hass ich mehr als meine Lederjacke irgendwo hinzupacken und zu hoffen, daß sie nachm Konzert noch das ist - meist lassen sich die Mercher ja bequatschen nen Zettel an das Zeug zu machen und das mans dann später abholen kann. Wer will schon mit ner 12" in nen Moshpit?

Was das "zu voll" angeht - ich finde das hat sich vor allem in den letzten 10 Jahren enorm gebessert. Wenn ich daran zurück denke was Ende der 80er, Anfang der 90er gerade in große Hallen (Schleyerhalle in Stuttgart) reingepackt wurde - da sind wir heute im Paradies. Viele werden es noch wissen - bei manchen Sachen früher hab ich gedacht ich komm da nimmer lebend raus. Das ist nur gut gegangen, weil die Leute aufeinander aufgepasst haben. Wer einmal Wellenbrecher/Absperrungen in der Halle hat durchbrechen sehen weiss was ich meine. Das sind die Voraussetzungen heute ganz, ganz andere. Selbst bei dem ach so zu Problem hochstilisierten 1. Maiden Konzert aufm Wacken – Ja es war voll aber im Vergleich zu früher nicht wirklich schlimm. Problem sind bei solchen Sachen dann eher die Paniker und Platzreservierer....
 
Jup, das ist in in Deutschland leider immer noch n ganz großes Problem. Ich weiß noch, 2007 in Paris mit @Chasm hat so gut wie niemand geraucht, weil das da schon alles etabliert war.

Diese Vorband-Verarsche ist absolut das letzte. Wahrscheinlich drücken die Vorbands / deren Labels ordentlich Kohle ab und dann so was. Ich weiß noch, das war 2004 mit Hatebreed, Slipknot und Slayer (auch mit @Chasm): wir sind da glaube pünktlich zum angekündigten Konzertbeginn, lass es 20 Uhr gewesen sein, hin, um Hatebreed noch schauen zu können. Als wir gerade in der Halle unsere Sachen abgeben wollten, fing Slipknot an (die Slayer an dem Abend absolut in die Tasche gesteckt haben - und ich bin kein Slipknot-Fan). Das war glaube 10 Minuten nach der offiziell angekündigten Zeit. Demnach wurde die Halle ca. 19 Uhr geöffnet und Hatebreed waren dann wohl 19h10 auf den Brettern.

Ich glaube echt, dass es mich am meisten anpisst, wenn die Bands nach 60 Minuten die Segel streichen, obwohl man weiß, dass es da sicher noch 2-3 Songs gäbe, die erstens n Muss sind und zweitens n tollen Schlusspunkt setzen würden. Ausnahme sind hier im Underground angesiedelte BM-Konzerte, wo ich Konzerterlebnisse generell schwierig finde und manches einfach länger als ne Stunde nicht geht. Bis auf Watain vielleicht...
 
Die Markthalle und die Große Freiheit sind in Sachen Vorbands zu früh auf die Bühne schicken ganz vorne mit dabei.
2 Mal bei den letzten Opeth-Konzerten (Anathema und Alcest) in der Freiheit, wie oft ich das schon in der Markthalle erlebt habe, weiß ich nicht mehr.
Besonders ärgerlich beim Konzert von Saxon, Masterplan und einer anderen Band, als bei Masterplan Mike DiMeo gesungen hatte.
Die erste Vorband fiel aus und Masterplan gingen weit vor Beginn der ersten Vorband auf die Bühne, sodaß ich nur die letzten 2 Songs mitbekam. Da war im-Kreis-kotzen angesagt.

Die Clubs / Hallenbetreiber reden sich dann immer mit dem Veranstalter raus, allerdings machen die Clubs doch die Vorgabe, ab wann ein Konzert zu Ende sein muß. Viele Veranstalter sind immer baff überrascht, wenn man denen erzählt, daß lt. Club schon um 19.30 Uhr Beginn ist. Hatte mir den Spaß mal bei 2 Bands gegeben und zuerst beim Club und dann beim Veranstalter nachgefragt und jeweils 2 verschiedene Antworten bekommen.War glaube ich bei Airbourne, Black Spiders und Corroded 2013 auch so der Fall. Und wenn in den Anzeigen, auf der Karte und im Indernetz steht, daß um 19 Uhr Einlass ist und um 20 Uhr das Konzert beginnt, dann bedeutet das, daß die erste von 2 Vorbands um 20 Uhr auf der Bühne steht und nicht, daß um 20 Uhr die erste Vorband die Bühne verlässt, während 2/3 der Fans noch in der Schlange steht, um reinzukommen.
Hatte mich da schonmal mit den Nasen der Freiheit, aber da die Spackonaten wissen, daß keiner klagt oder Konsequenzen zieht, wird einfach so weitergemacht. Für mich hat das Methode.
Weiß hier jemand, wie man (wenn ja eh alles zu spät ist), wie man auf (notfalls auch auf rechtlichem Wege) dieser Unsitte und Unfairness den zahlenden Fans und den Vorbands, die sich eingekauft haben aber vor kaum Publikum spielen, Einhalt gebieten kann? Ich zahle Geld für 3 Bands und sehe, weil sich nicht an einen gültigen Vertrag gehalten wird, nur 2 Bands. Da sich hier ja viele Studenten und Professoren tummeln und Weisheiten austauschen, sollte auch da jemand drunter sein, der sich auskennt. Denn auch wenn sich der eine und andere zahlende Kunde damit abgefunden hat, verarscht zu werden, so gilt das nicht für alle. Kenne ich nur von Konzerten, im Kino würden die Betreiber nie auf die Idee kommen, den Film vorher zu starten oder mittendrin abzubrechen.
 
Zuletzt bearbeitet:
... grotesk ist es trotzdem, besonders im Hinblick auf die Art der Veranstaltung.

Ich versteh, glaub ich, gerade nicht, was Du sagen willst.

Die Band kommt, weil sie 'ne Gage kriegt, die ich per Eintritt mitfinanziere. Ich komme, weil ich die Band spielen sehen will. Wo ist, was das angeht, der Unterschied zu 'nem Kinobesuch, zum Fußballstadion oder sonstigen Kultur- oder Sportveranstaltungen.

Konzerte sind doch kein "Pay what you want" oder 'ne gegenseitige Gefälligkeit.

Und da kann ich, zurecht!, erwarten, dass z. B. die Show nicht zwei Stunden früher beginnt als angekündigt. So wie der Veranstalter von mir erwarten kann, dass ich nicht das Mobiliar abbrenne oder nicht mit Falschgeld bezahle. Auch bei dieser "Art von Veranstaltung".

Oder was meinst Du genau?
 
Ich vermute leider, wenn es in irgendeiner Hausordnung oder so festgeschrieben ist, wann Konzerte zu beginnen und wann zu enden haben, dann kann man da nicht mehr viel machen.
Bspw. sagt der Veranstalter "erste Vorband 30 Minuten, zweite Vorband 40 Minuten, Headliner 90 Minuten", dann der Locationinhaber "Wenn der Headliner so lange spielen will, müssen die Vorbands weniger spielen oder früher anfangen". Da würde sich wahrscheinlich jeder den schwarzen Peter zuschieben.

Mir fällt da selbst noch was ein:
Im Mai 2010 spielten Enforcer, Suicidal Angels, Steelwing und Cauldron in der (heute leider nicht mehr existenten) Alten Feuerwache Schöneweide. Da wir quasi um die Ecke probten, haben auch wir uns dort eingekauft. Wir mussten damals (als Studenten) weit über 200 Euro in Eintrittskarten zusammenkratzen, da wir uns ne Menge davon versprochen hatten. Als wir dann die Running Order sahen, mussten wir erst mal schlucken (wir waren Withered, BTW: Einlass war 17h30 Uhr):
Withered 17.45 - 18.10
Brannskrik 18.30 - 18.55
The Outside 19.15 - 19.40
CAULDRON 20:00 - 20:40
STEELWING 21:00 - 21:40
ENFORCER 22:00 - 22:40
SUICIDAL ANGELS 23:00 - 24:00

Tchjoa. Und da natürlich keiner zu 18 Uhr kommt, wenn um 20 Uhr die "Großen" anfangen, haben wir am Ende vor dem Tontechniker, 5-10 Freunden und versprengten Teilen der Bands gespielt, die sich aber auch lieber im Backstage vergnügt hatten. Den Rest des Abends standen wir dann an der Straße und haben versucht, anrückenden Konzertbesuchern unserer Tickets für n paar Euro weniger als an der Abendkasse zu verkaufen.
 
Ich denke da sollte man unterscheiden.
Teilweise gibt es sicher Auflagen wegen Nachtruhe, die vom Eigentümer/Pächter einzuhalten sind.
Da MUSS der letzte Schlusston dann halt um 23.00 Uhr oder so sein. Sonst Ärger Polizei/Ordnungsamt/drohender Konzessionsentzug.

Was anderes ist die Unart, gerade ausgerechnet an WE Konzerte früh anfangen zu lassen, weil anschließend noch ne andere Veranstaltung in der selben Localität stattfindet.
 
Ganz schlimm sind diese Laberbacken, die nicht anderes machen als sich den ganzen Abend Lautstark (wie auch sonst) unterhalten. Ganz schlimm auf Konzerten mit vielen ruhigen Parts. Manche fangen ja auch nur während der ruhigen Parts an zu Quatschen, weil die diese Parts langweilen oder die halt die "Ruhe" nutzen.

Warum geht man auf ein Konzert und nicht in die Kneipe um die Ecke? Ist doch auch günstiger.
 
Ganz schlimm sind diese Laberbacken, die nicht anderes machen als sich den ganzen Abend Lautstark (wie auch sonst) unterhalten. Ganz schlimm auf Konzerten mit vielen ruhigen Parts. Manche fangen ja auch nur während der ruhigen Parts an zu Quatschen, weil die diese Parts langweilen oder die halt die "Ruhe" nutzen.

Warum geht man auf ein Konzert und nicht in die Kneipe um die Ecke? Ist doch auch günstiger.

jepp, fällt mir auch vermehrt auf, nix gegen kurze musikalische Anmerkungen, aber ansosnten sollte doch das Konzert im Zentrum stehen.
 
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