Absagen rund um SARS-CoV2 (COVID 19) und alles drum herum

Dieses Thema im Forum "NO SLEEP TILL LIVE - Festivals & Open Airs" wurde erstellt von Hexenmeysters_Hut, 10. März 2020.

  1. Prog on!

    Prog on! Till Deaf Do Us Part

    Das ist zweifelsohne richtig. Dennoch hat @Alt-Metaller nicht ganz unrecht: Die virologische Sichtweise ist in Zeiten einer Pandemie eine sehr wichtige (womöglich sogar die wichtigste), aber eben beileibe nicht die einzig relevante, gerade wenn es um die gesellschaftliche Bewältigung des Ganzen geht. Aus Sicht der Virologie ist klar: Es gibt gangbare Maßnahmen (A-H-A), die das Ansteckungsrisiko kontrollieren bzw. minimieren, folglich sollten diese implementiert und dann befolgt werden, bis die Schlacht geschlagen ist, solange sie auch andauern möge. So weit, so einfach. Nein, so einfach ist es nicht. Jeder Pneumologe wird dringend vom Rauchen abraten; geraucht wird trotzdem, es ist ja nicht verboten (zumindest nicht überall). Kein Orthopäde der Welt würde das Fußballspielen als unbedenklich ansehen, da das Risiko struktureller Verletzungen enorm ist; gekickt wird trotzdem. Die Liste ließe sich bis ins Aschgraue fortsetzen. Was ich damit sagen will: Wenn es um die gesamtgesellschaftliche Bewältigung der Pandemie geht, greift eine ausschließlich virologische Sichtweise zu kurz. Hier bedarf es ebenso der Stimmen von Psychologen, Pädagogen, Soziologen, Ökonomen, Juristen, Philosophen und dergleichen, da die Gemengelage schlicht zu komplex ist, um sie rein virologisch zu betrachten. Es geht um wirtschaftliche Existenzen, Kinderseelen, Zukunftschancen, mehr oder weniger elementare menschliche Bedürfnisse wie Nähe (must-have) und erfüllende Freizeitgestaltung (nice-to-have) sowie generell um die Art unseres Zusammenlebens in einer (Gott sei Dank!) freien und offenen Gesellschaft, allesamt keine Schwerpunkte der Virologie. Natürlich sitzen in den Beraterstäben der Entscheidungsträger auch Vertreter der oben aufgeführten Disziplinen, allerdings sind diese medial bei weitem nicht in dem Maße präsent wie die Herren Drosten und Streeck (da fällt mir doch gerade ein: Wo ist eigentlich Herr Kekulé?), zumindest nicht in meiner Wahrnehmung, die natürlich falsch sein kann.
    Schlussgedanke: Ich denke, dass den meisten Menschen durchaus klar ist, dass die dunklen Monate schwierig werden, sodass davon auszugehen ist, dass die allgemeine Disziplin und Wachsamkeit noch bis zum Frühjahr aufrechterhalten werden kann. Dann jedoch könnte es sein, dass nicht wenige eine Perspektive einfordern werden, die den Weg zurück in ein gesellschaftliches Leben ohne Abstand und Masken weist (dies wird insbesondere dann der Fall sein, wenn sich die "harten Zahlen", sprich Todesfälle und Anzahl der schweren Krankheitsverläufe, nach wie vor in verhältnismäßig niedrigen Bereichen bewegen sollten). Ob eine solche Perspektive wirklich aufgezeigt werden kann, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt. Allerdings wird die Politik dann Antworten geben müssen, die eine deutlich andere Qualität aufweisen als etwa das Erteilen eines Beherbergungsverbots oder einer allgemeinen Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und somit auch im Freien, wo letztendlich auch bzw. sogar die Virologen aussteigen. Es bleibt für uns alle zu hoffen, dass dies gelingen wird, da eine Menge davon abhängt...
     
  2. MartinDortmund

    MartinDortmund Deaf Dealer

    Kurz zusammengefasst:
    - es dauert
    - die Veranstaltungsbranche ist im Eimer
    - was den Menschen helfen würde, wäre flächendecke Disziplin und Akzeptanz der Regeln
    - dafür sind aber zu viele zu dumm, ignorant, etc.
    - wir müssen noch lange mit dem Virus und ohne normale Konzerte leben
    - wer kann, sollte deshalb auf "Ausweich"-Veranstatungen gehen, damit die Branche und die Kultur nicht gänzlich stirbt
     
  3. Alt-Metaller

    Alt-Metaller Till Deaf Do Us Part

    Tun wir doch - hoffentlich!


    Fakt ist, die Berater- und Entscheiderteams der weltweiten Regierungen haben keine leichten Job.
    Deppen wie in USA, Brasilien, u.s.w. lassen die Menschen verrecken, obwohl sie nach Tagen oder Wochen,spätestens Monaten hätten merken müssen, dass es aus welchen Gründen auch immer, in ihren Ländern nicht so glimpflich abläuft, wie in Merkelhausen.

    Wir wissen aber mittlerweile auch, dass es in manchen Ländern auch noch besser ausgeht. Vor allem die ins Verderben laufen gesehenen Afrikaner haben bisher das Gegenteil bewiesen. Und da muss es losgehen. Da muss man schauen, wo läuft da was anders/besser ab. Wie wirken sich Dinge aus. Nur annehmen und verbieten, ist zu wenig.

    Es ist einfach Merkel & Co. Unfähigkeit, Fährlässigkeit, u.s.w. vorzuwerfen. Andererseits, wenn Länder/Völker wie Japan Probleme haben, dann ist das offensichtlich, eben doch nicht alles so einfach.

    Aber Berater, die am Anfang den Friseur weiter machen lassen, später ihn dafür umso länger in den Lockdown schicken, aber Autokinos schließen, um sie kurze Zeit später mit Übernacht-Konzessionen eine ganz neue Branche aufziehen lassen, sind fehl am Platz. Nicht minder Minister, die nicht wissen, wie man die Maske aufsetzt und was der Unterschied zwischen Inzidenz 5 und 50 ist.

    Um zum Thema zurück zu kommen:

    das BYH, ohne Halle und Zelt, würde ich im Sommer als sehr unproblematisch ansehen.
    Wacken wird es in TV-bekannter Variante wohl selbst in 2022 nicht geben.

    Ich bin für Open Airs von März - November. Was der Fußball kann, kann Metal schon lange.
    Kleine Open Airs könnten mit (bezahlbaren?) Zeltdach-Konstruktionen die Unbillen des Wetters etwas eindämmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Oktober 2020
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  4. NegatroN

    NegatroN Moderator Roadcrew

    Das mag so sein, aber der Vorwurf in dem von mir zitierten Posting hat sich ja gerade auf die Beratung der Politik bezogen, nicht auf die Gewichtung der Positionen in den Medien.
     
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  5. RidingOnTheWind

    RidingOnTheWind Till Deaf Do Us Part

    Ich finde die Frage, welche Konsequenzen und Kosten kurz- und langfristig schwerer wiegen, ethisch unglaublich schwierig. Habe heute mit einem unheilbar erkrankten Menschen gesprochen, der nur noch palliativ behandelt wird und seit März von Kindern und Partner getrennt ist aufgrund des Ansteckungsrisikos untereinander. Das Bedürfnis nach Nähe ist riesengroß, die Disziplin, das Kontaktverbot durchzuhalten allerdings auch. Da der Zustand soweit stabil ist und den Umständen entsprechend „gut“, nutzt die Person die Zeit zum Arbeiten via Online-Medium.

    Im Nachgang habe ich viel über den Faktor „Zeit“ im Spannungsfeld von Bedürfnissen und notwendigen Schutzmaßnahmen nachgedacht (die bei Nichteinhaltung potentiell die Zeit unmittelbar verkürzen können). Was geschieht allgemein, wenn ein ursprünglich als Krise aufgefasster Ausnahmezustand dauerhafter wird und was macht das mit den Menschen? Wie wird Zeit oder die fehlende persönliche Kontrolle darüber von Menschen erlebt, denen die Zeit ganz dringlich und unmittelbar ausgeht? Gesundheitlich, vom Lebensalter, wirtschaftlich, beruflich-existentiell. Wie nutze ich eigentlich meine Zeit? Und auch über das Spannungsfeld zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Folgen für andere Menschen, wenn ich sie mir erfülle.
     
  6. Dominik2

    Dominik2 Till Deaf Do Us Part

    Eben, derlei Fragen werden dann umso virulenter :hmmja:, wenn das Ganze noch lange andauern sollte. Und leider kann man das nicht ausschließen.
     
  7. DemonCleaner

    DemonCleaner Till Deaf Do Us Part

    Der schweizer Veranstalter "Meh Suff!" mit einer düsteren, aber leider realistischen Einschätzung der momentanen Lage:
    Also für mich wohl auch 2021 kein Napalm Death, kein Sólstafir, kein Dool und kein Molasses. :hmmja::hmmja::hmmja:
     
  8. Dominik2

    Dominik2 Till Deaf Do Us Part

    Heftiger ARD-Presseclub (wird ja mit einigem Zeitabstand immer in der Mediathek online gestellt bzw. taucht ja meistens zeitnah in der Tube auf) anfangs auch mit einem Schwerpunkt zur Veranstaltungswirtschaft.

    These: Der ganze Scheiß wird noch vor allem für die Gastro und Kulturwirtschaft mindestens bis Ende 2022 dauern, weil mit schnell wirkenden Impfstoffen, die auch noch für alle wirken sollen, eine Illusion geschürt wurde. Tja, wird man sich auf lange Sicht noch einschränken und immer wieder probieren müssen, was geht und was nicht. Das wird mal ne richtige Geduldsprobe!
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. November 2020
  9. Doomfather

    Doomfather Deaf Dealer

    Na dann hoffen wir mal dass nicht reihenweise Veranstalter, Locations und auch Musiker nicht gezwungen sind das Handtuch zu werfen. Mal schauen was nach Corona noch alles an „Szene“ übrig ist. :hmmja:
     
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  10. Dominik2

    Dominik2 Till Deaf Do Us Part

  11. The_Krusher

    The_Krusher Till Deaf Do Us Part

    Der Gedanke "Zeit" ist ein interessanter Ansatzpunkt mit dem ich mich mal gedanklich die Tage befassen werde.
    Zum einen bin ich Krankenpfleger und mit Nicht-Intensiv Pflichtigen Covid 19 Patienten betraut und musste die Tage wieder jemanden an den Virus abgeben bei dem keine Intensiv Medizin mehr erwünscht war , somit am Puls der Zeit und im Privaten fährste halt "Stand By" weil nix was dich interessiert statt findet aber trotzdem die Jahreszeiten wechseln.
     
  12. DemonCleaner

    DemonCleaner Till Deaf Do Us Part

    Das isländische Ascension Festival wurde jetzt auch vom Mai in den November 2021 verschoben:
    Ärgerlich, aber natürlich eine sehr vernünftige Entscheidung. Zudem finde ich es vorbildlich, so eine Entscheidung relativ früh zu kommunzieren, damit sich die Besucher nicht mit Hotels und Flügen rumschlagen müssen, die kurzfristig nicht mehr stornierbar/umbuchbar sind.

    Nachdem bei der letzten Ausgabe (im Juni 2019) beinahe durchgehend Tageslicht angesagt war, gibt es nächstes Jahr also ein Festival in der Dunkelheit. Hat auch seinen Reiz, mit etwas Glück kommt man immerhin in den Genuss der Polarlichter. :)
     
  13. Dunkeltroll

    Dunkeltroll Till Deaf Do Us Part

    Mal ganz doof gefragt (hab keinen Schimmer von dem Festival): Ist das ein Open Air? In 'ner Halle würde man von den Polarlichtern ja nicht viel mitbekommen...
     
  14. DemonCleaner

    DemonCleaner Till Deaf Do Us Part

    Nein, ist kein Open Air, das wäre bei den isländischen Wetterbedingungen auch eher ungemütlich. Das Festival findet in einer kleinen Halle in einem Vorort von Reykjavík statt. Man hat aber jederzeit Zutritt zum Park, der die Halle umgibt - heisst also, wann kann während der Umbaupausen etwas frische Luft schnappen und in den Himmel starren. ;)
     
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  15. progge

    progge Deaf Dealer

  16. Dominik2

    Dominik2 Till Deaf Do Us Part

    Zuletzt bearbeitet: 21. November 2020
    Othuum, Iron Ulf, El Guerrero und 3 anderen gefällt das.
  17. Alt-Metaller

    Alt-Metaller Till Deaf Do Us Part

    Man könnte ja Festivals auf den sinnlosen, nicht mehr benötigten, aber weiterhin kräftig bezuschussten, Regional-Flughäfen, stattfinden lassen. Platz für viel Abstand ist da meist genug.

    Derweil:

    [​IMG]

    Und Thundermother können ihren schönen, neuen Dezember-Plan auch wieder in die Tonne treten.
     
  18. Barabas

    Barabas Till Deaf Do Us Part

  19. beschissen

    beschissen Till Deaf Do Us Part

    Nicht nur Platz gibt es genug, auch Geld. Man hätte zB: von den Drölf Zilliarden Taschengelderhöhung für die Autoindustrie ein bis zwei Milliarden Richtung Veranstaltungsbranche umlenken können. Einfach so. Oder die unsinnige Elektroautoförderung aussetzen. Oder die Pendlerpauschale. Hätte hätte. Möglichkeiten gibt es fast mehr als Geld. Prioritäten liegen nun mal anders in Deutschland.
     
  20. Alt-Metaller

    Alt-Metaller Till Deaf Do Us Part

    Die Förderung der E-Mobilität ist vielleicht unglücklich, nicht aber unsinnig!
    Sonst ist es wie bei der Digitalisierung...
     
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