Pavlos
Till Deaf Do Us Part
Nein, nicht die britischen ASIA mit 'Heat Of The Moment', sondern die amerikanische Band gleichen Namens, die schon ein paar Jahre vorher am Start war und daran zerbrach, dass die Engländer ihnen per Gerichtsbeschluss den Namen und die Karriere raubten. Da die Band hier im DFF selten Erwähnung findet, dachte ich, ich starte diesen Thread hier. ASIA wurden 1977 in Rapid City, South Dakota gegründet bzw. gingen aus der Band WHITEWING hervor. Die Ausrichtung war von Anfang an klar: Ausufernde Rocksongs mit Prog-Einsprengseln und zwei spielerisch gleichwertigen, hochmelodischen Leadgitarren. Thematisch wurde eine intellektuelle Herangehensweise gewählt. Neben Themen wie Zen Buddhismus, Spiritualität und Wiedergeburt waren auch die Geschichten Robert E. Howards ein großer Einfluss.
"Our music was like a world of heroic fantasy and spiritualism, where muscular guitars and beautiful melodies passionately embraced each other."
(Mike Coates, ASIA)
Und recht hat er, der gute Mike - seines Zeichens Gitarrist und Kopf der Truppe. Aber leider, leider haben bisher nicht viele Musikfans einen Abstecher in diese wunderbare Welt unternommen. Dabei ist der Eskapismus-Rock der Amis genau die Sorte Musik, die momentan angesagt zu sein scheint. Songtitel wie 'Genghis Khan', 'Road Of Kings', 'Thunder Rider' und 'Xanadu' sollten für aufgestellte Kauzohren sorgen.
Das zweite Album "Armed To The Teeth" wurde 1980 innerhalb kürzester Zeit mit einem Mini-Budget von 10.000 Dollar eingespielt. Der dreckige Sound des Debüts machte Platz für eine fast schon märchenhafte Atmosphäre. Die proggigen Parts klingen zwar immer noch schön verspielt, ufern aber nicht mehr allzu sehr aus. Atmosphäre war das Zauberwort, und davon ist hier definitiv´ne Menge vorhanden. Adventure Rock nennt man das heutzutage, siehe z.B. die Hymne 'Thunder Rider':
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Das 1979er Debüt klingt wie eine Mischung aus Rush, Kansas, Winterhawk und Full Moon. Gefühlvoll gezockte Doppel Leads treffen hier auf zwei ausdrucksstarke Leadsänger, eingängige AOR Parts wechseln sich mit proggigen Abfahrten ab, Spielwitz und Gefühlskino verschmelzen zu einer fesselnden Scheibe ohne Ausfall. Hier mal 'The Taming Of The Bull':
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Leider war 1982 schon wieder Schluss, da sich die oben erwähnte Supergroup aus dem UK gegründet hatte und den Amerikanern den Namen streitig machte. Da Steve Howe & Co. natürlich mehr Geld und die weitaus besseren Anwälte hatten, sahen sich die US-ASIA zu einem Namenswechsel gezwungen. Dieser Schlag tat weh und war ein riesiger Schritt rückwärts. Da zusätzlich der Durchbruch zu diesem Zeitpunkt, trotz Touren im Vorprogramm von u.a. Kiss, Nazareth, Molly Hatchet und Ted Nugent, ausgeblieben war, gaben die Jungs schließlich total desillusioniert auf. Zwar gab es noch ein kurzes Aufbäumen unter dem Namen SOLOMON KANE (um die durch den Rechtstreit entstanden Anwaltskosten zu decken), aber das war es dann leider. Eine der großartigsten, einmaligsten Formationen des Rock wurde unter unwürdigen Bedingungen zu Grabe getragen.
PS: Beide Scheiben wurden im Laufe der Zeit wiederveröffentlicht (CD, LP, Boxset), so start the adventure....NOW!!