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Dennoch sollte sich ein Musikjournalist (ungleich Internet-Promoabstaub-Fuzzi) eingehender mit der rezensierenden Materie befassen, die Historie und Trademarks eines Künstlers in Augen- und Ohrenschein nehmen und auch in diesem Kontext werten dürfen. Was bringt mir ein hinreißendes jubelndes Review der neuen Ketzer, wenn es mit den beiden Vorgängern rein gar nichts zu tun hat und der Schreibende nicht darauf eingeht? Zumindest sollte anhand der Musikbeschreibung rauszulesen sein, ob das einem Ohrentest oder gar Kauf genügt. Oder nehmen wir Anthrax, die rein gar nicht mehr nach Anthrax der 80er mit einem Belladonna klingen. Der zudem viel tiefer und anders singt. Was sie auch nicht müssen, der Künstler entscheidet -hoffentlich- seinen Weg und besitzt ein erklärtes Ziel, eine Vision. Trotzdem darf das ein Reviewer analog zum Fan kritisch sehen.Es gibt sicher Kollegen, die sich beim Review einer Scheibe nicht von persönlichen Antipathien freimachen können oder wollen. Aber das betrifft ja offensichtlich nicht nur die Reviewer, sondern auch die Hörer an sich, wie man ja z.B. in der Debatte zu Pantera/Down verfolgen konnte, wo einige schrieben, dass sie sich das jetzt nicht mehr anhören können und wollen, weil Phil so ein Hohlkopf sei. Dass sich solche Wahrnehmungen auch auf der Schreiberebene reflektieren, das ist ja normal, und manch einem verleidet dann die persönliche Haltung die Musik so sehr, dass er diese nimmer isoliert gut finden kann.
Wobei ich persönlich jedem, also auch dem Schreiber, erst einmal zugestehe, dass er eine Scheibe wirklich deshalb negativ bewertet, weil sie ihm nicht gefällt. Man kann ja bei Metallica, Megadeth und Anthrax nun auch nicht erwarten, dass die automatisch alle gut finden müssen. Auch wenn es mir schwer fällt, die musikalischen Makel an "For All Kings" auszumachen, unterstelle ich nun keinem, dass er die nur deshalb schlecht findet, weil er die Band unsympathisch findet. Wohl einfach deshalb, weil mir ein solches Denken selbst völlig fremd ist. Ich muss die Typen ja nicht heiraten oder mit ihnen in einer Band spielen.
Ein "Gefällt mir" für Deine Meinung, die ich nicht teile, da ich einem Schreiber kein a priori-Schlechtgefallen unterstellen will und kann.Na, ich denke doch, dass das bei vielen so sein wird (ohne natürlich zu unterstellen... gibt ja auch ein paar Schreiber hier im Forum).
Und natürlich hat @Hugin recht, dass das auch Hörer betrifft und viele Bands/Alben schon im Vorhinein vorverurteilt werden. Das ist aber nix Neues, wenngleich auch häufiger zu beobachten, seit es soziale Medien gibt und eben jeder sein Mimi und Meh beipflichten kann.
Anyway... ich muss heute noch etwas zeichnen, und werde "For All Kings" gleich ein weiteres Mal lauschen.![]()
Dennoch sollte sich ein Musikjournalist (ungleich Internet-Promoabstaub-Fuzzi) eingehender mit der rezensierenden Materie befassen, die Historie und Trademarks eines Künstlers in Augen- und Ohrenschein nehmen und auch in diesem Kontext werten dürfen. Was bringt mir ein hinreißendes jubelndes Review der neuen Ketzer, wenn es mit den beiden Vorgängern rein gar nichts zu tun hat und der Schreibende nicht darauf eingeht? Zumindest sollte anhand der Musikbeschreibung rauszulesen sein, ob das einem Ohrentest oder gar Kauf genügt. Oder nehmen wir Anthrax, die rein gar nicht mehr nach Anthrax der 80er mit einem Belladonna klingen. Der zudem viel tiefer und anders singt. Was sie auch nicht müssen, der Künstler entscheidet -hoffentlich- seinen Weg und besitzt ein erklärtes Ziel, eine Vision. Trotzdem darf das ein Reviewer analog zum Fan kritisch sehen.
Wie das vorliegende Musikwerk bewertet wird, wie der Reviewer zu seiner Meinung kommt, das will ich in einem Review oder einer fundierten Kritik lesen, objektives Gelulle finde ich unlesenswert langweilig. Und objektiv heißt für mich reine Faktenaufzählungen ohne Wertung. In einem Satz wie "Könnte Genrefans gefallen" schwingt subjektive Einschätzung mit, recht so.
Das wäre schön, findest Du aber in keiner Postille, weder Web noch Print, stringent. Ganz toll ist, wenn nur Promotexte zitiert oder abgeändert werden ohne konkret auf die Musik einzugehen.Absolut richtig. Davon unterschreibe ich jede Zeile mit Rezensentenblut.
Für mich ist ein gutes Review immer eine kritisch wertende Aufarbeitung eines Werkes, das je nach Zeilenvorgabe und Zeitvorgabe mehr oder minder ausführlich auf die folgenden Punkte eingehen sollte:
- Objektiv-deskriptiver Teil zu den äußeren, verifizierbaren Tatsachen
- Subjektiv-wertender Teil zu den Eindrücken, Wirkungen, Wahrnehmungen des Rezensenten
- bandhistorische Einordnung, Einordnung im Szenekontext, generische Einordnung
- Werturteil unter Herleitung und Preisgabe der Bewertungskriterien
Diese Elemente sollte an sich jedes Review haben, finde ich. Wenn ein Rezensent nicht in der Lage ist, eine dieser Aufgaben zu stemmen, weil er sich etwa mit "For All Kings" zum ersten Mal überhaupt mit Anthrax befasst, heißt das für mich nicht, dass er die dann nicht besprechen darf, aber er sollte sich insoweit dann auch im Review als Neueinsteiger outen, damit der Leser die Relevanz seines Werturteils für sich einordnen kann.
Das wäre schön, findest Du aber in keiner Postille, weder Web noch Print, stringent. Ganz toll ist, wenn nur Promotexte zitiert oder abgeändert werden ohne konkret auf die Musik einzugehen.
Wie hören die wohl Musik?...
Auf der anderen Seite wirst du aber halt auch Leute haben, die meine Rezis nicht lesen wollen, weil sie ihnen viel zu ausführlich sind.
Promo Zettel lese ich nie.Ach ja, @Promozettel:
Ich halte es ja schon für fragwürdig, die überhaupt zu lesen. Sie in einem Review abzuschreiben oder auch nur zu paraphrasieren ist für einen Rezensenten aber eine geistige und moralische Bankrotterklärung. Was lustig ist, das ist, sie zu zitieren und zu widerlegen...
![]()
@Hugin
Wo schreibst du denn Rezis?
Ich habe auch schon mal mein Profil verlinkt und bin auch immer noch hier. Easy goingAu weia, Eigenwerbung für Fremdanbieter? Ich will doch keine Abmahnung kassieren...
Hier, das bin ich, ,von der Redakteursseite aus findet man alle Artikel, die ich gemacht habe:
http://powermetal.de/redaktion/show-78.html
Disclaimer / wesentliche Risiken:
- In der Regel eher lange Texte.
- Meist ziemlich positiv, was aber halt primär daran liegt, dass ich in der Regel Sachen bespreche, die ich auch gerne mag.
- Mag Manowar immer noch und schämt sich noch nicht einmal dafür.
Höre gerade die Platte zum ersten Mal und bin gut angetan. ABER liegt das an mir oder an meiner Anlage oder ist es doch die Produktion....ich find Gesang und Schlagzeug ziemlich laut, dafür die Gitarren etwas zu leise.
Es gibt sicher Kollegen, die sich beim Review einer Scheibe nicht von persönlichen Antipathien freimachen können oder wollen. Aber das betrifft ja offensichtlich nicht nur die Reviewer, sondern auch die Hörer an sich, wie man ja z.B. in der Debatte zu Pantera/Down verfolgen konnte, wo einige schrieben, dass sie sich das jetzt nicht mehr anhören können und wollen, weil Phil so ein Hohlkopf sei. Dass sich solche Wahrnehmungen auch auf der Schreiberebene reflektieren, das ist ja normal, und manch einem verleidet dann die persönliche Haltung die Musik so sehr, dass er diese nimmer isoliert gut finden kann.
Wobei ich persönlich jedem, also auch dem Schreiber, erst einmal zugestehe, dass er eine Scheibe wirklich deshalb negativ bewertet, weil sie ihm nicht gefällt. Man kann ja bei Metallica, Megadeth und Anthrax nun auch nicht erwarten, dass die automatisch alle gut finden müssen. Auch wenn es mir schwer fällt, die musikalischen Makel an "For All Kings" auszumachen, unterstelle ich nun keinem, dass er die nur deshalb schlecht findet, weil er die Band unsympathisch findet. Wohl einfach deshalb, weil mir ein solches Denken selbst völlig fremd ist. Ich muss die Typen ja nicht heiraten oder mit ihnen in einer Band spielen.
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