Armored Saint-Emotion Factory Reset (2026 May 22nd)

Meiner auch. Und Alter, Joey Vera, ey.
Da sagste was! Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass er neben den gottgleichen Vocals von John Bush, bei denen irgendwie jede Emotion, jeder Swing, jeder Groove mitschwingt, der entscheidende Grund für das ist, was ich in Ermangelung eines besseren Begriffs den unvergleichlichen Armored-Saint-Swing nenne. Seine musikalische Vita ist ja eh vom Allerfeinsten - nicht nur AS und FW samt Nebenprojekten, ganz dringend seien hier auch die beiden Alben von Tribe After Tribe genannt, auf denen er mitgemischt hat.
 
Überhaupt marschiert die Rhythmusfraktion bei Armored Saint seit jeher wie ein mächtiger Panzerverband. Joeys warm knurrende Bassgrundierung, dazu Gonzo, der das alles mit stoischer Wucht, aber nie ohne Raffinesse antreibt - das groovt, das schiebt, das atmet! Auch ein Grund dafür, dass Armored Saint besser altern als die meisten ihrer Zeitgenossen.
 
Das neue Album packt mich zwar nicht so, wie es ein Saint-Album müsste, aber an Joey Vera liegt das ganz bestimmt nicht. Der Mann ist als Musiker eine absolute Ausnahmeerscheinung, und das ausdrücklich nicht nur als der fantastische Bassist, als der er völlig zurecht gilt. Hinzu kommt, dass man ihm die Liebe für das, was er macht, zu jeder Sekunde ansieht und sie, so meine ich, auch hört. Der Mann zockt einfach nie stumpf seine Parts runter, sondern legt in jede Note all seine Kraft und Leidenschaft. Nichts ist zu viel, nichts ist zu wenig - Ich kenne nur wenige Bassisten, die ein solch perfektes Gespür für den Song haben und noch dazu solch geschmackvolle Basslines schreiben. Wenn ich mich für eine Top 5 meiner Lieblingsmusiker entscheiden müsste, Joey Vera wäre gewiss dabei.
 
Habe das Album heute zum ersten mal angehört. Mein Eindruck ist, dass es etwas rauer ist, als die letzten Alben, was aber nicht schlecht ist.
 
Überhaupt marschiert die Rhythmusfraktion bei Armored Saint seit jeher wie ein mächtiger Panzerverband. Joeys warm knurrende Bassgrundierung, dazu Gonzo, der das alles mit stoischer Wucht, aber nie ohne Raffinesse antreibt - das groovt, das schiebt, das atmet! Auch ein Grund dafür, dass Armored Saint besser altern als die meisten ihrer Zeitgenossen.
Wir wollen trotz dieser deiner wahren Worte die geniale Gitarrenarbeit nicht verschweigen........Riffs Riffs Riffs Riffs
 
Dann gibt es auch für mich also Hoffnung, sehr schön. Hoffentlich muss ich mich nicht so lang gedulden wie bei Win Hands Down. Die rangierte bei mir immer auf den hinteren Plätzen. Nachdem sie hier letzthin jemand so gelobt hatte, habe ich sie gestern mal wieder aufgelegt- und war hin und weg. Was haben meine Ohren in all den Jahren nicht gehört? Ich weiss es nicht. Vorhin lief sie wieder und war und ist immer noch genial. Mein innerer Listenwahn ward durcheinandergewirbelt.
 
Bin nach wie vor zwiegespalten. Viele richtig tolle Songs, aber eben auch ein paar Nummern, 'It's A Buzzkill' und 'Throwing Caution To The Wind' um ihnen Namen zu geben, die ich als nichtssagend oder gar langweilig empfinde. Jammern auf höchstem Niveau, ohne Frage. Musikalisch sind selbst in meinen Ohren zu überladen wirkende Stücke wie 'Not On Your Life' auf absolutem State-Of-The-Art-Level.
'Buckeye' find ich zwar auch nicht so pralle, aber dieser latente Southern- oder Country-Unterton sowie der Gesang von John Bush lässt den Song trotzdem immer wieder interessant werden. Vor allem das Finish der Nummer.
Hinten raus hätte man sich auf dem Album nochmal so eine Nummer wie 'Close To The Bone' oder 'Every Man - Any Man' gewünscht. Wären da nicht diese zwei übergroßen Vorgänger, ich würd' diese Platte viel mehr abfeiern, als ich es tue...
 
Wären da nicht diese zwei übergroßen Vorgänger, ich würd' diese Platte viel mehr abfeiern, als ich es tue...
Das sind die Momente, in denen ich richtig froh bin, dass ich schon seit einiger Zeit Neuerscheinungen nicht sofort in Rankings packe und automatisch in ein Gesamtwerk einsortiere, sondern wirklich erstmal separat betrachten kann. Deswegen nimmt mir, gerade in diesem Fall, die Gesamtdiskografie nicht im geringsten den Spaß am neuen Release.
 
Diese positive Energie, die Joey Vera immer wieder aus dem Stand auf die Bretter legt ist schier unglaublich. Egal ob Monster Headliner Bühne in Wacken 2022 mit Mercyful Fate oder kleines Insider Open Air wie Headbangers Open Air, es gibt nur Vollgas. Gerade beim HOA Gig war sein Charisma förmlich greifbar.
Der ist schon eine beeindruckende Type und ein echtes Original!
 
Vom Prinzip eine gute Vorgehensweise, die einen weitaus näher an der Objektivität hält, aber: Kommt das nicht irgendwo automatisch? Also diese Einordnungen? Gerade bei Künstlern, die einen sehr charakteristischen Sound haben?
Was bei mir automatisch kommt, ist die Feststellung, dass die ursprünglichen bzw. Ersteindrücke für die Tonne sind. Punching The Sky fand ich am Anfang eher unspektakulär. Fiel gegen Wind Hands Down deutlich ab. Mit Näherkommen der aktuellen Veröffentlichung habe ich PtS dann wieder aufgelegt und festgestellt, dass die nicht nur ganz wunderbar ist, sondern auch Tracks enthält, die ich in das Regal der besonderen Saint-Tracks sortieren würde. Offensichtlich ist sie besser als ihr Ruf in meinem Schrank.

Jenseits dessen muss ich bei jedweder Anfangseuphorie ("beste Platte seit x Jahren") schmunzeln. Wie soll ich das denn ohne den Test of time beurteilen? Gerade bei Bands mit so langer "Lebenszeit" ist das doch völlig unmöglich zu sagen. Ist ja fein, dass ein neues Werk für den Moment besonders gefällt. Aber beste Platte seit 30 Jahren? Die Bands, die das schaffen sind rar gesäht. In meinem Kosmos schaffen das nur die Titelhelden dieses Threads, Purple und Voivod. Da mag es andere Meinungen geben. Aber dazu hab ich dann auch eine. :D
 
Nun, wenn wir gerade bei Armored Saint sind, ich hab' mir "Win Hands Down" nach der völlig euphorischen Kühnemund-Kritik seinerzeit gekauft, für gut befunden und nicht mehr... Die ist hier und da immer mal wieder in den Player gestopft worden und hat sich da noch ein bisschen entwickelt. "Symbol Of Salvation" kannte ich auch noch. "Punching The Sky" war bei mir dann ziemlich genau zum VÖ Liebe auf den ersten (Drum)kick, einmal durchgehört und... hach... Macht Platz da oben im Metal-Olymp, wir brauchen Platz für eine neue Platte...
Die Neue kommt da, glaube ich, auch nicht mehr nur annähernd dran, da gehört ja schon so ein wenig das anfängliche Bauchgefühl dazu... Ich weiß nicht, ob ich der für mich eher langweiligen zweiten Hälfte der Platte in zwei Monaten, drei Jahren oder wann auch immer mehr abgewinnen kann... 'Compromise' ist ein Stück, das aus seiner Nische immer weiter heraustritt, aber meine Güte, ich hätte den beiden vorhin schon gebrandmarkten Songs auch noch den 'Bottom Feeder' dazustellen können, wo ich mir immer denke: Mein Gott, es sind Armored fuckin' Saint, die müssten doch eigentlich morgens verschlafen auf'm Weg zur Kaffeemaschine einen schmissigeren Refrain mit mehr Abwechslung schreiben können...
 
Vom Prinzip eine gute Vorgehensweise, die einen weitaus näher an der Objektivität hält, aber: Kommt das nicht irgendwo automatisch? Also diese Einordnungen? Gerade bei Künstlern, die einen sehr charakteristischen Sound haben?
Ja klar. Ich musste mir das auch wirklich mit voller Absicht abgewöhnen. Klingt vielleicht weird, war (und ist) auch schwierig, aber es hat meinen Musikgenuss echt verbessert,
 
Sitze gerade mit @Burmi im Garten und höre die Platte zum ersten Mal. Sind definitiv geile Sachen dabei, aber mit „Buckeye“ auch ein kleiner Stinker. Besonders der Opener „Close To The Bone“ hat mich so richtig gekickt. Geile Produktion auch, die jedes Instrument und die Stimme schön zur Geltung kommen lässt.
 
Ich denke, diese automatische Einsortierung ins diskographische Bandranking ist grundsätzlich nicht verwerflich. Gerade bei persönlichen Favoriten geht man ja beinahe ebenso automatisch mit einer gewissen Erwartungshaltung an eine neue Scheibe. Man wünscht sich gewisse Trademarks. Springen diese nicht sofort positiv ins Ohr, ist man zumeist irritiert. Das war bei mir hier ein bisschen der Fall, denn ich empfinde die Scheibe als überraschend entspannt und eher rockig als metallisch. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, ist das Ding sehr deutlich gewachsen. Ich sehe sie ein bisschen wie eine "La Raza Pt. 2". Das Album finde ich heute auch sensationell, damals nur sehr gut.
 
Ich sehe sie ein bisschen wie eine "La Raza Pt. 2". Das Album finde ich heute auch sensationell, damals nur sehr gut.
Zeugt von Geschmack - ist hinter "Delirious Nomad" Platz 2 in meiner Armored-Saint-Bestenliste. Dort geht es allerdings hinter der Nummer 1 extrem eng und drängelig zu, da die Jungs ja kein einziges auch nur ansatzweise nicht so tolles Album aufgenommen haben.
 
Zurück
Oben Unten