Das darfst Du durchaus. Gestern in München wurden wir ab 19.40 bis ca. 22.15 Uhr gut unterhalten. Tobis gefürchtete Ewigkeitsansagen hielten sich im ertragbaren Rahmen und musikalisch wurden die Songs sehr fein dargeboten. Die Setlist empfand ich abwechslungsreich und gut zusammengestellt, jedenfalls hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Langatmigkeit. Im Gegenteil: Als der reguläre Teil vorüber war, war ich doch überrascht, wie schnell die Zeit offenbar vergangen war. Auch die neuen Songs fügten sich gut ein, können aber den Klassikern definitiv nicht das Wasser reichen.
Kurios war ein Mikrophonproblem während Wicked symphony. Erst ging das eine nicht mehr, dann übergaben sich die Sänger das noch funktionierende Mikrophon, aber das später herbeigeschaffte Ersatzmikro war dann eben kein Ersatz für das defekte, sondern ein weiteres dessen, das auf der Bühne noch seinen Dienst tat. Der Songperformance schadete dies aber nicht, einzig die Verteilung der Gesangspassagen auf die beiden war sicherlich anders als geplant.
Sound und Licht waren in Ordnung, der Bühnenaufbau gewohnt oppulent, aber nichts großartig Spektakukäres. Die Gitarren hätte ich mir insgesamt etwas lauter gewünscht und bei dem ein oder anderen Song war klar herauszuhören, dass der Originalsänger nicht abstrichslos ersetzt werden kann, was Charisma und/oder Wahnsinn in der Stimme angeht (v.a. bei Toy master und Death is just a feeling ist mir das massiv aufgefallen). Und ja, über ein Mitwirken von Mr. Catley hätte ich mich schon auch sehr gefreut.
Einziger echter Kritikpunkt: Auf den letzten Konzerten, die ich gesehen habe (2016 in Kaufbeuren und 2019 in Kaufbeuren und München), war die Spielzeit noch gut/knapp eine halbe Stunde länger. Dieser Deflation sollte dringend Einhalt geboten werden.