In Ermangelung eines Tour-Threads schreibe ich eben hier ein paar Worte zur gestrigen München-Show.
Pünktlich um 18.30 Uhr legten Stranger Vision (40 min) aus Italien los und boten Erwartbares. Viele Backings vom Band, einige Rhypsody-Einflüsse, Emotionen und viel Spielfreude. Für mich war es eine dieser Legionen an Vorbands, die ich sehe und während des Sehens beginnt dann doch schon das Vergessen. Erwähnenswert ist noch der Versuch, Bright eyes von Blind Guardian zu covern. Das war als Geste sicherlich nett gedacht, ging in meinen Ohren aber ziemlich nach hinten los. Nur eine Gitarre, ein geslappter Bass und ein zumindest hier massiv überforderter Schlagzeuger sind einfach zu wenig für dieses aufwändige Überstück.
Um 19.40 Uhr war dann Zeit für Arion aus Finnland, die 70 Minuten auf die Bühne durften. Technisch war das sofort eine komplett andere Liga und man merkte der Band an, dass sie schon eine ganze Weile unterwegs ist. In der ersten Hälfte war das durchaus guter, melodischer Power Metal in der Tradition von Sonata Arctica oder mittelguten Stratovarius, der gerne auch mit viel Speed dargeboten wurde. Im letzten Drittel wurde es dann etwas schwülstiger und trotz eines festen Keyboarders auf der Bühne mussten wieder viele Backings herhalten. Positiv ist zu vermerken, dass die Band schon ordentlich Gas gegeben hat und auch das Publikum (ca. 200-250 Leute) die Co-Headliner schön abfeierte. Ich fand das Konzert in Ordnung ohne aber große Emotionen damit verbinden zu können.
Das änderte sich dann für mich schlagartig um 21.20 Uhr. Ich habe Brainstorm zwischen der Memorial Roots und der Scary Creatures irgendwie ziemlich aus den Augen verloren, aber die letzten drei Platten finde ich alle großartig. Und da neun der 13 gespielten Songs von eben diesen stammten, waren für mich die 70 Minuten einfach nur grandios. Aber auch die Spielfreude der Fünf und ihr Können an den Instrumenten gepaart mit den stimmlichen Qualitäten und dem schwäbischen Charme von Andy sind in dem Bereich einfach herausragend gut. Das sahen offenbar auch viele andere Besucher so, denn die Band wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert, so dass der Auftritt durchaus etwas Triumphzugartiges hatte. Sehr fein!