Camel

Dieses Thema im Forum "METROPOLIS - Progressive Rock & Metal" wurde erstellt von Pale Blue Dot, 10. Dezember 2018.

  1. Pale Blue Dot

    Pale Blue Dot Deaf Dealer

    Aktuelle Neuendeckung für mich.
    Schon öfter über den Namen/Albumcover von "Mirage" gestossen und nun angefixt.

    Bisher hab ich mir "Mirage", ""Moonmadness" und "Breathless" angehört.

    [​IMG]

    Proggy-jazziger Mix aus Pink Floyd und Kansas, mit der Essenz einer Querflöte:D;)
     
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  2. Lobi

    Lobi Till Deaf Do Us Part

    Am Anfang war ich etwas abgeschreckt, weil Camel dann doch im Vergleich zu meinen Königen, deren Mel Collins hier und da auch mal für Camel spielte, und VDGG, aber auch zu den verschrobenen Jethro Tull und den abgefahrenen Gentle Giant, sogar neben den zeitweise tollen Yes arg seicht daherkommen. Aber losgelassen hat mit Latimers tolle Leadgitarrenarbeit nimmer. Kaum dass ich mich versah, war ich Fan. Am liebsten, muss ich zu geben, sind mir allerdings die beiden Live-Alben "Pressure Points" (1984) und vor allem "A Live Record" (1978), die einerseits als gelungene Best Of-Alben beide frühen Phasen der Band abdecken, andererseits eine ganz andere, weniger muffige, freiere Atmosphäre als die Studioalben haben, bisweilen mit anders arrangierten Songs und zum Teil auch heavier (die jeweiligen 2xCD-Versionen sind beträchtlich erweitert, lohnt sich also, darauf zurückzugreifen). Hier kommt die Nähe zu Pink Floyd wirklich zur Geltung. Auch kann ich jedem Studioalbum was abgewinnen. Mit Ausnahme von "The Single Factor", das wirklich im Zeichen seiner Zeit steht und dabei absolut beschissen ist. Danach erreichten sie nie wieder das Niveau von 1973 bis 1981, wobei es mit "Breathless" nach vier absolut gleichwertig großen Alben schon catchier und weniger stark wurde, dafür mitunter latent bluesig ("Lies" von "Nude"). Noch deutlich den 1980ern verhaftete, im Kern thematisch (Flucht) noch immer hochaktuelle und durchaus hörenswert ist "Stationary Traveller", das im Gegensatz zum Vorgänger einigermaßen spannendes, atmosphärisches Songwriting, das immer mal wieder gen die eigene Vergangenheit schielt, und mitunter melancholisch-bluesig Leads im Art-Rock-Gewandt liefert, sich dann aber bei wilden Soloduellen zwischen Tasten und Saiten gerne mal vom Pop verabschiedet (hab mir sagen lassen, das Album wäre was für Gary Moore-Fans). Die Spätwerke (ab 1991) sind für Fans dann wieder durchweg hörenswert, da Camel damit die 1980er wieder aus dem Sound und Songwriting herausnnahmen und zu ihrem Stil der späten 70er zurückkehrten, mitunter sehr ruhig und überwiedgend melancholisch gehalten ("Dust And Dreams"), auch mit Folk-Einflüssen versehen, wobei mir "Rajaz" davon am besten gefällt mit seinen orientalischen Einflüssen. Bezüglich der Veraufszahlen bleiben Camel in den 1990ern und den folgenden Jahrzehnten weit hinter ihren Zeitgenossen und anderen Altherren-Progger zurück, was sicher auch menschlich bedingt ist, da man nicht ausgiebig touren kan, man will auch meinen kreativ, dafür allerdings konsequent in ihrer eigenen bzw. Latimers Nische. Ob man die Neuaufnahme von "The Snow Goose" wirklich braucht, sei mal dahingestellt; ich würde mir eine von "Stationary Traveller" als waschechtes Progressive Rock-Album wünschen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dezember 2018
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  3. zepfan74

    zepfan74 Till Deaf Do Us Part

    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2018
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  4. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    CAMEL!!!!

    :verehr:

    Ganz klar eine meiner liebsten, wenn nicht sogar die liebste 70er Band. Die vier ersten Scheiben sind Pflicht, danach gab es immer wieder gute, aber auch weniger gute Platten. Anyway: Lady Fantasy, und du willst nie wieder etwas anderes hören.....

    Hach......
     
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  5. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Mir ging's anfangs wie Lobi, klang mir beim Erstkontakt alles zu seicht, was für mich auch nach wie vor für die Alben ab "Rain Dances" gilt (das Album hatte ich mal ne Weile und es immer wieder damit versucht, aber über "nett" kam es für mich nie hinaus, also irgendwann wieder verkauft).
    Die Vorgänger liebe ich aber inzwischen alle, eindeutig am meisten davon "The Snow Goose" (danach kommt wohl schon "Moonmadness", obwohl ich das zuerst nicht so wirklich mochte)! Mehr als diese ersten vier Studioalben brauche ich allerdings nicht wirklich.
    Vielleicht sollte ich mir aber die 78er Live-Scheibe noch mal zulegen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2018
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  6. Eiswalzer

    Eiswalzer Till Deaf Do Us Part

    Ich kenne ja tatsächlich nur die 70er-Platten der Band und hätte da also ebenfalls noch einiges nachzuholen... den von @Lobi angesprochenen "glatten" Stil sehe ich allerdings als herausragendes Merkmal. So makellos klang schließlich keine andere mir bekannte 70er-Progband (nicht mal Yes, ganz zu schweigen von Gentle Giant...), was aber umgekehrt dazu führte, dass der besondere Fokus immer auf den Melodien und ihren ziemlich fein ausbalancierten Arrangements lag und andererseits eben umso feinere Nuancierungen möglich waren.

    Mein Favorit ist übrigens die "Moonmadness", und die liefert dabei auch noch ein paar schöne Argumente. "Chord Change" beispielsweise als einer der "härteren" Songs der Band lässt mit seinem ziemlich filigranen, später mit Twin-Guitar gespielten Hauptriff die Stimmung immer wieder mit höchster Präzision kippen, auch "Another Night" groovt (dieser Bass!) wirklich auf den Punkt genau, und in "Lunar Sea" werden die tatsächlich so zu nennenden Ausbrüche ebenfalls straff kontrolliert - vergleichbare Passagen klingen beispielsweise bei Yes ("Heart Of The Sunrise") da eher so, als würde jemand überhastet losrennen und sich alsbald stolpernd auf die Schnauze legen.

    Ach, sonst: Der Köder, wegen dem ich anfangs angebissen habe, wären übrigens die spacigen, aber genauso wenig abgehobenen Keyboards, die ohne den Wakeman, Emerson & Co. eigenen Überschwang in ihrer Zurückhaltung heute sehr viel weniger antiquiert klingen, als das Alter dieser Aufnahmen vermuten ließe.

    Ah ja, und über den Sound wird auch gerne vergessen, dass Camel trotzdem ordentlich ranklotzen konnten. Bereits auf dem Debüt gab's mit "Separation" einen ziemlichen Jazzrock-Klopper, "Mirage" eröffnet mit dem ziemlich trocken rockenden "Freefall", und selbst "The Snow Goose" hatte nicht nur den Stampfer "Rhayader Goes To Town", sondern auch den Proto-Epic-Doom von "Dunkirk / Epitaph" (eine der bedrohlichsten Nummern dieser Zeit neben King Crimsons "The Devil's Triangle" und "The Last Judgement" von The Enid).

    Fazit also: Dieser "zu glatt/seicht"-Vorwurf ist hier genauso unpassend wie bei Wishbone Ash oder Focus. ;)
     
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  7. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Na ja, er ist eben so passend, wie es einen die eigenen Hörgewohnheiten und Vorlieben empfinden lassen. ;)
    Übrigens finde ich nicht, dass dieser oft recht glatte, angenehme Sound ein Alleinstellungsmerkmal der Band ist. CARAVAN hatten das zumindest teilweise auch (kenne bisher nur die "Land of Grey and Pink", die wirkt auch sehr aufgeräumt und eingängig im Vergleich zu vielen anderen Progbands der frühen 70er), einige US-Bands sowieso (wobei die meist etwas später anfingen) und viele UK-Kollegen änderten ihren Stil gegen Ende der 70er auch in eine ähnliche Richtung (aber dann oft noch geradliniger/weniger spannend).
    Aber, wie gesagt, bis einschließlich "Moonmadness" sind CAMEL für mich inzwischen auch grandios.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2018
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  8. LastPallbearer

    LastPallbearer Deaf Dealer

    Zum Glück habe ich sie dir gezeigt. Das Album ist einfach so ein Meilenstein ey. Kann nicht mehr aufhören sie zu hören
     
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  9. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    01. Lady Fantasy
    02. Another Night
    03. Rhayader
    04. Air Born
    05. Lunar Sea
    06. Song Within A Song
    07. Tell Me
    09. Separation
    09. Hymn To Her
    10. Spirit Of The Water

    :verehr:

    Wobei das eine "schlechte" Band für eine Top Ten ist, denn bis auf die Eins ist alles unfix....
     
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  10. JazColeman

    JazColeman Dawn Of The Deaf

    Super Band und Andy Latimer kanns immer noch.
    Listenwahn (ich hab wirklich jedes Album, das letzte "A Nod And A Wink" hab ich aber höchstens 2x gehört):

    Camel 7.5
    Mirage 9.5 (bestes Album und mmn eines der Top 10-Progalben der 70er)
    The Snow Goose 9.0
    Moonmadness 8.0
    Rain Dances 7.0
    Breathless 6.5
    I Can See Your House From Here 8.0 (die Meinung hab ich wahrscheinlich exklusiv, aber bis auf 2 Stinker gefällt mir das Album einfach und "Ice" ist völlig überragend)
    Nude 7.5
    The Single Factor 4.5 (ok, DAS ist wirklich Müll)
    Stationary Traveller 7.0
    Dust And Dreams 8.0 (unerwartete Rückkehr zur Form)
    Harbour Of Tears 6.5 (mäh)
    Rajaz 7.5
    A Nod And A Wink - puh, keine Ahnung mehr, aber so schlecht wars meiner Erinnerung nach nicht
     
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  11. Lobi

    Lobi Till Deaf Do Us Part

    Ich finde, "The Weirding" von Astra klingt stellenweise wie frühe Camel. Lieblingssong von Camel btw: Mystic Queen.
     
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  12. Fire Down Under

    Fire Down Under Redakteur Roadcrew

    Ein Kamelfaden, wie schön!

    Hab bisher auch erst nur dir ganz alten Sachen und davon find ich vor allem "Mirage" und "Moonmadness" ganz famos. "The Single Factor" hatte ich auch mal, die ist wirklich übel, die CD konnte ich aber immerhin für 9 Euro oder so in die Ukraine verkaufen...
     
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  13. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    Aaahhh, ein Feinschmecker!!!!!!

    :top:
     
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  14. Ancient

    Ancient Till Deaf Do Us Part

    Zuletzt bearbeitet: 15. Dezember 2018
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  15. zepfan74

    zepfan74 Till Deaf Do Us Part

    Hab das Ding immer eher mit Pink Floyd assoziiert. Aber stimmt, Camel ist auch mit drin.
     
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  16. zepfan74

    zepfan74 Till Deaf Do Us Part

    @Lobi Mal kurz OffTopic. Kennst du auch das erste Album von Diagonal? Kam zur gleichen Zeit wie The Weirding auf Rise Above raus. Fantastische Platte, wie ich finde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Dezember 2018
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  17. Lobi

    Lobi Till Deaf Do Us Part

    Nope. Werde ich reinhören. Danke!
     
  18. Erdbär

    Erdbär Till Deaf Do Us Part

    Camel habe ich erst vor einigen Jahren so richtig entdeckt. Für mich inzwischen aufgrund ihrer unaufdringlichen und verträumten, jedoch niemals einschläfernden und stets subtil spannenden Art die Prog Band, die ich neben Jethro Tull oder Pink Floyd am meisten höre. Camel haben bei mir sogar King Crimson, Genesis oder Yes den Rang abgelaufen.

    Mirage und Moonmadmess gehören zu meinen absoluten Lieblingsalben. Instrumentales Können, ohne ausufernde Selbstbefriedigung. Kein klebrig-süßer Esoterikzucker, keine brachiale Verschrobenheit, sondern Eleganz, Ideen, Melodien und Atmosphäre. Ideal für verregnete Sonntagnachmittage bei Tee und Kerzenschein.
     
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  19. LastPallbearer

    LastPallbearer Deaf Dealer

    Die Moonmadness habe ich mir gestern auf Platte besorgt und das erste mal angehört, die B Seite ist besonders geil
     
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  20. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Hier läuft übrigens gerade "A Live Record" in der neuen Doppel-CD-Version (gibt's bei JPC für 8,99), danke noch für den Tipp, Lobi!
    So langsam gefallen mir auch die (hier enthaltenen) Songs von "Rain Dances", aber vielleicht klingen die live eh besser. Sehr lohnende Anschaffung auf jeden Fall, damit bin ich jetzt wohl (für mich) komplett mit der Band (die ersten vier Alben auf Vinyl und das Live-Album als 2-CD).
     
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