Dämonentreibers kunterbuntes Musiksammelsurium

Dämonentreiber

Till Deaf Do Us Part
Ich spiele schon recht lange mit dem Gedanken einen Thread aufzumachen in dem ich Bands, Alben und generell Musik vorstelle die mir was bedeuten.
Nach reichlicher Überlegung würde ich es gerne mal ausprobieren und werde auch versuchen den Thread mit regelmäßigen Bandvorstellungen zu füttern. Ich werde mich auch auf kein bestimmtes Genre oder einen Zeitraum festlegen.
Ich werde einfach Bands vorstellen, die mir was bedeuten, wo ich ein aktuelles Album total abfeiere, oder wo ich einfach der Meinung bin, dass die Band mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte.

Starten tue ich das Ganze mit einer Band die einige von euch mit Sicherheit schon mal das eine, oder andere mal im "Now Playing"-Thread von mir gepostet gesehen haben - zudem werde ich auch einfach nicht müde die Band immer und immer wieder positiv hervorzuheben :D

Ich rede von den Amerikanern von Worsen.

Albumcover:


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Songtitel:

01. Open Grave
02. Aspiration Rusted Shut
03. Weakened World
04. A Blade in the Dark
05. Cradled by the Cold
06. Cursed to Witness Life
07. Haunting my Mind

Links:
Bandcamp: https://worsenofficial.bandcamp.com/album/cursed-to-witness-life
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Worsen/3540376714
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=_n5m9-cRIeQ&list=RD_n5m9-cRIeQ&start_radio=1

Die Band wurde 2012 in South Carolina, genauer gesagt in Charlotte gegründet und hat bis jetzt eine Ep, eine Split, ein Album, eine Demo und eine Single veröffentlich. Die letzte Veröffentlichung ist aus 2019 und seit dem herrscht Funkstille, obwohl die Band weiterhin aktiv zu sein scheint.
Ich werde mich hier jetzt in erster Linie auf das einzige Album der Band "Cursed witness to Life" konzentrieren - hat es sich doch innerhalb von zwei Jahren zu einem meiner absoluten Alltime-Favorites entwickelt.
An manchen Tagen würde ich sogar soweit gehen, dass es für mich das beste Black Metal Album aus den USA ist.
Das Album wurde am 14.09.2019 veröffentlicht und bietet melodischen Black Metal mit einer leichten DSBM Kante. Schon der rasende Opener "Open Grave" weiß mit seiner ausweglosen Trostlosigkeit zu überzeugen.
Melodisch, aber nicht zu verspielt, dazu ein heiserer, aber gut verständlicher Krächzgesang der gleichzeitig verzweifelt, wütend und resigniert klingt - schon mal ein sehr guter Start in ein wirklich herausragendes Album.
Das darauffolgende "Aspiration Rusted Shut" geht in eine ähnliche Richtung, wirkt in seiner atmosphärischen Ausrichtung jedoch ein wenig depressiver, düsterer und trauriger als der Opener...richtig toll wird es dann mit dem dritten Lied "Weakened World", was mit seinem im Mid Tempo gehaltenen Anfang, dem Zusammenspiel aus Doublebass und Synthiklängen im Hintergrund eine fast schon geisterhafte und unwirkliche Atmosphäre erschafft....dann setzt der Gesang ein und der Song verfällt in einen Marschrhythmus, der das Lied unbarmherzig vorantreibt. Generell liebe ich den Text zu dem Song....meine Signatur ist eine Textzeile aus dem Lied und allein die Worte "I walk with nothing left in this weakened world!" bedeuten mir einfach so unglaublich viel....ich kann gar nicht mal sagen warum, aber ich schöpfe daraus immer wieder Hoffnung, weil diese eine Textzeile meine Ängste, meine Wut und vielleicht auch den teilweise auftretenden Selbsthass einfach schluckt.
Generell kann der Song einfach so unglaublich viel....neben dem Abschlusssong ist "Weakened World" der wohl DSBM-lastigste Song auf dem Album....allein Gesang: Ich habe selten jemanden gehört der so verbittert und resigniert Zeilen wie

No sign of life in this weakened state
I walk with nothing except this bitter hate
A shell of the man I used to be


singt....und wahrscheinlich ist diese Ehrlichkeit das, was mich so fasziniert an dem Album und an dem Song: Hier werden keine Allmachtsfantasien vom satanischen Sieg besungen, sondern Ängste übers Versagen, oder schon versagt haben - wie sich das anfühlt, einfach ein Leben zu leben in dem man sich von allen anderen vergessen fühlt. Man beginnt mit der Schuldzuweisung nicht bei den anderen, sondern bei sich selbst, hat die bittere Erkenntnis, dass es die eigene Schuld ist, warum es so gekommen ist wie es gekommen ist und das man sich selbst in diese Situation hineinmanövriert hat.
Und diese Gedanken, die ich beim hören des Liedes haben, auch wenn sie bitter und negativ klingen mögen, sorgen immer wieder dafür, dass ich den Kopf nicht hängen lasse, dass man weitermacht, weitergeht und versucht dafür zu sorgen, dass es vielleicht doch besser wird. Ich sage mir: Ich habe mich selbst in diese Situation gebracht, also kann ich mich aus dieser Situation befreien - wenn es sein muss mit professioneller Hilfe.
Aus dieser tiefsten Traurigkeit die der Song transportiert schöpfe ich Kraft, Hoffnung und Mut immer die positiven Dingen zu sehen: Aufgeben ist keine Option - Aufgeben bedeutet sich eine Niederlage einzugestehen.

Musikalisch gesehen hat die Band das halt auch perfekt unterlegt: Der im mittleren Tempo gehaltene Anfang, der stampfende Marschrhythmus und die immer mal wieder sphärischen Momente, wenn man auf die "I walk with nothing left in this weakened world!" Textzeile hinarbeitet. Toll finde ich auch - und das ist für mich ein Zeichen, dass die Band ihr Handwerk versteht - den nahtlosen Übergang zwischen "Weakened World" und "A Blade in the Dark", der so gut gemacht ist, dass ich recht lange geglaubt habe das wäre ein Song.
Hervorheben möchte ich auch noch mal den Titelsong mit seinem hymnenhaften Anfang, der sich im Verlauf des Liedes jedoch genau ins Gegenteil umkehrt: Aus der vorgespielten Epik wird ganz schnell ein düsterer, mit einer geisterhaften Atmosphäre (dieses Keyboard!) ausgestatteter Song.
Das abschließende "Haunting my Mind" ist dann der reine DSBM Song auf dem Album und mit über neun Minuten auch der Längste....Das Lied ist eher im langsamen Tempo gehalten, welches auch nicht wirklich angezogen wird und mit einem akustischen Zwischenpart versehen, entlässt dieses Lied einen perfekt aus dem Album (und in finsterste Nacht).
Auch dieser Song hat wieder eine Textzeile, die mich jedes mal ziemlich mitnimmt:

Haunting at my mind, these demons crawling into sight
Never ending fear and we're left here to lose the fight
We mourn everyday inside and everyday we fall apart


Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nicht genau sagen kann was mich an diesem Album so fasziniert und warum ich das so abfeiere. Das Black Metal - Rad wird hier nicht neu erfunden, aber die Band schafft es die bereits bestehenden Zutaten zu einem hervorragenden Gemisch zu vermengen.
Hinzu kommt noch die emotionale Teil, den das Album bei mir anspricht. Egal wie schlecht es mir geht, wie stressig und anstrengend der Tag war: Ich lege dieses Album auf und alles ist wie vergessen - als würde das Album all die schlechten Gedanken und Gefühle absorbieren und mich innerlich reinigen. Deshalb fällt es mir auch einfach schwer in Worte zu fassen, was dieses Album für mich bedeutet - ich bemühe mich mal um folgenden Vergleich: Meine Summoning Vernarrtheit ist ja kein Geheimnis: Das einzige Album von Worsen steht auf einer Stufe mit den besten Alben der Österreicher bei mir.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun....weiter geht es direkt mit meinem Lieblingsalbum, meiner Lieblingsband:
(Und irgendwie habe ich die Vermutung das früher, oder später alle Alben der Band in diesem Thread landen :D)


Stronghold von Summoning.

Cover:

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Tracklist:


01. Rhun
02. Long Lost to Where No Pathway Grows
03. The Glory Disappears
04. Like Some Snow-White marble Eyes
05. Where Hope and Daylight die
06. The Rotting Horse on the Deadly Ground
07. The Shadow Lies frozen on the Hills
08. The Loud Music of the Sky
09. A Distant Flame before the Sun

Links:

Bandcamp: https://summoning.bandcamp.com/
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=SuoR8wEW0Bo&list=RDSuoR8wEW0Bo&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Summoning/29

Ich habe es ja schon mehrmals hier im Forum geschrieben, auch schon mit sehr großer Leidenschaft, aber ich kann mich einfach nur immer und immer wiederholen...Summoning ist einfach meine Band, die ich über alles Liebe. Es gab jetzt zwar mal ne Zeit wo ich sie nicht sooo oft gehört habe, viel viel andere Musik hat in dieser Zeit meine Aufmerksamkeit verlangt, aber der Drang die Band wieder öfters aufzulegen ist immer da. Die Plätze 2 bis 10 (ich nehme die Nightshade Forests und die Lost Tales EP mit rein da ich beide extrem gerne höre) tauschen munter durch mit den Platzierungen. Es gibt wirklich nur ein Album der Band was sich immer, und daran wird es nie etwas zu rütteln geben, auf Platz 1 innerhalb der Diskographie bei mir hält: Die Stronghold
Sie ist für mich einfach das ultimative Album der Band und wahrscheinlich auch generell mein liebstes Album aus dem epischen BM Bereich. Summoning klangen nie abwechslungsreicher, düsterer, härter und atmosphärischer als auf diesem Album. Hier passt einfach jeder Ton, nichts wirkt irgendwie billig, oder lieblos dahingeschleudert (was meiner Meinung nach auf keinem Summoning Release der Fall ist).
Das Album zeigte mir welche Gefühle, welche emotionalen Ausbrüche, ja sogar welche Kraft der Musik von Summoning innewohnen kann.
Stronghold beginnt schon mit dem perfekten Intro, es ist absolut unkitschig, kein bisschen bombastischen sondern stimmt einfach nur auf das folgende ein. Long "Lost where no Pathway Goes" ist dann der Opener und zeigt mit seiner simplen, aber dennoch effektiv Melodie wie man einen super Einstieg in das Album hinbekommt. Dazu der verzweifelte und leicht resignierte Gesang bevor es im Refrain sogar soetwas wie Hoffnung gibt und die düstere Atmosphäre ein wenig auflockert, bevor alles wieder in dieser melancholischen Hoffnungslosigkeit versinkt. Ich liebe diesen Opener echt am meisten...ich meine Summoning haben eigentlich immer sehr gut Eröffnungslieder für ihre Alben, aber ich finde "Long Lost where no Pathway goes" hat irgendwie noch etwas besonderes...liegt es an der verträumten Grundausrichtung, oder an dem sehr ruhigen Songverlauf? Ich kann es nicht erklären, aber vielleicht ist es gerade das, was mich so fasziniert. Mir fehlen einfach die Worte um diese wunderschöne Musik gut beschreiben zu können.
Das anschließende "The Glory Disappears" ist im Gegensatz zum tollen Opener fast schon aggressiv, wirkt aber weniger düster und melancholisch als der Beginn...hier hat man schon eine feierliche Atmosphäre, die aber nie in großen Kitsch, oder Fremdschämen abdriftet. Es ist halt diese typische Summoning-Gradwanderung, die auch nur diese Band so gut hinbekommt. Egal wie kitschig die Songs sind, oder wie viel Keyboard verwendet wird (gerade auf der Dol Guldur gibt es ja den einen, oder anderen Song, der manchen sauer aufstoßen könnte) die Musik wird dabei nie unangenehm. Und da man auf der Stronghold generell das Keyboard ein wenig zurückgefahren hat, es nicht mehr ganz so dominant im Vordergrund agiert, wirkt das hier gehörte nochmal um einiges erdiger und auch härter.
Aber egal wie: Summoning schaffen es einfach immer, egal ob mit viel Keyboard, oder mit wenig Keyboard, großartige und wunderbare Musik zu erschaffen.
Und generell ist die Stronghold da, wie bereits geschrieben, mit am Abwechslungsreichstem.
Zudem hat die Band mit dem grandiosem "Where Hope and daylight die" ihren für mich zweitbesten Song enthalten, gerade weil dieser durch die Opernsängerin auch eher Summoning untypisch ist.
Aber dieser Song lässt immer Bilder vor meinem inneren Augen entstehen, die mir jedes mal Gänsehaut bescheren:
Mir spuken bei dem Lied immer Bilder einer epischen Schlacht im Kopf herum, beide Seite geben sich keinen fingerbreit, es wird erbittert, brutal und mit voller Wut gekämpft.
Der Himmel verdunkelt sich währenddessen, erster Regen fällt und taucht die ganze Szenerie in ein unwirkliches Licht (ca. so wie die Festung auf dem Cover) und es dämmert einem: Diese Schlacht ist verloren. Für beide Seiten. Egal wer den Sieg davonträgt, er wurde mit so einem hohen Blutzoll errungen, dass sich selbst der Sieg wie eine Niederlage anfühlt.
Als dieser Gedanke sich in den Köpfen der Streitenden festsetzt und sich beharrlich weigert den einmal eingeschlagenen Weg wieder zu verlassen, setzt eine Furcht bei den Kriegern ein, die schlimmer ist als jede Niederlage, als jeder Schwerthieb, als jeder Stich mit Lanze, als jeder Pfeil der Körper, Kopf und Seele durchbohrt: Hoffnungslosigkeit und die Gewissheit der eigenen Vergänglichkeit.
Plötzlich sehen die Krieger keine Ehre mehr im kämpfen, sie realisieren das auf dem Schlachtfeld keine Ehre, kein Stolz gefunden werden kann. Dann, als das Lied ruhiger wird, man nur noch das Keyboard, die wunderschöne Stimme der Sängerin vernimmt, hört das wilde Treiben des Schlachtens für einen Moment auf, die Heere stehen sich gegenüber, die Kämpfer, die Verwundeten, die Streitenden blicken gen Himmel in den Regen, und das dämmrige Licht welches dieses brutale Schlachtfeld in eine geisterhafte Unwirklichkeit taucht, welche manch einen der Krieger glauben lässt er würde bereits im Reich der Toten eine nie endende Schlacht ausfechten, verliere alle streitenden den Mut. Manch einer vernimmt dann diesen wunderschönen Gesang, der trotz seines schönes Klanges nur von Hoffnungslosigkeit, Tod und der Ausweglosigkeit des Krieges erzählt:

In better lands the sun may shine
And green leaves on trees spring
Their opening and blossoming
But here the raven sing


Manch einer Lächelt. Die Schlacht ist verloren. Es gibt keinen Sieg. Keine Niederlagen. Nur den Tod. Mit einer merkwürdigen Ruhe, der Gewissheit, dass man für nichts mehr kämpfen muss als den eigenen Tod geht die Schlacht weiter.

Eine Band, die es schafft solche Bilder mit einem knapp 6,5 minütigem Song vor meinem geistigem Auge vorzuführen verdient einfach meinen allerhöchsten Respekt. Auch wenn der Text eine wahrscheinlich andere Bedeutung hat und nicht unbedingt eine Schlacht beschreibt, finde ich es immer wieder fantastisch welche Bilder die Band in meinen Kopf entstehen lässt.

Die vier nachfolgenden Lieder sind dann vielleicht nicht mehr ganz so malerisch wie der eben beschriebene, aber sie stehen dafür in ihrer musikalischen Qualität kein bisschen hinten an.
Gerade das düstere und für Summoning Verhältnisse sehr Black-Metal lastige "The Rotting Horse on the Deadly Ground" sticht da nochmal heraus. Es ist einfach ein wunderbarer Song, der gerade nach dem tieftraurigem "Where Hope and daylight die" aufhorchen lässt und dadurch einfach noch mehr Wirkung entfaltet.
Ebenso die letzten drei Songs, wovon ich unbedingt nochmal "The Loud Music of the Sky" erwähnen muss. Für mich ein Song, der in der Tradition von Summoning "Khazad Dum" steht (auf der Dol Guldur enthalten). Sehr ruhiger, aber dafür umso einprägsamer Einstieg, sobald die Gitarren einsetzen wird es sehr verzweifelt und melancholisch, der Gesang ist leidend, wirkt leicht abwesend, als würde jedes Wort nur unter Qualen hervorgewürgt werden. Das ganze Lied zieht einen irgendwie runter und lässt ca. 99 % aller DSBM Kombos alt aussehen und wahrscheinlich auch vor Neid erblassen.

Summoning sind einfach meine größte musikalische Leidenschaft und mir kribbelt es da oftmals richtig in den Fingern zu jedem Album so einen langen Text zu schreiben wenn ich ihre Musik höre. Ich muss auch nochmal kurz auf eine Idee von mir eingehen, die ich eigentlich schon sehr, sehr lange mit mir herumtrage: Ich siele schons eit längerem mit dem Gedanken eine Art Summoning Fan Buch zu schreiben. Die Idee dahinter war das man jedes Album in sehr, sehr ausführlicher Art und Weise bespricht, dabei jedoch mehr auf den emotionalen Aspekt Rücksicht nimmt. Sprich: Ich würde beschreiben was die Musik und die Texte für mich bedeuten (zum Beispiel wie bei der oben beschriebenen Schlacht).
Das Buch wäre natürlich dann nur eine Hobbygeschichte, soll nicht verkauft werden oder so. Ich würde wenn auch nur eines für mich machen lassen und dann, das liegt mir dann auch wirklich am Herzen, Protector und Silenius ein Exemplar zukommen lassen. Egal ob sie mich dann für völlig bescheuert halten, oder es mögen und sich sogar bedanken, aber ich möchte den Beiden gerne sagen was mir ihre Musik bedeutet und auch immer bedeuten wird.

Abschließen möchte ich den Text mit folgenden Worten: Summoning ist einfach die beste Band auf der Welt!
 
Ich habe es ja schon mehrmals hier im Forum geschrieben, auch schon mit sehr großer Leidenschaft, aber ich kann mich einfach nur immer und immer wiederholen...Summoning ist einfach die schlimmste „Musik“, die ich kenne.
:hmmja:

Habs tatsächlich vor zwei Wochen erst nochmal mit ihnen versucht und zumindest wollte ich endlich verstehen, was alle daran so toll finden. Hat nicht geklappt, mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen. :D

Edit: Das Like gabs für deinen schönen Text zum Album. Find‘s toll, wie du für die Musik brennst. Ist dann halt nur die eine Band, bei der unsere Geschmäcker mal komplett divergieren. Kommt in den besten Familien vor. :D
 
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Ich muss auch nochmal kurz auf eine Idee von mir eingehen, die ich eigentlich schon sehr, sehr lange mit mir herumtrage: Ich siele schons eit längerem mit dem Gedanken eine Art Summoning Fan Buch zu schreiben. Die Idee dahinter war das man jedes Album in sehr, sehr ausführlicher Art und Weise bespricht, dabei jedoch mehr auf den emotionalen Aspekt Rücksicht nimmt. Sprich: Ich würde beschreiben was die Musik und die Texte für mich bedeuten (zum Beispiel wie bei der oben beschriebenen Schlacht).
Wann Autorenkollabo mit @G0ri
 
Ich bezweifle, dass es Worsen noch gibt. Zwei der Member waren ja auch bei Young and in the way, die sich ungefähr zur Zeit der letzten Lebenszeichen von Worsen mit Vorwürfen bzgl sexueller Übergriffe konfrontiert aufgelöst haben.
 
Weiter machen möchte ich mit einem Album einer Band, dass mich schon seit meiner Jugend begleitet und deshalb einen ganz besonderen Stellenwert bei mir hat:

Das "Schwarz gegen Weiß" Album von den Grabnebelfürsten.

Cover:

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Songtitel:
01. Der Entgleiste Körper
02. Schwarz gegen Weiß
03. Apathie
04. Der Wanderer Teil 2
05. Der Teufel
06. Zwillinge
07. Grabgewalt
08. Koryphäe im Spiegelbild
09. Der Traum
10. Mein Mondlied

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=EFTdTBztxCw&list=RDEFTdTBztxCw&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Grabnebelfürsten/Schwarz_gegen_Weiß/68806
Auf Bandcamp ist die Band leider nicht vertreten.

Ich glaube ich habe die Geschichte schon mal in einem "Now Playing" Thread geschrieben: Als das "Schwarz gegen Weiß" Album erschienen ist im Jahr 2005 habe ich gerade mit meiner ersten Ausbildung angefangen und habe mir das Album von meinem allerersten Azubi-Gehalt gekauft bei Karstadt. (deren Musikabteilung war damals eh prägend für mich, weil super sortiert was Heavy, aber allen voran Extrem Metal anbelangte)
Aufmerksam bin ich auf das Album durch den Metal Hammer geworden, der das Album damals mit 6 von 7 Punkten bewertet hat und es mehr als nur positiv beschrieben hat. Durch den Bandnamen, die positive Kritik und der generellen musikalischen Findungsphase in der ich mich zu dem Zeitpunkt befand, war ich sehr schnell Feuer und Flamme und wollte unbedingt reinhören.
Aber reinhören war nicht so einfach: Ich hatte damals noch kein schnelles Internet, sodass man ohne weiteres sich im Netz das Album mal eben anhören konnte und der Karstadt hatte die Digipack Version des Albums nur eingeschweißt rumstehen. (Ich hätte an der Info fragen können ob man mir das Album aufmacht, damit ich reinhören kann, aber dafür war ich damals zu schüchtern :D)
Es kam, wie es kommen musste: Ich habe das Album dann einfach blind gekauft - im euphorischen Rausch, dass man durch das erste eigene Gehalt endlich genug Geld hatte um sich soetwas ohne groß nachzudenken erlauben durfte.
Das Gefühl als ich dann zu Hause war, das Album auspackte und die CD mit leichten zittern in die Anlage legte und auf "Play" drückte ist bis heute eine meiner schönsten Erinnerung die ich mit Musik in Verbindung bringe. Das Album startet mit einem wirklich schönen Klavier Intro, welches eine atmosphärische Spannung aufbaut die sich in dem ersten Lied "Schwarz gegen Weiß" sofort entlädt.
Was zu ein Anfang! Ich war damals (und bin es heute immer noch) sofort gecatcht.
Aber so richtig geschehen war es dann um mich, als ich das erste mal den Gesang hörte: Allein die Erkenntnis das auch solcher Gesang im Extrem Metal zum Einsatz kommt hat damals bei mir so eine Art "WOW-Erlebnis" ausgelöst. Bis zu den Grabnebelfürsten habe ich im extremen Bereich soetwas wie Cradle of Filth, God Dethroned und Dimmu Borgir - also Bands wo klar verständlicher Gesang nicht unbedingt üblich war.
Allein die eröffnende Textzeile:

Welch bittersüßer Nektar ist uns nun wieder gelungen
Nach monatelanger Hege und Pflege
Und dann finaler Auslese
Bald fließt er wieder in den Kehlen
Und was wird man über ihn gar merkwürdig erzählen?


Könnte ich heute noch zitieren, wenn man mich mitten in der Nacht wecken würde und nach einer Grabnebelfürsten Textzeile fragt. (was ein eher unwahrscheinliches Szenario ist - aber für den Fall der Fälle könnte ich es!)
Zudem war das "Schwarz gegen Weiß" Album neben Cradles "Damnation and a day" das erste Album wo ich mich richtig reingearbeitet habe, wo ich die Texte analysiert habe, mir Notizen gemacht habe was sie bedeuten könnte. Durch dieses intensive auseinandersetzen mit den Texten kam es dann so, wie es kommen musste: Ich konnte zum Beispiel den Text zu dem Song "Der Teufel" auswendig und habe fast immer mitgesungen (zumindest im Kopf, wenn ich unterwegs war - ich glaube die Leute in der Straßenbahn hätten es nicht so lustig gefunden, wenn ich lauthals "Im Schweiße des Menschen brütet der Teufel!" durch die Bahn gebrüllt hätte). Generell ist "Der Teufel" neben "Der Traum" mein absolutes Lieblingslied auf dem Album, allein schon wegen dem Gesang. Der wechselt hier wirklich einmal komplett durch: Klargesang, Gekeife, gesprochene Passagen und das herrliche Gollumartige-Gekeife bei 07:47 bis 08:09 Minuten).
Das Album ist musikalisch eh total vielseitig aufgestellt, man hat Songs die gut nach vorne gehen wie zum Beispiel der Opener "Schwarz gegen Weiß", das fast schon epische "Apathie", oder "Der Teufel", aber auch richtig düstere, atmosphärische Titel wie "Zwillinge", "Der Traum", oder "Koryphäre im Spiegelbild".
Bei dem Song "Zwillinge" kriege ich immer noch Gänsehaut, wenn zu Beginn über den rasenden Anfang der Gesang kommt, der irgendwie über allem zu schweben scheint:

Zwei Schicksalsbrüder den Menschen gegeben
Der eine der andere
Beide sollen Spiele spielen
Der andere die Schulden des einen verdienen
Wo es zu trocken ist, da soll es fließen
Wo es überfließt, da soll_s versiegen
Zwei Schicksalsbrüder den Menschen gegeben


Einen kleinen Makel hat das Album für mich: Der Song "Grabgewalt" will für mich irgendwie nicht so wirklich in den Albumcontext passen. Ich finde den Song nicht schlecht, aber irgendwie wirkt er zu simpel, gerade nach dem langen und düsteren "Zwillinge" fühlt sich "Grabgewalt" irgendwie falsch an. Als ich mir das Album mal für den MP3 Player kopiert habe, habe ich den Song tatsächlich ans Ende (noch nach dem Outro) gesetzt und da funktionierte er dann irgendwie besser, weil ich ihn dann als eine Art Bonussong gesehen habe.
Ich finde den Song grundsätzlich nicht schlecht, aber er passt in meinen Ohren irgendwie überhaupt nicht auf das Album (zumindest an dieser Stelle).
Dafür entschädigen die beiden letzten Songs für alles: "Koryphäe im Spiegelbild" und "Der Traum" halten das extrem hohe Niveau und machen einfach nur Spaß.
Gerade das im unteren Tempo gehaltene "Der Traum" hat eine wunderschöne - nun- ähm ja: verträumte Atmosphäre - die immer so herrlich zwischen sphärischen Klängen und leicht aggressiven Ausbrüchen hin und her pendelt. Der Song hat auch mit :

Der Traum akzeptiert keine Ordnung
Kein Ufer
Nur das offene Meer
Er krönt unser elendes Tagewerk


Einen der schönsten Textmomente, die ich in einem deutschsprachigen Song kenne. Das Lied lässt das Album auch super ausklingen, das immer wieder wiederholte "Aus: Der Traum" mündet dann in dem schönen Outro "Mein Mondlied".

Ein wirklich tolles und wichtiges Album für mich: Ich denke ohne die Grabnebelfürsten wäre meine Leidenschaft für Musik nie so ausgeartet, wie sie nun mal ausgeartet ist. "Schwarz gegen Weiß" war eines meiner ersten Alben mit denen ich mich wirklich richtig intensiv und ausführlich auseinandergesetzt habe, was sozusagen die Flamme mit der ich für "meine" Musik brenne mit entfacht hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kennt ihr dieses Gefühl: Ihr entdeckt eine Band, hört deren erstes Album das erste mal und es setzt direkt so ein herrliches warmes Gefühl am Ganzen Körper ein?
Genau das ist mir mit dem Debut Album von Blood Abscission passiert....ganz simpel mit "I" betitelt ist Album einfach eine Wucht, ein Rausch aus Wut, Verzweiflung, Hoffnung und Hingabe.
29 Minuten pure Ekstase, ein sich in einen Wahn spielender Musiker der in dieser knappen halben Stunde so viele Emotionen durchlebt und musikalisch abbildet wie manch andere Band in ihrem ganzen Schaffen.

Cover:

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Tracklist:

I - I
I - II
I - III
I - IV
I -V

Links:
Metal Archives:
https://www.metal-archives.com/albums/Blood_Abscission/I/1159893
Bandcamp: https://bloodabscission.bandcamp.com/album/i
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=SeQGEPA7fCI&list=RDSeQGEPA7fCI&start_radio=1


Ich muss gestehen es hat ein wenig gedauert bis Blood Abscission und ich zusammengefunden haben.
Zuerst habe ich mich mir das in diesem Jahr erschienene "II" zugelegt und war davon schon recht begeistert, trotz aller Intensität hat mich das Album allerdings nicht so wirklich emotional abgeholt, aber dennoch gefallen. Recht schnell habe ich mir dann noch das Debut zugelegt und festgestellt, dass all das, was mir beim zweiten Album noch gefehlt hat, nun vorhanden war.
Diese Achterbahnfahrt der Gefühle, dieser unbarmherzige Sturm aus negativen, aber auch positiven Emotionen ist einfach etwas ganz besonderes.
Die Band, das Projekt, oder wie immer man es nennen möchte, umgibt eine Aura des mysteriösen. Die Band besteht wohl nur aus Astor Solis - im Netz gibt es überhaupt keine Infos über die Person, oder wer dahinter steckt. Auch Metal Archives listet nur sein mitwirken bei den beiden Blood Abscission Alben. Er hat alle Instrumente selber eingespielt, so ist alles was wir hier hören von ihm erdacht und auf CD/LP gepresst wurden.
Und das fasziniert mich: Diese Null-Informations-Politik, keine Hintergrundinfos über die Band, oder den Künstler. Einfach nur zwei Alben für die Ewigkeit, die innerhalb von zwei Jahren (2023 und 2025) erschienen sind.
Kein Drama, keine merkwürdigen Interviews, kein Edgelord-Gehabe. Hier spricht einfach nur die Musik.
Zudem entwickelt die Band dadurch eine Aura des sagenumwogenden: Ich fange an Sachen in die Musik, das Auftreten etc. hineinzuinterpretieren - mache die Band dadurch für mich noch mystischer und interessanter.
Und auch die Musik nimmt diesen Faden und die damit verbunden Gedanken dankbar auf: In den knapp 29 Minuten fällt man in eine emotionale Welt, die so viel anders zu sein scheint als der graue Alltag durch den man sich Tag ein, Tag aus, bewegen muss. Allein schon der tolle Opener, der mit einem langgezogenen ausatmen beginnt bevor es mit Höchstgeschwindigkeit losgeht.
Und schon hier merkt man, dass irgendetwas ganz besonderes der Musik innewohnt....ich kann es schwer beschreiben: Die Musik fühlt sich irgendwie vertraut an, wie eine warme Decke, die sich um einen legt.
Ich fühle mich zu Hause, das ist meine Musik, die Musik wird nur für mich gespielt und die nächsten 29 Minuten gehört diese Welt, erschaffen aus Musik und Emotionen einfach nur mir.
Ich bewege mich nicht nur in dieser Welt, ich bin diese Welt, ich lebe sie und ich liebe sie. Nicht körperlich, sondern auf eine emotionale, tiefergehende Art und Weise: Ich vertraue ihr meine dunkelsten Geheimnisse an, meine Fehler, meine Träume und meine Hoffnungen, weil ich sicher sein kann, dass sie mich nicht auslacht, verurteilt und zum Teufe jagt - sie versteht MICH mit all meinen Fehlern.
Und dieses Gefühl ist einfach wunderschön....die Lieder, die alle in einem sehr hohen Tempo dargeboten werden, transportieren so viele Gefühl, dass mir zu Beginn schwindelig wurde.
Der Opener beginnt recht aggressiv, fast schon wütend, bevor er sich mit dem Einsatz des Gesang in etwas wunderschönes verwandelt.....ein eingesetztes Keyboard, was an ein Glockenspiel erinnert, taucht alles in eine schon fast romantische Atmosphäre.
Und über allen thronen diese wunderschönen, mal klagenden, mal schmeichelnden, oder gar fauchenden Melodien, die sich wie ein samtener Schleier um die geschundene Seele legen und mir sagen: alles wird gut.

Und dieses Gefühl zieht sich durch das komplette Album....im zweiten Song gibt es einen Part wo kurz Klargesang eingesetzt wird: Der nimmt mich einfach jedes mal aufs neue mit.
Der Gesang klingt so unperfekt, aber dadurch gerade unglaublich ehrlich - ein weiterer emotionaler Höhepunkt auf einem Album, was wirklich von einem musikalischen Höhepunkt zum nächsten jagt.
Generell liebe ich es wie auf dem Album das Tempo immer mal wieder variiert wird, wodurch eine unglaubliche Dynamik erzeugt wird. Der zweite Song ist das beste Beispiel dafür: In den gut 6,5 Minuten entwickelt das Lied einen solchen Sog, dass man sich einfach nur mitreißen lassen kann.
Lied Nummer drei liebe ich alleine schon dadurch, dass es mit einem leicht abgespacten Intro - inklusiver ein paar wenig gesprochener Worte - beginnt, nur um dann wieder im hohen Tempo loszurasen.
Allerdings hat der Song einen so herrlichen Twist, wenn es ab ca. 01.56 Minuten in den Doublebass geht und dann auch noch das Keyboard im Hintergrund erklingt.....in solchen Momenten fühle ich mich dann einfach nur perfekt.

Lied vier macht ist dann ein Ambient Track - allerdings ein solch schöner, dass ich den für mich als richtig eigenständigen Song anerkenne. (auch wenn der nur zwei Minuten geht)
Das abschließende "V" zeigt dann nochmal alle Facetten des Albums....der schleppende Anfang mit seiner klagenden Melodie, und dem anschließenden rasenden Part mit seinen auftürmenden Gitarrenwänden, die hier so herrlich düster und aggressiv klingen.
Ein wirklich perfekter Abschluss für ein wirklich perfektes Album.

Mich hat seit langem kein Album mehr emotional so mitgenommen wie das Blood Abscission Debut.
Ich habe in diesem Jahr mit Sicherheit die eine, oder andere Band öfters gehört, aber von den Gefühlen, die mit der Musik bei mir ausgelöst werden, müssen sich auch diese Bands alle hinter dem "I" Album von Blood Abscission anstellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hui! @Dämonentreiber , grade erst entdeckt!

Na DAS freut mich jetzt aber so richtig das DU DAS machst, welch Mühe und Leidenschaft - l love it!
Abonniert und auf Dauer dabei, danke für deine Zeit das umzusetzen!














Das wird bestimmt ein verf......teurer Fred für mich, wehe!!! :D
 
Habe ich mich in den letzten Alben-Vorstellungen eher an Bands gehalten die man komplett dem Black Metal zurechnet, möchte ich jetzt eine Band vorstellen die Black Metal mit melodischen Crust vermengt.
Ich rede von den Spaniern von Svdestada mit ihrem Album "Candela".

Cover:

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Tracklist:


01. Nudo
02. Cierzo
03. Amargor
04. Efimero
05. Hilonegro
06. Sinvivir
07. Candela

Links:

Youtube:

Bandcamp:
Metal Archives:https://www.metal-archives.com/bands/Svdestada/3540485024

Ich muss sagen, dass ich nie so der große Crust-Fan war....ich konnte mir die Musik zwar gut anhören, aber die ganz große Begeisterung blieb irgendwie immer aus.
Zudem hatte ich da auch immer mehr ein Faible für etwas melodischen Crust wie ihn zum Beispiel eine Band wie Martyrdöd spielt.
Über die Band Svdestada bin ich ganz zufällig über Bandcamp gestolpert: Mir ist das tolle Cover direkt ins Auge gefallen und ich wollte unbedingt reinhören. Als ich dann auf "Play" drücke und die ersten Sekunden vom Opener "Nudo" erklangen war ich schon ein wenig angefixt: Schon melodisch, mit herrliche angefressenen Keifgesang ausgestattet. Der Crustige Anfang geht zudem nahtlos in einen Blast-Part über und definiert damit sofort wie ich "meinen" Crust zukünftig lieben werde: Vermengt mit Black Metal und vielen Melodien.
Svdestada liefern mit dem ersten Lied auch schon direkt eine Blaupause dafür wie es auf dem Album weitergeht: Melodisch, aber mit der nötigen Härte - dieses Album transportiert 30 Minuten pure Energie.
Die Band setzt zudem wirklich mehr auf Crust, als auf Black Metal - dieser taucht hier als unterstützender Musikstil auf, nicht als führender. Hervorheben möchte ich auch die fantastische Produktion die druckvoll und transparent, aber noch mit den nötigen Kanten und Ecken daherkommt. Auch der Gesang macht einfach nur Spaß, dabei handelt es sich um ein herrlich angefressenen Gekeife, das in seiner Intensität immer mal wieder zu und ab nimmt.
Das Drumming finde ich zudem auch sehr gelungen (genau wie den Schlagzeug-Sound) sehr dynamisch, aber niemals zu hektisch, sodass die Songs auch niemals zerfahren wirken.

Und dann sind da immer noch die Melodien, die die Band anscheinend mühelos aus dem Ärmel schütteln. Man höre sich nur mal den zweiten Song an, was der Gitarrist da raushaut.
Der Song ist eh der Wahnsinn: Das Lied ist hymnenhaft und wird wunderbar von dem tollen Schlagzeug vorangetrieben, jedoch gibt es auch immer mal wieder Momente wo man Luft holen kann und der Song sich zu sammeln scheint, bevor es im Galopp weiter geht.
Song Nummer drei - "Amargor" - hat dann einen absoluten "WoW-Effekt". Das Lied startet schwarzmetallisch, bevor es nach kurzer Zeit ein wenig langsamer wird und man schon merkt, dass es auf "großes" zugeht:
Ab ca. 1:35 Minuten setzt ein so dermaßen geil platzierter Break ein, dass man das Gefühl hat der komplett Song bricht in sich zusammen, nur um dann umso aggressiver weiterzuprügeln. Auch macht der Sänger einfach einen fantastischen Job: Klingt er nach dem Break für einen Moment einfach nur so als wäre er dem Wahnsinn verfallen. Hier möchte ich dann jedes mal einfach nur wild marodierend und fistraisend durch die Wohnung/Wald/Bus/Bahn springen.
Die anderen Songs gehen in eine ähnliche Richtung...sei es nun das anschließende "Efimero" mit seinen leicht sphärischen Parts, oder das düsterer "Hilonegro": Alle Songs machen einfach Spaß und reißen mich mit ihrer Energie, Kraft und Wut mit.
Beim abschließenden "Candela" zeigt die Band dann nochmal knapp 12 Minuten alles was sie kann und was ihre Musik so Großartig macht.
Hier möchte ich auch noch mal den Teil zwischen 02:20 und 03:37 Minuten und 05:11 und 08:01 Minuten hervorheben, beide Abschnitten sind sehr unterschiedlich zeigen aber beide Facetten der Band ganz gut:
Das schnelle und Aggressive, aber dann auch das nötige Gespür für tolle Melodien und Atmosphäre.

Ein tolles Album was ich immer wieder gerne höre und ich nur jedem ans Herz legen kann der angeschwärzten Crust mit vielen Melodien mag.
 
Zuletzt bearbeitet:
Drei Volltreffer, und die Zeilen zu „Schwarz gegen Weiß“ berühren mich natürlich besonders.

Dass „Grabgewalt“ nicht unbedingt zum restlichen Material passte, war uns damals schon bewusst. Aber es war einer unserer liebsten Live-Songs und wenn ich mich richtig erinnere, wollten wir ihn einfach nochmal in geiler Studio-Qualität haben. Obwohl ich mittlerweile eigentlich wieder die Demo-Version bevorzuge. :D

Tatsächlich kann ich mir vieles von dem Kram, den wir damals so verbrochen haben, nicht mehr so gut anhören, ist irgendwie seltsam gealtert. Waren trotzdem ein paar tolle Jahre, welche innerhalb der Band und ihrem Umfeld von tiefer Freundschaft geprägt waren.
 
Weiter machen möchte ich mit einer Band, die nicht ganz so bekannt ist und melodischen Black Metal spielt.
Und zwar werde ich das "The Curse of Immortality" Album der Kanadier von Crystal Coffin vorstellen.

Cover:
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Tracklist:
01. Shadows Never Cast
02. The Undead
03. The Vortex of Earth and Death
04. Final Breaths
05. Cryogenesis
06. Rise
07. Leviathans Encased
08. The Closing of the Crystal Coffin

Links:
Bandcamp: https://crystalcoffin.bandcamp.com/album/the-curse-of-immortality
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=sJAqu1P1u_k&list=RDsJAqu1P1u_k&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Crystal_Coffin/The_Curse_of_Immortality/1157216

Ich habe die Band auch erst recht spät so wirklich zu schätzen gelernt. Damals als das Album veröffentlicht wurde (2023) habe ich es mir recht oft angehört und es als wirklich sehr gut abgespeichert, aber dann komplett aus den Augen verloren.
Als ich damals das Album das erste mal gehört habe ist nicht sonderlich viel hängen geblieben, ich fand es beim ersten mal hören einfach nur okay....als ich dann am nächsten Morgen aufgewacht bin hatte ich aber direkt diverse Passagen von dem Album im Kopf und wollte es mir unbedingt noch mal anhören. Und schon beim zweiten Mal hören haben sich mir dann große Teile der Welt eröffnet, die die Band in ihren Liedern beschreibt.
Das Album hat mich gepackt. Ich habe es damals dann recht oft gehört und nach dem ich vor ca. einem halben Jahr wieder zu dem Album zurückgefunden habe, hat es mich sofort wieder gecatcht.
Damals wie Heute finde ich das Cover einfach nur fantastisch. Bund, aber nicht überladen und mit einem wirklichen tollen Stil gezeichnet. Man kann zu dem Cover stehen wie man will, aber es fällt zumindest auf und hebt sich damit so ein wenig von den ganzen Schnee/Berge/Festung/Mond Covern ab.
Die beiden Alben, die die Band vor der "The Curse of Immortality" veröffentlicht haben, haben ähnliche Cover die mir ebenfalls sehr zusagen.

Musikalisch bieten Crystal Coffin auf allen drei Alben sehr melodischen und atmosphärischen Black Metal, der mehr auf Melodie als auf Raserei setzt. Ich muss auch sagen, dass mir von den drei bisher veröffentlichten Alben die "The Curse of Immortality" am besten gefällt, weil die Band hier ihren Stil perfektioniert hat. Starten tut das Album mit einem Mini-Intro, bevor es dann im schnellen Tempo voran geht.
Schon zu Beginn des ersten Songs fällt auf, dass die Atmosphäre irgendwie gedrückt, melancholisch bis depressiv rüberkommt, dazu ein Gesang der sehr bitter daherkommt. Beim Gesang fällt mir besonders auf wie sich der Sänger artikuliert. Ich kann es nicht mal genau sagen warum, aber irgendwie klingt der Gesang dadurch anders und passen zu der doch recht melancholischen Grundatmosphäre.
Musikalisch wird beim Opener alles richtig gemacht: Ein furioser Anfang, melodisch, rasend, aber immer mal wieder ein wenig innehaltend um die Atmosphäre auf den Höhrer wirken zu lassen. Was mir auch sehr gefällt ist der dezente Einsatz von dem Keyboard - es ist auf dem ganzen Album zwar sehr präsent, aber dennoch soweit im Hintergrund das es nie nervt und wird wirklich nur zur Erzeugung von Atmosphäre eingesetzt, nie als tragendes Element. Diese Aufgabe obliegt den Gitarren und da wird über das komplette Album ein wirklich sehr guter Job gemacht.
Im Opener zeigt zum Beispiel auch sehr deutlich, dass die Band ein Händchen dafür hat einprägsame Passagen einzubauen: Wenn so ab 04:05 das Piano einsetzt ist es einfach um mich geschehen.
Der Song wirkt dann einfach nur so unglaublich traurig und verbittert.

Song Nummer zwei ("The Undead") beginnt dann eher unspektakulär, endet dann aber eindrucksvoll, wenn man ab ca. der Hälfte dem Keyboard ein wenig mehr Raum bietet, sodass es seinen warmen Klangteppiche über das Lied legen kann, bevor die Akustik-Gitarren einsetzen und den Song entspannt ausklingen lassen.
"The Vortex of Earth and Fire" ist dann der nächste Brecher auf dem Album....wieder mehr um höheren Tempo gehalten und ab ca. 03 Minuten einfach nur der Wahnsinn.
Es passiert nichts besonderes, aber allein schon wie alles zusammenspielt mit dem Keyboard im Hintergrund wirkt einfach erhaben und fast schon episch. Die Band hat es wirklich drauf, wenn es darum geht einprägsame Passagen in ihre Songs einzubauen.
Aber der größte "WoW-Effekt" kommt dann mit dem nächsten Song "Final Breaths" bei mir...fängt auch dieser Song wieder recht unspektakulär an merkt man nach so ca. 2 Minuten das der Song auf ein großes Finale hinarbeitet. Und so ist es dann auch....es setzt plötzlich Klargesang ein und bei den Textzeilen läuft es mir eiskalt den Rücken herunter:

In those final breaths
You said “I’m now ready for death
Leave me here, stay where you are
I’m traveling back to the blackest star
Once I’ve died go onward now and live your life
Forget about me, what all I’ve done
I tried my best but the darkness won”


Gerade bei dem "I tried my best but the Darkness won!" hatte ich beim ersten mal hören einen Kloß im Hals. Die ganze Passage wirkt zudem so traurig und ausweglos...das Ende ist dann nicht weniger düster, wenn der Song mit einem Frauenchor langsam outfaded.
Die folgenden beiden Songs bieten dann gutklassigen Melodic Black Metal - gerade das tolle "Cryogenesis" (der wohl härteste Song auf dem Album) weiß mit seinen aggressiven Blast-Parts und den immer mal eingestreuten sphärischen Zwischenspielen voll zu überzeugen. Die 6 Minuten vergehen aufjedenfall wie im Fluge.
Besonders hervorheben möchte ich auch noch mal den vorletzten Song "Leviathan Encased" - das wohl traurigste Lied auf dem Album, welches durch sein eingesetztes Keyboard eine fast schon sakrale Atmosphäre erzeugt. Hier muss ich auch noch mal den Gesang lobend erwähnen: Gerade gegen Ende klingt das so dermaßen angefressen und resigniert, dass man schon fast Angst bekommt.
Enden tut das Album dann mit einem knapp 10 minütigen Instrumental, was das Album stilvoll und passend ausklingen lässt - auch spielt das Piano hier wieder eine tragende Rolle.

Generell muss man dem Album eine sehr düstere und traurige Atmosphäre zuschreiben. Das Album zieht mich beim hören (im positiven Sinne) einfach runter und ich weiß gar nicht warum.
Ich habe mit Sicherheit Alben in meiner Sammlung stehen die viel depressiver/melancholischer/lebensfeindlicher klingen als das Crystal Coffin Album, aber von denen nimmt mich kaum eines so mit wie "The Curse of Immortality".
 
Weiter machen möchte ich mit einer Band, die nicht ganz so bekannt ist und melodischen Black Metal spielt.
Und zwar werde ich das "The Curse of Immortality" Album der Kanadier von Crystal Coffin vorstellen.

Cover:
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Tracklist:
01. Shadows Never Cast
02. The Undead
03. The Vortex of Earth and Death
04. Final Breaths
05. Cryogenesis
06. Rise
07. Leviathans Encased
08. The Closing of the Crystal Coffin

Links:
Bandcamp: https://crystalcoffin.bandcamp.com/album/the-curse-of-immortality
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=sJAqu1P1u_k&list=RDsJAqu1P1u_k&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Crystal_Coffin/The_Curse_of_Immortality/1157216

Ich habe die Band auch erst recht spät so wirklich zu schätzen gelernt. Damals als das Album veröffentlicht wurde (2023) habe ich es mir recht oft angehört und es als wirklich sehr gut abgespeichert, aber dann komplett aus den Augen verloren.
Als ich damals das Album das erste mal gehört habe ist nicht sonderlich viel hängen geblieben, ich fand es beim ersten mal hören einfach nur okay....als ich dann am nächsten Morgen aufgewacht bin hatte ich aber direkt diverse Passagen von dem Album im Kopf und wollte es mir unbedingt noch mal anhören. Und schon beim zweiten Mal hören haben sich mir dann große Teile der Welt eröffnet, die die Band in ihren Liedern beschreibt.
Das Album hat mich gepackt. Ich habe es damals dann recht oft gehört und nach dem ich vor ca. einem halben Jahr wieder zu dem Album zurückgefunden habe, hat es mich sofort wieder gecatcht.
Damals wie Heute finde ich das Cover einfach nur fantastisch. Bund, aber nicht überladen und mit einem wirklichen tollen Stil gezeichnet. Man kann zu dem Cover stehen wie man will, aber es fällt zumindest auf und hebt sich damit so ein wenig von den ganzen Schnee/Berge/Festung/Mond Covern ab.
Die beiden Alben, die die Band vor der "The Curse of Immortality" veröffentlicht haben, haben ähnliche Cover die mir ebenfalls sehr zusagen.

Musikalisch bieten Crystal Coffin auf allen drei Alben sehr melodischen und atmosphärischen Black Metal, der mehr auf Melodie als auf Raserei setzt. Ich muss auch sagen, dass mir von den drei bisher veröffentlichten Alben die "The Curse of Immortality" am besten gefällt, weil die Band hier ihren Stil perfektioniert hat. Starten tut das Album mit einem Mini-Intro, bevor es dann im schnellen Tempo voran geht.
Schon zu Beginn des ersten Songs fällt auf, dass die Atmosphäre irgendwie gedrückt, melancholisch bis depressiv rüberkommt, dazu ein Gesang der sehr bitter daherkommt. Beim Gesang fällt mir besonders auf wie sich der Sänger artikuliert. Ich kann es nicht mal genau sagen warum, aber irgendwie klingt der Gesang dadurch anders und passen zu der doch recht melancholischen Grundatmosphäre.
Musikalisch wird beim Opener alles richtig gemacht: Ein furioser Anfang, melodisch, rasend, aber immer mal wieder ein wenig innehaltend um die Atmosphäre auf den Höhrer wirken zu lassen. Was mir auch sehr gefällt ist der dezente Einsatz von dem Keyboard - es ist auf dem ganzen Album zwar sehr präsent, aber dennoch soweit im Hintergrund das es nie nervt und wird wirklich nur zur Erzeugung von Atmosphäre eingesetzt, nie als tragendes Element. Diese Aufgabe obliegt den Gitarren und da wird über das komplette Album ein wirklich sehr guter Job gemacht.
Im Opener zeigt zum Beispiel auch sehr deutlich, dass die Band ein Händchen dafür hat einprägsame Passagen einzubauen: Wenn so ab 04:05 das Piano einsetzt ist es einfach um mich geschehen.
Der Song wirkt dann einfach nur so unglaublich traurig und verbittert.

Song Nummer zwei ("The Undead") beginnt dann eher unspektakulär, endet dann aber eindrucksvoll, wenn man ab ca. der Hälfte dem Keyboard ein wenig mehr Raum bietet, sodass es seinen warmen Klangteppiche über das Lied legen kann, bevor die Akustik-Gitarren einsetzen und den Song entspannt ausklingen lassen.
"The Vortex of Earth and Fire" ist dann der nächste Brecher auf dem Album....wieder mehr um höheren Tempo gehalten und ab ca. 03 Minuten einfach nur der Wahnsinn.
Es passiert nichts besonderes, aber allein schon wie alles zusammenspielt mit dem Keyboard im Hintergrund wirkt einfach erhaben und fast schon episch. Die Band hat es wirklich drauf, wenn es darum geht einprägsame Passagen in ihre Songs einzubauen.
Aber der größte "WoW-Effekt" kommt dann mit dem nächsten Song "Final Breaths" bei mir...fängt auch dieser Song wieder recht unspektakulär an merkt man nach so ca. 2 Minuten das der Song auf ein großes Finale hinarbeitet. Und so ist es dann auch....es setzt plötzlich Klargesang ein und bei den Textzeilen läuft es mir eiskalt den Rücken herunter:

In those final breaths
You said “I’m now ready for death
Leave me here, stay where you are
I’m traveling back to the blackest star
Once I’ve died go onward now and live your life
Forget about me, what all I’ve done
I tried my best but the darkness won”


Gerade bei dem "I tried my best but the Darkness won!" hatte ich beim ersten mal hören einen Kloß im Hals. Die ganze Passage wirkt zudem so traurig und ausweglos...das Ende ist dann nicht weniger düster, wenn der Song mit einem Frauenchor langsam outfaded.
Die folgenden beiden Songs bieten dann gutklassigen Melodic Black Metal - gerade das tolle "Cryogenesis" (der wohl härteste Song auf dem Album) weiß mit seinen aggressiven Blast-Parts und den immer mal eingestreuten sphärischen Zwischenspielen voll zu überzeugen. Die 6 Minuten vergehen aufjedenfall wie im Fluge.
Besonders hervorheben möchte ich auch noch mal den vorletzten Song "Leviathan Encased" - das wohl traurigste Lied auf dem Album, welches durch sein eingesetztes Keyboard eine fast schon sakrale Atmosphäre erzeugt. Hier muss ich auch noch mal den Gesang lobend erwähnen: Gerade gegen Ende klingt das so dermaßen angefressen und resigniert, dass man schon fast Angst bekommt.
Enden tut das Album dann mit einem knapp 10 minütigen Instrumental, was das Album stilvoll und passend ausklingen lässt - auch spielt das Piano hier wieder eine tragende Rolle.

Generell muss man dem Album eine sehr düstere und traurige Atmosphäre zuschreiben. Das Album zieht mich beim hören (im positiven Sinne) einfach runter und ich weiß gar nicht warum.
Ich habe mit Sicherheit Alben in meiner Sammlung stehen die viel depressiver/melancholischer/lebensfeindlicher klingen als das Crystal Coffin Album, aber von denen nimmt mich kaum eines so mit wie "The Curse of Immortality".
3 x Alben der Band = 3 x Volltreffer :jubel:Sehr schön geschrieben und ich teile jede geschriebene Silbe! Hat bei mir einige Anläufe gebraucht und dann hat es klick gemacht. Ich hoffe sehr, dass durch deinen Post noch ein paar Leute auf das Album / Band aufmerksam werden!
 
Machen wir mit einem Album weiter was damals neben dem "Into the Lungs of Hell" Album von God Dethroned mein Einstieg in den Extrem Metal war:
Ich rede von "Damnation and a Day" von Cradle of Filth.

Cover:

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Tracklist:

01. A Bruise upon the Silent Moon
02. The Promise of Fever
03. Hurt and Virtue
04. An Enemy Led the Tempest
05. Damned in Any Language (A Plague on Words)
06. Better to Reign in Hell
07. Serpent Tongue
08. Carrion
09. The Mordant Liquor of Tears
11. Presents from the Poison-Hearted
12. Doberman Pharaoh, or Destiny Wore a Bondage Mask
13. Babalon A.D. (So Glad for the Madness)
14. A Scarlet Witch Lit the Season
15. Mannequin
16 .Thank God for the Suffering
17. The Smoke of Her Burning
18. End of Daze

Links:

Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=_N4-oHUPmqU&list=RD_N4-oHUPmqU&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Cradle_of_Filth/24
Auf Bandcamp ist das Album leider nicht zu finden.

Ich mag Geschichten die erzählen wie man zu einer gewissen Band, oder Genre gestoßen ist - gerade wenn diese Geschichten die frühsten musikalischen Gehversuche in diesem Genre beschreiben.
Meine ersten beiden wirklich extremen Metal Alben waren die "Into the Lungs of Hell" von God Dethroned und eben die "Damnation an a Day" von Cradle of Filth - beide Alben habe ich durch Songs kennengelernt die auf einem Metal Hammer Sampler enthalten waren. Bei Cradle of Filth war es der Song "Hurt and Virtue", bei God Dethroned "The Warcult" (immer noch ein sehr, sehr guter Song).
Allerdings soll es sich bei diesem Text erstmal um das CoF Album drehen...aber ich bevor ich zum musikalischen Teil komme möchte ich beschreiben wie ich mir das Album gekauft habe.
Eine leicht kuriose Geschichte und unter heutigen Gesichtspunkten (auch wegen der aufkeimenden Pubertät) durchaus ein wenig edgy - aber unterhaltsam:

Als das Album am 10.03.2003 erschienen ist war ich 14 Jahre alt und hatte bis dato noch überhaupt nichts mit extremen Metal am Hut. Ich hörte zu dem Zeitpunkt Manowar, Hammerfall, Blind Guardian und Nightwish.
Auch war meine Cd Sammlung sehr, sehr übersichtlich. Es floss zwar jeder Cent Taschengeld in die CD Sammlung, aber so wirklich viel habe ich da nicht zusammenbekommen.
So musste also jede Investition in ein neues Album gründlich überlegt werden: Fehlkäufe konnte man sich nicht leisten.
Zu dem Zeitpunkt habe ich noch den Metal Hammer gelesen - auch wenn er heute leider nicht mehr ganz so toll ist, hat er mir damals in meiner musikalischen Findungsphase so manche Perle offenbart - unter anderem tauchte in einer Ausgabe eine Plus/Minus Kritik zu dem oben genannten Cradle Album auf.
In der positiven Kritik wurde das theatralische Gesamtbild gelobt, die Konsequenz mit der Cradle of Filth diese Black Metal Oper durchziehen und das das nach einem Album wie "Midian" ziemlich mutig wäre.
Bei der negativen Kritik wurde von einem überfrachtetem und überladenen Album ohne wirklichen roten Faden gesprochen.
Da ich zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung hatte worüber die überhaupt schreiben war ich ziemlich froh darüber das der Song "Hurt and Virtue" auf der beiliegenden Sampler-CD enthalten war.
Ich muss dazu sagen: Ich kannte damals schon die Geschichten über Cradle: Dieser ganze satanische Hokuspokus mit Vampiren, Blut trinken, Satan usw. hat sich bei meinem pubertierendem Ich ziemlich schnell verfangen.

Als ich den Song dann das erste mal hörte war ich wie vor dem Kopf gestoßen, weil ich einfach überfordert war. Ich konnte so gar nichts damit anfangen.....aber irgendetwas in mir stupste mich immer wieder an und sagte: Das könnte geil sein!
So lies ich dann auch nicht locker und hörte mir den Song zig mal an und bei jedem mal hören begriff ich das Lied immer ein wenig mehr bis es dann endlich "Klick!" gemacht hat und ich die hier gebotene Musik verstanden habe. Das Lied gehört auch heutzutage noch zu meinen absoluten Lieblingsstücken der Band: Sei es dieser rasante Anfang, das erste mal wo man Danis Kreischgesang hört, oder ruhigere Mittelteil: Es klingt für mich auch heute noch perfekt.
So...Song habe ich mir schön gehört jetzt musste irgendwie das Album her....aber darf ich mir solch satanische Musik überhaupt kaufen? Nun...die Antwort darauf kam als ich mich auf einer Konfirmation-Wochenend-Fahrt befand und ich mir diese Frage zwischen Kirchenliedern, Gebeten und "christlichen Brettspielen" mehrmals durch den Kopf gehen lassen hab: Ja, ich brauche den Scheiß. Ganz, ganz dringend.
Also habe ich meine Eltern über eine Telefonzelle irgendwann Freitag Abend um 20 Uhr angerufen und gefragt ob sie mir am nächsten Tag das CoF Album von Hot Shots Records (Nordmannpassage in Hannover - sollte der ehemalige Inhaber und/oder einige der ehemaligen Mitarbeiter hier mitlesen: Grüße gehen raus!) besorgen könnten. Haben sie gemacht und so Begann am Sonntag, Tag des Herrn, in den frühen Abendstunden mein erster Hörversuch des Cradle of Filth Albums "Damnation and a Day". Ich schreibe ganz bewusst "Hörversuch" denn ich war beim ersten mal hören komplett überfordert mit dem Album. Ich habe gar nicht so wirklich verstanden was da abgeht.
Aber wie ich schon beim Grabnebelfürsten Album geschrieben habe: Ich habe die Zähne zusammengebissen und mich da durchgekämpft um mir diesen neuen musikalischen Kosmos, der sich mit dem Album für mich eröffnete, zu erarbeiten. Und es funktionierte. Schritt für Schritt fing ich an auch die anderen Songs neben "Hurt und Virtue" zu mögen....nach einer Zeit haben sich auch richtige Hits für mich herauskristallisiert: "Mannequin", "Carrion", Babalon A.D (So Glad for the Madness)", "Thank God for the Suffering" (für mich auch der beste CoF Song überhaupt - allein der der Textzeile:

Love would have conquered all!
Love would have conquered hate!

HATE HATE HATE HATE HATE


kriege ich auch heute noch Gänsehaut), das extrem brachial draufloshämmernde "An Enemy led the Tempest" (und für mich auch der härteste Song auf dem Album....herrlich wie der Song zwischen stampfenden Parts und brachialen angethrashten Up-Tempo hin- und wechselt), "Presents from the Poison-Hearted" (im Vergleich zu den anderen Songs irgendwie der böseste und düster-atmosphärischste Song auf dem Album). Die jetzt nicht aufgezählten Songs sind natürlich auch nicht schlecht, aber sind mir die zuvor genannten als besonders gut in Erinnerung geblieben.
Generell hat es mich damals fasziniert wie das Album aufgebaut war: Wie ein Theaterstück hat man die einzelne Akte mit Intros und Outros unterteilt und die Songs in diesen einzelnen Akten haben eine ganz besondere Stimmung transportiert. Dazu dann Danis Texte, die ich damals mit meinen 14 Jahren nicht mal ansatzweise verstanden habe, aber zumindest soweit, dass ich den groben Storyverlauf folgen konnte.
"Damnation and a Day" war das erste Album was ich gehört habe, dass so ein durchgehendes und konsequent (musikalisch, sowie lyrisch) umgesetztes Konzept hatte - vor allen dingen wurde das ganze Konzept so flüssig in Musik und Texte umgewandelt, dass man sich hier mit ein wenig Arbeit sehr gut reinfuchsen konnte.

Heutzutage finde ich es zudem auch sehr, sehr mutig von der Band nach der Erfolgreichen "Midian" ein Album wie die "Damnation and a Day" zu veröffentlichen....war die "Midian" eingängig, episch und düster ist die "Damnation and a Day" das genaue Gegenteil davon: Komplex, nicht sonderlich eingängig und beim erstem mal hören recht anstrengend. Aber wie bereits geschrieben: Das erarbeiten und sich mit dem Album auseinandersetzen hat sich damals wirklich gelohnt für mich. Ich wüsste nicht wie sich mein Musikgeschmack entwickelt hätte, wenn es dieses Album nicht geben würde.
 
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