Dämonentreibers kunterbuntes Musiksammelsurium

Erstmal vielen vielen dank für die ganzen positiven Rückmeldungen! :)
Es freut mich wirklich sehr das meine Texte gut ankommen und das motiviert mich auch ungemein hier weitermache zu machen. Vielen Dank Leute!

Das nächste Album das ich besprechen möchte ist das Album einer recht bekannten Band, was meiner Meinung nach allerdings immer so ein bisschen unter dem Radar läuft wenn man über die Band spricht.
Und zwar rede ich von dem "Attera Totus Sanctus" Album von Dark Funeral.

Cover:
a0798856743_16.jpg


Tracklist:


01. King Antichrist
02. 666 Voices Inside
03. Attera Totus Sanctus
04. Godhate
05. Atrum Regina
06. Angel Flesh Impaled
07. Feed on the Mortals
08. Final Ritual

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=XjViqLoXNdE&list=RDXjViqLoXNdE&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Dark_Funeral/669
Bandcamp: https://centurymedia.bandcamp.com/album/attera-totus-sanctus-bonus-tracks-edition

Die "Attera Totus Sanctus" war damals das erste Album das ich mir von Dark Funeral gekauft habe. Auch hier hat der Metal Hammer wieder eine entscheidende Rolle gespielt, weil auf einen ihrer Sampler der Song "Godhate" enthalten war. Ich war 17 als das Album erschienen ist und hatte bis dahin noch nie so ein brachiales und fieses Geprügel gehört wie den zu vorgenannten Song. Allein dieser Übergang in den Blast-Part, sobald der Refrain einsetzt hat mich damals einfach umgehauen, dazu kreischt sich der allmächtige Emperor Magus Caligula in einen regelrechten Wahn indem er immer und immer wieder:

Guilty, guilty!!!
You will die upon your cross, amongst the other thieves.
Guilty, guilty!!!
You will die upon your cross, amongst the other thieves.


herausbrüllt.
Der Text ist dabei so herrlich stumpf und plakativ, dass es mich damals wirklich sofort abgeholt hat. Da habe ich dann auch nicht lange gefackelt und mir das Album zugelegt und habe es dann wirklich wochenlang hoch und runter gehört. Auch konnte ich damals gar nicht die Kritik an der angeblich unpassenden Produktion nachvollziehen...für mich passte das damals einfach wie die berühmte Faust aufs Auge: Schrill, im Schlagzeugbereich leicht dröhnend und mit einem sehr in den Vordergrund abgemischten Gesang versehen, hat sie direkt mein Herz erobert. Heute - mit etwas abstand - kann ich schon verstehen, dass die Produktion vielleicht wirklich nicht ganz so gelungen ist, aber damals, als jemand der noch nicht viel Ahnung von solch extremer Musik hatte, wie sie Dark Funeral spielt, war sie perfekt und hat das Album für mich so fantastisch gemacht.

Aber schon bald habe ich festgestellt, dass "Godhate" mit der schwächste Song auf dem Album ist, denn allein schon der Opener "King Antichrist" steckt ihn locker in die Tasche. Allein der tolle Refrain mit seiner "klagenden" Gitarre im Hintergrund ist atmosphärisch auf einen ganz anderen Level als "Godhate".
Das ist etwas was ich an dem Album lieben gelernt habe und so auch nicht unbedingt auf den anderen Dark Funeral Alben gefunden habe: die für diese Art von Musik doch recht epischen Refrains.
Allein das

666 voices inside, telling me who's about to die. They are in control of my mind!

lädt einen schon dazu ein fistraisend mit zubrüllen. Man könnte dem Album vielleicht etwas Ideenlosigkeit vorwerfen, weil fast jeder Song gleich aufgebaut ist, aber ganz ehrlich: So lange man das so gut macht wie auf der "Attera Totus Sanctus" kann ich damit leben, auch weil es irgendwie nicht wirklich langweilig, oder nervig wird.
Die Band streut auch immer mal wieder atmosphärische Parts in ihre Songs ein, die das ganze gut auflockern, ich spreche dann immer gerne von dieser lodernde Höllenfeuer-Atmosphäre: Man hat das Gefühl man steht mitten im Fegefeuer und um einen herum brutzelt es. Ganz besonders gut kann man das nachhören im Titelsong zwischen 01:27 und 01:42 Minuten.

Ein Song der dann so ein wenig aus dem Rahmen fällt ist dann "Atrum Regina" welcher die meiste Zeit über im mitterlen bis unteren Tempo gehalten ist und das Album gut auflockert, weil man sich ein wenig dem infernalischen Dauergeprügel erholen kann. Zudem ist der Song, ähnlich wie "My Funeral" von dem Nachfolgealbum, ziemlich eingängig und hat mir schon manchen Tag einen Ohrwurm beschert.
Nach dieser kleinen Erholung kommt mit "Angel Flesh Impaled" meiner absoluter Lieblingssong auf dem Album....ich finde den Refrain einfach so unglaublich episch, allein wie es urplötzlich von diesem wirklich krassen Hochgeschwindigkeitpart ins mittlere Tempo geht und der Emperor sein

Angel flesh impaled, it is so beautiful.
Feathers falling down, over the bloodstained ground.


herausgrollt ist einfach nur krass und erzeugt auch heute noch, 21 Jahre später, Gänsehaut bei mir. Das anschließende "Feed on the Mortals" ist dann irgendwie der durchschnittlichste Song auf dem Album....absolut nichts besonderes, kein großartiger Refrain - er rauscht mehr oder weniger an mir vorbei. Wirklich schlecht finden tue ich ihn nicht, aber halt total belanglos.
Dafür zeigt die Band mit dem abschließenden "The Ritual" noch mal was sie kann: Die letzten zwei Minuten entschädigen das lahme "Feed on the Mortals" komplett und man steht einfach nur mit ausgestreckter Faust und brüllt das "Saaaaaaacrifice!" mit.

Auf der "Attera Totus Sanctus" Tour habe ich die Band damals auch live gesehen, support waren Naglfar, die mit "Pariah" ebenfalls ein ganz gutes Album am Start hatten, Amoral und noch eine Band an die ich mich jetzt leider nicht mehr erinnern kann. Aufjedenfall war das damals auch mein aller erstes Heavy Metal Konzert das ich besucht habe...und dann direkt zu Dark Funeral - ich hätte mir einen schlimmeren einstieg in die Konzertwelt vorstellen können :D
Der Auftritt war der absolute Wahnsinn. Die Band ist damals im Musikzentrum Hannover aufgetreten, eine recht kleine Halle, die damals aufgrund von Glatteis und Schnee auch nur zu einem drittel mit Besuchern gefüllt war. Aber Alle Bands haben geliefert und es war ein verdammt geiler Abend. Auch weil Emperor Magus Caligula eine beeindruckende Bühnenpräsenz hatte - wie der Hüne mit seinem Pentagramm Brustpanzer und Corpsepaint und nassen Haaren, die ihm ins Gesicht fallen da in der Mitte der kleinen Bühne stand und mit voller Inbrunst die alten und neuen Songs herausgebrüllt hat, wird auf ewig eine meiner liebsten Konzerterinnerungen bleiben.

Die "Attera Totus Sanctus", "Diabolos Interium" und die "Where Shadows forever reign" werden (in genau dieser Reihenfolge) immer meine Lieblingsalben der Band bleiben.
Und ich finde es auch echt schade, dass die "Attera Totus Sanctus" immer so ein wenig unter den Tisch fällt, oder gar belächelt wird - gebt ihr noch mal eine Chance.
 
Zuletzt bearbeitet:
Erstmal vielen vielen dank für die ganzen positiven Rückmeldungen! :)
Es freut mich wirklich sehr das meine Texte gut ankommen und das motiviert mich auch ungemein hier weitermache zu machen. Vielen Dank Leute!

Das nächste Album das ich besprechen möchte ist das Album einer recht bekannten Band, was meiner Meinung nach allerdings immer so ein bisschen unter dem Radar läuft wenn man über die Band spricht.
Und zwar rede ich von dem "Attera Totus Sanctus" Album von Dark Funeral.

Cover:
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Tracklist:


01. King Antichrist
02. 666 Voices Inside
03. Attera Totus Sanctus
04. Godhate
05. Atrum Regina
06. Angel Flesh Impaled
07. Feed on the Mortals
08. Final Ritual

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=XjViqLoXNdE&list=RDXjViqLoXNdE&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Dark_Funeral/669
Bandcamp: https://centurymedia.bandcamp.com/album/attera-totus-sanctus-bonus-tracks-edition

Die "Attera Totus Sanctus" war damals das erste Album das ich mir von Dark Funeral gekauft habe. Auch hier hat der Metal Hammer wieder eine entscheidende Rolle gespielt, weil auf einen ihrer Sampler der Song "Godhate" enthalten war. Ich war 17 als das Album erschienen ist und hatte bis dahin noch nie so ein brachiales und fieses Geprügel gehört wie den zu vorgenannten Song. Allein dieser Übergang in den Blast-Part, sobald der Refrain einsetzt hat mich damals einfach umgehauen, dazu kreischt sich der allmächtige Emperor Magus Caligula in einen regelrechten Wahn indem er immer und immer wieder:

Guilty, guilty!!!
You will die upon your cross, amongst the other thieves.
Guilty, guilty!!!
You will die upon your cross, amongst the other thieves.


herausbrüllt.
Der Text ist dabei so herrlich stumpf und plakativ, dass es mich damals wirklich sofort abgeholt hat. Da habe ich dann auch nicht lange gefackelt und mir das Album zugelegt und habe es dann wirklich wochenlang hoch und runter gehört. Auch konnte ich damals gar nicht die Kritik an der angeblich unpassenden Produktion nachvollziehen...für mich passte das damals einfach wie die berühmte Faust aufs Auge: Schrill, im Schlagzeugbereich leicht dröhnend und mit einem sehr in den Vordergrund abgemischten Gesang versehen, hat sie direkt mein Herz erobert. Heute - mit etwas abstand - kann ich schon verstehen, dass die Produktion vielleicht wirklich nicht ganz so gelungen ist, aber damals, als jemand der noch nicht viel Ahnung von solch extremer Musik hatte, wie sie Dark Funeral spielt, war sie perfekt und hat das Album für mich so fantastisch gemacht.

Aber schon bald habe ich festgestellt, dass "Godhate" mit der schwächste Song auf dem Album ist, denn allein schon der Opener "King Antichrist" steckt ihn locker in die Tasche. Allein der tolle Refrain mit seiner "klagenden" Gitarre im Hintergrund ist atmosphärisch auf einen ganz anderen Level als "Godhate".
Das ist etwas was ich an dem Album lieben gelernt habe und so auch nicht unbedingt auf den anderen Dark Funeral Alben gefunden habe: die für diese Art von Musik doch recht epischen Refrains.
Allein das

666 voices inside, telling me who's about to die. They are in control of my mind!

lädt einen schon dazu ein fistraisend mit zubrüllen. Man könnte dem Album vielleicht etwas Ideenlosigkeit vorwerfen, weil fast jeder Song gleich aufgebaut ist, aber ganz ehrlich: So lange man das so gut macht wie auf der "Attera Totus Sanctus" kann ich damit leben, auch weil es irgendwie nicht wirklich langweilig, oder nervig wird.
Die Band streut auch immer mal wieder atmosphärische Parts in ihre Songs ein, die das ganze gut auflockern, ich spreche dann immer gerne von dieser lodernde Höllenfeuer-Atmosphäre: Man hat das Gefühl man steht mitten im Fegefeuer und um einen herum brutzelt es. Ganz besonders gut kann man das nachhören im Titelsong zwischen 01:27 und 01:42 Minuten.

Ein Song der dann so ein wenig aus dem Rahmen fällt ist dann "Atrum Regina" welcher die meiste Zeit über im mitterlen bis unteren Tempo gehalten ist und das Album gut auflockert, weil man sich ein wenig dem infernalischen Dauergeprügel erholen kann. Zudem ist der Song, ähnlich wie "My Funeral" von dem Nachfolgealbum, ziemlich eingängig und hat mir schon manchen Tag einen Ohrwurm beschert.
Nach dieser kleinen Erholung kommt mit "Angel Flesh Impaled" meiner absoluter Lieblingssong auf dem Album....ich finde den Refrain einfach so unglaublich episch, allein wie es urplötzlich von diesem wirklich krassen Hochgeschwindigkeitpart ins mittlere Tempo geht und der Emperor sein

Angel flesh impaled, it is so beautiful.
Feathers falling down, over the bloodstained ground.


herausgrollt ist einfach nur krass und erzeugt auch heute noch, 21 Jahre später, Gänsehaut bei mir. Das anschließende "Feed on the Mortals" ist dann irgendwie der durchschnittlichste Song auf dem Album....absolut nichts besonderes, kein großartiger Refrain - er rauscht mehr oder weniger an mir vorbei. Wirklich schlecht finden tue ich ihn nicht, aber halt total belanglos.
Dafür zeigt die Band mit dem abschließenden "The Ritual" noch mal was sie kann: Die letzten zwei Minuten entschädigen das lahme "Feed on the Mortals" komplett und man steht einfach nur mit ausgestreckter Faust und brüllt das "Saaaaaaacrifice!" mit.

Auf der "Attera Totus Sanctus" Tour habe ich die Band damals auch live gesehen, support waren Naglfar, die mit "Pariah" ebenfalls ein ganz gutes Album am Start hatten, Amoral und noch eine Band an die ich mich jetzt leider nicht mehr erinnern kann. Aufjedenfall war das damals auch mein aller erstes Heavy Metal Konzert das ich besucht habe...und dann direkt zu Dark Funeral - ich hätte mir einen schlimmeren einstieg in die Konzertwelt vorstellen können :D
Der Auftritt war der absolute Wahnsinn. Die Band ist damals im Musikzentrum Hannover aufgetreten, eine recht kleine Halle, die damals aufgrund von Glatteis und Schnee auch nur zu einem drittel mit Besuchern gefüllt war. Aber Alle Bands haben geliefert und es war ein verdammt geiler Abend. Auch weil Emperor Magus Caligula eine beeindruckende Bühnenpräsenz hatte - wie der Hüne mit seinem Pentagramm Brustpanzer und Corpsepaint und nassen Haaren, die ihm ins Gesicht fallen da in der Mitte der kleinen Bühne stand und mit voller Inbrunst die alten und neuen Songs herausgebrüllt hat, wird auf ewig eine meiner liebsten Konzerterinnerungen bleiben.

Die "Attera Totus Sanctus", "Diabolos Interium" und die "Where Shadows forever reign" werden (in genau dieser Reihenfolge) immer meine Lieblingsalben der Band bleiben.
Und ich finde es auch echt schade, dass die "Attera Totus Sanctus" immer so ein wenig unter den Tisch fällt, oder gar belächelt wird - gebt ihr noch mal eine Chance.
Belächeln tu ich den ganzen Plastik-Zinnober, den die Band seit, ja, eigentlich Beginn an, veranstaltet. Musikalisch finde ich eigentlich alles mindestens gut bis saugeil. Stabiles Geknatter, manchmal etwas einfallslos -ohne ein bestimmtes Qualitätslevel zu unterschreiten-, oft geil und wenn sie dann, in manchen Momenten, noch die richtige Atmosphäre treffen, unbesiegbar.

Hab sie das erste und letzte Mal in den Neunzigern live gesehen, hätte schon lange mal wieder Bock. Hat sich bisher leider noch nicht wieder ergeben.
 
Weiter machen möchte ich mit einem Album einer Band, dass mich schon seit meiner Jugend begleitet und deshalb einen ganz besonderen Stellenwert bei mir hat:

Das "Schwarz gegen Weiß" Album von den Grabnebelfürsten.

Cover:

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Songtitel:
01. Der Entgleiste Körper
02. Schwarz gegen Weiß
03. Apathie
04. Der Wanderer Teil 2
05. Der Teufel
06. Zwillinge
07. Grabgewalt
08. Koryphäe im Spiegelbild
09. Der Traum
10. Mein Mondlied

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=EFTdTBztxCw&list=RDEFTdTBztxCw&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Grabnebelfürsten/Schwarz_gegen_Weiß/68806
Auf Bandcamp ist die Band leider nicht vertreten.

Ich glaube ich habe die Geschichte schon mal in einem "Now Playing" Thread geschrieben: Als das "Schwarz gegen Weiß" Album erschienen ist im Jahr 2005 habe ich gerade mit meiner ersten Ausbildung angefangen und habe mir das Album von meinem allerersten Azubi-Gehalt gekauft bei Karstadt. (deren Musikabteilung war damals eh prägend für mich, weil super sortiert was Heavy, aber allen voran Extrem Metal anbelangte)
Aufmerksam bin ich auf das Album durch den Metal Hammer geworden, der das Album damals mit 6 von 7 Punkten bewertet hat und es mehr als nur positiv beschrieben hat. Durch den Bandnamen, die positive Kritik und der generellen musikalischen Findungsphase in der ich mich zu dem Zeitpunkt befand, war ich sehr schnell Feuer und Flamme und wollte unbedingt reinhören.
Aber reinhören war nicht so einfach: Ich hatte damals noch kein schnelles Internet, sodass man ohne weiteres sich im Netz das Album mal eben anhören konnte und der Karstadt hatte die Digipack Version des Albums nur eingeschweißt rumstehen. (Ich hätte an der Info fragen können ob man mir das Album aufmacht, damit ich reinhören kann, aber dafür war ich damals zu schüchtern :D)
Es kam, wie es kommen musste: Ich habe das Album dann einfach blind gekauft - im euphorischen Rausch, dass man durch das erste eigene Gehalt endlich genug Geld hatte um sich soetwas ohne groß nachzudenken erlauben durfte.
Das Gefühl als ich dann zu Hause war, das Album auspackte und die CD mit leichten zittern in die Anlage legte und auf "Play" drückte ist bis heute eine meiner schönsten Erinnerung die ich mit Musik in Verbindung bringe. Das Album startet mit einem wirklich schönen Klavier Intro, welches eine atmosphärische Spannung aufbaut die sich in dem ersten Lied "Schwarz gegen Weiß" sofort entlädt.
Was zu ein Anfang! Ich war damals (und bin es heute immer noch) sofort gecatcht.
Aber so richtig geschehen war es dann um mich, als ich das erste mal den Gesang hörte: Allein die Erkenntnis das auch solcher Gesang im Extrem Metal zum Einsatz kommt hat damals bei mir so eine Art "WOW-Erlebnis" ausgelöst. Bis zu den Grabnebelfürsten habe ich im extremen Bereich soetwas wie Cradle of Filth, God Dethroned und Dimmu Borgir - also Bands wo klar verständlicher Gesang nicht unbedingt üblich war.
Allein die eröffnende Textzeile:

Welch bittersüßer Nektar ist uns nun wieder gelungen
Nach monatelanger Hege und Pflege
Und dann finaler Auslese
Bald fließt er wieder in den Kehlen
Und was wird man über ihn gar merkwürdig erzählen?


Könnte ich heute noch zitieren, wenn man mich mitten in der Nacht wecken würde und nach einer Grabnebelfürsten Textzeile fragt. (was ein eher unwahrscheinliches Szenario ist - aber für den Fall der Fälle könnte ich es!)
Zudem war das "Schwarz gegen Weiß" Album neben Cradles "Damnation and a day" das erste Album wo ich mich richtig reingearbeitet habe, wo ich die Texte analysiert habe, mir Notizen gemacht habe was sie bedeuten könnte. Durch dieses intensive auseinandersetzen mit den Texten kam es dann so, wie es kommen musste: Ich konnte zum Beispiel den Text zu dem Song "Der Teufel" auswendig und habe fast immer mitgesungen (zumindest im Kopf, wenn ich unterwegs war - ich glaube die Leute in der Straßenbahn hätten es nicht so lustig gefunden, wenn ich lauthals "Im Schweiße des Menschen brütet der Teufel!" durch die Bahn gebrüllt hätte). Generell ist "Der Teufel" neben "Der Traum" mein absolutes Lieblingslied auf dem Album, allein schon wegen dem Gesang. Der wechselt hier wirklich einmal komplett durch: Klargesang, Gekeife, gesprochene Passagen und das herrliche Gollumartige-Gekeife bei 07:47 bis 08:09 Minuten).
Das Album ist musikalisch eh total vielseitig aufgestellt, man hat Songs die gut nach vorne gehen wie zum Beispiel der Opener "Schwarz gegen Weiß", das fast schon epische "Apathie", oder "Der Teufel", aber auch richtig düstere, atmosphärische Titel wie "Zwillinge", "Der Traum", oder "Koryphäre im Spiegelbild".
Bei dem Song "Zwillinge" kriege ich immer noch Gänsehaut, wenn zu Beginn über den rasenden Anfang der Gesang kommt, der irgendwie über allem zu schweben scheint:

Zwei Schicksalsbrüder den Menschen gegeben
Der eine der andere
Beide sollen Spiele spielen
Der andere die Schulden des einen verdienen
Wo es zu trocken ist, da soll es fließen
Wo es überfließt, da soll_s versiegen
Zwei Schicksalsbrüder den Menschen gegeben


Einen kleinen Makel hat das Album für mich: Der Song "Grabgewalt" will für mich irgendwie nicht so wirklich in den Albumcontext passen. Ich finde den Song nicht schlecht, aber irgendwie wirkt er zu simpel, gerade nach dem langen und düsteren "Zwillinge" fühlt sich "Grabgewalt" irgendwie falsch an. Als ich mir das Album mal für den MP3 Player kopiert habe, habe ich den Song tatsächlich ans Ende (noch nach dem Outro) gesetzt und da funktionierte er dann irgendwie besser, weil ich ihn dann als eine Art Bonussong gesehen habe.
Ich finde den Song grundsätzlich nicht schlecht, aber er passt in meinen Ohren irgendwie überhaupt nicht auf das Album (zumindest an dieser Stelle).
Dafür entschädigen die beiden letzten Songs für alles: "Koryphäe im Spiegelbild" und "Der Traum" halten das extrem hohe Niveau und machen einfach nur Spaß.
Gerade das im unteren Tempo gehaltene "Der Traum" hat eine wunderschöne - nun- ähm ja: verträumte Atmosphäre - die immer so herrlich zwischen sphärischen Klängen und leicht aggressiven Ausbrüchen hin und her pendelt. Der Song hat auch mit :

Der Traum akzeptiert keine Ordnung
Kein Ufer
Nur das offene Meer
Er krönt unser elendes Tagewerk


Einen der schönsten Textmomente, die ich in einem deutschsprachigen Song kenne. Das Lied lässt das Album auch super ausklingen, das immer wieder wiederholte "Aus: Der Traum" mündet dann in dem schönen Outro "Mein Mondlied".

Ein wirklich tolles und wichtiges Album für mich: Ich denke ohne die Grabnebelfürsten wäre meine Leidenschaft für Musik nie so ausgeartet, wie sie nun mal ausgeartet ist. "Schwarz gegen Weiß" war eines meiner ersten Alben mit denen ich mich wirklich richtig intensiv und ausführlich auseinandergesetzt habe, was sozusagen die Flamme mit der ich für "meine" Musik brenne mit entfacht hat.

Sehr gut. Lustigerweise habe ich zu dem Album "Dynastie oder wie man Herrschaft definiert" eine ähnliche Kennenlerngeschichte. Den Song "Briefe an die Toten" über den MH entdeckt und daraufhin das Album besorgt. In der Zwischenzeit war ich der Meinung, dass die Musik der GNF nicht so richtig gut gealtert ist. Jedoch, in den letzten paar Jahren hat sich das wieder geändert und ich höre (v.a. die "Dynastie"), sicherlich auch beladen mit einer Portion Nostalgie, die GNF wieder recht gern.
 
Habe ich bei dem Svdestada Album noch geschrieben, dass ich meinen Crust am liebsten mit Black Metal und viel Melodie vermengt mag ist das folgende Album die berühmte Ausnahme.
Ich werde in diesem Post das in diesem Jahr erschienene Album "Från Melankoli till Meningslöshet" von den finnischen Dispyt vorstellen.

Cover:
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Tracklist:

01. Forna tiders svårmod
02. Från melankoli till meningslöshet
03. Var fan är det fel?
04. Tomhetens madrigal
05. Verklighetens besvikelse
06. Ingen förtröstan
07. Livslustens katakomber
08. Förkrossad själ och blodiga händer
09. Men sist och slutligen handlar ju ändå allting om döden

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=x2cFmg6vvsg&list=PLZNIiX5UQ_PExreqAVr9QCvvO6KGtRNCT
Bandcamp: https://dispyt.bandcamp.com/album/fr-n-melankoli-till-meningsl-shet
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Dispyt/3540433798

Aufmerksam bin ich auf dieses Album in dem Crust Thread geworden als es von @Daruma (nochmal danke dafür!) beworben und als Crust mit Black und Death Metal Schlagseite vorgestellt wurde.
Allein diese Beschreibung hat mich schon neugierig gemacht und ich habe direkt über Bandcamp reingehört. Und was soll ich sagen...das Album hat mich einfach umgehauen. Schon die ersten paar Sekunden vom Opener verströmen eine so bösartige "Fuck Off!" Stimmung, dass ich sofort Feuer und Flamme war. Und als der Song dann endlich richtig begonnen hat wähnte ich mich im 7. Himmel: Aggressiv, angefressen und düster. Generell muss ich auch mal wieder den extrem angefressenen Gesang hervorheben: Herrlich wie sich hier ausgekotzt wird...dabei schwankt die Stimme zwischen sinister, wahnsinnig und einfach nur garstig angefressene und mit einem dicken, fetten Mittelfinger versehen - letzteres trifft auch sehr gut auf die Musik zu.

Ich habe bei dem Album eh immer einen dunklen, langen Tunnel vor Augen in dem es stinkt, wo alles verdunkelt ist und sich zwielichtige Gestalten herumtreiben. Alles ist dreckig, heruntergekommen und einfach nur assig. Irgendwo steht eine brennende Mülltonne, deren Schein alles in so eine dreckige, ungastliche und unwirkliche Atmosphäre taucht. Irgendwo hört man Musik, folgt man der immer lauter werdenden Klangkulisse trifft man irgendwann auf eine kleine abgeranzte Bühne auf der die Band steht und ihre brachialen Crust-Hymnen spielt.

Auf dem ganzen Album wird fast nur sehr schnell gespielt....die einzelnen Lieder haben zwar immer mal wieder etwas langsamere Passagen, aber die Meiste Zeit wird in einem aberwitzigen Tempo, immer wieder zwischen Black Metal und Crust hin- und herwechselnd, durchgeholzt.
Dabei stehen die langsameren Passagen der Band echt gut, klingt sie dann doch unglaublich heavy, düster und brachial. Man höre sich nur mal "Tomhetens Madrigal" an - der wohl langsamste Song auf dem Album, der auch nicht wirklich ausbricht, sondern sich die ganze Zeit im langsamen bis mittleren Tempo aufhält und mit klar gesprochenen Texten aufgelockert wird. Auf diesem Lied klingt die Band sehr bösartig, heavy und auch wenn gegen Ende dann ein wenig Fahrt aufgenommen wird und die Gitarre ihr einsames Lied singt, wird es nicht traurig, oder besonders melancholisch, sondern es bleibt einfach bei dieser düsteren, alles zermalmenden Verbitterung - auch gesanglich perfekt umgesetzt.

Nach diesem doch eher getragenen Song geht es dann mit "Verklighetens Besvikelse" direkt wieder in die Vollen, was zu ein herrlich chaotisches Crust-Geprügel und einem Sänger der hier völlig am Rad dreht und seine Wut einfach - ohne sich zurückzuhalten - herausbrüllt. Das Lied kommt so verdammt brachial und brutal rüber nach dem langsameren "Tomhetens Madrigal", dass ich einfach durch wild durch die Wohnung/Bahn/Wanderweg/Wald marodieren möchte (was ich, wenn ich genauer darüber nachdenke, eigentlich recht oft machen möchte, wenn ich solche Musik höre). Tolles Lied, das genau an die richtige Stelle auf dem Album gesetzt wurde. Mein absoluter Lieblingssong auf dem Album ist allerdings "Livslustens Katakomber": Allein dieser (leicht epische) Anfang wo das Lied dann so herrlich ranzig Crust-Punkig voran rumpelt ist einfach nur geil. Dazu grollt sich der Sänger in eine regelrechte Ekstase...der Song macht einfach Spaß, auch weil er das komplette Album echt gut zusammenfasst: Man hat den düsteren, etwas langsameren Anfang, bevor der Song nach ca. der Hälfte ins Up-Tempo wechselt. Auf dem nachfolgenden "Förkrossad själ och blodiga händer" kotzt sich die Band einfach so herrlich stumpf und brachial 2 Minuten lang aus - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Macht aber gerade deswegen so unglaublich viel Spaß.
Das abschließende "Men sist och slutligen handlar ju ändå allting om döden" könnte man fast schon als epischsten Song des Alumbs titulieren: Ist er mit seinen 04:16 Minuten aufjedenfall der längste Song auf der "Från Melankoli till Meningslöshet""....auch fährt die Band auch noch mal alles auf, was das Album so toll macht. Der etwas langsamere Mittelteil lässt dann noch mal kurz aufatmen, bevor es im Galopp zu Ende geht.

Ein wirklich tolles Album, was eine Zeitlang wirklich mehrmals täglich bei mir lief - die Spielzeit von 24 Minuten ist dabei für diese Art der Musik genau richtig.
Wenn ihr nur ein wenig auf angeschwärzten Crust steht kann ich euch die ""Från Melankoli till Meningslöshet" wirklich nur ans Herz legen.
Auf der Bandcamp-Seite könnt ihr euch das Album für faire 4,50 EURO als digitale Kopie sichern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe ich bei dem Svdestada Album noch geschrieben, dass ich meinen Crust am liebsten mit Black Metal und viel Melodie vermengt mag ist das folgende Album die berühmte Ausnahme.
Ich werde in diesem Post das in diesem Jahre erschienene Album "Från Melankoli till Meningslöshet" von den finnischen Dispyt vorstellen.

Cover:
a0356062496_16.jpg


Tracklist:

01. Forna tiders svårmod
02. Från melankoli till meningslöshet
03. Var fan är det fel?
04. Tomhetens madrigal
05. Verklighetens besvikelse
06. Ingen förtröstan
07. Livslustens katakomber
08. Förkrossad själ och blodiga händer
09. Men sist och slutligen handlar ju ändå allting om döden

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=x2cFmg6vvsg&list=PLZNIiX5UQ_PExreqAVr9QCvvO6KGtRNCT
Bandcamp: https://dispyt.bandcamp.com/album/fr-n-melankoli-till-meningsl-shet
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Dispyt/3540433798

Aufmerksam bin ich auf dieses Album in dem Crust Thread geworden als es von @Daruma (nochmal danke dafür!) beworben und als Crust mit Black und Death Metal Schlagseite vorgestellt wurde.
Allein diese Beschreibung hat mich schon neugierig gemacht und ich habe direkt über Bandcamp reingehört. Und was soll ich sagen...das Album hat mich einfach umgehauen. Schon die ersten paar Sekunden vom Opener verströmen eine so bösartige "Fuck Off!" Stimmung, dass ich sofort Feuer und Flamme war. Und als der Song dann endlich richtig begonnen hat wähnte ich mich im 7. Himmel: Aggressiv, angefressen und düster. Generell muss ich auch mal wieder den extrem angefressenen Gesang hervorheben: Herrlich wie sich hier ausgekotzt wird...dabei schwankt die Stimme zwischen sinister, wahnsinnig und einfach nur garstig angefressene und mit einem dicken, fetten Mittelfinger versehen - letzteres trifft auch sehr gut auf die Musik zu.

Ich habe bei dem Album eh immer einen dunklen, langen Tunnel vor Augen in dem es stinkt, wo alles verdunkelt ist und sich zwielichtige Gestalten herumtreiben. Alles ist dreckig, heruntergekommen und einfach nur assig. Irgendwo steht eine brennende Mülltonne, deren Schein alles in so eine dreckige, ungastliche und unwirkliche Atmosphäre taucht. Irgendwo hört man Musik, folgt man der immer lauter werdenden Klangkulisse trifft man irgendwann auf eine kleine angeranzte Bühne auf der die Band steht und ihre brachialen Crust-Hymnen spielen.

Auf dem ganzen Album wird fast nur sehr schnell gespielt....die einzelnen Lieder haben zwar immer mal wieder etwas langsamere Passagen, aber die Meiste Zeit wird in einem aberwitzigen Tempo, immer wieder zwischen Black Metal und Crust hin- und herwechselnd, durchgeholzt.
Dabei stehen die langsameren Passagen der Band echt gut, klingt sie dann doch unglaublich heavy, düster und brachial. Man höre sich nur mal "Tomhetens Madrigal" an - der wohl langsamste Song auf dem Album, der auch nicht wirklich ausbricht, sondern sich die ganze Zeit im langsamen bis mitterlen Tempo aufhält und mit klar gesprochenen Texten aufgelockert wird. Auf diesem Lied klingt die Band sehr bösartig, heavy und auch wenn gegen Ende dann ein wenig Fahrt aufgenommen wird und die Gitarre ihr einsames Lied singt, wird es nicht traurig, oder besonders melancholisch, sondern es bleibt einfach bei dieser düsteren, alles zermalmenden Verbitterung - auch gesanglich perfekt umgesetzt.

Nach diesem doch eher getragenen Song geht es dann mit "Verklighetens Besvikelse" direkt wieder in die Vollen, was zu ein herrlich chaotisches Crust-Geprügel und einem Sänger der hier völlig am Rad dreht und seine Wut einfach - ohne sich zurückzuhalten - herausbrüllt. Das Lied kommt so verdammt brachial und brutal rüber nach dem langsameren "Tomhetens Madrigal", dass ich einfach durch wild durch die Wohnung/Bahn/Wanderweg/Wald marodieren möchte (was ich, wenn ich genauer darüber nachdenke, eigentlich recht oft machen möchte, wenn ich solche Musik höre). Tolles Lied, das genau an die richtige Stelle auf dem Album gesetzt wurde. Mein absoluter Lieblingssong auf dem Album ist allerdings "Livslustens Katakomber": Allein dieser (leicht epische) Anfang wo das Lied dann so herrlich ranzig Crust-Punkig voran rumpelt ist einfach nur geil. Dazu grollt sich der Sänger in eine regelrechte Ekstase...der Song macht einfach Spaß, auch weil er das komplette Album echt gut zusammenfasst: Man hat den düsteren, etwas langsameren Anfang, bevor der Song nach ca. der Hälfte ins Up-Tempo wechselt. Auf dem nachfolgenden "Förkrossad själ och blodiga händer" kotzt sich die Band einfach so herrlich stumpf und brachial 2 Minuten lang aus - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Macht aber gerade deswegen so unglaublich viel Spaß.
Das abschließende "Men sist och slutligen handlar ju ändå allting om döden" könnte man fast schon als epischsten Song des Alumbs titulieren: Ist er mit seinen 04:16 Minuten aufjedenfall der längste Song auf der "Från Melankoli till Meningslöshet""....auch fährt die Band auch noch mal alles auf, was das Album so toll macht. Der etwas langsamere Mittelteil lässt dann noch mal kurz aufatmen, bevor es im Galopp zu Ende geht.

Ein wirklich tolles Album, was eine Zeitlang wirklich mehrmals täglich bei mir lief - die Spielzeit von 24 Minuten ist dabei für diese Art der Musik genau richtig.
Wenn ihr nur ein wenig auf angeschwärzten Crust steht kann ich euch die ""Från Melankoli till Meningslöshet" wirklich nur ans Herz legen.
Auf der Bandcamp-Seite könnt ihr euch das Album für faire 4,50 EURO als digitale Kopie sichern.
Hab das Cover schon mehrmals hier irgendwo gesehen, aber bisher noch nicht reingehört. Mach ich gerade und bin instant verknallt! Ein Sound zum Reinlegen. Und zermalmt werden. Liebs.
 
Habe ich bei dem Svdestada Album noch geschrieben, dass ich meinen Crust am liebsten mit Black Metal und viel Melodie vermengt mag ist das folgende Album die berühmte Ausnahme.
Ich werde in diesem Post das in diesem Jahr erschienene Album "Från Melankoli till Meningslöshet" von den finnischen Dispyt vorstellen.

Cover:
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Tracklist:

01. Forna tiders svårmod
02. Från melankoli till meningslöshet
03. Var fan är det fel?
04. Tomhetens madrigal
05. Verklighetens besvikelse
06. Ingen förtröstan
07. Livslustens katakomber
08. Förkrossad själ och blodiga händer
09. Men sist och slutligen handlar ju ändå allting om döden

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=x2cFmg6vvsg&list=PLZNIiX5UQ_PExreqAVr9QCvvO6KGtRNCT
Bandcamp: https://dispyt.bandcamp.com/album/fr-n-melankoli-till-meningsl-shet
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Dispyt/3540433798

Aufmerksam bin ich auf dieses Album in dem Crust Thread geworden als es von @Daruma (nochmal danke dafür!) beworben und als Crust mit Black und Death Metal Schlagseite vorgestellt wurde.
Allein diese Beschreibung hat mich schon neugierig gemacht und ich habe direkt über Bandcamp reingehört. Und was soll ich sagen...das Album hat mich einfach umgehauen. Schon die ersten paar Sekunden vom Opener verströmen eine so bösartige "Fuck Off!" Stimmung, dass ich sofort Feuer und Flamme war. Und als der Song dann endlich richtig begonnen hat wähnte ich mich im 7. Himmel: Aggressiv, angefressen und düster. Generell muss ich auch mal wieder den extrem angefressenen Gesang hervorheben: Herrlich wie sich hier ausgekotzt wird...dabei schwankt die Stimme zwischen sinister, wahnsinnig und einfach nur garstig angefressene und mit einem dicken, fetten Mittelfinger versehen - letzteres trifft auch sehr gut auf die Musik zu.

Ich habe bei dem Album eh immer einen dunklen, langen Tunnel vor Augen in dem es stinkt, wo alles verdunkelt ist und sich zwielichtige Gestalten herumtreiben. Alles ist dreckig, heruntergekommen und einfach nur assig. Irgendwo steht eine brennende Mülltonne, deren Schein alles in so eine dreckige, ungastliche und unwirkliche Atmosphäre taucht. Irgendwo hört man Musik, folgt man der immer lauter werdenden Klangkulisse trifft man irgendwann auf eine kleine abgeranzte Bühne auf der die Band steht und ihre brachialen Crust-Hymnen spielt.

Auf dem ganzen Album wird fast nur sehr schnell gespielt....die einzelnen Lieder haben zwar immer mal wieder etwas langsamere Passagen, aber die Meiste Zeit wird in einem aberwitzigen Tempo, immer wieder zwischen Black Metal und Crust hin- und herwechselnd, durchgeholzt.
Dabei stehen die langsameren Passagen der Band echt gut, klingt sie dann doch unglaublich heavy, düster und brachial. Man höre sich nur mal "Tomhetens Madrigal" an - der wohl langsamste Song auf dem Album, der auch nicht wirklich ausbricht, sondern sich die ganze Zeit im langsamen bis mittleren Tempo aufhält und mit klar gesprochenen Texten aufgelockert wird. Auf diesem Lied klingt die Band sehr bösartig, heavy und auch wenn gegen Ende dann ein wenig Fahrt aufgenommen wird und die Gitarre ihr einsames Lied singt, wird es nicht traurig, oder besonders melancholisch, sondern es bleibt einfach bei dieser düsteren, alles zermalmenden Verbitterung - auch gesanglich perfekt umgesetzt.

Nach diesem doch eher getragenen Song geht es dann mit "Verklighetens Besvikelse" direkt wieder in die Vollen, was zu ein herrlich chaotisches Crust-Geprügel und einem Sänger der hier völlig am Rad dreht und seine Wut einfach - ohne sich zurückzuhalten - herausbrüllt. Das Lied kommt so verdammt brachial und brutal rüber nach dem langsameren "Tomhetens Madrigal", dass ich einfach durch wild durch die Wohnung/Bahn/Wanderweg/Wald marodieren möchte (was ich, wenn ich genauer darüber nachdenke, eigentlich recht oft machen möchte, wenn ich solche Musik höre). Tolles Lied, das genau an die richtige Stelle auf dem Album gesetzt wurde. Mein absoluter Lieblingssong auf dem Album ist allerdings "Livslustens Katakomber": Allein dieser (leicht epische) Anfang wo das Lied dann so herrlich ranzig Crust-Punkig voran rumpelt ist einfach nur geil. Dazu grollt sich der Sänger in eine regelrechte Ekstase...der Song macht einfach Spaß, auch weil er das komplette Album echt gut zusammenfasst: Man hat den düsteren, etwas langsameren Anfang, bevor der Song nach ca. der Hälfte ins Up-Tempo wechselt. Auf dem nachfolgenden "Förkrossad själ och blodiga händer" kotzt sich die Band einfach so herrlich stumpf und brachial 2 Minuten lang aus - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Macht aber gerade deswegen so unglaublich viel Spaß.
Das abschließende "Men sist och slutligen handlar ju ändå allting om döden" könnte man fast schon als epischsten Song des Alumbs titulieren: Ist er mit seinen 04:16 Minuten aufjedenfall der längste Song auf der "Från Melankoli till Meningslöshet""....auch fährt die Band auch noch mal alles auf, was das Album so toll macht. Der etwas langsamere Mittelteil lässt dann noch mal kurz aufatmen, bevor es im Galopp zu Ende geht.

Ein wirklich tolles Album, was eine Zeitlang wirklich mehrmals täglich bei mir lief - die Spielzeit von 24 Minuten ist dabei für diese Art der Musik genau richtig.
Wenn ihr nur ein wenig auf angeschwärzten Crust steht kann ich euch die ""Från Melankoli till Meningslöshet" wirklich nur ans Herz legen.
Auf der Bandcamp-Seite könnt ihr euch das Album für faire 4,50 EURO als digitale Kopie sichern.
Danke für die Erwähnung. Ansonsten wäre mir dieser schöne Thread entgangen. In unserer Jugend waren ja ähnliche Scheiben prägend (Damnation von CoF, Into the Lungs von God Dethroned und sogar die Heft-CD vom Metal Hammer), daher bin ich besonders neugierig, was du sonst noch so posten wirst.
 
Weiter machen möchte ich mit einem Album von einer Band, die mir besonders am Herzen liegt.
Als nächstes werde ich das "To the Stars" Album von Nyktophobia, einer Melodic Death Metal Band aus Datteln, besprechen.

Cover:
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Tracklist:
01. The Gateway
02. To the Stars
03. Farewell
04. Charons Gate
05. The Fall of Eden
06. Progenitor
07. Behind the Stars Exists No Light
08. Millenium
09. Voyager 1

Links:
Youtbe: https://www.youtube.com/watch?v=1Exk5tmO-bk&list=RD1Exk5tmO-bk&start_radio=1
Bandcamp: https://nyktophobia.bandcamp.com/album/to-the-stars
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Nyktophobia/To_the_Stars/1236985

Bevor ich mit dem oben genannten Album starte, möchte ich die Band erstmal so vorstellen: Die Band Nyktophobia (=die Angst vor der Dunkelheit) wurden 2015 gegründet und haben zwei Jahre später ihr Debut Album "Fallen Empire" veröffentlicht. Auf dem Album wird wirklich sehr, sehr guter Melodic Death Metal geboten, der sich musikalisch am ehesten irgendwo zwischen alten Amon Amarth und At The Gates einordnen lässt.
Schon auf dem Debut hat die Band (in meinen Ohren) es geschafft einen komplett eigenen Sound zu kreieren: Ich kann es nicht genau sagen, aber es sind einfach die Melodien und die Atmosphäre, die dem Sound der Band etwas ganz eigenes verleihen. Zudem hat man auf Debut schon mit Liedern wie "Flight of the Phoenix", "Hammer of the Gods", oder auch "Codex Gigas" kleine Hits an Bord.
Der Gesang erinnert mich zudem an einen ganz jungen Johan Hegg - die Screams werden hier noch nicht sooft eingesetzt wie auf späteren Alben. Bei dem zweiten Album welches 2018 erschienen ist hat man den Sound dann noch ein wenig verfeinert. Eine bessere Produktion sorgt zudem auch noch für mehr Durchschlagskraft bei den Liedern. Anspieltipps sind das brachiale "Taken by Storm", das epische "Trident of Doom" und der tolle Opener "Lost Kingdom". Und schon auf dem zweiten Album hat die Band diese wunderbar cheesigen, aber niemals überkitschten Melodien, die für so manchen Ohrwurm sorgen.
Zwei Jahre später hat die Band mit "What Lasts Forever" ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht und ihren Stil perfektioniert: Endlich mit einer richtigen guten Produktion ausgestattet ist hier wirklich jeder Song einfach nur kleiner Hit. Das beginnt schon bei den schönen Intro, welches mit wunderschönen Geigenklängen in den erhabenen Opener "Echoes of the Past" mündet. Ab diesem Album beginnt die Band nun auch vermehrt damit mit Keifgesang zu arbeiten, welcher echt gut zu diesen tiefen Growls passt und für sehr viel Abwechslung innerhalb der Lieder sorgt. "What Lasts Forever" ist neben der "To the Stars" mein absolutes Lieblingsalbum der Band: Schnell, melodisch mit einer wunderschönen verträumten und melancholischen Atmosphäre ausgestattet (man höre sich nur mal "Beyond the Horizon" und "Nightwanderer" an).
Nach der fantastischen "What Lasts Forever" veröffentlichte die Band diverse Singles (die "Winter Assault" Single ist absolut empfehlenswert - eine ihrer besten Songs), eine Split mit den ebenfalls tollen Nigh in Gales
und schließlich im Jahr 2024 das aktuelle Album "To the Stars" auf das ich hier ein wenig näher eingehen möchte.

Auch muss ich hier nochmal erwähnen wie schön die Cover sind, die die Band seit ihrem ersten Album verwendet....da ist wirklich eines schöner als das andere. Mein Favoriten bleibt hier auch das Cover der "What Lasts Forever" - ich liebe hier einfach alles: Das Motiv, die Farbgebung und die Atmosphäre welche das Bild vermittelt.

Warum ich mir bei so einer starken Diskographie ausgerechnet dieses Album genauer vorstellen möchte ist schnell erklärt: Auch wenn ich alle Alben der Band richtig klasse finde ist das aktuelle "To the Stars" Album doch das Album, welches mit emotional am meisten anspricht und mitnimmt.
Das beginnt schon bei dem schönen Klavier-Intro "The Gateway" was schon eine gewisse Sehnsucht weckt...ich kann nicht mal genau beschreiben wonach genau diese Sehnsucht sich sehnt, aber sie ist plötzlich da.
Ist es vielleicht - auch in Verbindung mit dem fantastischen Cover - der Wunsch einfach zu verschwinden? Einfach aus dem Alltag auszubrechen um ein Leben zu lebene, welches nicht nur eine Mischung aus arbeiten, aufstehen und schlafen gehen ist? Der erste Song, gleichzeitig auch Titelsong, nimmt diesen Faden direkt auf: Ein schneller Song, mit dezenten Keyboards im Hintergrund und im Gesang mit einer Mischung aus Growls und (sehr guten) Screams. Generell muss ich hier nochmal sagen, dass der Gesang (Growls, sowie Screams) eine der größten Stärken der Band ist. Neben den tollen Melodien, die sich auch auf dem aktuellen Album nahezu mühelos aus den Ärmel zu schütteln scheinen. Bei ersten Lied killt mich auch jedes mal dieser ruhigen Klavierpart zwischen 02:51 und 03:05 Minuten, bevor es in Höchstgeschwindigkeit weitergeht.
Auch schafft es die Band die durch das Intro erzeugte Sehnsucht mit einer wunderschönen Textzeile in Worte zu fassen:

To the stars it's time to leave these shores
follow us into the night, the night that we adore


Das anschließende "Farewell" ist dann der erste richtige Hit auf dem Album: Melancholisch, mit einer verträumten Atmosphäre ausgestattet wechselt der Song zwischen härteren Passagen mit Growls und ruhigeren, etwas entspannteren Abschnitten, welche mit Screams unterlegt sind. Auch hier kommt wieder dieses wunderbare schwelgerische und verträumte zum Vorschein, was die Band für mich immer so toll macht, dazu dann die wirklich tollen Melodien, welche auf diesem Album zwar noch eingängiger sind, als auf den vorherigen, aber zu keiner Zeit nerven, oder gar zu dudelig rüberkommen.
Das folgende "Charons Gate" ist eine schöne Up-Tempo Nummer die gut nach vorne geht, und ohne groß Umwege zu machen einfach knapp 4 Minuten lang tollen Melodic Death Metal bietet.

Und dann...dann kommt der erste wirklich Überhit auf dem Album: "The Fall of Eden".
Als ich den Song das erste mal gehört habe war ich richtig ergriffen und fast schon den Tränen nahe....man merkt schon am Anfang was einen hier wahrscheinlich gleich erwarten wird.
Wenn der Song dann endlich loslegt und man direkt diese wunderbar klagenden Melodien hört und der verzweifelte Growl-Gesang einsetzt ist es mich direkt geschehen: Ich befinde mich dann direkt wieder in meiner Welt, ich vergesse alles um mich herum und gibt dann nur noch die Band, die Musik und die Welten, die vor meinen geistigen Auge vorbeiziehen.
Textlich hat dieser Song auch zwei echt schöne Momente: Kurz nach Beginn, wenn das Lied für einen kurzen Moment ganz ruhig wird und der Keifgesang einsetzt:

Beyond the skies all hope must die your god forever failed
Beyond the skies there is no light just darkness that remains


kriege ich das erstemal Gänsehaut, auch weil die Textzeilen so verbittert und resigniert rüberkommen, dass einen selber eine gewisse Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit packt.
Auch wenn der Refrain einsetzt habe ich direkt einen Kloß im Hals:

Paradise taken away
Not for sin, not for eating from forbidden trees
Just out of greed, for to reap its fertility


Der Song ist einfach nur krass und zieht mich auch jedesmal irgendwie so ein wenig runter, aber auf eine positive Art und Weise. Es ist das gleiche wie ich schon bei Worsen geschrieben habe: Durch diese deprimierenden Texte kann ich auch Kraft schöpfen, weil man endlich ein Sprachrohr für seine eigenen, nicht immer positiven Gedanken gefunden hat.
Die drei anschließenden Lieder "Progenitor" (mit seinen wirklich tollen Intro), das epische "Behind the Stars Exists no Light" (hätte auch sehr gut auf der "What Lasts Forever" gepasst) und das schnelle melancholische "Millenium" bieten sehr guten Melodic Death Metal.

Das beste hat sich die Band dann aber bis zum Schluss aufgehoben, denn mit "Voyager 1" haben sie in meinen Ohren einen richtig guten Hit geschrieben. Das fängt schon mit dem ruhigen Intro an und mündet dann in einer sehr verträumten, melancholischen Atmosphäre die direkt wieder diese Sehnsucht erzeugt, die schon beim Intro eingesetzt hat.
Vor meinen geistigen Augen ziehen Karawanen von Raumschiffen vorbei, auf der Suche nach neuen Orten wo wir vielleicht doch noch überleben können. Vielleicht haben wir sogar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und können tatsächlich ein besseres Leben führen, frei von Kriegen und Not.
Diese Gedanken und das Licht der Sterne welches uns anleitet, uns den Weg in eine (hoffentlich) bessere Zukunft zeigt, sind die letzten Hoffnungen die uns voranschreiten lassen.
Der komplette Song ist einfach so wunderschön und erzeugt so viele tolle Geschichten in meinen Kopf, die dafür sorgen, dass ich meinen grauen Alltag mit all seinen Hindernissen und stressenden Situationen einfach für 7 Minuten komplett vergessen kann. Ich kann mich einfach nur der Musik von Nyktophobia hingeben und komplett darin versinken.

Deshalb möchte ich es auch an dieser Stelle noch mal sagen, vielleicht liest ja das eine, oder andere Bandmitglied mit: Vielen Dank für die Musik!
Ohne eure vier Alben wäre mein Leben ein Stückchen grauer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachdem wir uns mit dem letzten Album auf zu den Sternen gemacht haben verschlägt es uns jetzt in den Wilden Westen.
Denn ich werde das "Deathwestern" Album von SpiritWorld vorstellen.

Cover:


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Tracklist:
01. Mojave Bloodlust
02. Deathwestern
03. Relic of Damnation
04. Purafied in Violence
05. Ulcer
06. Committee of Buzzards
07. The Heretic Butcher
08. Moonlit Torture
09. Crucified Heathen Scum
10. Lujuria Satanica
11. 1000 Deaths

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=nd74ifxCFoc&list=RDnd74ifxCFoc&start_radio=1
Bandcamp: https://spiritworldprophet.bandcamp.com/album/deathwestern-24-bit-hd-audio
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Spiritworld/3540470681

Ich bin damals auf die Band aufmerksam geworden, weil Youtube mir das Album eines Tages mal vorgeschlagen hat...angefixt durch das wirklich coole Cover, was wirklich nach so einem herrlich trashigen Pulp-Comic ausschaut, habe ich fast schon instand auf das Video geklickt und war gespannt was zu Musik mich erwartet.
Ich muss ehrlich sagen, dass was ich dann zu hören bekommen habe, habe ich nicht wirklich erwartet. Meine Erwartungshaltungen gingen eher so Richtung Horror-Punk.
Ich hätte damals nicht falscher liegen können, denn die Band spielt eine brachiale Mischung aus Thrash, Death, ein wenig klassischem Heavy Metal und Hardcore. Auf dem Album wird wirklich gut 36 Minuten einfach nur Aggressionen, Wut, Hass und religiöser Wahnsinn ausgelebt - wirklich kein Song, bis auf vielleicht das Intro und die kleineren Intros die manchen Song einleiten, ist in irgendeiner Form ruhig.
Hier wird wirklich konstant durchgebolzt und wenn man glaubt es geht nicht mehr brachialer wird man eines besseren belehrt.

Dabei fängt das Album so entspannt mit dem Intro "Mojave Bloodlust" an....Western-Gitarren und rauschender Wind sorgen für eine recht nette Atmosphäre, man fühlt sich an den einen, oder Italo-Western erinnert und als das Intro mit den netten Worten:

So, let me ask in closing
Are you anti-Christ
or are you for Christ?
Those are your only options
Well, what are we waiting for
Let's find a saloon


endet ahnt man irgendwie auch nichts böses...nun...und dann kommt der erste richtige Song, gleichzeitig auch Titelsong, und man wird direkt mit einem kumpelhaften Schlag in die Magengrube begrüßt.....bevor es im Thrash Galopp weiter geht und dann für ein paar Sekunden alle Dämme brechen: Nach einem hingebungsvoll gebrüllten "Only hatred grows!" prügelt die Band auf einmal los und befindet sich in einen regelrecht wahnhaften Rausch....anschließend geht es im stampfenden Rhythmus weiter, der Sänge brüllt sich die Seele aus dem Leib, der Text handelt von Wut, Hass und Mord und endet mich den Worten:

A wretch like me
Don't need a cross just the end of a rope


Generell ist die ganze Geschichte die hier erzählt ziemlich krass....dabei handelt es sich um eine Mischung aus Horror, Hexen, Drogen, Gewalt, Gore und religiösen Fanatismus - diese Themen werden musikalisch einfach so konsequent umgesetzt, dass einfach eine ziemlich gute Horrrorfilm-mäßige Atmosphäre erzeugt wird. Auch sorgt der Sänger dafür, dass die Texte entsprechend gut rüberkommen: Stu Folsom schreit, brüllt und flucht sich durch die 11 Lieder als gäbe es kein Morgen mehr. Dabei kriegt er es perfekt hin wie der aggressive Irre zu klingen, dessen Lebens- und Leidensweg in den Texten beschrieben wird. Unterstützt wird er dabei immer mal wieder von Gangshouts, die den Songs noch eine zusätzliche Durchschlagskraft verleihen. Auch das viele Textzeile immer und immer wiederholt werden entwickelt bei den meisten Liedern eine fast schon beschwörende Atmosphäre, als müsste sich der Protagonist immer wieder selbst ins Gedächnis rufen, was zu kranke, kaputte und bösartige Sachen er anstellt, oder ihm wiederverfahren.
Angepeitscht wird Mr. Folsom zusätzlich noch von einer unnachgiebigen Band, die mühelos zwischen den thrashig-deathigen-Hardcore Parts hin- und herwechselt, dass man echt das Gefühl hat die Band würde sich wirklich bei jedem Song in eine Art Rausch spielen.

Dann gibt es immer mal wieder Momente, die die Songs dann doch wieder ein bisschen auflockern und für den einen, oder anderen "WoW"-Moment sorgen: Der langgezogene Schrei zu beginn von "Purafied in Violence" zum Beispiel, der einer klassischen Heavy Metal Band auch gut zu Gesicht stehen würde, oder das eingespielt Sprachsample in "Committee of Buzzards".
Solche Momente lockern das Gerödel und Geprügel ungemein auf ohne das generell Aggressionslevel zu mindern, welches auf dem Album vorherrscht.
Mit dem Lied "The Heretic Butcher" hat die Band zudem einen meiner absoluten Lieblingssong geschrieben - nicht nur auf dem Album sondern generell: das Intro, welches den Song einleitet, bevor er dann losstampft und dabei einfach so unfassbar und angefressen klingt, dazu ein Herr Folsom, der so herrlich fanatisch und irre klingt wie auf keinem anderen Song (na gut...vielleicht auf dem letzten Lied noch).
Der Song ist einfach der Wahnsinn, so herrlich treiben, brachial und gewalttätig, dazu Textzeilen wie:

Eviscerated by the light of the moon
Covered in pitch and left to burn
Annihilator of the demon kind
ANNIHILATOR OF THE DEMON KIND!
The heretic butcher
THE HERETIC BUTCHER!


sorgen einfach für eine so herrliche Horrorfilmatmosphäre - generell habe ich bei dem ganzen Album immer so einen trashigen B-Movie Horrfilm aus den 80zigern vor Augen:
Gewalt, Drogen, religiöser Fanatismus und Hexerei wären eigentlich eine ziemlich gute Kombi für einen unterhaltsamen Film.
Mit "Moonlit Torture" hast die Band einen reinen Death Metal Song auf dem Album, der mir schon durch seinen im mittleren Tempo gehaltenen Anfang gefällt....am Ende werden dann auch noch ein paar Zeilen von Dwid Hellion (Integrity) beigesteuert.
"Crucified Heathen Scum" ist dann einfach nur eine 1,5 minütige Abrissbirne...herrlich wie der Song mit einem aggressiv herausgerotzen:

His everlasting light shines down on me
Crucified heathen scum!


Ich möchte auch noch mal den letzten Song "1000 Deaths" hervorheben, der noch mal Trademarks des Album in sich vereint, inklusive eines extrem kaputten Brüll-Kreischgesangs am Anfang.
Ein echt tolles Album, was ich nur jedem ans Herz legen kann, der sich 36 Minuten lang musikalisch verprügeln lassen will.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun begeben wir uns die eisigen Weiten von Blashyrkh. Folgt mir in das Königreich des ewig währenden Winters um die Unsterblichen "Sons of Northern Darkness" zu besuchen.

Cover:

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Tracklist:


01. One by One
02. Sons of northern Darkness
03. Tyrants
04. Demonium
05. Within the Dark Mind
06. On My Kingom Cold
07. Antarctica
08. Beyond the North Waves

Links:

Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Hz2NiV3rDrM&list=RDHz2NiV3rDrM&start_radio=1
Bandcamp: https://immortal.bandcamp.com/album/sons-of-northern-darkness
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Immortal/75

Immortal begleiten mich auch schon ewig auf meinem musikalischen Werdegang - sie waren auch mein erster Berührungspunkt mit norwegischen Black Metal. Das muss so 2004/2005 rum gewesen sein, als ich mit meinen Eltern beim Media Markt war und mich durch die Heavy Metal Abteilung gewühlt habe...dabei ist mir dann die "Sons of Northern Darkness" in die Hände gefallen.
Den Namen "Immortal" habe ich schon öfters im Metal Hammer gelesen, zudem hatte ich einen Bericht über das Inferno-Festival in Norwegen gelesen in dem ein Bild von Abbath in voller Pracht abgebildet war.
Dieses Auftreten der Band mich sofort fasziniert und ich wollte unbedingt mal reinhören und diesen für mich damals sagenumwobenen norwegischen Black Metal kennenzulernen.
Beim Media Markt hatten sie dieses besondere DIN A5 Digipack, welches sich nach allen Seiten ausklappen lies - das führte dazu, dass man mir das Album an der Info nicht aus der Folie holen wollte, weil man Angst hatte es würde zu schnell verranzen, wenn man es ohne Folie wieder zurückgestellt.
Nun hatte ich also zwei Möglichkeiten......(auch in Hinblick auf mein schmales Taschengeld und die damit finanziellen Mittel): Zurückstellen und hoffen, dass man woanders und zu späteren Zeitpunkt ein Album der Band kaufen kann, im Idealfall sogar mir vorher reinhören, oder einfach blind kaufen und das beste hoffen. Ich habe mich für zweiteres entschieden und damit eine meiner besten Entscheidungen meines Lebens getroffen.
Meine Eltern die den ganzen Kauf mitbekommen haben beäugten das alles ein wenig kritisch, weil ihnen das Cover ein wenig suspekt vorkam - im Gegensatz zu ihrem 16 jährigen Sohn, der das total abgefeiert hat.
Als wir dann im Auto saßen, auf dem Weg nach Hause, meinte mein Vater (gespielt) locker ich solle die CD mal auspacken und wir hören rein....gesagt getan, CD wurde in den CD-Player geschoben und "One by One" donnerte los....ihr könnt euch mit Sicherheit vorstellen was passiert ist: Meine Eltern waren leicht geschockt, ich war begeistert, wenn auch ein wenig erschlagen von dem Sound.
Wir haben das Album recht schnell ausgeschaltet und mein Vater gab mir das Album mit den Worten "Nun....Hauptsache es gefällt dir!" zurück.

Als wir dann zu Hause waren habe ich mich schnellstmöglich in mein Zimmer zurückgezogen habe, damit ich das Album in Ruhe über Kopfhörer das erste mal hören konnte.
Mir hat sich sogleich eine komplett neue Welt eröffnet....ich kam den ganzen Tag nicht mehr aus meinem Zimmer heraus, habe die "Sons of northern Darkness" hoch und runtergehört und habe mich dabei immer mehr in die Songs verliebt. Am nächsten Tag habe ich mir dann überlegt wie ich an andere Immortal Alben rankomme....ich hatte zu dem Zeitpunkt noch kein Internet, also bin ich wieder zum Media Markt (ein anderer als wo ich mir das Album gekauft habe) gelatscht, bin zur Info und habe ganz naiv gesagt: Ich möchte Immortal Alben haben! Welche haben Sie da?
Der Herr an der Info guckte mich mit großen Augen an, lachte dann und fragte mich: Stehste auf alte, oder neuere Immortal?
Wie sich dann herausstellte hörte er auch viel Metal, zwar weniger extrem Metal, aber die großen Bands waren ihm bekannt und er erklärte mir mit einer Engelsgeduld welche Alben er mir für einen guten Überblick empfehlen würde. So bestellte ich mir dann (weil leider kein Immortal Album im Laden stand) "Battles in the North", "Pure Holocaust" und "At the Heart of Winter". "Battles in the North" kam recht schnell, nach ca. einer Woche an.....das Album war dann das erste wirkliche klassische Norwegian Black Metal Album das ich gehört habe und ich war verzückt....der Sound, Abbath knarzender Gesang und die Texte über Winterbattles, Winters, Snow und natürlich Blashyrkh haben mich voll in ihren Bann gezogen.
Anschließend bin ich fast täglich zum Media Markt gelaufen und habe gefragt wann denn endlich die anderen beiden Alben ankommen...nach insgesamt vier Wochen warten hielt ich dann auch die "Pure Holocaust" und die "At the Heart of Winter" in den Händen. Wie nicht anders zu erwarten gefielen mir diese beiden Alben auch genau so gut wie die anderen beiden, die ich schon besaß....nach und nach kaufte ich mir auch noch die restlichen Alben zusammen und war eine Zeitlang wie besessen von der Band - ich hörte wirklich nichts anderes mehr.

Als sich der Musikgeschmack dann weiter entwickelt hat, man aufgrund der ersten Ausbildung plötzlich mehr Geld für Musik zur Verfügung hatte und immer mehr neue Bands hinzukamen, die mir gefielen, rückte meine Begeisterung für die Unsterblichen ein wenig in den Hintergrund, aber sie war nie wirklich weg.
Auch heute merke ich das noch: Ich habe Phasen da höre ich nichts anderes außer Immortal und ich kann auch jedem Immortal-Album etwas abgewinnen....selbst die recht schwache "All Shall Fall" kann ich mir ganz gut anhören, die letzten beiden Alben, allen voran die "War against all" finde ich sogar richtig stark. "Northern Chaos Gods" und "War against all" stehen Alben wie "At the Heart of Winter", oder "Damned in Black" in nichts nach. Und auch die viel gescholtene "Blizzard Beasts" finde ich stark.....beim ersten mal hören eher weniger, sie hat halt nicht mehr ganz so viel gemein mit dem typischen Immortal Sound, aber ich habe in den Jahren in denen ich die Band schon höre, den Gedanken schätzen gelernt, dass Immortal hier Morbid Angel nachspielen. Tolles Album, was so ein wenig aus dem rahmen fällt, aber vielleicht deshalb so viel Spaß macht und mit "Mountains of Might" auch einen der besten Immortal Songs enthalten hat.

Aber mein liebstes Album der Band wird auf ewig die "Sons of northern Darkness" sein, allein schon weil es mein erstes Album der Band war und ich mit ihm immer die oben beschriebene Geschichte verbinde. Aber auch die auf dem Album enthaltenen Lieder finde ich von allen Immortal Veröffentlichungen am stärksten: Sei es nun der brachiale Opener "One by One", oder der Titelsong mit seinem epischen Mitteilteil:
Die Lieder sind einfach unglaublich gut und durchdacht gemacht. Auch "Tyrants" ,was von einigen immer als ein wenig nervig empfunden wird, finde ich super. Nach den beiden schnellen Liedern macht sich so ein hymnenhafter Mid-Tempo-Stampfer ganz gut.
Ich muss auch sagen, dass mir die Texte von Immortal sehr gut gefallen haben...dieser Fantasy-Winter-Battle-Kitsch und die Geschichten um Blashyrkh haben mich immer in eine andere Welt entführt.
Zudem setzen Immortal das textliche Konzept auch immer gut in die Songs um: Bei Liedern wie "In My Kingdom Cold", oder "Within the Dark Mind" passen Text und Musik einfach perfekt zusammen.
"In My Kingdom Cold" ist für mich auch einer der besten, wenn nicht sogar DER beste Immortal Song überhaupt....allein das Ende das sich immer weiter hochschraubt, die Erwartungshaltungen des Hörers in fast unermessliche Höhen treibt ist einfach nur stark. Und wenn der Song dann dem final hervorgeknarzten "This Kindgom is mine! Ua!" ausbricht bekomme ich selbst heute, 20 Jahre wo ich das Album nun schon kenne, Gänsehaut.
Der einzige Song, der mir immer so ein bisschen Kopfzerbrechen beschert ist "Demonium"....der Anfang ist mir einfach zu hektisch, aber das bessert sich ja zum Glück im weiteren Verlauf des Liedes und dann finde ich ihn sogar ganz gut.
Und was ich der Band auch heute noch zu gute halte ist, dass ich im Zusammenhang mit den letzten beiden Liedern "Antarctica" und "Beyond the North Waves" das erste mal den Namen Bathory aufgeschnappt habe.
Gerade der Song "Beyond the North Waves" ist ja eine ganz tiefe Verbeugung und Huldigung der Viking-Metal Phase von Bathory....nach dem ich diese beiden Songs gehört hatte, dauerte es auch nicht mehr lange bis ich mir die "Hammerheart" und "Blood Fire Death" zugelegt und direkt lieben gelernt habe.

Und erst jetzt wo ich diese Zeilen schreibe realisiere ich auch erst so richtig was mir diese Band bedeutet....hätte ich mir damals nicht die "Sons of Northern Darkness" zugelegt wäre mein musikalischer Weg wahrscheinlich ein wenig anders verlaufen. Immortal haben mir die Tür zum norwegischen Black Metal aufgestoßen, sodass ich mich auch bald mit Bands wie Gorgoroth, Darkthrone, Emperor und Mayhem auseinandergesetzt habe.
Immortal haben neben Summoning eine absolute Ausnahmestellung innerhalb meines Musikgeschmacks - ich werde die Band wahrscheinlich noch bis zum bitteren Ende hören und mich an allen ihren Werken erfreuen können.
 
vielen Dank für die ausführlichen Schilderungen, das liest sich alles unglaublich lebendig und sympathisch.
Bin hier im Forum aktuell nicht so intensiv unterwegs, aber das bessert sich spätestens im Frühling wieder und angesichts solcher Threads merke ich auch direkt wieder, warum ich so gerne hier bin: Die Begeisterung, mit der so viele User ihre Eindrücke und Erlebnisse teilen, ist einfach ansteckend und motivierend. An dir habe ich immer schon bewundert und beneidet, mit welcher Hartnäckigkeit und Hingabe du dich mit den Alben auseinandersetzt. Die Qualität, die sich dir daraus eröffnet, spricht in den Texten dieses Threads für sich! Und Kudos an deine Eltern, die ihren Teil dazu beigetragen haben.
Summoning, Grabnebelfürsten, Dark Funeral und Immortal werde ich direkt morgen mal wieder auflegen, Crystal Coffin, Svdestada Nyktophobia und SpiritWorld werden baldmöglichst angetestet.
Bitte unbedingt weitermachen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Weiter machen möchte ich mit einer Band, die es seit 1990 gibt und es schon auf elf Alben gebracht hat wovon mir jedoch nur das gleich beschriebene richtig gut gefällt - dafür gehört dieses Album auch zu meinen All-Time-Faves.
Heute beschwören wir die "Sumerian Daemons" unter Zuhilfenahme der Griechen von SepticFlesh:

Cover:

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Tracklist:
01. Behold...the Land of Promis
02. Unbeliever
03. Virtues of the Beast
04. Faust
05. When All is None
06. Red Code Cult
07. Dark River
08. Magic Loves Infinity
09. Sumerian Daemons
10. Mechanical Babylon
11. Infernal Suns
12. Shapeshifter"

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=xW9z0bFjlUg&list=RDxW9z0bFjlUg&start_radio=1
Bandcamp: https://septicflesh.bandcamp.com/album/sumerian-daemons
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Septicflesh/892

Wie ich im ersten Satz geschrieben gibt es von der Band SepticFlesh nur ein Album was mir richtig gut gefällt.....das Debut "Mystic Places of Dawn" und die "Communion" kann ich auch mir auch noch Unfallfrei anhören, allerdings entwickelten diese beiden Alben nie die Faszination, die die "Sumerian Daemons" auf mich ausgewirkt hat. Dazu muss man sagen, dass die Band ihren Sound stetig weiterentwickelt hat, sei es nun der traditionelle griechische Black/Death Metal der auf dem Debut gespielt wurde, die Dark und Gothic Metal-lastigeren Nachfolge Alben, oder die orchestralen aktuellen Alben: Die Band hat es zumindest geschafft einen gewissen Sound zu kreieren, den man immer mit SepticFlesh in Verbindung bringt.
Die "Sumerian Daemons" war auch eines der Alben, die ich mir recht früh in meiner extrem metallischen Findungsphase gekauft habe - ich weiß noch, als unser WOM Musikladen in der Innenstadt dicht gemacht hat, hat er gut Rabatte auf seine Waren gegeben. So bin ich dann auch an dieses Album gekommen.
Gehört habe ich von dem Album das erste mal (mal wieder) im Metal Hammer, wo man das Album wieder sehr gut mit 6/7 Punkten bewertet hatte. Genretechnisch hatte man damals etwas geschrieben von einer Mischung aus Symphonischen Black/Death Metal mit Ausflügen in den Dark/Gothic Metal-Bereich und elektronischen Spielereien.
Diese Kette an Wörtern als Genrebezeichnung hat mich damals recht schnell angesprochen und ich habe mir bei der besagten Aktion beim WOM das Album zugelegt und war schon beim ersten mal hören sehr begeistert.

Wer SepticFlesh nur von den aktuellen Alben kennt hat wahrscheinlich dieses orchestralen Overkill im Ohr der über einfach jeden Song gebügelt wird. Das ist unter anderem auch der Hauptgrund weshalb mir die aktuellen Alben der Band überhaupt nicht zusagen: Es passiert mir einfach zu vielen in Songs - zudem geht mir dieser permanente Orchester-Overkill ziemlich auf den Geist...nicht mehr meine Musik, aber ich kann verstehen was man daran mögen kann.
Die "Sumerian Daemons" war da musikalisch noch anders aufgestellt: Hier herrschen zwar auch viele Chöre und Keyboard/Orchester-Samples vor, aber werden sie doch so geschickt in die Songs eingewoben, sodass einige erhabene Momente entstehen.
Anfangen tut das Album nach einem Intro nämlich direkt mit einem ziemlich heftig drauflosprügelnden Death Metal Song....Chöre und Keyboard sind erstmal im Hintergrund zu vernehmen, wodurch der Song so herrlich erdig und aggressiv daherkommt. Die tolle Produktion tut ihr übriges: Recht dumpf gehalten, mit einem "ballernden", aber nicht künstlichen Schlagzeug Sound versehen und sehr Bass-lastig. Auch hört man noch die Gitarren angenehm und gut heraus. Die Growls von Seth sind zudem auch herrlich tief und kraftvoll, was den Liedern, auch wenn sie mal ein wenig zu seicht klingen, immer eine gewisse Härte und Durchschlagskraft gibt.
Schon im Opener kristallisiert sich eine Formal heraus, die die Band auf dem Album häufig anwendet: Schöne Refrains, in vielen Fällen auch mit einer Bridge aus Chören eingeleitet.
"Unbeliever" ist mit der härteste Song auf dem Album, da die ganzen symphonischen Sachen hier noch im Hintergrund agieren.
Das folgende "Virtues of the Beast" zeigt dann wie man einen Refrain perfekt einleiten kann.....der Song beginnt mit einem Mini-Intro, bevor er als Gothic Metal Song mit Klargesang loslegt. Bei dem Song lernt man auch sehr schön die andere, sanftere Seite der Band kennen. Richtig aufdrehen tut der Song dann allerdings, wenn der Frauenchor einsetzt und der Song etwas an Fahrt aufnimmt - bevor der Chor mit einem mit aller Gewalt hervorgegrollten "The Virtues of the Beast!" wieder beendet wird und der Song wieder in den gotisch metallischen Anfangsteil zurückfällt. Generell gehört das Lied eher zu den verträumteren Liedern auf dem Album....aber es erwarten uns noch wirklich sehr, sehr schöne Songs auf die ich noch näher eingehen werden.

"Faust" ist dann nach einem kurzen Intro eine richtige Abrissbirne...auch hier werden wieder Deathmetalllische-Höchstgeschwindigkeits-Abschnitte von einem sich in seiner Intensität steigernden Frauenchor unterstützt - was ich einfach nur klasse finde. Auch weil das ganze kein bisschen billig, oder lächerlich klingt. "Faust" ist neben dem Opener und dem Titelsong der Death Metal lastigste Song auf dem Album.
Der Song kommt auch direkt noch mal härter, weil der vorherige Song "Virtues of the Beast" recht ruhig war.
"When All is None" ist dann ein eher im Mid-Tempo gehaltener Song der auch wieder geschickt zwischen Gothic Metal und einigen etwas härteren Parts wechselt. Auch merkt man an diesem Song wie gut es die Band hinbekommt die symphonischen Elemente einzubauen: Im Hintergrund passiert gerade bei den ruhigeren Momenten die eine oder andere Kleinigkeit, die aufhorchen lässt, sich aber nie in den Vordergrund drängt.
Schön ist auch der aggressive Abschluss wo der Song kurzzeitig ausbricht, was nach dem restlichen eher ruhigen Songverlauf sehr gut kommt.
Das anschließende "Red Code Cult" ist der vielleicht schwächste Song auf dem Album - wenn man mal von der letzten Minute absieht...bei diesem sehr schnellen Song sind die symphonischen Elemente leider sehr, sehr schlecht gealtert - allein dieser plötzlich eingestreute Blast-Part zwischen 02:45 und 03:10 Minuten wirkt ein wenig deplatziert. Der Song ist nicht schlecht und er lässt sich im Albumkontext auch gut weghören, aber im Gegensatz zu den vorherigen Liedern ist er leider eher schwach.

Die nächsten beiden Lieder "Dark River" und "Magic Loves Infinity" sind reine Gothic/Dark Metal Songs. Hier zeigt sich dann auch wie toll es die Band versteht sanfte Elemente mit tiefen Growls, Frauengesang und Keyboard zu verbinden ohne in den tiefsten Kitsch abzugleiten. Das in "Dark River" immer mal wieder geflüsterte "Dark River" ist einfach schön und verleiht dem ganzen Song eine leicht verträumte Atmosphäre, dazu schöne Gitarrenmelodien, die den Song sehr eingängig machen. "Magic Loves Infinity" ist dann eher der düstere Gegenpart zu "Dark River" und ist generell ruhiger. Bei diesem langsamen Lied setzt man mehr auf Atmosphäre, die man durch ein schön eingesetztes Keyboard und kleinere elektronische Spielerein erzeugt. Beide Songs bilden eine gute Einheit und man sollte die beiden wirklich immer zusammen hören - jeder für sich genommen und einzeln gehört macht zwar auch Spaß, aber irgendwie geht da einiges an dieser verträumten und einnehmenden Atmosphäre verloren die in den knapp acht Minuten aufgebaut wird. (Fun Fact am Rande: beide Songs gehen auch exakt 03:58 Minuten).

Der anschließende Titel Song ist dann das genaue Gegenteil: Nach einem kurzen Intro prügelt der Song erhaben und fast schon episch voran....gerade in diesem Lied fällt das tolle Schlagzeugspiel auf.
Auch fällt in diesem Lied auf, dass man fast komplett auf Keyboard und Chöre verzichtet....nur bei den gesprochenen Worten zwischen 02:44 und 03:01 Minuten hört man leise Keyboard-Sounds und am Ende
nach dem finalen "I am no human now - because I choose to know!" hört man nochmal einen Frauenchor, aber das wars. Sonst prügelt der Song recht geerdet und ohne viel Ballast durch. Toller Song, gerade weil man ihn nach dem ruhigen "Dark River" und "Magic Loves Infinity" platziert hat wirkt er wie eine Art Befreiungsschlag.
"Mechanical Babylon" ist dann der Ohrwurm und der Electro Metal Song auf dem Album....ich weiß nicht wie oft ich von dem Lied schon einen Ohrwurm hatte....dieser stampfende Anfang mit der verzerrten Stimme und der Refrain mit den tiefen Growls setzt sich einfach fest und weigert sich hartnäckig den Gehörgang zu verlassen.
"Infernal Sun" ist dann wieder ein richtiger Gothic Metal Song..und irgendwie nichts besonderes. Er geht gut ins Ohr, tut kein bisschen weh, hat aber auch nicht wirklich Momente die sich festsetzen....gut, ich sehe den Song immer als so eine Art drei Minuten langes Intro zu dem tollen "The Watcher". Der Song zieht das Tempo wiedder ein wenig an, bevor er aggressiv ausbricht und mit schnellen tiefen Growls unterlegt ist.
Der Refrain ist dann (guter) Kitsch pur: Chöre! episches Keyboard! Doublebass! Growls!
Ich kann jeden verstehen, der das zu übertrieben findet...aber ich finde es an dieser Stelle einfach nur geil, gerade weil der Song auch immer herrlich brutale Parts bietet, wie der nächste Ausbruch nach dem ersten Refrain.
Ans Ende des Albums hat man dann noch einen Ambient/Electro/Gothic Metal Song gesetzt der das Album düster atmosphärisch abschließt, aber zu Beginn ein wenig brauch bevor er aus dem Quark kommt.
Das Lied macht trotzdem Spaß und ist ein wirklich guter Abschluss eines tollen Albums.

Ich liebe das Album echt über alles....und auch wenn ich es mal in paar Jahre komplett aus den Augen verloren habe - als es mir wieder in den Sinn kam hatte ich sofort einige der Songs direkt wieder im Ohr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Weiter machen möchte ich mit einer Band, die es seit 1990 gibt und es schon auf elf Alben gebracht hat wovon mir jedoch nur das gleich beschriebene richtig gut gefällt - dafür gehört dieses Album auch zu meinen All-Time-Faves.
Heute beschwören wir die "Sumerian Daemons" unter Zuhilfenahme der Griechen von SepticFlesh:

Cover:

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Tracklist:
01. Behold...the Land of Promis
02. Unbeliever
03. Virtues of the Beast
04. Faust
05. When All is None
06. Red Code Cult
07. Dark River
08. Magic Loves Infinity
09. Sumerian Daemons
10. Mechanical Babylon
11. Infernal Suns
12. Shapeshifter"

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=xW9z0bFjlUg&list=RDxW9z0bFjlUg&start_radio=1
Bandcamp: https://septicflesh.bandcamp.com/album/sumerian-daemons
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Septicflesh/892

Wie ich im ersten Satz geschrieben gibt es von der Band SepticFlesh nur ein Album was mir richtig gut gefällt.....das Debut "Mystic Places of Dawn" und die "Communion" kann ich auch mir auch noch Unfallfrei anhören, allerdings entwickelten diese beiden Alben nie die Faszination, die die "Sumerian Daemons" auf mich ausgewirkt hat. Dazu muss man sagen, dass die Band ihren Sound stetig weiterentwickelt hat, sei es nun der traditionelle griechische Black/Death Metal der auf dem Debut gespielt wurde, die Dark und Gothic Metal-lastigeren Nachfolge Alben, oder die orchestralen aktuellen Alben: Die Band hat es zumindest geschafft einen gewissen Sound zu kreieren, den man immer mit SepticFlesh in Verbindung bringt.
Die "Sumerian Daemons" war auch eines der Alben, die ich mir recht früh in meiner extrem metallischen Findungsphase gekauft habe - ich weiß noch, als unser WOM Musikladen in der Innenstadt dicht gemacht hat, hat er gut Rabatte auf seine Waren gegeben. So bin ich dann auch an dieses Album gekommen.
Gehört habe ich von dem Album das erste mal (mal wieder) im Metal Hammer, wo man das Album wieder sehr gut mit 6/7 Punkten bewertet hatte. Genretechnisch hatte man damals etwas geschrieben von einer Mischung aus Symphonischen Black/Death Metal mit Ausflügen in den Dark/Gothic Metal-Bereich und elektronischen Spielereien.
Diese Kette an Wörtern als Genrebezeichnung hat mich damals recht schnell angesprochen und ich habe mir bei der besagten Aktion beim WOM das Album zugelegt und war schon beim ersten mal hören sehr begeistert.

Wer SepticFlesh nur von den aktuellen Alben kennt hat wahrscheinlich dieses orchestralen Overkill im Ohr der über einfach jeden Song gebügelt wird. Das ist unter anderem auch der Hauptgrund weshalb mir die aktuellen Alben der Band überhaupt nicht zusagen: Es passiert mir einfach zu vielen in Songs - zudem geht mir dieser permanente Orchester-Overkill ziemlich auf den Geist...nicht mehr meine Musik, aber ich kann verstehen was man daran mögen kann.
Die "Sumerian Daemons" war da musikalisch noch anders aufgestellt: Hier herrschen zwar auch viele Chöre und Keyboard/Orchester-Samples vor, aber werden sie doch so geschickt in die Songs eingewoben, sodass einige erhabene Momente entstehen.
Anfangen tut das Album nach einem Intro nämlich direkt mit einem ziemlich heftig drauflosprügelnden Death Metal Song....Chöre und Keyboard sind erstmal im Hintergrund zu vernehmen, wodurch der Song so herrlich erdig und aggressiv daherkommt. Die tolle Produktion tut ihr übriges: Recht dumpf gehalten, mit einem "ballernden", aber nicht künstlichen Schlagzeug Sound versehen und sehr Bass-lastig. Auch hört man noch die Gitarren angenehm und gut heraus. Die Growls von Seth sind zudem auch herrlich tief und kraftvoll, was den Liedern, auch wenn sie mal ein wenig zu seicht klingen, immer eine gewisse Härte und Durchschlagskraft gibt.
Schon im Opener kristallisiert sich eine Formal heraus, die die Band auf dem Album häufig anwendet: Schöne Refrains, in vielen Fällen auch mit einer Bridge aus Chören eingeleitet.
"Unbeliever" ist mit der härteste Song auf dem Album, da die ganzen symphonischen Sachen hier noch im Hintergrund agieren.
Das folgende "Virtues of the Beast" zeigt dann wie man einen Refrain perfekt einleiten kann.....der Song beginnt mit einem Mini-Intro, bevor er als Gothic Metal Song mit Klargesang loslegt. Bei dem Song lernt man auch sehr schön die andere, sanftere Seite der Band kennen. Richtig aufdrehen tut der Song dann allerdings, wenn der Frauenchor einsetzt und der Song etwas an Fahrt aufnimmt - bevor der Chor mit einem mit aller Gewalt hervorgegrollten "The Virtues of the Beast!" wieder beendet wird und der Song wieder in den gotisch metallischen Anfangsteil zurückfällt. Generell gehört das Lied eher zu den verträumteren Liedern auf dem Album....aber es erwarten uns noch wirklich sehr, sehr schöne Songs auf die ich noch näher eingehen werden.

"Faust" ist dann nach einem kurzen Intro eine richtige Abrissbirne...auch hier werden wieder Deathmetalllische-Höchstgeschwindigkeits-Abschnitte von einem sich in seiner Intensität steigernden Frauenchor unterstützt - was ich einfach nur klasse finde. Auch weil das ganze kein bisschen billig, oder lächerlich klingt. "Faust" ist neben dem Opener und dem Titelsong der Death Metal lastigste Song auf dem Album.
Der Song kommt auch direkt noch mal härter, weil der vorherige Song "Virtues of the Beast" recht ruhig war.
"When All is None" ist dann ein eher im Mid-Tempo gehaltener Song der auch wieder geschickt zwischen Gothic Metal und einigen etwas härteren Parts wechselt. Auch merkt man an diesem Song wie gut es die Band hinbekommt die symphonischen Elemente einzubauen: Im Hintergrund passiert gerade bei den ruhigeren Momenten die eine oder andere Kleinigkeit, die aufhorchen lässt, sich aber nie in den Vordergrund drängt.
Schön ist auch der aggressive Abschluss wo der Song kurzzeitig ausbricht, was nach dem restlichen eher ruhigen Songverlauf sehr gut kommt.
Das anschließende "Red Code Cult" ist der vielleicht schwächste Song auf dem Album - wenn man mal von der letzten Minute absieht...bei diesem sehr schnellen Song sind die symphonischen Elemente leider sehr, sehr schlecht gealtert - allein dieser plötzlich eingestreute Blast-Part zwischen 02:45 und 03:10 Minuten wirkt ein wenig deplatziert. Der Song ist nicht schlecht und er lässt sich im Albumkontext auch gut weghören, aber im Gegensatz zu den vorherigen Liedern ist er leider eher schwach.

Die nächsten beiden Lieder "Dark River" und "Magic Loves Infinity" sind reine Gothic/Dark Metal Songs. Hier zeigt sich dann auch wie toll es die Band versteht sanfte Elemente mit tiefen Growls, Frauengesang und Keyboard zu verbinden ohne in den tiefsten Kitsch abzugleiten. Das in "Dark River" immer mal wieder geflüsterte "Dark River" ist einfach schön und verleiht dem ganzen Song eine leicht verträumte Atmosphäre, dazu schöne Gitarrenmelodien, die den Song sehr eingängig machen. "Magic Loves Infinity" ist dann eher der düstere Gegenpart zu "Dark River" und ist generell ruhiger. Bei diesem langsamen Lied setzt man mehr auf Atmosphäre, die man durch ein schön eingesetztes Keyboard und kleinere elektronische Spielerein erzeugt. Beide Songs bilden eine gute Einheit und man sollte die beiden wirklich immer zusammen hören - jeder für sich genommen und einzeln gehört macht zwar auch Spaß, aber irgendwie geht da einiges an dieser verträumten und einnehmenden Atmosphäre verloren die in den knapp acht Minuten aufgebaut wird. (Fun Fact am Rande: beide Songs gehen auch exakt 03:58 Minuten).

Der anschließende Titel Song ist dann das genaue Gegenteil: Nach einem kurzen Intro prügelt der Song erhaben und fast schon episch voran....gerade in diesem Lied fällt das tolle Schlagzeugspiel auf.
Auch fällt in diesem Lied auf, dass man fast komplett auf Keyboard und Chöre verzichtet....nur bei den gesprochenen Worten zwischen 02:44 und 03:01 Minuten hört man leise Keyboard-Sounds und am Ende
nach dem finalen "I am no human now - because I choose to know!" hört man nochmal einen Frauenchor, aber das wars. Sonst prügelt der Song recht geerdet und ohne viel Ballast durch. Toller Song, gerade weil man ihn nach dem ruhigen "Dark River" und "Magic Loves Infinity" platziert hat wirkt er wie eine Art Befreiungsschlag.
"Mechanical Babylon" ist dann der Ohrwurm und der Electro Metal Song auf dem Album....ich weiß nicht wie oft ich von dem Lied schon einen Ohrwurm hatte....dieser stampfende Anfang mit der verzerrten Stimme und der Refrain mit den tiefen Growls setzt sich einfach fest und weigert sich hartnäckig den Gehörgang zu verlassen.
"Infernal Sun" ist dann wieder ein richtiger Gothic Metal Song..und irgendwie nichts besonderes. Er geht gut ins Ohr, tut kein bisschen weh, hat aber auch nicht wirklich Momente die sich festsetzen....gut, ich sehe den Song immer als so eine Art drei Minuten langes Intro zu dem tollen "The Watcher". Der Song zieht das Tempo wiedder ein wenig an, bevor er aggressiv ausbricht und mit schnellen tiefen Growls unterlegt ist.
Der Refrain ist dann (guter) Kitsch pur: Chöre! episches Keyboard! Doublebass! Growls!
Ich kann jeden verstehen, der das zu übertrieben findet...aber ich finde es an dieser Stelle einfach nur geil, gerade weil der Song auch immer herrlich brutale Parts bietet, wie der nächste Ausbruch nach dem ersten Refrain.
Ans Ende des Albums hat man dann noch einen Ambient/Electro/Gothic Metal Song gesetzt der das Album düster atmosphärisch abschließt, aber zu Beginn ein wenig brauch bevor er aus dem Quark kommt.
Das Lied macht trotzdem Spaß und ist ein wirklich guter Abschluss eines tollen Albums.

Ich liebe das Album echt über alles....und auch wenn ich es mal in paar Jahre komplett aus den Augen verloren habe - als es mir wieder in den Sinn kam hatte ich sofort einige der Songs direkt wieder im Ohr.
Hui, endlich mal eine Platte, die ich kenne! :)
Hatte ich mir seinerzeit zugelegt, weil ich meine "Black Metal aus Hellas"-Sammlung vervollständigen wollte. Hat auch sehr gut gefallen, aber sich leider im Laufe der Zeit sehr abgenutzt.
Lediglich "When All is None" ist mir als Killer-Track im Ohr geblieben, aber das hat die CD auch nicht gerettet,
als ich mal Platz im Regal und Geld auf dem Konto brauchte...
Könnte ich mir aber eigentlich über Internet noch mal reinziehen, das Ding...
 
Auch noch mal vielen Dank für die ganzen positiven Rückmeldungen :)
Ich finde es einfach mega, dass meine Texte euch dazu motivieren sich wieder mit einer Band auseinanderzusetzen, oder einfach mal reinzuhören und gefallen daran zu finden....das motiviert mich auch ungemein beim schreiben.
Und ich muss auch sagen, dass das Schreiben mir selber so ein wenig innere Ruhe bringt und auch dafür sorgt das man sich mit seiner Musik noch intensiver auseinandersetzt als man es eh schon macht.
Es hilft mir auch einfach ungemein den Kopf frei zu bekommen und den Alltag einfach mal komplett zu vergessen.

Ich merke auch wie gut es mir tut in dieser Community hier aktiv zu sein - ich fühle mich in diesem Forum einfach super wohl.

Allerdings muss ich mal schauen wie es diese Woche ist mit weiteren Band und Alben Vorstellungen. Die Woche vor Weihnachten ist bei uns (auch aufgrund von Krankheitsausfällen) sehr, sehr stressig und ich war heute eigentlich nur im Dauerstress, so dass mir gerade ein wenig die Kraft fehlt zum schreiben.
Ich habe aber die nächste Woche Urlaub und würde spätestens dann wieder anfangen regelmäßig Texte zu verfassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mich in den letzten Tagen wieder neu verliebt in ein Album, was mich auch schon seit Ewigkeiten begleitet...dabei handelt es sich um "Likferd" von den Norwegern von Windir.

Cover:

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Tracklist:
01. Resurrectoion of the Wild
02. Martyrium
03. Despot
04. Blodsvik
05. Fagning
06. On the Mountains of Goat
07. Dauden
08. Ætti Mørkna

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=0v805xBELTs&list=RD0v805xBELTs&start_radio=1
Bandcamp: https://windirband.bandcamp.com/album/likferd
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Windir/360

Auch hier hat der Metal Hammer wieder eine entscheidende Rolle gespielt, denn auch bei dem "Likferd" Album bin ich nur durch die sehr positive Kritik von (ich glaube) Robert Müller auf die Band aufmerksam geworden. In der gleichen Ausgabe gab es noch ein kleines Interview mit Valfar was mein Interesse an der Band nur noch bestärkt hat. Das Genre Folk Black Metal war mir zu dem Zeitpunkt noch gänzlich unbekannt und ich hatte keine Ahnung was ich mir darunter vorstellen kann. Aber erstmal musste ich eine viel größere Aufgabe bewältigen und zwar musste ich schauen wie ich an das Album rankomme....in den örtlichen Musikläden war das Album nicht aufzutreiben, also habe ich es mir über einen Bekannten und seinem Ebay-Konto über die selbige Plattform ersteigert....ich weiß nicht warum, aber irgendwie war ich der einzige Bieter und habe es für 1Euro ersteigert.
Nach ein wenig hin und her mit dem Verkäufer hielt ich das Album dann endlich in den Händen und konnte mich mit diesem für mich neuen Genre "Folk Black Metal" das erste mal so richtig auseinandersetzen.
Schon das kleine Intro, welches den Song "Resurrection of the Wild" einleitet, hat mich voll in seinen Bann gezogen. Irgendwie macht sich bei dem Lied so eine unheilvolle, bedrohliche und ungastliche Atmosphäre bemerkbar, die mich gleichzeitig faszinierte und neugierig auf den weiteren Verlauf des Songs und des Albums machte. Und ich wurde nicht enttäuscht...der recht klassisch schwarz-metallische Anfang greift dieses unheilvolle und bedrohliche auf, bevor der Klargesang einsetzt und im Hintergrund das erste mal diese wunderschönen Melodie erklingt. Ab diesem Zeitpunkt war es dann voll um mich geschehen und ich lies mich in die Musik fallen, sog regelrecht alles auf dem Album folgende in mich auf. Beim Opener laufen vor meinem inneren Auge auch immer Trolle über wunderschöne Natur Norwegens...ich kann es irgendwie schwer beschreiben, aber das Lied klingt für mich "trollisch" - garstig, menschenfeindlich, aber wunderschön in seiner Lore und seinen Traditionen.
Schon in "Resurrection of the Wild" merkte ich zudem was zu ein toller Sänger Valfar ist: Dieses Gekrächze hat etwas ganz besonderes, egal ob es nun die Aussprache, oder die Tonhöhe ist: Er passt einfach wunderbar zu dem Song. Valfar klingt gleichzeitig aggressiv, erhaben und garstig, aber auf positive Art und Weise, weil es einfach Spaß macht seinem Gesang zuzuhören.
Da ich dem norwegisch nicht mächtig war (und auch heute leider nicht bin) habe ich mir immer meine eigenen Geschichten um die Songs herum ausgedacht und diese der Stimmung angepasst, welches ein bestimmtes Lied transportiert.

Generell muss ich sagen, dass die Musik von Windir viel mit "fühlen" bei mir funktioniert. Schon aufgrund der Sprachbarriere kann man sich viele Songs textlich nicht selber erschließen, also muss ich mich auf die Musik konzentrieren und die spricht bei mir so viel an, was mich meine Musik lieben lässt. Man merkt auf dem Album halt auch mit welcher Emotionalität, Liebe und Besessenheit hier musiziert wird, wie jeder Musiker mit Herzblut dabei ist und auch mit welchem Enthusiasmus und Begeisterung Valfar seine musikalischen Visionen umsetzt. "Likferd" hat mir damals gezeigt wie tief die Liebe zur Musik gehen kann, wie sehr ein Musiker für seine Sache, seine Musik, seine Welten die er in dieser Musik beschreibt und seinen Erzählungen aufgehen kann.
Und gerade jetzt wo ich es in den letzten tagen wieder verstärkt gehört habe fällt mir auf wie sehr dieses Feuer mit der die Musik vorgetragen wird, wieder auf mich übergesprungen ist.
Ich habe Windir seit damals eigentlich in regelmäßigen Abständen gehört, sei es nun das Debut, "Arntor", oder " 1184: Alle Alben liefen eigentlich in regelmäßigen Abständen bei mir und ich hatte immer Spaß an diesen, aber irgendwie fehlte dieser letzte Funke, der aus einem kleinen Feuer einen gigantischen Brandt entfachen lässt.
Dieser Funke ist nun am Wochenende wieder übergesprungen und ich kann mir auch vorstellen warum: Momentan befinde ich mich emotional in einer eher schwierigen Situation, man ist leicht gestresst, gereizt bis hin zu einer sehr melancholischen Lebenseinstellung...und genau da greift das "Likferd" Album von Windir seit dem Wochenende wieder voll rein: Nicht weil es besonders traurig, oder deprimierend ist, sondern weil es eine solch emotionale Musik beinhaltet, die mich direkt anspricht in solch einer Phase. Und das ist auch tolle an der Band, dass sie sozusagen ein musikalisches Sprachrohr für diese Gedanken und Gefühle sind.
Auch wenn die Texte und Musik nichtmal ansatzweise von dem handeln was mir momentan im Kopf herumspukt, fühle ich mich doch verstanden und lasse mich deshalb nur allzugerne in Windirs Musik fallen.
Den Begriff habe ich vielleicht auch ein wenig überstrapaziert, aber es ist als würde man sich nach einem extrem stressigen Tag in eine warme Decke einrollen, Kopfhörer aufsetzen, sich aufs Bett legen und einfach die Augen schließen, während man dösend wunderschöner Musik lauscht.

Und schon der zweite Song "Martyrium" greift diesen oben beschriebenen "Feel-Good-Vibe" perfekt auf: Das ganze Lied wirkt einfach so herrlich entspannt. Trotz seinen aggressiven Einstiegs entwickelt der Song eine hypnotisch beruhigende Kraft, die einen entspannt und so ein bisschen den Stress und die Schnelligkeit aus dem Alltag nimmt. Das Lied trumpft zudem mit wunderschönen Folk-Melodien auf, immer mal wieder eingestreuter Klargesang sorgt für eine wohlige Wärme. Nach ca. der Hälfte des Liedes verändert sich die Stimmung des Songs ein wenig, sie wird epischer, erhabener, ja fast schon feierlich.
Und wenn ab 03:24 Minuten das Keyboard erklingt ist es voll um mich geschehen. Danach endet der Song ähnlich wie er begonnen hat und faded langsam aus nach genau 5 Minuten.
Danach fühle ich mich jedesmal so herrlich entspannt und bin gespannt was der nächste Song so bringt.
Das folgende "Despot" gehört mit zu den aggressivsten Songs auf den Alben. Nach einem stürmischen und furiosen Einstieg wird der Song nach ca. 3 Minuten ein wenig langsamer und epischer.
Ein schönes Lied, welches nach dem etwas ruhigeren, atmosphärischen und für mich verträumteren "Martyrium" wie ein angenehmer Weckruf klingt.
Der Song "Blodsvik" beginnt mir einem kurzen Intro aus elektronischen Spielerein (etwas was auf dem Album öfters vorkommt) und überrascht damit.
Nach einem kurzen aufbäumen legt der Song dann richtig los, bevor er nach 2 Minuten eine kurze Pause macht und elektronische Sounds zu hören sind....bis heute frage ich mich wie es Valfar und die Band es hinbekommen einen Song trotz moderner Electro-Sound so urig und kauzig klingen zu lassen wie "Blodsvik". Ich finde es immer wieder erstaunlich wie es die Band schafft das alles miteinander zu vermengen ohne, dass dabei etwas merkwürdiges, oder schwer zu ertragendes entsteht. Enden tut der Song dann mit Klargesang, der das Lied episch ausklingen lässt.

Nun...dann kommt "Fagning"...und nun, was soll ich zu dem Song groß schreiben..außer, dass es für mich der beste Windir und generell der beste Folk Black Metal Song aller Zeiten ist.
Bei dem Lied stimmt einfach alles. Egal ob es nun der klassisch schwarzmetallische Anfang ist, oder folgende Part mit Gesang und dieser wunderschönen Melodie im Hintergrund, er weiß einfach immer zu überzeugen. Auch in diesem Lied kommen wieder die elektronischen Spielerein zum Einsatz, aber auch wie in den vorherigen Liedern sind sie wieder so gut mit den restlichen Songelementen verwoben, dass sie zu keiner Zeit unpassend wirken. so richtig die Kinnlade runterklappen tut mir aber, wenn das erste mal der Klargesang einsetzt...beim ersten mal (04:43 Minuten) noch eher heroisch, klingt er beim zweiten mal (06:46 Minuten) einfach nur so herrlich schön verträumt und leitet damit auch das schöne Ende von dem Lied ein. Nachdem Valfar seine letzten Zeilen hervorgekrächzt hat endet das Lied mit so einer tollen schweren und eher melancholischen Atmosphäre, dass ich schon ein wenig traurig bin, das der Song nicht länger geht.

Die nachfolgenden Songs sind zwar alle sehr, sehr gut - haben allerdings ein riesiges Problem: Sie kommen alle nach "Fagning". "On the Mountain of Goats" greift dann wieder diesen leicht trollischen und primitiven Sound auf, den schon der Opener hat und kommt damit als ziemlicher krasser Kontrast zu "Fagning" rüber. Zu Beginn hatte ich mit dieser Umstellung echt Probleme, aber mittlerweile finde ich diese Kombination echt ganz gut und passend. "Dauden" und auch "Ætti Mørkna" - zwei bärenstarke Abschlusssongs - gehen dann eher mehr Richtung "Fagning" und "Blodsvik".
Gerade das kurze, aber epische "Dauden" macht mit seinem erhabenen Mittelteil unglaublich viel Spaß - der beschwörende Klargesang am Ende runden einen tollen Song perfekt ab und lassen ihn angenehm ausklingen.
Das rasant startende "Ætti Mørkna" lässt das Album dann mehr als nur angemessen enden: Valfar zeigt hier nochmal was er gesangstechnisch alles kann und auch der Klargesang der zwischen 03:38 und 03:50 Minuten einsetzt ist einfach der Wahnsinn. Nach diesem Abschnitt verliert der Song ganz erheblich an Tempo und es setzt so eine wunderschöne verträumte und erhabene Stimmung ein mit der der Song und das Album dann auch ausklingt (obwohl das Lied gegen Ende noch mal Fahrt aufnimmt).

Tragischerweise ist Valfar am 14.01.2004 bei einer Wanderung verstorben.
Dieser Verlust schmerzt, aber ich werde niemals vergessen mit welcher wunderschönen und emotionalen Musik du mein Herz und die Herzen vieler anderer bereichert hast.
Durch deine Musik bist du unsterblich geworden und lebst in unseren Herzen auf ewig weiter.
Ruhe in Frieden, mein Freund.
 
Weiter geht es mit einem Album, was erst vor kurzem erschienen ist, sich aber in kurzer Zeit zu meinem Jahresalbum 2025 entwickelt hat - und wenn ich ehrlich bin habe ich auch nichts anderes erwartet.
Ich rede von dem Album "Dawn of the Iron Shadow" von One of Nine.

Cover:
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Tracklist:

01. Parley at the Gates
02. Age of Chains
03. Dreadful Leap
04. Of Desperate Valor
05. Behold the Shaodws of my Thoughs
06. Bauglir
07. Quest of the Silmaril
08. Death Wing Black Flame

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=wY2y5sDNSts&list=RDwY2y5sDNSts&start_radio=1
Bandcamp: https://oneofnine.bandcamp.com/album/dawn-of-the-iron-shadow
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/One_of_Nine/Dawn_of_the_Iron_Shadow/1364585

Dabei wäre die Band mit ihrem Debut in 2023 beinahe komplett an mir vorbeigegangen. Ich bin nur durch Zufall auf die Band aufmerksam geworden, weil @Kränk Sinatra das "Eternal Sorcery" Album im "Now Playing-Thread" gepostet hat und es mit lobenden Worten bedacht hat. Da tolle Cover hat mich zusätzlich neugierig gemacht und ich habe über Bandcamp reingehört.
Der erste Höreindruck verursachte tatsächlich eher gemischte Gefühle bei mir: Auf der einen Seite fand ich den melodischen, aber dennoch sehr aggressiven und treibenden Black Metal spannend, aber irgendwie wollte beim ersten mal hören nicht unbedingt viel hängen bleiben. Nach zwei, drei weiteren Hördurchlaufen hat sich das Album mir dann endlich und komplett erschlossen und ich war verliebt.
Dieser Sound hat mich angesprochen, diese Mischung aus Melodien, traditioneller Black Metal Raserei und Ambien-Parts, eingebettet im Herr der Ringe Universum, entsprach dann doch voll meinem Geschmack.
Ich hörte das Album dann fast durchgehend, nichts anderes fand mehr den Weg in meinen CD-Player. Das sorgte dann auch dafür, dass das Album mein Album des Jahres 2023 wurde.
Und das fand ich damals schon so schön, dass völlig aus dem Nichts ein Album veröffentlich wurde, welches mich so anspricht und sich innerhalb von zwei Monaten (erschienen ist das Album am 31.10.2023) auf Platz 1 meiner Jahrescharts gespielt hat.

Dementsprechend hoch waren die Erwartungshaltungen an einen Nachfolger. Als dann in diesem Jahr recht kurzfristig ein neues Album angekündigt wurde (auch dieses sollte am 31.10. erscheinen) war ich erstmal schon aufgrund der Ankündigung und des ersten Trailers leicht euphorisch. Als dann auch noch der erste Song veröffentlicht wurde war es dann völlig um mich geschehen - ich befand mich im Hype-Modus und konnte es kaum erwarten das neue Album endlich in den Händen zu halten. Als es dann endlich soweit war und ich mir das Album das erste mal komplett anhören konnte (ich war auch stark, denn ich habe mir das Album nicht vorab auf Youtube angehört...ich wollte warten bis es offiziell veröffentlicht ist. War hart, weil auch gefühlt alle das Album auf Youtube gehört und davon geschwärmt haben).
Mein warten und das eiserne Durchhalten nicht vorab reinzuhören haben sich bezahlt gemacht, denn das Album hat mich direkt mit dem Intro schon komplett abgeholt.
"Parley at the Gates" beginnt mit einer wunderbaren bedrohlichen und trostlosen Atmosphäre, und sobald angefangen wird zu sprechen befinde ich mich sofort in der musikalischen Welt von One of Nine.
Etwas was ich zu dem Zeitpunkt mehr als zu schätzen gewusst habe, sorgte doch die Arbeit für sehr, sehr viel Stress.
Schon wenn das Intro mit den Worten:

And all he shall ask...
...is that you kneel before him.


endet und es direkt mit dem ersten richtigen Song "Age of Chains" startet bekomme ich einfach Gänsehaut. Der Übergang ist einfach so toll gemacht....der klassische Up-Tempo Black Metal mit Donner im Hintergrund und diesem klagenden Keyboards-Sounds ist einfach der perfekte Einstieg. Dazu dann auch noch Gesang...nicht mehr ganz so kraftvoll wie auf dem Debut, eher ein wenig über den Song schwebend, aber mit so einer herrlichen, ich nenne es mal, krächzenden Gleichgültigkeit ausgestattet, dass er dem schon recht epischen Song noch ein wenig mehr Epik verleiht.
Dezent eingesetzte Keyboards sorgen zusätzlich noch etwas Summoning-Atmosphäre. Generell rückt die Band auf dem Album dadurch ein wenig Näher an Summoning, nicht unbedingt musikalisch, dafür sind One of Nine noch zu sehr im klassischen und melodischen Black Metal verwurzelt, aber atmosphärisch. Und zwar kommt mir da auch eigentlich auch recht oft die "Let Mortal Heroes Sing your Fame" in den Sinn.
Wie bereits geschrieben...musikalisch ist das fast eine komplett andere Baustelle.
Der zweite Song ist dann "Dreadful Leap" (der erste Vorab veröffentlichte Song) der im Albumkontext dann noch mal ein wenig besser daherkommt. Der Song ist eh der Wahnsinn, die meiste Zeit im höheren Tempo gehalten, nimmt er ab und an ein wenig Geschwindigkeit raus und lässt dann die Atmosphäre wirken. (bestes Beispiel ist der Abschnitt zwischen 02:45 und 03:25 Minuten).
Zudem tritt die wunderbare Hulder hier als Gastsängerin in Erscheinung - ihr glasklarer, eher in den Hintergrund gemischter Gesang, sorgt für eine unwirkliche, fast schon außerweltliche Atmosphäre und macht das Lied deshalb für mich zum besten Song auf dem Album.

"Of Desperate Valor" beginnt rasend und brachial, bis dann nach ca. 2,5 Minuten das Tempo ganz erheblich gedrosselt wird und das Lied dann im mittleren Tempo vorangeht.
Dabei wird das Ganze mit Glockensounds und Keyboard-Sounds aufgelockert, die diesem Abschnitt eine erhabene und fast schon feierliche Atmosphäre verleihen. Enden tut der Song dann mit einem schönen Ambient-Part, der einfach nur wunderschön klingt. "Behold the Shadows of my Thoughs" versprüht dann fast schon eine heroische Atmosphäre, gerade das Ende. Hier muss ich auch sagen, dass mir am Ende tatsächlich schon wieder Summoning in den Sinn kommen, diesmal ein kleines bisschen auf der musikalischen Seite. (also nicht nur über die Keyboards/Synthesizer)
"Bauglir" ist dann ein kleines Zwischenspiel im Stile des Intros, bevor es mit "Quest of the Silmaril" weitergeht, welches gegen Ende so richtig auftrumpft, wenn der Song ab 03:25 Minuten so richtig schon langsam wird und fast schon doomig voranschreitet. Dazu diese herrlich verträumten und einnehmenden Keyboards, der Gesang wirkt hier auch so wunderbar entrückt und legt sich wie eine Art Leichentuch über den ganzen Part. Der abschließende Ambient-Sbschnitt wo mit klarer Frauenstimme:

I sing to thee as shadows weep
In sorrows dark and binding keep
Sheathe thy sword my mortal love
The Halls they call me up above


gesungen wird, lässt den Song einfach schön ausklingen.

Das abschließende "Death Wing Black Flame" ist dann mit der stärkste Song auf dem Album, vereint er doch alle Stärken der Band.
Der Anfang ist im mittleren bis langsamen Tempo gehalten und greift den epischen Parts von Liedern wie "Quest of Simaril", oder "Behold the Shadows of my Thoughs" auf, während die schnellen Passagen an den Opener "Age of Chains" und "Dreadful Leap" erinnern, jedoch ohne die brachiale Intensität eines "Of Desperate Valor" zu erreichen. Zudem erinnern mich die Keyboards, die zum Beispiel zwischen 03:40 und 03.59 Minuten zum Einsatz kommen an die "Oath Bound" (genauer gesagt an das Lied 2Might and Glory") von Summoning. Gegen Ende wartet der Song dann auch noch mal Klargesang auf, der sich einfach wunderbar in den tollen Song einfügt.
Und wenn das Album dann mit gesprochenen Worten endet bin ich jedesmal wie geplättet vor Freude von dem, was ich mir gerade anhören durfte.

One of Nine haben sich mit ihrem aktuellen Album echt zu einer meiner liebsten Bands entwickelt und stehen fast schon auf einer Stufe mit Bands wie Summoning, Immortal, oder auch Cradle of Filth bei mir.
 
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Bei dem nächsten Album was ich vorstellen möchte handelt es sich um den "Rotten Garden" der Grima.

Cover:
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Tracklist:


01. Cedar and Owls
02. Mourning comes at Sunset
03. At the Foot of the red Mountains
04. Old Oak
05. Rotten Garden
06. Grom
07. Devotion to Lord (Bonustrack)

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=iz-yARRdNcc&list=RDiz-yARRdNcc&start_radio=1
Bandcamp: https://grima.bandcamp.com/album/rotten-garden
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Grima/3540404377

Ich war echt am überlegen welches Album ich von der Band vorstellen möchte....entschieden habe ich mich letztendlich für das in 2021 veröffentlichte "Rotten Garden" Album, weil ich es einfach für das atmosphärisch dichteste und auch irgendwie urigste und kauzigste Album der Band halte. Die Alben davor finde ich zwar auch nicht schlecht, aber erst die "Rotten Garden" hat mich so richtig abgeholt und den Sound der Band lieben lassen. Das Nachfolgealbum "Frostbitten" finde ich zwar auch stark, aber irgendwie fehlt mir bei dem dieses kauzige, dieses besondere was die Band auf dem hier besprochen Album transportiert.
Die "Frostbitten" klingt für mich - trotz aller musikalischen Qualität - irgendwie zu normal. Bitte nicht falsch verstehen: Ich mag beide Alben sehr gerne, aber die "Rotten Garden" hat die Nase doch um einiges weiter vorne.

Das fängt schon mit dem Opener "Cedar and Owls" an, der ungestüm drauflos prügelt, angenehme Keyboards-Sounds sorgen für eine urige Atmosphäre und als dann auch noch der Gesang einsetzt bin ich vollends verzaubert. Der Gesang ist ein tolles, recht hohes, Gekreische, dass ab und an von Growls unterstützt wird. Zudem zeigt der Opener auch auf beeindruckende Art und Weise die gesamte Bandbreite des melodisch atmosphärischen Black Metals den Grima spielen: Sei es nun der stürmische Anfang, oder die langsameren, epischen Passagen: es wirkt alles immer gut durchdacht und was noch wichtiger ist: Kein bisschen kitschig oder unpassend. Wenn beim ersten Song so ab 3 Minuten das Tempo gedrosselt wird, und durch den Einsatz von Keyboard und Gesang so eine herrliche verträumte Atmosphäre erschaffen wird ist das einfach schön und lädt zum entspannen ein. Der anschließende Ambient Part mit seinen Eulen-Geräuschen im Hintergrund bereitet einen dann auf das schöne Ende vor, wo der Song dann im mittleren Tempo endet.

Generell muss ich bei diesem Album diese verträumte, urige und kauzige Atmosphäre hervorheben. Dabei kann ich gar nicht mal sagen, warum mir ausgerechnet das auf der "Rotten Garden" von allen Grima Alben am besten gefällt...aber wahrscheinlich hängt das einfach mit den verwendeten Sounds zusammen: Egal ob es nun Regen/Tiere, oder sonst was aus der freien Natur ist, es sorgt dafür das die Lieder klingen als wären sie direkt im Wald aufgenommen wurden. Aber auch etwas erhabenere Momente hat die Band im Angebot, was sie zugleich auf dem folgenden Lied "Mourning comes at Sunset" zeigt. Bei diesem sehr schnellen Song wird das Gekreische immer mal wieder von Growls unterstütz - was in dieser Kombi dafür sorgt, dass der ganze Song etwas, ich nenne es mal, bodenständiger daherkommt - gerade in Zusammenarbeit mit den Keyboards im Hintergrund eine interessante Kombination.
"At the Foot of the Red Mountain" beginnt mit traditionellen, recht melodischen Schwarzmetall...in diesem Lied muss ich den Gesang hervorheben, der gerade zu Beginn sehr mächtig daherkommt.
Auch hört man hier zum ersten mal einen Akkordeon-Sound, der das ganze treiben angenehm auflockert und für eine andere Klangfarbe in dem Soundbild sorgt.
Das folgende "Old Oak" ist ein wunderschöner Ambient Track, der mit Akustik-Gitarren, Regengeräuschen im Hintergrund und einem Klavier für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Hier muss ich auch ehrlich sagen, dass ich mir gewünscht hätte, dass der Song vielleicht ein wenig länger gehen könnte. Er ist für einen akustischen Zwischentrack zwar schon recht lang mit seinen knapp 3 Minuten, aber die Qualität und die Atmosphäre sind einfach so schön und toll, da könnte ich selbst 5 bis 6 Minuten zu hören.

Aber der Song war auch nur das Intro für das Herzstück des Album: Den Titelsong. Stilvoll eingeleitet mit einem kleinen Intro beginnt der Song doomig langsam. Dabei baut er eine traurige, aber auch unheilvolle Atmosphäre auf, während im Hintergrund immer mal wieder Akustik-Gitarren zu hören sind. Dann erklingt auch noch dieser verzweifelte Gesang: langgezogene einzelne Wörter sind Zeugnisse von Verzweiflung und unterdrückter Wut...dann nimmt der Song langsam Fahrt auf und eine gewisse Spannung baut sich auf, man wartet schon fast darauf, dass der plötzlich losprischt....was er nach einem weiteren kleinen doomigen Abschnitt auch tut und dadurch eine unglaubliche Energie freisetzt, welche all das negative, was man zu Beginn des Liedes noch gespürt hat hinwegspült.
Generell lebt dieser Song wirklich von den vielen Geschwindigkeitswechsel....gerade wenn es wieder etwas langsamer wird und den Growls mehr Platz eingeräumt wird, wirkt der Song schön düster.
Richtig Gänsehaut habe ich dann bekommen wenn zwischen 05:45 Minuten und 06:06 Minuten der Akkordeon-Sound über die Blast Beats gelegt wird. Der anschließende Ambient Part mit Hammond-Orgel-Sounds klingt dann irgendwie komplett aus dem Kontext gerissen - zumindest beim ersten mal hören.
Schon beim zweiten mal hören hat sich mir eine Schönheit erschlossen, die ich nur schwer in Worte fassen kann: Der ganze Part wirkt irgendwie so außerweltlich, als würde man als Geist über einen Wald schweben und nur stummer Zeuge des Lebens sein, welches sich in diesem Wald abspielt.
Nach diesem merkwürdigen, aber durchaus fantastischen Part endet der Song mit einem Blast-Part, ohne Gesang (außer einem langgezogenen Schrei) und fast schon spacigen Keyboard-Sounds am Ende.

Nach diesem 10,5 minütigen Atmosphäre-Monster tut das recht simple "Grom", welches stilvoll mit einem Donnergrollen eingeleitet wird, gut.
Schwankend zwischen sphärischen ruhigen und Black metallischen Parts weiß der Song voll zu überzeugen....zudem wird bei dem Song so herrlich giftig gekreischt (zwischen 02:27 MInuten und 03:20 Minuten), dass es einfach eine Freude ist. Das Ende ist dann wieder ein kleines Ambient-Outro, was aber leider überhaupt nichts besonderes ist...aber gut: zumindest klingt das Album ganz nett aus.
(Die Neueinspielung von "Devotion to Lord" - welche aus Bonustrack gelistet ist, lasse ich an dieser Stelle mal aus. Nach "Grom" ist das Album für mich zu Ende, weil mit diesem Lied der Abschluss auch passend gewählt ist)

Eine wirklich tolle Band mit schöner Musik.
Auch wenn das zu Beginn des Textes vielleicht ein wenig anders rüberkam, aber auch die "Frostbitten" ist ein tolles Album. Ich habe mir beide Alben heute zum Beispiel beim wandern direkt nacheinander angehört und hatte an beiden meinen Spaß. Auf der "Frostbitten" ist mit "Giants Eternal Sleep" auch einer der besten atmosphärischen Black Metal Songs enthalten, die ich kenne.
Trotzdem finde ich die "Rotten Garden" als gesamtes Album gesehen einnehmender von der Atmosphäre her.
Egal....ich kann beide Alben nur empfehlen. Zu dem aktuellen Album "Nightside" habe ich leider nie so wirklich Zugang gefunden...aber vielleicht sollte ich es einfach noch mal probieren.
 
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Ich habe mich in den letzten Tagen wieder neu verliebt in ein Album, was mich auch schon seit Ewigkeiten begleitet...dabei handelt es sich um "Likferd" von den Norwegern von Windir.

Cover:

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Tracklist:
01. Resurrectoion of the Wild
02. Martyrium
03. Despot
04. Blodsvik
05. Fagning
06. On the Mountains of Goat
07. Dauden
08. Ætti Mørkna

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=0v805xBELTs&list=RD0v805xBELTs&start_radio=1
Bandcamp: https://windirband.bandcamp.com/album/likferd
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Windir/360

Für mich ein krönender Abschluss, sogar noch besser als 1184. Der Text von Blodssvik ist übrigens auch faszinierend - ich frag mich, in welchem Jahrhundert ein Ahne des Bassers um so ein Grundstück betrogen worden ist - und wenn Cosmocrator in den cleanen Part einsteigt, dann kommt die Gänsehaut. Auf der Sognametal DVD mein Lieblingssongs mit Valfars Bruder an den Vocals, inklusive Cosmocrator Einsatz am Ende. Diese Gitarrenmelodien gerade dort...
 
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Heute möchte ich mein Hauptaugenmerk mal wieder einen Klassiker der zweiten Welle des Black Metal legen.
Die Band um die es geht begleitet mich nun auch schon seit knapp 20 Jahren und auch wenn mich ihre aktuellen Alben leider nicht mehr so wirklich abholen habe ich doch tiefsten Respekt vor ihrem musikalischen Schaffen und mit welcher Konsequenz sie ihren musikalischen Stiefel durchziehen. Gemeint sind Darkthrone deren "Panzerfaust" Album ich heute besprechen werde.

Cover:
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Tracklist:

01. En Vind av Sorg
02. Triumphant Gleam
03. The Hordes of Nebulah
04. Hans Syste Vinter
05. Beholding the Throne of Might
06. Quintessence
07. Sno Og Granskog

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=4ngp0L8Zc2E&list=RD4ngp0L8Zc2E&start_radio=1
Bandcamp: https://peaceville.bandcamp.com/album/panzerfaust-deluxe-edition
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Darkthrone/146

Wie im Eingangstext schon geschrieben begleiten mich Darkthrone nun schon an die 20 Jahre. Alles hat damit angefangen als Peaceville die ersten vier Alben Mitte der 2000er Jahre als Digipack-Version neu veröffentlich hat (müsste so um den Releasezeitpunkt der "Hate Them" gewesen sein). Bei diesen Wiederveröffentlichungen war neben den regulären Alben auch ein Video-Interview mit Fenriz enthalten, der den Entstehungsprozess und ein paar Hintergrundinfos zu dem Album preisgegeben hat. Mein erstes Album war dann tatsächlich die "Soulside Journey", die ich mir in dieser Auflage gekauft habe für faire 10 EURO und war wie vor den Kopf gestoßen....das Album ist ja noch reiner Death Metal. Ich habe mir das Album aber trotzdem schöngehört und habe schon bald meinen Gefallen daran gefunden.
Allerdings war dann erstmal ein wenig Funkstille, weil der Laden wo ich mir das "Soulside Journey" Album gekauft habe nichts anderes von der Band im Sortiment gehabt hat.
So gingen einige Wochen und der ein, oder andere Monat ins Land bevor ich im örtlichen Media Markt die drei folge Alben "A Blaze in the northern Sky", "Under a funeral Moon" und "Transylvanian Hunger" gesehen und gekauft habe.

Angefangen habe ich dann tatsächlich mit der "Transylvanian Hunger", weil es für mich zu dem Zeitpunkt das sagenumwobenste Darkthrone Album war.
Und schon der Opener/Titelsong hat mich voll in seinen Bann gezogen...das war eine völlig andere Art von Black Metal wie ich ihn zum Beispiel von Bands wie Immortal oder Cradle of Filth kannte, die ich zu dem Zeitpunkt schon massiv gehört habe.
Das Album bestach direkt durch seine Monotonie, Dunkelheit und grundsätzliche Kälte. Das hat mich damals extrem berührt und hat mir gezeigt welche Emotionen der klassische Black Metal in mir anspricht.
Es gibt auch eine ganz lustige Geschichte zu dem Album: Ich habe früher unglaublich gerne die Kim Possible Serie auf Super RTL geschaut und man kann schon fast sagen, dass ich ein recht großer Fan von der Serie war. Nun....das Serienende fiel genau in den Zeitraum wo ich mir die "Transylvanian Hunger" zugelegt habe...und ich war extrem traurig, dass die Serie (trotz eines schönen Endes) zu Ende war.
Nachdem die letzte Folge also über den Bildschirm geflimmert ist habe ich direkt das vierte Darkthrone Album eingelegt und habe Trost darin gefunden.
Seit dem verbinde ich den Opener des Albums halt auch immer irgendwie mit Kim Possible....merkwürdige Geschichte, aber so ist es geschehen.
Und ich muss auch ehrlich sagen: So absurd wie sich das liest, ist es zumindest ein musikalisches Erlebnis, dass ich niemals vergessen werde.....um es vielleicht noch mal klarzustellen: Vor meinen geistigen Auge hüpft keine Zeichentrick-Figur herum, sobald ich das Album auflege. :D

Nachdem mich die "Transylvanian Hunger" so abgeholt hat habe ich mir die anderen Alben angehört und die haben mich nicht weniger begeistert. Gerade die "Under a funeral Moon" fand ich einfach nur klasse.
Darkthrone die auf ihren ersten drei Black Metal Alben immer mega starke Opener hatten ("Kathaarian Life Code", Natassja in Eternal Sleep", "Transylvanian Hunger") haben mit der "Under a funeral Moon" das schon tolle "A blaze in the northern sky" getoppt in meinen Ohren. Das fing schon mit dem spröderen und garstigeren Sound an und hörte bei hypnotischeren und eiskalteren Songs auf. (Also nicht falsch verstehen die "Blaze..:" hatte auch schon alle diese Merkmale, aber ich finde auf der "Under a funeral Moon" hat die Band diese perfekt weiterentwickelt).
Und diese Weiterentwicklung fand für mich ihren Höhepunkt in dem fünften Album "Panzerfaust".
Ich muss dazu sagen, dass ich die "Panzerfaust" erst ein paar Jahre nach den vier ersten Alben kennen und auch liebend gelernt habe....bei den ersten Hörversuchen habe ich irgendwie keinen Zugang zu dem Album gefunden. Ich weiß gar nicht mehr genau wann sich das Album für mich komplett erschlossen hat, aber ich meine ich war wandern und es wurde langsam dunkel als "Quintessence" ertönte.

Schon bald stellte die "Panzerfaust" dann für mich die beste Darkthrone da - hat sie in meinen Augen doch die alten Stärken der drei Vorgängeralben vereint und durch noch mehr Mut zu langsameren Songs ergänzt:
Das beginnt schon bei dem eiskalten schnellen Opener "En Vind Av Sorg" und Nocturno Cultos angefressenen und hasserfüllten Gesang. Fand ich auf den vorherigen Alben den Gesang zwar auch klasse und sehr passend, wirkte er immer so ein wenig über den Songs schwebend. Auf der "Panzerfaust" schafft Nocturno Culto es mit seinem Gesang diesen eiskalten und wütenden Hymnen noch mehr Hass und Verachtung unterzumischen. Auch glänzt der Opener wieder durch seine Monotonie....bis so ab ca. 03:38 Minuten eine Art Break einsetzt und der Song sich ein wenig verändert, bevor er wieder in die seit Beginn bestehende Monotonie zurückfällt.
"Triumphant Gleam" ist dann für mich immer der Celtic Frost/Hellhammer Song auf dem Album...allein der Anfang ist schon ganz schön inspiriert von den Schweizern...etwas was dem ganzen über auch beibehalten wird. Allein dieser doomige Part, der nach ca. 1/3 des Songs einsetzt ist bösartiger als vieles was manche Black Metal Bands im laufe ihrer ganzen Karriere veröffentlicht haben.
Generell finde ich es klasse wie die Band es schafft auf der "Panzerfaust" den Ursuppen Black Metal alter Celtic Frost und Hellhammer mit dem Second Wave Black Metal zu verbinden und dabei komplett eigen zu klingen. "Triumphant Gleam" ist da in meinen Ohren auch das perfekte Beispiel für und würde ich auch jedem vorspielen, der mich fragt wie der Satz gemeint ist.
Mit "The Hordes of Nubulah" geht es dann laaaaangsam und doomig weiter...auch dieser Song kommt so herrlich bösartig und eiskalt daher, dass es einfach nur eine Freude ist.
Auch zeigt der Song ganz gut, dass Black Metal nicht unbedingt schnell gespielt werden muss um misanthropisch rüberzukommen...."The Hordes of Nebulah" zeigt eindrucksvoll wie mit einer langsamen Monotonie eine zutiefst düstere und menschenfeindliche Atmosphäre erschaffen werden kann. Aufgelockert (merkwürdiges Wort im Zusmmenhang mit Darkthrone) wird der Song durch die beiden Gitarrensoli (zwischen 02:58 und 03:14 Minuten, sowie zwischen 03: 39 und 03:53 Minuten), was in Verbindung mit dem Gesang für eine Atmosphäre sorgt wo es mir eiskalt den Rücken runterläuft.
Darkthrone gefallen mir auf dem Album eh am besten, wenn sie langsam doomig voran kriechen, jedoch stehen auch die schnelleren Songs (wie der tolle Opener), oder Song Nummer vier "Hans Siste Vinter" den langsamen Liedern nicht viel nach. "Hans Sister Vinter" klingt wie eine Mischung aus "Natassja in Eternal Sleep" und "Transylvanian Hunger" mit hasserfüllterem Gesang....es ist einfach unmenschlich was Nocturno Culto hier abzieht - diese fantastische Gesangleistung hat er meiner Meinung leider auch nie wieder hinbekommen.
"Beholding the Throne of Might" rumpelt dann wieder so herrlichen im langsamen bis mittleren Hellhammer-Tempo voran, bis er nach knapp 3 Minuten Geschwindigkeit aufnimmt, bevor er wieder ins doomige Tempo zurückfällt und eine Gitarren für einen kurzen Moment ihr einsames Lied singt.
Mit dem anschließenden "Quintessence" kommt dann auch der für mich beste Song auf dem Album und für mich auch beste Song von Darkthrone im Allgemeinen.
Das Lied bietet auch wieder diese herrlich monotone Langsamkeit und ich finde bei dem Song wird es noch mehr ausgewalzt als bei Liedern wie zum Beispiel "The Horde of Nebulah"....über allen thront bei diesem Song natürlich wieder Nocturno Cultos Gesang, der dem eh schon eiskalten Song noch mehr Kälte schenkt..allein dieser Schrei bei 04:12 Minuten beschert mir jedesmal Gänsehaut.
Und ansonsten passiert nicht viel in dem Lied....aber ich finde es jedesmal aufs neue faszinierend wie hier mit simpelsten Mitteln eine so tiefschwarze und eiskalte Atmosphäre erschaffen wird.
Bei dem abschließende "Sno Og Granskog (Utferd)" handelt es sich dann im Gedicht von Tarjei Vesaas, welches als eine Art Ambient Track daher kommt und für mich irgendwie ein wenig Isengard-Flair versprüht.

Alles was nach der "Panzerfaust" erschienen ist hat mich dann leider nicht mehr so abgeholt...die "Hate Them" fand ich dann noch richtig stark - auch weil das Album auch fast wie eine Weiterentwicklung der "Panzerfaust" klingt - aber alles anderes lies mich dann merkwürdigerweise ziemlich kalt.
Ich kann mir zwar jedes Darkthrone Album gut anhören und ich habe beim hören eigentlich auch immer Spaß an der Musik, nur ertappe ich mich auch dabei, dass wenn ich Darktrhone hören will eher auf die ersten fünf Alben plus "Hate Them" zurückgreife, als auf die anderen.

Aber dennoch, wie schon im ersten Eingangspost beschrieben: Ich habe tiefsten Respekt vor dem musikalischen Schaffen der Band und wie konsequent sie ihren Stiefel dabei einfach durchzieht.
 
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