Heute steigen wir hinab in die
"Sumerian Tombs" und suchen nach dem Geheimnis des ewigen Leben um das
"Age of Eternal Night" zu beschwören.
Cover:
Tracklist:
01. The Gates of Ganzir Open
02. Edimmu Rising
03. Naamah -Temptress of the Night
04. Cuutha - Necropolis
05. Epitaph in Blood
06. A Key to Unlock the Seal
07. The Seal - Blood Meditation
08. Age of Eternal Night
Links:
Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=VeJAB4stU4A&list=RDVeJAB4stU4A&start_radio=1
Bandcamp:
https://sumeriantombs.bandcamp.com/album/age-of-eternal-night
Metal Archives:
https://www.metal-archives.com/albums/Sumerian_Tombs/Age_of_Eternal_Night/1324359
Bevor ich mit dem aktuellen Album der Band anfange möchte ich noch das gleichnamige Debut und die "As Sumer Thrones at Night" Demo jedem ans Herz legen, der das aktuelle Album mag.
Zeigen diese beiden Veröffentlichungen doch ganz gut den musikalischen Weg den die Band zurückgelegt hat um so ein perfektes Album wie die "Age of Eternal Night" rauszubringen.
Die aus drei Songs (mit einem Intro und zwei richtigen Liedern) bestehende Demo aus 2021 hat so einen herrlich rohen und natürlichen Sound, dazu hat das Schlagzeug so einen herrlichen dumpfen Rumpelklang auf den ich gerade bei der Demo so stehe. Die beiden Lieder "Bloods Gods Rise to Power" und der Titelsong kommen durch den rohen Sound um einiges kratzbürstiger herüber.
Auch beweist die Band auf dem Demo schon, dass sie ein gutes Händchen für erhabene und majestätische Momente hat, die durch den massiven Einsatz von orientalischen Melodien noch verstärkt werden.
Gerade durch diese Melodien wirken die Songs exotische und sehr geheimnisvolles, was viel zu der mystischen Atmosphäre beiträgt. Auch kommt der Gesang hier herrlich unpoliert rüber....er ist noch nicht so auf perfekt getrimmt wie auf den folgenden Releases - was ich grundsätzlich gut finde, aber ich möchte ehrlich sein: An manchen Tagen komme ich mit dem Gesang des ersten Demos nicht so richtig klar. Ich finde ihn dann nicht schlecht, aber irgendwie sehr anstrengend.
Beide Lieder wissen aber trotzdem zu überzeugen und lassen eine musikalische Vision erkennen, die auf den folgendem Debut-Album (die in 2022 erschiene "Conjuration - Awakening" Demo kenne ich leider nicht) verbessert und auf der "Age of Eternal Night" schließlich perfektioniert wurde.
Das Debut Album ist dann ein riesen Schritt nach vorne....bessere Produktion, besserer und etwas durchdachtere Songs und dazu diese einnehmende mysteriöse Atmosphäre, die schon das erste Demo so interessant gemacht hat. Melodien und Keyboard sind auf dem Debut auch noch nicht so präsent wie bei der "Age of Eternal Night" - jedoch werden diese hier auch schon so geschickt und songdienlich eingewoben, dass es einfach Spaß macht diesem Debut-Album zu lauschen. Als Anspieltipps möchte ich das epische "Altars of the Past" und das abschließende "Vampyiric Dominance" vorschlagen - fassen diese beiden Lieder das komplette Album doch ganz gut zusammen. Gerade "Vampyiric Dominance" weiß mit seinem Gesang zu überzeugen, der hier wunderbar abwechslungsreich rüberkommt.
Bei dem Sumerian Tomb Album "Age of Eternal Night" was dieses Jahr veröffentlicht wurde handelt es sich um eines meiner Jahreshighlights, dabei wäre das Album beinahe komplett an mir vorbeigegangen.
Ich habe zwar mehrmals in den "Now Playing" - Threads gesehen, dass das Album gepostet wurde, aber irgendwie nie das Bedürfnis gehabt da rein zu hören....da das Album öfters in den entsprechenden Threads auftauchte dachte ich mir, dass ich dem Zeitalter der ewigen Nacht vielleicht doch mal eine Chance geben sollte. Band über Bandcamp gefunden und das Intro "The Gates of Ganzir Open" gestartet.
Bei dem Intro handelt es sich um ein nettes Ambient-Intro, welches eine düstere und unheilvolle Atmosphäre erzeugt bevor es dann nahtlos in den Opener "Edimmu Rising" übergeht.
Und allein der Anfang hat mich schon voll abgeholt: Der Eröffnungsriff, dann das langsam einsetzende Schlagzeug und das leise Luftholen, bevor der Song dann mit einem markterschütternden Schrei startet.
Ich war sofort Feuer und Flamme für den Song und war mega gespannt wie es weitergeht....nach einem keltisch frostigen "Ugh!" setzt die Band das erste mal auf die orientalischen Melodien und man merkt, dass diese diesmal mehr in den Vordergrund gelegt wurden, als auf dem Debut. Der ganze Abschnitt ist in einem hohen Tempo gehalten, es wird aber eher eine erhabene als eine aggressive Atmosphäre erzeugt.
Und dann kommt der Refrain...und meine Güte kickt der rein:
"Black is the night As daylight dies - A dark tomb burst in flames Defeated the sun - EDIMMU rise!"
Ich saß da echt mit offenen Mund und war einfach wie geplättet von diesem Moment....dieser Moment hatte so eine Power, so eine Leidenschaft die mich einfach nur begeistert hat.
Zudem ist der Song mit einem wunderbaren ruhigen Zwischenspiel gesegnet, welches so ab 03:32 Minuten einsetzt und bis 04:27 anhält. In diesem Abschnitt wirkt der Song so herrlich düster und mysteriös, bevor er dann wieder schneller wird, ein Gitarrensolo erklingt und der Refrain kommt erneut zum Einsatz. Und ich weiß nicht, ob mir das nur so verkommt nach dem ruhigeren Zwischenspiel, oder ob das wirklich so produziert wurde, aber das Schlagzeug knöppelt so unglaublich hart rein bei diesem zweiten Refrain, dass ich jedes mal einfach nur mit brüllen und wie ein Irrer marodierend durch die Wohnung randalieren möchte.
Enden tut der Song dann mit gesprochen Worten, die in Zusammenarbeit mit der Musik einen solch erhabenen, ja sogar majestätischen Abschluss bilden, dass man einfach nur frohlocken möchte.
Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass "Edimmu Rising" der beste Opener, wenn nicht sogar der beste Song ist, der in 2025 veröffentlicht wurde.
Das Lied strahl einfach eine so mächtige und erhabene Kraft und Atmosphäre aus, dass es die nachfolgenden Lieder schwer haben werden da mithalten zu können.
Das darauffolgende "Naamah - Temptress of the Night" ist dann ein eher langsamer und sehr atmosphärischer Song, der mit der Verwendung von orientalischen Melodien (Gitarre, sowie Keyboard) es schafft eine düstere und bedrohliche Kulisse zu erschaffen. Hier muss ich auch sagen, dass mir der doomige Anfang bei dem Lied am besten gefällt - gerade weil er so atmosphärisch ist.
Der Gesang kommt herrlich aggressiv daher, wird an manchen Stellen gedoppelt, was den Worten noch ein wenig Nachdruck verleiht. Nach einem kurzen Ambient Part mit Melodien aus dem Orient und leisen Frauengesang nimmt der Song ein wenig an Fahrt auf, während die Gitarre im Hintergrund weiterhin diese Melodien spielt. Der Gesang hat etwas beschwörendes - wird hier doch der namensgebende Temptress of the Night gehuldigt. Und gerade diese Kombination aus dem beschwörenden Gesang, dem Up-Tempo und der Melodie im Hintergrund sorgt für diese düstere Atmosphäre wo man zu glauben scheint, dass sich gleich eine ganze Horde Vampire aus dem Grab erhebt und die Welt in die ewige Nacht stürzt. (SPOILER: tut sie später)
"Cuutha - Necropolis" startet auch wieder mit einem Mini-Intro, bevor er im mittleren Tempo voran marschiert um dann wieder, sobald der Gesang einsetzt, das Tempo anzuziehen.
Das schöne an dem Lied ist immer der Wechsel zwischen diesen beiden Passagen, gerade wenn ein wenig Geschwindigkeit rausgenommen wird und der ganze Song dadurch epischer wird, spiegelt sich diese Epik auch im Gesang wieder, wo der Kreischgesang noch mit klarem Gesang unterlegt wird. In der Songmitte gibt es wieder einen ruhigeren Part, der diesmal aber, durch den durchgehenden Einsatz des Schlagzeuges, wie ein grollendes Unheil klingt, dass sich gleich auf seine Opfer stürzt. Und als gegen Ende dann auch noch so herrlich aggressiv
"Vampyric Dominion until the End of Time!" herausgebrüllt wird, will man einfach nur die Faust in die Luft strecken. Ein echt toller und epischer Abschluss für dieses Lied.
Und dann kommt der wohl beste Song (neben dem Opener) auf dem Album: "Epitaph In Blood".
Vorneweg, es ist einfach unglaublich was die Band hier am Ende abzieht....da steht mir selbst nachdem ich das Lied bestimmt schon an die 30 mal gehört habe immer noch der Mund offen. Beginnen tut der Song jedoch erstmal langsam und sinister, eine Art Vorspiel auf das was uns gleich erwarten wird. Sobald der Gesang einsetzt prescht der Song im Mid-Tempo voran. Und schon hier fällt dieser selbstherrliche, leicht arrogante Unterton im Gesang auf. Dadurch entwickelt der Song eine unglaubliche Durchschlagskraft, wirkt er dadurch direkt noch unheilvoller.
Ab 03:05 Minuten kriegen wir dann schon mal einen Vorgeschmack auf einen Moment, der im späteren Songverlauf zu einen der geilsten und epischsten Errungenschaften dieses Albums zählt.
Das Lied schraubt sich in die Höhe, wird immer intensiver, während sich Kreisch- und Klargesang immer wieder abwechseln und man erwartet das der Song gleich ausbricht...aber er tut es nicht. Noch nicht.
Der Song geht dann nach dem
"The Rule of Death beginns!" erstmal wieder in den oben beschrieben Mid-Tempo Part zurück, wirkt aber irgendwie angespannter, als hätte er durch den vorhergegangen Part eine Energie aufgebaut, die knisternd darauf wartet sich entladen zu dürfen. Dann beginnt dieser sich hochschraubende Part erneut, diesmal ist er aber zwingender, treibender , der Gesang ist aggressiver und eiskalt.
Und dann....bricht die Hölle los:
"The Rule of Death beginns!" und tausende von rot glühenden Augenpaaren tauchen in der Nacht auf, das dröhnen von tausenden von Flügelschlägen durchdringt die Stille der Nacht!
Die Kreaturen der Dunkelheit sind erwacht, das Zeitalter der ewigen Nacht wurde heraufbeschworen. Eine Armee aus blutrünstigen Monstern, angeführt von einem stolz voranschreitenden Edimmu, macht sich bereit die Menschheit und alles was damit zusammenhängt zu einem letzten Gefecht herauszufordern. Das Zeitalter der ewigen Nacht ist nahe....
Zum Glück kommt nach diesem absoluten Übersong mit "A Key to Unlock the Seal" ein Zwischenspiel, was mir eine Minute Zeit gibt runterzukommen.....
Das anschließende "The Seal - Blood Meditation" ist dann eine langsame, teilweise ins doomige abdriftende Hymne an die Kreaturen der Nacht...die ganze Atmosphäre ist extrem unheilvoll. Was mir gefällt, ist das der Kreischgesang stellenweise von tiefen klar gesprochenen Worten unterstützt wird, aber das auch nur für ein paar Sekunden, jedoch lockert das den Song unheimlich auf.
Der Refrain ist dafür auch unglaublich schön, wenn man das im Zusammenhang mit der Musik überhaupt so sagen kann. Durch die Gitarre, die im Hintergrund ihre einsame Melodie (der Nacht) spielt kommt zudem auch eine gewisse Epik auf. Und besonders viel mehr passiert in diesem knapp neun Minuten langen Song auch nicht....aber gerade diese Einfachheit macht das Lied so angenehm.
Auch tut ein komplett langsamer Song an dieser Stelle echt gut - gerade nach dem aufputschenden "Epitaph in Blood" tut so eine kleine Verschnaufpause not.
Als letzter Song kommt dann der Titelsong welcher schnell startet und eine unglaubliche erhabene und , auch wenn ich es schon mehrmals geschrieben habe, majestätische Atmosphäre erzeugt.
Generell hat sich in der Atmosphäre etwas geändert, sie ist immer noch düster, aber weniger unheilvoll - eher siegessicher und fast schon feierlich. Man merkt das in der Geschichte die Vamypre gewonnen haben, was in diesem Song besungen wird. Nach gut der Hälfte des Liedes wird das Tempo ganz erheblich zurückgefahren, der Song faded mit einer Mischung aus "normalen" Lied und Outro (so ca. ab 05:30 Minuten) aus.
Ein wirklich starkes Album, was ich mir heute erst wieder viermal angehört habe.