Dämonentreibers kunterbuntes Musiksammelsurium

Endlich mal 'ne Scheibe, die ich kenne! :feierei:
Kann vieles von dem auch ganz genau nachvollziehen, was du so schreibst; Panzerfaust war die erste Darkthrone-Platte, deren Erscheinen ich entgegen gefiebert habe, und war dann völlig geplättet, als ich sie das erste Mal in den CD-Player packte und mir "En Vind av Sorg" um die Ohren ballerte. Diese Geschwindigkeit, gepaart mit Melodie, das Gekeife, der Sound - da war an sich schon klar, dass man es hier mit einer ganz großen Platte zu tun hatte!
Bis heute vielleicht meine Lieblingsscheibe von Fenriz und Nocturno - obwohl die ersten vier (Soulside Journey nicht mitgezählt) schon sehr nah beieinander liegen, was ihre Qualität betrifft. :verehr::verehr::verehr:
 
Die Panzerfaust überfordert mich heute immer noch. Zum Einen sind da Songs, die nach Transilvanian Hunger 2.0 klingen und zum anderen die schweren Celtic Frost Songs. Dazu kommen die lauten Vocals. Manchmal passt mir die Scheibe (alleine im Wald z.B.) und manchmal nervt sie. Und das ist seltsam, da ich Celtic Frost vergöttere.
 
Das nächste Album was ich besprechen möchte ich für mich ein kleines Juwel und leider sehr, sehr unbekannt....deshalb möchte ich es hier einmal vorstellen.
Heute sprechen wir über das einzige Album "Passenger" der Band (oder besser gesagt einem Soloprojekt mit Gastmusikern) The Black Monolith.

Cover:
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Tracklist:

01. Intro/Void
02. Dead Hand
03. Adhere
04. Victims & Hangmen
05. Gold Watch
06. Eris

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=fhOFVJkQiwg&list=RDfhOFVJkQiwg&start_radio=1
Bandcamp: https://blackmonolith.bandcamp.com/album/passenger
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Black_Monolith/3540379649

Das Album wurde im Jahr 2014, nach einer Demo im Jahr 2011, veröffentlicht und bietet Crust Black Metal, der etwas derberen Sorte, aber mit viel Gefühl.
Das beginnt schon beim kurzen Intro das nach einer guten Minute direkt in den ersten Song übergeht und man wird vom rasenden Einstieg fast schon überrollt. Das Ganze klingt wie Wolves in the Throne Room, allerdings weniger filigran und naturverbunden, sondern eher wütend und verzweifelt. Der Sound klingt hoffnungslos, verzweifelt und extrem niederschmetternd, ebenso der Gesang der stark verzerrt eingesetzt wird, sodass wirklich nur Wortfetzen wirklich verständlich sind. In diesem Sturm aus Wut, Verzweiflung und Resignation ist immer mal wieder ein Keyboard zu vernehmen, dass wirklich sehr weit in den Hintergrund gemischt wurde und dem Song dadurch eine leicht geisterhafte, aber auch schöne Atmosphäre verleiht...als würde dieser warme Sound im Hintergrund einen Teil der Wut mit sich nehmen und den ganzen wütenden Schmerz, der in der Musik transportiert wird, für einen kurzen Moment vergessen machen - nur damit er dann umso stärker wieder zurückkommt.
Sobald das Keyboard verschwunden ist klingt das ganze Lied direkt noch mal einen ticken verzweifelter und wenn es nach gut der Hälfte dann auch noch in diesen "rollenden" Part (sorry...ich kann es einfach nicht anders beschreiben...hört mal bei 03:40 Minuten rein) hat man das Gefühl es gibt nur noch einen Weg und zwar den nach ganz weit unten.
Der Song macht seinem Namen - "Void" - in dem Moment wirklich alle ehre....aber dann wird das Tempo plötzlich ganz stark gedrosselt und es geht Mid-Tempo weiter....dazu ertönt im Hintergrund, wieder ganze leise, das Keyboard und zum allerersten mal versprüht der Song eine Art entspannte Schönheit, bevor er mit einem Ambient-Outro endet.
Der Song war eine ganze schöne Achterbahnfahrt der Gefühle.
Das zweite Lied "Dead Hand" ist dann im Gegensatz zum ersten Song ein Schlag ins Gesicht....der Song legt crustig-punkig los und ist dabei einfach nur wütend. Diese Melancholie und Verzweiflung die noch den ersten Song beherrscht hat ist verschwunden.....an deren Stelle ist nun eine unbändige Wut getreten, die einfach wunderbar in diesem 4,5 minütigen Song perfekt umgesetzt wird...jedoch kommen nach gut der Hälfte des Songs plötzlich wieder diese verzweifelten Riffs, die in einen schwarzmetallischen Blast-Part übergehen. Plötzlich ist aus der brachialen Wut eine tiefe Verzweiflung geworden mit der der Song dann auch ausklingt.

Das anschließende "Adhere" ist dann vielleicht der Post-BM lastigste Song auf dem Album....der schnelle Anfang hat wieder diese wunderbare melancholische Atmosphäre, der Gesang eher traurig, als wirklich aggressiv. Auch hier werden wieder diese leisen Keyboard-Sound verwendet um den ganzen wieder diese wohlige Wärme zu verleihen, welche für einen kurzen Moment doch soetwas wie Licht in das Klangbild bringt. Bei dem Song wird ab ca. 03:35 Minuten einer atmosphärischer Schnitt vorgenommen...denn plötzlich wird der Song tatsächlich irgendwie schön.
Mit dem einsetzenden Crust Part kommt tatsächlich soetwas wie Hoffnung in den Song...sozusagen ein Gedanke, ein letztes aufbäumen, dass nicht alles schlecht sein muss, dass man auch schöne Momente in tiefster Traurigkeit finden kann. Dieser Moment wird jedoch sofort wieder zu nichte gemacht und der Song ergeht sich wieder in Wut und Verzweiflung, jedoch keimen immer mal wieder kleine Hoffnungsschimmer auf: Sei es in Form von einem kurzen Keyboard-Sound, oder einem kurz angespielten Gitarrensolo. Diese kleinen Momente lockern das gesamte Klangbild ganz erheblich auf und sorgen dafür, dass dem Song trotz allem etwas hoffnungsvolles anheftet.

Das kurze "Victims & Hangmen" tut dann ganz gut nach so einem brocken von Song. Dabei handelt es sich um einen reinen, kurzen, und sehr aggressiven Crust Song der in der Mitte mit einem netten Gitarrensolo aufgelockert wird. Mehr kann ich auch schon gar nicht zu dem Lied schreiben...es macht spaß und ist genau an der richtigen Stelle auf dem Album platziert.
Mit dem anschließenden "Gold Watch" kommt dann der längste Song auf dem Album und auch dieser Song startet wieder mit einem Intro. Das kommt dieses mal allerdings sehr unheilvoll daher das man ahnt schon, dass der "richtige" Song nicht ganz so fröhlich sein wird. Nach knapp 2 Minuten beginnt der Song dann schwarzmetallisch und klingt dabei einfach so herrlich angefressen und aggressiv.
Immer mal wieder eingesetzte "dröhnende" Gitarren sorgen für eine unangenehme Atmosphäre, bevor der Gesang einsetzt und einfach alles in ein tiefes Loch aus Wut und Verzweiflung stürzt.
Das Lied ist einfach so unglaublich aggressiv...habe ich in den vorherigen Songs immer noch etwas schönes gefunden, etwas was einen gedanklich und atmosphärisch aus diesem dunklen Sog herausgezogen hat, ist bei "Gold Watch" von diesen angenehmen Momenten nichts mehr auffindbar. Hier regiert einfach nur eine brachiale Mischung aus Black Metal und wütendem Crust...keine Hoffnung, keine Freude finden Platz in diesem Lied. Das einzige was dafür sorgt, dass diese trostlose Szenerie ein wenig aufgelockert wird, ist das Gitarrensolo was nach ca. 6 Minuten einsetzt und an die 30 Sekunden gespielt wird.
Danach mündet der Song dann direkt in einen leicht noisigen Ambient/Elektro-Part, der den Song mit einem unguten Gefühl ausklingen lässt...gerade die harten Electro-Beats fühlen sich jedes mal an wie ein schlag in die Magengrube

Das abschließende "Eris" ist dann eine komplett andere Hausnummer. Handelt es sich bei dem Lied doch um ein 7,5 Minuten langes instrumental, dass von seiner Machart her nicht so wirklich zu den restlichen auf dem Album enthaltenen Songs passen will. Aber das macht den Song jetzt nicht schlecht, und wenn man sich daran gewöhnt hat, dass das Lied so ein wenig aus dem Context fällt, passt es sogar sehr gut.
Das Lied beginnt mit sphärischen Gitarren, und die ganze Atmosphäre ist eher warm, melancholisch, die ganze Wut, die bei dem vorherigen Song vorhanden war, ist komplett verschwunden.
"Eris" ist sozusagen der traurige Abschied und Abschluss von dem zuvor erlebten....bis der Song nach ca. 5 Minuten plötzlich komplett die Richtung wechselt und post-rockig ausklingt.
Der Unterschied zu den anderen Liedern könnte nicht größer sein, aber trotzdem, oder gerade dadurch, klingt das Album genau richtig (ich möchte schon fast sagen: versöhnlich) aus.
 
Heute reisen wir mal wieder zu den Sternen....jedoch ist dieser Reise alles andere als ein Kinderspiel, verlieren wir uns dabei doch in den tiefen niemals endenwollender Leere und Kälte.
Aber während dieser Tour sind Vorga immer an unserer Seite um uns die Reise zu "Beyond the Palest Star" möglichst sicher zu gestalten.

Cover:
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Tracklist:
01. VoidDeath
02 The Sophist
03. Magical Thinking
04. The Cataclysm
05. Tragic Humanity
06. Fractal Cascades
07. Terminal

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=LAHx22HuGEM&list=RDLAHx22HuGEM&start_radio=1
Bandcamp: https://vorgaband.bandcamp.com/album/beyond-the-palest-star
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Vorga/3540450554

Ich gebe zu der erste Absatz wirkt ein wenig konstruiert, aber er erfüllt doch ganz gut seinen Zweck und beschreibt eigentlich auch schon recht gut was uns auf dem Album "Beyond the Palest Star" erwarten wird.
Bevor ich aber mit dem in 2024 veröffentlichten Album starte möchte ich noch mal ein paar Worte für die Debut MCD "Radian Gloom" verlieren, welche für mich neben der "Beyond the Palest Star" zu den besten Veröffentlichungen der Band gehört. (ehrlich gesagt gibt es auch auch nicht sonderlich viel mehr....das Debut Album "Striving towards Oblivion" finde ich leider nur ganz nett)
Den Sound auf der "Radiant Gloom" kann man am ehesten mit "At the Heart of Winter in Space" beschreiben, wird hier doch eiskalter, atmosphärischer Black Metal geboten, der mit einer perfekten Produktion aufwarten kann. Der Opener "The Black Age" marschiert eiskalt und düster voran, man kann die Leere, die die Band in ihren Texten immer wieder mal beschreibt, fast schon körperlich spüren.
So zwischen 00:41 Minuten und 00:53 Minuten kommt mir dann auch schon das Immortal Album "At the Heart of Winter" in den Sinn, allerdings in viel, viel düsterer.
Auch hat der Gesang so gut wie gar nichts mit Abbath Geknurre zu tun, sondern ist eher ein mit viel Hall unterlegtest kreischen - dieser krasse Halleffekt auf den Vocals ist auf der "Beyond the Palest Star" übrigens ganz stark zurückgefahren worden. Auf der Debut MCD ist zudem mit dem Lied "Divine" ein absoluter Überhit vorhanden, der durch seine verzweifelte und hypnotische Atmosphäre zu überzeugen weiß...auch wird der Gesang hier ein wenig verändert...er wirkt nicht mehr ganz so emotional, sondern eher kalt, als würde ein unbeteiligter Beobachter eine Szenerie beschreiben.
Zudem hat der Song mehrere Gänsehautmomente: Dieser Part zwischen 02:30 und 03:17 Minuten wo der Song kurz langsamer wird und dadurch eine unglaublich lebensfeindliche Atmosphäre verspürt.
Oder auch wenn es gegen Ende auf das große Finale zugeht die Textzeilen: "Divine - Our lives - Divine - We're blind - Divine - Or we're forsaken!" gesungen werden.
Vorga haben schon auf ihrer ersten MCD ein Händchen für große, epische Momente, gezielt und geschickt eingesetzt Melodien und atmosphärische Spielerein, sodass die 30 Minuten wie im Fluge vergehen.

Und dieses Händchen haben sie meiner Meinung nach auf dem aktuellen Album "Beyond the Palest Star" perfektioniert.
Vielleicht noch ein paar Worte vorab zum Sound der Band: Wer Dreck, eine gewisse Stümperhaftigkeit und ein generell naives, aber charmantes Songwriting erwartet sollte einen Bogen um das Album machen.
Vorga machen perfekt durchdachte Musik - diese Perfektion spiegelt sich an dem instrumentalen Können der Musiker, der Produktion und den Songs generell wieder. Ich selber mag diesen "perfekten" Sound nicht allzugerne, aber Vorga schaffen es immer noch dabei atmosphärische und einnehmende Lieder zu schreiben, die zu keiner Zeit künstlich, oder zu verkopft klingen. Um es in aller kürze zusammenzufassen: Vorga machen einfach geilen melodischen Black Metal - die klare und druckvolle Produktion passt dabei extrem gut rein.
Schon der Opener "Voideath" nimmt mich mit auf eine Reise in die endenlose Leere des Weltalls.....der Anfang klingt schon so, als würden die Riffs einfach in einen leeren Raum fallen gelassen werden - irgendwie verloren.
Als das Lied dann richtig loslegt wird es, trotz des schnellen Einstiegs, schonmal ein wenig episch und als der Gesang einsetzt wird eine richtig schöne leerenverlorene Atmosphäre erschaffen.
Auch was gerade beim Gesang auffällt ist, dass er viel kreischiger, mit weniger Hall unterlegt und mit growliger Unterstützung versehen ist. Das sorgt für mehr Abwechslung als auf der MCD, bei der mehr oder weniger auf einer Frequenz gekreischt wurde. Der Opener zeigt auch ganz schön was zu abwechslungsreiche Songs die Band schreiben kann: Hier ist einfach alles dabei: epische Mid Tempo Parts, die sich zwischen atmosphärischen Blast Part mit und ohne Keyboard-Einsatz im Hintergrund und immer mal wieder erklingende Gitarren-Melodien abwechseln.
Der Song wird also nicht langweilig und zeigt auch wie gut es die Band versteht das Keyboard als Atmosphäre-Verstärkendes Instrument einzusetzen - recht weit im Hintergrund, lässt es dem recht melodischen Gitarrenspiel genug Raum sich frei zu entfalten.
Aber schon der zweite Song zeigt einen anderen atmosphärischen Kunstgriff, den die Band sehr gut beherrscht: Hypnotische Riffs und Drumming. In dem Lied "The Sophist" passiert nicht sonderlich viel, wenn man ehrlich ist, aber erst ist durch diese ganzen Wiederholungen aus recht schnellen Up-Tempo Parts und sphärischen, langsamen Parts fast wie eine Lavalampe der man zuschaut.
Auch gesangstechnisch wird hier sehr viel und schön variiert: Hier ist alles dabei von Gekreische, Growls und geflüsterte Worte - dabei ist alles so perfekt auf den derzeitigen musikalischen Part abgestimmt, dass jeder Gesangsstil immer passend ist. Atmosphärisch spielt der Song zudem auch ganz vorne mit...wirkt er doch durch dieses hypnotische so sehr einnehmend, dass man schon mal alles um sich herum vergessen kann.
Ein sehr toller Song - genau so wie der Opener.

Das anschließende "Magical Thinking" ist der mit Abstand düsterste Song auf dem Album - das fängt schon mit dem gesprochenen Worten zu Beginn an:

Those things that we're looking for out there
Those things
Might be the signals
Or maybe all those other civilizations are gone
Maybe it's the nature of intelligent life to destroy its own
Well I prefer to think that intelligent life could choose not to
More magical thinking


Gerade die Zeile "Maybe it's the nature of intelligent life to destroy its own" fasziniert mich bei jedem hören aufs Neue - dabei kann ich gar nicht mal sagen warum.
Nach den gesprochenen Worten beginnt der Song langsam und unheilvoll, ein Keyboard im Hintergrund taucht alles in ein unwirkliches grünes Licht und sorgt dafür das die ganze Atmosphäre feindlich und ungastlich wirkt. Das Tempo bleibt eher im unteren Bereich als der Gesang einsetzt und der ist diesmal eher ein grollen als kreischen und wird von einer klagendes Gitarrenmelodie unterstützt.
Man spürt recht schnell das hier kein Platz für Hoffnung ist....selbst als der Gesang dann wieder in das bekannte Gekreische zurückfällt, bleibt diese trostlose Atmosphäre bestehen.
Richtig düster wird es als es dann mit den Worten: "All your promises memorialised - On the headstones of those you've 'saved'!" in in das Up-Tempo geht...dabei wird das Wort "saved" so richtig eiskalt herausgerotzt, dass ich jedesmal Gänsehaut bekommen. Auch ist die ganze Atmosphäre jetzt auch noch düstere geworden, die Schatten haben zugenommen, die kälte ist jetzt fast körperlich spürbar und die klagende, verzweifelte Melodie, die von der Gitarren im Hintergrund durch das menschenfeindliche Weltall getragen wird zieht einen noch zusätzlich herunter.
Der sphärische Part zwischen 04:05 und 05:20 Minuten perfektioniert dieses Gefühl dann noch, jedoch kommt jedoch noch Resignation hinzu, alles ist verloren.....das schnelle Ende wird dann passend mit den Worten:
"And between all insanity - The darkness remains" eingeleitet.
Der Song ist wirklich krass....er ist einer meiner liebsten Songs auf dem Album und je nach Stimmungslage sogar eines meiner liebsten Lieder überhaupt.

Song Nummer vier "The Cataclysm" ist dann eine nette und auch willkommene Abwechslung. Mit seinen gut 4 Minuten Spielzeit ist er der kürzeste Song auf dem Album und besticht durch seinen simplen Aufbau.
Hierbei handelt es sich um einen melodischen, leicht heroischen Black Metal Song, der nach dem schweren und einnehmenden "Magical Thinking" genau richtig kommt und für etwas Auflockerung sorgt.
Der Abschnitt zwischen 01:51 Minuten und 02:14 lädt zudem so herrlich zum fistraisen ein.
Nach diesem netten Zwischenspiel geht es mit "Tragic Humanity" weiter wo mich der voranmarschierende Anfang irgendwie ein bisschen an Dimmu Borgir erinnert (denke das Keyboard sorgt für diesen Vergleich).
Das Lied an sich geht recht schnell ins Up-Tempo, es werden allerdings immer mal wieder epische Momente eingestreut, wenn es auf den Refrain zugeht. Die schnellen Abschnitte werden mit allerlei Spielerein wie einer Gitarenmelodie, dezent eingesetzte Keyboards, oder einem Wechselspiel aus Kreisch- und Growlgesang aufgepeppt.
Nach gut drei Minuten wird das Tempo ein wenig gedrosselt und es wird vermehrt Augenmerk auf Epik und Melodie gelegt. Zudem kommen mir in den etwas langsameren Passagen auch immer mal wieder Immortal in den Sinn.
Das anschließende "Fractal Cascades" beginnt dann im mittleren Tempo mit so einer herrlich trostlosen und ungastlichen Atmosphäre und hält sich die ganze Zeit eigentlich im unteren, fast schon doomigen Tempo auf. Ich muss ehrlich sagen, dass so ein komplett langsamer (zwar gibt es zwei kleinere Up-Tempo Passagen, aber die zähle ich jetzt einfach nicht mit rein) und atmosphärischer Song dem Album echt gut tut.
Zudem zeigt das Lied auch, dass die Band auch langsame Lieder sehr, sehr gut schreiben kann - hier tritt wirklich keine Langeweile ein.

Ich mag es ja, wenn eine Band auf dem letzten Song des Albums so eine Art musikalische Rückschau auf das komplette Album vornimmt und genau das machen Vorga mit dem abschließenden "Terminal".
Hier wird wirklich nochmal auf alles Bezug genommen, was in den vorherigen Songs passiert ist. Man hat die sphärischen Atmosphärischen Abschnitte (wodurch der Song zum Beispiel eingeleitet wird), die langsamen Parts, die dann in einen leicht epischen Teil münden plus nach ca. der Hälfte des Liedes den Up-Tempo Part.
Jedoch klingt der Song dabei völlig eigen - es werden nur noch mal alle Elemente, die auf dem Album verwendet wurden zusammengefasst.
Und somit endet das Album "Beyond the Palest Star" wunderbar aggressiv mit den Worten: And in this dark corner I lay myself down to rest - Bring forth the end to this story now quickly - I greet my death!
 
Zuletzt bearbeitet:
Das nächste Album was ich besprechen möchte ich für mich ein kleines Juwel und leider sehr, sehr unbekannt....deshalb möchte ich es hier einmal vorstellen.
Heute sprechen wir über das einzige Album "Passenger" der Band (oder besser gesagt einem Soloprojekt mit Gastmusikern) The Black Monolith.

Cover:
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Tracklist:

01. Intro/Void
02. Dead Hand
03. Adhere
04. Victims & Hangmen
05. Gold Watch
06. Eris

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=fhOFVJkQiwg&list=RDfhOFVJkQiwg&start_radio=1
Bandcamp: https://blackmonolith.bandcamp.com/album/passenger
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Black_Monolith/3540379649

Das Album wurde im Jahr 2014, nach einer Demo im Jahr 2011, veröffentlicht und bietet Crust Black Metal, der etwas derberen Sorte, aber mit viel Gefühl.
Das beginnt schon beim kurzen Intro das nach einer guten Minute direkt in den ersten Song übergeht und man wird vom rasenden Einstieg fast schon überrollt. Das Ganze klingt wie Wolves in the Throne Room, allerdings weniger filigran und naturverbunden, sondern eher wütend und verzweifelt. Der Sound klingt hoffnungslos, verzweifelt und extrem niederschmetternd, ebenso der Gesang der stark verzerrt eingesetzt wird, sodass wirklich nur Wortfetzen wirklich verständlich sind. In diesem Sturm aus Wut, Verzweiflung und Resignation ist immer mal wieder ein Keyboard zu vernehmen, dass wirklich sehr weit in den Hintergrund gemischt wurde und dem Song dadurch eine leicht geisterhafte, aber auch schöne Atmosphäre verleiht...als würde dieser warme Sound im Hintergrund einen Teil der Wut mit sich nehmen und den ganzen wütenden Schmerz, der in der Musik transportiert wird, für einen kurzen Moment vergessen machen - nur damit er dann umso stärker wieder zurückkommt.
Sobald das Keyboard verschwunden ist klingt das ganze Lied direkt noch mal einen ticken verzweifelter und wenn es nach gut der Hälfte dann auch noch in diesen "rollenden" Part (sorry...ich kann es einfach nicht anders beschreiben...hört mal bei 03:40 Minuten rein) hat man das Gefühl es gibt nur noch einen Weg und zwar den nach ganz weit unten.
Der Song macht seinem Namen - "Void" - in dem Moment wirklich alle ehre....aber dann wird das Tempo plötzlich ganz stark gedrosselt und es geht Mid-Tempo weiter....dazu ertönt im Hintergrund, wieder ganze leise, das Keyboard und zum allerersten mal versprüht der Song eine Art entspannte Schönheit, bevor er mit einem Ambient-Outro endet.
Der Song war eine ganze schöne Achterbahnfahrt der Gefühle.
Das zweite Lied "Dead Hand" ist dann im Gegensatz zum ersten Song ein Schlag ins Gesicht....der Song legt crustig-punkig los und ist dabei einfach nur wütend. Diese Melancholie und Verzweiflung die noch den ersten Song beherrscht hat ist verschwunden.....an deren Stelle ist nun eine unbändige Wut getreten, die einfach wunderbar in diesem 4,5 minütigen Song perfekt umgesetzt wird...jedoch kommen nach gut der Hälfte des Songs plötzlich wieder diese verzweifelten Riffs, die in einen schwarzmetallischen Blast-Part übergehen. Plötzlich ist aus der brachialen Wut eine tiefe Verzweiflung geworden mit der der Song dann auch ausklingt.

Das anschließende "Adhere" ist dann vielleicht der Post-BM lastigste Song auf dem Album....der schnelle Anfang hat wieder diese wunderbare melancholische Atmosphäre, der Gesang eher traurig, als wirklich aggressiv. Auch hier werden wieder diese leisen Keyboard-Sound verwendet um den ganzen wieder diese wohlige Wärme zu verleihen, welche für einen kurzen Moment doch soetwas wie Licht in das Klangbild bringt. Bei dem Song wird ab ca. 03:35 Minuten einer atmosphärischer Schnitt vorgenommen...denn plötzlich wird der Song tatsächlich irgendwie schön.
Mit dem einsetzenden Crust Part kommt tatsächlich soetwas wie Hoffnung in den Song...sozusagen ein Gedanke, ein letztes aufbäumen, dass nicht alles schlecht sein muss, dass man auch schöne Momente in tiefster Traurigkeit finden kann. Dieser Moment wird jedoch sofort wieder zu nichte gemacht und der Song ergeht sich wieder in Wut und Verzweiflung, jedoch keimen immer mal wieder kleine Hoffnungsschimmer auf: Sei es in Form von einem kurzen Keyboard-Sound, oder einem kurz angespielten Gitarrensolo. Diese kleinen Momente lockern das gesamte Klangbild ganz erheblich auf und sorgen dafür, dass dem Song trotz allem etwas hoffnungsvolles anheftet.

Das kurze "Victims & Hangmen" tut dann ganz gut nach so einem brocken von Song. Dabei handelt es sich um einen reinen, kurzen, und sehr aggressiven Crust Song der in der Mitte mit einem netten Gitarrensolo aufgelockert wird. Mehr kann ich auch schon gar nicht zu dem Lied schreiben...es macht spaß und ist genau an der richtigen Stelle auf dem Album platziert.
Mit dem anschließenden "Gold Watch" kommt dann der längste Song auf dem Album und auch dieser Song startet wieder mit einem Intro. Das kommt dieses mal allerdings sehr unheilvoll daher das man ahnt schon, dass der "richtige" Song nicht ganz so fröhlich sein wird. Nach knapp 2 Minuten beginnt der Song dann schwarzmetallisch und klingt dabei einfach so herrlich angefressen und aggressiv.
Immer mal wieder eingesetzte "dröhnende" Gitarren sorgen für eine unangenehme Atmosphäre, bevor der Gesang einsetzt und einfach alles in ein tiefes Loch aus Wut und Verzweiflung stürzt.
Das Lied ist einfach so unglaublich aggressiv...habe ich in den vorherigen Songs immer noch etwas schönes gefunden, etwas was einen gedanklich und atmosphärisch aus diesem dunklen Sog herausgezogen hat, ist bei "Gold Watch" von diesen angenehmen Momenten nichts mehr auffindbar. Hier regiert einfach nur eine brachiale Mischung aus Black Metal und wütendem Crust...keine Hoffnung, keine Freude finden Platz in diesem Lied. Das einzige was dafür sorgt, dass diese trostlose Szenerie ein wenig aufgelockert wird, ist das Gitarrensolo was nach ca. 6 Minuten einsetzt und an die 30 Sekunden gespielt wird.
Danach mündet der Song dann direkt in einen leicht noisigen Ambient/Elektro-Part, der den Song mit einem unguten Gefühl ausklingen lässt...gerade die harten Electro-Beats fühlen sich jedes mal an wie ein schlag in die Magengrube

Das abschließende "Eris" ist dann eine komplett andere Hausnummer. Handelt es sich bei dem Lied doch um ein 7,5 Minuten langes instrumental, dass von seiner Machart her nicht so wirklich zu den restlichen auf dem Album enthaltenen Songs passen will. Aber das macht den Song jetzt nicht schlecht, und wenn man sich daran gewöhnt hat, dass das Lied so ein wenig aus dem Context fällt, passt es sogar sehr gut.
Das Lied beginnt mit sphärischen Gitarren, und die ganze Atmosphäre ist eher warm, melancholisch, die ganze Wut, die bei dem vorherigen Song vorhanden war, ist komplett verschwunden.
"Eris" ist sozusagen der traurige Abschied und Abschluss von dem zuvor erlebten....bis der Song nach ca. 5 Minuten plötzlich komplett die Richtung wechselt und post-rockig ausklingt.
Der Unterschied zu den anderen Liedern könnte nicht größer sein, aber trotzdem, oder gerade dadurch, klingt das Album genau richtig (ich möchte schon fast sagen: versöhnlich) aus.
Kannte ich noch gar nicht, höre gerade rein und bin hin und weg! Das ist genau das Richtige für Vatters Ältesten!
 
Eiskalter Mahlstrom alles zermalmender Kälte...nur bewohnt von den Geistern der Nebelsphären.
Heute begeben wir uns auf den Mond - fernab von jeglichem Leben besingen wir die Schönheit von Lunar in der aufkeimenden Morgenröte.

Cover:
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Tracklist:

01. Groll
02 Aufgewacht
03. Rastlos
04. Schwarze Winde
05. Heimkehr
06. Welk
07. Grimm

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=eYV-kX8bCgs&list=RDeYV-kX8bCgs&start_radio=1
Bandcamp: https://lunaraurora.bandcamp.com/album/mond
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Lunar_Aurora/3233


Ich war echt lange am überlegen welches Lunar Aurora Album ich hier besprechen und vorstellen möchte. In die engere Auswahl kamen dann schließlich die Alben "Ars Moriendi", "Mond" und "Andacht".
Die "Ars Moriendi" ist mein Lieblingsalbum der Band, dicht gefolgt von der "Mond", aber die "Andacht" fand ich schon immer sehr interessant, weil die Band hier einen anderen musikalischen Ansatz verfolgt hat und ich das Konzept als Abschiedsalbum (und dessen Umsetzung) sehr gelungen finde. Die "Ars Moriendi" fand ich von allen Lunar Aurora Alben immer am düstersten, am chaotischsten - wie eine Horde garstiger und verrückter Dämonen, die nicht nach Fleisch lechzen, sondern nach Leid und Verzweiflung. Musikalisch wurde das perfekt umgesetzt, war die Dunkelheit doch allgegenwärtig, jedoch nicht als etwas ruhendes und unheimliches, was geruhsam auf seine Opfer wartet sondern als ein chaotisches etwas, das Wahnsinn und Zerfall verbreitet. Das Lied "Dämonentreiber" hat mich damals so fasziniert und begeistert, dass ich ihn direkt als Namen genommen habe als ich mich in diesem Forum angemeldet habe. Die Band schafft es auf diesem Album, aber auch auf allen anderen, einfach perfekt düstere Szenarien und boshafte Geschichten zu erzählen, auch weil ihre in deutsch vorgetragenen Texte alles andere als kitschig sind und - das wichtigste von allem - nicht zum fremdschämen einladen. Zudem war die "Ars Moriendi" mein allererstes Lunar Aurora Album, das ich gehört habe. Ich verbinde deshalb ganz besondere Erinnerungen damit, auch weil mir das Album gezeigt wie düster und kalt Black Metal sein kann.

Als ich heute bei Minusgraden draußen unterwegs war und mir Gedanken darüber machte welche Lunar Aurora es nun werden sollte fing gerade das Intro "Groll" an zu laufen und ich wurde direkt von diesem dröhnen aufgeschreckt, womit das Intro startete. Die anschließende Minute Ambient-Musik lies mich meine Entscheidung recht schnell fallen....diese Eiseskälte, dieses Lebensfeindliche was in dieser einen Minute transportiert wurde passte perfekt in die eisige Umgebung in der ich mich bewegte. Als dann auch noch der erste richtige Song anfing - "Aufgewacht" - war ich mir sicher, ich möchte genau dieses Album hier heute vorstellen.
Wie oben schon beschrieben ist die "Ars Moriendi" garstig und düster, weniger kalt, sondern wirklich auf Angst ausgelegt, um es mal so auszudrücken. Das "Mond" Album ist der eiskalte Gegenentwurf dazu:
Das düstere wurde durch eine alles verschluckende Leere eingetauscht, kein Licht durchdringt diese und alles hat sich dem Fresshunger dieser Finsternis zu beugen.
Auf dem "Mond" gibt es keine garstigen Dämonen die sich von dem Leid ihrer Opfer und Heimgesuchten ernähren, sondern nur menschenleere Kälte und menschenfeindliche eisige Weiten.
Die Hölle ist hier kein Ort tief unter Erde in dem Dämonen leben, die ihre Opfer piesacken und quälen, sondern eine kalte und tote Welt, ohne Leben, ohne Licht und ohne Hoffnung.
Die Hölle bedeutet ihr vergessen werden - niemand soll sich an die verlorenen Seelen erinnern können, die träge und verzweifelt in stetiger qualvoller Monotonie dahinsiechen.
Der Opener "Aufgewacht" greift dieses Bild perfekt auf, beginnt er rasend schnell und eiskalt...das Schlagzeug peitscht den Song unbarmherzig voran, die Gitarren klingen wie eisige Schneestürme, welche unbarmherzig Geleit geben. Dann wird plötzlich ein wenig Geschwindigkeit aus dem Song herausgenommen, der Schneesturm lichtet sich und eine arrogant klingende, fast schon wie ein spöttischer Hohn wahrnehmbare Keyboard Melodie leitet einen recht epischen Part ein und durch die ewige Leere werden Worte der Wut geflüstert: Gefrorene Formen zerbrechen das Licht, manifestierte Schwingung - zernichtet... zerteilt.
Nach diesem erhaben Abschnitt wechselt der Song dann in den stampfenden Rhythmus und offenbart dadurch noch mehr kälte als im stürmischen Start....jedoch baut sich der Sturm langsam wieder auf, der Song nimmt immer mehr fahrt auf, bevor er wieder mit hoher Geschwindigkeit voran prescht. Das tempo bleibt jetzt durchgehend hoch und wenn man Ende noch das Keyboard über die Blast-Beats gelegt wird ist das Lied nun vollends majestätisch und erhaben.

Das darauffolgende "Rastlos" kann diesen Wahnsinn und Intensität dann leider nicht ganz halten, aber das ist bei so einem Opener auch ganz normal.
Der Song ist trotzdem rasend und fällt an manchen stellen dem Wahnsinn anheim, ganz besonders ist mir das an der Stelle zwischen 01:34 Minuten und 02:03 Minuten aufgefallen wo auch das Schlagzeug einfach nur durchzudrehen scheint. Generell macht der Song auch wieder vieles richtig, gerade dieser Wechsel aus den oben beschriebenen leicht chaotischen Abschnitten und immer wieder aufkeimender Epik sorgen dafür, dass die gut sechs Minuten schnell rumgehen - auch werden hier immer wieder sehr geschickt Keyboards eingesetzt, die beim ersten mal zwar ein wenig penetrant in den Vordergrund gemischt klingen, aber schon beim zweiten mal hören fügen sich diese perfekt in das wahnsinnige und chaotische Klangbild ein.
"Schwarze Winde" beginnt dann wieder herrlich stürmisch wie der Opener, garstige Gitarren dröhnen, bevor ein wenig Geschwindigkeit aus dem Song herausgenommen wird. Gerade bei diesem etwas langsameren Part finde ich es gut, dass man auf den Gesang komplett verzichtet, wodurch eine eiskalte und tiefschwarze Atmosphäre erzeugt wird.
Im Refrain ertönen dann wieder Keyboards, die sind dieses mal allerdings sehr weit in den Hintergrund gemischt und sorgen nur für eine atmosphärische Untermalung. An diesen Stellen wirkt der Song dann plötzlich gar nicht mehr so finster, sondern einfach nur eiskalt und fast schon zerbrechlich - gerade dann wenn die Keyboard-Sounds im weiteren Verlauf ein wenig weiter ausgebaut ( = abwechslungsreicher) werden.
Man hat dann eher das Gefühl, dass man am Nordpol steht und den Polarlichtern in einer eisig kalten Nacht zuschaut und sich von ihrer Schönheit gefangen nehmen lässt.
Und dieses Wechselspiel aus dem stürmisch chaotischem Anfang, sowie den eiskalten mit Keyboards unterlegen Passagen macht den Song so faszinierend, gerade weil auch so eine Art hypnotische Wirkung einsetzt, welche eigentlich auch bei fast allen Songs auf dem Album zum tragen kommt.

Song Nummer fünf "Heimkehr" beginnt dann Immortal-Like ("Diabolical Fullmoon Mysticism" genauer gesagt "A Perfect Vision of the Rising Northland), bevor er ein wenig Fahrt aufnimmt und dann immer schneller wird.
Auch hier klingen die Gitarren wieder so herrlich eiskalt und rauschend. So richtig auftrumpfen tut der Song dann allerdings so ab 04:33 Minuten wenn dieses mystische und zerbrechliche Keyboard im Hintergrund dazu kommt. Dann transportiert das Lied eine Art grimmige Schönheit als würde man nackt im Schnee stehen und die Sterne am klaren Nachthimmel anschauen: Man weiß, dass das nicht lange gut, aber ist der Anblick so atemberaubend und schön, dass man sich mit dem Gedanken anfreunden kann mit diesem letzten Eindruck aus dem Leben zu scheiden.
Gegen Ende wird der Song noch mal richtig episch, wenn zu dem rasenden Sound auch noch dieses leicht melancholische Keyboard hinzukommt.
"Welk" ist dann mit seinen 04:49 Minuten der kürzeste Song auf dem Album....hier fällt ganz besonders der Part 03:01 Minuten und 03:50 Minuten so eine Art Geigensound über den Double-Bass gelegt wird.
Ansonsten passiert bei dem Lied nicht viel: Es ist gut, passt sich gut den den anderen und sehr viel längeren Liedern an, aber es würde auch nicht auffallen wäre er plötzlich nicht mehr auf dem Album enthalten.

Aber dann kommt mit "Grimm" der Abschlusssong, der zeigt warum Lunar Aurora zu den besten Black Metal Bands mit deutschen Texten (wenn nicht sogar die beste Band) gehört.
Allein dieser im mittleren Tempo gehaltene Anfang, der mit den Worten anfängt: Sog um Sog hinunter zu weiten Ebenen darunter. Zug um Zug hinab zu tieferen Ebenen herab.
sorgt jedes mal für Gänsehaut und leitet den Rest des Liedes perfekt ein. "Grimm" ist, genau wie der Opener, ein von Wahnsinn, kälte und Chaos durchtränkter Song. Dieser Wechsel aus den schnellen Passagen, die wieder diesen herrlichen eiskalten und alles unter sich begrabenen Schneesturm beschwören und den etwas langsameren mit einem irgendwie spottendem Unterton unterlegten Abschnitten sorgt für eine unglaubliche Dynamik innerhalb des Liedes. Auch wird hier durch den geschickten Einsatz von Keyboard-Sounds eine extrem dichte Atmosphäre aufgebaut (man höre nur den Part zwischen 01:59 und 02:24 Minuten wo das Keyboard einfach so herrlich sinister klingt als immer wieder "GRIMM!" gegrollt wird, oder den darauffolgenden Part wo dann Chöre über den Blast gelegt werden)
Der doomig obskure Mittelpart wo der Song dann einmal komplett ausgebremst wird kommt auch wunderbar düster und kaputt rüber.
Kurz vor Ende des Liedes so ab ca. 08:44 Minuten wird nach einem kurzem Ambient Einspieler mit einer so unheimlichen Keyboard-Melodie gearbeitet, dass der Song dann am Ende nochmal Gänsehaut bei mir verursacht.

Und nachdem ich das Album heute bei eiskalten Temperaturen gehört habe hat sich "Mond" in meinem Lunar Aurora-Ranking wieder ganz weit nach vorne gespielt. Ein tolles Album, das in seiner eiskalten und finsteren brachialität wie ein schwarzer Monolith über allem menschlich Geschaffenen thront.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das nächste Album ist erst in diesem Jahr erschienen und gehört mit zu meinen liebsten Alben, die im Jahr 2025 veröffentlich wurden.
Ich rede von dem Album "A Darkness of the Ancient Past" von der Band Achathras.

Cover:
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Tracklist:

01. The Weaving of the World
02. Anointed with Moonfire
03. A Cerement of Flame
04. Emanation of Chaos
05. Melancholy Wanderer
06. The Curse of Supremacy
07. The Despiser Triumphant
08. A Lamenting Process
09. The Uttermost Cold

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=kffBxrlXHVo&list=RDkffBxrlXHVo&start_radio=1
Bandcamp: https://achathras.bandcamp.com/album/a-darkness-of-the-ancient-past
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Achathras/3540568932

Aufmerksam bin ich auf die Band geworden durch einen Post von @El Guerrero im "Black Metal 2025-Thread" wo mich die Beschreibung der Musik direkt neugierig gemacht hat.
Ich habe mir dann sofort den vorab veröffentlichten Track angehört und war direkt wie verzaubert: Die Band spielt genau meinen "Feel-Good-Black Metal". Das heißt der Sound klingt nach mittneunziger Dimmu Borgir, Dissection zu "Storm of the Lights Bane"-Zeiten und auch das erste Taake Album kam mir an einigen stellen in den Sinn. Die Band hatte damit schonmal genau diesen Stil, den ich so mag und der Vorabsong hat mich richtig neugierig auf das komplette Album gemacht. Als das Album dann endlich erschienen ist am 30.09.2025 gab es nur noch ein kleines, aber leider nicht ganz unerhebliches Problem: Der Download über Bandcamp lies auf sich warten. Ich hatte mir das Album schon vorbestellt und den ganzen Tag immer mal wieder sehnsüchtig aufs Handy geschaut, ob der Download freigeschaltet ist und ich zumindest auf dem Heimweg von der Arbeit eine Erstlauschung vornehmen kann. Aber da kam nichts...selbst Abends, so zwischen 17 und 18 Uhr, war noch nichts zum herunterladen freigeschaltet und ich wurde so langsam ein wenig knarschig...wollte ich doch unbedingt das Album hören. Um 18:30 Uhr war es dann endlich soweit und ich konnte mir das komplette Album herunterladen und war gespannt was mich nun erwarten wird.

Allein das Intro "The Weaving of the World" hat mich direkt in seinen magischen Bann gezogen. Hier wurde wirklich ein wunderschönes, sehr warmes von den gewählten Keybord-Sounds, und atmosphärisch dichtes Intro gewählt. Auch wirkt das ganze Intro irgendwie zerbrechlich, als würde man sich ein wunderschönes Glasmandala anschauen, was in den Farben Blau, dunkelgrün und violett erstrahl.
Und wenn dann der erste Song "Anointed with Moonfire" loslegte fühlte ich mich wie im siebten Himmel. Allein dieser Eröffnungsriff erinnerte mich so stark an Dissection, dass ich gespannt war, ob sie dies beibehalten werden in dem Lied. Sie taten es und der Eröffnungsriff zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Song, der zudem durch diverse Tempowechsel sehr dynamisch und abwechslungsreich rüberkommt.
Am besten finde ich den Song immer dann, wenn das Tempo gedrosselt wird und er so herrlich erhaben und majestätisch voran schreitet. Ebenso ist das Keyboard eher dezent eingesetzt, es ist reichlich vorhanden, aber es ist jetzt nicht so weit im Vordergrund, dass alles andere darunter begraben wird. Das Hauptaugenmerk liegt wirklich auf den Gitarren und den wunderschönen Melodien, die mit diesen erzeugt werden.
Das Lied klingt wirklich wie eine Mischung aus Dissection und alten Dimmu Borgir, überhaupt nicht innovativ, aber so gut kombiniert und umgesetzt das es einfach nur Spaß macht.
Aber ich muss ehrlich sagen: Bei dieser Art von Black Metal möchte ich auch nicht unbedingt irgendetwas besonders innovatives, oder neues hören, ich gehöre da eher zu den Leuten die alte und wohlbekannte Zutaten in einem neuen Gericht bevorzugen.

Das anschließende " A Cerement in Flame" beginnt stilvoll mit einem kleinen Intro, wo man eine lodernde Flamme hört, bevor schnell loslegt und eine leicht erhabene Atmosphäre verströmt. Ganz besonders mag ich den langsamen Part zwischen 01:42 und 02:15 Minuten wo der Song für einen Moment im Mid-Tempo voranschreitet bevor er wieder fahrt aufnimmt.
Auch kann man bei diesem Lied und dem folgenden "Emanation of Chaos" die Inspiration von Dimmu Borgirs "Spiritual Stormblast Triumphant" nicht verbergen. Was mir auch sehr an dem Album gefällt ist der Gesang. Es handelt sich dabei um einen angenehmen, nicht zu sehr in den Vordergrund gedrängten Kreischgesang, der mich von der Stimmlage her irgendwie an eine Mischung aus Abbath, Shagrath und Hat erinnert. Aufjedenfall passt der Gesang super gut in die Songs hinein und wirkt zu keinem Zeitpunkt unpassend. "Emanation of Chaos" hat dann auch so einen "WoW-Effekt" direkt am Anfang: Nach einem kurzen Intro startet der Song mit einem Schrei, geht dabei direkt ins Up-Tempo bevor der Song in so einen herrlich melodischen Part mündet mit so einem angenehm warmen Keyboard im Hintergrund, dass dafür sorgt das vor meinem inneren Auge die Sonne aufgeht und ihre Strahlen langsam auf eine eisige Landschaft fallen, die glitzernd und unberührt daliegt.
Ich würde auch behaupten, dass es sich bei "Emanation of Chaos" um den simpelsten Song auf dem Album handelt, aber das ist jetzt nicht negativ gemeint. Bei dem Lied handelt es sich einfach um einen wunderbaren Melodic Black Metal Song.

"Melancholy Wanderer" ist dann nur ein Instrumental, dass an die 2 Minuten geht und leider nicht so wirklich Atmosphäre aufbauen kann. Es tut jetzt nicht weh, aber irgendwie finde ich es ein klein wenig sinnlos.
Aber da es nur zwei Minuten geht und auch nicht wirklich nervt kann man sich das Lied schon mal anhören. Dafür entschädigt das darauffolgende "The Curse of Supremacy" für dieses lahme Intro.
Der Song startet sehr schnell, ist dabei wunderbar verspielt, sodass die Gitarren zusammen mit dem Keyboard eine wunderbare Einheit bilden. Die Atmosphäre wird hier verträumter als bei den anderen Lieder, fast schon romantisch wird es als ein bisschen als das Tempo gedrosselt wird, bevor es dann weiter geht wie zu Beginn nur mit Gesang. Diesmal wird das Gekreische ab und an von Growls unterstützt, die schön kraftvoll rüberkommen und das gesamte Klangbild bereichern. Ab 02:16 Minuten stoppt der Song dann plötzlich und es geht im langsamen Tempo weiter, dabei wird das Lied düsterer, das verträumte was zu Beginn da war hat sich in eine Art Alptraum verwandelt, aber nur kurz, denn bei den letzten zwei Minuten kehrt dieses erhabene und verträumte wieder zurück und der Song endet doch noch versöhnlich.
"The Despiser Triumphant" ist die meiste Zeit im mittleren Tempo (es gibt zwei schnellere Up-Tempo Parts, die sich auch wunderbar einfügen) gehalten und könnte man fast als das "Tyrants" auf dem Album bezeichnern.
Episch, düster und mit dicker "Enthrone Darkness Triumphant" Schlagseite zeigt der Song noch mal, warum ich das Album so liebe.

Und dann kommt der letzte "richtige" Song "A Lamentin Process" und bei dem zeigt die Band noch mal alles was sie kann. Der ultramelodische schnelle Einstieg verweist noch mal auf Dissection, bevor es erhaben und im mittleren Tempo weitergeht, hier wird das Keyboard auch wieder so geschickt eingesetzt, dass eine erhaben Atmosphäre erschaffen wird.
So richtig auftrumpfen tut der Song aber so ab 03:59 Minuten, wenn er komplett stoppt und ein schöner Ambient-Part mit Windrauschen und Keyboard-Klängen (unter anderem Orgelklängen) eingeleitet wird.
Dann wird der Song wieder schnell und wird unglaublich episch: Das Zusammenspiel aus Gitarren und dem irgendwie treibenden Keyboard sorgt für eine Gänsehaut nach der anderen und als dann am Ende auch noch "Forevermore!" mit so einem herrlich langgezogenen Schrei geschrien wird ist es völlig um mich geschehen: Es bleibt einfach pure Liebe für das Album und die Band zurück.

Mit "The Uttermost Cold" kommt noch ein....nun...eiskaltes Outro, was mit Windgeräuschen und Polarlichter-Keyboard-Sounds unterlegt ist. Nichts besonderes, aber ein sehr atmosphärischer Ausklang von einem wirklich sehr sehr guten Album.

Jeder der ein Faible für alte Dimmu Borgir, Dissection, Taake usw. hat sollte ein Ohren in "A Darkness of the Ancient Past" riskieren...man wird mit sehr hoher Wahrscheinlich nicht enttäuscht, sondern eher verzückt werden.

Jetzt haben wir auch schon meine Nummer 2 in der Jahresbestenliste besprochen...die Nummer 1 ist und bleibt die aktuelle One of Nine, mal schauen wann ich die Nummer 3 hier vorstelle :D

Und noch mal vielen Dank an El Guerrero fürs drauf aufmerksam machen....ich denke sonst wäre das Album komplett an mir vorbeigegangen.
 
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Es bleibt eiskalt und finster...begleitet mich auf eine Reise zu den Secrets die "Towards the Nightside" liegen.

Cover:
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Tracklist:

01. Opening the Gates
02. Pagan Dreams
03. Spawn of the thousandth Moon
04. Shining Spear of Starlight
05. The Chaos Masquerade
06. Towards the Nightside
07. Bleeding Black Sacrament
08. Into the Streams of Black Inferno

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=At4zBQKfEjg&list=RDAt4zBQKfEjg&start_radio=1
Bandcamp: https://mysticismproductions.bandcamp.com/album/towards-the-nightside
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Secrets/3540538803

Es gibt Momente da fühlt man sich von der ganzen Welt betrogen, man zieht sich zurück und will eigentlich so gar nichts mit sozialen Kontakten, oder Menschen zu tun haben.
Weihnachten ist für mich merkwürdigerweise immer so eine Zeit, ich gehe zwar zu meinen Eltern und verbringe gerne Zeit mit ihnen, aber irgendwie stresst mich dieser ganze Weihnachts-Klimbim - auch wenn ich eigentlich überhaupt nichts auszustehen habe. Mein Zufluchtsort an solchen Tagen ist dann der hiesige Stadtwald wo ich mich vor, oder nach dem Familientrubel bei einer kleinen Wandertour immer so richtig schön entspannen kann. Dabei habe ich oftmals alles mögliche an Musik laufen und in letzter Zeit aber immer wieder die "Towards the Nightside" von den Schweden von Secrets.
Bei Secrets handelt es sich um ein weiteres Nebenprojekt von Swartadauþuz, der gefühlt ganz alleine die derzeitige schwedische Black Metal Szene stellt, wenn es mystischen, düsteren und atmosphärischen Black Metal geht. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Swartadauþuz mit seinen ganzen Projekten auch immer ganz gute Musik abliefert - da ist jetzt so gut wie keine Band dabei wo ich sagen müsste das sie wirklich schlecht klingt. Ich kann mir zwar auch nicht alles anhören, aber sobald der Name "Swartadauþuz" als Mitwirkender auftaucht höre ich zumindest mal rein, weil ich grundsätzlich mit seinem Musikstil sehr viel anfangen kann.

Das Album "Towards the Nightside" gehört für mich neben einigen Bekëth Nexëhmü Sachen zu seinen besten Veröffentlichungen. Als das Album damals in 2024 erschienen ist war es auch eine Zeitlang mein Album of the Year, wurde dann aber von dem "Der böse Geist" Album der Band Nimbifer abgelöst, sodass es zumindest auf dem zweiten Platz gelandet ist.
In den letzten Tagen habe ich es wieder verstärkt gehört, unter anderem auch als ich draußen mit meiner "lasst mich doch alle einfach in Ruhe!" Einstellung unterwegs war und wurde direkt wieder abgeholt von der Musik. Was mir bei dem Album immer wieder auffällt ist wie düster die darauf enthaltene Musik klingt....hat eine Band wie zum Beispiel Achathras, oder auch Dimmu Borgir immer etwas erhabenes, majestätisches, irgendwie strahlendes an sich, herrscht bei der "Toward the Nightside" tiefschwarze Nacht und eisige Kälte vor. Musikalisch orientiert man sich auch eher an dem "In the Nightside Eclipse" - Album von Emperor, oder auch "Nord" von Setherial und "Moon in the Scorpio" von Limbonic Art als an die alten Dimmu Borgir, Dissection oder Dark Funeral (um mal in Schweden zu bleiben) Sachen. Nur hat man hier auch den an Emperor erinnernden Sound einer Verdüsterung unterzogen, sodass sich so eine Art Schleier, oder Leichentuch über all die Lieder legt und alles in rabenschwarze Nacht hüllt.

Ich habe mir ja auch schon mehrmals die Frage gestellt und überlegt wie Setherial klingen würden, wenn sie den Weg der "Nord" weitergegangen wären, anstatt sich dem Knüppel-Black-Metal von Dark Funeral hinzugeben.
Ich glaube das Secrets mit ihrem aktuellen Album "Towards the Nightside" der Antwort ziemlich nahe kommen.
Ich höre Setherials "Nord" heraus, gerade bei den Gitarren, oftmals kommen mir auch Limbonic Art mit ihrem "Moon in the Scorpio" Album in den Sinn (gerade bei den Keyboards). Und ich denke diese Bands stellen auch den Haupteinfluss von Secrets da.
Aber auch Emperor mit ihrem "In the Nightside Eclipse" und Odium mit "The Sad Realm of the Stars"-Album standen Pate und haben den Sound auf der "Towards the Nightside" ganz erheblich mit beeinflusst. Und das macht das Album für mich so toll: Ich liebe die oben genannten Referenzen und Secrets schaffen es diese ganzen verschiedenen Sounds zu einer wunderbaren Musik zu verweben ohne dabei Gefahr zu laufen als seelenlose Kopie verschrien zu werden.
Das Album startet mit dem atmosphärischen Intro "Opening the Gates" das mit beschwörenden ritualmäßigen Drums und ein wenig Mystische-Keyboard-Geklimper den ersten richtigen Song "Pagan Dreams" einleitet.
Nach ein klein wenig Geplänkel startet der Song im Up-Tempo und man fühlt sich direkt an Emperors "In the Nightside Eclipse" in noch düsterer erinnert. Das Keyboard nimmt hier einen recht dominanten Part ein, sodass es eigentlich immer allgegenwärtig ist. Allerdings wurde das so gut eingesetzt, dass es mich zu keinem Zeitpunkt nervt, sondern das Lied in eine düstere und eiskalte Atmosphäre taucht.
Auch fungiert das Keyboard als Melodieträger, die Gitarren rauschen - klassisch schwarzmetallisch - vor sich und sorgen damit für eine herrlich kalte und menschenfeindliche Atmosphäre.
Eine leichte Epik verbreitet der Song, wenn das Tempo ein wenig gedrosselt wird und dieses "Mystische-Keyboard" (mir kommen bei dem Sound immer Hexen in den Sinn) welches man schon im Intro gehört hat, ertönt. Der Gesang kommt wie eine Art heiseres kreischen rüber und passt gut in die Songs, weil er sich nie zu weit in den Vordergrund spielt.
Beim zweiten Song " Spawn of the thousandth Moon" wird es dann ein wenig majestätischer, als auf dem vorherigen Song. Die Geschwindigkeit ist wieder sehr hoch, durch die eingesetzten Keyboard-Sounds wird eine leicht spacige Atmosphäre aufgebaut, die durch (leise) Chöre noch ein wenig verstärkt wird. In Verbindung mit dem Gitarren und halt den Keyboard-Sound kommt mir tatsächlich das erste mal das Odium Album "Sad Realm of the Stars" in den Sinn, welches in die gleiche Kerbe schlägt. Zwischen 05:23 Minuten und 05:47 Minuten wird das Tempo dann einmal ganz kurz komplett heruntergefahren und der Song einfaltet in den paar Minuten eine unglaubliche Erhabenheit, bevor das Lied im schnellen Tempo zu Ende geht.
Mit "Shining Spear of Starlight" kommt dann der "Moon in the Scorpio" Song, erinnert hier doch die eingesetzten Keyboard-Sounds an den Limbonic Art Klassiker.
Auch hier muss ich sagen, dass mir das Lied am besten gefällt wenn so ab 03:50 Minuten der Song ins Mid-Tempo wechselt und man das Gefühl bekommt man steht bei sternenklarer Nacht auf einem Feld - ganz einsam und allein - und beobachtet die Sterne. Leider hält der Moment nicht sehr lange an, aber er lockert den Song doch schon um einiges auf.
"The Chaos Masquerade" ist dann ein knapp zwei minütiges Zwischenspiel, dass mit sinistren und okkult klingenden Keyboard-Sounds auf den Titelsong einstimmt.
Und der hat es dann echt in sich.....hier trifft dann wirklich das majestätische eines "In the Nightside Eclipse", auf den leicht spacigen und erhaben Teil eines "Moon in the Scorpio" nur um an manchen stellen wie verloren in den "Sad Realm of the Stars" herumzuwandern. Das Lied entwickelt zudem eine unheimliche Dynamik, die Geschwindigkeit ist zwar grundsätzlich hoch, aber es werden immer mal wieder kleinere, langsame Passagen eingestreut, die durch den geschickten Einsatz des Keyboards dieses erhabene und eiskalte Gefühl erzeugen, wo es einem kalt den Rücken herunter läuft.
Wenn so ab 05:40 Minuten dann das finale beginnt wird der Song sogar noch mal richtig episch: Er marschiert dann im mittleren Tempo zum Ende hin und vor meinen geistigen Augen tanzen die Sterne am Nachthimmel zu den Melodien der Nacht, die hier erzeugt werden.
"Melodien der Nacht" ist auch ein guter Begriff um den generellen Keyboard-Sound auf dem Album zu beschreiben....sie klingen immer als hätte man sie direkt dem Nachthimmel entliehen.
Das "Bleeding black Sacrament" geht den Weg, den der Titelsong eingeschlagen hat dann konsequent weiter, jedoch wirkt "Bleeding black Sacrament" düsterer, alptraumhafter. Erhabenheit, oder gar etwas majestätisches sucht man in diesem Song vergeblich: Hier herrscht einfach nur die eiskalte und alptraumhafte Leere des Nichts vor.
Bei "Into the Streams of Black Inferno" (ich hatte beim ersten mal gehofft das der Song irgendwelche Mysticum-Anleihen hat) handelt es sich dann um ein Instrumental, welches das Album stilvoll ausklingen lässt und tatsächlich auch Spaß macht, weil es auch wirklich als eigenständiger (kurzer) Song durchgehen kann.

Auch jetzt wo ich das Album nach längerer Zeit mal wieder gehört habe bin ich immer noch (oder schon wieder) begeistert davon. Gerade wenn ich mich in dieser "Lasst mich alle in Ruhe!" Einstellung befinde spricht mir das Album aus der Seele, weil es mich halt auch in seine eigene, kleine und düstere Welt entführt, die nicht unbedingt was mit meinem Alltag, oder irgendwelchen Familiengeschichten zu tun hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es bleibt eiskalt und finster...begleitet mich auf eine Reise zu den Secrets die "Towards the Nightside" liegen.

Cover:
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Tracklist:

01. Opening the Gates
02. Pagan Dreams
03. Spawn of the thousandth Moon
04. Shining Spear of Starlight
05. The Chaos Masquerade
06. Towards the Nightside
07. Bleeding Black Sacrament
08. Into the Streams of Black Inferno

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=At4zBQKfEjg&list=RDAt4zBQKfEjg&start_radio=1
Bandcamp: https://mysticismproductions.bandcamp.com/album/towards-the-nightside
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Secrets/3540538803

Es gibt Momente da fühlt man sich von der ganzen Welt betrogen, man zieht sich zurück und will eigentlich so gar nichts mit sozialen Kontakten, oder Menschen zu tun haben.
Weihnachten ist für mich merkwürdigerweise immer so eine Zeit, ich gehe zwar zu meinen Eltern und verbringe gerne Zeit mit ihnen, aber irgendwie stresst mich dieser ganze Weihnachts-Klimbim - auch wenn ich eigentlich überhaupt nichts auszustehen habe. Mein Zufluchtsort an solchen Tagen ist dann der hiesige Stadtwald wo ich mich vor, oder nach dem Familientrubel bei einer kleinen Wandertour immer so richtig schön entspannen kann. Dabei habe ich oftmals alles mögliche an Musik laufen und in letzter Zeit aber immer wieder die "Towards the Nightside" von den Schweden von Secrets.
Bei Secrets handelt es sich um ein weiteres Nebenprojekt von Swartadauþuz, der gefühlt ganz alleine die derzeitige schwedische Black Metal Szene stellt, wenn es mystischen, düsteren und atmosphärischen Black Metal geht. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Swartadauþuz mit seinen ganzen Projekten auch immer ganz gute Musik abliefert - da ist jetzt so gut wie keine Band dabei wo ich sagen müsste das sie wirklich schlecht klingt. Ich kann mir zwar auch nicht alles anhören, aber sobald der Name "Swartadauþuz" als Mitwirkender auftaucht höre ich zumindest mal rein, weil ich grundsätzlich mit seinem Musikstil sehr viel anfangen kann.

Das Album "Towards the Nightside" gehört für mich neben einigen Bekëth Nexëhmü Sachen zu seinen besten Veröffentlichungen. Als das Album damals in 2024 erschienen ist war es auch eine Zeitlang mein Album of the Year, wurde dann aber von dem "Der böse Geist" Album der Band Nimbifer abgelöst, sodass es zumindest auf dem zweiten Platz gelandet ist.
In den letzten Tagen habe ich es wieder verstärkt gehört, unter anderem auch als ich draußen mit meiner "lasst mich doch alle einfach in Ruhe!" Einstellung unterwegs war und wurde direkt wieder abgeholt von der Musik. Was mir bei dem Album immer wieder auffällt ist wie düster die darauf enthaltene Musik klingt....hat eine Band wie zum Beispiel Achathras, oder auch Dimmu Borgir immer etwas erhabenes, majestätisches, irgendwie strahlendes an sich, herrscht bei der "Toward the Nightside" tiefschwarze Nacht und eisige Kälte vor. Musikalisch orientiert man sich auch eher an dem "In the Nightside Eclipse" - Album von Emperor, oder auch "Nord" von Setherial und "Moon in the Scorpio" von Limbonic Art als an die alten Dimmu Borgir, Dissection oder Dark Funeral (um mal in Schweden zu bleiben) Sachen. Nur hat man hier auch den an Emperor erinnernden Sound einer Verdüsterung unterzogen, sodass sich so eine Art Schleier, oder Leichentuch über all die Lieder legt und alles in rabenschwarze Nacht hüllt.

Ich habe mir ja auch schon mehrmals die Frage gestellt und überlegt wie Setherial klingen würden, wenn sie den Weg der "Nord" weitergegangen wären, anstatt sich dem Knüppel-Black-Metal von Dark Funeral hinzugeben.
Ich glaube das Secrets mit ihrem aktuellen Album "Towards the Nightside" der Antwort ziemlich nahe kommen.
Ich höre Setherials "Nord" heraus, gerade bei den Gitarren, oftmals kommen mir auch Limbonic Art mit ihrem "Moon in the Scorpio" Album in den Sinn (gerade bei den Keyboards). Und ich denke diese Bands stellen auch den Haupteinfluss von Secrets da.
Aber auch Emperor mit ihrem "In the Nightside Eclipse" und Odium mit "The Sad Realm of the Stars"-Album standen Pate und haben den Sound auf der "Towards the Nightside" ganz erheblich mit beeinflusst. Und das macht das Album für mich so toll: Ich liebe die oben genannten Referenzen und Secrets schaffen es diese ganzen verschiedenen Sounds zu einer wunderbaren Musik zu verweben ohne dabei Gefahr zu laufen als seelenlose Kopie verschrien zu werden.
Das Album startet mit dem atmosphärischen Intro "Opening the Gates" das mit beschwörenden ritualmäßigen Drums und ein wenig Mystische-Keyboard-Geklimper den ersten richtigen Song "Pagan Dreams" einleitet.
Nach ein klein wenig Geplänkel startet der Song im Up-Tempo und man fühlt sich direkt an Emperors "In the Nightside Eclipse" in noch düsterer erinnert. Das Keyboard nimmt hier einen recht dominanten Part ein, sodass es eigentlich immer allgegenwärtig ist. Allerdings wurde das so gut eingesetzt, dass es mich zu keinem Zeitpunkt nervt, sondern das Lied in eine düstere und eiskalte Atmosphäre taucht.
Auch fungiert das Keyboard als Melodieträger, die Gitarren rauschen - klassisch schwarzmetallisch - vor sich und sorgen damit für eine herrlich kalte und menschenfeindliche Atmosphäre.
Eine leichte Epik verbreitet der Song, wenn das Tempo ein wenig gedrosselt wird und dieses "Mystische-Keyboard" (mir kommen bei dem Sound immer Hexen in den Sinn) welches man schon im Intro gehört hat, ertönt. Der Gesang kommt wie eine Art heiseres kreischen rüber und passt gut in die Songs, weil er sich nie zu weit in den Vordergrund spielt.
Beim zweiten Song " Spawn of the thousandth Moon" wird es dann ein wenig majestätischer, als auf dem vorherigen Song. Die Geschwindigkeit ist wieder sehr hoch, durch die eingesetzten Keyboard-Sounds wird eine leicht spacige Atmosphäre aufgebaut, die durch (leise) Chöre noch ein wenig verstärkt wird. In Verbindung mit dem Gitarren und halt den Keyboard-Sound kommt mir tatsächlich das erste mal das Odium Album "Sad Realm of the Stars" in den Sinn, welches in die gleiche Kerbe schlägt. Zwischen 05:23 Minuten und 05:47 Minuten wird das Tempo dann einmal ganz kurz komplett heruntergefahren und der Song einfaltet in den paar Minuten eine unglaubliche Erhabenheit, bevor das Lied im schnellen Tempo zu Ende geht.
Mit "Shining Spear of Starlight" kommt dann der "Moon in the Scorpio" Song, erinnert hier doch die eingesetzten Keyboard-Sounds an den Limbonic Art Klassiker.
Auch hier muss ich sagen, dass mir das Lied am besten gefällt wenn so ab 03:50 Minuten der Song ins Mid-Tempo wechselt und man das Gefühl bekommt man steht bei sternenklarer Nacht auf einem Feld - ganz einsam und allein - und beobachtet die Sterne. Leider hält der Moment nicht sehr lange an, aber er lockert den Song doch schon um einiges auf.
"The Chaos Masquerade" ist dann ein knapp zwei minütiges Zwischenspiel, dass mit sinistren und okkult klingenden Keyboard-Sounds auf den Titelsong einstimmt.
Und der hat es dann echt in sich.....hier trifft dann wirklich das majestätische eines "In the Nightside Eclipse", auf den leicht spacigen und erhaben Teil eines "Moon in the Scorpio" nur um an manchen stellen wie verloren in den "Sad Realm of the Stars" herumzuwandern. Das Lied entwickelt zudem eine unheimliche Dynamik, die Geschwindigkeit ist zwar grundsätzlich hoch, aber es werden immer mal wieder kleinere, langsame Passagen eingestreut, die durch den geschickten Einsatz des Keyboards dieses erhabene und eiskalte Gefühl erzeugen, wo es einem kalt den Rücken herunter läuft.
Wenn so ab 05:40 Minuten dann das finale beginnt wird der Song sogar noch mal richtig episch: Er marschiert dann im mittleren Tempo zum Ende hin und vor meinen geistigen Augen tanzen die Sterne am Nachthimmel zu den Melodien der Nacht, die hier erzeugt werden.
"Melodien der Nacht" ist auch ein guter Begriff um den generellen Keyboard-Sound auf dem Album zu beschreiben....sie klingen immer als hätte man sie direkt dem Nachthimmel entliehen.
Das "Bleeding black Sacrament" geht den Weg, den der Titelsong eingeschlagen hat dann konsequent weiter, jedoch wirkt "Bleeding black Sacrament" düsterer, alptraumhafter. Erhabenheit, oder gar etwas majestätisches sucht man in diesem Song vergeblich: Hier herrscht einfach nur die eiskalte und alptraumhafte Leere des Nichts vor.
Bei "Into the Streams of Black Inferno" (ich hatte beim ersten mal gehofft das der Song irgendwelche Mysticum-Anleihen hat) handelt es sich dann um ein Instrumental, welches das Album stilvoll ausklingen lässt und tatsächlich auch Spaß macht, weil es auch wirklich als eigenständiger (kurzer) Song durchgehen kann.

Auch jetzt wo ich das Album nach längerer Zeit mal wieder gehört habe bin ich immer noch (oder schon wieder) begeistert davon. Gerade wenn ich mich in dieser "Lasst mich alle in Ruhe!" Einstellung befinde spricht mir das Album aus der Seele, weil es mich halt auch in seine eigene, kleine und düstere Welt entführt, die nicht unbedingt was mit meinem Alltag, oder irgendwelchen Familiengeschichten zu tun hat.
Ahoi!
Danke für den Tip; die sind völlig an mir vorbei gesegelt. Aber wenn der olle Schwartedauz da seine Finger im Spiel hat muss ich natürlich ein Ohr riskieren; der Mann haut ja dermaßen viel dermaßen gutes Zeug raus, das glaubt einem ja keiner!
 
Heute wird es mal etwas ruhiger...denn heute werde ich das Album "Between Hope & Danger" des französischen Darkwave Soloprojekts Hante besprechen.

Cover:
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Tracklist:

01. Le Point de Non-Retour
02. Lies//Light
03. Empty Space
04. Eternite
05. Live to Die another Day
06. Between Hope and Danger
07. F.O.X.
08. Nous ne Ferons qu´Un
09. Lonely Horse
10. Winter Dreams


Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=8gSb8byzT0U&list=PL7je8C1yAFWCpBLPM1R0qrSaUttojP7OV
Bandcamp: https://hante.bandcamp.com/album/between-hope-danger
Metal Archives: Gibt es nicht auf MA aufgrund der gespielten Musik.

Ich habe generell ein Faible für düstere Musik, sei es nun die extremen Auslegungen davon in Form von Black Metal und Death Metal, oder die eher elektronischen Sachen wie zum Beispiel Darkwave, manche Synthwave-Bands, oder auch Postpunk. Eine Band der ich komplett verfallen bin ist Hante aus Frankreich, die mit ihren warmen elektronischen und pulsierenden Sound-Landschaften mein Herz im Sturm erobert hat.
Bei Hante handelt es sich um das Soloprojekt der Französin Hélène de Thoury, welche seit 2014 mit Hante aktiv ist. Die Künstlerin hat fünf Alben (plus ein Remix Album von "Fierce") veröffentlicht, diverse Singles und eine Split mit Minuit Machine, eine Band die ich auch nur empfehlen kann.
Besprechen möchte ich an dieser Stelle das dritte - in 2017 - veröffentlichte Album "Between Hope and Danger", weil es sich dabei um das Album handelt, welches mich am meisten berührt.
Ich muss dazu sagen, dass Hante immer eine dieser Bands sind, die ich immer nur dann genießen kann, wenn ich mich in einer ganz bestimmten Stimmung befinde, und das ist eigentlich immer eine leicht melancholische, düstere und weltfremde. Ich habe es gestern bei der Secrets Besprechung ja schon anklingen wie sehr mich dieser ganze Weihnachtstrubel usw. mitnimmt und auch nervt.
Jetzt wo das ganze Chaos vorbei ist kann der Körper wieder herunter fahren und die Gedanken fangen sich wieder an um alles mögliche zu drehen, sodass an manchen Nächten und Tagen Kirmes im Kopf herrscht.
Mit diesem Gefühl einher geht dann immer eine gewisse Erschöpfung, gepaart mit melancholischen Überlegungen und einer generellen menschenscheuen Grundeinstellung. Dazu kommt an Tagen wie heute das graue und kalte Wetter, es wird spät hell und wird früh dunkel - all das schlägt mir manchmal ziemlich aufs Gemüt und sorgt für die oben beschriebenen Gefühle. Aber ich weiß auch, dass das nur eine Phase ist und es wieder bergauf geht, das hatte ich schon öfters, es muss immer bergauf gehen - alles andere würde aufgeben bedeuten und dafür bin ich nicht der Mensch.
Und wenn ich in so einer Phase, in solch einer Stimmung befinde greift die Musik von Hante und legt sich wie eine warme Decke um meine Schultern und flüstert mir ins Ohr, dass diese Momente in Ordnung sind und das wir sie gemeinsam durchstehen.

Schon der Opener "Le Point de Non-Retour" weiß mit seinen warmen Synthiklängen zu begeistern, dazu hört man einen Frauenchor im Hintergrund. Die ganze Atmosphäre strahl etwas düsteres, aber schönes, faszinierendes aus. Dann beginnen sich die Synthiklänge zu verdichten ein leichtes dröhnen kommt hinzu, ebenso eine Melodie die so herrlich traurig klingt, dass man sich einfach nur in sie fallen lassen möchte.
Dann setzen die Beats ein, sie treiben den Song aber nicht wirklich voran, er wirkt es als würde er auf der Stelle treten, nicht vom Fleck kommen - ein Gefühl das ich mehr als nur gut kenne: Stillstand.
Der einsetzende Gesang kommt geisterhaft und verheißungsvoll daher, jedoch ohne böse Absicht, sondern eher das Gegenteil. Der Gesang erreicht im Refrain ungeahnte höhen, er klingt dann irgendwie so einfühlsam, so verstehend....und mehr passiert in dem Song nicht, aber gerade dadurch entwickelt er so eine leicht hypnotische Wirkung, die eine Wärme ausstrahlt, die das Kalte und Graue was einen umgibt für einen Moment vergessen lässt.
Das darauffolgende "Lies//Light" ist dann ein eher tanzbarer Song, weniger atmosphärisch, aber weit davon entfernt in irgendeiner Form langweilig zu werden. Dadurch, dass der Song ein wenig schneller ist, als der Opener, bleibt dieses Warme in das man sich einkuscheln möchte, ein wenig auf der Strecke. Der Song wirkt im Gegensatz zu "Le Point de Non-Retour" kalt. Das Lied zeigt den anderen Sound, den Hante machen kann, weniger warm und einfühlsam, sondern kalt und mechanisch.
"Empty Space" bleibt dann der tanzbaren Ausrichtung des Vorgängersongs treu und trumpft gerade im Refrain richtig auf: "So i turn off the Light and dream of us to fill this empty Space"
Und beim Refrain klingt der Song wieder so herrlich einfühlsam, auch weil der Gesang sich bei diesen Passagen ändert: Den ganzen Song über wirkt er eher teilnahmslos, als würde er einfach nur komplett emotionslos eine Situation beschreiben, aber sobald der Refrain erklingt verändert sich die Stimmfarbe: Der Gesang wirkt dann nicht mehr desinteressiert, sondern leicht wütend und verzweifelt.
Mit "Eternite" folgt dann auch der erste richtige Hit auf dem Album. Das Lied beginnt erst unscheinbar, bevor wieder diese wunderschönen und einlullenden Synthiwände hochgefahren werden, die schon den Opener so toll gemacht haben. Als dann der Gesang einsetzt wird im Hintergrund eine Art Orgel-Sound abgespielt und der Song entwickelt eine fast schon sakrale Atmosphäre....und immer wenn die Textzeile "Je t´aimerai toujours - mon amour" (=Ich werde dich immer lieben - meine Liebe) mit dieser hohen Stimme vorgetragen wird kriege ich einen Kloß im Hals. Generell lädt der Song zum Augen schließen und einfach dahinschmachten ein, denn er bietet diese düstere Romantik die mich jedesmal einfach mitnimmt.
"Live to Die Another Day" hat dann etwas urbanes....bei dem Song kommen mir immer tiefer Häuserschluchten einer namenlosen Großstadt in den Sinn. Neonlichter spenden unnatürliches geisterhaftes Licht, es regnet und man bewegt sich durch eben diese Szenerie. Auch wenn das beschriebene irgendwie negativ klingt, und von Außenstehende, die das nicht kennen, auch so wahrgenommen wird, gibt es eine spröde Schönheit, die solch einer Situation innewohnt. Ein wunderschöner Song, der aufgrund der Bilder die er vor meinem inneren Auge erzeugt ein wenig aus dem Rahmen fällt.
Bei dem Titelsong handelt es sich dann um einen tieftraurigen Song, der eine leicht trostlose Atmosphäre ausstrahlt. Das beginnt schon mit den Beats, die sich irgendwie "verloren" anhören - als würde man sie einfach in einen leeren Raum fallen lassen. Ab 02:40 Minuten wird der Song dann richtig schön, da die Synthi-Klänge ein wenig zunehmen, das ganze Klangbild wird dadurch ein wenig dichter, was in Verbindung mit dem traurigen Gesang eine melancholische, aber schöne Atmosphäre erzeugt. Der Gesang trägt bei dem Lied durch seine Emotionalität auch einen Großteil der Atmosphäre.
Das darauffolgende "F.O.X." beginnt auch tieftraurig, entwickelt dann aber eine leicht - ich nenne es mal - erhabene Atmosphäre. Als würde man einen Maskenball besuchen, der jedoch nicht von Freude und Heiterkeit geprägt ist, sondern von düsteren Gedanken und es wird eine traurige Musik aufgespielt, welche die Besucher an diese Gedanken fesselt. Jeder der Teilnehmenden will für sich sein, mancher blickt dem Neuankömmling verwirrt und argwöhnisch nach....auch wenn diese Vorstellung überhaupt nichts mit dem Text zu tun hat, der von Verlust und Wut handelt, wandern immer diese oben beschriebenen Bilder durch meinen Kopf bei dem Lied.
Mit "Nous ne Ferons qu´Un" folgt dann ein recht harter Song auf dem Album, was zum größten Teil durch die recht harten Beats kommt. Aber ich muss auch leider sagen, dass es sich bei diesem Song um den schwächsten Song auf dem Album für mich handelt....Atmosphäre will irgendwie nicht so wirklich aufkommen und auch dieses verträumte, was die vorherigen Songs ausgestrahlt haben, ist irgendwie komplett verschwunden. Neutral betrachtet ist der Song schon nicht schlecht, aber er will für mich irgendwie nicht so wirklich auf das Album passen.
Zum Glück machen die beiden letzten Lieder "Lonely Horse" und "Winter Dreams" diesen etwas schwächeren Song direkt wieder vergessen. Gerade "Lonely Horse" weiß durch seine wunderschönen Gesanglinie zu überzeugen, die bei dem Lied sehr stark auffallen, weil sie sich im Gegensatz zu den anderen Liedern echt abheben. Die Atmosphäre ist dabei fast schon ein wenig psychedelisch, was dem Song wieder etwas hypnotisches und einnehmendes verleiht...auch in dieses Lied kann man sich so wunderbar fallen lassen.
"Winter Dreams" ist dann noch mal ein schöner, recht ruhiger Song, der das Album entspannt und angenehm ausklingen lässt. Ab 02:08 Minuten wird das Lied zudem auch noch mal so richtig schön verträumt, was an diesem (irgendwie an Winter erinnernden) Keyboard liegt. Dadurch wird auch direkt eine leicht feierliche und erhabene Atmosphäre erschaffen womit der Song dann auch ausklingt...ein toller Abschluss für ein sehr tolles Album.

Hante hat mit Album echt Musik geschrieben, die mich immer wieder aufbaut.
Ich mache es auch gerne, dass ich Abends nach einem langem und sehr stressigen Tag einfach aufs Sofa lege und ein Album von denen auflege...in den meisten Fällen kann ich dann einfach wunderbar entspannen und für zumindest eine gewisse Zeit all den Stress und Probleme vergessen. In solchen Momenten wirkt das Album dann wie eine innere Reinigung, die alles schlechte auskehrt.
Auch wenn ihr jetzt nicht so die Fans von elektronischer Musik seid....gebt Hante und dem "Between Hope and Danger" Album einmal eine Chance.
 
Mein erstes Album war dann tatsächlich die "Soulside Journey", die ich mir in dieser Auflage gekauft habe für faire 10 EURO und war wie vor den Kopf gestoßen....das Album ist ja noch reiner Death Metal. Ich habe mir das Album aber trotzdem schöngehört und habe schon bald meinen Gefallen daran gefunden.
Es ist ja sehr schöhn und sehr gut , das wir alle diverse Geschmäcker und Vorlieben , Hörgewohnheiten etz haben :) :)
Aber "Soulside Journey" schöngehört ,ist doch ein zimlich harter Brocken für den alten Mann :D:D:)
Deine Begleittexte sind gut zu lesen , erinnern mich an Meine Emotionen in Bezug zu Musik !
...nur sind es halt gänzlich andere Tonträger.
 
Es ist ja sehr schöhn und sehr gut , das wir alle diverse Geschmäcker und Vorlieben , Hörgewohnheiten etz haben :) :)
Aber "Soulside Journey" schöngehört ,ist doch ein zimlich harter Brocken für den alten Mann :D:D:)
Deine Begleittexte sind gut zu lesen , erinnern mich an Meine Emotionen in Bezug zu Musik !
...nur sind es halt gänzlich andere Tonträger.
Ui. Dann musst du jetzt ganz stark sein - nimm' am Besten was für's Herz, bevor du weiterliest...
Mir ist es bis heute nicht gelungen, mir "Soulside Journey" schön zu hören ;)
 
Heute steigen wir hinab in die "Sumerian Tombs" und suchen nach dem Geheimnis des ewigen Leben um das "Age of Eternal Night" zu beschwören.

Cover:
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Tracklist:
01. The Gates of Ganzir Open
02. Edimmu Rising
03. Naamah -Temptress of the Night
04. Cuutha - Necropolis
05. Epitaph in Blood
06. A Key to Unlock the Seal
07. The Seal - Blood Meditation
08. Age of Eternal Night

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=VeJAB4stU4A&list=RDVeJAB4stU4A&start_radio=1
Bandcamp: https://sumeriantombs.bandcamp.com/album/age-of-eternal-night
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Sumerian_Tombs/Age_of_Eternal_Night/1324359

Bevor ich mit dem aktuellen Album der Band anfange möchte ich noch das gleichnamige Debut und die "As Sumer Thrones at Night" Demo jedem ans Herz legen, der das aktuelle Album mag.
Zeigen diese beiden Veröffentlichungen doch ganz gut den musikalischen Weg den die Band zurückgelegt hat um so ein perfektes Album wie die "Age of Eternal Night" rauszubringen.
Die aus drei Songs (mit einem Intro und zwei richtigen Liedern) bestehende Demo aus 2021 hat so einen herrlich rohen und natürlichen Sound, dazu hat das Schlagzeug so einen herrlichen dumpfen Rumpelklang auf den ich gerade bei der Demo so stehe. Die beiden Lieder "Bloods Gods Rise to Power" und der Titelsong kommen durch den rohen Sound um einiges kratzbürstiger herüber.
Auch beweist die Band auf dem Demo schon, dass sie ein gutes Händchen für erhabene und majestätische Momente hat, die durch den massiven Einsatz von orientalischen Melodien noch verstärkt werden.
Gerade durch diese Melodien wirken die Songs exotische und sehr geheimnisvolles, was viel zu der mystischen Atmosphäre beiträgt. Auch kommt der Gesang hier herrlich unpoliert rüber....er ist noch nicht so auf perfekt getrimmt wie auf den folgenden Releases - was ich grundsätzlich gut finde, aber ich möchte ehrlich sein: An manchen Tagen komme ich mit dem Gesang des ersten Demos nicht so richtig klar. Ich finde ihn dann nicht schlecht, aber irgendwie sehr anstrengend.
Beide Lieder wissen aber trotzdem zu überzeugen und lassen eine musikalische Vision erkennen, die auf den folgendem Debut-Album (die in 2022 erschiene "Conjuration - Awakening" Demo kenne ich leider nicht) verbessert und auf der "Age of Eternal Night" schließlich perfektioniert wurde.
Das Debut Album ist dann ein riesen Schritt nach vorne....bessere Produktion, besserer und etwas durchdachtere Songs und dazu diese einnehmende mysteriöse Atmosphäre, die schon das erste Demo so interessant gemacht hat. Melodien und Keyboard sind auf dem Debut auch noch nicht so präsent wie bei der "Age of Eternal Night" - jedoch werden diese hier auch schon so geschickt und songdienlich eingewoben, dass es einfach Spaß macht diesem Debut-Album zu lauschen. Als Anspieltipps möchte ich das epische "Altars of the Past" und das abschließende "Vampyiric Dominance" vorschlagen - fassen diese beiden Lieder das komplette Album doch ganz gut zusammen. Gerade "Vampyiric Dominance" weiß mit seinem Gesang zu überzeugen, der hier wunderbar abwechslungsreich rüberkommt.

Bei dem Sumerian Tomb Album "Age of Eternal Night" was dieses Jahr veröffentlicht wurde handelt es sich um eines meiner Jahreshighlights, dabei wäre das Album beinahe komplett an mir vorbeigegangen.
Ich habe zwar mehrmals in den "Now Playing" - Threads gesehen, dass das Album gepostet wurde, aber irgendwie nie das Bedürfnis gehabt da rein zu hören....da das Album öfters in den entsprechenden Threads auftauchte dachte ich mir, dass ich dem Zeitalter der ewigen Nacht vielleicht doch mal eine Chance geben sollte. Band über Bandcamp gefunden und das Intro "The Gates of Ganzir Open" gestartet.
Bei dem Intro handelt es sich um ein nettes Ambient-Intro, welches eine düstere und unheilvolle Atmosphäre erzeugt bevor es dann nahtlos in den Opener "Edimmu Rising" übergeht.
Und allein der Anfang hat mich schon voll abgeholt: Der Eröffnungsriff, dann das langsam einsetzende Schlagzeug und das leise Luftholen, bevor der Song dann mit einem markterschütternden Schrei startet.
Ich war sofort Feuer und Flamme für den Song und war mega gespannt wie es weitergeht....nach einem keltisch frostigen "Ugh!" setzt die Band das erste mal auf die orientalischen Melodien und man merkt, dass diese diesmal mehr in den Vordergrund gelegt wurden, als auf dem Debut. Der ganze Abschnitt ist in einem hohen Tempo gehalten, es wird aber eher eine erhabene als eine aggressive Atmosphäre erzeugt.
Und dann kommt der Refrain...und meine Güte kickt der rein: "Black is the night As daylight dies - A dark tomb burst in flames Defeated the sun - EDIMMU rise!"
Ich saß da echt mit offenen Mund und war einfach wie geplättet von diesem Moment....dieser Moment hatte so eine Power, so eine Leidenschaft die mich einfach nur begeistert hat.
Zudem ist der Song mit einem wunderbaren ruhigen Zwischenspiel gesegnet, welches so ab 03:32 Minuten einsetzt und bis 04:27 anhält. In diesem Abschnitt wirkt der Song so herrlich düster und mysteriös, bevor er dann wieder schneller wird, ein Gitarrensolo erklingt und der Refrain kommt erneut zum Einsatz. Und ich weiß nicht, ob mir das nur so verkommt nach dem ruhigeren Zwischenspiel, oder ob das wirklich so produziert wurde, aber das Schlagzeug knöppelt so unglaublich hart rein bei diesem zweiten Refrain, dass ich jedes mal einfach nur mit brüllen und wie ein Irrer marodierend durch die Wohnung randalieren möchte.
Enden tut der Song dann mit gesprochen Worten, die in Zusammenarbeit mit der Musik einen solch erhabenen, ja sogar majestätischen Abschluss bilden, dass man einfach nur frohlocken möchte.
Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass "Edimmu Rising" der beste Opener, wenn nicht sogar der beste Song ist, der in 2025 veröffentlicht wurde.
Das Lied strahl einfach eine so mächtige und erhabene Kraft und Atmosphäre aus, dass es die nachfolgenden Lieder schwer haben werden da mithalten zu können.

Das darauffolgende "Naamah - Temptress of the Night" ist dann ein eher langsamer und sehr atmosphärischer Song, der mit der Verwendung von orientalischen Melodien (Gitarre, sowie Keyboard) es schafft eine düstere und bedrohliche Kulisse zu erschaffen. Hier muss ich auch sagen, dass mir der doomige Anfang bei dem Lied am besten gefällt - gerade weil er so atmosphärisch ist.
Der Gesang kommt herrlich aggressiv daher, wird an manchen Stellen gedoppelt, was den Worten noch ein wenig Nachdruck verleiht. Nach einem kurzen Ambient Part mit Melodien aus dem Orient und leisen Frauengesang nimmt der Song ein wenig an Fahrt auf, während die Gitarre im Hintergrund weiterhin diese Melodien spielt. Der Gesang hat etwas beschwörendes - wird hier doch der namensgebende Temptress of the Night gehuldigt. Und gerade diese Kombination aus dem beschwörenden Gesang, dem Up-Tempo und der Melodie im Hintergrund sorgt für diese düstere Atmosphäre wo man zu glauben scheint, dass sich gleich eine ganze Horde Vampire aus dem Grab erhebt und die Welt in die ewige Nacht stürzt. (SPOILER: tut sie später)
"Cuutha - Necropolis" startet auch wieder mit einem Mini-Intro, bevor er im mittleren Tempo voran marschiert um dann wieder, sobald der Gesang einsetzt, das Tempo anzuziehen.
Das schöne an dem Lied ist immer der Wechsel zwischen diesen beiden Passagen, gerade wenn ein wenig Geschwindigkeit rausgenommen wird und der ganze Song dadurch epischer wird, spiegelt sich diese Epik auch im Gesang wieder, wo der Kreischgesang noch mit klarem Gesang unterlegt wird. In der Songmitte gibt es wieder einen ruhigeren Part, der diesmal aber, durch den durchgehenden Einsatz des Schlagzeuges, wie ein grollendes Unheil klingt, dass sich gleich auf seine Opfer stürzt. Und als gegen Ende dann auch noch so herrlich aggressiv "Vampyric Dominion until the End of Time!" herausgebrüllt wird, will man einfach nur die Faust in die Luft strecken. Ein echt toller und epischer Abschluss für dieses Lied.

Und dann kommt der wohl beste Song (neben dem Opener) auf dem Album: "Epitaph In Blood".
Vorneweg, es ist einfach unglaublich was die Band hier am Ende abzieht....da steht mir selbst nachdem ich das Lied bestimmt schon an die 30 mal gehört habe immer noch der Mund offen. Beginnen tut der Song jedoch erstmal langsam und sinister, eine Art Vorspiel auf das was uns gleich erwarten wird. Sobald der Gesang einsetzt prescht der Song im Mid-Tempo voran. Und schon hier fällt dieser selbstherrliche, leicht arrogante Unterton im Gesang auf. Dadurch entwickelt der Song eine unglaubliche Durchschlagskraft, wirkt er dadurch direkt noch unheilvoller.
Ab 03:05 Minuten kriegen wir dann schon mal einen Vorgeschmack auf einen Moment, der im späteren Songverlauf zu einen der geilsten und epischsten Errungenschaften dieses Albums zählt.
Das Lied schraubt sich in die Höhe, wird immer intensiver, während sich Kreisch- und Klargesang immer wieder abwechseln und man erwartet das der Song gleich ausbricht...aber er tut es nicht. Noch nicht.
Der Song geht dann nach dem "The Rule of Death beginns!" erstmal wieder in den oben beschrieben Mid-Tempo Part zurück, wirkt aber irgendwie angespannter, als hätte er durch den vorhergegangen Part eine Energie aufgebaut, die knisternd darauf wartet sich entladen zu dürfen. Dann beginnt dieser sich hochschraubende Part erneut, diesmal ist er aber zwingender, treibender , der Gesang ist aggressiver und eiskalt.
Und dann....bricht die Hölle los: "The Rule of Death beginns!" und tausende von rot glühenden Augenpaaren tauchen in der Nacht auf, das dröhnen von tausenden von Flügelschlägen durchdringt die Stille der Nacht!
Die Kreaturen der Dunkelheit sind erwacht, das Zeitalter der ewigen Nacht wurde heraufbeschworen. Eine Armee aus blutrünstigen Monstern, angeführt von einem stolz voranschreitenden Edimmu, macht sich bereit die Menschheit und alles was damit zusammenhängt zu einem letzten Gefecht herauszufordern. Das Zeitalter der ewigen Nacht ist nahe....

Zum Glück kommt nach diesem absoluten Übersong mit "A Key to Unlock the Seal" ein Zwischenspiel, was mir eine Minute Zeit gibt runterzukommen.....
Das anschließende "The Seal - Blood Meditation" ist dann eine langsame, teilweise ins doomige abdriftende Hymne an die Kreaturen der Nacht...die ganze Atmosphäre ist extrem unheilvoll. Was mir gefällt, ist das der Kreischgesang stellenweise von tiefen klar gesprochenen Worten unterstützt wird, aber das auch nur für ein paar Sekunden, jedoch lockert das den Song unheimlich auf.
Der Refrain ist dafür auch unglaublich schön, wenn man das im Zusammenhang mit der Musik überhaupt so sagen kann. Durch die Gitarre, die im Hintergrund ihre einsame Melodie (der Nacht) spielt kommt zudem auch eine gewisse Epik auf. Und besonders viel mehr passiert in diesem knapp neun Minuten langen Song auch nicht....aber gerade diese Einfachheit macht das Lied so angenehm.
Auch tut ein komplett langsamer Song an dieser Stelle echt gut - gerade nach dem aufputschenden "Epitaph in Blood" tut so eine kleine Verschnaufpause not.
Als letzter Song kommt dann der Titelsong welcher schnell startet und eine unglaubliche erhabene und , auch wenn ich es schon mehrmals geschrieben habe, majestätische Atmosphäre erzeugt.
Generell hat sich in der Atmosphäre etwas geändert, sie ist immer noch düster, aber weniger unheilvoll - eher siegessicher und fast schon feierlich. Man merkt das in der Geschichte die Vamypre gewonnen haben, was in diesem Song besungen wird. Nach gut der Hälfte des Liedes wird das Tempo ganz erheblich zurückgefahren, der Song faded mit einer Mischung aus "normalen" Lied und Outro (so ca. ab 05:30 Minuten) aus.

Ein wirklich starkes Album, was ich mir heute erst wieder viermal angehört habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute würde ich gerne ein Album besprechen, dass im Jahr 2003 meine Liebe zum extremen Metal entfacht hat...die rede ist von dem "Into the Lungs of Hell Album" Album von God Dethroned.

Cover:
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Tracklist:

01. Into the Lungs of Hell
02. The Warcult
03. Enemy of the Stare
04. Soulsweeper
05. Slaughtering the Faithful
06. Subliminal
07. The Tombstone
08. Gods of Terror

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=SH6B-tGec5o&list=RDSH6B-tGec5o&start_radio=1
Bandcamp: https://f4.bcbits.com/img/a0692919046_16.jpg
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/God_Dethroned/242

Ich finde es ja immer spannend wenn man sich Gedanken darüber macht wie sich der Musikgeschmack in den letzten 25 Jahren, seit man zum Heavy Metal gefunden hat, entwickelt hat.
Bei mir fing damals alles an mit der "Warriors of the World" Single von Manowar. Ich habe damals auf Viva das Video zu dem Song gesehen und war als 12 Jähriger Heranwachsender total fasziniert davon....kannte ich vorher nur Bands wie Rammstein und Whitesnakes haben mir Manowar damals einen komplett neuen Kosmos eröffnet. Unabhängig davon wie ich heute zu dem Song und dem Album stehe hat mich die Band zum klassischen Heavy Metal gebracht. Ich fing dann an mir die Alben zusammenkaufen, lies mir einige von meinen Eltern schenken und tauchte so mehr und mehr in diese Musikrichtung ein. Bald darauf folgten Alben von Hammerfall (die haben zu dem Zeitpunkt gerade ihr "Crimson Thunder" Album veröffentlicht), Blind Guardian (die "Imaginations from the other Side" habe ich damals blind aufgrund des Covers gekauft) und Iron Maiden (hier war meine erste selbstgekaufte die "Brave New World"). Ich hatte damals auch einen 2 Jahre älteren Kumpel, der so wie ich auf diese Art von Heavy Metal stand und schon ein paar mehr Jahre Erfahrung mit dem Genre hatte...der versorgte mich dann auch mit der einen, oder anderen Band. Wir saßen oftmals am Wochenende den ganzen Tag bei mir, oder ihm im Zimmer und haben nur Musik gehört, gequatscht und und vorgeschwärmt wie geil Blind Guardian und Hammerfall sind. Gerade mit Hammerfall hat er mich dann richtig infiziert, weil er das "Legancy of Kings" Album zu einer nachmittäglichen Hörsession mitgebracht hat und ich bei den ersten Takten von "Heeding the Call" einfach komplett ausgerastet bin.
Aber ich merkte recht schnell, dass ich immer mehr auf die schnelleren Songs stand....da ich zu dem Zeitpunkt schon den Metal Hammer regelmäßig gelesen habe, habe ich natürlich auch schon von solchen extremen Genres wie Death und Black Metal gehört, habe aber irgendwie nie so wirklich den Mut aufgebracht im Musikladen mal reinzuhören. Auch weil ich überhaupt nicht wusste wo ich anfangen solle.
Aber zum Glück lagen dem Metal Hammer ja immer Sampler-CDs bei, wo manchmal auch ganz gute Bands drauf waren.

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich ohne die MH Sampler viele Bands gar nicht kennengelernt, bzw. i erst viel viel später kennengelernt hätte.
Und auf einem Sampler war dann tatsächlich der Song "The Warcult" von God Dethroned enthalten, der erste extrem Metal Song, den ich je gehört habe. Ich skippte also ehrfürchtig zu Song Nummer 5 (fragt mich nicht, warum ich mich genau DARAN erinnern kann) und war gespannt wie ein Flitzebogen auf diesen ominösen Death Metal.
Das Lied beginnt dabei ganz harmlos...mittleres Tempo, eine nette Melodie und ich fragte mich ernsthaft was daran so extrem und hart sein soll. Nach ca. 30 Sekunden verfinsterte sich der Himmel und der Song prügelt mit einem markerschütternden Schrei drauf los. In diesem Moment war ich erstmal wie geplättet...und habe den Song ganz schnell ausgemacht. Ich hatte noch nie soetwas hartes und kompromissloses gehört. Ich war ein wenig geschockt und hatte erstmal nicht wirklich das Bedürfnis mir das noch mal anzuhören....aber nach dem ich den ersten Schock verarbeitet hatte wurde langsam ein Verlangen in mir groß sich das Lied nochmal in kompletter länge anzuhören - schließlich wollte ich ja wissen, warum mir diese Musik nicht gefällt.
Also habe ich ganz mutig die Sampler CD noch mal herausgekramt, zu Song Nummer fünf geskippt und erneut auf "Play!" gedrückt. Die ersten 30 Sekunden gefielen mir wie beim ersten mal schon und auch als das Lied dann drauf losprügelt ging es mir besser rein als beim ersten mal. Ich hatte wirklich spaß an dem Song und konnte mir nicht mehr so richtig erklären, warum mich das Ganze beim ersten mal hören so abgeschreckt hat.
Ich habe mir dann ein ganzes Wochenende lang fast nur diesen einen Song angehört und bin dann zum Entschluss gekommen, dass ich das Album brauche. Ich bin dann zu Media Markt, die hatten es leider nicht, also ab zu Hot Shots Records und mit Freude festgestellt, dass die das Album vorrätig hatten. Ich hatte echt einen Moment lang überlegt ob ich vorher in das komplette Album reinhöre, oder es mir einfach blind kaufe. Ich habe mich dann für den Kauf entschieden und war richtig aufgeregt als ich zu Hause ankam, das Digipack aufmachte, die CD einlegte und auf "Play!" (das Ausrufezeichen stand wirklich mit dabei) drückte.
Das Album startete dann sogleich mit dem Titelsong und ich war dann ernsthaft verwirrt. Hatte der Opener doch überhaupt nichts mit der rasenden Wut von "The Warcult" gemein....aber es machte sich ein anderes Gefühl breit: Diese lodernde Höllenfeuer-Atmosphäre kickte voll rein und ebnete damit wahrscheinlich den Weg für mein Faible für sehr atmosphärischen extrem Metal. "Into the Lungs of Hell" ist auch heute noch ein wirklich sehr, sehr guter Song. Ich mag diesen extrem langsamen, mit Chören unterlegten Start bis Henri den Song mit den Worten "Christ burned me with his eyes - But I'm still alive - Welcome to the lungs of hell!"
eröffnet und das Lied ein wenig Geschwindkeit aufnimmt, aber immer noch herrlich langsam und lauernd dabei bleibt. Nach ca. 3 Minuten wird der Song dann noch schneller und stampft rockend zum Ende hin.
Mich hat damals, und auch heute noch, immer fasziniert wie es die Band schafft schöne Gitarrenmelodien in die Songs einzuweben, ohne dass das ganze kitschig wird. Beim Opener und Titelsong zum Beispiel der Part zwischen 01:34 Minuten und 02:01 Minuten wo diese Melodien das erst mal zum Einsatz kommen.

Der zweite Song ist dann der schon bekannte "The Warcult", der nach dem langsamen Titelsong nochmal um einiges schneller härter und brutaler rüberkommt.
Am Ende bekomme ich ab 03:45 Minuten, wenn Henri voller Wut, Hass und Abscheu "We are the Warcult - Wa are the Shit of Brain!" brüllt immer noch Gänsehaut. Das darauffolgende "Enemy of the State" entwickelte sich dann recht schnell zu meinem zweiliebsten Song auf dem Album. Das Lied groovt einfach so herrlich stumpf und brutal durch die Walachei, während Henri extreme tiefe Growls raushaut. Der Refrain hat zu dem ein unglaubliches Ohrwurmpotenzial. Song Nummer 4 "Soulsweeper" beginnt dann mit so einem kaskadenartigen Riffing und ist eher ein wenig melodischer unterwegs, als die anderen Songs.
Henri schreit sich hier auch so wunderbar angefressen die Seele aus dem Leib, bevor der Song ab 01:18 Minuten ins Up-Tempo geht und da sehr Thrashig rüberkommt....auch der hervorgebrüllte Refrain "God is Dead - I am the Devil! Soulreaper! Soulsweeper!" hatte damals mächtig Eindruck auf mich gemacht. Nach diesem Ausbruch kommt dann ein langsamer, melodischer Part, bevor der Song wieder so weitermacht wie er begonnen hat. Ausklingen tut der Song dann wieder sehr melodisch. Damals habe ich das Lied geliebt, heute finde ich es auch noch gut.
Mit "Slaughtering the Faithful" hatte ich damals so meine Problem...mir war der Song irgendwie zu hektisch und ich habe nie wirklich Zugang dazu gefunden. Das wurde allerdings nach einer Weile besser und ich kann ihn mir jetzt zumindest anhören und spaß dran haben. Besonders gefallen tun mir heutzutage die immer mal wieder aufheulenden Gitarrensoli, die dem Ganzen Soundgebilde immer mal wieder etwas mehr Chaos geben.
Das anschließende "Subliminal" fand ich damals schon und auch heute noch geil. Ich mag diesen düsteren, leicht obskur klingen Anfang, der dann direkt in einen Blast Part übergeht wo der Song dann einfach so unglaublich böse klingt. Henri liefert hier gesangstechnisch auch eine seiner besten Leistungen. Ich finde es einfach stark, wenn er tiefgrowlend beginnt und dann anstandslos ins Geschrei wechselt.
Auch hier gibt es wieder einen melodischen Part zwischen 02:43 Minuten und 04:09 Minuten, der nach dem ganzen Geprügel das Lied auflockert, bevor der Song sich im Up-Tempo gegen Ende knüppelt.

Und dann kommt "The Tombstone" bis heute mein Lieblingslied auf dem Album...und wenn ich so darüber nachdenke auch meiner liebster Song der Band. Allein dieser ultra finstere Anfang...."Darkness surrounding me - I'm waiting here till you free me" baut eine Spannung auf, die sich ab 01:07 Minuten entlädt und dann in einen abartigen Blast-Part übergeht, dass Mantra mäßig wiederholte "Moving the Tombstone!" sorgt für soetwas wie eine Horrorfilm-Atmosphäre. Nach einem langsameren, fast schon epischen Abschnitt wird das nochmal wiederholt und der Song endet mit einem finalen "TOMBSTONE!"
Der Abschlusssong "Gods of Terror" klingt dann wie eine Mischung aus "The Warcult" (der Anfang) und "Soulsweeper" (wenn er dann Fahrt aufnimmt) verströmt aber eine bösere Atmosphäre, wenn Henri anfängt seine Wut auf Religion herauszubrüllen. Auch hier wird nach einer Zeit wieder ein Up-Tempo Part eingebaut, der die düstere Grundausrichtung des Liedes aber beibehält.
Ist jetzt nicht der beste Song auf dem Album, aber er ist zumindest so gut, dass er einen würdigen Abschluss eines tollen Albums darstellt.

Ich mag die Band echt gerne, auch wenn ich die "Into the Lungs of Hell" nicht für ihr bestes Werk halte, macht es mir dennoch auch heutzutage noch sehr viel Spaß. (auch wenn da auch noch sehr viel Nostalgie mitschwingt). Zu meinem Lieblingsalbum hat sich tatsächlich die "Passiondale" entwickelt, weil die in meinen Ohren alles perfekt miteinander vermischt, was für mich den typischen God Dethroned Sound darstellt.
Generell finde ich WW I Alben von der Band alle ausnahmslos klasse.

Kleiner Fun-Fact am Ende: Ich habe mir ja die zwei CD Digipack Edition geholt. Auf der zweiten CD waren neben Neueinspielungen auch eine Coverversion von Possessed "Satans Curse" enthalten was dann auch mein erster Berühungspunkt mit dem Ursuppen-DM war.
 
Heute würde ich gerne ein Album besprechen, dass im Jahr 2003 meine Liebe zum extremen Metal entfacht hat...die rede ist von dem "Into the Lungs of Hell Album" Album von God Dethroned.

Cover:
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Tracklist:

01. Into the Lungs of Hell
02. The Warcult
03. Enemy of the Stare
04. Soulsweeper
05. Slaughtering the Faithful
06. Subliminal
07. The Tombstone
08. Gods of Terror

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=SH6B-tGec5o&list=RDSH6B-tGec5o&start_radio=1
Bandcamp: https://f4.bcbits.com/img/a0692919046_16.jpg
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/God_Dethroned/242

Ich finde es ja immer spannend wenn man sich Gedanken darüber macht wie sich der Musikgeschmack in den letzten 25 Jahren, seit man zum Heavy Metal gefunden hat, entwickelt hat.
Bei mir fing damals alles an mit der "Warriors of the World" Single von Manowar. Ich habe damals auf Viva das Video zu dem Song gesehen und war als 12 Jähriger Heranwachsender total fasziniert davon....kannte ich vorher nur Bands wie Rammstein und Whitesnakes haben mir Manowar damals einen komplett neuen Kosmos eröffnet. Unabhängig davon wie ich heute zu dem Song und dem Album stehe hat mich die Band zum klassischen Heavy Metal gebracht. Ich fing dann an mir die Alben zusammenkaufen, lies mir einige von meinen Eltern schenken und tauchte so mehr und mehr in diese Musikrichtung ein. Bald darauf folgten Alben von Hammerfall (die haben zu dem Zeitpunkt gerade ihr "Crimson Thunder" Album veröffentlicht), Blind Guardian (die "Imaginations from the other Side" habe ich damals blind aufgrund des Covers gekauft) und Iron Maiden (hier war meine erste selbstgekaufte die "Brave New World"). Ich hatte damals auch einen 2 Jahre älteren Kumpel, der so wie ich auf diese Art von Heavy Metal stand und schon ein paar mehr Jahre Erfahrung mit dem Genre hatte...der versorgte mich dann auch mit der einen, oder anderen Band. Wir saßen oftmals am Wochenende den ganzen Tag bei mir, oder ihm im Zimmer und haben nur Musik gehört, gequatscht und und vorgeschwärmt wie geil Blind Guardian und Hammerfall sind. Gerade mit Hammerfall hat er mich dann richtig infiziert, weil er das "Legancy of Kings" Album zu einer nachmittäglichen Hörsession mitgebracht hat und ich bei den ersten Takten von "Heeding the Call" einfach komplett ausgerastet bin.
Aber ich merkte recht schnell, dass ich immer mehr auf die schnelleren Songs stand....da ich zu dem Zeitpunkt schon den Metal Hammer regelmäßig gelesen habe, habe ich natürlich auch schon von solchen extremen Genres wie Death und Black Metal gehört, habe aber irgendwie nie so wirklich den Mut aufgebracht im Musikladen mal reinzuhören. Auch weil ich überhaupt nicht wusste wo ich anfangen solle.
Aber zum Glück lagen dem Metal Hammer ja immer Sampler-CDs bei, wo manchmal auch ganz gute Bands drauf waren.

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich ohne die MH Sampler viele Bands gar nicht kennengelernt, bzw. i erst viel viel später kennengelernt hätte.
Und auf einem Sampler war dann tatsächlich der Song "The Warcult" von God Dethroned enthalten, der erste extrem Metal Song, den ich je gehört habe. Ich skippte also ehrfürchtig zu Song Nummer 5 (fragt mich nicht, warum ich mich genau DARAN erinnern kann) und war gespannt wie ein Flitzebogen auf diesen ominösen Death Metal.
Das Lied beginnt dabei ganz harmlos...mittleres Tempo, eine nette Melodie und ich fragte mich ernsthaft was daran so extrem und hart sein soll. Nach ca. 30 Sekunden verfinsterte sich der Himmel und der Song prügelt mit einem markerschütternden Schrei drauf los. In diesem Moment war ich erstmal wie geplättet...und habe den Song ganz schnell ausgemacht. Ich hatte noch nie soetwas hartes und kompromissloses gehört. Ich war ein wenig geschockt und hatte erstmal nicht wirklich das Bedürfnis mir das noch mal anzuhören....aber nach dem ich den ersten Schock verarbeitet hatte wurde langsam ein Verlangen in mir groß sich das Lied nochmal in kompletter länge anzuhören - schließlich wollte ich ja wissen, warum mir diese Musik nicht gefällt.
Also habe ich ganz mutig die Sampler CD noch mal herausgekramt, zu Song Nummer fünf geskippt und erneut auf "Play!" gedrückt. Die ersten 30 Sekunden gefielen mir wie beim ersten mal schon und auch als das Lied dann drauf losprügelt ging es mir besser rein als beim ersten mal. Ich hatte wirklich spaß an dem Song und konnte mir nicht mehr so richtig erklären, warum mich das Ganze beim ersten mal hören so abgeschreckt hat.
Ich habe mir dann ein ganzes Wochenende lang fast nur diesen einen Song angehört und bin dann zum Entschluss gekommen, dass ich das Album brauche. Ich bin dann zu Media Markt, die hatten es leider nicht, also ab zu Hot Shots Records und mit Freude festgestellt, dass die das Album vorrätig hatten. Ich hatte echt einen Moment lang überlegt ob ich vorher in das komplette Album reinhöre, oder es mir einfach blind kaufe. Ich habe mich dann für den Kauf entschieden und war richtig aufgeregt als ich zu Hause ankam, das Digipack aufmachte, die CD einlegte und auf "Play!" (das Ausrufezeichen stand wirklich mit dabei) drückte.
Das Album startete dann sogleich mit dem Titelsong und ich war dann ernsthaft verwirrt. Hatte der Opener doch überhaupt nichts mit der rasenden Wut von "The Warcult" gemein....aber es machte sich ein anderes Gefühl breit: Diese lodernde Höllenfeuer-Atmosphäre kickte voll rein und ebnete damit wahrscheinlich den Weg für mein Faible für sehr atmosphärischen extrem Metal. "Into the Lungs of Hell" ist auch heute noch ein wirklich sehr, sehr guter Song. Ich mag diesen extrem langsamen, mit Chören unterlegten Start bis Henri den Song mit den Worten "Christ burned me with his eyes - But I'm still alive - Welcome to the lungs of hell!"
eröffnet und das Lied ein wenig Geschwindkeit aufnimmt, aber immer noch herrlich langsam und lauernd dabei bleibt. Nach ca. 3 Minuten wird der Song dann noch schneller und stampft rockend zum Ende hin.
Mich hat damals, und auch heute noch, immer fasziniert wie es die Band schafft schöne Gitarrenmelodien in die Songs einzuweben, ohne dass das ganze kitschig wird. Beim Opener und Titelsong zum Beispiel der Part zwischen 01:34 Minuten und 02:01 Minuten wo diese Melodien das erst mal zum Einsatz kommen.

Der zweite Song ist dann der schon bekannte "The Warcult", der nach dem langsamen Titelsong nochmal um einiges schneller härter und brutaler rüberkommt.
Am Ende bekomme ich ab 03:45 Minuten, wenn Henri voller Wut, Hass und Abscheu "We are the Warcult - Wa are the Shit of Brain!" brüllt immer noch Gänsehaut. Das darauffolgende "Enemy of the State" entwickelte sich dann recht schnell zu meinem zweiliebsten Song auf dem Album. Das Lied groovt einfach so herrlich stumpf und brutal durch die Walachei, während Henri extreme tiefe Growls raushaut. Der Refrain hat zu dem ein unglaubliches Ohrwurmpotenzial. Song Nummer 4 "Soulsweeper" beginnt dann mit so einem kaskadenartigen Riffing und ist eher ein wenig melodischer unterwegs, als die anderen Songs.
Henri schreit sich hier auch so wunderbar angefressen die Seele aus dem Leib, bevor der Song ab 01:18 Minuten ins Up-Tempo geht und da sehr Thrashig rüberkommt....auch der hervorgebrüllte Refrain "God is Dead - I am the Devil! Soulreaper! Soulsweeper!" hatte damals mächtig Eindruck auf mich gemacht. Nach diesem Ausbruch kommt dann ein langsamer, melodischer Part, bevor der Song wieder so weitermacht wie er begonnen hat. Ausklingen tut der Song dann wieder sehr melodisch. Damals habe ich das Lied geliebt, heute finde ich es auch noch gut.
Mit "Slaughtering the Faithful" hatte ich damals so meine Problem...mir war der Song irgendwie zu hektisch und ich habe nie wirklich Zugang dazu gefunden. Das wurde allerdings nach einer Weile besser und ich kann ihn mir jetzt zumindest anhören und spaß dran haben. Besonders gefallen tun mir heutzutage die immer mal wieder aufheulenden Gitarrensoli, die dem Ganzen Soundgebilde immer mal wieder etwas mehr Chaos geben.
Das anschließende "Subliminal" fand ich damals schon und auch heute noch geil. Ich mag diesen düsteren, leicht obskur klingen Anfang, der dann direkt in einen Blast Part übergeht wo der Song dann einfach so unglaublich böse klingt. Henri liefert hier gesangstechnisch auch eine seiner besten Leistungen. Ich finde es einfach stark, wenn er tiefgrowlend beginnt und dann anstandslos ins Geschrei wechselt.
Auch hier gibt es wieder einen melodischen Part zwischen 02:43 Minuten und 04:09 Minuten, der nach dem ganzen Geprügel das Lied auflockert, bevor der Song sich im Up-Tempo gegen Ende knüppelt.

Und dann kommt "The Tombstone" bis heute mein Lieblingslied auf dem Album...und wenn ich so darüber nachdenke auch meiner liebster Song der Band. Allein dieser ultra finstere Anfang...."Darkness surrounding me - I'm waiting here till you free me" baut eine Spannung auf, die sich ab 01:07 Minuten entlädt und dann in einen abartigen Blast-Part übergeht, dass Mantra mäßig wiederholte "Moving the Tombstone!" sorgt für soetwas wie eine Horrorfilm-Atmosphäre. Nach einem langsameren, fast schon epischen Abschnitt wird das nochmal wiederholt und der Song endet mit einem finalen "TOMBSTONE!"
Der Abschlusssong "Gods of Terror" klingt dann wie eine Mischung aus "The Warcult" (der Anfang) und "Soulsweeper" (wenn er dann Fahrt aufnimmt) verströmt aber eine bösere Atmosphäre, wenn Henri anfängt seine Wut auf Religion herauszubrüllen. Auch hier wird nach einer Zeit wieder ein Up-Tempo Part eingebaut, der die düstere Grundausrichtung des Liedes aber beibehält.
Ist jetzt nicht der beste Song auf dem Album, aber er ist zumindest so gut, dass er einen würdigen Abschluss eines tollen Albums darstellt.

Ich mag die Band echt gerne, auch wenn ich die "Into the Lungs of Hell" nicht für ihr bestes Werk halte, macht es mir dennoch auch heutzutage noch sehr viel Spaß. (auch wenn da auch noch sehr viel Nostalgie mitschwingt). Zu meinem Lieblingsalbum hat sich tatsächlich die "Passiondale" entwickelt, weil die in meinen Ohren alles perfekt miteinander vermischt, was für mich den typischen God Dethroned Sound darstellt.
Generell finde ich WW I Alben von der Band alle ausnahmslos klasse.

Kleiner Fun-Fact am Ende: Ich habe mir ja die zwei CD Digipack Edition geholt. Auf der zweiten CD waren neben Neueinspielungen auch eine Coverversion von Possessed "Satans Curse" enthalten was dann auch mein erster Berühungspunkt mit dem Ursuppen-DM war.
Das schöne an solchen Threads ist ja, dass man sowas liest und dann gleich eine Platte hervorkramt, die man schon seit zwanzig Jahren wohl nicht mehr gehört hat. Muss ich nachher gleich wiedermal reinhören. Für mich war Warcult ebenfalls der Erstkontakt mit der Band, aber bin mir nicht mehr sicher, ob mein Sampler vom Rockhard oder ebenfalls vom Metal Hammer war. War schon aufregend, als man Bands noch so entdeckte...
 
Um das neue Jahre gebührend einzuläuten trinken wir heute Abend von der Nacht!
Heute geht es um "To Drink from the Night Itself" von At the Gates.

Cover:

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Tracklist:
01. Der Widerstand
02. To Drink from the Night Itself
03. A Stare to Bound Flesh
04. Palace of Lepers
05. Daggers of Black Haze
06. The Chasm
07. In Nameless Sleep
08. The Colours of the Beast
09. A Labyrinth of Tombs
10. Seas of Starvation
11. In Death They Shall Burn
12, The Mirror Black


Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=gnVzj5FboZQ&list=RDgnVzj5FboZQ&start_radio=1
Bandcamp: https://centurymedia.bandcamp.com/album/to-drink-from-the-night-itself
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/At_the_Gates/To_Drink_from_the_Night_Itself/699584

Ich hatte ehrlich gesagt nie so große Berührungspunkte mit At the Gates. Ich habe mir zwar mal die Alben "Slaughter of Soul" und "At War with Realiy" zugelegt, aber beiden wollten irgendwie nicht so recht zünden bei mir. Die "Slaughter of Soul" hat sich mir dann komischerweise erst so richtig erschlossen als ich mir die "To Drink from the Night Itself" zugelegt und wie verrückt angehört habe.
So richtig gezündet hat die Band somit erst mit dem 2018er Album und selbst das war ein etwas schwieriger Start. Ich hatte mir das Album damals bei einer Media Markt Aktion zugelegt, wo ich es mir für einen schmalen Taler blind gekauft habe...ich kannte keinen einzigen Song von dem Album. Als ich mir das Album dann das erste mal angehört habe hat es irgendwie gar nicht gefunkt, also so wirklich gar nicht, gar nicht.
Ich mochte zu dem Zeitpunkt zwar schon Lieder wie "Daggers of Black Haze" und "In Death They Shall burn", aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen.
Nun, wie ich schon öfters geschrieben habe, passiert es oftmals, dass mir ein Album zusagt sobald ich mich einer bestimmten emotionalen Stimmung befinde, egal ob es Freude, Traurigkeit und eine düster pessimistische Weltsicht ist: Manche Alben kicken mich erst so richtig, wenn ich mich in einer dieser Stimmungen befinde.
Und genau das gleiche war auch das Problem, dass mir bei "To Drink from the Night Itself" begegnet ist. Als ich mir das Album zugelegt habe ging es mir verhältnismäßig gut, sodass die Musik keine Ansatzpunkte hatte wo sie reingreifen konnte. Da das bei mir immer so ein auf und ab ist kam ich bald in eine - sagen wir mal - recht düstere und pessimistische Stimmung.

Als ich dann so meine Musiksammlung durchgegangen bin, auf der Suche nach einem Album, oder einer Band die diese Stimmung musikalisch wiedergeben kann, fiel mir das oben genannte At the Gates Album in die Hände und ich wurde schon direkt durch das schwarz/rote Cover getriggert. Irgendetwas in mir sagte DAS könnte jetzt die Musik sein, die du brauchst. Und da diese leise Stimme auch manchmal gute Ideen hatte, habe ich das Album rausgekramt, die CD eingelegt und dem schönen Intro "Der Widerstand" gelauscht. Die ersten 45 Sekunden war ich eher unterwältigt, aber dann setzen die Streicher ein und das Intro nimmt so eine gehetzte, düstere, ja fast schon panische Atmosphäre an bevor es dann nahtlos in den Opener und gleichzeitig auch Titelsong übergeht. Ich habe mir die "To Drink from the Night Itself" die letzten Tagen ja wieder öfters angehört, aber ich werde immer noch jedesmal umgehauen sobald das Intro in den Song übergeht. Dieser rasante Einstieg bis Tomas mit einem herausgerotzten "Uuuuääärghs!" den Song so richtig starten lässt ist einfach nur genial...und dann wird das Lied ein wenig langsamer, sehr sinister in der Atmosphäre und Tomas peitscht das Lied dann mit einem "As we drink from the night itself! wieder voran.
Dazu liebe ich auch dieses Drumsolo was ab 01:22 Minuten einsetzt und beim ersten mal irgendwie total wahllos platziert wirkte....aber jetzt hat mich das voll abgeholt und ich finde das einfach nur genial.
Ich kann nicht mal sagen warum genau ich ausgerechnet dieses mega kurze Drumsolo an dem Song so liebe, aber wahrscheinlich einfach nur deshalb, weil mir jetzt auch nicht direkt ein zweiter Song einfällt wo man bei einem drei Minuten Song ein Drumsolo einbaut.
Aber die Songs leben natürlich auch von der der wunderbaren Gitarrenarbeit, die immer wieder Melodien erschafft welche sich ohne umschweife im Kopf festsetzen. In Verbindung mit fantastischen Gesang ist auf diesem Album wirklich jeder Song ist Hit für mich. Auch das zweite Song "A Stare Bound in Stone", der ein wenig schwerer und langsamer daherkommt weiß zu gefallen, weil er einfach eine schwermütige und düstere Atmosphäre erzeugt der man sich nur schwer entziehen kann. Und über allem thront natürlich Tomas Gesang....ich habe dieses heisere, aber dennoch voluminöse Gekreische schon immer geliebt. Und gerade bei der "To Drink from the Night Itself" sagt er mir einfach am meisten zu. "Mit Palace of Lepers" kommt dann ein fast schon epischer Track, der mit seinem recht getragenen Anfang ein wenig Spannung aufbaut, bevor der Song schneller wird und der tolle Gesang sich über den Up-Tempo legt. Wenn der Refrain einsetzt geht der Song wieder in diesen getragenen Anfang zurück und unterstreicht dadurch noch ein wenig mehr die Textzeile: "Into the palace of lepers - Citadel of disease - Into the palace of lepers" bei 02:12 Minuten wird dann ein richtig schön epischer Part mit einem "Urgh!" eingeleitet, der den Song in eine Finsternis fallen lässt aus der er sich nur schwer wieder befreien kann. Der Song endet dann wieder recht getragen, jedoch hört man diesmal auch schon Gitarrenmelodien, sodass tatsächlich soetwas wie Hoffnung in dem Song auflodert.

Dann kommt mein zweitliebster Song auf dem Album "Daggers of Black Haze". Dabei handelt es sich um einen eher langsameren und im mittleren Tempo gehaltenen Song, der ab 00:57 Minuten ein wenig Fahrt aufnimmt und stampfend voran marschiert. Dabei offenbart der Song eine unglaubliche düstere Heaviness, die in Verbindung mit dem verbitterten und verzweifelten Gesang eine unglaublich pessimistische Atmosphäre verbreitet. Das Gitarrensolo welches bei drei Minuten ertönt zieht mich immer wieder für einen kurzen Momenten aus dieser alles zermalmenden Düsternis heraus, aber nur damit der Song sich noch tiefer in den Sog der Dunkelheit ziehen lässt. Das anschließende schnelle "The Chasm" wirkt dann noch um einiges härter nach dem langsamen "Daggers of Black Haze". Wo "Daggers of Black Haze" auf Düsternis und Verzweiflung gesetzt hat, macht sich bei "The Chasm" jetzt Wut und Verbitterung breit....und dazu passt das schnelle Tempo unglaublich gut. Zudem mag ich die Parts wo man das Gefühl, dass sich der Song in die Höhe schraubt. (direkt am Anfang und dann nochmal ab 02:15 Minuten - auch weil hier der Gesang vom "typischen" Gekreische weg geht)
"In Nameless Sleep" ist dann ein guter melodischer und düsterer Death Metal Song, der auch wieder recht flott unterwegs ist. Im direkten Vergleich mit den anderen Liedern wirkt der Song aber leider recht gesichtslos. Das, was mir an dem Song immer am besten gefällt ist, wenn das Tempo gedrosselt wird und man eine fast schon epische Atmosphäre schafft (dazu das Gitarrensolo ab 02:32 Minuten). Aber gut..schlecht ist an dem Song überhaupt nichts, ich würde für At the Gates - Verhältnisse einfach nur sagen: Einfach "nur" ein guter Song. (was bei anderen Bands, wahrscheinlich als Hit gehandelt werden würde)
Bei " The Colours of the Beast" finde ich es klasse, dass die Band einen komplett langsamen bis doomigen Song am Start hat, der durch seine düsteren Melodien und das eher getragene Tempo eine unwirkliche und unheilvolle Atmosphäre erschafft. Zudem glänzt der Song mit solchen göttliche Melodien wie zum Beispiel bei 01:17 Minuten. Ich mag den Song echt gerne, gerade auch wergen der Langsamkeit. Hier gibt es keinen Up-Tempo-Ausbruch, sondern nur alles zermalmende Langsamkeit und Ausweglosigkeit.

Mit "A Labyrinth of Tombs" hat sich die Band dann wieder selbst übertroffen. Allein schon dieser unheilvolle Anfang, bevor das Lied dann losprügelt,
Als Tomas Gesang einsetzt, hat man echt das Gefühl die die Atmosphäre um einen herum direkt lebensfeindlicher wird. Der tolle Refrain wo der Song dann in eine Stampfrhythmus übergeht sorgt dann doch noch für ein wenig Epik. Auch der tiefere, gegrölte Gesang, der sich ab und an ein Duell mit Tomas Gekreische liefert weiß voll zu überzeugen und sorgt für die eine, oder andere Gänsehaut. Die letzten 30 Sekunden sind dann nochmal der Himmel auf Erden mit diesen tollen Gitarrenmelodien und den wiederholten "This labyrinth of our doom..."
"Seas of Starvation" bietet dann wieder ein Wechselspiel aus schnellen und langsameren Parts, wo gerade die langsameren Parts aufhorchen lasse, weil diese so herrlich verzweifelt und traurig klingen. Gerade der Part zwischen 02:40 Minuten und 02:58 Minuten hat es mir besonders angetan. Da wird eine so tiefgehende Traurigkeit transportiert, dass ich es nur schwer in Worte fassen kann.
Mit "In Death They Shall Burn" kommt dann mein Lieblingssong auf dem Album. Der aggressive und schnelle Einstieg lässt direkt aufhorchen...man merkt richtig wie der Song immer auf die Worte "Even in death they shall burn!" hinarbeitet. So richtig geil wird das Lied ab 02:42 Minuten...."This Empire belongs to the Dead! Uargh!" Tomas klingt dann so verbittert und verzweifelt, was perfekt zu dem Song passt, der auch direkt düsterer, Verzweifelter und Resignierter klingt. Und wenn dann ab 03:18 Minuten das große finale kommt, wo mit gedoppelte Stimme immer wieder "In death they shall burn The vortex eternal In death they shall burn"
gesungen wird läuft es mir schon eiskalt den Rücken herunter...aber so richtig umhauen tut mich immer dann das finale "The earth now belongs to the dead!" - ein wirklich genialer Song.
Mit "The Mirror Black" kommt dann ein schöner und eher ruhiger Abschlusssong/Outro, der ab 02:50 Minuten in ein Streicher-Outro mündet und so das Album schön düster ausklingen lässt.

Ein wirklich tolles Album das mich momentan wieder voll in seinen Bann gezogen hat!
 
Kennt ihr dieses Gefühl: Ihr entdeckt eine Band, hört deren erstes Album das erste mal und es setzt direkt so ein herrliches warmes Gefühl am Ganzen Körper ein?
Genau das ist mir mit dem Debut Album von Blood Abscission passiert....ganz simpel mit "I" betitelt ist Album einfach eine Wucht, ein Rausch aus Wut, Verzweiflung, Hoffnung und Hingabe.
29 Minuten pure Ekstase, ein sich in einen Wahn spielender Musiker der in dieser knappen halben Stunde so viele Emotionen durchlebt und musikalisch abbildet wie manch andere Band in ihrem ganzen Schaffen.

Cover:

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Tracklist:

I - I
I - II
I - III
I - IV
I -V

Links:
Metal Archives:
https://www.metal-archives.com/albums/Blood_Abscission/I/1159893
Bandcamp: https://bloodabscission.bandcamp.com/album/i
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=SeQGEPA7fCI&list=RDSeQGEPA7fCI&start_radio=1


Ich muss gestehen es hat ein wenig gedauert bis Blood Abscission und ich zusammengefunden haben.
Zuerst habe ich mich mir das in diesem Jahr erschienene "II" zugelegt und war davon schon recht begeistert, trotz aller Intensität hat mich das Album allerdings nicht so wirklich emotional abgeholt, aber dennoch gefallen. Recht schnell habe ich mir dann noch das Debut zugelegt und festgestellt, dass all das, was mir beim zweiten Album noch gefehlt hat, nun vorhanden war.
Diese Achterbahnfahrt der Gefühle, dieser unbarmherzige Sturm aus negativen, aber auch positiven Emotionen ist einfach etwas ganz besonderes.
Die Band, das Projekt, oder wie immer man es nennen möchte, umgibt eine Aura des mysteriösen. Die Band besteht wohl nur aus Astor Solis - im Netz gibt es überhaupt keine Infos über die Person, oder wer dahinter steckt. Auch Metal Archives listet nur sein mitwirken bei den beiden Blood Abscission Alben. Er hat alle Instrumente selber eingespielt, so ist alles was wir hier hören von ihm erdacht und auf CD/LP gepresst wurden.
Und das fasziniert mich: Diese Null-Informations-Politik, keine Hintergrundinfos über die Band, oder den Künstler. Einfach nur zwei Alben für die Ewigkeit, die innerhalb von zwei Jahren (2023 und 2025) erschienen sind.
Kein Drama, keine merkwürdigen Interviews, kein Edgelord-Gehabe. Hier spricht einfach nur die Musik.
Zudem entwickelt die Band dadurch eine Aura des sagenumwogenden: Ich fange an Sachen in die Musik, das Auftreten etc. hineinzuinterpretieren - mache die Band dadurch für mich noch mystischer und interessanter.
Und auch die Musik nimmt diesen Faden und die damit verbunden Gedanken dankbar auf: In den knapp 29 Minuten fällt man in eine emotionale Welt, die so viel anders zu sein scheint als der graue Alltag durch den man sich Tag ein, Tag aus, bewegen muss. Allein schon der tolle Opener, der mit einem langgezogenen ausatmen beginnt bevor es mit Höchstgeschwindigkeit losgeht.
Und schon hier merkt man, dass irgendetwas ganz besonderes der Musik innewohnt....ich kann es schwer beschreiben: Die Musik fühlt sich irgendwie vertraut an, wie eine warme Decke, die sich um einen legt.
Ich fühle mich zu Hause, das ist meine Musik, die Musik wird nur für mich gespielt und die nächsten 29 Minuten gehört diese Welt, erschaffen aus Musik und Emotionen einfach nur mir.
Ich bewege mich nicht nur in dieser Welt, ich bin diese Welt, ich lebe sie und ich liebe sie. Nicht körperlich, sondern auf eine emotionale, tiefergehende Art und Weise: Ich vertraue ihr meine dunkelsten Geheimnisse an, meine Fehler, meine Träume und meine Hoffnungen, weil ich sicher sein kann, dass sie mich nicht auslacht, verurteilt und zum Teufe jagt - sie versteht MICH mit all meinen Fehlern.
Und dieses Gefühl ist einfach wunderschön....die Lieder, die alle in einem sehr hohen Tempo dargeboten werden, transportieren so viele Gefühl, dass mir zu Beginn schwindelig wurde.
Der Opener beginnt recht aggressiv, fast schon wütend, bevor er sich mit dem Einsatz des Gesang in etwas wunderschönes verwandelt.....ein eingesetztes Keyboard, was an ein Glockenspiel erinnert, taucht alles in eine schon fast romantische Atmosphäre.
Und über allen thronen diese wunderschönen, mal klagenden, mal schmeichelnden, oder gar fauchenden Melodien, die sich wie ein samtener Schleier um die geschundene Seele legen und mir sagen: alles wird gut.

Und dieses Gefühl zieht sich durch das komplette Album....im zweiten Song gibt es einen Part wo kurz Klargesang eingesetzt wird: Der nimmt mich einfach jedes mal aufs neue mit.
Der Gesang klingt so unperfekt, aber dadurch gerade unglaublich ehrlich - ein weiterer emotionaler Höhepunkt auf einem Album, was wirklich von einem musikalischen Höhepunkt zum nächsten jagt.
Generell liebe ich es wie auf dem Album das Tempo immer mal wieder variiert wird, wodurch eine unglaubliche Dynamik erzeugt wird. Der zweite Song ist das beste Beispiel dafür: In den gut 6,5 Minuten entwickelt das Lied einen solchen Sog, dass man sich einfach nur mitreißen lassen kann.
Lied Nummer drei liebe ich alleine schon dadurch, dass es mit einem leicht abgespacten Intro - inklusiver ein paar wenig gesprochener Worte - beginnt, nur um dann wieder im hohen Tempo loszurasen.
Allerdings hat der Song einen so herrlichen Twist, wenn es ab ca. 01.56 Minuten in den Doublebass geht und dann auch noch das Keyboard im Hintergrund erklingt.....in solchen Momenten fühle ich mich dann einfach nur perfekt.

Lied vier macht ist dann ein Ambient Track - allerdings ein solch schöner, dass ich den für mich als richtig eigenständigen Song anerkenne. (auch wenn der nur zwei Minuten geht)
Das abschließende "V" zeigt dann nochmal alle Facetten des Albums....der schleppende Anfang mit seiner klagenden Melodie, und dem anschließenden rasenden Part mit seinen auftürmenden Gitarrenwänden, die hier so herrlich düster und aggressiv klingen.
Ein wirklich perfekter Abschluss für ein wirklich perfektes Album.

Mich hat seit langem kein Album mehr emotional so mitgenommen wie das Blood Abscission Debut.
Ich habe in diesem Jahr mit Sicherheit die eine, oder andere Band öfters gehört, aber von den Gefühlen, die mit der Musik bei mir ausgelöst werden, müssen sich auch diese Bands alle hinter dem "I" Album von Blood Abscission anstellen.
Wow, die Band hatte ich aufgrund der Cover und ihres Namens in Ermangelung von ausreichend Zeit, mal wirklich reinzuhören, stilistisch in ne ganz andere Ecke gesteckt und daher auch immer hinten angestellt. Durch denen Text hab ich sie mir jetzt nochmal bewusst vorgenommen und ich muss sagen, da hab ich bisher was verpasst. Kann es selbst noch nicht genau beschreiben (im Grunde hast du vieles schon wunderbar formuliert), aber ich hab schnell gemerkt, dass ich da noch ne Weile Freude dran haben werde. Das Verrückte ist für mich irgendwie, es gibt ja hunderte Bands, die diese Art atmosphärischen BM spielen, aber nur manche schaffen es eben zu einem durch, diese zählt bei mir definitiv dazu. Danke also hier im Speziellen, dass du mich drauf gebracht hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für Deinen Input. Es ist mir ein wenig peinlich zu fragen, aber es wäre schön, wenn Du drei Anspieltipps für alle geben könntest, die das Album noch nicht kennen.
Noch besser wäre es, wenn Du kurz erklären würdest, warum Du gerade diese Songs ausgewählt hast, das ist aber absolut kein Muss. Und ganz grundsätzlich möchte ich Dich zu nichts verpflichten!!!
Der Vorteil wäre einfach, dass Leser Deinen Beitrag sehen, vielleicht feststellen, dass das Album nichts für sie ist, aber trotzdem noch einmal die Chance bekommen, einzelne Songs in ihre Playlist aufzunehmen. Und andersrum ...
 
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