Dämonentreibers kunterbuntes Musiksammelsurium

Heute verteidigen wir den Thron des Bösen, der in einem karpatischen....ach lassen wir das.
Es geht um "Defending the Throne of Evil" von Carpathian Forest.

Cover:
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Tracklist:

01. Its Darker than you think
02. Skjend Hans Lik
03. The Well of All human Tears
04. Put to Sleep like a Sick Animal
05. Hymn til doden
06. Ancient Spirits of the Underworld
07. Spill the Blood of the Lamb
08. One with the Earth
09. Christian Incoherent Drivel
10. The Old House on the Hill
11. Nekrophiliac / Anthropophagus Maniac
12. Cold Murderous Music


Bandcamp:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=cohYDC-26rU&list=PLArAJlC1y55-QwdLdi0GLn05T-pTS5tQx
Bandcamp: https://carpathianforest.bandcamp.com/album/defending-the-throne-of-evil
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Carpathian_Forest/147

Carpathian Forest begleitet mich auch schon recht lange, ich habe mir das "Defending the Throne of Evil" Album zwar nicht direkt zu Release geholt, aber dann doch im darauffolgendem Jahr. Auch hier hat der Metal Hammer eine entscheidende Rolle für die Faszination, die die Band auf mich ausübt, gespielt. Im Magazin wurde das Album mit 6 von 7 Punkten bewertet und soweit ich mich noch richtig daran erinnern kann, als ziemlicher "böser Black Metal" beschrieben - auch der Name vom Sänger hat mich damals irgendwie neugierig gemacht: Hellcommander Nattefrost. Dazu gab es auch noch ein Interview in der Ausgabe wo die Band so herrlich kaputt und mit einer ziemlich "Fuck you all!" Einstellung rüberkam. Ich muss dazu sagen, dass Carpathian Forest bei mir wirklich eine der ganz wenigen Black Metal Bands sind, die ich auch heute noch als irgendwie böse wahrnehme. Viele extrem Metal Bands mit denen ich damals eingestiegen bin, haben sich nach einer Zeit selbst entzaubert nur bei Carpathian Forest habe ich bis heute das Gefühl, dass der Band irgendetwas böses anheftet. Aufjedenfall hat mich das hier besprochene Album direkt ziemlich abgeholt - die böse und Horrorfilmmäßige Atmosphäre dürfte das Hauptgrund sein, warum ich das Album auch bis heute noch so mag. Nach dem ich die "Defending the Throne Evil" eine Zeitlang fast nur in Dauerschleife gehört habe, habe ich mir auch noch die anderen Album zugelegt und muss sagen, dass mir die Debut MCD, "Black Shining Leather" und "Fuck you all!!!" am meisten zusagen. Gerade die "Fuck you All!!!" finde ich einfach klasse, weil die Band hier so herrlich punkig-rotzig drauflos prügelt.
Diese Punk-Einflüssen waren zwar schon immer fest im Carpathian Forest verankert, aber gerade auf der "Fuck you All!!!" lebt man die so aus, wie auf keinem anderen Album zuvor. Generell stelle ich mir Carpathian Forest immer als die Black Metal Version von Turbonegro vor: Carpathian Forest sind genau so over the top, aber wirken dabei niemals lächerlich (zumindest auf CD) sondern wirklich abgefuckt und böse.
Und genau das ist das was mich bis heute an der Band so begeistert.

Die "Defending the Throne of Evil" ist und bleibt mein Lieblingsalbum der Band, dass fängt schon mit dieser Horrorfilm-Atmosphäre an, die wirklich jeder Song transportiert, dazu die (teilweise mit bitterbösen Humor versehenen) Texte über Satan, Sex, Tod, Drogen und allgemeiner Menschenhass. Der tolle Opener der mit einem kurzen Keyboard-Intro beginnt bevor der Hellcommander den Song stilecht mit einem "Ugh!" startet und er klassisch schwarzmetallisch startet, ist das beste Beispiel dafür. Man hört zwar recht oft im Hintergrund ein Keyboard, jedoch wird dieses nur zur Verstärkung der Atmosphäre eingesetzt und nicht im irgendwelche großartigen Melodien zu transportieren. Die Gitarren klingen dabei so herrlich angefressenen wie ein wütender Bienenschwarm, der sich gleich ohne Rücksicht auf Verluste auf seine Feinde stürzt, dass es einfach nur Spaß macht. Auch wenn der Song so ab 01:32 Minuten das erste mal in einen recht rockigen Part wechselt, weiß die Band voll zu überzeugen. So gut wie das musikalische auch ist, der Gesang vom Hellcommander setzt allen Songs und dem ganzen Schaffen von Carpathian Forest immer wieder die Krone auf. Nattefrost klingt einfach so unglaublich angefressen, aggressiv und teilweise komplett neben der Spur, dass die Songs durch den Gesang noch mal einen ticken kaputter rüberkommen. Song Nummer zwei "Skjend Hans Lik" zeigt die Band von ihrer rockig punkigen Seite und ich finde es bei diesem Lied immer wieder krasse wie assig, gefährlich und finster die Band klingen kann. Das atmosphärisch pechschwarze und trostlose Ambient-Zwischenspiel bei 03:04 Minuten klingt auch in Verbindung mit dem Gesang einfach so düster und bösartig, dass der eh schon recht finstere Song noch fieser und dunkler wird.
Aber der für mich beste Song auf dem Album ist keine Höchstgeschwindigkeitsnummer, sondern eine langsam doomig voran kriechende Walze die auf den Namens "The Well of All Human Tears" hört.
Und was die Band hier abzieht ist einfach der Wahnsinn. Der Song nimmt gegen Ende zwar noch mal ein wenig Fahrt auf, aber bis 03:10 Minuten bleibt der Song so herrlich düster und doomig, das man fast Angst bekommen könnte. Es wird einfach eine so dichte, eiskalte und misanthropische Atmosphäre erschaffen, die durch den geschickten Einsatz von Chören im Hintergrund nur noch verstärkt wird.
Auch passt Nattefrosts Gesang sehr gut zu diesem langsamen Song, verleiht er ihm doch noch ein wenig mehr bösartiges.
Nach dieser Doom-Walze geht es recht schnell mit "Put to Sleep Like a Sich Animal!!!" weiter, welcher (neben "Christian Incoherrent Evil") auf dem Album irgendwie der ultimative "Fuck Off!" Song ist...dadurch das in dem Song sehr viel mit Tempovariationen gespielt wird, wirkt der Song auch sehr dynamisch - das Keyboard sorgt zudem wieder so eine herrliche sinistere Untermalung der ganzen Atmosphäre.

Mit "Hymn till Doden" nimmt die Band den doomigen roten Faden eines "The Well of All human Tears" wieder auf und vermischt das mit ein wenig Epik, sodass das Lied schon fast einen Ohrwurmcharakter entwickelt. Richtig beeindrucken tut mich an dem Lied immer wieder das schnelle Ende, was nach dem langsamen Rest des Songs doppelt gut rüberkommt. "Ancient Spirits of the Underworld" kommt dann wieder recht punkig daher - hier fällt ganz besonders auf, dass das Keyboard nur punktuell eingesetzt, also nicht wie in vielen der anderen Songs Flächendecken, sondern wirklich nur recht kurz an bestimmten stellen.
Das lässt den Song ein wenig erdiger und härter erscheinen - so richtig killen tut mich aber immer dieses kurze aufheulen eines Saxophons bei 02:22 Minuten....beim ersten mal hören habe ich mir allem gerechnet, aber nicht mit einem Saxophon in einem Black Metal Song. Heute liebe ich die Stelle, weil sie den ganzen Song auflockert und man immer noch ein wenig (positiv) erschrocken hochschreckt, wenn das Saxophon so plötzlich ertönt.
Bei "Spill the Blood of the Lamb" würde ich am liebsten komplett ausrasten...das fängt schon beim wilden und aggressiven Anfang an, und als dann nach einem herausgerotzten "The fallen angel of doom!" Nattefrost so abgefuckt und hoch "Faster, faster - We're heading towards total disaster!" kreischt ist es einfach jedesmal um mich geschehen, dazu nimmt der Song auch an Intensität zu und alles versinkt irgendwie in Gewalt, Dunkelheit und Hass. Auch dieser Song hat wieder ein atmosphärisches Zwischenspiel wo sich dann die ganze Atmosphäre des Songs ein wenig verändert: Von wütend und aggressiv verändert sich der Song plötzlich zu extrem düster und leicht melancholisch - und hier trumpft der eh schon sehr gute Song noch mehr auf. Gerade das Ende mit dem final herausgekreischten: "Spill the blood of the fucking lamb!!!" kann nochmal alles.
Neben "The Well of All Human Tears" der beste Song auf dem Album für mich.
Das folgende "One With the Death" ist dann wieder ein kurzer, eher rockiger Song. Nach dem tollen "Spill the Blood of the Lamb" wirkt der Song ein wenig lahm. Wenn der Song stampfend voran marschiert macht er noch am meisten Spaß - auch der Ambient Part der nach gut der Hälfte eingespielt wird, wirkt jetzt nicht sooo toll. Gut, das liest sich jetzt alles negativer als es eigentlich gemeint ist, aber irgendwie rauscht der Song immer an mir vorbei: Er nervt nicht, aber es bleibt auch nicht so richtig was hängen.

Dafür kann "Christian Incoherrent Evil" wieder so einiges....der schnelle Song - bei dem immer mal wieder eine Glocke im Hintergrund läutet - besticht durch eine ungute und extrem feindliche Atmosphäre.
Und wenn Nattefrost bei 01:25 Minuten der ganzen Welt ein besonders giftiges "Fuck You!" entgegenbrüllt verfällt der Song in eine so herrliche Düsternis, dass man fast schon spüren kann wie die Schatten um einen herum zunehmen. Dafür überrascht dann der getragene und irgendwie traurige Schluss, der so gut wie gar nichts mehr von der Aggressivität des Beginns behalten hat. Bei "The Old House on the Hill" handelt es sich dann um ein düsteres Elektro/Ambient Stück wo eine kleine Horrorgeschichte erzählt wird....hätte ich persönlich jetzt nicht auf dem Album gebraucht, aber es ist auch nicht schlecht, weil es so eine herrliche 80ziger Jahre Horrorfilm-Atmosphäre versprüht. Mit "Nekrophiliac-Anthropophagus Maniac" kommt dann der letzte richtige Black Metal Song des Albums...welcher auch wieder im unteren Tempo gehalten ist, bevor er nach einer Zeit immer mehr Fahrt aufnimmt und dann rasend schnell wird, bevor er mit elektronischen Spielerein endet. Leider muss ich bei diesem Song sagen, dass der langsame Anfang zu keiner Zeit mit der Atmosphäre eines "The Well of All human Tears", oder "Hymn til Doden" herankommt. Dafür kann das schnelle Ende das so einiges und macht den etwas lahmen Anfang recht schnell vergessen.
Mit "Cold Murderous Music" kommt dann noch ein Ambient Track mit Saxophon und elektronischen Elemente zum Abschluss des Albums...und ich muss sagen, dass mir dieser Song viel besser gefällt als "The Old House on the Hill", versprüht der Abschlusssong doch eine so herrliche makabre und doch irgendwie entspannte Atmosphäre, dass er mich voll mitnimmt.

Ein wirklich sehr gutes Album, was auch nach so vielen Jahren kein bisschen was von seiner Faszination auf mich verloren hat. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal die "Skjend Hans Lik" Zusammenstellung empfehlen aus der unter anderem ein Rohpynol Pre-Prod-666-Remix Version von "Spill the Blood of the Lamb" enthalten ist, die sich durch den eingesetzten Drumcomputer fast wie ein vergessener Mysticum Song anhört.
 
Danke für Deinen Input. Es ist mir ein wenig peinlich zu fragen, aber es wäre schön, wenn Du drei Anspieltipps für alle geben könntest, die das Album noch nicht kennen.
Noch besser wäre es, wenn Du kurz erklären würdest, warum Du gerade diese Songs ausgewählt hast, das ist aber absolut kein Muss. Und ganz grundsätzlich möchte ich Dich zu nichts verpflichten!!!
Der Vorteil wäre einfach, dass Leser Deinen Beitrag sehen, vielleicht feststellen, dass das Album nichts für sie ist, aber trotzdem noch einmal die Chance bekommen, einzelne Songs in ihre Playlist aufzunehmen. Und andersrum ...
Ich habe mit dem Gedanken auch schon gespielt, habe ihn dann aber nicht weiter verfolgt, weil ich bei den meisten Alben eh eine "Track-zu-Track-Besprechung" mache, also auf jeden einzelnen Song eingehe.
Durch die mitgelieferten Links hat ja auch jede/jeder die Möglichkeit sich die Song aufzurufen, die ihr/ihm beim lesen besonders neugierig gemacht hat auf die Musik - denke deshalb, dass noch mehr Links (zu den einzelnen Songs) die Texte nur unnötig aufblähen würden.
 
Eigentlich wollte ich heute nichts schreiben...aber ich habe heute morgen zum ersten mal das Hail Spirit Noir Album "Fossil Gardens" gehört und wurde einfach so abgeholt wie schon lange nicht mehr.
Dabei handelt es sich um eine spontane Band- und Albumvorstellung (im "Normalfall" mache ich mir schon immer gedankliche Notizen wie ich so ein Vorstellung aufbaue) - ich habe das Album bis jetzt fünf, oder sechs mal gehört, deshalb schreibe ich einfach nur runter wie ich das Album bei diesen fünf bis sechs mal hören wahrgenommen habe und welche Gefühle und Gedanken es bei mir ausgelöst hat.

Vergessen wir für 42 Minuten die ganze Welt um uns herum und lassen uns von Hail Spirit Noir in einen musikalischen Kosmos der Glückseligkeit entführen.

Cover:
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Tracklist:

01. Starfront Promenade
02. The Temple of the Curved Space
03. Curse you, Entropia
04. The Blue Dot
05. The Road to Awe
06. Ludwig in Orbit
07. Fossil Gardens

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=s-0AkaZHFlk&list=RDs-0AkaZHFlk&start_radio=1
Bandcamp: https://agoniarecords.bandcamp.com/album/fossil-gardens
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Hail_Spirit_Noir/3540343083

Die Band hat mir heute morgen mal wieder gezeigt, warum ich Musik so liebe und sie mich immer wieder aus der grauen Welt herauszieht, damit das alles irgendwie noch so halbwegs ertragen kann.
Gerade heute morgen habe ich das gebraucht....die Nacht mega unruhig geschlafen und wirklich nur Mist geträumt, dem entsprechend gerädert habe ich mich dann morgens gefühlt.
Ein Blick nach draußen hat das Wohlbefinden dann auch nicht so wirklich verbessert....es sah kalt, nass, aber immerhin schneebedeckt aus.
Also zur Kaffeemaschine geschlurft und sich so halbwegs unfallfrei einen Kaffee angerührt, dabei den Blick immer wieder durchs Küchenfenster in die eisige Kälte geworfen. Als ich dann so da saß, den Kaffee schlürfend auf den Monitor starrte und überlegte womit sollte heute der musikalische Tag beginnen, kam mir eine Band in den Sinn die ich mir schon öfters mal richtig bewusst anhören wollte: Hail Spirit Noir.
Über Bandcamp habe ich mir dann das aktuelle "Fossil Gardens" Album rausgesucht und einfach mal laufen lassen - ich hatte nicht so wirklich Ahnung, oder eine Erwartungshaltung darüber was mich erwarten würde.

Der Opener startete schonmal recht angenehm mit warmen und spacigen Keyboard-Klängen, bevor dann so ein angenehmer und einlullender Klargesang einsetzt der mich sofort aufhorchen lässt.
Kommt er doch direkt so sympathisch rüber, dass der graue Morgen direkt ein wenig aufgehellt wird. Als dann auch noch die Gitarren einsetzen und es dann anschließend schwarzmetallisch los geht wird direkt eine so wunderbare und einnehmende Atmosphäre erschaffen, dass die Band mich direkt am Haken hat. Dabei werden durch die eingesetzten Keyboards, die im Hintergrund irgendwie zu schweben scheinen, eine spacige Atmosphäre erschaffen, die zusammen mit den Gitarren einfach wunderschön klingen. Generell fühlt es sich bei dem Part zwischen 02:23 Minuten und 03:40 Minuten an als würde man alleine und entspannt durch das Weltall schweben. Und das macht den Song einfach so wunderschön....er ist wie eine außerweltliche Erfahrung, fernab von all den Nöten, das Chaos und dem ganzen Bullshit der momentan auf der Welt abgeht.
Mit "The Temple of the Curved Space" kommt dann der erste Longtrack des Albums, der im mittleren Tempo startet und schon zu Beginn hat man wieder diese wunderschönen Keyboards im Hintergrund.
Und dann setzt auch schon wieder dieser herrliche Klargesang ein, der einen direkt wieder hinaus ins Weltall katapultiert. Allerdings taucht diesmal auch das erste mal so eine Art rauerer Brüllgesang auf, der sich den ganzen Song ab und an ein Duett mit dem Klargesang liefert. Nach ca. einer Minute geht das Lied dann wieder in Black-Metal-Up-Tempo Part und der tolle Krächzgesang ertönt wieder (der übrigens auch schon den ersten Song echt gut veredelt hat). Nach dem Up-Tempo-Part geht es kurz in den Doublebass wo dann wieder - unter zu Hilfenahme von diesen tollen "fiepsenden" Space Keyboards - diese tolle außerweltliche Atmosphäre erschafft, die mich jedes mal einfach aufs neue abholt. Ab und an hört man auch diese bekannten "Alien-Keyboard-Sounds", welche wirklich nur ganz kurz auftauchen.
Nach gut vier Minuten wird der Song zudem herrlich aggressiv, weil man da dem Black Metal ein wenig mehr Platz bietet - gesangtechnisch wechseln sich hier Krächzgesang und Klargesang ab (der mich stellenweise an die Erzählstimme einiger Bal Sagoth Songs erinnert). Aber auch die Melodien dürfen nicht zu kurz kommen....auch wenn der Part im Gegensatz zum Rest des Songs recht aggressiv ist, tauchen hier auch diese wunderbaren wehmütigen Gitarrenmelodien auf. Das ist eh etwas was die Band auf dem Album kann: Diese Sehnsucht zu erzeugen einfach aus dem Alltag auszubrechen, etwas zu machen was einem wirklich Spaß macht, etwas neues wagen und vielleicht einen Schritt gehen und sich damit auf ein Abenteuer einlassen, was einem eine ganz neue Lebensqualität eröffnet.

Mit dem folgenden "Curse you, Entropia" kommen mir direkt Arcturus in denn Sinn. Dieser getragene, eher langsame Song würde mit seiner schwelgerischen und verträumten Atmosphäre, so wie den majestätischen Gitarrenmelodien auch gut auf das "Arcturian" Album passen. Jedoch fällt mir auf, dass Hail Spirit Noir bei dem Lied, trotz aller Verspielt- und Verträumtheit, noch mehr Schmackes in den Gitarren haben, als Arcturus.
Generell gefällt mir bei dem Song der langsame Ansatz, genau so wie die punktuell eingesetzten Keyboards, die mal nur ein ganz leises Hintergrundgeräusch sind um die Atmosphäre zu verstärken, oder mal gut hörbar sind. Der Part zwischen 03:30 Minuten und 03:52 Minuten kann zudem alles.
Bei "The Blue Dot" kommt der Black Metal wieder zurück, dass macht sich beim stampfenden Beginn bemerkbar wo dann auch direkt wieder so eine wunderschöne und melancholische Melodie ertönt.
Jedoch ist das besondere an dieser Melodie, dass sie erst traurig beginnt und dann gegen Ende für einen kurzen Moment in die Finsternis abtaucht.
So entsteht bei diesem Anfang immer eine Art Wechselspiel der Gefühle: Beim schönen Anfang der Melodie sitzt man noch lächelnd und entspannt da - nur um am Ende dann kurz aufzuschrecken, weil es plötzlich düster wird. Als Vergleich könnte man die Szene aus "Jäger des verlorenen Schatzes" heranziehen wo am Ende die Bundeslade geöffnet wird: Erst sind die erschienenen Geister schöne Wesen, bis sie sich auf einmal in groteske Horrorgestalten verwandeln. Düster wird der Song auch für einen kurzen Moment, als er ab 01:58 Minuten ins Up-Tempo geht - allerdings wird diese Dunkelheit durch den wunderschönen Klargesang aufgehellt, der den Refrain so herrlich verträumt darbietet: "The blue dot, the pale blue dot - From a stain in space, the endless spring"
Danach geht es im schwarzmetallischen Up Tempo weiter, diesmal sogar sehr aggressiv und ohne schöne Melodien, bis bei ca. 03:24 Minuten in das mittlere Tempo gewechselt wird und dann sind sie sofort wieder:
Diese wunderschönen Melodien, auch die vom beginn des Songs, wo sich die Stimmung gehen Ende so ändert. Abschließen tut der Song dann mit schönen spacigen und warmen Keyboards, die sich wie eine Kuscheldecke um mich legen.

Mit dem anschließenden "The Road to Awe" kommt dann der längste Song auf dem Album....und er startet schon so wunderschön: Mit spacigen Keyboard-Sounds, bis bei 0:44 Minuten der Klargesang einsetzt.
Aber diesmal hat er so eine wunderschöne Gesangmelodien, die mich an eine andere Band erinnert, aber ich komme einfach nicht drauf. Ab 01:45 Minuten setzen dann die Gitarren ein und der schöne Klargesang wird beibehalten, bis mit einem gekrächztem "Did Circuits surge in conscious dream?" die Dunkelheit Einzug hält, aber nur kurz, denn anschließend geht der Song wieder ins Up-Tempo und diesmal fühle ich mich wirklich als würde ich zu den Sternen schweben...diese wunderbare Gesangmelodie wird jetzt an den Gitarren umgesetzt und dabei raubt es mir einfach nur den Atem. Ich kann die Augen schließen und befinde mich auf einer Reise ins Weltall, weg von allem Leid und Chaos, einfach durch den leeren Raum schwebend - sinnbildlich über all den Problemen die ich auf Erden habe.
Bei 04:20 Minuten schlägt der Song stimmungstechnisch nochmal eine andere Richtung ein, wird er diesmal richtig düster.
Dafür hat er zwischen 04:59 Minuten 05:10 Minuten, wenn nur Schlagzeug, Klargesang und Keyboards zu hören sind wieder so einen tollen Moment, der noch besser wird sobald die Gitarren wieder einsetzen und der Song stampfend mit diesen erhabenen Keyboard im Hintergrund und der wunderschönen Gesangsmelodie im Vordergrund weitergeht...danach geht es wieder ins Up-Tempo, die Gitarren spielen wieder diese wunderschöne Melodie und kann es sein...die haben doch nicht? Ist diese Melodie (Gitarre - bei 02:49 Minuten, 03:00 Minuten und bei 06:35 Minuten) an den Theme Song von dem Film "Das Boot" angelehnt (zumindest grob)? Direkt gegengeprüft und ja...könnte passen, zumindest höre ich Gemeinsamkeiten. Enden tut der Song nach einem kurzen Ambient Band stampfend und mit einem Gitarrensolo....der Song ist einfach der Wahnsinn. Schon lange hat mich ein Lied beim erstmaligen nicht mehr so mitgenommen.
"Ludwig in Orbit" ist dann ein atmosphärisches Instrumental, was auf den Abschlusssong und Titelsong einstimmt. Eingeleitet mit einer Computerstimme geht der Song auch direkt im Up-Tempo los und weiß direkt wieder durch diese abgespacte und sehnsüchtige Atmosphäre zu überzeugen. Der Gesang wechselt zwischen klar gesprochenen Passagen, einem etwas raueren Gesang und dem bekannten Krächzgesang.
Auch das der Song die meiste Zeit im hohen Tempo unterwegs ist macht mir ziemlich Spaß. Dadurch entwickelt das Lied, in Zusammenhang mit den im Hintergrund dauerhaft präsenten Keyboard eine hypnotische und entspannende Atmosphäre, in die man sich so wunderschön fallen lassen kann. Zwischen 02:58 Minuten und 04:01 Minuten gibt es dann wieder ein kleines atmosphärisches Zwischenspiel, bevor der Song erhaben und majestätisch voranschreitet, bis er wieder Fahrt aufnimmt und dabei wieder so verträumt hypnotisch klingt wie zu Beginn. Zum Schluss gibt es noch ein wenig Ambient, womit der Song dann auch endet.

Ein wirklich großartiges Album das mich heute morgen eiskalt erwischt hat und mich nach dem ersten mal hören einfach begeistert zurückgelassen hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und ich dachte, ich sei der Einzige. Wobei bei mir das weniger reflektiert ist, sondern eher, dass ich bei CF immer an Turbonegro denken muss und wenn ich CF höre danach oft die Ass Cobra auflege.

Kenne ich :D Als ich die letzten Tage verstärkt Carpathian Forest gehört habe kam mir auch öfters in den Sinn: Eigentlich könntest du auch mal wieder Turbonegro auflegen.
Ist heute bim laufen dann auch die "Apocalypse Dudes" geworden.
 
Eigentlich wollte ich heute nichts schreiben...aber ich habe heute morgen zum ersten mal das Hail Spirit Noir Album "Fossil Gardens" gehört und wurde einfach so abgeholt wie schon lange nicht mehr.
Dabei handelt es sich um eine spontane Band- und Albumvorstellung (im "Normalfall" mache ich mir schon immer gedankliche Notizen wie ich so ein Vorstellung aufbaue) - ich habe das Album bis jetzt fünf, oder sechs mal gehört, deshalb schreibe ich einfach nur runter wie ich das Album bei diesen fünf bis sechs mal hören wahrgenommen habe und welche Gefühle und Gedanken es bei mir ausgelöst hat.

Vergessen wir für 42 Minuten die ganze Welt um uns herum und lassen uns von Hail Spirit Noir in einen musikalischen Kosmos der Glückseligkeit entführen.

Cover:
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Tracklist:
01. Starfront Promenade
02. The Temple of the Curved Space
03. Curse you, Entropia
04. The Blue Dot
05. The Road to Awe
06. Ludwig in Orbit
07. Fossil Gardens

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=s-0AkaZHFlk&list=RDs-0AkaZHFlk&start_radio=1
Bandcamp: https://agoniarecords.bandcamp.com/album/fossil-gardens
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Hail_Spirit_Noir/3540343083

Die Band hat mir heute morgen mal wieder gezeigt, warum ich Musik so liebe und sie mich immer wieder aus der grauen Welt herauszieht, damit das alles irgendwie noch so halbwegs ertragen kann.
Gerade heute morgen habe ich das gebraucht....die Nacht mega unruhig geschlafen und wirklich nur Mist geträumt, dem entsprechend gerädert habe ich mich dann morgens gefühlt.
Ein Blick nach draußen hat das Wohlbefinden dann auch nicht so wirklich verbessert....es sah kalt, nass, aber immerhin schneebedeckt aus.
Also zur Kaffeemaschine geschlurft und sich so halbwegs unfallfrei einen Kaffee angerührt, dabei den Blick immer wieder durchs Küchenfenster in die eisige Kälte geworfen. Als ich dann so da saß, den Kaffee schlürfend auf den Monitor starrte und überlegte womit sollte heute der musikalische Tag beginnen, kam mir eine Band in den Sinn die ich mir schon öfters mal richtig bewusst anhören wollte: Hail Spirit Noir.
Über Bandcamp habe ich mir dann das aktuelle "Fossil Gardens" Album rausgesucht und einfach mal laufen lassen - ich hatte nicht so wirklich Ahnung, oder eine Erwartungshaltung darüber was mich erwarten würde.

Der Opener startete schonmal recht angenehm mit warmen und spacigen Keyboard-Klängen, bevor dann so ein angenehmer und einlullender Klargesang einsetzt der mich sofort aufhorchen lässt.
Kommt er doch direkt so sympathisch rüber, dass der graue Morgen direkt ein wenig aufgehellt wird. Als dann auch noch die Gitarren einsetzen und es dann anschließend schwarzmetallisch los geht wird direkt eine so wunderbare und einnehmende Atmosphäre erschaffen, dass die Band mich direkt am Haken hat. Dabei werden durch die eingesetzten Keyboards, die im Hintergrund irgendwie zu schweben scheinen, eine spacige Atmosphäre erschaffen, die zusammen mit den Gitarren einfach wunderschön klingen. Generell fühlt es sich bei dem Part zwischen 02:23 Minuten und 03:40 Minuten an als würde man alleine und entspannt durch das Weltall schweben. Und das macht den Song einfach so wunderschön....er ist wie eine außerweltliche Erfahrung, fernab von all den Nöten, das Chaos und dem ganzen Bullshit der momentan auf der Welt abgeht.
Mit "The Temple of the Curved Space" kommt dann der erste Longtrack des Albums, der im mittleren Tempo startet und schon zu Beginn hat man wieder diese wunderschönen Keyboards im Hintergrund.
Und dann setzt auch schon wieder dieser herrliche Klargesang ein, der einen direkt wieder hinaus ins Weltall katapultiert. Allerdings taucht diesmal auch das erste mal so eine Art rauerer Brüllgesang auf, der sich den ganzen Song ab und an ein Duett mit dem Klargesang liefert. Nach ca. einer Minute geht das Lied dann wieder in Black-Metal-Up-Tempo Part und der tolle Krächzgesang ertönt wieder (der übrigens auch schon den ersten Song echt gut veredelt hat). Nach dem Up-Tempo-Part geht es kurz in den Doublebass wo dann wieder - unter zu Hilfenahme von diesen tollen "fiepsenden" Space Keyboards - diese tolle außerweltliche Atmosphäre erschafft, die mich jedes mal einfach aufs neue abholt. Ab und an hört man auch diese bekannten "Alien-Keyboard-Sounds", welche wirklich nur ganz kurz auftauchen.
Nach gut vier Minuten wird der Song zudem herrlich aggressiv, weil man da dem Black Metal ein wenig mehr Platz bietet - gesangtechnisch wechseln sich hier Krächzgesang und Klargesang ab (der mich stellenweise an die Erzählstimme einiger Bal Sagoth Songs erinnert). Aber auch die Melodien dürfen nicht zu kurz kommen....auch wenn der Part im Gegensatz zum Rest des Songs recht aggressiv ist, tauchen hier auch diese wunderbaren wehmütigen Gitarrenmelodien auf. Das ist eh etwas was die Band auf dem Album kann: Diese Sehnsucht zu erzeugen einfach aus dem Alltag auszubrechen, etwas zu machen was einem wirklich Spaß macht, etwas neues wagen und vielleicht einen Schritt gehen und sich damit auf ein Abenteuer einlassen, was einem eine ganz neue Lebensqualität eröffnet.

Mit dem folgenden "Curse you, Entropia" kommen mir direkt Arcturus in denn Sinn. Dieser getragene, eher langsame Song würde mit seiner schwelgerischen und verträumten Atmosphäre, so wie den majestätischen Gitarrenmelodien auch gut auf das "Arcturian" Album passen. Jedoch fällt mir auf, dass Hail Spirit Noir bei dem Lied, trotz aller Verspielt- und Verträumtheit, noch mehr Schmackes in den Gitarren haben, als Arcturus.
Generell gefällt mir bei dem Song der langsame Ansatz, genau so wie die punktuell eingesetzten Keyboards, die mal nur ein ganz leises Hintergrundgeräusch sind um die Atmosphäre zu verstärken, oder mal gut hörbar sind. Der Part zwischen 03:30 Minuten und 03:52 Minuten kann zudem alles.
Bei "The Blue Dot" kommt der Black Metal wieder zurück, dass macht sich beim stampfenden Beginn bemerkbar wo dann auch direkt wieder so eine wunderschöne und melancholische Melodie ertönt.
Jedoch ist das besondere an dieser Melodie, dass sie erst traurig beginnt und dann gegen Ende für einen kurzen Moment in die Finsternis abtaucht.
So entsteht bei diesem Anfang immer eine Art Wechselspiel der Gefühle: Beim schönen Anfang der Melodie sitzt man noch lächelnd und entspannt da - nur um am Ende dann kurz aufzuschrecken, weil es plötzlich düster wird. Als Vergleich könnte man die Szene aus "Jäger des verlorenen Schatzes" heranziehen wo am Ende die Bundeslade geöffnet wird: Erst sind die erschienenen Geister schöne Wesen, bis sie sich auf einmal in groteske Horrorgestalten verwandeln. Düster wird der Song auch für einen kurzen Moment, als er ab 01:58 Minuten ins Up-Tempo geht - allerdings wird diese Dunkelheit durch den wunderschönen Klargesang aufgehellt, der den Refrain so herrlich verträumt darbietet: "The blue dot, the pale blue dot - From a stain in space, the endless spring"
Danach geht es im schwarzmetallischen Up Tempo weiter, diesmal sogar sehr aggressiv und ohne schöne Melodien, bis bei ca. 03:24 Minuten in das mittlere Tempo gewechselt wird und dann sind sie sofort wieder:
Diese wunderschönen Melodien, auch die vom beginn des Songs, wo sich die Stimmung gehen Ende so ändert. Abschließen tut der Song dann mit schönen spacigen und warmen Keyboards, die sich wie eine Kuscheldecke um mich legen.

Mit dem anschließenden "The Road to Awe" kommt dann der längste Song auf dem Album....und er startet schon so wunderschön: Mit spacigen Keyboard-Sounds, bis bei 0:44 Minuten der Klargesang einsetzt.
Aber diesmal hat er so eine wunderschöne Gesangmelodien, die mich an eine andere Band erinnert, aber ich komme einfach nicht drauf. Ab 01:45 Minuten setzen dann die Gitarren ein und der schöne Klargesang wird beibehalten, bis mit einem gekrächztem "Did Circuits surge in conscious dream?" die Dunkelheit Einzug hält, aber nur kurz, denn anschließend geht der Song wieder ins Up-Tempo und diesmal fühle ich mich wirklich als würde ich zu den Sternen schweben...diese wunderbare Gesangmelodie wird jetzt an den Gitarren umgesetzt und dabei raubt es mir einfach nur den Atem. Ich kann die Augen schließen und befinde mich auf einer Reise ins Weltall, weg von allem Leid und Chaos, einfach durch den leeren Raum schwebend - sinnbildlich über all den Problemen die ich auf Erden habe.
Bei 04:20 Minuten schlägt der Song stimmungstechnisch nochmal eine andere Richtung ein, wird er diesmal richtig düster.
Dafür hat er zwischen 04:59 Minuten 05:10 Minuten, wenn nur Schlagzeug, Klargesang und Keyboards zu hören sind wieder so einen tollen Moment, der noch besser wird sobald die Gitarren wieder einsetzen und der Song stampfend mit diesen erhabenen Keyboard im Hintergrund und der wunderschönen Gesangsmelodie im Vordergrund weitergeht...danach geht es wieder ins Up-Tempo, die Gitarren spielen wieder diese wunderschöne Melodie und kann es sein...die haben doch nicht? Ist diese Melodie (Gitarre - bei 02:49 Minuten, 03:00 Minuten und bei 06:35 Minuten) an den Theme Song von dem Film "Das Boot" angelehnt (zumindest grob)? Direkt gegengeprüft und ja...könnte passen, zumindest höre ich Gemeinsamkeiten. Enden tut der Song nach einem kurzen Ambient Band stampfend und mit einem Gitarrensolo....der Song ist einfach der Wahnsinn. Schon lange hat mich ein Lied beim erstmaligen nicht mehr so mitgenommen.
"Ludwig in Orbit" ist dann ein atmosphärisches Instrumental, was auf den Abschlusssong und Titelsong einstimmt. Eingeleitet mit einer Computerstimme geht der Song auch direkt im Up-Tempo los und weiß direkt wieder durch diese abgespacte und sehnsüchtige Atmosphäre zu überzeugen. Der Gesang wechselt zwischen klar gesprochenen Passagen, einem etwas raueren Gesang und dem bekannten Krächzgesang.
Auch das der Song die meiste Zeit im hohen Tempo unterwegs ist macht mir ziemlich Spaß. Dadurch entwickelt das Lied, in Zusammenhang mit den im Hintergrund dauerhaft präsenten Keyboard eine hypnotische und entspannende Atmosphäre, in die man sich so wunderschön fallen lassen kann. Zwischen 02:58 Minuten und 04:01 Minuten gibt es dann wieder ein kleines atmosphärisches Zwischenspiel, bevor der Song erhaben und majestätisch voranschreitet, bis er wieder Fahrt aufnimmt und dabei wieder so verträumt hypnotisch klingt wie zu Beginn. Zum Schluss gibt es noch ein wenig Ambient, womit der Song dann auch endet.

Ein wirklich großartiges Album das mich heute morgen eiskalt erwischt hat und mich nach dem ersten mal hören einfach begeistert zurückgelassen hat.
Liebe für Album und Deinen Text!
 
Danke für den ausführlichen und begeisterten Text! (und die anderen auch)

Ich bin ja seit 12 Jahren sehr verliebt in die Band und insb. die ersten drei Alben. Ich mag den Cleangesang total, der sogar objektiv etwas schnulzige Late Night Balladen wie "How to fly in Blackness" wunderschön macht und finde es eine Stärke der Band, Experimentierfreude und Eingängigkeit so zu vereinen, wie es mE. nicht viele Avantgarde/Progressive Bands hinkriegen.

In diesem Sinne erlaube ich mir mal, auf die schier unendliche Wundertüte Thy Catafalque hinzuweisen, die diesen Spagat ebenso brilliant hinbekommt.
 
Um den Thread mal wieder ein wenig Leben einzuhauchen würde ich heute ganz gerne ein frisch erschienenes (heute) Album aus Dänemark vorstellen.
Heute bespreche ich das gleichnamige Debut Album von Ædel Fetich.

Cover:

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Tracklist:
Et Liv Fuld af Fejl
Ridderlig Lider
Sort Magi
Mit Billede af Dig
Ædel Fetich
Madras
Ildtang
Her er Mørkt

Links:
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Ædel_Fetich/Ædel_Fetich/1403630
Bandcamp: https://aedelfetich.bandcamp.com/album/del-fetich


Das Jahr 2025 war musikalisch gesehen echt stark...Bands wie One of Nine, Hexekration Rites, Malefic Throne, Bergfried und einige mehr haben extrem starke Alben veröffentlicht.
Und eigentlich war ich der Meinung, dass es in 2026 mit der starken Veröffentlichungsflut ein wenig abebbt und man nicht massenhaft an guten Alben um die Ohren geworfen bekommt.....aber "leider" lag ich da falsch. 2026 hat dort weitergemacht wo 2025 aufgehört hat und allein in den ersten 1,5 Monaten wurden von Bands wie Archvile King, Rave in Fire (deren Square One Album werde ich hier auch noch mal vorstellen), Exxûl, Hieron und eben Ædel Fetich sehr starke Alben veröffentlicht. Heute möchte ich allerdings das gleichnamige Debutalbum der Dänen von Ædel Fetich vorstellen das heute erschienen ist.
Bevor ich mit dem aktuellen Album loslege möchte ich hier nochmal die Debut EP "I Aftes I Tunnellen" jedem ans Herz legen der punkigen Black Metal mag. Im Gegensatz zum aktuellen Album wirkt die EP noch recht "normal", will heißen: weniger Wahnsinn, weniger Chaos und weniger wildes hin- und herspringen zwischen verschiedenen Musikstilen.

Auf dem Debutalbum dreht die Band jetzt aber komplett auf (und auch ab). Die Band spielt eine wahnwitzige Mischung aus mal punkigen, mal rasend schnellen und manchmal sogar avantgardistischen Black Metal.
Ein herausragendes Merkmal ist dabei der absolut großartige Gesang von Skvat: Mal hysterisch, völlig losgelöst von der Welt und allen guten Geistern verlassend kreischend, dann wieder theatralisch leidend, aggressiv brüllend, oder tief klarsingend (manches auch gerne mal gleichzeitig) : Was Skvat hier auf dem Album abliefert ist der absolute Wahnsinn und zeigt wie ein herausragender und markanter Sänger die eh schon sehr guten Songs auf ein komplett neues Level hieven kann. Schon beim Opener, der so herrlich punkig und ranzig drauflosprügelt wird so abartig giftig gekreischt, dass man Angst bekommt.
Dabei wird das Ganze immer mal wieder durch klaren theatralischen Gesang und Gegröhle aufgelockert, allerdings überwiegt im Opener noch das fiese Gekreische. Und das Gitarrensolo ab 02:40 Minuten lässt mich jedesmal einfach ausrasten...einfach nur herrlich wie sich dieser melodische Part in diesen recht harschen Song einfindet. Beim zweiten Song "Ridderlig Lider" handelt es sich um den vorab veröffentlichten Song, den man sich bereits seit dem 06.02.2026 anhören konnte. Und jetzt im Albumkontext kommt das Lied noch mal direkt geiler rüber: Dieser kraftvoll rasende Anfang reißt einfach alles nieder, dazu wieder dieser Gift und Galle kotzende Kreischgesang...einfach eine perfekte Kombination. So richtig überraschen tat (und tut mich der Song eigentlich immer noch) so ab der zweiten Minute wo die Stimmung komplett kippt und das rasende Geprügel in das mittlere Tempo übergeht: Hier klingt die Band dann so herrlich sinister und melancholisch....dazu der mega gute theatralische klare Gesang, der dem ganzen Songende noch eine erhabene und leicht epische Atmosphäre verleiht.
Das anschließende "Sort Magi" prügelt dann recht chaotisch drauf los....dabei wird dieser rasende Mahlstrom immer wieder durch klaren Gesang (das erste mal ab 00:39 Minuten) unterbrochen, dabei wird auf glockenklaren Gesang gesetzt, der einen krassen Kontrast zu dem Gekreische und den gegröhlten Shouts bildet. So richtig überraschen tut mich der Song dann wieder gegen Ende, wenn zum Kreischen auch noch Growls hinzukommen und ab 02:34 Minuten plötzlich eine Gitarrenmelodie und Klargesang ertönt, die genau so gut aus einem Anime-Opening hätte stammen können.

Nach diesem rasanten Einstieg wird mit Lied Nummer vier erstmal das Tempo gedrosselt: "Mit Billede af Dig" klingt die erste Hälfte wie ein musikalischer Hangover inklusive leidenden Gesang.
Und wenn das Lied dann so ab 0:58 Minuten ein wenig Fahrt aufnimmt sehe ich vor meinem inneren Auge immer einen ziemlich kaputten Zirkus in dem völlig kaputte Schausteller versuchen ein noch irgendwie halbwegs brauchbares Programm auf die Beine zustellen. (Generell habe ich bei der Musik der Band immer das Bedürfnis einen 2000 EURO Champagner aus einem 10 Cent Plastikbecher, sitzend auf einer ranzigen Parkbank hinter einem Edellokal zu trinken.) Jedoch verändert sich bei dem Song die Stimmung auch wieder komplett nach gut zwei Minuten, wenn der Song schneller wird, punkiger und dieser herrliche theatralische Gesang (teilweise gedoppelt) das Lied vorantreibt, aber nur so lange bis der Song prügelnd zu Ende geht. Ein unglaublich starker Song, der zwei, drei Durchläufe gebraucht hat bevor er gezündet hat, dafür dann aber umso heftiger. Der Song kommt zudem komplett ohne kreischenden Gesang aus, sondern wird komplett von dem leidenden und gegen Ende hin theatralischer werdenden Gesang getragen.
Der Titelsong beginnt stilecht mit einem "hugh"! und stampft dann garstig voran, während der tolle Kreischgesang wieder zurück ist, der durch psychopatisches Gebrülle und Klargesang unterstützt wird.
Bei 01:11 Minuten prügelt der Song dann plötzlich los und man glaubt der Sänger dreht jetzt völlig durch....super hysterisches Gekreische und tiefe Growls ziehen dich in einen Abgrund hinab aus dem es kein entkommen mehr gibt. Nach diesem brutalen Ausbruch wird der Song so herrlich düster als er wieder ins Mid-Tempo wechselt und so auch schon wieder leicht episch ausklingt.
"Madras" prescht wieder unglaublich wahnsinnig voran....der Song prügelt sich gut 40 Sekunden in einen Wahn bevor abrupt stoppt und wieder im mittleren Tempo voran marschiert. Dabei ertönt dieser tolle Klargesang, der den Rest des Liedes anhalten soll. Extremer Gesang in Form von Gekreische, oder Growls ist hier Fehlanzeige. Generell ist der Song ziemlich düster und deprimierend....die ersten 40 Sekunden regiert die Wut, dann kommt der emotionale Hangover und alles was bleibt ist Verzweiflung und Traurigkeit.

"Ildtang" ist dann der Song auf dem Album der Live bestimmt super rüberkommt, weil man das "Ildtang" gut mitbrüllen kann. Der aggressiv punkig voranrockende Song wird auch wieder von diesem krassen Gekreische und Klargesang getragen. Ab und an wird auch mal wieder Gegröhlt, dass dann aber auch so voller Abscheu, dass es einfach eine Wonne ist.
Aber leider muss ich sagen, dass der Song bis jetzt das schwächste Lied auf dem Album ist....ich kann nicht mal genau sagen, aber atmosphärisch catcht mich das Lied bis jetzt gar nicht.
Es ist nicht schlecht, lässt sich im Albumkontext gut weghören, aber irgendwie fehlt mir bei dem Song das, was die anderen Lieder ausmacht. Aber egal...mit "Her er Morkt" kommt dann nochmal ein richtig starker Abschlusssong, der auch wieder durch seinen rasenden Einstieg zu gefallen weiß. Dabei wird zwischen diesem rasenden Beginn und mittleren Tempo hin- und hergewechselt, wobei bei den langsameren Parts der theatralische Klargesang zum Einsatz kommt. Ab ca. 2:20 Minuten macht der Song mal wieder einen krassen stilistischen Break und der Song tanz fast schon mit einer romantischen Leichtigkeit gegen Ende, während mit

Du kan ikke fornærme mig med ord jeg ikke forstår
Strømmen er gået, men jeg ved ikke hvor
Du kan ikke fornærme mig med ord jeg ikke forstår
Det er som det er, går som det går
Du kan ikke fornærme mig med ord jeg ikke forstår
Du kan ikke fornærme mig


eine Textzeile vorgetragen wird bei der ich keinen Plan habe was sie bedeutet, aber sie klingt einfach perfekt und hört sich von den Worten und deren Aussprache einfach super angenehm an.

Die Band hat mit ihrem Debutalbum schonmal meine bisherige Nummer 1 in diesem Jahr veröffentlicht...und ich denke alles was im Black Metal Bereich dieses Jahr noch erscheinen wird, wird sich an diesem Meisterwerk messen lassen müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Endlich gefunden! Super Album-Vorstellung für Ædel Fetich. Ich bin durch den "Welche Scheibe"-Thread drauf aufmerksam und neugierig geworden. Und mich hat das Album auch sofort begeistert. Geht ja vielen hier so, wenn ich das richtig sehe. Danke fürs Drauf-aufmerksam-machen! Und ich werde mal sehen, was du hier noch so vorstellst. Guter Thread.
 
Heute möchte ich ein Album vorstellen welches mir mal wieder gezeigt hat, warum ich Musik so liebe: Es geht um das Debut der schwedischen Speglas - Endarkenment, Being & Death.

Cover:
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Tracklist:

01. Woe
02. The Endarkenment
03. Incessant Severance
04. Dearth
05. The Spirit Postmortem
06. Ailing
07. Hitherto Awry
08. Dies Mali
09. Rage Upn the Dying Fire

Links:
Metal Archives:
https://www.metal-archives.com/bands/Speglas/3540401872
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=U2uTTqBPhxk&list=RDU2uTTqBPhxk&start_radio=1
Bandcamp: https://speglas.bandcamp.com/album/endarkenment-being-death

Das schöne an der Musik ist, dass - egal wie lange man schon dabei ist - ich immer und immer wieder Bands und Alben entdecke, die einen einen so begeistern wie die Alben "damals" als man mit der Musik anfing.
Klar, ich muss das Ganze realistisch sehen: Solche Momente werden immer seltener, aber wenn sie dann doch mal wieder auftauchen, sind sie umso schöner.
Und genau so einen Moment hatte ich bei dem Debut Album der Band Speglas. Ich kann ehrlich gesagt auch gar nicht sagen, was genau mich an "The Endarkenment, Being & Death" so begeistert, fasziniert und es immer wieder auflegen lässt.
Es ist eigentlich schon fast das gleiche wie bei dem Blood Abscission Debut: Die Musik berührt mich auf eine ganz tiefe Art und Weise, spricht mich an, umgarnt mich und flüstert mir aufmunternde Worte in dunkler Stunde zu. Allein schon wenn ich beim Opener "The Endarkenment" den Anfangsriff höre jagen mir Glücksgefühle durch den Körper, und als dann der Song auch noch richtig beginnt und dann ins Up-Tempo wechselt fühle ich mich wie im siebten Himmel. Diese Melodien, die die Band scheinbar mühelos aus dem Ärmel schüttelt, sind einfach der Wahnsinn: Sie setzen sich direkt fest, wirken dabei aber zu keiner Zeit kitschig, nervig, oder mit dem Holzhammer auf Eingängigkeit getrimmt. Sie hören sich einfach schön an. Und "schön" ist eigentlich das beste Adjektiv, was man wählen kann wenn man die Musik von Speglas beschreiben möchte.

Der melodische Death Metal mit Black Metal Einsprengseln erschafft eine unglaublich einnehmende Atmosphäre, bestehend aus schönen, melancholischen und einfühlsamen Melodien, gelegentlichen gewalttägigen Ausbrüchen und einem aggressiven, aber auch leicht traurigen Gesang. Gerade die Melodien sind (okay..ich wiederhole mich) der absolute Wahn. Man höre sich beim zweiten Song nur mal den Part zwischen 02:38 Minuten und 03:25 Minuten an...auch was danach kommt ist atmosphärisch gesehen einfach auf einem ganz hohen Level: der marschierende Part, der dann langsam in den Up-Tempo wechselt versprüht einfach ein so tolles und melancholisches Feeling, dass man einfach nur ausrasten möchte. Und gerade der zweite Song zeigt ganz gut mit welcher Leichtigkeit die Band das Wechselspiel aus rasenden, traurig/langsamen/ruhigen und fast schon sphärischen Passagen beherrscht. Der Übergang wirkt dabei immer flüssig und zu keiner Zeit irgendwie dilettantisch.

Um die Musik von Speglas vielleicht noch ein wenig mehr zu kategorisieren und vielleicht auch eine Erklärung zu finden, warum genau mich diese Musik so mitnimmt, möchte ich die Band Tribulation ins Feld führen.
Als sich die Band (spätestens) mit dem "The Children of the Night" Album komplett vom klassischen Death Metal gelöst und den Gothic Rock und Post Punk mehr in ihren Sound einfließen lassen hat gefiel mit die Band richtig, richtig gut. Aber etwas hat mich bei Tribulation immer so ein wenig gestört: Sie waren mir stellenweise ein wenig zu schwelgerisch, ein wenig zu sanft. Ich hätte mir von der Band oftmals gewünscht, dass sie vielleicht das eine, oder andere mal einfach ein bisschen mehr ausbrechen. Bitte nicht falsch verstehen...ich liebe die Musik von Tribulation sehr, aber manchmal wünsche ich mir da echt (wieder) ein wenig mehr Aggressivität im Sound. Und genau hier setzen Speglas in meinen Ohren an und sorgen dafür, dass mir das Debut-Album so gut gefällt: Speglas haben genau diese Aggressivität, die mir bei Tribulation fehlt.
Speglas haben die Melodien, können eine genau so tolle Atmosphäre erschaffen und wissen aber auch wann es Zeit ist mal ein wenig rauer, schneller und brutaler zu werden.

Dabei zeigt ein Song wie "Dearth" auch wie toll und schön die Band im mittleren Tempo agieren kann. Bei diesem Lied brauch es einfach keine richtig schnellen und aggressiven Passagen: hier reichen über sieben Minuten einfach wunderschöne Melodien, die mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagen lassen, eine verträumte, melancholische Atmosphäre und der wunderbare knarzige Gesang.
Gerade der Part zwischen 05:05 Minuten und 06:03 Minuten wo es nach dem Gitarrensolo in den etwas schnelleren Part geht und diese wunderbare Gitarrenmelodie ertönt macht mich jedes mal fast wahnsinnig vor Ergriffenheit.
Die beiden ("Ailing" ist nur ein instrumentales Zwischenspiel) folgenden Songs "The Spirit Postmortem" und Hitherto Awry" greifen dieses Wechselspiel zwischen schnellen und langsamen Passen wieder wunderbar auf, wobei gerade "The Spirit Postmortem" nach dem langsameren "Dearth" angenehm aggressiv und schnell daherkommt. Neben "Dies Mali" der härteste Song auf dem Album. Aber auch hier vergisst die Band zu keiner Zeit die tollen Melodien: Trotz der der Schnelligkeit vergisst die Band niemals die wunderbaren "Aha-Momente!", die mich als Hörer immer wieder catchen (zum Beispiel 03:43 Minuten bis 04:19 Minuten).
"Hithero Away" könnte man dann fast schon als epischsten Song auf dem Album benennen....der Song verbleibt die ganze Zeit im mittleren Tempo, was mit dem fast schon ein wenig heroisch anmutenden Gesang eine epische Atmosphäre erzeugt - die Band spielt auf dem Song sozusagen "Epic Gothic Rock Influenced Melodic Death Metal" (by Dämonentreiber) :D

Der vorletzte Song "Dies Mali" ist dann richtig rotziger, fast schon punkiger melodischer Death Metal...und auch das steht der Band ganz gut und lockert das ganze Album sehr auf. Aber "Dies Mali" bereitet mich nur vor auf das zweite Highlight des Albums: "Rage Upon the Dying Fire". Auf diesem Song vereint die Band nochmal alles was das Album ausmacht: Diese melancholische Grundatmosphäre, die wunderschönen Melodien, in die ich mich einfach reinlegen möchte, und tolle Gitarrensoli. Der ruhige Mittelteil bereitet einen dann auf das epische schnelle finale vor, wo immer wieder die Worte "Rage Upon the Dying Fire!" herausgekrächzt werden.

Das Album ist bis jetzt mein Album des Jahres....selbst das sehr, sehr gute Ædel Fetich Album wurde vom Thron gestoßen. Sepglas machen einfach Musik in die ich mich reinlegen könnte, die mich nach einem nervigen und stressigen Tag in den Arm und auf eine Reise zu Orte mitnimmt, die frei von Schmerz, Zweifel und Traurigkeit sind.
Die Musik auf dem Album ist für mich immer und immer wieder eine Traumreise weg von allem Schlechten und hin zu einer Gedankenwelt, welche mich zumindest für 44 Minuten die Realität vergessen lässt.
 
Heute möchte ich ein Album vorstellen welches mir mal wieder gezeigt hat, warum ich Musik so liebe: Es geht um das Debut der schwedischen Speglas - Endarkenment, Being & Death.

Cover:
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Tracklist:

01. Woe
02. The Endarkenment
03. Incessant Severance
04. Dearth
05. The Spirit Postmortem
06. Ailing
07. Hitherto Awry
08. Dies Mali
09. Rage Upn the Dying Fire

Links:
Metal Archives:
https://www.metal-archives.com/bands/Speglas/3540401872
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=U2uTTqBPhxk&list=RDU2uTTqBPhxk&start_radio=1
Bandcamp: https://speglas.bandcamp.com/album/endarkenment-being-death

Das schöne an der Musik ist, dass - egal wie lange man schon dabei ist - ich immer und immer wieder Bands und Alben entdecke, die einen einen so begeistern wie die Alben "damals" als man mit der Musik anfing.
Klar, ich muss das Ganze realistisch sehen: Solche Momente werden immer seltener, aber wenn sie dann doch mal wieder auftauchen, sind sie umso schöner.
Und genau so einen Moment hatte ich bei dem Debut Album der Band Speglas. Ich kann ehrlich gesagt auch gar nicht sagen, was genau mich an "The Endarkenment, Being & Death" so begeistert, fasziniert und es immer wieder auflegen lässt.
Es ist eigentlich schon fast das gleiche wie bei dem Blood Abscission Debut: Die Musik berührt mich auf eine ganz tiefe Art und Weise, spricht mich an, umgarnt mich und flüstert mir aufmunternde Worte in dunkler Stunde zu. Allein schon wenn ich beim Opener "The Endarkenment" den Anfangsriff höre jagen mir Glücksgefühle durch den Körper, und als dann der Song auch noch richtig beginnt und dann ins Up-Tempo wechselt fühle ich mich wie im siebten Himmel. Diese Melodien, die die Band scheinbar mühelos aus dem Ärmel schüttelt, sind einfach der Wahnsinn: Sie setzen sich direkt fest, wirken dabei aber zu keiner Zeit kitschig, nervig, oder mit dem Holzhammer auf Eingängigkeit getrimmt. Sie hören sich einfach schön an. Und "schön" ist eigentlich das beste Adjektiv, was man wählen kann wenn man die Musik von Speglas beschreiben möchte.

Der melodische Death Metal mit Black Metal Einsprengseln erschafft eine unglaublich einnehmende Atmosphäre, bestehend aus schönen, melancholischen und einfühlsamen Melodien, gelegentlichen gewalttägigen Ausbrüchen und einem aggressiven, aber auch leicht traurigen Gesang. Gerade die Melodien sind (okay..ich wiederhole mich) der absolute Wahn. Man höre sich beim zweiten Song nur mal den Part zwischen 02:38 Minuten und 03:25 Minuten an...auch was danach kommt ist atmosphärisch gesehen einfach auf einem ganz hohen Level: der marschierende Part, der dann langsam in den Up-Tempo wechselt versprüht einfach ein so tolles und melancholisches Feeling, dass man einfach nur ausrasten möchte. Und gerade der zweite Song zeigt ganz gut mit welcher Leichtigkeit die Band das Wechselspiel aus rasenden, traurig/langsamen/ruhigen und fast schon sphärischen Passagen beherrscht. Der Übergang wirkt dabei immer flüssig und zu keiner Zeit irgendwie dilettantisch.

Um die Musik von Speglas vielleicht noch ein wenig mehr zu kategorisieren und vielleicht auch eine Erklärung zu finden, warum genau mich diese Musik so mitnimmt, möchte ich die Band Tribulation ins Feld führen.
Als sich die Band (spätestens) mit dem "The Children of the Night" Album komplett vom klassischen Death Metal gelöst und den Gothic Rock und Post Punk mehr in ihren Sound einfließen lassen hat gefiel mit die Band richtig, richtig gut. Aber etwas hat mich bei Tribulation immer so ein wenig gestört: Sie waren mir stellenweise ein wenig zu schwelgerisch, ein wenig zu sanft. Ich hätte mir von der Band oftmals gewünscht, dass sie vielleicht das eine, oder andere mal einfach ein bisschen mehr ausbrechen. Bitte nicht falsch verstehen...ich liebe die Musik von Tribulation sehr, aber manchmal wünsche ich mir da echt (wieder) ein wenig mehr Aggressivität im Sound. Und genau hier setzen Speglas in meinen Ohren an und sorgen dafür, dass mir das Debut-Album so gut gefällt: Speglas haben genau diese Aggressivität, die mir bei Tribulation fehlt.
Speglas haben die Melodien, können eine genau so tolle Atmosphäre erschaffen und wissen aber auch wann es Zeit ist mal ein wenig rauer, schneller und brutaler zu werden.

Dabei zeigt ein Song wie "Dearth" auch wie toll und schön die Band im mittleren Tempo agieren kann. Bei diesem Lied brauch es einfach keine richtig schnellen und aggressiven Passagen: hier reichen über sieben Minuten einfach wunderschöne Melodien, die mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagen lassen, eine verträumte, melancholische Atmosphäre und der wunderbare knarzige Gesang.
Gerade der Part zwischen 05:05 Minuten und 06:03 Minuten wo es nach dem Gitarrensolo in den etwas schnelleren Part geht und diese wunderbare Gitarrenmelodie ertönt macht mich jedes mal fast wahnsinnig vor Ergriffenheit.
Die beiden ("Ailing" ist nur ein instrumentales Zwischenspiel) folgenden Songs "The Spirit Postmortem" und Hitherto Awry" greifen dieses Wechselspiel zwischen schnellen und langsamen Passen wieder wunderbar auf, wobei gerade "The Spirit Postmortem" nach dem langsameren "Dearth" angenehm aggressiv und schnell daherkommt. Neben "Dies Mali" der härteste Song auf dem Album. Aber auch hier vergisst die Band zu keiner Zeit die tollen Melodien: Trotz der der Schnelligkeit vergisst die Band niemals die wunderbaren "Aha-Momente!", die mich als Hörer immer wieder catchen (zum Beispiel 03:43 Minuten bis 04:19 Minuten).
"Hithero Away" könnte man dann fast schon als epischsten Song auf dem Album benennen....der Song verbleibt die ganze Zeit im mittleren Tempo, was mit dem fast schon ein wenig heroisch anmutenden Gesang eine epische Atmosphäre erzeugt - die Band spielt auf dem Song sozusagen "Epic Gothic Rock Influenced Melodic Death Metal" (by Dämonentreiber) :D

Der vorletzte Song "Dies Mali" ist dann richtig rotziger, fast schon punkiger melodischer Death Metal...und auch das steht der Band ganz gut und lockert das ganze Album sehr auf. Aber "Dies Mali" bereitet mich nur vor auf das zweite Highlight des Albums: "Rage Upon the Dying Fire". Auf diesem Song vereint die Band nochmal alles was das Album ausmacht: Diese melancholische Grundatmosphäre, die wunderschönen Melodien, in die ich mich einfach reinlegen möchte, und tolle Gitarrensoli. Der ruhige Mittelteil bereitet einen dann auf das epische schnelle finale vor, wo immer wieder die Worte "Rage Upon the Dying Fire!" herausgekrächzt werden.

Das Album ist bis jetzt mein Album des Jahres....selbst das sehr, sehr gute Ædel Fetich Album wurde vom Thron gestoßen. Sepglas machen einfach Musik in die ich mich reinlegen könnte, die mich nach einem nervigen und stressigen Tag in den Arm und auf eine Reise zu Orte mitnimmt, die frei von Schmerz, Zweifel und Traurigkeit sind.
Die Musik auf dem Album ist für mich immer und immer wieder eine Traumreise weg von allem Schlechten und hin zu einer Gedankenwelt, welche mich zumindest für 44 Minuten die Realität vergessen lässt.
Danke für diesen Post. Dadurch habe ich der Platte noch einmal eine Chance gegeben. Habe da vor längerer Zeit mal nebenbei reingehört und konnte den "Hype" nicht nachvollziehen. Heute morgen noch einmal reingehört und muss zugeben: Das hat was. Allein der Sound ist schon fantastisch. Schwer zu beschreiben, aber da hat es viel "Platz" zwischen den Instrumenten. Das "atmet". Der Bass rödelt nicht einfach so vor sich hin, sondern ist ein integraler Bestandteild der Melodien. Streckenweise musste ich seltsamerweise an das letzte Album von In Solitude denken. Ich glaube, das Ding wird in den nächsten Wochen angeschafft...
 
Heute möchte ich mal ein komplett unmetallisches Album vorstellen und eine generelle Liebeserklärung an diese Band verfassen.
Allerdings werde ich meinen Fokus auf das "Unicorn" Album von GUNSHIP richten.

Cover:
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Tracklist:
01. Monster in Paradise
02. Taste Like Venom
03. Empress of the Damned
04. Tech Noir II
05. Doom Dance
06. Blood for the Blood God
07. Weaponised Love
08. Ghost
09. Darkness for Dreams
10. Holographic Heart
11. Nuclear Date Night
12. Run Like Hell
13. Lost Shadow
14. Postcard from the American Dream

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=kXY6XaNsXik&list=RDkXY6XaNsXik&start_radio=1
Bandcamp: https://gunshipmusic.bandcamp.com/album/unicorn

GUNSHIP ist für mich eine dieser Bands in deren Musik ich immer wieder Trost und Zuversicht finde. Ich habe gestern das "Unicorn" Album mal wieder laufen gehabt, fühlte mich irgendwie ziemlich down, ausgezehrt und abgekämpft, aber kaum erklangen die ersten Töne vom Opener "Monster in Paradise" war alles fast schon wieder vergessen und ich fühlte mich wieder halbwegs entspannt und stabil.
Generell ist das Lied der absolute Wahnsinn....allein dieser Anfang. Bevor ich den Song noch weiter beschreibe (und bejuble) möchte ich auch noch auf das dazugehörige Video verweisen, welches wirklich unglaublich stylish und gut gemacht ist und perfekt zum Lied passt.
Unterstützt von Milkie Way (Gesang), Dave Lombardo und Tyler Bates hat GUNSHIP hier einen ultra coolen Song erschaffen, bei dem ich einfach so wunderbar die Augen schließen und mich komplett in die Musik fallen lassen kann. Allein dieser Moment wenn Alex Westaway mit seinem "Monsters in Paradise" in den Song einsteigt kriege ich jedesmal Gänsehaut.

Generell finde ich den Gesang von Alex Westaway auf allen GUNSHIP Alben einfach klasse.
Mit seinem Gesang hebt er die schon sehr tollen Lieder auf ein ganz, ganz hohes Niveau.
Sein Gesang macht ihn (für mich) zum sympathischsten und besten Sänger des kompletten Genres ...er hat so eine schöne, einfühlsame und sympathische Stimme. Ich lasse mich bei jedem hören nur allzugerne von dieser einlullen, umarmen und mich ganz in sie fallen.

Aber zurück zur Musik, die ist einfach nur der Wahnsinn. Komplett hin und weg bin ich von dem Opener, sobald das Saxophon ab 03:45 Minuten einsetzt...das ist einfach so unglaublich atmosphärisch und melancholisch: Die Drums im Hintergrund, dazu die warmen Synthieklänge und dann setzt das Saxophon ein. Einfach toll.
Bis zum Ende des Liedes wird das Saxophon noch öfters eingesetzt, aber jedesmal passt es einfach. Das anschließende "Taste Like Venom" ist eine locker flockige Synthwave Nummer wo mir gerade dieses "Düpp Düpp Düpp" (direkt zu Beginn ab 00:24 Minuten das erste Mal) was man öfters mal im Hintergrund hört einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen möchten. Dazu ist der Song mit einem Refrain gesegnet der sich bei mir einfach jedesmal festsetzt und sich hartnäckig weigert meinen Kopf zu verlassen. Bei dem folgenden "Empress of the Damned" wird die Band von der Sängerin Lights unterstützt .
Der Song hat einen leicht arroganten Touch zu Beginn, bei dem Gesang von Lights kommt mir irgendwie K-Pop in den Sinn (zumindest das wenige was ich kenne bringe ich damit irgendwie in Verbindung).
Ganz besonders gerne mag ich wie sich Lights in dem Song artikuliert: Der Gesang wirkt leicht abgehackt und dadurch einfach sehr interessant und auch angenehm.
Schön ist auch der Refrain wenn Alex mit einsteigt und der Song generell ein wenig wehmütiger wird und dadurch wieder diese leicht melancholische Atmosphäre verströmt, die so viele GUNSHIP Lieder toll macht.
Ab 02:40 Minuten hört man auch wieder das Saxophon, was den Song noch mehr aufwertet. Ein wirklich tolles Lied und für mich mit das stärkste Lieder auf einem Album, das (fast) nur aus starken Songs besteht.

Und dann kommt für mich der zweite Überhit auf dem Album: "Tech Noir II". Allein dieses Gesprochene Intro lässt eine Gänsehaut nach der anderen über meinen Rücken kriechen. Und als dieses dann auch noch mit den Worten: "My Son - the Gift of survival is yours. Please, may you never submit. There will be more!" endet und Alex dann mit "This ist it, we are on our own...." antwortet habe ich jedes mal einen Kloß im Hals.
Dazu kommt das der Song eine gewisse Hoffnung verströmt, aber auch tieftraurig daher kommt. Ich habe das Gefühl als würde ich in einem Regenschauer stehen, um mich herum ist es düster, dunkle Wolken so weit wie das Auge reicht, aber dann bricht am Horizont plötzlich die Wolkendecke auf - nur ein ganz kleiner Spalt - aber er ist in all dem Regen und Düsternis gut sichtbar. Ich realisiere, dass es noch dauern kann bis alles gut wird und ich endlich im trockenen stehe, aber die Hoffnung ist da, auch wenn um mich herum unschönes Chaos wütet.
Und genau so fühlt sich der Song an....das beschriebene Szenario ist auf der einen Seite traurig und deprimierend, aber es gibt auch ein wenig Hoffnung. Man kann sie wirklich nur erkennen, wenn man genau hinschaut, aber sie ist da und egal wie schlecht es um einen steht, man muss immer noch vorne schauen - auch wenn es schwer fällt und der Regen einem die Sicht nimmt.
Beim Refrain hatte ich dann tatsächlich auch eine Träne Auge....

Für das folgende "Doom Dance" hat die Band auch ein cooles Anime Video gedreht im Stil der alten 80ziger Jahre Animes. Unbedingt anschauen, ist auch wieder cool gemacht.
Das Lied an sich gehört mit seinem recht harten Beat und den eingesetzten Gitarren mit zu den härteren Songs des Album - wahrscheinlich haben Carpenter Brut mit denen GUNSHIP hier zusammenarbeiten einen nicht unerheblichen Beitrag dazu geleistet. Spätestens im Refrain kommt der typische Carpenter Brut Sound ziemlich gut hervor.
Finde ich jetzt nicht schlecht....gerade nach dem traurigen "Tech Noir II" macht der Song einfach Spaß und sorgt für ein wenig Auflockerung.
Danach kommt mit "Blood for the Blood God" der nächste Hit.....auch dieses Lied ist mit einem recht harten Beat versehen und verströmt durch seine eingesetzten Synthies und Gitarren eine Atmosphäre, wie sie zum Beispiel in Videospiel wie Cyberpunk 2077 erzeugt. Der leicht entrückte und hallende Gesang sorgt direkt dafür das diese Atmosphäre noch verstärkt wird.
Der Refrain wirkt dann fast schon....freundlich :D anders kann ich es nicht beschreiben. Auch weil der glasklare Gesang beim ersten mal hören fast wie ein Fremdkörper wirkt, aber spätestens beim zweiten mal hören will man ihn nicht mehr missen.
"Weaponised Love" weiß dann mit einer ganz merkwürdigen Atmosphäre zu überzeugen...ich kann diese Atmosphäre irgendwie schwer beschreiben: Irgendwie lauernd und emotional aufgeladen, bevor sich diese ganze Spannung in einem wirklich tollen Refrain entlädt. Gerade ab 01:56 Minuten dreht der Song noch mal richtig auf, wenn man diese herrlichen 80ziger Synthies im Vordergrund und den Chor im Hintergrund hört.
Das anschließende "Ghost" wo die Band von Power Glove unterstützt wird ist dann eine tieftraurige Ballade und zeigt wunderbar, warum Alex Westaway so ein toller Sänger ist.
Ich muss aber ehrlich gestehen, dass es bei mir sehr lange gedauert hat bis ich diesen Song schätzen gelernt habe. Aber als es dann endlich "klick!" gemacht hat wollte ich ihn auf dem Album nicht mehr missen.
Diese düstere, tieftraurige, jegliche Hoffnung vermissend lassende Atmosphäre zieht mich auf der einen Seite ziemlich herunter, aber baut mich irgendwie auch auf, weil es sich dabei um diese schöne Dunkelheit handelt, als würde ich ganz alleine in der Nacht mitten im Wald stehen, den Weg aus den Augen verloren, aber den Blick gen Himmel gerichtet, weil ich den Mond sehen kann und er mir doch einen kleinen, nicht einfachen, aber dennoch gehbaren Weg offenbart. Schönes Lied was das Album extrem herunter bremst und dafür sorgt das man einen Moment inne hält und Luft holt.
Die beiden folgenden Lieder "Darkness for Dreams" und "Holographic Heart" sind dann leider "nur" gute Synthwave Nummern zu denen ich leider nicht viel schreiben kann, außer das es gute Lieder sind, die im direkten Vergleich zu den vorherigen Songs ein wenig abfallen. "Darkness for Dreams" hat leider auch einen ziemlich lahmen Refrain, der sich zwar gut anhören lässt, aber im Gegensatz zu einem "Weaponised Love", oder "Blood for the Blood God" kraft- und saftlos klingt. Bei "Holographic Heart" holt die Sängerin Britta Phillips einiges heraus, da sie im Duett mit Alex den Song extrem aufwertet.
Der letzte Abschnitt, der so ab 02:30 Minuten mit einem mega coolen "Darkness falls!" eingeleitet wird ist dann aber noch mal richtig stark...auch wegen dem wieder eingesetzten Saxophon.

Mit "Nuclear Date Night" findet die Band aber direkt wieder zu alter Stärke zurück und zeigt was sie kann und warum ich sie so liebe. Der Song hat wieder so eine herrlich lockere Atmosphäre, weniger traurig, sondern fast schon positiv und feierlich. Auch hier wird das Saxophon wieder öfters eingesetzt, was mir auch wieder extrem gut gefällt.
Aber die letzten drei Lieder waren wahrscheinlich nur eine Art Aufwärmübung für das Lied was jetzt kommt.....für mich ist "Run Like Hell" der beste Song auf dem Album und generell der tollste Song der Band.
Allein dieser epische Anfang, bevor der Song stilsicher mit einem "One, Two, One, Two Three Four!" eingezählt wird macht einfach unglaublich viel Spaß.
Und als das Lied dann so richtig startet wähnt man sich knappe 4 Minuten im siebten Himmel. Gänsehaut setzt auch jedes mal ein, sobald die Bridge das erste mal einsetzt mit ihren hard-rockigen Gitarren und dazu eine der schönsten Textzeilen gesungen wird, die mich schon durch einige Schieflagen und Downphasen gerettet hat. Diese Textzeile besteht nur aus neun Wörter, aber für mich haben diese neun Wörter eine fast schon religiöse Bedeutung: Don´t Cry ´cause its over, smile because it was.
Und das sagt eigentlich schon alles aus was dieses eine Lied für mich bedeutet...ich habe das Lied das erste mal gehört als ich mich in einer extrem deprimierten Phase befand und hätte beinahe losgeheult, als ich die obige Textzeile das erste mal gehört habe....nicht weil sie so traurig ist, sondern weil sie mir in diesem einen Moment so unglaublich wie Hoffnung und Zuversicht gespendet hat. Auch darf man nicht vergessen wie einfühlsam Alex diese Wörter rüberbringt. Diese Textzeile hat sich in mein Herz gebohrt und jedes mal wenn es mir wegen irgendetwas schlecht ging habe ich mir diese Worte in den Sinn gerufen und konnte aufrecht weitergehen.

Und das beschreibt eigentlich auch ganz gut, warum ich diese Band so liebe und immer wieder Trost in ihrer Musik finde.
Es fühlt sich jedesmal wie eine innere Reinigung an, wenn ich mit einem GUNSHIP Album durch war...ich musste lächeln, ich fühle mich wohl, eine angenehme wohlige Wärme hat sich in mir breitgemacht und ich fühlte mich auf eine merkwürdige Art und Weise traurig und glücklich zugleich, sowie unglaublich dankbar dafür, dass es Musik wie die von GUNSHIP gibt.

Nach "Run Like Hell" kann der nächste Song eigentlich nur verlieren, aber "Lost Shadow" ist ein so herrlich dunkler und trauriger Song...dazu kommt noch so eine wunderschöne verträumt Atmosphäre und Alex beweist mal wieder was zu ein toller Sänger er ist. Beim wunderschönen Refrain kullert manchmal auch schon eine Träne.
Das abschließende "Postcard from the American Dream" ist ein recht verträumt/melancholischer Abschlusssong, der so eine feierliche Weihnachtsatmosphäre verströmt, die mich mit einem wohlig warmen und glücklichem Gefühl aus dem Album entlässt.

Eine wirklich tolle Band und als ich diese Zeilen hier niedergeschrieben habe ist mir auch wieder bewusst geworden was sie mir bedeutet und auch immer bedeuten wird.

Vielen Dank für die wunderschöne, verträumt, melancholische, aber immer aufbauende und unterstützende Musik, GUNSHIP!
 
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Ziemlich sicher ist das überhaupt nichts für mich, aber ich höre da jetzt trotzdem mit großer Vorfreude rein.
Deine Beschreibungen sind einfach so faszinierend da kann man ja gar nicht anders :)

Ganz großes Kino deine Texte hier. :verehr:
Auch wenn wir musikalisch größtenteils weit auseinander liegen lese ich das alles hier mit dem aller größten Respekt und viel Freude. Deine Leidenschaft für die Musik springt einen geradezu an und das liebe ich :)
 
Deine Leidenschaft für die Musik springt einen geradezu an und das liebe ich :)

Dem kann ich mich nur anschließen! Hab das Album schon seit paar Tagen auf der Liste, aber hier nun nochmal einen Wink bekommen, es beizeiten anzutesten und nicht wieder runterfallen zu lassen. :top: Edit: Und es läuft mir hervorragend rein. Danke dafür!
 
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Ein kurzes Statement zu der Band SOTABOSC und warum ich meinen Post dazu gelöscht habe:

Der ein, oder andere wird sich wahrscheinlich fragen warum der Post zu der oben genannten Band verschwunden ist. Der Grund dafür ist die Problematik rund um den Drummer:


Ich habe wirklich sehr lange darüber nachgedacht wie ich damit umgehe.....habe versucht mir das ganze schönzureden, dass es "nur" der Drummer ist und der Rest der Band eine antifaschistische Einstellung vertritt und das ich die Band eigentlich noch hören darf. Das waren meine ersten Gedanken dazu....dann habe ich weitergedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass genau das das Problem ist: Das einfach drüber hinwegsehen, wenn eines der Bandmitglieder in diversen fragwürdigen Bands spielt.
Wer meinen ursprünglichen Post gelesen hat weiß welche positiven Gefühle die oben genannte Band bei mir ausgelöst hast - davon ist nun gar nichts mehr da. Seit ich die Geschichte mit dem Drummer gelesen/gehört habe ist meine Bereitschaft dazu die Musik der Band aufzulegen gleich null.
Es schmerzt mich ungemein der Band die kalte Schulter zu zeigen, auch wenn sich die Band selber komplett links gibt und ich eigentlich dachte, dass sie klare Kante gegen diese ganzen rechten Spinner zeigt.
Aus diesem Grund war ich umso mehr überrascht wo der Drummer überall gespielt hat. Selbst wenn das nur Auftragsarbeiten waren, hat der Drummer beim Entstehungsprozess von Musik mitgewirkt die frauenfeindliche und Nationalstolz-befeuernde Inhalte transportiert und über Labels veröffentlicht wird die der rechten Szene ziemlich nahe stehen.
Mit soetwas will ich nichts zu tun haben...selbst wenn der Drummer das Sotabosc Album nur als angeheuerte Zeitmusiker eingespielt hat - die Band hätte die Möglichkeit gehabt sich über die Umtriebe des Drummers zu informieren.

Ich werde diesen Thread natürlich weiterführen, ich habe vier Wochen Urlaub und habe mir schon ein paar Bands überlegt die ich hier vorstellen werde.

Es schmerzt mir wirklich tief im Herzen die Band nicht mehr hören zu können nur habe ich einfach keinen Bock mehr irgendwelche Kompromisse einzugehen wenn es um rechte und misogyne Scheiße geht.

Edith: Ach ich weiß nicht....ich habe mir das ganze nochmal durch den Kopf gehen lassen, die Band selber ist stabil - ich will ihr da nichts unterstellen....nur rasen meine Gedanken gerade irgendwie hin- und her und ich komme irgendwie zu keinem richtigen Ergebnis...wahrscheinlich schwingt da auch eine ganz erhebliche Portion Enttäuschung mit
 
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Schade, ich fand das auch erstaunlich gut, aber dann hat sich das für mich auch erledigt.

Danke für die Info!
 
Geben wir uns dem Klang der Knochen hin...heute werde ich das "Jeg begraver" Album der Band Knokkelklang besprechen.

Cover:
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Tracklist:

01. Jeg begraver
02. Urstanken
03. Åndedragenes hvin

Links:
Bandcamp: https://knokkelklang.bandcamp.com/album/jeg-begraver
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=McrfLbc4MG0&list=RDMcrfLbc4MG0&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Knokkelklang/123313


Das "Jeg begraver" Album der Norweger von Knokkelklang ist für mich einfach vertontes Unwohlsein. Das Album ist auf so eine niederschmetternde, hoffnungslose und lebensfeindliche Art und Weise Düster das ich mich für das Album wirklich in der richtigen Stimmung befinden muss um es genießen zu können.

Das fängt schon bei dem unheilvollen Intro des Titelsongs an: klingt es hier doch danach als würde man Knochen aufeinanderschlagen um somit einen ziemlich makabren Einstieg in das Album zu gewährleisten.
Nach diesem kurzen Intro geht der Song direkt klassisch nach norwegischen Schwarzmetall klingend los und erzeugt eine so kaputte und einfach nur niederdrückende Atmosphäre, dass mir bereits nach den ersten paar Sekunden die ein, oder andere Gänsehaut über den Rücken wandert. Dazu dann auch noch dieser heisere, geradezu unter Qualen herausgekrächzte Gesang: Man hat hier wirklich das Gefühl als würde die Musik nur unter Qualen entstehen/gespielt werden, die in jede einzelne Note hineinfließen. Und wenn der Song dann schließlich bei 03:10 Minuten in das langsame Tempo wechselt nimmt dieses unheilvolle, diese packende Dunkelheit einfach nur noch zu und droht mich komplett zu verschlingen.

Man fühlt sich wie in einem Labyrinth unter Tage, die Gänge sind eng, die Luft ist stickig und garstiger Staub setzt sich in der Lunge fest. Die einzige Lichtquelle ist eine kleine Grubenlampe, die gerade auch nur so viel Helligkeit spendet, dass die nächsten paar Meter im dämmrigen Licht zu erkennen sind.
Der Puls rast, die Angst setzt sich fest und frisst mit unnachgiebiger Härte tiefer in die Seele hinein, trotzdem wird Schritt für Schritt nach vorne gegangen, sich immer noch vorgaukelnd das es genau dort in Richtung Ausgang geht.
Die Grubenlampe beginnt zu flackern, sodass unheimliche Schatten um die engen Wände des Schachts tanzen - in manch panischer Sekunde wirkt es gar so als würden sie mit ihren langen, dünnen und knorrig anmutenden Fingern direkt nach der Seele des unglücklich Wandernden greifen.
Der Panik nahe werden Schritte schneller, ungelenker, der nun fast Sprintende knickt um, die Grubenlampe fällt ihm aus der Hand, kullert in endlosen langen Sekunden über den Boden des Ganges - und erlischt.
Keine Sekunde nach diesem Unfall greift eine kalte Hand um das Herz des Verlorenen, quetscht und malträtiert dieses mit einer sadistischen Gelassenheit und erfreut sich am Schmerz des Opfers.
Der Verlorene verliert nun fast den Verstand vor Angst, die Panik keimt immer heftiger, immer schmerzvoller und immer wahnsinniger in ihm auf. Das Denken wird nur noch von einem Gedanken beherrscht: Ich will hier raus. Es werden die Beine in die Hand genommen, kopflos, panisch und in Todesangst stürmt die arme Seele in die Dunkelheit hinein, hoffend das sie den Ausgang findet und zum rettenden Licht zurückfindet.
Doch wird auch das letzte bisschen Hoffnung im keim erstickt, als sich der Verlorene umblickt und nur Dunkelheit um sich herum erspäht...aus Panik formen sich klare, grausame Gedanken:
Es wird verstanden das es keine Hoffnung, kein Licht und kein Entkommen gibt....hier unten wird nur der Tod gefunden. Mit einem merkwürdig zufriedenen Lächeln lässt sich das Opfer an der Grubenwand hinabgleiten bis es sitzt....starrt in die Dunkelheit. Die Gedanken sind erstaunlich klar, die Szenerie und der weitere Verlauf sind klar. Kein panisches rauschen im Kopf..keine Angst die das Denken hemmt.
Und dann....wo die ihrem Untergang geweihte Seele in die Dunkelheit hineinlauscht...hört sie ein unheilvolles Geräusch, sie kann es nicht genau bestimmen, jedoch hört es sich an als würde jemand, oder besser gesagt: Etwas - Knochen aufeinanderschlagen.

Nach dem man den ersten Song so halbwegs überstanden hat geht es mit dem zweiten Lied "Urstanken" direkt so unheilvoll weiter wie das erste Lied geendet ist. Der doomige Anfang, der von dezenten Synthesizern begleitet wird erzeugt wieder so eine unheilvolle, tiefschwarze und komplett niederschmetternde Atmosphäre, dass der erste Song dagegen fast schon fröhlich wirkt.
Gerade der Part zwischen 01:38 Minuten und 03:30 Minuten wo man die einzelnen Riffs gefühlt in den Raum schwingen lässt, wo sie sich dann einfach verlieren, erzeugt etwas zutiefst verstörendes.
Der Song nimmt dann wieder ein wenig Fahrt auf, bleibt aber quälend langsam, die Texte werden wieder nur unter schmerzen und Qualen hervorkrächzt. Und doch gibt es immer mal wieder diesen einen, oder anderen hoffnungsvolleren Moment. Zum Beispiel zwischen 04:30 und 05:01 Minuten, wo die ganze Atmosphäre ein wenig aufgehellt wird - nur um anschließend umso tiefer in die Finsternis hinabzustürzen.
Gerade diese doomige, dazu noch quälend-langsame Monotonie macht den Song aus....man könnte ein wenig bedenken haben, dass das irgendwann (gerade bei einer Songlänge von über 14 Minuten) langweilig wird, aber daran brauch man keinen Gedanken verschwenden. Gerade wegen dieser unheilvollen und sich immer wiederholenden Monotonie funktioniert der Song so gut.
Ab 07:25 Minuten nimmt das Lied zudem ein wenig Tempo auf, das doomige weicht dem mittleren Tempo - aber die Atmosphäre wird dabei sogar noch unheilvoller.
Kennt ihr die Szene in Hellraiser, wenn Frank sich auf sein erstes Opfer stürzt? Wie sich dieser geschundene, nur aus Knochen und Fleischfetzen bestehende Laib über den Boden kriechend auf das unglückselige Opfer zu bewegt? So in etwa fühlt sich der Part an, wenn das Tempo ab 07:25 Minuten erhöht wird. Unheilvoll, irgendwie angsteinflößend, aber auch faszinierend.
Ab ca. 07:45 Minuten schält sich zudem noch eine einsame Gitarrenmelodie aus dem finsteren treiben, die einsam und verloren ihre Melodie in den dunklen Mahlstrom hineinspielt und mit der allgegenwärtigen Dunkelheit eine gefährliche, aber verführerische Symbiose eingeht. Nach neun Minuten und 55 Sekunden wechselt der Song wieder in das doomige Tempo zurück, die Gitarren erzeugen so ein leichtes, merkwürdiges "nach-dröhnen", was ich irgendwie nur im Hintergrund wahrnehmen kann, was aber für ein ziemlich ungutes Gefühl sorgt. Dann wird zwischen 10:50 Minuten und 11:24 Minuten wieder dieses unheilverkündende Geräusch eingespielt wo es sich anhört, als würde man Knochen aufeinanderschlagen, bevor das Lied sehr langsam und fast schon morbide majestätisch zu Ende geht.
Bei diesem Song blickt man nur nicht in den dunklen Abgrund, man fällt und schwimmt geradezu in dieser Finsternis.

Mit "Åndedragenes hvin" kommt am Ende dann noch ein über 6 Minuten langes Ambient-Outro, was sich in Sachen Atmosphäre nicht hinter den beiden richtigen Black Metal Songs verstecken brauch.
Gerade diese leicht dröhnenden Sounds erzeugen in Verbindung mit der hoffnungslosen Gesamtatmosphäre und den immer mal wieder eingespielten "Knochen-Geräuschen" etwas abgrundtief finsteres und lebensfeindliches. Dabei werden in den sechs Minuten immer nur die gleichen Soundelemente wiederholt....keine Abwechslung: Nur alles zermürbende Monotonie.
 
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