Dämonentreiber
Till Deaf Do Us Part
Heute verteidigen wir den Thron des Bösen, der in einem karpatischen....ach lassen wir das.
Es geht um "Defending the Throne of Evil" von Carpathian Forest.
Cover:
Tracklist:
01. Its Darker than you think
02. Skjend Hans Lik
03. The Well of All human Tears
04. Put to Sleep like a Sick Animal
05. Hymn til doden
06. Ancient Spirits of the Underworld
07. Spill the Blood of the Lamb
08. One with the Earth
09. Christian Incoherent Drivel
10. The Old House on the Hill
11. Nekrophiliac / Anthropophagus Maniac
12. Cold Murderous Music
Bandcamp:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=cohYDC-26rU&list=PLArAJlC1y55-QwdLdi0GLn05T-pTS5tQx
Bandcamp: https://carpathianforest.bandcamp.com/album/defending-the-throne-of-evil
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Carpathian_Forest/147
Carpathian Forest begleitet mich auch schon recht lange, ich habe mir das "Defending the Throne of Evil" Album zwar nicht direkt zu Release geholt, aber dann doch im darauffolgendem Jahr. Auch hier hat der Metal Hammer eine entscheidende Rolle für die Faszination, die die Band auf mich ausübt, gespielt. Im Magazin wurde das Album mit 6 von 7 Punkten bewertet und soweit ich mich noch richtig daran erinnern kann, als ziemlicher "böser Black Metal" beschrieben - auch der Name vom Sänger hat mich damals irgendwie neugierig gemacht: Hellcommander Nattefrost. Dazu gab es auch noch ein Interview in der Ausgabe wo die Band so herrlich kaputt und mit einer ziemlich "Fuck you all!" Einstellung rüberkam. Ich muss dazu sagen, dass Carpathian Forest bei mir wirklich eine der ganz wenigen Black Metal Bands sind, die ich auch heute noch als irgendwie böse wahrnehme. Viele extrem Metal Bands mit denen ich damals eingestiegen bin, haben sich nach einer Zeit selbst entzaubert nur bei Carpathian Forest habe ich bis heute das Gefühl, dass der Band irgendetwas böses anheftet. Aufjedenfall hat mich das hier besprochene Album direkt ziemlich abgeholt - die böse und Horrorfilmmäßige Atmosphäre dürfte das Hauptgrund sein, warum ich das Album auch bis heute noch so mag. Nach dem ich die "Defending the Throne Evil" eine Zeitlang fast nur in Dauerschleife gehört habe, habe ich mir auch noch die anderen Album zugelegt und muss sagen, dass mir die Debut MCD, "Black Shining Leather" und "Fuck you all!!!" am meisten zusagen. Gerade die "Fuck you All!!!" finde ich einfach klasse, weil die Band hier so herrlich punkig-rotzig drauflos prügelt.
Diese Punk-Einflüssen waren zwar schon immer fest im Carpathian Forest verankert, aber gerade auf der "Fuck you All!!!" lebt man die so aus, wie auf keinem anderen Album zuvor. Generell stelle ich mir Carpathian Forest immer als die Black Metal Version von Turbonegro vor: Carpathian Forest sind genau so over the top, aber wirken dabei niemals lächerlich (zumindest auf CD) sondern wirklich abgefuckt und böse.
Und genau das ist das was mich bis heute an der Band so begeistert.
Die "Defending the Throne of Evil" ist und bleibt mein Lieblingsalbum der Band, dass fängt schon mit dieser Horrorfilm-Atmosphäre an, die wirklich jeder Song transportiert, dazu die (teilweise mit bitterbösen Humor versehenen) Texte über Satan, Sex, Tod, Drogen und allgemeiner Menschenhass. Der tolle Opener der mit einem kurzen Keyboard-Intro beginnt bevor der Hellcommander den Song stilecht mit einem "Ugh!" startet und er klassisch schwarzmetallisch startet, ist das beste Beispiel dafür. Man hört zwar recht oft im Hintergrund ein Keyboard, jedoch wird dieses nur zur Verstärkung der Atmosphäre eingesetzt und nicht im irgendwelche großartigen Melodien zu transportieren. Die Gitarren klingen dabei so herrlich angefressenen wie ein wütender Bienenschwarm, der sich gleich ohne Rücksicht auf Verluste auf seine Feinde stürzt, dass es einfach nur Spaß macht. Auch wenn der Song so ab 01:32 Minuten das erste mal in einen recht rockigen Part wechselt, weiß die Band voll zu überzeugen. So gut wie das musikalische auch ist, der Gesang vom Hellcommander setzt allen Songs und dem ganzen Schaffen von Carpathian Forest immer wieder die Krone auf. Nattefrost klingt einfach so unglaublich angefressen, aggressiv und teilweise komplett neben der Spur, dass die Songs durch den Gesang noch mal einen ticken kaputter rüberkommen. Song Nummer zwei "Skjend Hans Lik" zeigt die Band von ihrer rockig punkigen Seite und ich finde es bei diesem Lied immer wieder krasse wie assig, gefährlich und finster die Band klingen kann. Das atmosphärisch pechschwarze und trostlose Ambient-Zwischenspiel bei 03:04 Minuten klingt auch in Verbindung mit dem Gesang einfach so düster und bösartig, dass der eh schon recht finstere Song noch fieser und dunkler wird.
Aber der für mich beste Song auf dem Album ist keine Höchstgeschwindigkeitsnummer, sondern eine langsam doomig voran kriechende Walze die auf den Namens "The Well of All Human Tears" hört.
Und was die Band hier abzieht ist einfach der Wahnsinn. Der Song nimmt gegen Ende zwar noch mal ein wenig Fahrt auf, aber bis 03:10 Minuten bleibt der Song so herrlich düster und doomig, das man fast Angst bekommen könnte. Es wird einfach eine so dichte, eiskalte und misanthropische Atmosphäre erschaffen, die durch den geschickten Einsatz von Chören im Hintergrund nur noch verstärkt wird.
Auch passt Nattefrosts Gesang sehr gut zu diesem langsamen Song, verleiht er ihm doch noch ein wenig mehr bösartiges.
Nach dieser Doom-Walze geht es recht schnell mit "Put to Sleep Like a Sich Animal!!!" weiter, welcher (neben "Christian Incoherrent Evil") auf dem Album irgendwie der ultimative "Fuck Off!" Song ist...dadurch das in dem Song sehr viel mit Tempovariationen gespielt wird, wirkt der Song auch sehr dynamisch - das Keyboard sorgt zudem wieder so eine herrliche sinistere Untermalung der ganzen Atmosphäre.
Mit "Hymn till Doden" nimmt die Band den doomigen roten Faden eines "The Well of All human Tears" wieder auf und vermischt das mit ein wenig Epik, sodass das Lied schon fast einen Ohrwurmcharakter entwickelt. Richtig beeindrucken tut mich an dem Lied immer wieder das schnelle Ende, was nach dem langsamen Rest des Songs doppelt gut rüberkommt. "Ancient Spirits of the Underworld" kommt dann wieder recht punkig daher - hier fällt ganz besonders auf, dass das Keyboard nur punktuell eingesetzt, also nicht wie in vielen der anderen Songs Flächendecken, sondern wirklich nur recht kurz an bestimmten stellen.
Das lässt den Song ein wenig erdiger und härter erscheinen - so richtig killen tut mich aber immer dieses kurze aufheulen eines Saxophons bei 02:22 Minuten....beim ersten mal hören habe ich mir allem gerechnet, aber nicht mit einem Saxophon in einem Black Metal Song. Heute liebe ich die Stelle, weil sie den ganzen Song auflockert und man immer noch ein wenig (positiv) erschrocken hochschreckt, wenn das Saxophon so plötzlich ertönt.
Bei "Spill the Blood of the Lamb" würde ich am liebsten komplett ausrasten...das fängt schon beim wilden und aggressiven Anfang an, und als dann nach einem herausgerotzten "The fallen angel of doom!" Nattefrost so abgefuckt und hoch "Faster, faster - We're heading towards total disaster!" kreischt ist es einfach jedesmal um mich geschehen, dazu nimmt der Song auch an Intensität zu und alles versinkt irgendwie in Gewalt, Dunkelheit und Hass. Auch dieser Song hat wieder ein atmosphärisches Zwischenspiel wo sich dann die ganze Atmosphäre des Songs ein wenig verändert: Von wütend und aggressiv verändert sich der Song plötzlich zu extrem düster und leicht melancholisch - und hier trumpft der eh schon sehr gute Song noch mehr auf. Gerade das Ende mit dem final herausgekreischten: "Spill the blood of the fucking lamb!!!" kann nochmal alles.
Neben "The Well of All Human Tears" der beste Song auf dem Album für mich.
Das folgende "One With the Death" ist dann wieder ein kurzer, eher rockiger Song. Nach dem tollen "Spill the Blood of the Lamb" wirkt der Song ein wenig lahm. Wenn der Song stampfend voran marschiert macht er noch am meisten Spaß - auch der Ambient Part der nach gut der Hälfte eingespielt wird, wirkt jetzt nicht sooo toll. Gut, das liest sich jetzt alles negativer als es eigentlich gemeint ist, aber irgendwie rauscht der Song immer an mir vorbei: Er nervt nicht, aber es bleibt auch nicht so richtig was hängen.
Dafür kann "Christian Incoherrent Evil" wieder so einiges....der schnelle Song - bei dem immer mal wieder eine Glocke im Hintergrund läutet - besticht durch eine ungute und extrem feindliche Atmosphäre.
Und wenn Nattefrost bei 01:25 Minuten der ganzen Welt ein besonders giftiges "Fuck You!" entgegenbrüllt verfällt der Song in eine so herrliche Düsternis, dass man fast schon spüren kann wie die Schatten um einen herum zunehmen. Dafür überrascht dann der getragene und irgendwie traurige Schluss, der so gut wie gar nichts mehr von der Aggressivität des Beginns behalten hat. Bei "The Old House on the Hill" handelt es sich dann um ein düsteres Elektro/Ambient Stück wo eine kleine Horrorgeschichte erzählt wird....hätte ich persönlich jetzt nicht auf dem Album gebraucht, aber es ist auch nicht schlecht, weil es so eine herrliche 80ziger Jahre Horrorfilm-Atmosphäre versprüht. Mit "Nekrophiliac-Anthropophagus Maniac" kommt dann der letzte richtige Black Metal Song des Albums...welcher auch wieder im unteren Tempo gehalten ist, bevor er nach einer Zeit immer mehr Fahrt aufnimmt und dann rasend schnell wird, bevor er mit elektronischen Spielerein endet. Leider muss ich bei diesem Song sagen, dass der langsame Anfang zu keiner Zeit mit der Atmosphäre eines "The Well of All human Tears", oder "Hymn til Doden" herankommt. Dafür kann das schnelle Ende das so einiges und macht den etwas lahmen Anfang recht schnell vergessen.
Mit "Cold Murderous Music" kommt dann noch ein Ambient Track mit Saxophon und elektronischen Elemente zum Abschluss des Albums...und ich muss sagen, dass mir dieser Song viel besser gefällt als "The Old House on the Hill", versprüht der Abschlusssong doch eine so herrliche makabre und doch irgendwie entspannte Atmosphäre, dass er mich voll mitnimmt.
Ein wirklich sehr gutes Album, was auch nach so vielen Jahren kein bisschen was von seiner Faszination auf mich verloren hat. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal die "Skjend Hans Lik" Zusammenstellung empfehlen aus der unter anderem ein Rohpynol Pre-Prod-666-Remix Version von "Spill the Blood of the Lamb" enthalten ist, die sich durch den eingesetzten Drumcomputer fast wie ein vergessener Mysticum Song anhört.
Es geht um "Defending the Throne of Evil" von Carpathian Forest.
Cover:
Tracklist:
01. Its Darker than you think
02. Skjend Hans Lik
03. The Well of All human Tears
04. Put to Sleep like a Sick Animal
05. Hymn til doden
06. Ancient Spirits of the Underworld
07. Spill the Blood of the Lamb
08. One with the Earth
09. Christian Incoherent Drivel
10. The Old House on the Hill
11. Nekrophiliac / Anthropophagus Maniac
12. Cold Murderous Music
Bandcamp:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=cohYDC-26rU&list=PLArAJlC1y55-QwdLdi0GLn05T-pTS5tQx
Bandcamp: https://carpathianforest.bandcamp.com/album/defending-the-throne-of-evil
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Carpathian_Forest/147
Carpathian Forest begleitet mich auch schon recht lange, ich habe mir das "Defending the Throne of Evil" Album zwar nicht direkt zu Release geholt, aber dann doch im darauffolgendem Jahr. Auch hier hat der Metal Hammer eine entscheidende Rolle für die Faszination, die die Band auf mich ausübt, gespielt. Im Magazin wurde das Album mit 6 von 7 Punkten bewertet und soweit ich mich noch richtig daran erinnern kann, als ziemlicher "böser Black Metal" beschrieben - auch der Name vom Sänger hat mich damals irgendwie neugierig gemacht: Hellcommander Nattefrost. Dazu gab es auch noch ein Interview in der Ausgabe wo die Band so herrlich kaputt und mit einer ziemlich "Fuck you all!" Einstellung rüberkam. Ich muss dazu sagen, dass Carpathian Forest bei mir wirklich eine der ganz wenigen Black Metal Bands sind, die ich auch heute noch als irgendwie böse wahrnehme. Viele extrem Metal Bands mit denen ich damals eingestiegen bin, haben sich nach einer Zeit selbst entzaubert nur bei Carpathian Forest habe ich bis heute das Gefühl, dass der Band irgendetwas böses anheftet. Aufjedenfall hat mich das hier besprochene Album direkt ziemlich abgeholt - die böse und Horrorfilmmäßige Atmosphäre dürfte das Hauptgrund sein, warum ich das Album auch bis heute noch so mag. Nach dem ich die "Defending the Throne Evil" eine Zeitlang fast nur in Dauerschleife gehört habe, habe ich mir auch noch die anderen Album zugelegt und muss sagen, dass mir die Debut MCD, "Black Shining Leather" und "Fuck you all!!!" am meisten zusagen. Gerade die "Fuck you All!!!" finde ich einfach klasse, weil die Band hier so herrlich punkig-rotzig drauflos prügelt.
Diese Punk-Einflüssen waren zwar schon immer fest im Carpathian Forest verankert, aber gerade auf der "Fuck you All!!!" lebt man die so aus, wie auf keinem anderen Album zuvor. Generell stelle ich mir Carpathian Forest immer als die Black Metal Version von Turbonegro vor: Carpathian Forest sind genau so over the top, aber wirken dabei niemals lächerlich (zumindest auf CD) sondern wirklich abgefuckt und böse.
Und genau das ist das was mich bis heute an der Band so begeistert.
Die "Defending the Throne of Evil" ist und bleibt mein Lieblingsalbum der Band, dass fängt schon mit dieser Horrorfilm-Atmosphäre an, die wirklich jeder Song transportiert, dazu die (teilweise mit bitterbösen Humor versehenen) Texte über Satan, Sex, Tod, Drogen und allgemeiner Menschenhass. Der tolle Opener der mit einem kurzen Keyboard-Intro beginnt bevor der Hellcommander den Song stilecht mit einem "Ugh!" startet und er klassisch schwarzmetallisch startet, ist das beste Beispiel dafür. Man hört zwar recht oft im Hintergrund ein Keyboard, jedoch wird dieses nur zur Verstärkung der Atmosphäre eingesetzt und nicht im irgendwelche großartigen Melodien zu transportieren. Die Gitarren klingen dabei so herrlich angefressenen wie ein wütender Bienenschwarm, der sich gleich ohne Rücksicht auf Verluste auf seine Feinde stürzt, dass es einfach nur Spaß macht. Auch wenn der Song so ab 01:32 Minuten das erste mal in einen recht rockigen Part wechselt, weiß die Band voll zu überzeugen. So gut wie das musikalische auch ist, der Gesang vom Hellcommander setzt allen Songs und dem ganzen Schaffen von Carpathian Forest immer wieder die Krone auf. Nattefrost klingt einfach so unglaublich angefressen, aggressiv und teilweise komplett neben der Spur, dass die Songs durch den Gesang noch mal einen ticken kaputter rüberkommen. Song Nummer zwei "Skjend Hans Lik" zeigt die Band von ihrer rockig punkigen Seite und ich finde es bei diesem Lied immer wieder krasse wie assig, gefährlich und finster die Band klingen kann. Das atmosphärisch pechschwarze und trostlose Ambient-Zwischenspiel bei 03:04 Minuten klingt auch in Verbindung mit dem Gesang einfach so düster und bösartig, dass der eh schon recht finstere Song noch fieser und dunkler wird.
Aber der für mich beste Song auf dem Album ist keine Höchstgeschwindigkeitsnummer, sondern eine langsam doomig voran kriechende Walze die auf den Namens "The Well of All Human Tears" hört.
Und was die Band hier abzieht ist einfach der Wahnsinn. Der Song nimmt gegen Ende zwar noch mal ein wenig Fahrt auf, aber bis 03:10 Minuten bleibt der Song so herrlich düster und doomig, das man fast Angst bekommen könnte. Es wird einfach eine so dichte, eiskalte und misanthropische Atmosphäre erschaffen, die durch den geschickten Einsatz von Chören im Hintergrund nur noch verstärkt wird.
Auch passt Nattefrosts Gesang sehr gut zu diesem langsamen Song, verleiht er ihm doch noch ein wenig mehr bösartiges.
Nach dieser Doom-Walze geht es recht schnell mit "Put to Sleep Like a Sich Animal!!!" weiter, welcher (neben "Christian Incoherrent Evil") auf dem Album irgendwie der ultimative "Fuck Off!" Song ist...dadurch das in dem Song sehr viel mit Tempovariationen gespielt wird, wirkt der Song auch sehr dynamisch - das Keyboard sorgt zudem wieder so eine herrliche sinistere Untermalung der ganzen Atmosphäre.
Mit "Hymn till Doden" nimmt die Band den doomigen roten Faden eines "The Well of All human Tears" wieder auf und vermischt das mit ein wenig Epik, sodass das Lied schon fast einen Ohrwurmcharakter entwickelt. Richtig beeindrucken tut mich an dem Lied immer wieder das schnelle Ende, was nach dem langsamen Rest des Songs doppelt gut rüberkommt. "Ancient Spirits of the Underworld" kommt dann wieder recht punkig daher - hier fällt ganz besonders auf, dass das Keyboard nur punktuell eingesetzt, also nicht wie in vielen der anderen Songs Flächendecken, sondern wirklich nur recht kurz an bestimmten stellen.
Das lässt den Song ein wenig erdiger und härter erscheinen - so richtig killen tut mich aber immer dieses kurze aufheulen eines Saxophons bei 02:22 Minuten....beim ersten mal hören habe ich mir allem gerechnet, aber nicht mit einem Saxophon in einem Black Metal Song. Heute liebe ich die Stelle, weil sie den ganzen Song auflockert und man immer noch ein wenig (positiv) erschrocken hochschreckt, wenn das Saxophon so plötzlich ertönt.
Bei "Spill the Blood of the Lamb" würde ich am liebsten komplett ausrasten...das fängt schon beim wilden und aggressiven Anfang an, und als dann nach einem herausgerotzten "The fallen angel of doom!" Nattefrost so abgefuckt und hoch "Faster, faster - We're heading towards total disaster!" kreischt ist es einfach jedesmal um mich geschehen, dazu nimmt der Song auch an Intensität zu und alles versinkt irgendwie in Gewalt, Dunkelheit und Hass. Auch dieser Song hat wieder ein atmosphärisches Zwischenspiel wo sich dann die ganze Atmosphäre des Songs ein wenig verändert: Von wütend und aggressiv verändert sich der Song plötzlich zu extrem düster und leicht melancholisch - und hier trumpft der eh schon sehr gute Song noch mehr auf. Gerade das Ende mit dem final herausgekreischten: "Spill the blood of the fucking lamb!!!" kann nochmal alles.
Neben "The Well of All Human Tears" der beste Song auf dem Album für mich.
Das folgende "One With the Death" ist dann wieder ein kurzer, eher rockiger Song. Nach dem tollen "Spill the Blood of the Lamb" wirkt der Song ein wenig lahm. Wenn der Song stampfend voran marschiert macht er noch am meisten Spaß - auch der Ambient Part der nach gut der Hälfte eingespielt wird, wirkt jetzt nicht sooo toll. Gut, das liest sich jetzt alles negativer als es eigentlich gemeint ist, aber irgendwie rauscht der Song immer an mir vorbei: Er nervt nicht, aber es bleibt auch nicht so richtig was hängen.
Dafür kann "Christian Incoherrent Evil" wieder so einiges....der schnelle Song - bei dem immer mal wieder eine Glocke im Hintergrund läutet - besticht durch eine ungute und extrem feindliche Atmosphäre.
Und wenn Nattefrost bei 01:25 Minuten der ganzen Welt ein besonders giftiges "Fuck You!" entgegenbrüllt verfällt der Song in eine so herrliche Düsternis, dass man fast schon spüren kann wie die Schatten um einen herum zunehmen. Dafür überrascht dann der getragene und irgendwie traurige Schluss, der so gut wie gar nichts mehr von der Aggressivität des Beginns behalten hat. Bei "The Old House on the Hill" handelt es sich dann um ein düsteres Elektro/Ambient Stück wo eine kleine Horrorgeschichte erzählt wird....hätte ich persönlich jetzt nicht auf dem Album gebraucht, aber es ist auch nicht schlecht, weil es so eine herrliche 80ziger Jahre Horrorfilm-Atmosphäre versprüht. Mit "Nekrophiliac-Anthropophagus Maniac" kommt dann der letzte richtige Black Metal Song des Albums...welcher auch wieder im unteren Tempo gehalten ist, bevor er nach einer Zeit immer mehr Fahrt aufnimmt und dann rasend schnell wird, bevor er mit elektronischen Spielerein endet. Leider muss ich bei diesem Song sagen, dass der langsame Anfang zu keiner Zeit mit der Atmosphäre eines "The Well of All human Tears", oder "Hymn til Doden" herankommt. Dafür kann das schnelle Ende das so einiges und macht den etwas lahmen Anfang recht schnell vergessen.
Mit "Cold Murderous Music" kommt dann noch ein Ambient Track mit Saxophon und elektronischen Elemente zum Abschluss des Albums...und ich muss sagen, dass mir dieser Song viel besser gefällt als "The Old House on the Hill", versprüht der Abschlusssong doch eine so herrliche makabre und doch irgendwie entspannte Atmosphäre, dass er mich voll mitnimmt.
Ein wirklich sehr gutes Album, was auch nach so vielen Jahren kein bisschen was von seiner Faszination auf mich verloren hat. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal die "Skjend Hans Lik" Zusammenstellung empfehlen aus der unter anderem ein Rohpynol Pre-Prod-666-Remix Version von "Spill the Blood of the Lamb" enthalten ist, die sich durch den eingesetzten Drumcomputer fast wie ein vergessener Mysticum Song anhört.
Edit: Und es läuft mir hervorragend rein. Danke dafür!