Dämonentreibers kunterbuntes Musiksammelsurium

Geben wir uns dem Klang der Knochen hin...heute werde ich das "Jeg begraver" Album der Band Knokkelklang besprechen.

Cover:
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Tracklist:

01. Jeg begraver
02. Urstanken
03. Åndedragenes hvin

Links:
Bandcamp: https://knokkelklang.bandcamp.com/album/jeg-begraver
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=McrfLbc4MG0&list=RDMcrfLbc4MG0&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Knokkelklang/123313


Das "Jeg begraver" Album der Norweger von Knokkelklang ist für mich einfach vertontes Unwohlsein. Das Album ist auf so eine niederschmetternde, hoffnungslose und lebensfeindliche Art und Weise Düster das ich mich für das Album wirklich in der richtigen Stimmung befinden muss um es genießen zu können.

Das fängt schon bei dem unheilvollen Intro des Titelsongs an: klingt es hier doch danach als würde man Knochen aufeinanderschlagen um somit einen ziemlich makabren Einstieg in das Album zu gewährleisten.
Nach diesem kurzen Intro geht der Song direkt klassisch nach norwegischen Schwarzmetall klingend los und erzeugt eine so kaputte und einfach nur niederdrückende Atmosphäre, dass mir bereits nach den ersten paar Sekunden die ein, oder andere Gänsehaut über den Rücken wandert. Dazu dann auch noch dieser heisere, geradezu unter Qualen herausgekrächzte Gesang: Man hat hier wirklich das Gefühl als würde die Musik nur unter Qualen entstehen/gespielt werden, die in jede einzelne Note hineinfließen. Und wenn der Song dann schließlich bei 03:10 Minuten in das langsame Tempo wechselt nimmt dieses unheilvolle, diese packende Dunkelheit einfach nur noch zu und droht mich komplett zu verschlingen.

Man fühlt sich wie in einem Labyrinth unter Tage, die Gänge sind eng, die Luft ist stickig und garstiger Staub setzt sich in der Lunge fest. Die einzige Lichtquelle ist eine kleine Grubenlampe, die gerade auch nur so viel Helligkeit spendet, dass die nächsten paar Meter im dämmrigen Licht zu erkennen sind.
Der Puls rast, die Angst setzt sich fest und frisst mit unnachgiebiger Härte tiefer in die Seele hinein, trotzdem wird Schritt für Schritt nach vorne gegangen, sich immer noch vorgaukelnd das es genau dort in Richtung Ausgang geht.
Die Grubenlampe beginnt zu flackern, sodass unheimliche Schatten um die engen Wände des Schachts tanzen - in manch panischer Sekunde wirkt es gar so als würden sie mit ihren langen, dünnen und knorrig anmutenden Fingern direkt nach der Seele des unglücklich Wandernden greifen.
Der Panik nahe werden Schritte schneller, ungelenker, der nun fast Sprintende knickt um, die Grubenlampe fällt ihm aus der Hand, kullert in endlosen langen Sekunden über den Boden des Ganges - und erlischt.
Keine Sekunde nach diesem Unfall greift eine kalte Hand um das Herz des Verlorenen, quetscht und malträtiert dieses mit einer sadistischen Gelassenheit und erfreut sich am Schmerz des Opfers.
Der Verlorene verliert nun fast den Verstand vor Angst, die Panik keimt immer heftiger, immer schmerzvoller und immer wahnsinniger in ihm auf. Das Denken wird nur noch von einem Gedanken beherrscht: Ich will hier raus. Es werden die Beine in die Hand genommen, kopflos, panisch und in Todesangst stürmt die arme Seele in die Dunkelheit hinein, hoffend das sie den Ausgang findet und zum rettenden Licht zurückfindet.
Doch wird auch das letzte bisschen Hoffnung im keim erstickt, als sich der Verlorene umblickt und nur Dunkelheit um sich herum erspäht...aus Panik formen sich klare, grausame Gedanken:
Es wird verstanden das es keine Hoffnung, kein Licht und kein Entkommen gibt....hier unten wird nur der Tod gefunden. Mit einem merkwürdig zufriedenen Lächeln lässt sich das Opfer an der Grubenwand hinabgleiten bis es sitzt....starrt in die Dunkelheit. Die Gedanken sind erstaunlich klar, die Szenerie und der weitere Verlauf sind klar. Kein panisches rauschen im Kopf..keine Angst die das Denken hemmt.
Und dann....wo die ihrem Untergang geweihte Seele in die Dunkelheit hineinlauscht...hört sie ein unheilvolles Geräusch, sie kann es nicht genau bestimmen, jedoch hört es sich an als würde jemand, oder besser gesagt: Etwas - Knochen aufeinanderschlagen.

Nach dem man den ersten Song so halbwegs überstanden hat geht es mit dem zweiten Lied "Urstanken" direkt so unheilvoll weiter wie das erste Lied geendet ist. Der doomige Anfang, der von dezenten Synthesizern begleitet wird erzeugt wieder so eine unheilvolle, tiefschwarze und komplett niederschmetternde Atmosphäre, dass der erste Song dagegen fast schon fröhlich wirkt.
Gerade der Part zwischen 01:38 Minuten und 03:30 Minuten wo man die einzelnen Riffs gefühlt in den Raum schwingen lässt, wo sie sich dann einfach verlieren, erzeugt etwas zutiefst verstörendes.
Der Song nimmt dann wieder ein wenig Fahrt auf, bleibt aber quälend langsam, die Texte werden wieder nur unter schmerzen und Qualen hervorkrächzt. Und doch gibt es immer mal wieder diesen einen, oder anderen hoffnungsvolleren Moment. Zum Beispiel zwischen 04:30 und 05:01 Minuten, wo die ganze Atmosphäre ein wenig aufgehellt wird - nur um anschließend umso tiefer in die Finsternis hinabzustürzen.
Gerade diese doomige, dazu noch quälend-langsame Monotonie macht den Song aus....man könnte ein wenig bedenken haben, dass das irgendwann (gerade bei einer Songlänge von über 14 Minuten) langweilig wird, aber daran brauch man keinen Gedanken verschwenden. Gerade wegen dieser unheilvollen und sich immer wiederholenden Monotonie funktioniert der Song so gut.
Ab 07:25 Minuten nimmt das Lied zudem ein wenig Tempo auf, das doomige weicht dem mittleren Tempo - aber die Atmosphäre wird dabei sogar noch unheilvoller.
Kennt ihr die Szene in Hellraiser, wenn Frank sich auf sein erstes Opfer stürzt? Wie sich dieser geschundene, nur aus Knochen und Fleischfetzen bestehende Laib über den Boden kriechend auf das unglückselige Opfer zu bewegt? So in etwa fühlt sich der Part an, wenn das Tempo ab 07:25 Minuten erhöht wird. Unheilvoll, irgendwie angsteinflößend, aber auch faszinierend.
Ab ca. 07:45 Minuten schält sich zudem noch eine einsame Gitarrenmelodie aus dem finsteren treiben, die einsam und verloren ihre Melodie in den dunklen Mahlstrom hineinspielt und mit der allgegenwärtigen Dunkelheit eine gefährliche, aber verführerische Symbiose eingeht. Nach neun Minuten und 55 Sekunden wechselt der Song wieder in das doomige Tempo zurück, die Gitarren erzeugen so ein leichtes, merkwürdiges "nach-dröhnen", was ich irgendwie nur im Hintergrund wahrnehmen kann, was aber für ein ziemlich ungutes Gefühl sorgt. Dann wird zwischen 10:50 Minuten und 11:24 Minuten wieder dieses unheilverkündende Geräusch eingespielt wo es sich anhört, als würde man Knochen aufeinanderschlagen, bevor das Lied sehr langsam und fast schon morbide majestätisch zu Ende geht.
Bei diesem Song blickt man nur nicht in den dunklen Abgrund, man fällt und schwimmt geradezu in dieser Finsternis.

Mit "Åndedragenes hvin" kommt am Ende dann noch ein über 6 Minuten langes Ambient-Outro, was sich in Sachen Atmosphäre nicht hinter den beiden richtigen Black Metal Songs verstecken brauch.
Gerade diese leicht dröhnenden Sounds erzeugen in Verbindung mit der hoffnungslosen Gesamtatmosphäre und den immer mal wieder eingespielten "Knochen-Geräuschen" etwas abgrundtief finsteres und lebensfeindliches. Dabei werden in den sechs Minuten immer nur die gleichen Soundelemente wiederholt....keine Abwechslung: Nur alles zermürbende Monotonie.
Nachdem ich sie mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit gründlich gegeben habe, kann ich ziemlich nachfühlen,
was du mit "vertontem Unwohlsein" meinst.
Ich spüre es vielleicht nicht ganz so stark wie du, aber ich sag mal so: Als am Horizont die Sonne aufging und
die Landschaft in goldene Morgenröte tauchte, blieb es in mir finster, kalt und kahl.
Muss ein Album auch erst mal schaffen. :verehr:
 
Nachdem ich sie mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit gründlich gegeben habe, kann ich ziemlich nachfühlen,
was du mit "vertontem Unwohlsein" meinst.
Ich spüre es vielleicht nicht ganz so stark wie du, aber ich sag mal so: Als am Horizont die Sonne aufging und
die Landschaft in goldene Morgenröte tauchte, blieb es in mir finster, kalt und kahl.
Muss ein Album auch erst mal schaffen. :verehr:
Haha, ich hab' mir das Album auch zum Einstieg in den Arbeitstag - hier: auf Kopfhörer im fast leeren Großraumbüro - gegeben. Hmja... "frisch ans Werk" geht anders ;-) Aber: [x] knallt. Also, die zwei Nummern mit Stromgitarre. Für Track 3 gilt weiterhin, dass Ambient in meinem Geschmacksuniversum schlimmer ist, als wenn das Bier alle ist. Und TROTZDEM könnte ich mir vorstellen, die Scheibe auch physisch zu erwerben, bevorzugt auf Vinyl, weil DAS mal ein Album ist, dass man eigentlich mit dem haptischen Erlebnis des Auflegens zelebrieren muss. Stark.
 
Heute gehen wir mal wieder auf eine Reise durch den Weltraum und zu den Sternen.
Wir reisen zum "Luminiferous Aether" und lassen uns diesen von Mare Cognitum erklären.

Cover:
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Tracklist:

01. Heliacal Rising
02. The First Point of Aries
03. Constellation Hipparchia
04. Occultated Temporal Dimensions
05. Aether Wind

Links:
Bandcamp: https://marecognitum.bandcamp.com/album/luminiferous-aether
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=T4cd1fIu6wM&list=RDT4cd1fIu6wM&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Mare_Cognitum/3540343747


Mare Cognitum ist auch eine Band die mich seit zehn Jahren begleitet. Als das "Luminiferous Aether" Album 2016 erschienen ist war ich direkt Feuer und Flamme für das Album. Ich habe es mir damals zusammen mit dem "Phobos Monolith" Album bestellt und wurde von beiden Alben einfach nur umgehauen. Die Band hat wirklich einen einzigartigen Sound, den man wirklich sofort erkennen kann. Im Gegensatz zu einer Band wie Darkspace, die sich ja auch mit dem Thema Weltall auseinandersetzt, verfolgen Mare Cognitum einen anderen Ansatz. Wo Darkspace zum Beispiel finster, kalt und menschenfeindlich klingen, man sich bei ihrem Sound teilweise fühlt als würde man in ein schwarzes Loch gezogen und verschluckt werden, gehen Mare Cognitum sehr viel melodischer, verspielter und (auch wenn ich diesen Begriff ein wenig überstrapaziere) verträumter zu Werke. Besingen Darkspace die Leere, die darin lebende Dunkelheit, die niemals endende Kälte des Weltalls und die Schrecken die darin lauern, gehen Mare Cognitum anders vor: Für die Band ist das Weltall zwar auch ein Ort voller Gefahren, aber auch mit genau so vielen Schönheiten, Abenteuern, wundersamen und magischen Momenten versehen, sodass sich auch der Sound entsprechend anpasst/verhält.
Und trotz all dieser Verspieltheit, den träumerischen Momenten, den an jeder Ecke auftauchenden Melodien (Gitarre und Keyboard) kriegt die Band immer wieder die Kurve und driftet nie in den Kitsch ab.
Die ersten Alben der Band waren gut, aber irgendwie noch nicht ganz so ausgereift.
Aber schon auf den frühen Alben hatte man jede Menge gute Momente und tolle Melodien, die auch das Hören eines "The Sea Which has become Known" zu einem schönen Erlebnis macht. Das aktuelle Album "Solar Paroxysm" ist ebenfalls sehr stark und würde ich jeden empfehlen (neben der "Luminiferous Aether" und "Phobos Monolith") der sich erstmalig mit der Band auseinandersetzen möchte.
Ich habe mich jetzt für die "Luminiferous Aether" entschieden, weil mich das Album - wie bereits geschrieben - damals einfach so dermaßen abgeholt hat, dass es sich zu einen meiner absoluten Lieblingsalben entwickelt hat, wenn es im atmosphärischen Black Metal geht.

Dabei startet das Album gar nicht furios und fulminant wie es der erste Absatz vermuten lässt. Der erste Song (der knapp neun Minuten geht) ist so eine Mischung aus Intro und "richtigen" Song, wobei ich "Heliacal Rising" eher immer als ein überlanges Intro wahrgenommen und auch gehört habe. Aber der Song/das Intro ist schön und stimmt auf die folgenden Lieder perfekt ein. Der Anfang ist sehr ruhig: warme Synthesizer-Flächen eröffnen den Song, langsam setzt das Schlagzeug ein und Akustik-Gitarren erklingen im Hintergrund. Der Beginn wirkt verträumt, schwelgerisch und ein wenig traurig. Als würde man ziellos durch das Weltall schweben - kein Ziel vor Augen, kein Ziel in Sicht und keine Hoffnung ein Ziel zu finden. Ab 02:04 Minuten setzt dann ganz leiser Krächsgesang ein, sehr weit in den Hintergrund gemischt, aber dadurch perfekt passend zu der ganzen Atmosphäre. Die Worte werden einzeln hervorgekeucht, fast könnte man meinen das im Weltall schwebende Wesen keucht im Todeskampf letzte Worte hervor - langegezogen, außer Atem.
Und dann passiert etwas: Ab 03:10 Minuten erklingen Stromgitarren, allerdings wird nur ein trauriges Lied im Hintergrund gespielt, bis ab 04:05 Minuten der Song endlich richtig losgeht. Das Lied bleibt aber langsam, träumerisch, nur gesellen sich jetzt zu der ganzen trostlosen Melancholie auch noch schöne Gitarrenmelodien hinzu bis ab 05:20 Minuten das Tempo erhöht wird. Hat das Wesen ein Ziel gefunden? Etwas was einen letzten Funken Hoffnung spendet? Angespornt durch diese Erkenntnis bewegt sich das Wesen schneller durch den Weltraum, der Blick feurig und entschlossen.
Nach gut sechs Minuten geht es wieder in einen Ambient-Part zurück, aber diesmal nicht traurig, verträumt, oder schwelgerisch, sondern mysteriös, abenteuerlistig, aber auch bedrohend.
Das Lied klingt damit genau so ruhig aus, wie es begonnen hat...ein schöner Einstieg in das Album. Ich wollte beim ersten hören schon laut Ausrufen: Summoning in Space! (was ich zum Glück nicht gemacht habe....ich hatte beim ersten mal Kopfhörer auf, also wäre der Ausruf recht laut geworden - und ich glaube die Leute in der Bahn hätten das auch nicht so lustig gefunden), aber dann startet das Album richtig...und mit richtig meine ich....

....den fulminanten und furiosen Song "The First Point of Aries". Was zu ein Start! Beginnt der Song doch direkt nach dem leisen und ruhigen Ausklang des Intros und das mit einer Geschwindigkeit das man kurz zusammenzuckt. Und jetzt spielt die Band ihre stärken komplett aus....schnelle Lieder, ein stellenweise chaotisch anmutendes Schlagzeug, was den Songs aber noch mehr Dynamik verleiht (generell etwas was die Band in allen ihren Liedern sehr gut hinbekommt) und zu keinem Zeitpunkt nervt. Allein diese sehnsüchtige Gitarrenmelodie zu Beginn - die sich durch den ganzen Song zieht - lässt mich bei jedem Hördurchgang wohlig aufseufzen. Dazu die dezenten, in den Hintergrund, gemischten Keyboards, die immer mal wieder ein wenig an Lautstärke gewinnen und sich für einen kurzen Momenten in den Vordergrund drängen, sorgen für eine einnehmende und einfach schöne Atmosphäre.
Das Weltall ist bei Mare Cognitum nicht grundsätzlich böse und menschenfeindlich: Im Gegenteil, er hält auch schönes, wundersames und interessantes bereit. Und genau auf diese Sachen konzentriert sich die Band mit ihrer Musik. "The First Point of Aries" wird zudem von einer leicht mysteriösen Aura umgeben, welches perfekt zu dem Sound und den Song passt.
Zwei Momenten in diesem Lied packen mich aber jedes mal wieder aufs Neue und zwar ab 03:50 Minuten, wenn das erste mal die Gitarre im Hintergrund ein wunderschönes Solo spielt und ab 06:44 Minuten nochmal, aber diesmal scheint sich die Gitarre bei ihrem Solo in ungeahnte Höhen schrauben zu wollen. Ein wirklich toller Song und für mich das zweitstärkste Lied auf dem Album.

"Constellation Hipparchia" startet langsam, aber nur für einen kurzen Moment. Ab 01:53 Minuten geht es direkt wieder in den Up-Tempo, allerdings nicht in Lichtgeschwindigkeit wie bei dem vorherigen Song.
Diesmal ist die Gitarrenmelodie ein wenig trauriger, nicht ganz so verträumt wie bei "The First Point of Aries" - dadurch wirkt der ganze Song gleich ein wenig düsterer nicht mehr ganz so aufputschend.
Der Song hält sich die ganze Zeit eigentlich im hohen Tempo auf, ab und an wird ein wenig mit dem Schlagzeug variiert (Doublebass), was das ganze Lied ungemein auflockert. Der Song lebt aber zum größten Teil durch seine Atmosphäre. Wirkt diese beim erstmaligen hören noch ein wenig spröde und eher weniger einnehmend, entfaltet sie sich aber spätestens beim zweiten, oder dritten Hördurchlauf komplett und man möchte sich einfach nur in diese fallen lassen. Einfach die Augen schließen und vor dem geistigen Augen ziehen Mondmeere, Galaxien mit fremdartigen Planeten und Kometen an einem vorbei - sich einfach den Gedanken und den Träumen hingeben und für einen Moment den hektischen Alltag um sich herum vergessen. Zwischen 08:19 Minuten wird dann aber doch noch das Tempo für einen kleinen Moment gedrosselt, bevor er wieder in das schnelle Tempo wechselt, aber diesmal verändert sich die Atmosphäre komplett: Der Song wirkt unglaublich düster, als würde man auf seiner Reise durch das Weltall in Turbulenzen und gefährliche Situationen raten....aber nicht sehr lange, ab 11:06 Minuten kehr direkt wieder diese wunderschöne verträumte Atmosphäre zurück und lässt den Song enden.

Mit "Occultated Temporal Dimensions" kommt dann der härteste Song des Album und er klingt als würde man sein Raumschiff durch ein Asteroidenfeld manövrieren. Und hier kommen Mare Cognitum Darkspace sogar recht nahe was den Sound anbelangt (allerdings nicht so verrauscht). Wenn der Song nach knapp zwei Minuten startet prügelt er erbarmungslos drauf los und alles wirkt dabei düster und gefährlich.
Generell ist die ganze Atmosphäre weniger einladend als bei den vorherigen Liedern, gerade dann wenn für kurze Momente noch Growls hinzukommen (02:58 Minuten bis 03:00 Minuten und dann immer mal wieder im Song auftauchend) wirkt der Sound gar nicht mehr so leichtfüßig und schwelgerisch, sondern garstig und menschenfeindlich. Aber das Lied steuert nur auf eine Stelle zu die mir - egal wie oft ich sie schon gehört habe - einfach eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagt. Nachdem bei 05:33 Minuten kurz ein Gitarrensolo aufheult, dreht der Song ab 06:04 Minuten für einen Moment komplett ab....alle Instrumente (bis auf die Keyboards und das Schlagzeug) verschwunden und das Schlagzeug klingt wie eine wildgewordene Nähmaschine auf Speed. Generell bricht dabei das totale Chaos aus, bis bei 06:45 Minuten sich alles Chaos auflöst und einfach nur einem erhabenen und majestätischen Moment Platz macht. Ich kann schwer beschreiben, was daran so ergreifend ist, aber ich versuche es:
Man stelle sich vor man hat die Möglichkeit etwas zu erblicken, was kein Mensch vor einem gesehen hat, etwas was man gesucht hat und plötzlich ergreift einen ein erfüllendes Gefühl. Als wäre man am Ziel einer langen Reise angekommen und vor einem öffnen sich die Wege zu neuen Erkenntnissen. Dieser Moment dauert dann an bis etwa 08:20 Minuten, bevor er wieder in das Chaos was vor der Stelle ab 06;45 Minute vorherrschte, zurückfällt. Ab 10:06 Minuten endet das Lied urplötzlich und klingt mit einem unheilvollem Ambientpart aus. "Occultated Temporal Dimensions" ist mit Abstand der härteste und düsterste Song auf dem Album, aber gerade deshalb ( auch wegen dem Abschnitt ab 06:45 Minuten) das beste Lied auf dem Album für mich.

Mit "Aether Wind" kommt ein Abschlusssong der wieder sehr viel melodischer und verträumter (und damit die Atmosphäre der Lieder 2 und 3 aufgreift) ist, als das vorhergehende "Occultated Temporal Dimensions".
Allerdings hat auch "Aether Wind" seine düsteren Momente (die hier aber sehr majestätisch daherkommen), zum Beispiel zwischen 03:17 Minuten und 03:48 Minuten.
Was ich aber mega finde...die Band wendet das Konzept (ich nenne es jetzt einfach mal so) der sich "hochschraubenden Melodie" auch auf diesen Song an. ( 02:14 Minuten zum ersten mal). Mit solchen Parts kriegt man mich einfach jedes mal. Ab 05:05 Minuten beginnt dann das große finale...wir sind am Ende unserer Reise angekommen. Jetzt zeigt die Band nochmal wie herrlich verträumt sie klingen kann....der Krächsgesang wird stellenweise wieder durch Growls verstärkt und wenn ab 06:35 Minuten wieder kurze Gitarrensoli angesetzt werden ist es vollends um mich geschehen...ab 07:34 Minuten klingt der Song dann leise und ruhig aus und eine einsame Gitarrenmelodie geleitet uns zu den Sternen...
 
Wir haben zwar erst Mai, aber ich möchte heute das Album "The Forbidden Gates Beyond" der Amerikaner von Black September besprechen.

Cover:
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Tracklist:
01. The forbidden Gates Beyond
02. Creation of Chaos
03. Hallow of Decay
04. Tyrants
05. Tombs
06. The Absence of Life and Death
07. Unleashed

Links:
Bandcamp: https://blackseptember.bandcamp.com/album/the-forbidden-gates-beyond-2010
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=HOx73yT0fGw&list=RDHOx73yT0fGw&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Black_September/The_Forbidden_Gates_Beyond/280033

Das Album wurde am 17. September 2010 veröffentlicht und ich glaube ein, oder zwei Jahre später ich es mir bei einer Aktion im örtlichen Elektronikgroßhändler für einen schmalen Taler mitgenommen.
Es war ein Blindkauf - ich hatte bis dahin noch nie was von der Band gehört, aber das Cover hat mich damals extrem angesprochen....es vermittelte irgendwie etwas mysteriöses, düsteres und brachiales.
Als ich das Album dann das erste mal laufen hatte wurde mir sehr schnell klar gemacht womit ich es hier zu tun habe: Black/Death Metal mit hymnenhaften Momenten.
Nach einem kurzem Intro startet der Titelsong ab 00:37 Minuten im mittleren Tempo, kommt dabei recht hymnenhaft daher. Schon hier fällt die tolle Produktion auf: Sie ist trocken, wirkt garstig und rau, lässt den Instrumenten aber genug Platz zum atmen. Gerade das Schlagzeug hat einen tollen Sound...nach einem kurzen Up-Tempo Part mit Gitarrensolo geht es zurück in das mittlere Tempo und wieder hört man diesen hymnenhaft Teil wo auch direkt die Sängerin zu hören ist. Jen Pickett hat auch einfach nur eine fantastische Stimme.....herrlich knarzig und rau, dabei extrem angefressen und angriffslistig. Attribute die das ganze Album über beibehalten werden. Gerade in den Up-Tempo-Parts gehen Stimme, Produktion und Musik eine traumhafte Symbiose ein. Richtig stark wird das Lied nach 03:45 Minuten wenn es doomig langsam wird.
Der Song kriecht dann regelrecht unter Schmerzen vorn, Jen krächzt wütend, verzweifelt und resigniert ihre Texte in diesen düsteren Mahlstrom, während eine einsame Gitarre mit ihrer Melodie zusätzlich für Gänsehaut sorgt. Ab Minute fünf geht der Song dann wieder in einen schnellen Part über, aber diesmal ist das hymnenhafte komplett weg: Die ganze Atmosphäre ist unglaublich feindselig und aggressiv geworden.
Schließlich endet der Song abrupt mit den Worten: Realms of death await! Feed into the silence....

Nach diesem richtig starken Opener geht es nicht ein bisschen schwächer weiter...die Band ist in Kampfeslaune entsprechend aggressiv startet der Song: Bolt Thrower-mäßiger Einstieg, zwischen 00:40 Minuten und 00:49 Minuten ein kleiner Crust Part, dann eine kleine Verschnaufpause, nur damit der Song dann Bolt Thrower-Like voran rumpelt. Jen klingt wieder so herrlich angefressen wie auf dem Opener, allerdings wirkt ihr Gesang nicht ganz so wild und zügellos wie beim Titelsong. Er kommt ein weniger kälter, diktierend rüber, als würde sie dem Hörer mit kalter medizinischer Präzision erklären wollen wie die "Creation of Chaos" zu Stande kommt. Der Song lebt zudem von seiner Dynamik....zu den Bolt Thrower-Panzer-Parts kommen auch Up-Tempo und sogar leicht punkige Momente. Beim ersten mal hören ist der Song echt ein wenig chaotisch....aber sobald man sich daran gewöhnt hat ist er einfach nur klasse. Enden tut der Song dann tatsächlich doch ein wenig melodischer, wenn ab 04:05 Minuten ein Gitarrensolo erklingt und das Lied ausklingen lässt.
"Hallow of Decay" ist dann ein Instrumentales Zwischenspiel, was mit seiner Spielzeit von gut einer MInute auf das folgende "Tyrants" einstimmen sollen.....was es auch perfekt macht, denn Tyrants startet ohne große Pause direkt im Anschluss und stampft erstmal majestätisch voran (Bathory zu "Blood Fire Death" Zeiten kommen mir von der Atmosphäre in den Sinn), bevor das Lied mit einem langgezogenen "Tyyyyyrants!" losprügelt. aber nur kurz, nach 40 Sekunden geht der Song wieder in den stampfenden Rhythmus über, dabei klingt das Lied einfach so unfassbar böse. Die Gitarren klingen unglaublich angefressen und auch Jen hat wieder diesen diktierenden, kalten Ton in ihrer Stimme, der diese langsamen Parts noch düsterer und kälter klingen lassen. Immer mal wieder wird das Tempo für einen kurzen Moment erhöht, bevor es zwischen 01:45 Minuten und 03:48 Minuten in einen Up-Tempo Part geht wo die Musik plötzlich verzweifelt und ziemlich wütend klingt, anschließend geht der Song nach knapp vier Minuten wieder in diesen stampfenden Part zurück und das leicht hymnenhafte kehrt zurück. Enden tut der Song dann im mittleren "rollenden" Tempo, Jen brüllt ihre Worte dabei so langgezogen heraus, das eine hypnotische und ziemlich ungemütliche Atmosphäre entsteht.

Mit "Tombs" streift die Band dann alle fesseln ab, die noch für irgendwelche hymnenhaften, oder langsame Momente gesorgt haben. Die Band prügelt bei diesem Song die vier Minuten fast komplett durch.
Dabei werden immer wieder Parts eingestreut, die jeder War Black Metal Band Konkurrenz machen (zwischen 01:08 Minuten und 01:20 Minuten das erste mal). Die Band spielt sich in einen regelrechten Rausch aus Wut, Hass und Verzweiflung. Aber es gibt in dem Lied auch die eine, oder andere Sekunde wo die Band (01:46 Minuten und 03:29 Minuten) Luft holt, nur um dann umso garstiger weiter zumachen.
Die Sängerin keift, krächzt und verwünscht alles um sich herum, ich kann mir fast vorstellen wie sie am Ende des Liedes mit Schaum vor dem Mund dasteht, dem Wahnsinn näher als allem anderen.
Nach dieser Abrisskugel wird es mit "The Absence of Life & Death" ein wenig düsterer....der Anfang doomig finster und wenn Jen ab 01:05 Minuten einsteigt klingt sie einfach so unfassbar bösartig, das man das Gefühl hat es wird dunkler um einen herum. Aber nach 01:36 Minuten ändert sich die Stimmung erneut, der Song wird wieder wütend, wird wieder schnell und wenn bei 02:44 Minuten über den Blast Part dieses Gitarrensolo gelegt wird fühlt man sich einfach nur vollkommen. Der anschließende stampfende Abschnitt hat vom Riffing her (spontan würde ich jetzt "The 4th Crusade" sagen) wieder einen ganz starken Bolt Thrower-Vibe. Nach einem erneuten kurzen Gitarrensolo geht es aber wieder in Lichtgeschwindigkeit voran. Ausklingen tut der Song wieder mit diesem Gitarrensolo, welches man schon bei 02:44 Minuten vernommen hat, nur ein wenig länger.

Der Abschlussong "Unleashed" vereint dann wirklich ALLE stärken des Albums (ich weiß...ich habe das schon sooft geschrieben, aber auch hier bewahrheitet sich das wieder): Der leicht hymnenhafte im mittleren Tempo gehaltene Anfang, bevor es ab 01:20 Minuten wieder schneller wird und auch wieder mit einem Gitarrensolo übern Blast Part gearbeitet wird, aber diesmal wird dieser Part mit den Worten For my return release these chains unterstützt, was der ganzen Stelle noch ein wenig mehr Durchschlagskraft und Atmosphäre verleiht. Richtig klasse wird der Song ab 03:30 Minuten wenn es wieder in diesen voranmarschierenden Rhythmus geht.
Gerade wenn ab 04:20 Minuten wieder ein Gitarrensolo eingestreut wird kommt direkt wieder dieses hymnenhafte durch. Der Song geht dann im mittleren Tempo zu Ende (auch hier kommen mir vom Riffing öfters mal Immortal in den Sinn (so Richtung "Sons of Northern Darkenss")).
Ein wirklich starkes Album, das ich eine Zeitlang mal pausenlos gehört habe und dann in Vergessenheit geraten ist. Heute ist es mir beim aufräumen jedoch wieder in die Hände gefallen und es hat mich direkt wieder so umgehauen wie damals als ich es das erste mal gehört habe. Ein kleiner Geheimtipp, den man sich auf Bandcamp für Name your Price zulegen sollte.
 
Wir haben zwar erst Mai, aber ich möchte heute das Album "The Forbidden Gates Beyond" der Amerikaner von Black September besprechen.

Cover:
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Tracklist:
01. The forbidden Gates Beyond
02. Creation of Chaos
03. Hallow of Decay
04. Tyrants
05. Tombs
06. The Absence of Life and Death
07. Unleashed

Links:
Bandcamp: https://blackseptember.bandcamp.com/album/the-forbidden-gates-beyond-2010
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=HOx73yT0fGw&list=RDHOx73yT0fGw&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/Black_September/The_Forbidden_Gates_Beyond/280033

Das Album wurde am 17. September 2010 veröffentlicht und ich glaube ein, oder zwei Jahre später ich es mir bei einer Aktion im örtlichen Elektronikgroßhändler für einen schmalen Taler mitgenommen.
Es war ein Blindkauf - ich hatte bis dahin noch nie was von der Band gehört, aber das Cover hat mich damals extrem angesprochen....es vermittelte irgendwie etwas mysteriöses, düsteres und brachiales.
Als ich das Album dann das erste mal laufen hatte wurde mir sehr schnell klar gemacht womit ich es hier zu tun habe: Black/Death Metal mit hymnenhaften Momenten.
Nach einem kurzem Intro startet der Titelsong ab 00:37 Minuten im mittleren Tempo, kommt dabei recht hymnenhaft daher. Schon hier fällt die tolle Produktion auf: Sie ist trocken, wirkt garstig und rau, lässt den Instrumenten aber genug Platz zum atmen. Gerade das Schlagzeug hat einen tollen Sound...nach einem kurzen Up-Tempo Part mit Gitarrensolo geht es zurück in das mittlere Tempo und wieder hört man diesen hymnenhaft Teil wo auch direkt die Sängerin zu hören ist. Jen Pickett hat auch einfach nur eine fantastische Stimme.....herrlich knarzig und rau, dabei extrem angefressen und angriffslistig. Attribute die das ganze Album über beibehalten werden. Gerade in den Up-Tempo-Parts gehen Stimme, Produktion und Musik eine traumhafte Symbiose ein. Richtig stark wird das Lied nach 03:45 Minuten wenn es doomig langsam wird.
Der Song kriecht dann regelrecht unter Schmerzen vorn, Jen krächzt wütend, verzweifelt und resigniert ihre Texte in diesen düsteren Mahlstrom, während eine einsame Gitarre mit ihrer Melodie zusätzlich für Gänsehaut sorgt. Ab Minute fünf geht der Song dann wieder in einen schnellen Part über, aber diesmal ist das hymnenhafte komplett weg: Die ganze Atmosphäre ist unglaublich feindselig und aggressiv geworden.
Schließlich endet der Song abrupt mit den Worten: Realms of death await! Feed into the silence....

Nach diesem richtig starken Opener geht es nicht ein bisschen schwächer weiter...die Band ist in Kampfeslaune entsprechend aggressiv startet der Song: Bolt Thrower-mäßiger Einstieg, zwischen 00:40 Minuten und 00:49 Minuten ein kleiner Crust Part, dann eine kleine Verschnaufpause, nur damit der Song dann Bolt Thrower-Like voran rumpelt. Jen klingt wieder so herrlich angefressen wie auf dem Opener, allerdings wirkt ihr Gesang nicht ganz so wild und zügellos wie beim Titelsong. Er kommt ein weniger kälter, diktierend rüber, als würde sie dem Hörer mit kalter medizinischer Präzision erklären wollen wie die "Creation of Chaos" zu Stande kommt. Der Song lebt zudem von seiner Dynamik....zu den Bolt Thrower-Panzer-Parts kommen auch Up-Tempo und sogar leicht punkige Momente. Beim ersten mal hören ist der Song echt ein wenig chaotisch....aber sobald man sich daran gewöhnt hat ist er einfach nur klasse. Enden tut der Song dann tatsächlich doch ein wenig melodischer, wenn ab 04:05 Minuten ein Gitarrensolo erklingt und das Lied ausklingen lässt.
"Hallow of Decay" ist dann ein Instrumentales Zwischenspiel, was mit seiner Spielzeit von gut einer MInute auf das folgende "Tyrants" einstimmen sollen.....was es auch perfekt macht, denn Tyrants startet ohne große Pause direkt im Anschluss und stampft erstmal majestätisch voran (Bathory zu "Blood Fire Death" Zeiten kommen mir von der Atmosphäre in den Sinn), bevor das Lied mit einem langgezogenen "Tyyyyyrants!" losprügelt. aber nur kurz, nach 40 Sekunden geht der Song wieder in den stampfenden Rhythmus über, dabei klingt das Lied einfach so unfassbar böse. Die Gitarren klingen unglaublich angefressen und auch Jen hat wieder diesen diktierenden, kalten Ton in ihrer Stimme, der diese langsamen Parts noch düsterer und kälter klingen lassen. Immer mal wieder wird das Tempo für einen kurzen Moment erhöht, bevor es zwischen 01:45 Minuten und 03:48 Minuten in einen Up-Tempo Part geht wo die Musik plötzlich verzweifelt und ziemlich wütend klingt, anschließend geht der Song nach knapp vier Minuten wieder in diesen stampfenden Part zurück und das leicht hymnenhafte kehrt zurück. Enden tut der Song dann im mittleren "rollenden" Tempo, Jen brüllt ihre Worte dabei so langgezogen heraus, das eine hypnotische und ziemlich ungemütliche Atmosphäre entsteht.

Mit "Tombs" streift die Band dann alle fesseln ab, die noch für irgendwelche hymnenhaften, oder langsame Momente gesorgt haben. Die Band prügelt bei diesem Song die vier Minuten fast komplett durch.
Dabei werden immer wieder Parts eingestreut, die jeder War Black Metal Band Konkurrenz machen (zwischen 01:08 Minuten und 01:20 Minuten das erste mal). Die Band spielt sich in einen regelrechten Rausch aus Wut, Hass und Verzweiflung. Aber es gibt in dem Lied auch die eine, oder andere Sekunde wo die Band (01:46 Minuten und 03:29 Minuten) Luft holt, nur um dann umso garstiger weiter zumachen.
Die Sängerin keift, krächzt und verwünscht alles um sich herum, ich kann mir fast vorstellen wie sie am Ende des Liedes mit Schaum vor dem Mund dasteht, dem Wahnsinn näher als allem anderen.
Nach dieser Abrisskugel wird es mit "The Absence of Life & Death" ein wenig düsterer....der Anfang doomig finster und wenn Jen ab 01:05 Minuten einsteigt klingt sie einfach so unfassbar bösartig, das man das Gefühl hat es wird dunkler um einen herum. Aber nach 01:36 Minuten ändert sich die Stimmung erneut, der Song wird wieder wütend, wird wieder schnell und wenn bei 02:44 Minuten über den Blast Part dieses Gitarrensolo gelegt wird fühlt man sich einfach nur vollkommen. Der anschließende stampfende Abschnitt hat vom Riffing her (spontan würde ich jetzt "The 4th Crusade" sagen) wieder einen ganz starken Bolt Thrower-Vibe. Nach einem erneuten kurzen Gitarrensolo geht es aber wieder in Lichtgeschwindigkeit voran. Ausklingen tut der Song wieder mit diesem Gitarrensolo, welches man schon bei 02:44 Minuten vernommen hat, nur ein wenig länger.

Der Abschlussong "Unleashed" vereint dann wirklich ALLE stärken des Albums (ich weiß...ich habe das schon sooft geschrieben, aber auch hier bewahrheitet sich das wieder): Der leicht hymnenhafte im mittleren Tempo gehaltene Anfang, bevor es ab 01:20 Minuten wieder schneller wird und auch wieder mit einem Gitarrensolo übern Blast Part gearbeitet wird, aber diesmal wird dieser Part mit den Worten For my return release these chains unterstützt, was der ganzen Stelle noch ein wenig mehr Durchschlagskraft und Atmosphäre verleiht. Richtig klasse wird der Song ab 03:30 Minuten wenn es wieder in diesen voranmarschierenden Rhythmus geht.
Gerade wenn ab 04:20 Minuten wieder ein Gitarrensolo eingestreut wird kommt direkt wieder dieses hymnenhafte durch. Der Song geht dann im mittleren Tempo zu Ende (auch hier kommen mir vom Riffing öfters mal Immortal in den Sinn (so Richtung "Sons of Northern Darkenss")).
Ein wirklich starkes Album, das ich eine Zeitlang mal pausenlos gehört habe und dann in Vergessenheit geraten ist. Heute ist es mir beim aufräumen jedoch wieder in die Hände gefallen und es hat mich direkt wieder so umgehauen wie damals als ich es das erste mal gehört habe. Ein kleiner Geheimtipp, den man sich auf Bandcamp für Name your Price zulegen sollte.
Das Album fand ich seinerzeit auch richtig gut, schade das der Nachfolger nicht genauso stark war.
 
Heute möchte ich euch ein Album vorstellen, welches mich seit Tagen (mal wieder) total abgeholt hat.
Ich spreche von dem Album "Pyramid of the Necropolis" der Band War Master.

Cover:
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Tracklist:

01. Mass Cremation
02. Into the Abysmal Fire
03. Cult of Greed
04. Ritualistic Carnage
05. Pyramid of the Necropolis
06. Circuit Death
07. Sadistic Force
08. Monolith

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=rsX91Kez-Tk&list=RDrsX91Kez-Tk&start_radio=1
Bandcamp: https://warmaster.bandcamp.com/album/pyramid-of-the-necropolis
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/albums/War_Master/Pyramid_of_the_Necropolis/324983

Mit Death Metal ist das immer so eine Sache bei mir...ich war noch nie so der große DM Fan. Ich liebe die alten Klassiker von Morbid Angel, Deicide und Bolt Thrower, aber wenn es um aktuelle Veröffentlichungen geht bin ich irgendwie nicht so auf dem laufenden. Es gibt immer mal wieder ein Album aus diesem Genre was mich total abholt (letztes Jahr war es zum Beispiel "The Conquering Darkness" von Malefic Throne, welches immerhin Platz 3 in meiner Jahresliste belegt hat), aber sonst habe ich für reinen DM eher nicht so ein Faible. Wenn der DM allerdings mit Black Metal (Hexekration Rites, Teitanblood usw.), oder melodischen (God Dethroned - eine meiner liebsten Bands. "Passiondale" und "Under the Sign of the Iron Cross" sind für mich kleine, persönliche Klassiker) Elementen versehen ist sieht das Ganze wieder komplett anders aus. Auch merke ich, dass wenn mir eine aktuelle DM Veröffentlichung gefällt, sich der Sound auf die alten Großtaten von Bands wie Deicide, Morbid Angel, Bolt Thrower oder Cannibal Corpse bezieht.
Von Bolt Thrower finde ich alle Alben eigentlich ziemlich stark, aber es geht - in meinen Ohren - nichts über die ersten fünf Alben. Und genau aus diesem Grund verehre ich das Debut Album der Band War Master so sehr.
Das in 2011 erschiene Album ist sozusagen eine lange, tiefe Verbeugung vor den ersten fünf Bolt Thrower Alben. Man könnte fast sagen, dass es sich bei "Pyramid of the Necropolis" um eine Art Bolt Thrower Best Of, eingespielt von einer anderen Band, handelt. Das ist jetzt nicht abwertend gemeint, im Gegenteil: Mir ist keine andere Band bekannt die mit so einer Inbrunst ihren Helden huldigt und dabei so gut und kraftvoll klingt wie War Master.

Die Band besteht aus keinen unbekannten Musikern: Spiel(t)en die Musiker doch in namenhaften Bands wie Insect Warfare oder Oceans of Slumber. Und diese Erfahrung hört man der Band auch an.
Der Opener "Mass Cremation" fängt schon so an, wie es meine Beschreibung im vorherigen Absatz vermuten lässt: Langsamer Einstieg, der mit einen langgezogenen Grunzen eröffnet wird.
Um hier auch direkt den ersten Bolt Thrower Vergleich zu bringen würde ich tatsächlich den Titelsong (und gleichzeitig auch Opener) vom Debut "In Battle there is no law" benennen.
Nach 1:30 Minuten merkt man wie der Song eine gewisse Spannung aufbaut, bevor es dann im typischen, "rollenden" Bolt Thrower Stil voranprescht. Allein die beiden Growls, die diesen Part einläuten lassen das BT liebende Herz höher schlagen. Und schon in den ersten Minuten kann ich mir die Faszination die von diesem Album ausgeht sehr gut erklären: Diese Energie, die Leidenschaft zu einer Band und der Wahnsinn, dass man unter allen Umständen seine Liebe zu dieser Band bekanntmachen will. Was für die Musiker von War Master Bolt Thrower ist für mich Summoning.
Mit diesem Verständnis höre ich das Album und bin einfach nur total begeistert. Und beim Up-Tempo Part ab 03:24 Minuten (mit dem Gitarrensolo!) würde ich am liebsten einfach nur durchdrehen und wie ein wildgewordener Irrer durch die Wohnung, Wald, oder durch den Ort marodieren wo ich mich gerade befinde. Ab 04:15 Minuten wird der Song sogar noch mal richtig episch, wenn immer und immer wieder die Worte: Into the Abyss.....Eternal Fire! wiederholt werden. Nach knapp fünf Minuten geht der Song wieder in diesen BT mäßigen "rollenden" Modus über und endet dann mit einem langgezogenen Maaaass Creeemaaation!

"Into the Abysmal Fire" beginnt schnell, leicht chaotisch. Aber dann kickt der "Cenopath" Part ab 00:48 Minuten so richtig, richtig derbe rein. Der Song hält sich nun für den Rest der Zeit im mittleren Tempo auf, dabei wird eine Brachialität erzeugt, die jedem BT Jünger Freudentränen über das Gesicht laufen lassen. Das bei Minute drei eingesetzte Gitarrensolo hat zudem leichte "...for Victory" Verweise. Enden tut der Song dann wieder mit einem kleinen Up-Tempo Part, den wir auch schon am Anfang hören durften. "Cult of Greed" startet dann mit dem genau gleichen Riff, wie in den beiden Songs zuvor. Aber auch hier geht es wieder recht schnell in den rollenden Panzermodus alá BT über. Ab 00:46 Minuten dreht der Song dann allerdings komplett ab....erstmal marschiert er brachial voran, bevor er ein wenig schneller wird nur um dann anschließend in einen sehr, schnellen Part zu wechseln. Diese drei "Phasen" wechseln sich dann immer wieder ab. Auch hier kommen wieder ganz, ganz starke "War Master" (das Album..nicht die Band) Vibes rüber.
Ab 01:55 Minuten wird es noch brachialer: Zu diesem Up-Tempo Abschnitt werden stakkatomäßig die Worte: Run... No way out... Power struggle - Their laws... Infiltrate your mind... Sickining disease... Twisted minds...
To your knees... You fall... In servitude... To false prophets... Dying in pain... Sorrow dwells... Corporate greed Lies... Cult of greed... Die... Cult of greed...

hervorgegrowlt was einfach für so einen erhabenen und "Fistraising-Moment" sorgt, dass man für Glück einfach nur breit lächelnd dasitzt. (Wenn man unter Menschen ist sorgt das in den meisten Fällen für Verwirrung, aber das ist okay für mich). der Song endet dann mit einem kurzen Solo. (auch hier wieder Gedanken an "...for Victory"). Das eigentlich entspannt startende "Ritualistic Carnage" entwickelt im laufe seiner Spielzeit zu einer brachialen Hymnen..nach einem kalt herausgerotzten: A sacrifice must be done! wird der Song schneller und spielt sich in einen regelrechten rausch. Bei diesem Song gefällt mir ganz besonders gut das Schlagzeug. Generell ist die Produktion bei diesem Album ein Traum: Rau, brachial, aber dennoch sehr lebendig und kein bisschen künstlich. Sie passt einfach perfekt zu dieser Art von Musik.
Der Song endet dann wieder mit einem etwas langsameren Part und einem Gitarrensolo, welche so ab drei Minuten einsetzen.

Der folgende Titelsong startet direkt ohne große Umschweife wieder im mittleren, rollenden BT Modus und begeistert direkt zu Beginn mit einer bei den großen Vorbildern "geklauten" Gitarrenmelodie.
Nach gut einer Minute prescht der Song dann wieder voran und gerade das Schlagzeug (der Part ab 01:29 Minuten - dieses Chaos, einfach nur zum niederknien!) weiß vollends zu überzeugen. Generell ist es einfach nur Wahnsinn was der Drummer (Stephen Bower) auf dem Album abliefert: Stellenweise sehr chaotisch, aber irgendwie auch eingängig und niemals songundienlich.
Der doomige Part, der nach gut der Hälfte einsetzt kommt nach diesem etwas chaotischeren Einstieg umso besser und sorgt für einen kurzen Moment des Luft holens, bevor es schneller und mit Gitarrensolo weitergeht und auch zu Ende geht mit dem Lied. "Circuit Death" ist dann irgendwie der unspektakulärste Song auf dem Album....hier passiert einfach nicht viel. Der langsame Part lässt kurz aufhorchen, ansonsten rauscht (oder rumpelt) der Song einfach an mir mit vorbei. Nicht schlecht, aber nach den vorherigen Songs irgendwie seltsam gesichtslos und nichtssagend.
Dafür kann "Sadistic Force" wieder alles! Dieses brachiale Wechselspiel aus langsamen, mittleren und schnellen Passagen wird hier einfach wieder perfekt dargeboten. Gerade ab 02:48 Minuten will man einfach nur komplett durchdrehen....und als der Song dann auch mit einer "Embers" Huldigung (=straight up "geklaut" (oder besser gesagt: ausgeliehen) :D) endet bin ich restlos zufrieden.
Das abschließende "Monolith" lässt das Album dann angemessen ausklingen. Hier kann ich nicht mehr viel zu schreiben (ohne mich groß zu wiederholen - der Song klingt (auf eine positive Art und Weise) wie die zuvor beschriebenen Songs außer, dass das epische Ende mit den diversen Gitarrensoli nochmal eine ganz tiefe, abschließende Verbeugung vor BT darstellt.
 
Den Text zu dem Bell Witch Album "Future's Shadow Part 1: The Clandestine Gate" habe ich ursprünglich im April 2023 im entsprechenden Thread gepostet.
Das Album habe ich mir gestern noch mal angehört und festgestellt, dass ich den Text von damals wahrscheinlich nochmal so ähnlich schreiben würde.
Zudem möchte ich die Album-Vorstellung nochmal in "meinem" Thread stehen haben.

Cover:
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Tracklist:

01.Future's Shadow Part 1: The Clandestine Gate

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=yNla2IlfF0g&list=RDyNla2IlfF0g&start_radio=1
Bandcamp: https://bellwitch.bandcamp.com/album/futures-shadow-part-1-the-clandestine-gate
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Bell_Witch/3540336467

Bell Witch waren schon immer eine Band, die bei mir recht hoch im Kurs stehen, gerade das Vorgänger Album Mirror Reaper gehört mit zu den meistgehörten Funeral Doom Alben meiner Sammlung.
Schon auf dem Mirror Reaper hat die Band den Sound perfektioniert, hat dem Genre, dem Hörer und wahrscheinlich sich selbst wirklich alles abverlangt. Das Album ist sperrig, spröde und erschloss sich mir damals nur langsam und ich muss zugeben: stellenweise auch nur unter Schmerzen. Aber als es dann endlich funktionierte zwischen mir und der Band war es eine heiße und innige Liebe. Die Mirror Reaper konnte ich immer auflegen wenn es mir mal nicht so gut ging, die Platte verstand mich irgendwie und ich fand Trost in den überlangen Songs, der düsteren, ausweglosen Atmosphäre.
Die sakralen Gesänge, welche das ganze Album durchziehen gemischt mit den tiefen Growls, direkt aus einer anderen Dimension auf Tonträger gepresst, sorgten für ein unbeschreibliches Gefühl der Reinigung wenn man die Mirror Reaper laufen hatte. Die 1,5 Stunden vergingen wie im Flug, das Album war zu keiner Sekunde langweilig und auch dem 20 mal anhören wollten sich keine Ermüdungserscheinungen einstellen.
Es ist einfach das perfekte Album für mich gewesen in einem Genre was leider oftmals mit sehr viel Durchschnitt gesegnet ist.

Man fragte sich manchmal ob die Band so ein Album noch toppen könnte, oder ob sie mit die Mirror Reaper eine Qualität erreicht hat, die sich nicht mehr verbessern lässt. Man hatte im Unterbewusstsein irgendwie eine absurde Angst, dass das Folgealbum dem Vorgänger nicht mal ansatzweise gerecht werden konnte. Auf der anderen Seite vertraute ich der Band auch, dass sie ihren perfektionierten Stil beibehalten und es schaffen diesen noch zu verfeinern, zu verbessern, nochmal einen Schritt weitergehen und damit für mich persönlich wirklich zur Legende werden.

Man hatte lange nichts mehr von der Band gehört. Die Mirror Reaper war mittlerweile sechs Jahre alt und bis auf eine ganz gute Zusammenarbeit mit Aerial Ruin und ein Live Album wurde es von den Veröffentlichungen ziemlich still um die Band. Und dann..plötzlich war das neue Album da. Von jetzt auf gleich wurde angekündigt, dass das neue Album am 21.04.2023 erscheint...keine große Promo, kein gar nichts.
Und das war dann der Moment wo ich die Band noch mehr ins Herz schloss...wo ich mich dann wirklich richtig verliebt habe in Band und Musiker. Denn sie haben mir gezeigt, dass es ihnen wirklich nur um die Musik geht. Das klingt vielleicht etwas komisch und wirft berechtigterweise auch die Frage auf: Wie du meint der Dämonentreiber das? Ich..ich kann es selber nur schwer erklären, aber ich versuche es mal:

Dadurch das es kein riesen Getöse, keine Promo und keine Vorabsongs (oder besser gesagt: Ausschnitte aus dem EINEN Song) gab wurde einfach so aus dem Nichts bekanntgegeben dass das Album fertig ist und nun veröffentlich wird. Es entsteht dadurch so ein romantisches Bild von Musikern bei mir im Kopf, die im Proberaum/Studio sitzen, abgeschottet von der Außenwelt und an ihrer Musik feilen. Die sich einfach völlig dem songschreiben hingeben, die einen Dreck auf Erwartungshaltungen, oder Ansprüche von Außen geben, sondern nur ihre ureigenste Vision umsetzen wollen. Dafür brauchen sie kein Label was eine riesen Werbekampagne fährt, was die ausgehungerte Meute an Fans mit Soundschnippseln versorgt, wodurch die kreative Ideen, die Visionen der Musiker schon vorab gehört werden können. Aus dem Kontext gerissen, kein richtiger Zusammenhang mit dem großen Ganzen, was dem Genie des Musiker vorschwebt. Das Album wurde kurz und knapp ein paar Tage vor VÖ Termin angekündigt, als es komplett fertig war. Als die Musiker ihre Vision frei von Äußeren Einflüssen umgesetzt haben, sich aus ihrem selbstgewähltem Exil herausbegeben haben um den wartenden Fans das fertige Meisterstück zu reichen.

Ich weiß nicht ob das wirklich so bei der Band mit diesen Hintergedanken, oder in dieser Art und Weise abgelaufen ist. Ich denke eher nicht.
Wie gesagt, dass was ich da oben beschrieben habe ist die für mich perfekte, romantische Vorstellung wie Future´s Shadow Part 1 - Clandestine Gate entstanden sein könnte. Zudem kann ich mir anders auch gar nicht erklären wie man so ein intensives, erhabenes und düsteres Werk erschaffen kann.

Und um es direkt vorweg zu nehmen: Alle Zweifel, die ich hatte, dass der Mirror Reaper Nachfolger vielleicht schwach wird, nichts taugt, oder sogar zu langweilig ist haben sich nichtmal ansatzweise bewahrheitet.
Future´s Shadow ist ein Meisterwerk geworden was die Band auf ein neues Level hievt, was sie in meiner Funeral Doom Welt endgültig zu Göttern macht und somit zu der Band an der sich alle anderen Bands dieses Genres messen lassen müssen.

Aber fangen wir an....allein schon das knapp 10 minütige Orgelintro erzeugt eine Gänsehaut nach der nächsten bei mir. War ich beim ersten mal hören noch ein wenig irritiert wie das Album startet kann ich mir jetzt keinen besseren Anfang vorstellen als diesen. Das Intro entwickelt einen Sog, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Ich kann die Augen schließen und kann spüren wie eine Wärme in mich fährt. Das Intro wirkt wie das Sonntagmorgendliche läuten der Kirchenglocken: Es ist der Weckruf, dass die Messe startet. Das all die Jünger zum Tempel/Kirche/Kathedrale kommen sollen um ihren Gott zu preisen. Und genau das macht die Band hier für mich: Sie leitet die folgende musikalische Messe in. Das was in den knapp 1,5 Stunden folgen wird kann man nicht anders beschreiben. Es ist eine Art Gottesdienst bei dem man die Großartigkeit emotionaler Musik preist.
Und als es dann endlich losgeht erklingt er auch sogleich..dieser spezielle Riff, den nur Bell Witch hinkriegen. Ein Riff den man schon auf der Mirror Reaper in leicht anderer Variation gehört hatte. Man fühlt sich sofort wieder zu Hause. Und was mir direkt auffällt: Das Ganze Soundgewand wirkt luftiger, atmosphärischer. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Produktion den Instrumenten mehr Raum zum atmen lässt.
Dadurch kommt ein ganz neues Feeling auf, was ich nur schwer beschreiben kann. Es ist soetwas wie Fernweh, Wehmut, Traurigkeit und auch leise, zaghafte Hoffnung. Dazu dann der hallende in den Hintergrund gemischte, chorartige Gesang...es fühlt sich jetzt wirklich wie eine musikalische Messe an zu der geladen wurde.

Und schon jetzt zeigt sich was die Band so einzigartig für mich macht....es ist einfach diese unglaublich dichte Atmosphäre, die sie erschaffen können. Mir ist gerade keine anderen Band (na gut...bei mir wären es noch Summoning) bekannt, die es schaffen mit doch recht simplen Methoden solch eine atmosphärische Soundkulisse zu schaffen. Und wenn dann nach knapp 25 Minuten der erste Break vorgenommen wird, etwas Ruhe einkehrt, der verträumte und traurige Part beendet wird zeigt die Band uns was wirkliche Dunkelheit bedeutet.
Das schwelgerische, die fast schon leicht Atmosphäre weicht nun tonnenschweren DM-artigen Riffs. Das Schlagzeug wirkt wie unter Qualen gespielt, dazu kommen nun die tiefen Growls zum Einsatz, die man auch schon auf der Mirror Reaper hören konnte. Es ziehen sozusagen Gewitterwolken auf und alle versinkt in totaler und absoluter Finsternis. Jedoch dann....ein kleiner Lichtschimmer am Horizont...das rettende Licht, welches einen vielleicht aus diesem Malstrom hinausführen kann: Wunderschöne Klargesang ertönt und der Song nimmt nun nochmal eine andere Wendung. Die Dunkelheit bricht langsam auf, bringt das erhoffte Licht und es mischt sich Erleichterung, aber auch eine tiefe Traurigkeit in das Herz, weil das Innerste doch irgendwie merkt das es sich zur Dunkelheit mehr hingezogen fühlt, als zum Licht. Immer wieder spricht die Finsternis in Form tiefer Gesänge (Growls) zu einem, immer und immer wieder schleicht sich Dunkelheit in das Herz und will nicht weichen, egal wie oft man das rettende Licht auch sieht und innerlich anfleht es möge einen doch helfen.

Und so langsam reift in einem die Erkenntnis heran: Man will gar nicht zum Licht, man will in dieser Dunkelheit wandern. Sich in ihr suhlen. Man erkennt plötzlich all die Schönheit, die in dieser Musik steckt, die einem vorgespielt wird. Man sieht nicht mehr die Verzweiflung, sondern die Schönheit im abseitigem. Diese emotionale Wendung, die der Song auslöst ist einfach fantastisch und sorgte bei mir jedesmal für Gänsehaut.
Und dann ca. nach einer Stunde kommt wieder diese wunderschöne Orgelmusik, die man schon zu Beginn vernehmen konnte und der Song wird einfach nur wunderschön. Es klingt wie das Ende der Messe..man schlägt die Augen auf, ist etwas erstaunt welchen Trip man gerade beim Musikhören durchgemacht hat und welche Assoziationen man gezogen und gefunden hat und stellt fest: Das ist genau das, warum man die Band hört und liebt. Jedoch ist das Ganze noch nicht zu Ende stellt fest, dass man eigentlich noch Mitten drin ist, denn die Atmosphäre wird wieder düsterer, die die Orgel weicht düstersten Riffs, Growls und Gewitterwolken ziehen wieder auf....bevor alles wie mit einem Schlag einfach verschwindet. Es wird ruhig...alles weicht einer leichten Melancholie...die Musik endet. Die Messe endet. Der Fan wird irritiert aber glücklich in die Nacht entlassen.

Man reißt die Augen auf und ist einfach nur erstaunt, dass das Album, was immerhin 1,5 Stunden geht schon vorbei ist. Noch erstaunter ist man welcher Film sich während des Hörens des Albums im Kopf abgespielt hat. Und stellt fest das die Musik einen auf einer emotionalen Ebene berührt hat, was nur ganz, ganz wenig Musik schafft, oder jemals geschafft hat.
Danke dafür Bell Witch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute wollen wir das "The Greater Evil" beschwören, verfallen bei dem Versuch dem Wahnsinn und landen am Ende in der Cold Cell.

Cover:
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Tracklist:

01. Scapegoat Season
02. Those
03. Open Wound
04. Armoured in Pride
05. Greatest of All Species
06. Back into the Ocean
07. No Escape

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=f7Rc6_HfnSs&list=RDf7Rc6_HfnSs&start_radio=1
Bandcamp: https://cold-cell.bandcamp.com/album/the-greater-evil
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Cold_Cell/3540369146

Das Album "The Greater Evil" von den Schweizern Cold Cell wurde im Jahr 2021 veröffentlicht und gehört mit zu meinen All-Time-Faves. Damals bei Release direkt zugelegt, weil ich das Cover so interessant fand, war das Album einer dieser Blindkäufe, die sich voll gelohnt haben. Die Band spielt sehr atmosphärischen Black Metal, der für mich immer die musikalische Vertonung für den Abstieg in den Wahnsinn dargestellt hat.
Gerade das hier besprochene Album hat eine so einnehmende, bösartige, niederschmetternde und düstere Atmosphäre, dass man hier überhaupt kein Licht sehen, oder auch nur erkennen/erahnen kann.
Wenn ich "The Greater Evil" höre habe ich immer einen Menschen vor Augen der Schritt für Schritt in den Wahnsinn abgleitet, sich seine eigene, düstere Welt schafft und am Ende nicht mehr zwischen Realität und Wahn unterscheiden kann. Dabei vermittelt das Album das Gefühl, dass dieser Abstieg langsam von Statten geht: Wie ein schwarzes Seidentuch legt sich dieser Wahnsinn über die Seele des Menschen, erst fühlt es sich gut an, weil einem der Wahn klares denken vorgaukelt, vermeintlich erkennt man die Realität nun besser, sieht "was wirklich ist", aber schon bald merkt man wie sich dieses anfänglich tolle Gefühl in Paranoia, Wut und Verzweiflung umwandelt. Plötzlich wird dieses "klare" sehen und erkennen durch einen Schleier getrübt, der rationales Denken unmöglich macht, man versinkt immer tiefer in seiner eigenen düsteren Welt und verfällt immer mehr seinen Gedanken, die von nichts anderem als Verzweiflung, Wut, (Selbst)hass und Wahnvorstellungen getrieben sind. Cold Cell haben dafür den perfekten Soundtrack geschaffen den ich hier jetzt vorstellen möchte.

Der erste Song "Scapegoat Season" startet schon ziemlich deprimierend und düster: Zu düsteren Ambientsounds im Hintergrund singt eine klare, leicht brüchige und komplett verzweifelt klingende Stimme, bevor die Atmosphäre düsterer wird. Man hat ab 01:02 Minuten das Gefühl als würde man in einen Abgrund blicken, der einem nichts anderes als Wahnsinn offeriert und wenn ab 01:41 Minuten das Schlagzeug einsetzt wird die Atmosphäre direkt noch mal unangenehmer. Nach gut zwei Minuten setzen dann die Gitarren ein und der Song startet mit einem bitteren "Ugh" in einen Up-Tempo Part. Dabei wird eine so unheilvolle und kalte Atmosphäre erzeugt, dass mir direkt ein Schauer über den Rücken läuft. Als dann auch noch dieser extrem bittere und resignierte Gesang mit den Worten: So this is our attempt in accepting a legacy - The wealth of recent prosperous years einsetzt wird es direkt nochmal düsterer um einen herum. Ab 03:05 Minuten wird ein wenig Geschwindigkeit aus dem Song herausgenommen und ab diesem Moment wirkt er fast schon episch, aber nicht dieses heroische epische, sondern eher ein Gefühl, welches man vielleicht verspürt, wenn man sich auf dem Gipfel des Wahnsinn befindet: Überheblichkeit und Paranoia. Der Anschließende langsame, dunkel vorankriechende Part führt uns tiefer in diesen Abgrund, diese Dunkelheit und droht uns komplett zu verschlucken. Musikalisch wird es ab hier ganz düster, gerade wenn ab 05:21 Minuten dieses Geräusch (was sich anhört wie ein sehr stark verzerrter Chor) eingesetzt wird verschwindet jegliches Licht und es bleibt nur Finsternis zurück.
Auch der Sänger wächst jetzt über sich hinaus: Der Gesang ist auf dem ganzen Album eine Mischung aus wahnsinnigen, verzweifelten und flehenden Gekeife. So wie hier die Worte artikuliert und hervorgekeift werden, wird die Atmosphäre, das gesamte Feeling das von dem Album transportiert wird, unwirklicher und düsterer. Ab 06:47 Minuten geht der Song - eingeleitet von einem langen, verzweifelten Schrei - wieder in das Up-Tempo zurück, dabei erklingen diesmal im Hintergrund diese klagenden Gitarrenmelodien bis das Lied dann abrupt endet.

Das anschließende "Those" beginnt dann langsam und greift dabei diese unwirkliche und unangenehme Atmosphäre des Opener direkt wieder auf. Auch hier wirken die Riffs wieder so herrlich niederschmetternd und deprimierend. Als würde man einfach alleine dasitzen in der Dunkelheit und sich voll und ganz seinen finsteren und von Selbsthass gezeichneten Gedanken hingeben. Ab 01:32 Minuten setzt dann wieder dieser negative heroische Part ein und der Song wandert direkt wieder in die tiefsten Abgründe menschlicher Emotionen. Der Gesang steigt dann auch direkt mit den unglaublichen bitteren Zeilen: Ignore the facts - Spread the fakes ein. Und hier kommt dann auch direkt ein anderer Aspekt, der die Musik und Atmosphäre recht gut beschreibt, hinzu: Resignation. Generell fühlt sich dieser Anfang an als würde man eine Treppe hinuntergehen. Jede Stufe bringt einen näher an den Rand des Wahnsinns, aber man geht diesen Weg trotzdem weiter - Schritt für Schritt. Bis 03:47 Minuten, bevor ein kleiner, düsterer Ambientpart einsetzt, wird einfach eine so eiskalte, verbitterte und verzweifelte Atmosphäre erschaffen, dass es (fast schon) nur schwer erträglich ist. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Gitarrenmelodie, die ab ca. 02:45 Minuten gut hörbar ist. Nach diesem kleinen Ambientpart geht es dann schließlich noch mal in einen schnellen Abschnitt über, wo sich die Stimmung ein wenig ändert. Immer noch düster und verzweifelt, aber nun mischt sich noch Wut darunter. Gerade diese Wut merkt man dem Gesang ab 04:52 Minuten direkt an. Nach gut fünf Minuten endet der schnelle Part auch schon, und geht wieder in das mittlere Tempo zurück, bevor er mit einem kurzen Ambientpart und einem sehr schnellen Abschnitt endet. Gerade bei dem kurzen Ambientpart wirkt der Gesang so herrlich verzweifelt und depressiv, als wäre man jetzt komplett in den Wahnsinn abgestiegen und hätte sich seinem Schicksal einfach hingegeben.

Das anschließende "Open Wound" scheint dann das komplette abgleiten in den Wahnsinn zu porträtieren: Direkt zu Beginn startet der Song (wieder eingeleitet mit einem kurzen Ambientpart) schnell und hektisch. Die Gitarren wirken fiebrig, erschaffen dadurch eine unglaublich unangenehme Atmosphäre. Man hat das Gefühl als würde man sich durch einen Fiebertraum bewegen: Schatten huschen um einen herum, werden jedoch nur als verschwommene Schemen wahrgenommen. Der Gesang ist gehetzt, die einzelnen Worten wie unter Wahn und gehetzter Paranoia hervorgekreischt. Ab 02:20 Minuten geht der Song nach einem markerschütternden Schrei in das mittlere Tempo über und ab hier gibt es nur noch einen Weg: Hinab in die Dunkelheit, hinab in die Verzweiflung, hinab in den Wahnsinn. Eine Textzeile wie: Light the flame and feel the wound. Become the darkness and walk into the light beschreibt die Atmosphäre dann eigentlich auch perfekt. Man befindet sich jetzt fast auf dem Gipfel des Wahnsinns, der Selbsterhöhung, hat (nur für sich und in seiner eigenen kleinen Welt) verstanden zu was man geworden ist. Der Up-Tempo Part zwischen 03:50 Minuten und 04:51 Minuten ist ein kurzer Ausbruch, ein letztes aufbäumen gegen den Wahnsinn, aber leider ohne jeglichen positiven Effekt - im Gegenteil: Man steigt nur noch tiefer in diesen finsteren Abgrund hinab, kalt lächelnd, weil man akzeptiert hat, dass es keinen anderen Weg gibt.
Fast schon mantraartig endet der Song der mit den Worten Light the flame and feel the wound. Become the darkness and walk into the light. - musikalisch nimmt der Song am Ende noch mal ein wenig Geschwindigkeit auf, bevor er wieder recht abrupt mit den Worten: Temptation rising It’s getting stronger. Digging deeper. A bleeding heart! endet.

Nach diesem Höllenritt wirkt das anschließende "Armoured in Pride" fast schon aufbauend. Auch dieser Song beginnt wieder im langsamen bis mittleren Tempo und verströmt wieder diese ungute und einfach nur finstere Atmosphäre. Allerdings wirkt es diesmal so, als hätte man einen Moment des klaren Denkens. Das ganze Lied wirkt merkwürdig kalt und diktierend. Als würde man die Gefühle, die man in den vorherigen Liedern durchlebt hat mit wissenschaftlichen Interesse analysieren und versuchen sie zu kategorisieren, damit sie besser versteht und vielleicht auch besser mit umgehen kann. Der schnelle Abschnitt, der ab 02:11 Minuten einsetzt lässt nochmal kurz was von dem Wahnsinn aufleben, der in den vorherigen Songs vorherrschte, aber selbst hier wirkt alles kalt und irgendwie klar. Der Gesang trägt dabei viel zu dieser Atmosphäre bei. Geradebei dem eiskalt hervorgetragene: For ignorance is bliss! läuft es mir jedes mal kalt den Rücken herunter. Ab und an ertönen auch noch mal hohe Schreie und ab 03:54 Minuten blitzt auch nochmal dieser Wahnsinn auf, aber im großen und Ganzen bleibt der Song eiskalt und dadurch weniger emotional. Aber gerade diese Emotionslosigkeit wirkt nach den vorherigen Songs wie ein Hammerschlag: Dieser Song zieht einen mehr herunter, als alles was davor kam. Es handelt sich dabei einfach um einen atmosphärischen Meisterstreich der Band: Dadurch, dass man so einen Song an dieser Stelle platziert hat, wird dieses ungute Gefühl, was die vorherigen Songs erzeugt haben nur noch mehr verstärkt.

"Greatest of All Species" lässt von dieser kalten Atmosphäre dann überhaupt nichts mehr erahnen...hier herrscht wieder der Wahnsinn vor. Der wieder mit einem düsteren Ambientpart startende Song erzeugt schon am Anfang eine so düstere Atmosphäre, die durch den einsetzenden Gesang nur verstärkt wird, dass man direkt wieder weiß ab jetzt geht es mental weiter bergab. Ab 01:45 Minuten geht der Song auch direkt in das Up-Tempo, der Gesang wird diesmal etwas heiserer als bei den vorherigen Songs, was irgendwie so unglaublich kaputt klingt. Ab 02:40 Minuten geht der Song, eingeleitet durch einen hohen, verzweifelten Schrei, in einen doomigen Part über. Der Gesang bleibt dabei eher ein Geheule, von diesem eiskalten und wuterfüllten Wahnsinn ist nicht mehr viel da - jetzt herrscht nur noch Verzweiflung vor.
Gerade durch den Gesang wird man hier in einen tiefen Abgrund hinabgezogen und verschluckt, dass man fast schon Angst bekommen kann. Ab 05:33 Minuten geht der Song wieder in das schnelle Tempo zurück und es ändert sich auch wieder die Stimmung: Der Gesang wirkt wieder etwas gefasster, die Verzweiflung ist wieder der Wut und dem Wahnsinn gewichen.

"Back into the Ocean" arbeitet dann erstmalig mit klaren Gesang im Hintergrund, was dem ganzen Lied und der wahnsinnigen, düsteren Atmosphäre ein wenig mehr Intensität verleiht.
Ansonsten passiert in diesem Lied leider auch nicht so viel...es greift eigentlich all das auf, was in den vorherigen Songs schon zum Einsatz kam. Bis auf den Klargesang bleibt das Lied deshalb ein wenig emotionslos.
Dafür trumpft die Band mit dem abschließenden "No Escape" nochmal richtig auf: Das (natürlich) wieder mit einem Ambientpart startende Lied erzeugt direkt ab 01:04 Minuten, sobald die Gitarren einsetzen, diese verzweifelte, wahnsinnige und einnehmende Atmosphäre. Der Song startet dann direkt auch mit so einer niederschmetternden und einfach nur deprimierenden Textzeile, dass wir jetzt ganz genau wissen, das wir am Ende unserer Reise angekommen sind: Day on and off It’s just the same old struggle! Diese Worten werden dabei so verbittert und verzweifelt vorgetragen, dass man den Schmerz den diese Worte mit sich bringen fast körperlich spüren kann. Ab 02:24 Minuten geht es in dann wieder in einen schnellen Part und dabei sorgen gerade die Gitarren im Hintergrund für eine extrem verzweifelte Atmosphäre, es wirkt fast so als würde sich eine Schlinge immer fester um den Hals zuziehen. Dabei kommt wieder dieser heulende Gesang zum Einsatz, der alles nochmal tiefer in diese finstere Atmosphäre hinabzieht.
Der Wechselt dann immer wieder zwischen den schnellen, langsamen und den Parts im mittleren Tempo hin und her, dabei variiert der Gesang immer wieder und greift dabei alle Stimmungen auf, die in den vorherigen Songs zum tragen kamen. Ab 05:52 Minuten endet das Lied (und damit das Album) dann so wie das Album begonnen hat: Mit dieser klaren, leicht brüchigen und komplett verzweifelt klingende Stimme.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachdem die letzte Vorstellung längentechnisch ein wenig aus dem Ruder gelaufen ist möchte ich mich heute mal ein weniger kürzer fassen (für meine Verhältnisse :D Edit: hat nicht geklappt, sorry)
Und zwar läuft seit Tagen das Moonlight Sorcery Debut-Album "Horned Lord of the Thorned Castle" in Dauerschleife bei mir.

Cover:
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Tracklist:
01. To Withhold the Day
02. In Coldest Embrace
03. The Secret of the Streaming Blood
04. Yönsilmä
05. Vihon Verkaa takaa
06. The Moonlight Dance of the Twisted Jesters Blood-Soaked Rituals
07. Fire Burns the Horizon
08. Into the Silvery Shadows of the Night
09. Suden tie (Wolven hour Part II)

Links:
Bankdcamp: https://moonlightsorcery.bandcamp.com/album/horned-lord-of-the-thorned-castle
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=2EePImr70Jg&list=RD2EePImr70Jg&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Moonlight_Sorcery/3540502461

Ich glaube der Sound der Band ist so eine "Love it, or Hate it" Geschichte. Würde man die Musik beschreiben wollen wäre "Rhapsody spielen Black Metal" wohl eine adäquate Beschreibung des gewählten Musikstils.
Das beginnt schon beim massiven Keyboardeinsatz, (der Opener "To Withhold day" macht hier schon unmissverständlich klar, was einem auf dem Album erwartet) Gitarrenmelodien, Gitarrensoli und generell viel Gitarrenarbeit die einen an europäischen Power Metal erinnern. Das einzige was an diesem Album Black Metal ist, ist der tolle Kreischgesang von Ruttomieli. Wer seinen Black Metal also eher klassisch mag sollte einen ganz, gaaaanz, gaaaaaaaaaaaaaaaaanz weiten Bogen um dieses Album machen. Alle anderen, die grundsätzlich keinen Problem mit solch einem Stil haben, feiern das "Horned Lord of the Thorned Castle" wahrscheinlich total ab. Wenn man auf diesen dudelligen Musikstil steht beinhalt das Album nämlich alles was das Herz begehrt....und wie bereits geschrieben macht der Opener schon klar, was einem auf dem Album erwartet. Auch zeigt der Opener welch gutes Händchen die Band für tolle Melodien und epische Momente hat. Allein schon dieser Part, wenn es ab 01:38 Minuten in den Doublebass geht, diese wunderbare Gitarrenmelodie und ab zwei Minuten das Gitarrensolo einsetzt verursacht jedesmal Gänsehaut bei mir. Man merkt in solchen Momenten auch wie gut Gesang, Instrumente und die ganzen Gitarrensoli ect. auf einander abgestimmt sind.

Das ist etwas, was das Album auch so toll macht: Die druckvolle und sehr gute Produktion, die trotz allem für eine gewisse Räudigkeit und ein wenig Dreck in den Songs sorgt, sodass das die Lieder nie zu zahnlosen Kitsch Hymnen werden. Der zweite Song "In Coldest Embrace" startet dann direkt mit einer Mischung aus sich auftürmenden Gitarren und massiven Keyboardeinsatz und klingt dabei einfach nur so unfassbar gut. Ich könnte mir in solchen Momenten dann auch tatsächlich vorstellen, dass die Musik als Bossmusik für irgendein Action-RPG herhalten könnte. Und auch beim zweiten Song reiht sich tolle Melodie and tolle Melodie und lassen den Hörer so in eine komplett andere Fantasy Welt abtauchen. Das Gitarrensolo ab 02:02 Minuten kann einfach alles und wird mit soviel Herzblut und Leidenschaft vorgetragen, dass man einfach vor der musikalischen Genialität der Band niederknien möchte. Mega gut kommt dann auch der anschließende Abschnitt, wenn das Lied ab 02:45 Minuten in einen kurzen Blast Part übergeht und so zusammen mit den Keyboards eine feierliche und heroische Atmosphäre erschafft. Mit dem dritten Song "The Secret of Streaming Blood" haben wir dann den ersten Longtrack des Album (über sechs Minuten Spielzeit) und hier zeigt die Band wie gut sie längere und epische Lieder schreiben kann. Allein diese Gitarrenmelodie die man bei 00:51 Minuten das erste mal hört lässt mein melodieverliebtes Herz höher schlagen. Wenn es dann auch wieder in den Doublebass-Part übergeht und man diese "dröhnenden" Gitarren im Hintergrund hört ist es vollends um mich geschehen. In den ersten 2,5 Minuten des Liedes wird zwischen diesen beiden Parts immer hin- und her gewechselt bis ab ca. 02:50 Minuten das Lied in einen Up-Tempo Part geht, bevor es ab 03:05 Minuten mit den Worten "And the night draws to a close and the darkness begins to disclose" in einen recht düsteren, aber auch super epischen Part übergeht. Nach gut vier Minuten batteln sich dann wieder die wunderbare Gitarrenmelodie und das Keyboard darum wer für mehr Gänsehaut sorgen kann.
Ab 04:45 Minuten geht es dann, wieder stilvoll mit den Worten "What What will remain when everything is said and done?" in ein Gitarrensolo über, was auch wieder so herrlich gut rüberkommt.
Enden tut der Song dann mit einem Blast-Part, der nach den ganzen extrem melodiösen Parts schon ein wenig garstig rüberkommt.

Mit dem anschließenden "Yönsilmä" geht es dann erstmal etwas ruhiger weiter, wird das Album doch einem knapp eine Minuten langem Intro eingeleitet, bevor es richtig losgeht.
Aber dafür dann umso epischer....wenn ab 01:23 Minuten das Schlagzeug einsetzt, sich der Song (die Gitarren und das Keyboard) irgendwie langsam aufzubauen scheint bis es dann losgeht sorgt schonmal für die ein, oder andere Gänsehaut. Das Lied selber ist dann eigentlich recht langsam (=mittleres Tempo) gehalten, was der Band aber auch sehr gut zu Gesicht steht. Wirkt die Musik so doch um einiges epischer und lässt den bereits geäußerten Action-RPG Vergleich wieder aufleben. Generell besitzt der Song so schöne, melancholische Melodien (ab 02:04 Minuten gut hörbar), dass ich jedesmal die Augen schließen kann/möchte und meine ganz eigene Geschichte um den Song herumdenken will. Das ab 04:10 Minuten einsetzende Gitarrensolo greift diese leicht melancholische Atmosphäre wieder auf und ist (wie jedes Gitarrensolo auf dem Album) mal wieder eine Wucht. Für mich einer der stärksten Songs auf einem Album, das nur aus starken Songs besteht.
Mit "Vihan verhoon takaa" kommt dann wieder eine kurze Up-Tempo Hymne wo die Band wieder Melodien und Gitarrensoli aneinanderreihen wo ich mich jedesmal frage wie man so konsequent so großartige epische Momente in einen knapp drei Minuten andauernden Song unterbringen kann. Ab 02:39 Minuten kann man sogar (sehr kurz) meinen liebsten Part auf dem Album hören...einfach nur klasse was die Band da abliefert.

"The Moonlight Dance of the Twisted Jesters Blood-Soaked Rituals" ist dann eine Instrumental Nummer, die mit einem narrenhaften Lachen eingeleitet wird. Dieses Lachen kommt immer mal wieder in dem Song vor, was ich persönlich jetzt nicht gebraucht hätte, aber es nervt auch nicht unbedingt. Der Song greift eh ganz tief in die Kitsch-Kiste :D Gerade wen ich ab 01:28 Minuten kurz das Rabengekrächze höre muss ich schonmal breit grinsen. Und so komplett ohne Kreischgesang ist an dem Song wirklich gar nichts mehr Black Metal: Hier reihen sich wirklich tolle Gitarrenmelodien an noch tollere Gitarrensoli (00:30 Minuten und 02:30 Minuten - zum niederknien!) aneinander, womit sich der Song auch wirklich gut auf dem Album irgendeiner guten Euro-Power Metal band machen würde.
Ich mag das Lied, gerade wegen dieses Over-the-top-Kitschfaktores extrem gerne. Mit "Fire Burns the Horizon" kommt dann tatsächlich ein Song, der halbwegs klassisch schwarzmetalisch startet und zumindest gar nicht so melodieverliebt rüberkommt wie die vorherigen Songs. Dadurch das die vorherigen Songs wirklich so extrem melodiös waren kommt das jetzt richtig gut und sorgt dafür, dass das Album ein wenig "bodenständiger" wirkt (anders kann ich es nicht ausdrücken). Das Keyboard ist bei dem Song eher im Hintergrund, sodass hier tatsächlich mehr Fokus auf die Gitarren gelegt wird. Aber Moonlight Sorcery wären nicht Moonlight Sorcery, wenn sie die Gitarrensoli vergessen würden. Derer haben wir auch zwei in dem Song, das erste setzt ab 02:04 Minuten ein und das zweite wird mit einem epischen Part und den Worten
Sharpening our swords of godless soil and steel of never ending death on that holy silvery nightfall eingeleitet. Das Lied macht echt Spaß und zeigt auch, dass die Band auch tolle Lieder schreiben kann, wenn man den Keyboardeinsatz mal ein wenig zurückfährt.

Bei "Into the Silvery Shadows of the Night" handelt es sich dann um die Ballade des Albums...also wir sprechen hier von einer Ballade im Moonlight Sorcery Kosmos. Mit einer wehmütigen und traurigen Gitarrenmelodie eingeleitet startet der Song ab 00:46 Minuten im langsamen Tempo und erzeugt dabei eine tieftraurige Atmosphäre. Gerade das orgelartige Keyboard im Hintergrund sorgt für eine Sakrale Atmosphäre. Um den Action-RPG Vergleich nochmal zu bemühen: Mir kommt bei dem Song irgendwie immer ein Bosskampf aus Dark Souls, oder Elden Ring in den Kopf. Die hier erzeugte Atmosphäre passt einfach perfekt in solch ein Spiel. Ab 02:11 Minuten nimmt das Lied dann an Geschwindigkeit auf, aber nicht so virtuos wie in den vorherigen Songs - diese gedrückte, deprimierte Atmosphäre bleibt weiterhin bestehen und verdichtet sich sogar noch. Ab 02:42 Minuten setzt zudem noch ein Gitarrensolo ein, was bis zum Ende des Liedes gespielt wird und dem Song nochmal direkt ein wenig mehr Traurigkeit hinzufügt.
Generell ist das Lied einfach nur schön, auch weil das Gitarrensolo den Song ab 03:37 Minuten in eine etwas hoffnungsvollere Richtung drückt. Auch schön, wie das Gitarrensolo, unterstützt mit den Worten
She steps into the light and smiles, her womb, glistening in rays of my sun growing a dust of decades walk now, into the silvery shadows of my night ab 04:28 Minuten in eine Keyboardmelodie übergeht, die den Song dann auch ganz ruhig beendet.

Nun...da die Band uns aber nicht mit einer traurigen Stimmung in die Nacht entlassen möchte gibt es am Ende mit "Suden Tie (Wolven Hour Part II) nochmal eine schnelle und virtuose Hymne, die nochmal zeigt wie gut die Band Melodien, Keyboard und epische Momente miteinander verweben kann ohne in sinnlosen Kitsch abzudriften. Generell transportiert der Song eine recht positive und kämpferische Atmosphäre. (Man höre nur mal den Part zwischen 01:04 Minuten und 01:30 Minuten mit dem Gitarrensolo). Zudem spielt sich die Band bei dem Song in einem unglaublichen Rausch als würde sie nochmal allen zeigen wollen, was sie so kann. Wirklich: Je länger der Song andauert desto intensiver wird er. Besonders krass wird es in meinen Ohren, wenn ab ca. sechs Minuten der Abschlusspart einsetzt und auch der Gesang aus seinem typischen Gekreische ein wenig ausbricht und mehr zu einem brüllen wird (gut nachzuhören ab 07:13 Minuten) . Man hat hier wirklich das Gefühl, dass der Sänger hier fast komplett dem Wahnsinn verfallen ist.
Enden tut der Song dann mit einem schön gespielten Gitarrensolo. Ein wirklich toller Abschlusssong für ein grandioses Album!

Ich habe mir das Album damals direkt zu Release geholt, schon damals hat es mich gut abgeholt, aber dennoch nicht so krass wie es mich jetzt begeistert.
Keine Ahnung warum, aber das ganze Album löst einfach unglaublich positive Gefühle in mir aus - ich hatte das Album beim wandern laufen und plötzlich war alles gar nicht mehr so schlecht, wie man es sich eingeredet hat. Ich habe alles in einem positiveren Licht gesehen, es gab nicht nur Schatten, sondern plötzlich positive Gedanken, sodass man mache Situationen einfach besser einsortieren konnte und nicht alles negativ sah. Und wer meine Texte und meine "Art des musikhörens" kennt, weiß wie wichtig mir Bands sind, die mich auf emotionaler Ebene ansprechen. Und Moonlight Sorcery schaffen das auf eine so positive und motivierende Art und Weise, dass ich die Band dafür einfach nur liebe!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mir jetzt echt mal Gedanken gemacht wie ich eine kurze, knackige, das Album eigentlich perfekt zusammenfassende Beschreibung liefern kann ohne mich in irgendwelchen endlosen Analogien (und geschwalle) zu verlieren. Ich denke bei meiner liebsten Krisiun habe ich es ganz gut hinbekommen: Krisiun - Conquerors of Armageddon

Cover:
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Tracklist:

01. Intro/Ravager
02. Abyssal Gates
03. Soul Devourer
04. Messiah Abomination
05. Cursed Scrolls
06. Conquerors of Armageddon
07. Hatred Inherit
08. Iron Stakes
09. Endless Madness Descends

Links:
Bankdcamp: https://krisiun-brazil.bandcamp.com/album/conquerors-of-armageddon
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=ElrwDOY67RQ&list=RDElrwDOY67RQ&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Krisiun/197


Album ballert 41 Minuten lang gut durch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mir jetzt echt mal Gedanken wie ich eine kurze, knackige, das Album eigentlich perfekt zusammenfassende Beschreibung liefern kann ohne mich in irgendwelchen endlosen Analogien (und geschwalle) zu verlieren. Ich denke bei meiner liebsten Krisiun habe ich es ganz gut geschafft: Krisiun - Conquerors of Armageddon

Cover:
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Tracklist:

01. Intro/Ravager
02. Abyssal Gates
03. Soul Devourer
04. Messiah Abomination
05. Cursed Scrolls
06. Conquerors of Armageddon
07. Hatred Inherit
08. Iron Stakes
09. Endless Madness Descends

Links:
Bankdcamp: https://krisiun-brazil.bandcamp.com/album/conquerors-of-armageddon
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=ElrwDOY67RQ&list=RDElrwDOY67RQ&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Krisiun/197


Album ballert 41 Minuten lang gut durch.
Alter, eigentlich bin ich der der kurze Reviews schreiben wollte! :D
Spaß beiseite: viel Liebe für dieses Album, war mein Erstkontakt mit der Band (bzw. ein Song von diesem Album auf dem Rock Hard-Sampler damals). Einfach das gnadenloseste was es damals im Death Metal gab und trotz aller Ballerei irgendwie trotzdem Old School. So, glaube jetzt muss ich schauen dass ich heut Abend auch mal wieder ein Review raushaue.
 
Alter, eigentlich bin ich der der kurze Reviews schreiben wollte! :D
Spaß beiseite: viel Liebe für dieses Album, war mein Erstkontakt mit der Band (bzw. ein Song von diesem Album auf dem Rock Hard-Sampler damals). Einfach das gnadenloseste was es damals im Death Metal gab und trotz aller Ballerei irgendwie trotzdem Old School. So, glaube jetzt muss ich schauen dass ich heut Abend auch mal wieder ein Review raushaue.

Keine Angst...beim nächsten Review ergebe ich mich wieder endlos langen Texten! :D
Bei mir war es die zweite Krisiun. Habe die Band damals mit der "Southern Storm" kennengelernt und die hat mich schon komplett umgehauen. Auf der Tour haben sie dann ein paar Songs von der "Conquerors of Armageddon" gespielt und die haben mich direkt noch mal mehr mitgenommen. Nach dem Auftritt auch direkt das Album eingetütet und auch auf CD lieben gelernt.
 
Keine Angst...beim nächsten Review ergebe ich mich wieder endlos langen Texten! :D
Bei mir war es die zweite Krisiun. Habe die Band damals mit der "Southern Storm" kennengelernt und die hat mich schon komplett umgehauen. Auf der Tour haben sie dann ein paar Songs von der "Conquerors of Armageddon" gespielt und die haben mich direkt noch mal mehr mitgenommen. Nach dem Auftritt auch direkt das Album eingetütet und auch auf CD lieben gelernt.
Ich glaub auf der Tour war ich auch auf nem Konzert. War das die mit Rotting Christ und Ravencult?
 
Machen wir weiter mit einem Album aus diesem Jahr was mich komplett überrascht und sich innerhalb kürzester Zeit zu einem meiner Jahreshighlights gemausert hat.
Ich spreche von dem Debut Album "Хвърковата чета" der Band Hajduk.

Cover:
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Tracklist:

01. Кърваво писмо
02. Непобедима
03. Ударите
04. Дим до бога
05. Три бюлбюла
06. Черната река

Links:
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=7Uw7s3x2thE&list=RD7Uw7s3x2thE&start_radio=1
Bandcamp: https://hajduk.bandcamp.com/album/--6
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Hajduk/3540458364

Aber ich muss ja gestehen, dass die Faszination für das Album erst bei dem dritten mal hören so richtig eingesetzt hat. Mir wurde die Band öfters bei Bandcamp (und auch hier im Forum) vorgeschlagen und schon allein wegen dem Cover habe ich mir fest vorgenommen da mal reinzuhören. Ich möchte bei Hajduk auch nochmal explizit das Bandlogo loben, passt das doch wirklich gut zum musikalischen Stil den die Band gewählt hat: Urig, knorrig, aber trotzdem mit einer archaischen Schönheit versehen, die einen auf eine gedankliche Reise mitnimmt und zumindest für einen kurzen Moment den Alltag vergessen lässt.
Die Band war mir bis zu ihrem Debut-Album komplett unbekannt, ich kannte zum Beispiel auch die 4-Way Split nicht, auf der unter anderem auch Nimbifer (deren "Der böse Geist" Album war mein Album des Jahres im Jahr 2024 - generell mag ich die Band extrem gerne und bin am überlegen ob ich hier mal die Zusammenstellung der ersten und zweiten Demo vorstelle, die über Vendetta Records veröffentlicht wurde) zwei Songs beigesteuert haben - einen Umstand den ich, zumindest durch digitales reinhören, geändert habe.

Generell fährt die Band einen Sound der mit sehr vielen Nimbifer-Vibes daherkommt, wahrscheinlich hat es auch deshalb ein wenig gedauert bis sich mir "Хвърковата чета" komplett erschlossen hat.
Aber als es dann endlich "klick!" gemacht hat war ich umso mehr begeistert von dem Album, das fängt schon bei dem tollen Opener "Кърваво писмо" an, der nach einer kurzen Gitarrenspielerei ab 00:13 Minuten loslegt und direkt diese wunderbaren Riffs/Gitarrenmelodien (nenne ich jetzt einfach mal so) inne hat, die mich auch schon bei Nimbifer so fasziniert haben: Diese aggressiven, aber dennoch mit einer leicht romantischen Note versehenen Gitarren, die eine unglaublich dichte und einnehmende Atmosphäre erschaffen. Gerade der Opener ist wie einer wilder ritt zu Pferde: Das Schlagzeug wechselt immer mal wieder zwischen Up-Tempo-Passagen, stampfenden Abschnitten um mittleren Tempo und irgendwie wie ein holpriger Ritt anmutenden schnelleren Passagen (hier habe ich das Gefühl, als würde das Schlagzeug hinterherhängen - man vergleiche den Part ab 01:00 Minuten, vielleicht kann man es so besser verstehen was ich meine), aber gerade die letztgenannten Passagen sind der absolute Wahnsinn und machen den Opener so großartig. Toll finde ich auch wie der Song nach einer kleinen Verschnaufpause ab ca. 03:25 Minuten in den stampfenden Mid-Tempo übergeht und dadurch eine schön epische Atmosphäre verbreitet.
Gerade durch die wunderbare Gitarrenarbeit kommt hier auch so eine kleine, warme Melancholie zum tragen, die mir jedes mal wohlig warme Schauer über Rücken und durch die Seele jagt.

Auch der Gesang passt auf dem Album einfach super...wirkte er beim ersten mal hören irgendwie noch komplett gelangweilt, teilnahmslos und irgendwie nicht passend, entwickelte er sich spätestens ab dem dritten mal hören zu einem wunderbaren Element, das den Songs noch zusätzliche Atmosphäre verleiht und durch das urige und knorrige geknarze noch ein wenig mehr zu dieser archaischen Atmosphäre beiträgt.
Im Zweiten Song "Непобедима" (mit seinen 8,5 Minuten das längste Lied auf dem Album) geht es dann so weiter wie im Opener, aber diesmal klingen die Gitarren ein wenig aggressiver, weniger verträumt (und nun ja: romantisch). Das Lied startet wieder schnell und recht bald setzt auch wieder dieser wunderbar knorrige Gesang ein, der diesmal, und das hat mich echt positiv überrascht, durch stark verzerrte cleane Vocals verstärkt wird (das erste mal bei 01:08 Minuten), wonach jedesmal auch die Geschwindigkeit ein wenig gedrosselt wird, was dem Song extrem gut, weil so ein wenig mehr Dynamik erzeugt wird.
Auch herrscht in diesem Song wieder der stetige Wechsel, zwischen diesen "holprigen-einem-Ritt-ähnelnden-Passagen" (Patent für diese Beschreibung von Musik ist bereits beantragt!), mittleren stampfenden Passagen und richtig schnellen Abschnitten. Besonders hat es mir das Ende angetan, wo ab 05:30 Minuten richtig schön schnell drauflos geprügelt wird.
Allgemein erzeugen alle Lieder auf dem Album so eine herrliche monotone, aber dadurch wahrscheinlich so einnehmende Atmosphäre, in die man sich herrlich fallen lassen kann um wirklich alles um sich herum vergessen zu können (auch das sollte ich mir so langsam patentieren lassen....).

Mit "Ударите" haben wir dann den mit Abstand härtesten und aggressivsten Song auf dem Album, der sich so anhört als würde eine Kavallerie (ähnlich wie auf dem Cover) zum Angriff übergehen. Ein schneller und furioser Beginn, eingeleitet von einem "Ugh!", macht unmissverständlich klar wohin die Reise mit diesem Song geht. Auch wirkt der Gesang diesmal herrlich angefressen, nicht so teilnahmslos, oder besser gesagt: erklärend, wie eine Stimme aus dem Off, wie auf den vorherigen Songs. Aber dennoch weiß das Lied noch gut zu überraschen, wenn es ab 01:45 Minuten in den stampfenden Rhythmus übergeht und ein Keyboard im Hintergrund erklingt. Aber das wird so dezent und gut eingesetzt, dass man die dadurch erzeugte Atmosphäre jetzt fast mit dem Messer schneiden kann. Nach einem kleinen, etwas langsameren Abschnitt nimmt das Lied wieder fahrt auf, hat nochmal ein kleines atmosphärisches Zwischenspiel bei ca. 04:30 Minuten, bevor es dann sehr schnell zu Ende geht.
"Ударите" ist durch seine Machart mein zweitliebster Song auf dem Album.
Bei "Дим до бога" handelt es sich dann um den kürzesten Song des Album, der komplett im mitterlen Tempo vorgetragen wird. Auch wirkt der Song recht deprimiert, melancholisch und "schlurft" (im positiven Sinne!) vor sich hin. Aber gerade durch diese langsame Monotonie ist der Song der perfekte Ausgleich zu den vorherigen, doch sehr wilden Liedern. Besonders angetan hat es mir hier der Part ab 01:45 Minuten, wenn bis auf die Gitarren und das leise Keyboard im Hintergrund alle Instrumente aussetzen für einen kurzen Moment nur um dann im sehr langsamen und doomigen Tempo voran zu marschieren.
Generell habe ich bei dieser Passagen immer das Gefühl als würde ich in der Nacht an einer Klippe stehen, den Blick zum Mond gerichtet und in Gedanken versinken. Eine fast schon kindlich naive Vorstellung von Romantik - so herrlich schön, aber macht Naivität nicht Romantik aus?
Zurück zur Musik: Schöner Song, der mit seinen 4,5 Minuten auch die richtige Spielzeit hat.

Und dann kommt "Три бюлбюла"! Der Überhit! Das Lied wird von einem Frauenchor/Frauengesang eingeleitet, der eine sakrale Atmosphäre verbreitet bevor der Song dann ab 0:20 Minuten im langsamen Tempo startet. Dazu knarzt der Gesang einzelne, langgezogene Worte hervor was dem Ganzen direkt nochmal mehr Atmosphäre und Gänsehaut-Momente beschert. Wenn dann ab 01:32 Minuten zum ersten mal der knarzende Gesang, das Keyboard und der Frauengesang zusammentreffen läuft mir einfach nur eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Und mehr passiert in diesem Song auch nicht....aber mehr muss auch nicht passieren, denn dieser Wechsel zwischen diesen sakralen und feierlich anmutenden und "normalen" Black Metal-artigen Passagen ist einfach ausreichend, weil so herrlich genial.
Einen Abschnitt möchte ich jedoch nochmal hervorheben und zwar wenn der Song bei 02:24 Minuten Tempo aufnimmt, dann ab 02:45 Minuten das Keyboard einsetzt und anschließend direkt wieder in den Stampf-Rhythmus zurückgeht und der Frauengesang einsetzt. Diesmal ist der Gesang auch ein wenig mehr in den Vordergrund gemischt, sodass die Atmosphäre noch dichter und einnehmender wird. (auch wird nach diesem kurzen Abschnitt der normale Normal Gesang durch diesen stark verzerrten Gesang wie in "Непобедима" verstärkt). Das Ende, was so ab Minute fünf eingeleitet wird kann dann nochmal alles. Ein wirklich perfekter Ausklang für einen perfekten Song. Für mich auch der beste Song auf dem Album und auch eines der besten Lieder die in diesem Jahr veröffentlicht wurden.

"Черната река" ist in meinen Ohren ein sehr langes, atmosphärisch sehr dichtes Outro, was durch seine schwirrenden Gitarren, den knarzenden Gesang und den dezenten Keyboard Einsatz lebt.
Das Lied ist pure Monotonie, die aber, so wie es die Band auch bei den anderen Lieder geschafft hat, nicht langweilig rüberkommt, sondern einnehmend, zum träumen verleitend und einen schönen Abschluss für ein wirklich tolles Album bildet. Den Up-Tempo Part ab 06:33 Minuten hätte ich jetzt persönlich nicht gebraucht, aber er stört auch nicht.

Und so endet ein Album, was ich gut und gerne als Überraschungshit in diesem schon sehr starken Veröffentlichungsjahr bezeichnen würde.
Jeder der Bands wie Nimbifer mag, oder generell gut gemachten Raw-Black Metal mit dezenten Keyboard Einsätzen und Melodien mag sollte diesem wirklich sehr, sehr gutem Album eine Chance geben und zumindest mal reinhören.
 
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