DrLocrian
Deaf Dealer
Der hat aber die schöne Love will tear us apart-Melodie.Den Up-Tempo Part ab 06:33 Minuten hätte ich jetzt persönlich nicht gebraucht, aber er stört auch nicht.
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Der hat aber die schöne Love will tear us apart-Melodie.Den Up-Tempo Part ab 06:33 Minuten hätte ich jetzt persönlich nicht gebraucht, aber er stört auch nicht.
War auch mein erster Eindruck, gefällt mir ganz gut die Scheibefühlt sich irgendwie an wie Bathory in Space. Gerade wenn dann ab 01:52 Minuten noch Keyboard und der leise Chor hinzukommen. Die Band spielt hier dann sozusagen Spaceland

Sehr schöner Text. Summoning begleiten mich nun auch annähernd 25 Jahre und auch wenn sie teilweise monatelang ignoriert werden, ist dies dennoch oder gerade deswegen vielleicht eine der Bands, die mich vermutlich bis ins Grab begleiten werden. Alles nach der Stronghold kommt zwar vergleichsweise wenig auf den Teller, aber warum auch: Minas Morgul, Dol Guldor, Lost Tales und Stronghold als Grand Epos, mehr brauch ich nicht, auch wenn mir die neueren Werke auch gut reingehen.Nun....weiter geht es direkt mit meinem Lieblingsalbum, meiner Lieblingsband:
(Und irgendwie habe ich die Vermutung das früher, oder später alle Alben der Band in diesem Thread landen)
Stronghold von Summoning.
Cover:
![]()
Tracklist:
01. Rhun
02. Long Lost to Where No Pathway Grows
03. The Glory Disappears
04. Like Some Snow-White marble Eyes
05. Where Hope and Daylight die
06. The Rotting Horse on the Deadly Ground
07. The Shadow Lies frozen on the Hills
08. The Loud Music of the Sky
09. A Distant Flame before the Sun
Links:
Bandcamp: https://summoning.bandcamp.com/
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=SuoR8wEW0Bo&list=RDSuoR8wEW0Bo&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Summoning/29
Ich habe es ja schon mehrmals hier im Forum geschrieben, auch schon mit sehr großer Leidenschaft, aber ich kann mich einfach nur immer und immer wiederholen...Summoning ist einfach meine Band, die ich über alles Liebe. Es gab jetzt zwar mal ne Zeit wo ich sie nicht sooo oft gehört habe, viel viel andere Musik hat in dieser Zeit meine Aufmerksamkeit verlangt, aber der Drang die Band wieder öfters aufzulegen ist immer da. Die Plätze 2 bis 10 (ich nehme die Nightshade Forests und die Lost Tales EP mit rein da ich beide extrem gerne höre) tauschen munter durch mit den Platzierungen. Es gibt wirklich nur ein Album der Band was sich immer, und daran wird es nie etwas zu rütteln geben, auf Platz 1 innerhalb der Diskographie bei mir hält: Die Stronghold
Sie ist für mich einfach das ultimative Album der Band und wahrscheinlich auch generell mein liebstes Album aus dem epischen BM Bereich. Summoning klangen nie abwechslungsreicher, düsterer, härter und atmosphärischer als auf diesem Album. Hier passt einfach jeder Ton, nichts wirkt irgendwie billig, oder lieblos dahingeschleudert (was meiner Meinung nach auf keinem Summoning Release der Fall ist).
Das Album zeigte mir welche Gefühle, welche emotionalen Ausbrüche, ja sogar welche Kraft der Musik von Summoning innewohnen kann.
Stronghold beginnt schon mit dem perfekten Intro, es ist absolut unkitschig, kein bisschen bombastischen sondern stimmt einfach nur auf das folgende ein. Long "Lost where no Pathway Goes" ist dann der Opener und zeigt mit seiner simplen, aber dennoch effektiv Melodie wie man einen super Einstieg in das Album hinbekommt. Dazu der verzweifelte und leicht resignierte Gesang bevor es im Refrain sogar soetwas wie Hoffnung gibt und die düstere Atmosphäre ein wenig auflockert, bevor alles wieder in dieser melancholischen Hoffnungslosigkeit versinkt. Ich liebe diesen Opener echt am meisten...ich meine Summoning haben eigentlich immer sehr gut Eröffnungslieder für ihre Alben, aber ich finde "Long Lost where no Pathway goes" hat irgendwie noch etwas besonderes...liegt es an der verträumten Grundausrichtung, oder an dem sehr ruhigen Songverlauf? Ich kann es nicht erklären, aber vielleicht ist es gerade das, was mich so fasziniert. Mir fehlen einfach die Worte um diese wunderschöne Musik gut beschreiben zu können.
Das anschließende "The Glory Disappears" ist im Gegensatz zum tollen Opener fast schon aggressiv, wirkt aber weniger düster und melancholisch als der Beginn...hier hat man schon eine feierliche Atmosphäre, die aber nie in großen Kitsch, oder Fremdschämen abdriftet. Es ist halt diese typische Summoning-Gradwanderung, die auch nur diese Band so gut hinbekommt. Egal wie kitschig die Songs sind, oder wie viel Keyboard verwendet wird (gerade auf der Dol Guldur gibt es ja den einen, oder anderen Song, der manchen sauer aufstoßen könnte) die Musik wird dabei nie unangenehm. Und da man auf der Stronghold generell das Keyboard ein wenig zurückgefahren hat, es nicht mehr ganz so dominant im Vordergrund agiert, wirkt das hier gehörte nochmal um einiges erdiger und auch härter.
Aber egal wie: Summoning schaffen es einfach immer, egal ob mit viel Keyboard, oder mit wenig Keyboard, großartige und wunderbare Musik zu erschaffen.
Und generell ist die Stronghold da, wie bereits geschrieben, mit am Abwechslungsreichstem.
Zudem hat die Band mit dem grandiosem "Where Hope and daylight die" ihren für mich zweitbesten Song enthalten, gerade weil dieser durch die Opernsängerin auch eher Summoning untypisch ist.
Aber dieser Song lässt immer Bilder vor meinem inneren Augen entstehen, die mir jedes mal Gänsehaut bescheren:
Mir spuken bei dem Lied immer Bilder einer epischen Schlacht im Kopf herum, beide Seite geben sich keinen fingerbreit, es wird erbittert, brutal und mit voller Wut gekämpft.
Der Himmel verdunkelt sich währenddessen, erster Regen fällt und taucht die ganze Szenerie in ein unwirkliches Licht (ca. so wie die Festung auf dem Cover) und es dämmert einem: Diese Schlacht ist verloren. Für beide Seiten. Egal wer den Sieg davonträgt, er wurde mit so einem hohen Blutzoll errungen, dass sich selbst der Sieg wie eine Niederlage anfühlt.
Als dieser Gedanke sich in den Köpfen der Streitenden festsetzt und sich beharrlich weigert den einmal eingeschlagenen Weg wieder zu verlassen, setzt eine Furcht bei den Kriegern ein, die schlimmer ist als jede Niederlage, als jeder Schwerthieb, als jeder Stich mit Lanze, als jeder Pfeil der Körper, Kopf und Seele durchbohrt: Hoffnungslosigkeit und die Gewissheit der eigenen Vergänglichkeit.
Plötzlich sehen die Krieger keine Ehre mehr im kämpfen, sie realisieren das auf dem Schlachtfeld keine Ehre, kein Stolz gefunden werden kann. Dann, als das Lied ruhiger wird, man nur noch das Keyboard, die wunderschöne Stimme der Sängerin vernimmt, hört das wilde Treiben des Schlachtens für einen Moment auf, die Heere stehen sich gegenüber, die Kämpfer, die Verwundeten, die Streitenden blicken gen Himmel in den Regen, und das dämmrige Licht welches dieses brutale Schlachtfeld in eine geisterhafte Unwirklichkeit taucht, welche manch einen der Krieger glauben lässt er würde bereits im Reich der Toten eine nie endende Schlacht ausfechten, verliere alle streitenden den Mut. Manch einer vernimmt dann diesen wunderschönen Gesang, der trotz seines schönes Klanges nur von Hoffnungslosigkeit, Tod und der Ausweglosigkeit des Krieges erzählt:
In better lands the sun may shine
And green leaves on trees spring
Their opening and blossoming
But here the raven sing
Manch einer Lächelt. Die Schlacht ist verloren. Es gibt keinen Sieg. Keine Niederlagen. Nur den Tod. Mit einer merkwürdigen Ruhe, der Gewissheit, dass man für nichts mehr kämpfen muss als den eigenen Tod geht die Schlacht weiter.
Eine Band, die es schafft solche Bilder mit einem knapp 6,5 minütigem Song vor meinem geistigem Auge vorzuführen verdient einfach meinen allerhöchsten Respekt. Auch wenn der Text eine wahrscheinlich andere Bedeutung hat und nicht unbedingt eine Schlacht beschreibt, finde ich es immer wieder fantastisch welche Bilder die Band in meinen Kopf entstehen lässt.
Die vier nachfolgenden Lieder sind dann vielleicht nicht mehr ganz so malerisch wie der eben beschriebene, aber sie stehen dafür in ihrer musikalischen Qualität kein bisschen hinten an.
Gerade das düstere und für Summoning Verhältnisse sehr Black-Metal lastige "The Rotting Horse on the Deadly Ground" sticht da nochmal heraus. Es ist einfach ein wunderbarer Song, der gerade nach dem tieftraurigem "Where Hope and daylight die" aufhorchen lässt und dadurch einfach noch mehr Wirkung entfaltet.
Ebenso die letzten drei Songs, wovon ich unbedingt nochmal "The Loud Music of the Sky" erwähnen muss. Für mich ein Song, der in der Tradition von Summoning "Khazad Dum" steht (auf der Dol Guldur enthalten). Sehr ruhiger, aber dafür umso einprägsamer Einstieg, sobald die Gitarren einsetzen wird es sehr verzweifelt und melancholisch, der Gesang ist leidend, wirkt leicht abwesend, als würde jedes Wort nur unter Qualen hervorgewürgt werden. Das ganze Lied zieht einen irgendwie runter und lässt ca. 99 % aller DSBM Kombos alt aussehen und wahrscheinlich auch vor Neid erblassen.
Summoning sind einfach meine größte musikalische Leidenschaft und mir kribbelt es da oftmals richtig in den Fingern zu jedem Album so einen langen Text zu schreiben wenn ich ihre Musik höre. Ich muss auch nochmal kurz auf eine Idee von mir eingehen, die ich eigentlich schon sehr, sehr lange mit mir herumtrage: Ich siele schons eit längerem mit dem Gedanken eine Art Summoning Fan Buch zu schreiben. Die Idee dahinter war das man jedes Album in sehr, sehr ausführlicher Art und Weise bespricht, dabei jedoch mehr auf den emotionalen Aspekt Rücksicht nimmt. Sprich: Ich würde beschreiben was die Musik und die Texte für mich bedeuten (zum Beispiel wie bei der oben beschriebenen Schlacht).
Das Buch wäre natürlich dann nur eine Hobbygeschichte, soll nicht verkauft werden oder so. Ich würde wenn auch nur eines für mich machen lassen und dann, das liegt mir dann auch wirklich am Herzen, Protector und Silenius ein Exemplar zukommen lassen. Egal ob sie mich dann für völlig bescheuert halten, oder es mögen und sich sogar bedanken, aber ich möchte den Beiden gerne sagen was mir ihre Musik bedeutet und auch immer bedeuten wird.
Abschließen möchte ich den Text mit folgenden Worten: Summoning ist einfach die beste Band auf der Welt!
1a Soundtrack, um auf dem Balkon (quasi mono durch die offene Tür, audiophil my ass) bei einem guten belgischen Blonde ins herannahende Gewitter zu starren (und im Vordergrund der Hausfledermaus bei der Dämmerstunden-Jagdrunde zuzugucken).Heuten steigen wir ganz tief in die Untiefen menschlicher Emotionen hinab....ich werde das einzige, gleichnamige, Album der Franzosen Paramnesia vorstellen - ein emotionaler Höllenritt der aus Wut, Verzweiflung und Wahnsinn besteht.
Cover:
![]()
Tacklist:
01. IV
02. V
Links:
Bandcamp: https://paramnesiaxpa.bandcamp.com/album/paramnesia
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=nUTI8OKEDhs&list=RDnUTI8OKEDhs&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Paramnesia/3540363622
Die Band hat es nicht auf sonderlich viele Veröffentlichungen gebracht. Eine Single, eine sehr gute EP, drei Split EPs mit unter anderem Ultha und halt das einzige komplette Album.
Aufgelöst hat sich die Band leider auch schon, sodass wir da auch leider keine weiteren Veröffentlichungen erwarten können...aber immerhin hat die Band ein wirklich fantastisches Album veröffentlicht, das emotional so tief geht, dass es mich bei jedem mal hören komplett runterzieht. Das Album besteht aus zwei Überlangen Songs, beide gehen etwas über 20 Minuten und bieten die komplette Bandbreite negativer menschlicher Emotionen. Dabei ist es fast schon beängstigend mit welcher radikalen Negativität die Band ihre Musik darbietet - hier regieren wirklich 40 Minuten lang nur Wut, Verzweiflung und Wahnsinn.
Dabei beginnt das Album recht entspannend...ein ruhiges, kurzes Ambientintro leitet den ersten Song ein und schon hier merkt man, dass die Musik die uns gleich erwarten wird wohl nicht ganz so fröhlich wird.
Das Intro ist düster, depressiv und lauernd. Als würde man in die Dunkelheit starren und die Augen gewöhnen sich langsam an die alles verschlingende Finsternis. Man erkennt erst nur Konturen, dann immer mehr, das Bild und der Blick werden klarer und wie mit einem Paukenschlag erkennt die Hoffnungslosigkeit - klar vor einem stehend. Und in diesem Moment (nach ca. 1:40 Minuten) bricht es aus der Band hervor: Der Song startet schnell, ein rasender Mahlstrom aus Dunkelheit und negativen Gefühlen. Die Gitarren dröhnen, türmen sich auf und stoßen dann mit einer unnachgiebigen Härte auf den Hörenden hinab, ziehen ihn mit sich, lassen ihn in dieser allumfassenden Finsternis versinken und ziehen ihn hinab in sein düsteres, mentales Grab. Aus Millimetern werden Zentimeter, aus Zentimetern werden Meter und schließlich versinkt man komplett in diesem garstigen Mahlstrom. Die Gedanken rasend, wild, ohne festes Ziel, finden nichts greifbares, während die Glieder schwer werden. Die Dunkelheit legt sich um den Körper - umgarnt ihn, fast als würde sie ihn liebkosen wollen. Nach 04:06 Minuten wird der Sog in die Dunkelheit für einen Moment verlangsamt...das Lied geht in das mittlere Tempo über, stampfend, alles zermalmend.
Die Gitarren werden sanfter, lassen ein wenig Helligkeit in diese Trostlosigkeit hinein und für einen kurzen Moment blitz die Hoffnung auf, nur ein kurzes zucken des Lichts, ähnliches dem letzten aufbäumen eines Sterbenden, an diesem Ort wo es kein Licht geben dürfte. Mit letzter Kraft versucht der Hörenden nach dem Licht zu greifen! Ein letzter verzweifelter Versuch seinen Körper und die Gedanken aus dieser menschenfeindliche Atmosphäre herauszuziehen. Doch ereilt ihn bald die Erkenntnis, dass alles keinen Sinn hat: Dieses kurze zucken des Licht war nur ein spöttischer Moment des Schicksals...ein kurzer Moment der Hoffnung bevor ab 05:36 Minuten wieder alles in Dunkelheit versinkt, sobald der Double-Bass einsetzt und zusammen mit den heiser herausgeschrienen Worten eine beängstigend Atmosphäre erschafft.
Der Hörer liegt, schwimmt, oder schwebt nun in dieser kompletten, aber auch wunderschön perfekten und irgendwie beruhigenden Finsternis, die Gedanken plötzlich erstaunlich klar und ruhig (zwischen 07:00 Minuten und 07:35 Minuten), bevor sie ab 07:36 Minuten wie mit einem Hammerschlag kreischend und marodierend zurückkehren! Langsam bauen sich die negativen Gedanken auf: Erst ganz langsam, fasst flehend, dann immer schneller werden, langsam nehmen die Gedanken fahrt auf, werden immer schneller, immer rasender, bis sie ab 09:45 Minuten dem kompletten Wahn verfallen.
Verstanden das es keinen Ausweg aus dieser niemals endenden Finsternis gibt wird der mentale Verfall, der Abstieg in den Wahnsinn nur noch beschleunigt. Das Lied, welches die wunderschön schrecklich Melodie zu dem Abstieg spielt, bleibt im hohen Tempo, die Gitarren dröhnend und unheilverkündend. Nichts, aber auch gar nichts vermittelt hier irgendetwas positives. Nach 12 Minuten wird das Kreischen der Gedanken fast unaushaltbar...schrill, chaotisch, aber mit einer grausam schrecklich melancholischen Melodie versehen. Nach 14 Minuten verstummt dann schließlich alles für einen Moment lang....die Gedanken wirr und zerstreut, der mentale Schmerz unnachgiebig, der Körper zu keinen Regungen mehr fähig, der Blick starr in die Dunkelheit gerichtet. Ein letztes mal regt sich der Lebenswille und die rasenden Gedanken kehren für einen kurzen Moment zurück, jedoch auf eine solch grausame und spöttische Art und Weise, dass das Vergessen und wegdämmern das gnadenvollere Ende gewesen wäre: Im vollen Bewusstsein seiner Ausweg- und Hoffnungslosigkeit formen die Gedanken nochmal letzte Worte, die in diesem garstig finsteren Mahlstrom aus unheilvoller Finsternis immer und immer wiederholt werden....anschließend werden die Gedanken wieder langsamer, stampfender und was ist das? Ein kurzes Lächeln umspielt die Lippen des Versinkenden...anscheinend werden die letzten Gedanken von einer absurden Befriedigung geleitet: Das Wissen, dass man Dinge gesehen hat, das Wissen das man Dinge gehört hat und das Wissen das man Dinge erlebt hat, die dem normalen Menschen eigentlich verwehrt, wenn nicht sogar versiegelt bleiben sollten.
Und mit dieser merkwürdig positven Gewissheit schließt das Versinkende die Augen, die Musik wird langsamer - nur noch unterstützt und verfolgt von verzweifelten heiseren Schreien - leiser bis sie schließlich ganz verstummt.
Wut und Verzweiflung sind mächtige Instrumente: Können sie doch auch dem Sterbenden noch einen letzten Lebensfunken entlocken - auch wenn die Situation noch so ausweglos ist.
Schon das Intro, welches eine Minute und 45 Sekunden andauert, macht klar wie der zweite Song auf dem Album gefühlstechnisch einzusortieren ist. Das Intro ist düster, versprüht eine fast schon aggressive Atmosphäre. Auch wieder hat man das Gefühl als würde in der Dunkelheit etwas auf den Hörenden lauern....als das Lied dann schließlich richtig startet, beginnend mit einem furios voranpreschenden Schlagzeug und einer Gitarre, die sich anhört, als würde sie einen langen, klagevollen Schrei hervorbringen geht der Song direkt in die Vollen: Rasend, wütend und voller wunderbar schmerzerfüllter Leidenschaft.
Der Gesang ist diesmal wunderbar angefressen, wirkt aber irgendwie auch vorsichtig, als wenn jedes Wort wirklich mit bedacht gewählt werden muss. Generell sind die ersten drei Minuten von dem Lied einfach nur unfassbar düster und niederschmetternd. Auch wie im vorherigen Song gibt es hier so gut wie keine Lichtblicke, hier regiert Finsternis und Wut. Nach 04:15 Minuten scheint der Song noch ein wenig schneller zu werden, aus Wut wird langsam Verzweiflung, denn die Gitarren beginnen jetzt damit klagende und flehende Melodien zu spielen, die sich Drahtseile in das mentale Fleisch schneiden.
Kennt ihr die Szene aus dem ersten Hellraiser wo die Zenobiten Frank endlich wieder zu fassen kriegen und ihn direkt in Ketten legen? In meinen Ohren wird dieser Moment durch diese kurze Stelle einfach perfekt vertont. Der Gesang wird jetzt heulender, verzweifelter und sich überschlagender - was der eh schon sehr trost- und ausweglosen Atmosphäre noch mehr Intensität verleiht. Dabei scheint jetzt auch das Schlagzeug komplett dem Wahnsinn zu verfallen: Spielt es sich doch in einen regelrechten Rausch! Up-Tempo, Double-Bass, stampfende und marschierende Passagen wechseln sich in so einer schnellen Abfolge ab, dass das Lied unglaublich dynamisch ist. Diese Kombination aus den erdrückend verzweifelten Gitarren, dem wie im Wahnsinn agierenden Schlagzeug und dem heulenden, voller Wut und Verzweiflung durchtränkten Gesang, sorgen für eine absolut einnehmende, herunterziehende und einfach nur deprimierende Atmosphäre. Man fragt sich schon: Kann es noch deprimierender werden? Ja..kann es. Sehr sogar.
Nach knapp 10 Minuten verliert das Lied jegliche Geschwindigkeit und verfällt in doomige Ausweglosigkeit. Die Gitarren klingen unglaublich deprimiert, der Gesang kraftlos, resigniert, als hätte er sich seinem Schicksal gefügt und traurig. Bei 11:19 Minuten wird der Song kurz schneller....aber nur für eine paar Sekunden, bevor er wieder kriechend wird und schließlich zum Stillstand kommt.
Und jetzt passiert etwas, dass hätte ich dem Album und der Band nicht mehr zugetraut nach all dem was ich bis jetzt schon gehört habe: Sie werden noch düsterer und deprimierender.
Nach 12:14 Minuten setzt ein fast schon schamanistisch anmutendes Schlagzeugspiel ein, die Gitarren dröhnen, verbreiten dabei eine unglaubliche Dunkelheit, die auch noch das letzte bisschen Rest vom gesunden Menschenverstand verschlingt. Ab 13:20 Minuten beginnt es zu dröhnen....das Schlagzeug wird intensiver, kontrollierter Wahnsinn regiert ab jetzt. Es wird ein Gefühl erzeugt als würde hier jemand musizieren, der im vollen Bewusstsein seines Wahns ist und ihn auslebt. Bei Minute 15 geht der Song wieder ins Up-Tempo, allerdings klingen die Gitarren diesmal fast schon schrill, teilweise frostig: Als würde eine zerbrechliche Melodie gespielt werden, die so schön wie kalt ist. Nach 16:04 Minuten verschwindet diese schöne Melodie jedoch wieder so abrupt wie sie gekommen ist und das allumfassende dröhnen setzt wieder ein.
Der Gesang diesmal kalt und diktierend, die Musik dazu dröhnend, grollend und düster. Bei 17:30 Minuten ist der Wahnsinn dann vorbei...der Song endet ab dann Post rockig.
Jedoch sind diese letzten 2,5 Minuten zu keinem Zeitpunkt versöhnlich, oder gar hoffnungsspendend: Sie führen uns nur nochmal den Höllenritt vor Augen, den wir die letzten 40 Minuten über uns ergehen lassen haben. Wir haben wirklich alle negativen Emotionen des menschseins durchlebt....und so lässt uns das Album zurück: Verzweifelt, nachdenklich und an manchen Tagen sogar gebrochen.
Kannte ich noch nicht, haut mich grad vollkommen um, bzw. macht, dass ich mich da reinlegen und mit ihm zudecken möchte. Wie das Gegenteil eines Schwarzen Loches: Statt mich zu absorbieren, stößt es alles, was an mich ran will, von mir weg. Schön.Heuten steigen wir ganz tief in die Untiefen menschlicher Emotionen hinab....ich werde das einzige, gleichnamige, Album der Franzosen Paramnesia vorstellen - ein emotionaler Höllenritt der aus Wut, Verzweiflung und Wahnsinn besteht.
Cover:
![]()
Tacklist:
01. IV
02. V
Links:
Bandcamp: https://paramnesiaxpa.bandcamp.com/album/paramnesia
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=nUTI8OKEDhs&list=RDnUTI8OKEDhs&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Paramnesia/3540363622
Die Band hat es nicht auf sonderlich viele Veröffentlichungen gebracht. Eine Single, eine sehr gute EP, drei Split EPs mit unter anderem Ultha und halt das einzige komplette Album.
Aufgelöst hat sich die Band leider auch schon, sodass wir da auch leider keine weiteren Veröffentlichungen erwarten können...aber immerhin hat die Band ein wirklich fantastisches Album veröffentlicht, das emotional so tief geht, dass es mich bei jedem mal hören komplett runterzieht. Das Album besteht aus zwei Überlangen Songs, beide gehen etwas über 20 Minuten und bieten die komplette Bandbreite negativer menschlicher Emotionen. Dabei ist es fast schon beängstigend mit welcher radikalen Negativität die Band ihre Musik darbietet - hier regieren wirklich 40 Minuten lang nur Wut, Verzweiflung und Wahnsinn.
Dabei beginnt das Album recht entspannend...ein ruhiges, kurzes Ambientintro leitet den ersten Song ein und schon hier merkt man, dass die Musik die uns gleich erwarten wird wohl nicht ganz so fröhlich wird.
Das Intro ist düster, depressiv und lauernd. Als würde man in die Dunkelheit starren und die Augen gewöhnen sich langsam an die alles verschlingende Finsternis. Man erkennt erst nur Konturen, dann immer mehr, das Bild und der Blick werden klarer und wie mit einem Paukenschlag erkennt die Hoffnungslosigkeit - klar vor einem stehend. Und in diesem Moment (nach ca. 1:40 Minuten) bricht es aus der Band hervor: Der Song startet schnell, ein rasender Mahlstrom aus Dunkelheit und negativen Gefühlen. Die Gitarren dröhnen, türmen sich auf und stoßen dann mit einer unnachgiebigen Härte auf den Hörenden hinab, ziehen ihn mit sich, lassen ihn in dieser allumfassenden Finsternis versinken und ziehen ihn hinab in sein düsteres, mentales Grab. Aus Millimetern werden Zentimeter, aus Zentimetern werden Meter und schließlich versinkt man komplett in diesem garstigen Mahlstrom. Die Gedanken rasend, wild, ohne festes Ziel, finden nichts greifbares, während die Glieder schwer werden. Die Dunkelheit legt sich um den Körper - umgarnt ihn, fast als würde sie ihn liebkosen wollen. Nach 04:06 Minuten wird der Sog in die Dunkelheit für einen Moment verlangsamt...das Lied geht in das mittlere Tempo über, stampfend, alles zermalmend.
Die Gitarren werden sanfter, lassen ein wenig Helligkeit in diese Trostlosigkeit hinein und für einen kurzen Moment blitz die Hoffnung auf, nur ein kurzes zucken des Lichts, ähnliches dem letzten aufbäumen eines Sterbenden, an diesem Ort wo es kein Licht geben dürfte. Mit letzter Kraft versucht der Hörenden nach dem Licht zu greifen! Ein letzter verzweifelter Versuch seinen Körper und die Gedanken aus dieser menschenfeindliche Atmosphäre herauszuziehen. Doch ereilt ihn bald die Erkenntnis, dass alles keinen Sinn hat: Dieses kurze zucken des Licht war nur ein spöttischer Moment des Schicksals...ein kurzer Moment der Hoffnung bevor ab 05:36 Minuten wieder alles in Dunkelheit versinkt, sobald der Double-Bass einsetzt und zusammen mit den heiser herausgeschrienen Worten eine beängstigend Atmosphäre erschafft.
Der Hörer liegt, schwimmt, oder schwebt nun in dieser kompletten, aber auch wunderschön perfekten und irgendwie beruhigenden Finsternis, die Gedanken plötzlich erstaunlich klar und ruhig (zwischen 07:00 Minuten und 07:35 Minuten), bevor sie ab 07:36 Minuten wie mit einem Hammerschlag kreischend und marodierend zurückkehren! Langsam bauen sich die negativen Gedanken auf: Erst ganz langsam, fasst flehend, dann immer schneller werden, langsam nehmen die Gedanken fahrt auf, werden immer schneller, immer rasender, bis sie ab 09:45 Minuten dem kompletten Wahn verfallen.
Verstanden das es keinen Ausweg aus dieser niemals endenden Finsternis gibt wird der mentale Verfall, der Abstieg in den Wahnsinn nur noch beschleunigt. Das Lied, welches die wunderschön schrecklich Melodie zu dem Abstieg spielt, bleibt im hohen Tempo, die Gitarren dröhnend und unheilverkündend. Nichts, aber auch gar nichts vermittelt hier irgendetwas positives. Nach 12 Minuten wird das Kreischen der Gedanken fast unaushaltbar...schrill, chaotisch, aber mit einer grausam schrecklich melancholischen Melodie versehen. Nach 14 Minuten verstummt dann schließlich alles für einen Moment lang....die Gedanken wirr und zerstreut, der mentale Schmerz unnachgiebig, der Körper zu keinen Regungen mehr fähig, der Blick starr in die Dunkelheit gerichtet. Ein letztes mal regt sich der Lebenswille und die rasenden Gedanken kehren für einen kurzen Moment zurück, jedoch auf eine solch grausame und spöttische Art und Weise, dass das Vergessen und wegdämmern das gnadenvollere Ende gewesen wäre: Im vollen Bewusstsein seiner Ausweg- und Hoffnungslosigkeit formen die Gedanken nochmal letzte Worte, die in diesem garstig finsteren Mahlstrom aus unheilvoller Finsternis immer und immer wiederholt werden....anschließend werden die Gedanken wieder langsamer, stampfender und was ist das? Ein kurzes Lächeln umspielt die Lippen des Versinkenden...anscheinend werden die letzten Gedanken von einer absurden Befriedigung geleitet: Das Wissen, dass man Dinge gesehen hat, das Wissen das man Dinge gehört hat und das Wissen das man Dinge erlebt hat, die dem normalen Menschen eigentlich verwehrt, wenn nicht sogar versiegelt bleiben sollten.
Und mit dieser merkwürdig positven Gewissheit schließt das Versinkende die Augen, die Musik wird langsamer - nur noch unterstützt und verfolgt von verzweifelten heiseren Schreien - leiser bis sie schließlich ganz verstummt.
Wut und Verzweiflung sind mächtige Instrumente: Können sie doch auch dem Sterbenden noch einen letzten Lebensfunken entlocken - auch wenn die Situation noch so ausweglos ist.
Schon das Intro, welches eine Minute und 45 Sekunden andauert, macht klar wie der zweite Song auf dem Album gefühlstechnisch einzusortieren ist. Das Intro ist düster, versprüht eine fast schon aggressive Atmosphäre. Auch wieder hat man das Gefühl als würde in der Dunkelheit etwas auf den Hörenden lauern....als das Lied dann schließlich richtig startet, beginnend mit einem furios voranpreschenden Schlagzeug und einer Gitarre, die sich anhört, als würde sie einen langen, klagevollen Schrei hervorbringen geht der Song direkt in die Vollen: Rasend, wütend und voller wunderbar schmerzerfüllter Leidenschaft.
Der Gesang ist diesmal wunderbar angefressen, wirkt aber irgendwie auch vorsichtig, als wenn jedes Wort wirklich mit bedacht gewählt werden muss. Generell sind die ersten drei Minuten von dem Lied einfach nur unfassbar düster und niederschmetternd. Auch wie im vorherigen Song gibt es hier so gut wie keine Lichtblicke, hier regiert Finsternis und Wut. Nach 04:15 Minuten scheint der Song noch ein wenig schneller zu werden, aus Wut wird langsam Verzweiflung, denn die Gitarren beginnen jetzt damit klagende und flehende Melodien zu spielen, die sich Drahtseile in das mentale Fleisch schneiden.
Kennt ihr die Szene aus dem ersten Hellraiser wo die Zenobiten Frank endlich wieder zu fassen kriegen und ihn direkt in Ketten legen? In meinen Ohren wird dieser Moment durch diese kurze Stelle einfach perfekt vertont. Der Gesang wird jetzt heulender, verzweifelter und sich überschlagender - was der eh schon sehr trost- und ausweglosen Atmosphäre noch mehr Intensität verleiht. Dabei scheint jetzt auch das Schlagzeug komplett dem Wahnsinn zu verfallen: Spielt es sich doch in einen regelrechten Rausch! Up-Tempo, Double-Bass, stampfende und marschierende Passagen wechseln sich in so einer schnellen Abfolge ab, dass das Lied unglaublich dynamisch ist. Diese Kombination aus den erdrückend verzweifelten Gitarren, dem wie im Wahnsinn agierenden Schlagzeug und dem heulenden, voller Wut und Verzweiflung durchtränkten Gesang, sorgen für eine absolut einnehmende, herunterziehende und einfach nur deprimierende Atmosphäre. Man fragt sich schon: Kann es noch deprimierender werden? Ja..kann es. Sehr sogar.
Nach knapp 10 Minuten verliert das Lied jegliche Geschwindigkeit und verfällt in doomige Ausweglosigkeit. Die Gitarren klingen unglaublich deprimiert, der Gesang kraftlos, resigniert, als hätte er sich seinem Schicksal gefügt und traurig. Bei 11:19 Minuten wird der Song kurz schneller....aber nur für eine paar Sekunden, bevor er wieder kriechend wird und schließlich zum Stillstand kommt.
Und jetzt passiert etwas, dass hätte ich dem Album und der Band nicht mehr zugetraut nach all dem was ich bis jetzt schon gehört habe: Sie werden noch düsterer und deprimierender.
Nach 12:14 Minuten setzt ein fast schon schamanistisch anmutendes Schlagzeugspiel ein, die Gitarren dröhnen, verbreiten dabei eine unglaubliche Dunkelheit, die auch noch das letzte bisschen Rest vom gesunden Menschenverstand verschlingt. Ab 13:20 Minuten beginnt es zu dröhnen....das Schlagzeug wird intensiver, kontrollierter Wahnsinn regiert ab jetzt. Es wird ein Gefühl erzeugt als würde hier jemand musizieren, der im vollen Bewusstsein seines Wahns ist und ihn auslebt. Bei Minute 15 geht der Song wieder ins Up-Tempo, allerdings klingen die Gitarren diesmal fast schon schrill, teilweise frostig: Als würde eine zerbrechliche Melodie gespielt werden, die so schön wie kalt ist. Nach 16:04 Minuten verschwindet diese schöne Melodie jedoch wieder so abrupt wie sie gekommen ist und das allumfassende dröhnen setzt wieder ein.
Der Gesang diesmal kalt und diktierend, die Musik dazu dröhnend, grollend und düster. Bei 17:30 Minuten ist der Wahnsinn dann vorbei...der Song endet ab dann Post rockig.
Jedoch sind diese letzten 2,5 Minuten zu keinem Zeitpunkt versöhnlich, oder gar hoffnungsspendend: Sie führen uns nur nochmal den Höllenritt vor Augen, den wir die letzten 40 Minuten über uns ergehen lassen haben. Wir haben wirklich alle negativen Emotionen des menschseins durchlebt....und so lässt uns das Album zurück: Verzweifelt, nachdenklich und an manchen Tagen sogar gebrochen.
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