Dämonentreiber
Till Deaf Do Us Part
Weiter machen möchte ich mit meinem Jahresalbum aus dem Jahr 2024. Lehnen wir uns zurück und lassen uns von den Hannoveranern von Nimbifer vom "Der Böse Geist" erzählen.
Cover:
Tracklist:
01. Der Wind
02. Hatz
03. -
04. Schlangenmaul
05. Ruinen
06. Täuschung
07. Auf endlosen Pfaden und haltlosen Strömen
08. Der Böse Geist
Links:
Bandcamp: https://nimbifer.bandcamp.com/album/der-b-se-geist
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=oFqCfvhU_K8&list=RDoFqCfvhU_K8&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Nimbifer/3540452358
Es gibt Alben, die finde ich einfach nur super. Darunter fallen eigentlich die meisten Alben, die ich so höre: Musik die mir gefällt, die mir Spaß macht und die ich gerne und oft höre. Und dann gibt es Alben, die berühren mich auf eine Art und Weise, die sich nur schwer beschreiben lässt. Summoning ist so eine Band, die es mit jedem Album schafft mich auf einer emotionalen Ebene abzuholen, dass ich jedesmal wieder staunend der Musik lausche. Egal wie oft ich mir die Alben schon angehört habe. Das "Der Böse Geist" Album von Nimbifer hat sich im Jahr 2024 recht schnell in die Reihe dieser außergewöhnlichen Bands/Alben eingereiht und mich komplett abgeholt. Dabei war und bin ich immer noch von dem Album so dermaßen begeistert, dass es ohne große Konkurrenz mein Jahresalbum wurde.
Und ich kann auch gar nicht genau sagen, was mich an dem Album so fasziniert....es fängt schon bei der recht dumpfen Lo-Fi Produktion an, die aber einfach perfekt zu dem gewählten BM Stil passt...und für mich eine perfekte Kombination mit den Texten eingeht. Und so entsteht beim Hören eine einnehmende, faszinierende und, ja auch wenn es kitschig klingt: fast schon romantische Atmosphäre, die von wunderbaren Melodien, melancholisch, manchmal fast schon hoffnungsvoll und einfach nur schön dargeboten, getragen wird.
Dennoch ist das Album rasend, stellenweise tollwütig und aggressiv, was aber nur dafür sorgt das die melodischeren Passagen umso stärker Licht in das finstere Treiben bringen.
Auch wenn es im Zusammenhang mit einem Black Metal Album etwas merkwürdig klingt, aber "Der Böse Geist" bietet einfach, in all seiner Hässlichkeit, schöne Musik, die mich packt, erst umgarnt und dann immer und immer wieder anfaucht, nur um mich dann wieder wohlwollend in den Arm zu nehmen. Und allein diese Gefühle, die die auf dem Album enthaltene Musik bei mir auslöst zeigt mir, dass es sich um hier um ganz, ganz großartige Musik und Musiker handelt. Mit simplen Mitteln, keine Seltenheit im BM, wird hier eine Atmosphäre, ja: Ein Gefühl erzeugt, was nur ganz wenige Bands hinkriegen.
Nimbifer brauchen dafür keine Massen an Synthesizer, keine breitflächigen Keyboards, kein Orchester um diesen dichten und einnehmenden Sound zu erschaffen. Sie benutzen dafür einfach nur ihre Liebe und Hingabe zur Musik und machen ihren Sound dadurch zum Sprachohr tiefer Emotionen. Ein wunderbares Album, einer wunderbaren Band, deren Musik mich auf so vielen emotionalen Ebenen anspricht.
Und diese Hingabe spürt man auch schon direkt im Opener "Der Wind"! Nach einem kurzen Intro geht der Song auch direkt in die Vollen und kann direkt mit seinen wunderbar knarzigen und rohen, aber dennoch irgendwie melodischen Gitarren direkt überzeugen. In den Gitarren schwingt etwas erhabenes, etwas wunderschönes und dennoch zutiefst melancholisches mit, was den Sound von Nimbifer für mich so einzigartig macht. Hier bin ich nach den ersten 30zig Sekunden auch schon direkt (wieder) gehooked und komplett begeistert und diese Begeisterung nimm auch noch zu wenn ab 00:44 Minuten der Gesang einsetzt: Ich liebe den Gesang einfach...egal auf welchem Nimbifer Release - ich finde dieses heisere, aber dennoch voluminöse Gekreische einfach nur wunderbar. Und wenn der Gesang dann, wie bei 01:33 Minuten, auch noch kurz für ein paar Worte gedoppelt wird ist es vollends um mich geschehen. Dann hat mich der Sound von Nimbifer gepackt, umgarnt und lässt mich glücklich werden.
Generell ist dieses "glücklich werden" etwas was ich heute wieder ganz extrem gespürt habe...die Woche war anstrengend, zermürbend, frustrierend und sehr deprimierend. Als ich heute die Arbeitsstätte verlassen habe, habe ich mich genau so gefühlt wie es die Wochenbeschreibung vermuten lässt. Auf dem Heimweg ein bisschen die Musik aufm Handy durchgescrollt um zu schauen was man denn hören könnte und dabei ist mir dann das "Der Böse Geist" Album von Nimbifer mal wieder ins Auge gefallen. "Lange nicht mehr gehört!" - dachte ich mir und direkt erstmal angeschaltet. Und wie oben bereits beschrieben hat sich meine Laune innerhalb der ersten 30zig Sekunden bereits direkt verbessert. Sobald die Musik spielte war mir alles einfach egal....nervige Menschen? Egal! Stress auf der Arbeit? Egal! Probleme im privaten? Egal!
Es gab nur Nimbifer und das hier vorgestellte Album und genau das gleiche Feeling was ich damals bei Release gehabt habe: Musik als rettender Anker wenn man das Gefühl hat man würde schwimmen und früher, oder später untergehen. Die Probleme sind nicht weg, aber sie sind für den Moment erstmal egal. Die Musik spielt und meine Dämonen tanzen mit ihr.
Und gerade wenn der Opener gegen Ende, so ab 04:14 Minuten, in das mittlere, stampfende Tempo wechselt, immer wieder die gleichen Worte mit dieser gedoppelten Stimme gesungen werden und das Lied langsam wieder schneller wird bin ich einfach nur glücklich.
Ebenso das folgende "Hatz" was mit zermalmenden Gitarren und Drums anfängt, wo sehr bald dann wieder diese wunderbaren Gitarren einsetzen. Wenn der Song dann ins Up-Tempo geht zeigt er mir erneut warum "Der Böse Geist" mit zu meinen absoluten Lieblingsalben gehört. Auch hier passt der Gesang einfach wieder super....gerade das die letzten Worte oftmals nach hinten etwas länger hervorgekreischt werden sorgen für eine ganz eigene und einnehmende Atmosphäre. Ab 02:37 Minuten wechselt das Tempo und es geht vom sehr schnellen Up-Tempo Part in den Double-Bass und anschließend in ein stampfendes, langsames Tempo.
Gerade jetzt klingt die Band für mich einfach nur perfekt...gerade wenn dieser langsamen Part langsam wieder Fahrt aufnimmt und anschließend erneut in das Up-Tempo wechselt wirkt das Lied fast schon verträumt....ein Eindruck der durch den atmosphärisch extrem dichten, Ambienttrack "-", der nahtlos an "Hatz" anschließt, verstärkt wird.
Und dann kommt "Schlangenmaul" - für mich eines der stärksten Lieder auf dem Album und der Band generell. Allein dieser unglaublich erhabene, ins epische hineinreichende Anfang bevor das Lied dann 00:45 Minuten so richtig losgeht, ist einfach nur göttlich. Und auch hier scheinen sich die Gitarren mit ihren wunderschönen Melodien wieder aufzutürmen - nur um dann wie eine Welle reinigenden Wassers auf mich herabzustürzen, mich mitzuziehen und mich voll und ganz in der wunderschönen Musik der Band versinken zu lassen.
Und dann kommt dieser eine Part der aus einem sehr guten Song einen herausragenden, einen göttlichen und einen wunderschönen macht: Ab 02:33 Minuten wechselt der Song wieder ins mittlere Tempo und wirkt dabei auf einmal so wunderbar verträumt - ja, ich möchte es schreiben: Und romantisch. Anders kann ich diesen Abschnitt nicht erklären...auch wird der Gesang hier wieder perfekt eingesetzt, gerade wenn er im verlauf des Abschnitts wieder gedoppelt wird klingt der Song auch einfach nur episch, majestätisch und erhaben. Nach diesem stampfenden Part wird das Lied immer einen ticken schneller und geht anschließend wieder in den Up-Tempo Part, bevor dieser in einem schrillen, aber gerade dadurch so geil wirkendem, Gitarrensolo mündet. (04:40 Minuten).
Für mich ist "Schlangenmaul" einfach der stärkste Track auf dem Album.
"Ruinen" kommt dann mit einer etwas anderen Atmosphäre daher: Das Verträumte, romantische und majestätische ist etwas aggressiven gewichen. Die Gitarren wirken diesmal auch düsterer, lauernder, nicht ganz so "schön" wie auf den vorherigen Songs. Aber auch dieser Sound steht der Band ausgesprochen gut, und ich liebe zum Beispiel so Kleinigkeiten wie wenn man ab 01:34 Minuten das Gefühl hat, dass die Gitarren ein wenig heller und erhabener klingen. Ab diesen Moment schwingt auch wieder eine gewisse Epik im Sound der Band mit, die jedoch kurz darauf wieder durch "dunklerer" Gitarren und einer klagenden Gitarrenmelodie in die Finsternis hinabgezogen wird. Nach ca. der Hälfte des Songs wechselt das Lied wieder ins etwas langsamere Tempo wo die Atmosphäre direkt noch ein wenig düsterer wird.
Auch kommt wieder eines meiner liebsten Band-Trademarks (wenn man das so nennen kann) zum tragen: Das langsame schneller werden des Liedes bis es wieder ins Up-Tempo geht. Gerade wenn ab 03:51 Minuten dieses klagende, wehmütige und melancholische Gitarrensolo einsetzt wird in Zusammenarbeit mit voran peitschenden Schlagzeug eine einfach nur atemberaubende Atmosphäre erzeugt.
"Täuschung" geht dann ein wenig weniger düster zu Werke und greift wieder diesen erhabenen und majestätischen Sound der ersten Lieder auf. Diesmal habe ich auch das Gefühl, dass der Gesang ein wenig mehr in den Hintergrund gemischt ist, nicht ganz so präsent im Vordergrund ist wie auf den vorherigen Liedern. Aber das stört mich jetzt nicht, denn so wirken die Gitarren ein wenig mehr.
Zudem wird der sehr schnelle Song immer mal wieder durch kleine Spielerein wie einem kurzen, epischen Double-Bass Part (zwischen 01:35 und 01:59 Minuten) aufgelockert. Durch diese kurzen Abschnitte wirkt der Song sehr dynamisch und auch wenn ab 03:14 Minuten die Gitarre ihr einsames Lied singt ist der Song einfach nur fantastisch. Auch der epische Abschluss mit dem tollen Schlagzeug weiß nochmal voll zu überzeugen. "Auf endlosen Pfaden und haltlosen Strömen" beginnt dann ein wenig verhalten, der Bass ist zu beginn sehr präsent und der Song schleppt sich zu Anfang eher zäh und träge voran, bevor er bei 01:45 Minuten ins Up-Tempo geht und direkt wieder diese wunderbaren Gitarren erklingen: Erhaben, majestätisch und einfach nur mitreißend. Gerade wenn es dann nach ca. 3,5 Minuten in das mittlere Tempo geht und danach direkt wieder losgeprügelt wird (diesmal aber mit einer Gitarrenmelodie) wirkt das Lied fast schon unglaublich angriffslustig, und wenn das schrille Gitarren Solo mit dem plötzlichen Break bei 04:30 Minuten kommt will ich einfach nur wild marodierend durch die Wohnung hüpfen. Ist das geil..gerade der Mid-Tempo Part der nach dem Break mit dem Gitarrensolo kommt ist einfach nur ein perfekter musikalischer Moment. Wenn der Song schließlich wieder ins Up-Tempo geht klingen die Gitarren auch wieder so herrlich entrückt, verträumt und auch ein klein wenig romantisch. Jetzt bin ich einfach komplett versunken in der wunderbaren und einfach nur befreienden Musik von Nimbifer.
Der Abschlusstrack und Titelsong ist ein Instrumentaler-Ambient-Artiger-Black-Metal-Song, der durch seine entrückte und sphärische Atmosphäre zu überzeugen weiß.
Gerade wenn nach einer Minute das Schlagzeug einsetzt und der Song langsam voran kriecht ist das Abschlusstrack unglaublich atmosphärisch und lässt einen zufriedenen und glücklichen Dämonentreiber zurück.
Wie bereits geschrieben habe ich heute mal wieder gemerkt, was mir dieses Album und die Band (die Demo Zusammenstellung und die aktuelle EP stehen dem "Der Böse Geist" Album in nichts nach) bedeutet.
"Der Böse Geist" ist eines dieser Alben die ich immer wieder auflegen und mich daran erfreuen kann. Falls eines der Bandmitglieder hier mitliest: Vielen Dank für die Musik!
Cover:
Tracklist:
01. Der Wind
02. Hatz
03. -
04. Schlangenmaul
05. Ruinen
06. Täuschung
07. Auf endlosen Pfaden und haltlosen Strömen
08. Der Böse Geist
Links:
Bandcamp: https://nimbifer.bandcamp.com/album/der-b-se-geist
Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=oFqCfvhU_K8&list=RDoFqCfvhU_K8&start_radio=1
Metal Archives: https://www.metal-archives.com/bands/Nimbifer/3540452358
Es gibt Alben, die finde ich einfach nur super. Darunter fallen eigentlich die meisten Alben, die ich so höre: Musik die mir gefällt, die mir Spaß macht und die ich gerne und oft höre. Und dann gibt es Alben, die berühren mich auf eine Art und Weise, die sich nur schwer beschreiben lässt. Summoning ist so eine Band, die es mit jedem Album schafft mich auf einer emotionalen Ebene abzuholen, dass ich jedesmal wieder staunend der Musik lausche. Egal wie oft ich mir die Alben schon angehört habe. Das "Der Böse Geist" Album von Nimbifer hat sich im Jahr 2024 recht schnell in die Reihe dieser außergewöhnlichen Bands/Alben eingereiht und mich komplett abgeholt. Dabei war und bin ich immer noch von dem Album so dermaßen begeistert, dass es ohne große Konkurrenz mein Jahresalbum wurde.
Und ich kann auch gar nicht genau sagen, was mich an dem Album so fasziniert....es fängt schon bei der recht dumpfen Lo-Fi Produktion an, die aber einfach perfekt zu dem gewählten BM Stil passt...und für mich eine perfekte Kombination mit den Texten eingeht. Und so entsteht beim Hören eine einnehmende, faszinierende und, ja auch wenn es kitschig klingt: fast schon romantische Atmosphäre, die von wunderbaren Melodien, melancholisch, manchmal fast schon hoffnungsvoll und einfach nur schön dargeboten, getragen wird.
Dennoch ist das Album rasend, stellenweise tollwütig und aggressiv, was aber nur dafür sorgt das die melodischeren Passagen umso stärker Licht in das finstere Treiben bringen.
Auch wenn es im Zusammenhang mit einem Black Metal Album etwas merkwürdig klingt, aber "Der Böse Geist" bietet einfach, in all seiner Hässlichkeit, schöne Musik, die mich packt, erst umgarnt und dann immer und immer wieder anfaucht, nur um mich dann wieder wohlwollend in den Arm zu nehmen. Und allein diese Gefühle, die die auf dem Album enthaltene Musik bei mir auslöst zeigt mir, dass es sich um hier um ganz, ganz großartige Musik und Musiker handelt. Mit simplen Mitteln, keine Seltenheit im BM, wird hier eine Atmosphäre, ja: Ein Gefühl erzeugt, was nur ganz wenige Bands hinkriegen.
Nimbifer brauchen dafür keine Massen an Synthesizer, keine breitflächigen Keyboards, kein Orchester um diesen dichten und einnehmenden Sound zu erschaffen. Sie benutzen dafür einfach nur ihre Liebe und Hingabe zur Musik und machen ihren Sound dadurch zum Sprachohr tiefer Emotionen. Ein wunderbares Album, einer wunderbaren Band, deren Musik mich auf so vielen emotionalen Ebenen anspricht.
Und diese Hingabe spürt man auch schon direkt im Opener "Der Wind"! Nach einem kurzen Intro geht der Song auch direkt in die Vollen und kann direkt mit seinen wunderbar knarzigen und rohen, aber dennoch irgendwie melodischen Gitarren direkt überzeugen. In den Gitarren schwingt etwas erhabenes, etwas wunderschönes und dennoch zutiefst melancholisches mit, was den Sound von Nimbifer für mich so einzigartig macht. Hier bin ich nach den ersten 30zig Sekunden auch schon direkt (wieder) gehooked und komplett begeistert und diese Begeisterung nimm auch noch zu wenn ab 00:44 Minuten der Gesang einsetzt: Ich liebe den Gesang einfach...egal auf welchem Nimbifer Release - ich finde dieses heisere, aber dennoch voluminöse Gekreische einfach nur wunderbar. Und wenn der Gesang dann, wie bei 01:33 Minuten, auch noch kurz für ein paar Worte gedoppelt wird ist es vollends um mich geschehen. Dann hat mich der Sound von Nimbifer gepackt, umgarnt und lässt mich glücklich werden.
Generell ist dieses "glücklich werden" etwas was ich heute wieder ganz extrem gespürt habe...die Woche war anstrengend, zermürbend, frustrierend und sehr deprimierend. Als ich heute die Arbeitsstätte verlassen habe, habe ich mich genau so gefühlt wie es die Wochenbeschreibung vermuten lässt. Auf dem Heimweg ein bisschen die Musik aufm Handy durchgescrollt um zu schauen was man denn hören könnte und dabei ist mir dann das "Der Böse Geist" Album von Nimbifer mal wieder ins Auge gefallen. "Lange nicht mehr gehört!" - dachte ich mir und direkt erstmal angeschaltet. Und wie oben bereits beschrieben hat sich meine Laune innerhalb der ersten 30zig Sekunden bereits direkt verbessert. Sobald die Musik spielte war mir alles einfach egal....nervige Menschen? Egal! Stress auf der Arbeit? Egal! Probleme im privaten? Egal!
Es gab nur Nimbifer und das hier vorgestellte Album und genau das gleiche Feeling was ich damals bei Release gehabt habe: Musik als rettender Anker wenn man das Gefühl hat man würde schwimmen und früher, oder später untergehen. Die Probleme sind nicht weg, aber sie sind für den Moment erstmal egal. Die Musik spielt und meine Dämonen tanzen mit ihr.
Und gerade wenn der Opener gegen Ende, so ab 04:14 Minuten, in das mittlere, stampfende Tempo wechselt, immer wieder die gleichen Worte mit dieser gedoppelten Stimme gesungen werden und das Lied langsam wieder schneller wird bin ich einfach nur glücklich.
Ebenso das folgende "Hatz" was mit zermalmenden Gitarren und Drums anfängt, wo sehr bald dann wieder diese wunderbaren Gitarren einsetzen. Wenn der Song dann ins Up-Tempo geht zeigt er mir erneut warum "Der Böse Geist" mit zu meinen absoluten Lieblingsalben gehört. Auch hier passt der Gesang einfach wieder super....gerade das die letzten Worte oftmals nach hinten etwas länger hervorgekreischt werden sorgen für eine ganz eigene und einnehmende Atmosphäre. Ab 02:37 Minuten wechselt das Tempo und es geht vom sehr schnellen Up-Tempo Part in den Double-Bass und anschließend in ein stampfendes, langsames Tempo.
Gerade jetzt klingt die Band für mich einfach nur perfekt...gerade wenn dieser langsamen Part langsam wieder Fahrt aufnimmt und anschließend erneut in das Up-Tempo wechselt wirkt das Lied fast schon verträumt....ein Eindruck der durch den atmosphärisch extrem dichten, Ambienttrack "-", der nahtlos an "Hatz" anschließt, verstärkt wird.
Und dann kommt "Schlangenmaul" - für mich eines der stärksten Lieder auf dem Album und der Band generell. Allein dieser unglaublich erhabene, ins epische hineinreichende Anfang bevor das Lied dann 00:45 Minuten so richtig losgeht, ist einfach nur göttlich. Und auch hier scheinen sich die Gitarren mit ihren wunderschönen Melodien wieder aufzutürmen - nur um dann wie eine Welle reinigenden Wassers auf mich herabzustürzen, mich mitzuziehen und mich voll und ganz in der wunderschönen Musik der Band versinken zu lassen.
Und dann kommt dieser eine Part der aus einem sehr guten Song einen herausragenden, einen göttlichen und einen wunderschönen macht: Ab 02:33 Minuten wechselt der Song wieder ins mittlere Tempo und wirkt dabei auf einmal so wunderbar verträumt - ja, ich möchte es schreiben: Und romantisch. Anders kann ich diesen Abschnitt nicht erklären...auch wird der Gesang hier wieder perfekt eingesetzt, gerade wenn er im verlauf des Abschnitts wieder gedoppelt wird klingt der Song auch einfach nur episch, majestätisch und erhaben. Nach diesem stampfenden Part wird das Lied immer einen ticken schneller und geht anschließend wieder in den Up-Tempo Part, bevor dieser in einem schrillen, aber gerade dadurch so geil wirkendem, Gitarrensolo mündet. (04:40 Minuten).
Für mich ist "Schlangenmaul" einfach der stärkste Track auf dem Album.
"Ruinen" kommt dann mit einer etwas anderen Atmosphäre daher: Das Verträumte, romantische und majestätische ist etwas aggressiven gewichen. Die Gitarren wirken diesmal auch düsterer, lauernder, nicht ganz so "schön" wie auf den vorherigen Songs. Aber auch dieser Sound steht der Band ausgesprochen gut, und ich liebe zum Beispiel so Kleinigkeiten wie wenn man ab 01:34 Minuten das Gefühl hat, dass die Gitarren ein wenig heller und erhabener klingen. Ab diesen Moment schwingt auch wieder eine gewisse Epik im Sound der Band mit, die jedoch kurz darauf wieder durch "dunklerer" Gitarren und einer klagenden Gitarrenmelodie in die Finsternis hinabgezogen wird. Nach ca. der Hälfte des Songs wechselt das Lied wieder ins etwas langsamere Tempo wo die Atmosphäre direkt noch ein wenig düsterer wird.
Auch kommt wieder eines meiner liebsten Band-Trademarks (wenn man das so nennen kann) zum tragen: Das langsame schneller werden des Liedes bis es wieder ins Up-Tempo geht. Gerade wenn ab 03:51 Minuten dieses klagende, wehmütige und melancholische Gitarrensolo einsetzt wird in Zusammenarbeit mit voran peitschenden Schlagzeug eine einfach nur atemberaubende Atmosphäre erzeugt.
"Täuschung" geht dann ein wenig weniger düster zu Werke und greift wieder diesen erhabenen und majestätischen Sound der ersten Lieder auf. Diesmal habe ich auch das Gefühl, dass der Gesang ein wenig mehr in den Hintergrund gemischt ist, nicht ganz so präsent im Vordergrund ist wie auf den vorherigen Liedern. Aber das stört mich jetzt nicht, denn so wirken die Gitarren ein wenig mehr.
Zudem wird der sehr schnelle Song immer mal wieder durch kleine Spielerein wie einem kurzen, epischen Double-Bass Part (zwischen 01:35 und 01:59 Minuten) aufgelockert. Durch diese kurzen Abschnitte wirkt der Song sehr dynamisch und auch wenn ab 03:14 Minuten die Gitarre ihr einsames Lied singt ist der Song einfach nur fantastisch. Auch der epische Abschluss mit dem tollen Schlagzeug weiß nochmal voll zu überzeugen. "Auf endlosen Pfaden und haltlosen Strömen" beginnt dann ein wenig verhalten, der Bass ist zu beginn sehr präsent und der Song schleppt sich zu Anfang eher zäh und träge voran, bevor er bei 01:45 Minuten ins Up-Tempo geht und direkt wieder diese wunderbaren Gitarren erklingen: Erhaben, majestätisch und einfach nur mitreißend. Gerade wenn es dann nach ca. 3,5 Minuten in das mittlere Tempo geht und danach direkt wieder losgeprügelt wird (diesmal aber mit einer Gitarrenmelodie) wirkt das Lied fast schon unglaublich angriffslustig, und wenn das schrille Gitarren Solo mit dem plötzlichen Break bei 04:30 Minuten kommt will ich einfach nur wild marodierend durch die Wohnung hüpfen. Ist das geil..gerade der Mid-Tempo Part der nach dem Break mit dem Gitarrensolo kommt ist einfach nur ein perfekter musikalischer Moment. Wenn der Song schließlich wieder ins Up-Tempo geht klingen die Gitarren auch wieder so herrlich entrückt, verträumt und auch ein klein wenig romantisch. Jetzt bin ich einfach komplett versunken in der wunderbaren und einfach nur befreienden Musik von Nimbifer.
Der Abschlusstrack und Titelsong ist ein Instrumentaler-Ambient-Artiger-Black-Metal-Song, der durch seine entrückte und sphärische Atmosphäre zu überzeugen weiß.
Gerade wenn nach einer Minute das Schlagzeug einsetzt und der Song langsam voran kriecht ist das Abschlusstrack unglaublich atmosphärisch und lässt einen zufriedenen und glücklichen Dämonentreiber zurück.
Wie bereits geschrieben habe ich heute mal wieder gemerkt, was mir dieses Album und die Band (die Demo Zusammenstellung und die aktuelle EP stehen dem "Der Böse Geist" Album in nichts nach) bedeutet.
"Der Böse Geist" ist eines dieser Alben die ich immer wieder auflegen und mich daran erfreuen kann. Falls eines der Bandmitglieder hier mitliest: Vielen Dank für die Musik!
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