"Das erste Mal ist am schönsten": Eure ersten Berührungspunkte mit Bands, die die besten bleiben

Haha, ja ich sehe mir auch heute noch gern mal die ein oder andere Folge Alf zwischendrin an, Humor und Sympathie dieser Serie ist einfach für mich bis heute überreicht. Da war "Die Nacht, in der die Pizza kam" tatsächlich auch Liebe auf den ersten Blick. :D

Aber ja, dass es dann bei Dir richtig rapide schnell ging, kann ich mir gut vorstellen, v. a. wenn man für ein Online-Magazin Platten rezensiert. Da lernt man ja auch sicher total unvorbereitet gute neue Sachen kennen, die man so vielleicht überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Wenn natürlich auch 8 Punkte für die Commandment von Six Feet Under tatsächlich ein bisschen übersetzt sind. :D Aber ja, auch ich habe die lange Zeit nicht mehr gehört... Vielleicht gebe ich der heute auf dem Weg in den Feierabend mal wieder eine Chance.

Aber das war ja auch generell das schöne daran: Man konnte sich, sobald man einmal den Zugang zu den ganzen "noch härteren" Bands gefunden hat, sehr schnell für mitunter auch aus heutiger Sicht mittelmäßige Alben begeistern. Lag bei mir wiederum eher in der Begrenzung der Mittel damals als Jugendlicher, da wollte dann natürlich doch das Taschengeld wohl angelegt sein. Und wenn man sich da dann 1, 2 Alben im Monat holte, liefen die natürlich rauf und runter.

Daher auch so ein Paradebeispiel aus der entsprechenden Zeit: Die Under A Funeral Moon von Darkthrone. An einem glutheißen Sommertag (mit der Rocket Ride von Edguy) gekauft und dann nachher beim Skaten (!) gehört, eine Ambivalenz wie sie größer nicht sein könnte. Und seitdem nur Hits für mich auf der Platte, angeführt von dem für mich überragendem Natassja In Eternal Sleep. Kannte bis dahin eine solch rohe, kalte Musik schlichtweg noch nicht und dachte mir anfangs auch: Warum hört man sich sowas an? Naja, letztlich war genau das Album der Grundstein dafür, dass mich Black Metal bis heute in allen Facetten begeistert. Und bei Darkthrone kam vieles bisher auch knapp ran an die Under A Funeral Moon, allein Transilvanian Hunger und Panzerfaust würden bei mir schon dicht dahinter Platz 2 und 3 belegen. Aber über die UAFM geht halt nichts bei mir, da bin ich einfach wieder 16 und stehe in meiner Heimat in der Pampa auf der Seitenstraße neben dem Maisfeld auf dem Skateboard.



Ja, natürlich überschneiden sich da die Stories auch etwas, in gewisser Weise haben beide Threads ja mit der eigenen Metal-Historie zu tun. Und da schweift man natürlich - auch hier - gerne etwas ab, ein bisschen Schwelgen ist ja auch schön. ;)

Generell geht es mir hier v. a. aber nicht mal so sehr um die Geschichten, die einen ("nur") zum Metal selbst geführt haben, sondern eher um persönliche, punktuelle Alben-Highlights nach der ersten Berührung mit der jeweiligen Band - die auch heute noch, nach einer oftmals starken und umfangreichen Diskografie - aus den einen oder anderen Gründen das persönliche Highlight geblieben sind. Aber wer natürlich mag, kann gerne auch seine Stories oder Anekdoten rundherum erzählen, alles gerne gesehen! Ich bin ja immerhin auch zu Darkthrone auf dem Skateboard gestanden. :D

Fair enough ;).... besagter Thread ist ja auch mehr so ein Hybrid aus 1.erlebter Gig und allererstes Mal metallische/rockige Klänge in den Gehörgängen (irgendwo in den Tiefen des Forums geistert noch einer namens "Euer erstes Konzert" herum).... wie schon gesagt no hard feelings - war kein Gemotze, sondern eher eine Art Einladung, vielleicht auch parallel zu lesen.
 
Haha, ja ich sehe mir auch heute noch gern mal die ein oder andere Folge Alf zwischendrin an, Humor und Sympathie dieser Serie ist einfach für mich bis heute überreicht. Da war "Die Nacht, in der die Pizza kam" tatsächlich auch Liebe auf den ersten Blick. :D

Aber ja, dass es dann bei Dir richtig rapide schnell ging, kann ich mir gut vorstellen, v. a. wenn man für ein Online-Magazin Platten rezensiert. Da lernt man ja auch sicher total unvorbereitet gute neue Sachen kennen, die man so vielleicht überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Wenn natürlich auch 8 Punkte für die Commandment von Six Feet Under tatsächlich ein bisschen übersetzt sind. :D Aber ja, auch ich habe die lange Zeit nicht mehr gehört... Vielleicht gebe ich der heute auf dem Weg in den Feierabend mal wieder eine Chance.

Aber das war ja auch generell das schöne daran: Man konnte sich, sobald man einmal den Zugang zu den ganzen "noch härteren" Bands gefunden hat, sehr schnell für mitunter auch aus heutiger Sicht mittelmäßige Alben begeistern. Lag bei mir wiederum eher in der Begrenzung der Mittel damals als Jugendlicher, da wollte dann natürlich doch das Taschengeld wohl angelegt sein. Und wenn man sich da dann 1, 2 Alben im Monat holte, liefen die natürlich rauf und runter.

Daher auch so ein Paradebeispiel aus der entsprechenden Zeit: Die Under A Funeral Moon von Darkthrone. An einem glutheißen Sommertag (mit der Rocket Ride von Edguy) gekauft und dann nachher beim Skaten (!) gehört, eine Ambivalenz wie sie größer nicht sein könnte. Und seitdem nur Hits für mich auf der Platte, angeführt von dem für mich überragendem Natassja In Eternal Sleep. Kannte bis dahin eine solch rohe, kalte Musik schlichtweg noch nicht und dachte mir anfangs auch: Warum hört man sich sowas an? Naja, letztlich war genau das Album der Grundstein dafür, dass mich Black Metal bis heute in allen Facetten begeistert. Und bei Darkthrone kam vieles bisher auch knapp ran an die Under A Funeral Moon, allein Transilvanian Hunger und Panzerfaust würden bei mir schon dicht dahinter Platz 2 und 3 belegen. Aber über die UAFM geht halt nichts bei mir, da bin ich einfach wieder 16 und stehe in meiner Heimat in der Pampa auf der Seitenstraße neben dem Maisfeld auf dem Skateboard.



Ja, natürlich überschneiden sich da die Stories auch etwas, in gewisser Weise haben beide Threads ja mit der eigenen Metal-Historie zu tun. Und da schweift man natürlich - auch hier - gerne etwas ab, ein bisschen Schwelgen ist ja auch schön. ;)

Generell geht es mir hier v. a. aber nicht mal so sehr um die Geschichten, die einen ("nur") zum Metal selbst geführt haben, sondern eher um persönliche, punktuelle Alben-Highlights nach der ersten Berührung mit der jeweiligen Band - die auch heute noch, nach einer oftmals starken und umfangreichen Diskografie - aus den einen oder anderen Gründen das persönliche Highlight geblieben sind. Aber wer natürlich mag, kann gerne auch seine Stories oder Anekdoten rundherum erzählen, alles gerne gesehen! Ich bin ja immerhin auch zu Darkthrone auf dem Skateboard gestanden. :D
"Die Nacht, in der die Pizza kam" ist glaube ich mit weitem Abstand die Folge, die ich am allermeisten gesehen und gehört habe. Kann jede Zeile mitsprechen und sind einfach Feel-Good-20 Minuten.

Die 8 Punkte sind sicherlich total übersetzt, vielleicht lege ich sie mir auch gleich mal auf die Kopfhörer, aber habe ein bisschen Angst davor. Bei den typischen BM-Klassikern fehlt mir noch einiges, irgendwie erwische ich mich oft dabei, dass ich mir diesen oder jenen Klassiker gerne für die Zukunft aufspare - kennt jemand diese Situation? Klingt blöd, ist es wahrscheinlich auch. Aber um den Bogen zum Thread-Thema wiederzufinden: Bei Cannibal Corpse ist einer meiner absoluten Favorites immer noch die "Bloodthirst". Das war die Erste, in die ich mich damals reingehört habe, finde auch nach wie vor eine der Besseren der frühen Fisher-Ära, aber da spielt bei mir persönlich sicherlich auch der Nostalgie-Faktor eine Rolle.

Edit: Puh, ich habe meine Drohung wahrgemacht und bin gerade nicht sicher, ob ich die gute halbe Stunde "Commandment" nicht lieber zeitnah abbrechen sollte. o_O
 
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Fair enough ;).... besagter Thread ist ja auch mehr so ein Hybrid aus 1.erlebter Gig und allererstes Mal metallische/rockige Klänge in den Gehörgängen (irgendwo in den Tiefen des Forums geistert noch einer namens "Euer erstes Konzert" herum).... wie schon gesagt no hard feelings - war kein Gemotze, sondern eher eine Art Einladung, vielleicht auch parallel zu lesen.

Alles gut, habe ich tatsächlich eh nicht als Gemotze aufgefasst, ganz entspannt. Unsere Musikwelt und natürlich auch die Stories dahinter sind ja generell sehr facettenreich, sodass genaue Abgrenzungen - auch zwischen den einzelnen Themen in hiesigem Forum - ja ohnehin schwierig sind bzw. oft verschwimmen.

Zum generellen Hintergrund, warum mir dieser Thread überhaupt eingefallen ist, ist vielleicht auch noch interessant, dass ich mich eben vor kurzem mit einem guten Freund aus gegebenem Anlass über Ozzy Osbourne und seine Soloalben unterhalten habe. Während er v. a. die ganz alten Sachen (Blizzard, Diary, Bark) schon immer am besten fand und noch findet, ist mein Liebling einfach die No More Tears. Und da fiel mir auf, dass die genau das erste Ozzy-Album in meiner Sammlung überhaupt war und ich - fast schon instinktiv - auch heute noch meist zu diesem Album greife, wenn ich Bock auf Ozzy habe.
Nach längerem Überlegen ist mir da dann tatsächlich ein kleines Muster aufgefallen, s. auch meine Story mit In Flames. Irgendwie scheint es da durchaus einen unterbewussten Zusammenhang zwischen erstem Kontakt und "die find ich nach wie vor am besten" zu geben, was mich zu diesem Thread inspiriert hat. :)
 
Der Moment, in dem ich zum Metalfan wurde. Es müsste in der Adventszeit 2006 gewesen sein und ich stand im Saturn, wollte mir eine neue CD zulegen. Zuvor habe ich zwar Rammstein und Korn gehört, aber so der "richtige" Oldschool Metal, strahlte mich in Form der 'Christ Illusion' von Slayer an. Gekauft. Eingelegt. Fasziniert. Ein paar Lieder der Band kannte ich zu dem Zeitpunkt schon, wirklich gepackt wurde ich aber erst von diesem Album. Es ist inzwischen nicht mehr mein Lieblingsalbum von ihnen, aber eins, mit dem ich ganz besondere Erinnerungen verbinde. Besonders "Cult" hatte es mir angetan ("Jesus is pain! Jesus is gore! Jesus is the blood that is spilled in war! :jubel:), weil ich das damals für wahnsinnig deep hielt. Aber 'Jihad', 'Flesh Storm', 'Eyes of the insane' und andere Songs höre ich auch heute noch gerne und kann mich sofort an diese Zeit zurückerinnern.
 
Sehr schöne Threadidee, die ich eher im Sinne von Bandschlüsselmomenten als der Metalfindung sehe. Neues kann man ja auch jetzt immer noch kennenlernen (auch mit vorhandenem Backkatalog) und einen mit der aktuellen Veröffentlichung vielleicht plötzlich so flashen.

In diesem Sinne: Eine meiner ganz großen Bandlieben sind Nevermore. Kennengelernt habe ich sie über meinen Paps. Er hatte mir Anfang der 2000er 'Dreamig Neon Black' und 'Dead Heart In A Dead World' auf CD gerippt. Wir tauschten sehr viel in der Zeit - er von mir Death Metal und ich von ihm eher so progressiven Heavy Metal. Epische Zeit.
Es ergab sich, dass wir kurz nach Veröffentlichung der 'Enemies Of Reality' (07/2003) auf dem Wacken waren und dort das Album ungehört und ganz frisch kaufen wollten. Meine allererste miterlebte Neuveröffentlichung dieser Band ! Uffregung ! Gesagt getan. Erstlauschung erfolgte über den CD Player im Auto - ja - das hatte halt nich so tolle Boxen und es klang ganz schön kacke.

Für alle die es nicht wissen: 'Enemies Of Reality' wurde bei Veröffentlichung mit einem, sagen wir, unvorteilhaften Mix und Master geliefert. Ein riesen Aufschrei durch die Medien, kurze Zeit später gabs einen neuen Mix und man konnte seine "alte" doof klingende Erstausgabe gegen die neue tauschen und so Zeug.

Ich hab mich aber in dieses Album verliebt (gerade 'I, Voyager' - direkt beim ersten Hör im Auto damals) das klang so kaputt, verloren, verzweifelt, verletzlich. Und bis heute ziehe ich den ersten Mix, der glatteren neuen Variante vor. Denn die Band war zu diesem Zeitpunkt quasi kaputt. Das Album klang, wie sich die Band gefühlt haben muss.

Und zum Abschluss muss ich noch kurz mit meinem wunderschönen Paps angeben.
Er mit der frisch geschossenen 'Enemies Of Reality'-CD:
wacken03-06.jpg
 
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Sehr schöne Threadidee, die ich eher im Sinne von Bandschlüsselmomenten als der Metalfindung sehe. Neues kann man ja auch jetzt immer noch kennenlernen (auch mit vorhandenem Backkatalog) und einen mit der aktuellen Veröffentlichung vielleicht plötzlich so flashen.

In diesem Sinne: Eine meiner ganz großen Bandlieben sind Nevermore. Kennengelernt habe ich sie über meinen Paps. Er hatte mir Anfang der 2000er 'Dreamig Neon Black' und 'Dead Heart In A Dead World' auf CD gerippt. Wir tauschten sehr viel in der Zeit - er von mir Death Metal und ich von ihm eher so progressiven Heavy Metal. Epische Zeit.
Es ergab sich, dass wir kurz nach Veröffentlichung der 'Enemies Of Reality' (07/2003) auf dem Wacken waren und dort das Album ungehört und ganz frisch kaufen wollten. Meine allererste miterlebt Neuveröffentlichung dieser Band ! Uffregung ! Gesagt getan. Erstlauschung erfolgte über den CD Player im Auto - ja - das hatte halt nich so tolle Boxen und es klang ganz schön kacke.

Für alle die es nicht wissen: 'Enemies Of Reality' wurde bei Veröffentlichung mit einem, sagen wir, unvorteilhaften Mix und Master geliefert. Ein riesen Aufschrei durch die Medien, kurze Zeit später gabs einen neuen Mix und man konnte seine "alte" doof klingende Erstausgabe gegen die neue tauschen und so Zeug.

Ich hab mich aber in dieses Album verliebt (gerade 'I, Voyager' - direkt beim ersten Hör im Auto damals) das klang so kaputt, verloren, verzweifelt, verletzlich. Und bis heute ziehe ich den ersten Mix, der glatteren neuen Variante vor. Denn die Band war zu diesem Zeitpunkt quasi kaputt. Das Album klang, wie sich die Band gefühlt haben muss.

Und zum Abschluss muss ich noch kurz mit meinem wunderschönen Paps angeben.
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Es sind genau Beiträge wie dieser, die ich in diesem Forum so ungemein schätze. Danke.
 
Sehr schöne Threadidee, die ich eher im Sinne von Bandschlüsselmomenten als der Metalfindung sehe. Neues kann man ja auch jetzt immer noch kennenlernen (auch mit vorhandenem Backkatalog) und einen mit der aktuellen Veröffentlichung vielleicht plötzlich so flashen.

In diesem Sinne: Eine meiner ganz großen Bandlieben sind Nevermore. Kennengelernt habe ich sie über meinen Paps. Er hatte mir Anfang der 2000er 'Dreamig Neon Black' und 'Dead Heart In A Dead World' auf CD gerippt. Wir tauschten sehr viel in der Zeit - er von mir Death Metal und ich von ihm eher so progressiven Heavy Metal. Epische Zeit.
Es ergab sich, dass wir kurz nach Veröffentlichung der 'Enemies Of Reality' (07/2003) auf dem Wacken waren und dort das Album ungehört und ganz frisch kaufen wollten. Meine allererste miterlebt Neuveröffentlichung dieser Band ! Uffregung ! Gesagt getan. Erstlauschung erfolgte über den CD Player im Auto - ja - das hatte halt nich so tolle Boxen und es klang ganz schön kacke.

Für alle die es nicht wissen: 'Enemies Of Reality' wurde bei Veröffentlichung mit einem, sagen wir, unvorteilhaften Mix und Master geliefert. Ein riesen Aufschrei durch die Medien, kurze Zeit später gabs einen neuen Mix und man konnte seine "alte" doof klingende Erstausgabe gegen die neue tauschen und so Zeug.

Ich hab mich aber in dieses Album verliebt (gerade 'I, Voyager' - direkt beim ersten Hör im Auto damals) das klang so kaputt, verloren, verzweifelt, verletzlich. Und bis heute ziehe ich den ersten Mix, der glatteren neuen Variante vor. Denn die Band war zu diesem Zeitpunkt quasi kaputt. Das Album klang, wie sich die Band gefühlt haben muss.

Und zum Abschluss muss ich noch kurz mit meinem wunderschönen Paps angeben.
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Schlichtweg wunderbare Story, die emotional ungemein fassbar macht, warum gerade dieses bestimmte Album in dieser bestimmten Pressung für Dich so wertvoll ist. Toll und berührend zugleich, chapeau.
 
Sehr schöne Threadidee, die ich eher im Sinne von Bandschlüsselmomenten als der Metalfindung sehe. Neues kann man ja auch jetzt immer noch kennenlernen (auch mit vorhandenem Backkatalog) und einen mit der aktuellen Veröffentlichung vielleicht plötzlich so flashen.

In diesem Sinne: Eine meiner ganz großen Bandlieben sind Nevermore. Kennengelernt habe ich sie über meinen Paps. Er hatte mir Anfang der 2000er 'Dreamig Neon Black' und 'Dead Heart In A Dead World' auf CD gerippt. Wir tauschten sehr viel in der Zeit - er von mir Death Metal und ich von ihm eher so progressiven Heavy Metal. Epische Zeit.
Es ergab sich, dass wir kurz nach Veröffentlichung der 'Enemies Of Reality' (07/2003) auf dem Wacken waren und dort das Album ungehört und ganz frisch kaufen wollten. Meine allererste miterlebt Neuveröffentlichung dieser Band ! Uffregung ! Gesagt getan. Erstlauschung erfolgte über den CD Player im Auto - ja - das hatte halt nich so tolle Boxen und es klang ganz schön kacke.

Für alle die es nicht wissen: 'Enemies Of Reality' wurde bei Veröffentlichung mit einem, sagen wir, unvorteilhaften Mix und Master geliefert. Ein riesen Aufschrei durch die Medien, kurze Zeit später gabs einen neuen Mix und man konnte seine "alte" doof klingende Erstausgabe gegen die neue tauschen und so Zeug.

Ich hab mich aber in dieses Album verliebt (gerade 'I, Voyager' - direkt beim ersten Hör im Auto damals) das klang so kaputt, verloren, verzweifelt, verletzlich. Und bis heute ziehe ich den ersten Mix, der glatteren neuen Variante vor. Denn die Band war zu diesem Zeitpunkt quasi kaputt. Das Album klang, wie sich die Band gefühlt haben muss.

Und zum Abschluss muss ich noch kurz mit meinem wunderschönen Paps angeben.
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Danke, sehr schöner Beitrag. Ich sehe es genauso, die beiden Threads können schön zusammen bestehen.
Was mir da bzgl. Schlüsselmoment bei bestimmten Bands einfällt ist das Intro zu "Davidian" vom Machine Head-Debüt. Man war vorher durch Stories im MH schon angefixt und ich war damals mit zarten 16 gerade mit 2 Kumpels auf InterRail-Tour durch Europa. Als das Album rauskam, waren wir gerade in Amsterdam und ich sah das Album in irgendeinem Musikladen. Damals konnte man sich Alben ja noch vorab über Kopfhörer anhören, also habe ich mir Burn my eyes einlegen lassen. Ich weiß noch bis heute, wie mich dieser Beginn und das kurz darauf einsetzende Riff geflasht haben. Ich hatte aber überhaupt keine Kohle mehr und mußte noch 2 Monate warten, bis ich´s mir zuhause dann endlich kaufen konnte. Die Wartezeit kam mir ewig vor, v.a. weil das Album einen Riesenhype ausgelöst hatte. Bis auf The Blackening hat mich die Band dann nicht mehr interessiert. Aber jedesmal wenn ich den Song höre, muss ich an diesen Moment denken.
 
Während ich in Jahr Eins meines Stromgitarren-Interesses ausschließlich Original-Musikkassetten der damaligen Größen (AC/DC, Maiden, Priest, Saxon, Scorpions, Van Halen etc.) gekauft habe, lief auf einer Klassenparty der Song 'Insanity' von Tygers Of Pan Tang. Da es das natürlich nicht als MC gab, musste ein Scheibendreher her. Am darauffolgenden Wochenende also mit Dad zum nächsten Schaulandt gefahren, einen Dreher, sowie "Wild Cat" und das damals neue Album von Krokus namens "One Vice At A Time" erworben. Zuhause natürlich ratzefatze die Entjungferung der Tygers-Scheibe, deren Artwork kurz danach als Packpatch meine erste Jeans-Jacke zierte. Diese wollte meine Frau kürzlich tatsächlich entsorgen. Schief hing der Haussegen, aber das ist eine andere Geschichte.... Wo war ich? "Wild Cat", erste Abtastung. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass 'Insanity', dessen Titel mir nicht geläufig war, der Opener des Albums sein musste. Dass dies natürlich totaler Kokolores ist, wissen alle Leser hier, ich aber damals nicht und so lief das Album, welches noch immer mein Lieblings-Album der Band ist, ohne dass dieser Hammer-Song erklingen sollte. Die anderen Nummern haben meine entäuschten Ohren zuerst gar nicht so richtig wahrgenommen, denn ich wollte ja dieses irre Lachen und dieses unfassbare Intro hören. Als ich schon dachte, ich hätte gleich zu Beginn meiner Plattenbegeisterung einen kapitalen Fehlkauf getätigt, erklang als letzter Song dann endlich 'Insanity'. Mein Kopf ist wohl vor Glückseligkeit geplatzt und meine laustarke Begeisterung im Jugendzimmer unterm Kopfhörer sorget dafür, dass meine Eltern etwas irritiert hinein schauten. Hätten sie geahnt, was damals seinen verschärften Anfang nahm, wären sie wohl nicht so erleichtert wieder abgezogen. Diese Musik war ja nur eine Phase. Jaja.
 
Interessanter Faden.
Ich hatte solche Momente wohl mit Metallica (als Stücke der Platte KILL EM ALL im Radio gespielt wurden und die dann auch in unserem Mini Plattenladen in meinem 30000 Einwohnerstädchen verfügbar war).
Weiterhin THE MANDILON von The Gathering, die mir ein ehemaliger Kumpel im Wagen vor spielte. Diese Stimme!
Auch ähnlich bei SUFFER von Bad Religion, die dann auch viele Jahre lang ausgiebig gehört und betourt wurden.
 
Sehr schöne Threadidee, die ich eher im Sinne von Bandschlüsselmomenten als der Metalfindung sehe. Neues kann man ja auch jetzt immer noch kennenlernen (auch mit vorhandenem Backkatalog) und einen mit der aktuellen Veröffentlichung vielleicht plötzlich so flashen.

In diesem Sinne: Eine meiner ganz großen Bandlieben sind Nevermore. Kennengelernt habe ich sie über meinen Paps. Er hatte mir Anfang der 2000er 'Dreamig Neon Black' und 'Dead Heart In A Dead World' auf CD gerippt. Wir tauschten sehr viel in der Zeit - er von mir Death Metal und ich von ihm eher so progressiven Heavy Metal. Epische Zeit.
Es ergab sich, dass wir kurz nach Veröffentlichung der 'Enemies Of Reality' (07/2003) auf dem Wacken waren und dort das Album ungehört und ganz frisch kaufen wollten. Meine allererste miterlebte Neuveröffentlichung dieser Band ! Uffregung ! Gesagt getan. Erstlauschung erfolgte über den CD Player im Auto - ja - das hatte halt nich so tolle Boxen und es klang ganz schön kacke.

Für alle die es nicht wissen: 'Enemies Of Reality' wurde bei Veröffentlichung mit einem, sagen wir, unvorteilhaften Mix und Master geliefert. Ein riesen Aufschrei durch die Medien, kurze Zeit später gabs einen neuen Mix und man konnte seine "alte" doof klingende Erstausgabe gegen die neue tauschen und so Zeug.

Ich hab mich aber in dieses Album verliebt (gerade 'I, Voyager' - direkt beim ersten Hör im Auto damals) das klang so kaputt, verloren, verzweifelt, verletzlich. Und bis heute ziehe ich den ersten Mix, der glatteren neuen Variante vor. Denn die Band war zu diesem Zeitpunkt quasi kaputt. Das Album klang, wie sich die Band gefühlt haben muss.

Und zum Abschluss muss ich noch kurz mit meinem wunderschönen Paps angeben.
Er mit der frisch geschossenen 'Enemies Of Reality'-CD:
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Ich schliesse mich mal an: sehr schöner Beitrag! Sowohl die geschilderten Erlebnisse als auch inhaltlich. Ja, der erste Mix von Enemies of Reality ist natürlich der bessere, und das aus genau den Gründen, die Du anführst. Meine Favoriten auf dem Album, dem ich an manchen Tagen volle zehn Punkte gebe und das in meinem Listenwahn doch nur auf Platz fünf rangiert, sind Tomorrow Turned Into Yesterday, diese völlig ergreifende Ballade, und Seed Awakening, die Dampframme am Schluss.

Mein Einstieg in die Band war deutlich später, anfangs 2009, mit This Godless Endeavor. Bis dato hatte ich mit so vergleichsweise hohem Gesang gar nichts anfangen können, doch an einem verlagerten Januarmorgen donnerte Born durch das Zimmer. Seitdem sind sie eine meiner Lieblingsbands. Schön, dass Nevermore und Sanctuary auch heute noch auf so viel Interesse stossen.
 
Während ich in Jahr Eins meines Stromgitarren-Interesses ausschließlich Original-Musikkassetten der damaligen Größen gekauft habe...
Nice! Haste die noch? Bist du alt? :D
Auf ner Klassenparty lief Tygers? Geil, auf welcher Schule warst du denn?!?1? Das war doch nicht usus damals, oder?
 
Nice! Haste die noch? Bist du alt? :D
Auf ner Klassenparty lief Tygers? Geil, auf welcher Schule warst du denn?!?1? Das war doch nicht usus damals, oder?
Die sind fast alle an einen tollen Forenbewohner gegangen.

Auf einer Kadetten-Anstalt, auf der 4 von fünf Metallern in einer Klasse waren.
 
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Reaktionen: tik
Habe mir am Wochenende die Age Of Nero von Satyricon angehört, da kam mir wieder der Thread in den Sinn. Denn Nemesis Divina, Volcano und Now, Diabolical zum Trotz war und ist die Age Of Nero immer noch mein erstes und liebstes Album von Satyricon.

Für mich war die Band in meiner Jugendzeit lange nur ein scheinbar hochkarätig besetzter Name, bis ich mir eben mal die Age Of Nero für ein Butterbrot beim EMP geholt habe. Fun fact am Rande: Ich weiß sogar noch, dass die Bestellung damals die Crusher und Avenger von Amon Amarth und die Bitter Suites To Succubi von Cradle Of Filth umfasste - so sehr brannte sich dann das Hörerlebnis an jenem Abend ein. Denn Highlight war in jedem Fall die Platte von Satyricon: Eine bis dahin für mich komplett unbekannte Art, Black Metal zu spielen - dieser charakteristische Sound, für den man Satyricon so liebt, kam auf der Age Of Nero vollends zur Geltung. Für mich war das damals Schwärze in Reinform, toll.

Nach und nach habe ich mir dann natürlich auch die anderen Sachen geholt, fast alles natürlich sehr gute Alben, allen voran noch die den Sound von Satyricon prägenden Volcano und Now, Diabolical. Aber die Age Of Nero bleibt irgendwie mein persönliches Herzstück der Band, zu sehr hat mich an jenem Abend mit genau diesem Album dieser neue, unverbrauchte Sound überrascht und gefesselt.
 
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