DEAF FOREVER - die dreißigste Ausgabe

Ich finde Götzens Editorial eher solala:

Zum einen werde ich mir stupides Mitschunkeln und debiles Grinsen auf Konzerten nicht nehmen lassen...!

Zum anderen finde ich ernsthaft, dass man der Existenz von Sabaton & Co. aufrichtige Dankbarkeit entgegen bringen sollte:

Diese ganzen ähnlich gelagerten Bands, die - ob man will oder nicht - halt doch irgendwie dem Phänomen „Metal“ zuzurechnen sind, sind doch ein erstklassiger und weitestgehend sehr gut funktionierender Filter. Die Leute, die in dieser Art von Musik ihr Seelenheil finden, bleiben nach meinem Dafürhalten in der Regel ohnehin unter ihresgleichen: Einschlägige Festivals, Konzerttouren, Mailorder, Plattenlabels, Magazine, soziale Medien (sprich: eine spezielle Infrastruktur, welche der „unserigen“ nicht ganz unähnlich ist) fördern diese Abschottung.

Wer sich als Musikhörender also bereits mit dieser Vorhölle zufriedengibt, wird wahrscheinlich niemals bis in den neunten Kreis der Hölle vordringen, wo sich die authentischen Überzeugungstäter tapfer für ihre Leidenschaft aufopfern (oder so ähnlich). So liegt diese ganze Plastik-Szene wie eine undurchlässige Membran über „unserer“ schnuckeligen Underground-Nische und definiert diese zugleich. Ohne Overground kein Underground - ist ja eigentlich logisch.

Bonus: Wer für sich die Notwendigkeit sieht, kann sich in seiner heroischen Abgrenzung gegenüber der mainstreamigen Kommerzherde zudem noch etwas Selbstbestätigung holen, was in diesen immer undurchsichtigeren Zeiten für manchen vielleicht nicht ganz unerheblich ist.
 
Was das Editorial betrifft: Prinzipiell kann ich die kritischen Stimmen verstehen, das Bashen einer ohnehin bei der Leserschaft überwiegend verpönten Band wäre sinnloses Aufgeilen am eigenen Elitärsein, wenn es denn außerhalb des DF-Einzugsbereichs überhaupt nicht wahrgenommen werden könnte. Adressat des Ganzen ist für mich aber nur vordergründig der geneigte DF-Stammleser. Der Metal-Kosmos reicht nun mal mehr denn je über den einigermaßen undergroundbehafteten DF-Horizont hinaus. Wir alle werden heutzutage als Metal-Fans auch u.a. mit Sabaton assoziiert, weil sie mittlerweile einer der bekanntesten Namen des mainstreamigen Verständnisses unserer Lieblingsmusik darstellen. Und da finde ich es legitim, sich mit klaren Worten und differenziert (und das wird meiner Meinung nach schon getan) abzugrenzen, wenn einem gewisse damit verbundene Erscheinungen missfallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@SouthernSteel : wer außerhalb der DF-Blase liest denn das Editorial? Ernst gemeinte Frage.

Das Bandfoto soll also 'Gutmenschen' provozieren (damit fühle ich mich im Zweifelsfall auch angesprochen), und nicht etwa den Fans, welche die 'Kriegsberichterstattung' der Band schätzen, mal wieder eine martialische Pose bieten? Und die abschließende These, dass SABATON die Dummheit ihrer Fans ungeniert zu Geld machen würden (wobei Dummheit ja nicht verwerflich sei): dünnes Eis. Ersetze 'Dummheit' durch 'Treue' oder 'Ergebenheit', und schon hast du den Großteil aller MAIDEN-Fans charakterisiert. ;)

Ich für meinen Teil bin da ganz bei @Prodigal Son und @Bexham : wenn es nix vernünftiges zu einer Band zu schreiben gibt oder niemand (in diesem Fall außer @frankthetank , versteht sich) Bock auf 'ne Band hat, dann lasst es doch in Zukunft einfach. 148 Seiten sind zu wenig, um sie mit unnötigem Schrott zu füllen! :)

Und da ich die Tage mal wieder in RH 253 (Juni 2008) geblättert habe: da war The Art Of War Götz immerhin noch 8 Punkte wert. Weder musikalisch noch vom Image her hat sich bei SABATON seitdem viel geändert. Nur vom Erfolg her gingen sie durch die Decke... o_O
 
@SouthernSteel : wer außerhalb der DF-Blase liest denn das Editorial? Ernst gemeinte Frage.

Das Bandfoto soll also 'Gutmenschen' provozieren (damit fühle ich mich im Zweifelsfall auch angesprochen), und nicht etwa den Fans, welche die 'Kriegsberichterstattung' der Band schätzen, mal wieder eine martialische Pose bieten? Und die abschließende These, dass SABATON die Dummheit ihrer Fans ungeniert zu Geld machen würden (wobei Dummheit ja nicht verwerflich sei): dünnes Eis. Ersetze 'Dummheit' durch 'Treue' oder 'Ergebenheit', und schon hast du den Großteil aller MAIDEN-Fans charakterisiert. ;)

Ich für meinen Teil bin da ganz bei @Prodigal Son und @Bexham : wenn es nix vernünftiges zu einer Band zu schreiben gibt oder niemand (in diesem Fall außer @frankthetank , versteht sich) Bock auf 'ne Band hat, dann lasst es doch in Zukunft einfach. 148 Seiten sind zu wenig, um sie mit unnötigem Schrott zu füllen! :)

Und da ich die Tage mal wieder in RH 253 (Juni 2008) geblättert habe: da war The Art Of War Götz immerhin noch 8 Punkte wert. Weder musikalisch noch vom Image her hat sich bei SABATON seitdem viel geändert. Nur vom Erfolg her gingen sie durch die Decke... o_O
Natürlich wird das Editorial in erster Linie innerhalb der DF-Blase gelesen. Aber wenn Götz diese Thematik am Herzen liegt, ist doch das "eigene" Magazin die erste Anlaufstelle, um seine Meinung kundzutun. Von einem Herausgeber oder Chefredakteur erwarte ich sogar, dass er klare Kante zeigt und auch mal aneckt, sei es im eigenen Lager, sei es bei den Kritisierten. In diesem Zusammenhang empfinde ich übrigens auch Tom Warriors diesmalige Kolumne erfreulich scharfkantig.
 
Ich will jetzt doch nochmal ein paar Worte zum Vorwort verlieren und warum ich es gut und wichtig finde...
Grundsätzlich ist es mir persönlich völlig wurstegal wer was für Musik hört und gut findet (ausgenommen selbstverständlich NSBM und anderes rechtes Gesindel). Es soll ja sogar Menschen geben die den Wendler für die absolute musikalische Offenbarung halten. Ich wohne auf dem Kiez, hier flippen jedes Jahr auf dem Schlagermove eine halbe Million Menschen zu Bata Ilic, Gottfried Wendehals und ähnlichen Knallchargen aus. Alles nicht meine Grillparty, aber grundsätzlich mal o.k. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden....

Ähnlich sehe ich es auch bei meiner Lieblingsmusik. Ich persönlich bin da recht eingefahren, analog muss es klingen, echt muss es sein.
Was aber nicht heißt dass ich andere Musikstile, sogar Symphonic Metal :thumbsdown:, ablehne. Ist nur auch eben nicht meins....

Was mich aber bei Sabaton gewaltig stört, ist die Tatsache dass man so ernste Themen wie lange, schlimme Kriege, grausame Schlachten mit hundertausenden Toten, ja sogar den Holocaust ("The final Solution)" in lockeren Kindermelodien, Bier saufend und lustig schunkelnd abfeiert! Ich sage AUSDRÜCKLICH dass Sabaton natürlich nicht in der rechten Ecke zu verorten sind. Das haben sie oft genug klar gestellt. Aber die gesamte Attitüde die sie vor sich her tragen und in den letzten Jahren im Interesse noch höherer Plattenverkäufe bis zum Erbrechen ausgereizt haben widert und ekelt mich einfach nur an! Und als Highlight haben sie sich jetzt eben, ganz verkaufsfördernd, auf nem Soldatenfriedhof in martialischer Pose ablichten lassen!
Und das noch nicht einmal aus Respekt vor den gefallenen Soldaten sondern ausschließlich und nur zum Zwecke der billigen und primitiven Vermarktung!
Ich persönlich finde sie haben schon mit dem o.g. Titel und der dazugehörigen Schunkelmelodie klar eine Grenze überschritten, da wundert mich so ein sackdummes Foto am Ende auch nicht mehr!

Was die Musik von Sabaton angeht, so ist das tatsächlich auch nicht meins (siehe oben). Aber selbst WENN sie musikalisch die heißesten Heidis der nördlichen Abendsonne wären, würde ich den Kauf ihrer Platten verweigern. Zumindest so lange bis sie sich entweder andere Themen suchen oder das selbst erwählte Thema mit dem notwendigen Respekt und Tiefgang behandeln. So lange sie auf Bühnen von Schlachten singen bei denen unendlich viele Menschen ihr Leben verloren haben um direkt im Anschluss lustige "noch ein Bier" Singspielchen zu veranstalten, so lange bei denen vor der Bühne dumpfdoofe Flachzangen stehen die diesen Mist kritiklos mitgröhlen, so lange sie nichts besseres zu tun haben während dutzender aktueller Kriege auf dieser Welt und Millionen von Kriegsflüchtlingen ernsthaft einen echten Panzer auf die Bühne zu stellen, so lange sie sich den Holocaust und alle damit verbundenen Verbrechen schön singen und saufen, so lange werde ich diese Band und alles was dazu gehört mal außerordentlich Kacke finden!

Wie man übrigens auch "gute" Songs über Kriege und Bürgerkriege schreiben kann haben schon vor 35 Jahren Gary Moore ("Out in the Fields"), U2 ("Sunday bloody Sunday") oder sogar Metallica ("ONE") gezeigt (um nur mal stellvertretend 3 zu nennen)....

Insofern: Danke an Götz dass er uns immer mal wieder daran erinnert was für unglaublicher Scheißdreck sich unter dem Begriff "Metal" so tummelt...:top:
 
@SouthernSteel : wer außerhalb der DF-Blase liest denn das Editorial? Ernst gemeinte Frage.

Das Bandfoto soll also 'Gutmenschen' provozieren (damit fühle ich mich im Zweifelsfall auch angesprochen), und nicht etwa den Fans, welche die 'Kriegsberichterstattung' der Band schätzen, mal wieder eine martialische Pose bieten? Und die abschließende These, dass SABATON die Dummheit ihrer Fans ungeniert zu Geld machen würden (wobei Dummheit ja nicht verwerflich sei): dünnes Eis. Ersetze 'Dummheit' durch 'Treue' oder 'Ergebenheit', und schon hast du den Großteil aller MAIDEN-Fans charakterisiert. ;)

Ich für meinen Teil bin da ganz bei @Prodigal Son und @Bexham : wenn es nix vernünftiges zu einer Band zu schreiben gibt oder niemand (in diesem Fall außer @frankthetank , versteht sich) Bock auf 'ne Band hat, dann lasst es doch in Zukunft einfach. 148 Seiten sind zu wenig, um sie mit unnötigem Schrott zu füllen! :)

Und da ich die Tage mal wieder in RH 253 (Juni 2008) geblättert habe: da war The Art Of War Götz immerhin noch 8 Punkte wert. Weder musikalisch noch vom Image her hat sich bei SABATON seitdem viel geändert. Nur vom Erfolg her gingen sie durch die Decke... o_O
und n paar Seiten weiter posiert ne Band vor nem „normalen“ Friedhof ....

ist aber wahrscheinlich was komplett anderes...
 
Ich find das Vorwort gut. Das DF ist halt ein Magazin, das von Fans für Fans gemacht wird und dass da dann auch mal Klartext gesprochen wird, ist doch astrein. Könnte mir auch gut vorstellen, dass hier was aktuelles das Faß zum überlaufen gebracht haben könnte. Aber weil spekulieren Käse ist, verrenn ich mich jetzt nicht weiter drin.

Sehr schönes Wildhoney-Special, was ich direkt verschlungen habe.
Danke!!
 
Ich will jetzt doch nochmal ein paar Worte zum Vorwort verlieren und warum ich es gut und wichtig finde...
Grundsätzlich ist es mir persönlich völlig wurstegal wer was für Musik hört und gut findet (ausgenommen selbstverständlich NSBM und anderes rechtes Gesindel). Es soll ja sogar Menschen geben die den Wendler für die absolute musikalische Offenbarung halten. Ich wohne auf dem Kiez, hier flippen jedes Jahr auf dem Schlagermove eine halbe Million Menschen zu Bata Ilic, Gottfried Wendehals und ähnlichen Knallchargen aus. Alles nicht meine Grillparty, aber grundsätzlich mal o.k. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden....

Ähnlich sehe ich es auch bei meiner Lieblingsmusik. Ich persönlich bin da recht eingefahren, analog muss es klingen, echt muss es sein.
Was aber nicht heißt dass ich andere Musikstile, sogar Symphonic Metal :thumbsdown:, ablehne. Ist nur auch eben nicht meins....

Was mich aber bei Sabaton gewaltig stört, ist die Tatsache dass man so ernste Themen wie lange, schlimme Kriege, grausame Schlachten mit hundertausenden Toten, ja sogar den Holocaust ("The final Solution)" in lockeren Kindermelodien, Bier saufend und lustig schunkelnd abfeiert! Ich sage AUSDRÜCKLICH dass Sabaton natürlich nicht in der rechten Ecke zu verorten sind. Das haben sie oft genug klar gestellt. Aber die gesamte Attitüde die sie vor sich her tragen und in den letzten Jahren im Interesse noch höherer Plattenverkäufe bis zum Erbrechen ausgereizt haben widert und ekelt mich einfach nur an! Und als Highlight haben sie sich jetzt eben, ganz verkaufsfördernd, auf nem Soldatenfriedhof in martialischer Pose ablichten lassen!
Und das noch nicht einmal aus Respekt vor den gefallenen Soldaten sondern ausschließlich und nur zum Zwecke der billigen und primitiven Vermarktung!
Ich persönlich finde sie haben schon mit dem o.g. Titel und der dazugehörigen Schunkelmelodie klar eine Grenze überschritten, da wundert mich so ein sackdummes Foto am Ende auch nicht mehr!

Was die Musik von Sabaton angeht, so ist das tatsächlich auch nicht meins (siehe oben). Aber selbst WENN sie musikalisch die heißesten Heidis der nördlichen Abendsonne wären, würde ich den Kauf ihrer Platten verweigern. Zumindest so lange bis sie sich entweder andere Themen suchen oder das selbst erwählte Thema mit dem notwendigen Respekt und Tiefgang behandeln. So lange sie auf Bühnen von Schlachten singen bei denen unendlich viele Menschen ihr Leben verloren haben um direkt im Anschluss lustige "noch ein Bier" Singspielchen zu veranstalten, so lange bei denen vor der Bühne dumpfdoofe Flachzangen stehen die diesen Mist kritiklos mitgröhlen, so lange sie nichts besseres zu tun haben während dutzender aktueller Kriege auf dieser Welt und Millionen von Kriegsflüchtlingen ernsthaft einen echten Panzer auf die Bühne zu stellen, so lange sie sich den Holocaust und alle damit verbundenen Verbrechen schön singen und saufen, so lange werde ich diese Band und alles was dazu gehört mal außerordentlich Kacke finden!

Wie man übrigens auch "gute" Songs über Kriege und Bürgerkriege schreiben kann haben schon vor 35 Jahren Gary Moore ("Out in the Fields"), U2 ("Sunday bloody Sunday") oder sogar Metallica ("ONE") gezeigt (um nur mal stellvertretend 3 zu nennen)....

Insofern: Danke an Götz dass er uns immer mal wieder daran erinnert was für unglaublicher Scheißdreck sich unter dem Begriff "Metal" so tummelt...:top:
Sei mir mal bitte nicht böse, wenn ich dich das frage: aber warum stellst du die Schrift als default so komisch ein? Hat das irgendeine spezielle Bewandnis? Ist mir jetzt bei ein paar Posts aufgefallen.
Will dich jetzt nicht dumm von der Seite anmachen 8also auch nicht in den falschen Hals kriegen), möchte aber gerne dennoch mal fragen.
 
Alles, was mit Sabaton(-Kritik) zu tun hat, entlockt mir nur noch ein müdes Gähnen. Da ist alles schon zig Mal gesagt und geschrieben worden. Es gibt wahrlich interessantere Themen.
 
In diesem Zusammenhang empfinde ich übrigens auch Tom Warriors diesmalige Kolumne erfreulich scharfkantig.
Ja: da sehe ich ehr Potential, tatsächlich bei einem Teil der Leserschaft des Heftes anzuecken.

Und vielleicht läuft er den Jungs von SABATON ja in Wacken über den Weg, falls er ihnen was ins Poesiealbum zu texten hat. :)
 
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