DEAF FOREVER - die fünfundsechzigste Ausgabe

Ich hab auch gerade das hochgelobte Interview mit Kerem gelesen. Hatte Imha Tarikat zu Sternenbersterzeiten durch @Ernie von KrachmuckerTV mal angetestet, hat mich damals aber nicht mitgerissen, die Musik.

Das Interview aber schon.
Und neben dem Bedürfnis, mich nochmal näher mit dem neuen Album zu beschäftigen, haben bei mir zwei Aussagen nochmal besonderen Anklang gefunden: 1. Dass man mit Freundlichkeit heutzutage provoziert und 2. dieser leider immer noch präsente Scheiß in der Gesellschaft, nicht offen mit psychischen Erkrankungen umgehen zu dürfen. Dieses fehlende Bewusstsein dafür, diese Empathielosigkeit und Ignoranz und, an manchen Punkten sicherlich auch, Hilflosigkeit in großen Teilen der Gesellschaft und der aktuell noch vorherrschende gesellschaftliche Status Quo, bestimmte Aspekte des Lebens und des Menschseins einfach nicht wahrhaben zu wollen, sind einfach scheiße. Für Alle.

Viele Menschen haben gerade Sorge vor der Entwicklung, die die KI macht. Und berufen sich dann immer auf die menschliche Seite, die KI eben so nicht hat…
Deswegen finde ich Kerem absolut stark, der sich traut, eben allen, und nicht nur den sozial erwünschten „leistungsunterstützenden“,Aspekten seiner Menschlichkeit offen gegenüber zu treten und diese auch offen nach außen zu kommunizieren.

Deshalb fast schon irgendwie schade, dass es „nur“ ein Interview in ner Metal-Zeitschrift mit ner Black Metal-Band ist:

Da können sich große Teile der Gesellschaft nähmlich mal ne fette Scheibe von abschneiden!
 
Wenn man von Götz gefragt wird, ob man gern dabei sein möchte, hat das nix mit selbstbeweihräuchernd zu tun. Im Gegenteil!
ist ja nur, wie das für mich (!) rüberkommt. Ich hätte es nun mal lieber gesehen (und gelesen), wenn man diese Seiten weiteren Bands gewidmet hätte. Aber das ist nur meine Meinung. Muss man sich nicht auf den Schlips getreten fühlen.
 
Eine kleine Anregung hätte ich was die Interview Artikel betrifft. Die Interviews bringen, durch den Interviewer, oft eine sehr persönliche Note und eine stark subjektive Annäherung an den Interviewpartner mit, er bringt sich also selber stark mit in das Gespräch ein, was großartig ist.

Allerdings möchte ich beim Lesen dann auch vor Augen haben, wer gerade das Interview führt.

Um dies zu Erfahren blättere ich meist zu Beginn des Lesens an das Ende des Artikels, um dort den Namen zu lesen.

Könnte man den Verfasser des Artikels in an den Anfang setzen oder vielleicht an das Ende der fettgedruckten Einleitung?
 
Bin ich eigentlich der einzige, der die Temples of Steel-Rubrik irgendwie doof findet? Wahrscheinliche Antwort: Ja. :D Gönne den ganzen Sammlern ihren fame, aber mir ist das zu selbstbeweihräuchernd und für mich persönlich auch einfach nicht relevant genug. Interessiere mich dann doch mehr für Musiker und ihre Erzeugnisse als für das Inventar von Lesern und Usern.

Heftvorstellung war dafür wieder der Knaller, BTJ hat eine extra Einkaufsliste für Rogga Johnasson-Alben und wird dazu wie ein 6-Jähriger von Papa Götz ausgeschimpft, zurecht im übrigen.

Alles was die Grenze zwischen Musikschaffenden, Organisatoren, Fans und Redaktion verschwimmen lässt trägt bei zur Lebendigkeit des Heftes und zeichnet das Bild einer vitalen, gesunden Szene.
Genau diese Stärke und Besonderheit begründet meiner Ansicht nach auch den Erfolg des Heftes.
Hiervon gibt es im Deaf Forever zum Glück unzählige Beispiele. Dieses Forum ist letztendlich auch ein Teil davon.
Temples of Steel schafft in dieser Hinsicht einen zusätzlichen Blickwinkel und sollte daher bleiben. Vielleicht nicht unbedingt mit vier Heftseiten.
 
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Bin ich eigentlich der einzige, der die Temples of Steel-Rubrik irgendwie doof findet? Wahrscheinliche Antwort: Ja. :D Gönne den ganzen Sammlern ihren fame, aber mir ist das zu selbstbeweihräuchernd und für mich persönlich auch einfach nicht relevant genug.
Also ich stehe total auf dieses Star Wars Zeugs, das ich da gesehen habe.
 
Im Grunde beschreibt Götz in seinem Vorwort haargenau meine Motivation, weshalb ich trotz Entfernung vom Metal mein Abo abermals verlängert habe. Damit mag ich mich weder selbst beweihräuchern oder überhöhen, noch mich in den Vordergrund drängen. Das ist nicht meine Art, das sieht man ja schon an meiner niedrigen Postingfrequenz. Als kleine Inspiration würde ich hingegen schon gerne zur Verfügung stehen, sind Abos doch das Überlebenselixier eines solchen Herzblutmagazins, und das kann ich auch völlig unabhängig von meinen Hörpräferenzen unterstützenswert finden.

Ich kenne genreübergreifend kein einziges Blatt, das auch nur ansatzweise an die Aufrichtigkeit und Authentizität des DF herankäme. Bei weitem kein einziges. Und ein Interview wie das mit HSB kann ich mir auch dann jederzeit gewinn- und erkenntnisbringend durchlesen, wenn ich ansonsten lieber Sade höre.
 
Ich hatte ja mal irgendwo hier geschrieben, dass ich persönlich Imha Tarikat nicht brauche und sie mich live auch nicht geholt haben.
Ist auch grundsätzlich nicht 100% meine Baustelle.

Aber das Interview/die Titelstory ist somit das beste, was ich in den letzten 10 Jahren im Deaf gelesen habe. Ganz großes Tennis @kingrandy
Damit hast du es geschafft, dass ich doch ein paar Sachen in den letzten Tagen von Imha gehört habe und es gar nicht mehr soooo belanglos finde ;)

Was jetzt genau so anders an der Band als bei "gleichgelagerten" sein soll, erschließt sich mir immer noch nicht, aber ich fange an es gut zu finden.

Vielen Dank dafür.
 
Hm ich habe auch noch viele Jahre DF und RH parallel gelesen aber irgendwann hatte ich die gleiche Entwicklung wie damals als man den MH gelesen hat und mehr und mehr das RH an Bedeutung gewann. Es geht mir dabei viel weniger um die behandelten Themen, bin geschmacklich weitaus offener als der Rahmen des DF aber der Schreibstil von zu viele Redakteuren im RH funktioniert einfach nicht mehr für mich. Ich fühle da oft kein Feuer mehr.

Ich muss auch sagen, seitdem ich Abonnent vom Deaf Forever bin ... (seit 1 Jahr)
ich lese den Metalhammer und das RockHard kurz mal durch ... weil mich irgendwie nichts anspricht ... obwohl beide Zeitschriften seit 2006 abonniert ...

Beim DF ist das ganz was anderes ... da lese ich gerne einfach jedes Interview ...
weil es auch immer wieder mal abweicht von so 08/15-Interviewfragen ... wo nicht nach Schema F immer wieder einfach der Fragenkatalog runtergerattert wird

im Hammer oder RH gäbe es auch nie eine Band wie

Imha Tarikat

am Cover
 
und vor allem: Wenn Steve Wilson, Opeth, Katatonia und solche Redaktions-Lieblinge Alben rausbringen, weiß man schon wer den Soundcheck gewonnen hat beim Hammer oder RH ....
 
und vor allem: Wenn Steve Wilson, Opeth, Katatonia und solche Redaktions-Lieblinge Alben rausbringen, weiß man schon wer den Soundcheck gewonnen hat beim Hammer oder RH ....
Ja, das ging mir damals in den Gothic-Gazetten schon auf den Sack. Bestimmte Bands wurden über den Klee gelobt, zuhause angehört und für schwach befunden, um dann drei Ausgaben später zu lesen, dass das letzte Album ja nicht so dolle war. o_O
 
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