Die Thematik der steigenden Gagenforderungen ist nur einer von ganz vielen Punkten, wenn es darum geht, Ursachenforschung zu betreiben.
Unbestritten ist, dass diverse (nein, längst nicht alle!) Bands, die von "klein/mittel" in Richtung "(etwas) größer" wachsen, ihre Gagen binnen weniger Jahre bis zu verfünffacht haben. Das liegt in der Natur der Sache, hat sowohl etwas mit dem Wachstum als auch mit der Tatsache zu tun, dass sich die jeweilige Band vom puren DIY hin zu Booking-Agentur & Management entwickelt hat. Die Gage war früher minimal und ist heute angemessen bis leicht zu hoch. Genau solche Bands sind ja mein Thema als Veranstalter eines kleinen Indoor-Festivals.
Unbestritten ist auch, dass die Gagenforderungen im Headliner/Co-Headliner-Bereich der Open Airs ebenfalls exorbitant gestiegen sind. Teilweise ebenfalls um ein Vielfaches.
Beides führt dazu, dass man als Veranstalter kreativ sein MUSS, um "im Spiel" zu bleiben. Sprich: einerseits Mut zur Lücke, Mut zu Geheimtipps, den Finger am Puls des Undergrounds und am Puls der breiten Metalszene - und andererseits sollte man nicht das Gros seines Budget für nur eine oder 2 völlig überteuerte Bands rausballern.
Was mir auffällt: Wenn Veranstalter klagen, klagen sie nie darüber, dass sie ihr (nach wie vor vorhhandenes) Budget offenbar falsch eingesetzt haben. Ich höre sehr wenig Selbstkritik bei der Fehleranalyse. Schuld sind immer oninöse Firmen und "gierige Bands". Ich kenne aus meinem näheren Umfeld nur ganz wenige Veranstalter, die ganz unbequem ihre eigenen Versäumnisse hinterfragen. Wer hat denn dafür gesorgt, dass zweitklassige abgewrackte Altherren mit Geld zugeschissen werden? Es waren diverse Festivalveranstalter, denen das Fingerspitzengefühl abhanden gekommen ist.