Finde ich auch. Mein ´Traum´ wäre ja etwas wie "Sucht(erkrankungen) im Rock und Metal", meiner Ansicht nach eine Riesenproblematik sowohl unter den Musiker:innen als auch bei den Fans. Aber das würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen und wäre enorm aufwandsintensiv.
Ganz vielen Dank an Dich, dass Du es ansprichst.
Mich kotzt es schon seit Jahrzehnten an, wie locker in manchen Magazinen (im DF zum Glück seit einigen Jahren nicht mehr) mit dem Thema Alkohol umgegangen wird. Da wird dann von Festivals berichtet, bei denen der verantwortliche Redakteur "leider nicht über Band XY berichten kann, weil er schon im Vollrausch übers Gelände getorkelt ist“ oder das "unfassbar leckere Bier, mit dem man sich so richtig ordentlich zulöten konnte“ berichtet.
Dazu die Verherrlichung von Drogen und dem "früher war das eben alles so" ohne jegliche Form der Einordnung.
Fakt ist:
– Alkoholismus und Drogensucht sind schwere Krankheiten und deren Ursachen gehören nicht verherrlicht.
– Ein Rock-'n'-Roll-Lifestyle ist nicht cool, schadet der Gesundheit und hat exakt keinerlei Mehrwert.
– Alle "unsere Helden", die das verherrlicht und propagiert haben, sind entweder tot oder schwer krank.
Ich selber trinke seit inzwischen 25 Jahren gar keinen Alkohol, habe nie geraucht und Drogen nur sehr, sehr am Rande, in frühster Jugend, mal probiert. Und trotzdem stiftet es immer noch Verwirrung, wenn wir in lustiger Runde irgendwo beisammen sind, ich ein Bandshirt trage und dann das Reichen von Alkohol dankend ablehne.
„Wie, du trinkst keinen Alkohol? Ich denke, du hörst Metal? Was stimmt denn mit dir nicht?
Daran sieht man, was für einen Ruf unsere Szene inzwischen hat. Woran auch die branchenüblichen Reportagen, z. B. aus Wacken, ihr Übriges tun. Da werden einfach viel zu oft irgendwelche Trinkspielchen auf Zeltplätzen, Anhänger voller Alkohol bei der Anreise und ein Haufen grenzdebiler, komplett abgeschossener "Wääckköööönn"-Gröhler eingeblendet. Und da wundern wir uns …
Dabei hat in meiner metallischen Welt so ein Mumpitz keinerlei Bedeutung. Ich identifiziere mich also auch nicht mit Menschen, die ein Festival besuchen, deren aktuellen und inzwischen Verantwortlichen zu Teilen aus der MAGA-Bewegung hervorgegangen sind. Aber beides sind andere Themen.
Back to topic: Das würde ich als Thema fürs Heft tatsächlich gar nicht übel finden. Kann man viel draus machen und ohne erhobenen Zeigefinger oder Klugscheißerei eine vernünftige Abhandlung schreiben. Ich würde es lesen …