onegodless
Till Deaf Do Us Part
Das bestreitet niemand und das ist definitiv auch ein Thema fürs Heft, finde ich. Trotzdem kann BTJs Sammelleidenschaft abkulten. Braucht man überhaupt nur eine Motörhead-Best-Of? Nein. Kann man die sammeln und ohne Suchtverhalten Spass daran haben? Anscheinend ja.
Wahrscheinlich ist es eine recht komplizierte Wechselwirkung, weil „unsere Szene“ ohne die vielen Sammler*innen nicht mehr existieren oder anders aussehen würde. Es wären wohl auch weniger Anzeigen im Heft und vielleicht würde es das dann auch nicht mehr geben.
Trotzdem sollte man über Sucht auch in dem Zusammenhang sprechen. Auch ich erkenne solche Tendenzen bei mir. „Normale Menschen“ würden beim Anblick meiner Sammlung sofort von Sucht sprechen, vielleicht haben sie damit recht.
Also: gerne ab ins Heft damit, aber differenzieren muss man wie meistens natürlich trotzdem.
Ich kenne keinen Fall, dass sich jemand mit einer Schallplattensammelsucht in den Ruin gesuchtet hat. Im Gegensatz zum Automaten hat man immerhim im Notfall noch zu Hause etwas stehen. Und meistens ist die Sammlung auch liebevoll gepflegt. Vielleicht verlässt einen ja der Partner, weil man nur noch Vinyl im Kopf hat und man verhungert, weil er der einzige war, der darauf hingewiesen hat, dass man zwischendurch auch mal was essen sollte? Keine Ahnung wie das Szenario sonst ablaufen soll.

