DEAF FOREVER - die zweiundvierzigste Ausgabe

Dieses Thema im Forum "DEAF FOREVER - Alles zum Magazin" wurde erstellt von kingrandy, 31. Mai 2021.

  1. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Du privat für dich musst das alles nicht, und es ist dein Recht und dein Wohlbefinden, Musik von allem zu entkoppeln. Das mache ich auch. Aber du kannst das nicht von einem Magazin verlangen. Ein Magazin, das wirklich etwas taugen will (nach meinem Dafürhalten), setzt sich geistig - also interviewthematisch - keine Grenzen, sondern bietet alles: das musikalische Rundum-Sorglos-Paket UND das Stechen ins Wespennest.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  2. rapanzel

    rapanzel Till Deaf Do Us Part

    Natürlich, aber dennoch kann ich als Kunde/Leser hinterfragen, ob ein reines Politikinterview sinnvoll ist oder nicht oder ob swas nicht woanders Besser aufgeboben wäre. Ansprechen, natürlich. Auch stechen, ja bitte. Aber ein komplettes nur über Politik, wenn man musikalisch was zu sagen hat?
    Das stört mich persönlich und das teile ich mit. Am Ende, wird mein Einwand sowieso keinen großen Einfluss haben, weil ich nicht Entscheidungsträger bin.
    Aber, wie bereits gesdagt, Kritik soll und muss auch mal sein, dadurch wächst das Mag ja.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  3. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    Es geht doch nicht um das komplette Verbannen politischer Themen. Das wäre Blödsinn.

    Die Dosierung ist es, was mich stört.

    Meiner Meinung läuft das Heft Gefahr, sich zu sehr von dem zu entfernen, wofür es bisher (für mich) stand. Zumindest ist das in meinem Kopf so. Und das macht mich traurig, denn die ersten paar Jahre habe ich mich als Fan traditioneller Stahlklänge vom Deaf Forever hervorragend(!!) unterhalten gefühlt. Diese Euphorie schwindet jetzt von Ausgabe zu Ausgabe, auch durch die ganzen unnötigen Diskussionen der letzten Monate hier im Forum. Da, wo früher verschiedene Ansichten und Denkansätze unter dem Banner des Stahls koexistieren und Spaß haben konnten, wird mittlerweile systematisch sensibilisiert und aussortiert. Also ob es nur eine richtige Meinung und Lösung gäbe.

    @wrm , in letzter Zeit lese und höre ich immer öfter "Das Deaf Forver wird immer politischer!". Frage: wie empfindest Du das?

    Dass immer mehr Texte und Bands "von links" stattfinden, nervt mich ebenso. Das kommt in letzter Zeit extrem (sic) geballt, und ich komme mir dadurch vor, als ob man mir ständig irgendwelche Parolen ins Gesicht schreit. Das fühlt sich für mich, der sich einfach nur mit Gleichgesinnten über Metal austauschen will, ja fast schon wie Gehirnwäsche an. Als politisch neutraler, friedlich in Deutschland lebender Ausländer empfinde ich das mittlerweile genauso nervend wie den Quark, der "von rechts" kommt. Ich kaufe das Heft bzw. bin hier im Forum, um über Musik zu lesen/schreiben, und Politik darf und soll dabei natürlich eine Rolle spielen, aber mittlerweile, und da sind wir wieder beim Thema Themenauswahl und Interviewführung im Deaf Forever, übernimmt der politische Anteil die Zügel der Kutsche....und die Musik sitzt geknebelt hinten auf dem Anhänger.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  4. Michael a.T.

    Michael a.T. Till Deaf Do Us Part

  5. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Das Deaf Forever ist ein Spiegel dessen, was in unserer Musik passiert. Wir setzen ja nicht die Themen und sagen: So, jetzt sind wir alle mal politisch. Sondern: Wir reagieren auf Dinge, die in der Szene passieren und was die Künstler bewegt und antreibt. Dass dies nicht jedem gefällt, ist uns bewusst und damit müssen wir leben. Die Frage ist, was war eher: Die Henne oder das Ei? Das Verhalten von Musikern und der Lauf der Welt - oder unsere Reaktion darauf?
    Und dass die Musik bei uns zu kurz kommt und "geknebelt" hinten sitzt, ist eine Sichtweise, die ich nicht teile, wenn ich so durch unsere Ausgaben blättere, in denen es nach wie vor in überwältigender Menge um MetalMUSIK geht.

    Dass sich jahrelang rechte Antidemokraten (vor allem aus den USA) auf den Bühnen diverser deutscher Kult-True-Metal-Festivals präsentieren durften, zum Teil mit Motto-Shirts und flankiert von ekelerregenden Facebook-Kommentaren scheint offenbar weniger zu stören als kritische demokratische (SZENE!-)Stimmen gegen Hass, Hetze, Diskriminierung und Rassismus im Deaf Forever. Jedenfalls habe ich Kritik an Ersterem von jenen, die unsere Magazinausrichtung jetzt kritiseren, nicht vernommen. Oder habe ich da etwas überlesen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  6. rapanzel

    rapanzel Till Deaf Do Us Part

    Kannst Du hier bitte mal direkt Namen nennen, damit mir klar ist, worüber wir reden?
     
  7. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Du hast doch das Foto "Sänger mit Waffenshirt" im "Problem-Musiker"-Thread gsehen vor einigen Monaten, oder? Sonst such ich das nochmal raus. Und du weißt doch auch, wieviel Musiker und Bands aus dem Facebook-Trump-Hass-Umfeld jahrelang auf den True-Metal-Festivals völlig kritiklos abgefeiert wurden und werden - und es aus exakt jener "KIT-Szene" null Kritik an diesen Leuten gab oder gibt. Aber nun werden wir kritisiert, dass wir dazu Stellung beziehen und vernünftige Stimmen zu Wort kommen lassen.
     
  8. Guentherkoch

    Guentherkoch Dawn Of The Deaf

    Ich fand das Interview mit Alex Skolnick sehr interessant und informativ. Good Job von Mr. Shaper!
     
  9. IronUnion

    IronUnion Till Deaf Do Us Part

    Ich glaube schon, dass sich Manowar z.B. für "Kings Of Metal" von ihrem (gefühlten) Alltag und für "Pleasure Slave" vom dem inspirieren ließen, was sie, äähm, bewegt hat.

    Sorry, zurück zum Thema:

    Auch explizit politische Themen gehören gern ins Heft. Jedenfalls wenn es sich aus dem Gesprächsverlauf heraus ergibt, wenn die Interviewer interessante Fragen stellen und die Interviewpartner etwas zu sagen haben. Und natürlich wenn im besten Fall ein Bezug zwischen "politischen" und "musikalischen" Themen hergestellt wird. Ein gutes Beispiel im aktuellen Heft ist das Alex Skolnick-Interview, das ich gerade deshalb interessant finde, weil es eben nicht nur darum geht, was der gute Mann so ganz allgemein gut oder doof findet, sondern z.B. auch darum, ob und wie mit unterschiedlichen Ansichten im Bandkontext von Testament umgegangen wird, oder mit wem er im weiteren Musikerumfeld auch mal über nichtmusikalische Themen redet. Von so etwas gern mehr.

    Was ich dagegen nicht brauche, sind fantasielos in Interviews reingeklatschte Fragen wie "Was sagst Du so zur aktuellen Situation in Deinem Land/in der Gesellschaft/in der Pandemie", die dann beantwortet werden mit Allgemeinplätzen wie "Die Konzerne haben zuviel Macht, und es geht nur um Profit", "Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander, alle werden immer egoistischer und das System ist schuld" oder "Trump (bzw. Erdogan/Orbán/Bolsonaro/Die katholische Kirche) ist ganz schlimm" usw.
    Das hat dann ungefähr denselben Informations- und Unterhaltungswert wie "Unsere neue Platte ist die beste und im aktuellen Line-Up passt endlich alles menschlich perfekt."
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  10. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Auf diesen Satz möchte ich noch explizit eingehen: Ich persönlich finde nicht, dass das DF diesbezüglich Gefahr läuft, sondern dass die Metalszene - so wie wir sie einst mal kannten - seit langem Gefahr läuft, sich von allem zu entfernen, was sie einst mal ausgezeichnet hatte. Sie duldet zunehmend Hass, Hetze, Rassismus, Lüge, Antidemokratie, Verschwörungsideologien, Intoleranz, Unfreiheit und Egoismus. Und wer das nicht hinzunehmen bereit ist und eine Lanze für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (oder meinetwegen: Schwesterlichkeit) bricht, wer sich für Toleranz und Menschlichkeit ausspricht, wird dafür angegangen. Ich finde nicht, dass das DF das Problem ist.
     
  11. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    Natürlich muss man sich gegen solche Dinge positionieren, das sollte klar sein, aber auch hier sollte die Dosierung bzw. die Art, wie das kommuniziert wird überdacht werden. Als Szenesprachrohr solltest du eine Wunde desinfizieren, nicht noch mehr Salz reinstreuen. Du hast Verantwortung, bist für viele junge Fans vielleicht sogar eine Art Vorbild. Du solltest die Szene einen, statt sie zu spalten. Meiner Meinung nach.
     
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  12. Steinhagen

    Steinhagen Till Deaf Do Us Part

    Zumindest bei mir kommt das genau so an. Die aktuelle Ausgabe ist meine bislang liebste Ausgabe. Ich habe versucht herauszufinden warum. Wenn ich die letzten Kommentare hier in meine Überlegungen einbeziehe wird mir klar, die Ausgabe erscheint Rund. Das DF hat eine Form angenommen, einen sicheren Rahmen, der mir Gewissheit gibt, gut aufgehoben zu sein. Alle Pandemie Ausgaben haben einen sehr positiven Charme. Damit meine ich auch, dass ich ziemlich genau weiß, woran ich bin. Kritik wird angenommen und es gibt Reaktionen. Es herrscht ein soziales Weltbild im Team. Dementsprechend wird mit KünstlerInnen und deren Schaffen, sowie LeserInnen umgegangen, die sich in dieser Zeit auf fragwürdigen Standpunkten positionieren. Und Fragen stellen wir uns doch alle, sicherlich etwas mehr denn je. Warum diese dann nicht auch an die MusikerInnen weiter geben? Bitte weiter so!
     
  13. IronUnion

    IronUnion Till Deaf Do Us Part

    Aus alter Bolzplatzerfahrung kann ich Dir sagen: vor dem Desinfizieren der Wunde muss man erst mal den Dreck rauspulen.
     
  14. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Magst du mal bitte erklären, weshalb wir spalten? Und: Wie würdest du deine Verantwortung für die Szene, die dir am Herzen liegt, umreißen?

    Edit: Frage 3: Hast du oder Rapanzel schon mal eure US-Metal-Idole darauf angesprochen, die Dosierung ihrer Hetze und Intoleranz zu überdenken?
     
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  15. rapanzel

    rapanzel Till Deaf Do Us Part

    Nee, das Foto sagt mir jetzt wirklich grad nix, sorry.
    Falls Du aber das Shirt von John Arch ansprichst, er hatte kurz nach dem Gig, dazu Stellung genommen und damit konnte ich leben. Außerdem, selbst wenn er in einem NRA Shirt aufgetreten wäre, kann ich das kritisieren, hinterfragen, scheiße finden und ihn drauf ansprechen. Am Ende fällt das aber für mich, selbst wenn ich das ablene, unter die hier oftmals erwähnte Meinungsfreiheit.
    Außerdem, und da sei mal ehrlich, von den 3000 Leuten am KIT, haben vielleicht ne handvoll Leute überhaupt gesehen und gerafft, was das für ein Shirt war.

    Natürlich, das mit den US Musikern ist mir bekannt und, als USPM Maniac, ein massiver Dorn im Auge. Denke das sollte mittlerweile Bekannt sein. Entsprechend wird das ja auch kommuniziert und gehandhabt. Die Kritik gab es durchaus und oftmals habe natürlich auch ich mich gefragt, ob so jemand überhaupt einen Auftritt verdient. Ich selbst, hab zig Leute aus meiner Liste rausgeworfen, weil mir deren Äußerungen eben aufstoßen und werde von einer zukünftigen Unterstützung absehen. Was mich aber nicht dran hindert, deren ältere Sachen weiter zu hören. Aber das ist ein Anderes Thema.

    Aber, und sorry, das ich das hier ansprechen muss, wenn ich im "besorgten Musiker Thread" schreibe, dass ein ATTACKER Musiker ein politisch sehr fragwürdiges und abartiges Bild postet und Du mich, vollkommen Zurecht, nach einem Beweis/Link dafür fragst, dann erwarte ich von Dir, dass Du wartest, bis ich Dir diesen Beweis geliefert habe. Grad wenn man danach suchen muss, weil besagtes Posting eben nicht auf seinem eigenen Profil stattgefunden hat.
    Wenn ich dann aber, ein paar Minuten später, eine Mail von einem Labelchef bekomme, der mich fragt, was los ist und das Du ihm was zu besagtem Musiker geschrieben hast, das ich hier im Forum gepostet habe, dann muss ich hinterfragen, was sowas soll.
    Da erwarte ich von Dir als Chefredakteur und Musikjournalist, dass Du bitte gefälligst auf meine zugesagte Antwort, mit entsprechendem Bild wartest, bevor Du Andere Leute kontaktierst/miteinbeziehst und denen was erzählst, was Du nur vom Hörensagen kennst und nicht selbst gesehen hast. Das hat mich menschlich maßlos enttäuscht, und da war ich stinksauer, weil sich das eben NICHT gehört so zu machen. Grad, wenn man wie Du, immer gern zuerst Fakten haben will.
    Zum Glück, kenne ich den Labelchef seit vielen Jahren persönlich sehr gut und konnte ihm auch besagtes Bild schicken und was ich dazu geschrieben habe, aber jetzt stell Dir mal vor, das wäre Jemand, den ich nicht kenne. Geht garnicht und sowas verbitte ich mir in Zukunft! Gilt übrigens auch für sowas, wenn es Andere Leute posten sollten.

    Ist das wirklich so? Oder ist das ist wieder ein persönliches Empfinden, denn, bis auf ein paar Coronaschwurbler, die ich auch aussortiert hab, empfinde ich die aktuelle "Szene", jedenfalls die, ich der ich mich bewege, um ein Vielfaches toleranter, offener und friedlicher, als noch vor 15-20 Jahren. Idioten hast Du immer, überall. Das kann man nicht verhindern. Aber ich hab selten Konzerte und Gigs gesehen, die so harmonisch, friedlich und euphorisch ablaufen, wie in den letzten 10 Jahren. Da wird sich fast mehr Gedrückt als sonst was, eben weil die Leute sich kennen und mögen.
    Die "Szene" schadet sich in meinen Augen da selbst durch ganz Andere Dinge, wo wir wieder beim Ursprung meines Postings wären, weil Dinge Einzug erhalten, die da in dem Umfang eben nicht hingehören.
    Natürlich müssen und sollen wir, Dinge, die Du ansprichst, bekämpfen, keine Frage. Muss man nicht diskutieren.

    Und, ganz Anderes Thema, ohne einem Interviewer jetzt auf den Schlips treten zu wollen, aber bitte gebt dem @Iron Ulf mehr Interviews.
    Das verstehe ich unter tollen Fragen, nachhaken und Dinge ansprechen, die man sonst eben nicht so oft liest!
     
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  16. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Zu erstens: Als Inhaber einer Promo-Agentur, die ua für Cruz Del Sur arbeitet, habe ich Enrico mitgeteilt, dass bei Attacker möglicherweise etwas im Argen liegt und er sich bei dir mal melden soll. (Weil ich weiß, dass ihr euch gut kennt) Völlig unaufgeregter Vorgang.
    Zu zweitens: Ja, ich denke, es ist so. Das sieht man auch am (teilweise geänderten) Publikum auf Festivals, die früher ein Ort des metallischen Friedens waren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
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  17. Nasus v. Nasereth

    Nasus v. Nasereth Deaf Dealer

    Genau das!
    Mich stört schon lange, dass sobald sich jemand offen gegen Rassismus, gesellschaftliche Missstände oder Ausgrenzung in irgendeiner Form ausspricht, sofort von vielen der Spruch kommt: "wir wollen keine Politik im Metal. Metal soll Spass machen!"
    Die gleichen sind es aber dann oft, die einen Konzertbesucher/Musiker der den rechten Arm hebt, oder kleidertechnisch Propaganda für unmenschliches/menschenverachtendes Gedankengut macht, diese maximal als Spinner abtun. Ja, man hört oft: "solange der mich damit in Ruhe lässt ists mir egal". Das finde ich armselig und absolut inkonsequent! Ich gehe nicht auf Konzerte, weil ich unbedingt über Politik reden will. Auch ich will in erster Linie Spass haben, gut unterhalten werden. Aber ich denke das funktioniert viel besser in einer gesunden, offenen und toleranten Gesellschaft. Dafür sollte man sich einsetzen und auch mal den Mund aufmachen, wenn andere dies sabotieren wollen.
    Und noch was:
    Wenn ich auf Konzerten war, die auch von offensichtlich (sehr) rechten besucht wurden, gabs praktisch immer irgendwo Stunk. Soviel zu: "Metal muss Spass machen"!
     
  18. wrm

    wrm Redakteur Roadcrew

    Mit wäre es ebenfalls viel lieber, wenn ich mich zu keiner einzigen Sekunde über schlimme Dinge ärgern und stattdessen ausschließlich musikalische Orgasmen zelebieren könnte. Aber dass die Reaktion auf und das sich Dagegenstellen gegen menschenfeindlichen, hasserfüllten Müll als Problem bezeichnet wird - und nicht die Hetze/Hass selber - will mir nicht in den Kopf. Dass das DF angeblich spaltet - und nicht etwa die hetzenden Hasstypen und Rassisten - ist eine für mich besorgniserregende Sichtweise.
    Wir alle sollten froh sein, dass es Leute wie Skolnick gibt. Sie sind rar gennug.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
  19. rapanzel

    rapanzel Till Deaf Do Us Part

    Die Frage kann ich einem definitiven JA beantworten, denn ich gebe Leuten gern die Möglichkeit, Stellung dazu zu beziehen, wenn sie Mist schreiben.

    Genau das tue ich sogar regelmässig. Nur sehe ich keinen Sinn darin, das öffentlich bretzutreten, weil die Konsequenz meine Entscheidung ist.

    Ich schreibe die direkt an, bitte um eine Stellungnahme, ob ich eine Aussage evtl. falsch verstanden habe. Je nachdem, was dann für eine Antwort kommt, treffe ich meine Entscheidung. Ich hab sogar Musiker schon direkt, auch ins Gesicht, gesagt, dass ich sie für Arschlöcher halte, aufgrund Ihrer Einstellung.
    Die Frage hier wäre, sagst Du Musikern das genau so direkt, wenns zutrifft? Wäre zu wünschen.

    Vollkommen ok, und dagegen sag ich auch nix.
    Ich erwarte bei sowas aber, grad von Dir, wenn ich Dir den Beweis zusage, dass Du eben so lange wartest, bis was kommt, weil Enrico bis dahin im Chat kein Thema war. Hättest Du das Bild gehabt, wäre das für mich vollkommen ok gewesen; so aber überhaupt nicht, zumal Du noch nicht mal gesagt hast, dass Du Jemanden kontaktieren willst. Da hab ich mich massiv übergangen gefühlt! Sowas gehört sich einfach nicht!

    Auch hier muss ich fragen, ist das so oder wieder persönliche Erfahrung? Gibt es wirklich keine Konzerte, die Du einfach genießen kannst ohne was zu hinterfragen? Ich meine das jetzt wirklich ehrlich und nicht gehässig oder so. Bei mir klappt das super, außer, es passiert im Vorfeld etwas. Logo.

    Ich weiß ja nicht, auf was für Gigs jeder geht, aber in fast 35 Jahren als Konzertgänger, hab ich es einmal (!) erlebt, dass irgend ein Depp die Rechte Hand gehoben hat. Und so schnell die oben war, so schnel lag der Typ aufm Boden, bzw dann vorm Eingang.

    Natürlich müssen wir, als Fans und grtad ihr als Redaktere, aktiv dafür sorgen, das so Sachen nicht passieren, dass Musiker, mit den Einstellungen, keine Plattform mehr bekommen und die Gigs, so bleiben, wie wir sie wollen; friedlich, tolerant.

    Keiner hier im Forum, ist pro-Hass oder beführwortet sowas. Zeig mir Einen hier, der offen Hass/Hetze gutheißt, und ich sorge persönlich dafür, dass das Thema sich erledigt. Aber, bitte aus jeglicher Richtung, nicht nur Einer!
    Dafür sind sowohl das Forum hier, als auch die Konzerte, auf denen die Mitglieder sich bewegen, nicht Brennpunkt genug. Zum Glück!

    Ich wüsste jetzt auch nicht, wo Jemand das angesprochene als wirkliches Problem bezeichnet hat, vielmehr als etwas, dass ihn selbst stört/nervt, zumal politische Reden auf der Bühne, bei einem Publikum, welches zu 98% sowieso die Meinung des Redners teilt, einfach Fehl am Platz sind.
    So seh ich das. Und da brauch ich das auch nicht. Sieht Jemand Anders? Ok!

    Ansonsten denke (hoffe) ich, dass die Meisten hier sowieso im Grundgerüst, die Gleiche Meinung, Einstellung und Haltung zu diversen fragwürdigen Themen vertreten. Und das ist doch schon mal etwas Positives!
    DAS sollten wir langsam mal schätzen lernen, weil der prozentuale Anteil hier massiv über dem der Idioten liegt! Letztere dominieren aber leider die News.

    Sorry, ich merk grad, dass wir wirklich massiv offtopic abdriften. Damit beschließe ich das dann von meiner Seite.
     
  20. Major Ziggy

    Major Ziggy Till Deaf Do Us Part

    Die Diskussion hinsichtlich was politisch ist und was nicht politisch ist, wird nie zu Ende sein. Kann sie auch gar nicht. Das erkennt auch ganz gut an dem ausgelutschten 68er-Satz "Das Private ist politisch und das Politische ist privat". Diesen Satz kann man als linken Sponti-Spruch ablehnen oder auch als urdemokratisches Anliegen affirmieren. Vor allem aber kann man sich in der Musikszene, in der wir uns mehr oder weniger bewegen und deren Musik wir lieben, des Politischen nie in Gänze entledigen, denn der Ursprung ist politisch. Er ist zwar nicht parteipolitisch, aber gesellschaftspolitisch. Sicherlich kann ich nur den musikalischen Aspekt übernehmen, aber dann verliert man auch die historisch-politischen Implikationen und meiner Meinung auch in Teilen die Tiefe und den Charakter. In vielerei Hinsicht mag man gewisse politische Implikationen nicht sofort erkennen, aber sie sind halt trotzdem existent. Als ich als Jugendlicher mit einem Cannibal Corpse Shirt in die Schule gegangen bin, war das nicht direkt ein politischer Akt, da CC keine politische Band sind, aber es war eine Form der Distinktion und diese ist im Grunde politisch und zwar nach dem Moto: "Ich will hier nicht zur Mehrheit gehören bzw mich nicht dem Mehrheitsgeschmack anpassen." Klar, muss ich in einem CC-Interview nicht auf Biegen und Brechen nach der politischen Meinung der Musiker fragen, aber es gibt nun auch Bands bei denen das Politische zur Identiät gehört in der einen oder anderen Weise. Das betrifft Bands wie Nevermore, New Model Army, Pearl Jam, Sacred Reich etc. Selbst eine Band wie Motörhead ist politisch, auch wenn Lemmy immer meinte, Politik und Rock'nRoll stelle das Gegenteil dar. Texte wie Brotherhood of Men, Bad Religion, 1916 etc sind aber dennoch politisch, wenn auch nicht parteipolitisch. Selbst Fantasy ist im Grunde nichts weiter als die Übertragung gesellschaftlicher Konflikte in eine andere Welt. Der Kampf Gut vs Böse beispielsweise. Und auch das ist politisch. Und hier sehe ich nun mal den größten Streitpunkt. Für die einen bezieht sich Politik ausschließlich auf Parteien oder den Bundestag oder die -regierung, für andere geht der Blick weiter. In meinen Augen ist es nur ein bisschen einfach das Politische ausschließlich auf Parteien zu beziehen, denn in eine Demokratie sollte sich jeder in der einen oder anderen Weise für Politisches interessieren, sonst ist Demokratie nicht möglich.

    Aber bevor ich jetzt zu weit ins Theoretische abdrifte, zurück zum DF. In meinen Augen sehe ich keine Gefahr, dass das Magazin zu arg ins Politische abdriftet. Wir haben es mit einer derart aufgeheizten gesellschaftlichen Situation zu tun, dass in vielen Fragen eine politische Positionierung unabdingbar ist und zwar im Sinne der liberalen Demokratie et al. Wenn ein Musiker bzw eine Band ein Statement zu dem einen oder anderen Thema raushaut, dann gehört es auch zur journalistischen Pflicht in meinen Augen, nachzufragen und sich ggf zu positionieren. Außerdem betreibt das DF auch keine Kampagne im Sinne einer Partei oder Organisation, sondern insistiert auf die liberaldemokratischen Werte. Ohne diese unsere Musik so nicht mehr existieren könnte. Man kann sich daran stören, aber dann landen wir bei einer x-beliebigen Muzakberieselung gleich dem Schlager der Nachkriegszeit, der die Leute aus ihrer Verantwortung nehmen sollte.
    Trotzdem kann ich manche Punkte verstehen und zwar insoweit, dass es bestimmte Dinge gibt, deren Intention gar nicht unbedingt ein politisches Statement sein sollte, aber es von Leuten zu einem gemacht wurde. Siehe DF-Cover Gezanke.

    Von daher Deaf Forever. Macht weiter so. Vllt mal ein Interview mit Justin Sullivan? Ich bin gerade im NMA-Rausch.:top:
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2021
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