Das Motiv finde ich cool, der Zeichenstil liegt mir aber nicht. Das ist dann ärgerlicher für mich, wenn sich Potential und Ausführungsprobleme so stark beißen, als wenn es einfach durchgehend scheiße ist. Ich ticke da seltsam, und mich macht das auch an mir selbst total kirre, dieser manchmal zwanghafte Perfektionismus. Verleidet mir, um im Bereich Kunstrezeption zu bleiben, bspw. auch komplett Filme wie "The Wolf of Wallstreet", die zwar vielversprechend anfangen, danach aber drölf Stunden lang bloß noch Redundanz bieten mit einer einzigen, wirklich genialen Sequenz darin, die aber komplett verschenkt wurde, weil sie im immergleichen Sumpf versinkt und inhaltlich schon längst davon vereinnahmt wurde, da sich der Film nur noch im Kreis dreht. Auf fünfzig bis 90 Minuten gekürzt, hätte der Film knallen können, so ist er in meinen Augen nur noch ein furchtbar anzuschauender Unfall. Ähnlich "St. Anger"; im Gegensatz zu den meisten Kritikern des Albums liebe ich die rohe, primitive, punkige Aggression, die spielerische Reduktion, auch den tontechnischen Sound mit den scheppernden Drums und dem knallenden Mix; mein Problem ist eher, dass die Kompisition(s-Skizz)en zu unausgegoren und langatmig sind, was mich dann doch ziemlich doll nervte, da mir das straffer durchaus hätte gefallen können. Immerhin kommt Sweet Amber für mich als Song voll auf den Punkt, aber als Album saugt das Gesamtpaket eben doch. Da finde ich dann aber wiederum das Artwork unheimlich gut, weil es perfekt zum musikalischen und klangästhetischen Ansatz passt, der dann aber leider versenkt wurde.