Der RUNNING WILD-Thread (inkl. Listenwahn und "Blood On Blood" (29.10.2021))



Für mich der einzige Running Wild Song aus der "nach The Rivalry" Ära den ich auf eine Running Wild Best Of packen würde. Alle anderen Songs aus der Zeit nach The Rivalry finde ich höchstens nett. Ich hatte auch den Rogues en Vogue Bonus "Libertalia" immer als (sehr) gut abgespeichert, aber nachdem ich den letzte Woche mal wieder gehört hab muss ich meine Meinung revidieren. Der ist wenn man ehrlich ist leider auch Grütze.
 
Ich empfinde den Bruch nach Rivalry massiv.
Die Victory ist zumindest im Klangbild 1:1 Rivalry - nur ein wenig simpler. Gitarren und Drums sind sehr viel dünner im Mix.

Ich hatte auch den Rogues en Vogue Bonus "Libertalia" immer als (sehr) gut abgespeichert, aber nachdem ich den letzte Woche mal wieder gehört hab muss ich meine Meinung revidieren. Der ist wenn man ehrlich ist leider auch Grütze.

Der ist halt maximal Mittelfeld auf diesem völlig verkannten Werk. Die Rogues frisst eigentlich jede Platte nach der Rivalry locker zum Frühstück, gerne auch 2-3 Mal.
 
Der ist halt maximal Mittelfeld auf diesem völlig verkannten Werk. Die Rogues frisst eigentlich jede Platte nach der Rivalry locker zum Frühstück, gerne auch 2-3 Mal.
Was allerdings auch nicht das geringste Kunststück ist, da streng genommen alles, was die Band nach "The Rivalry" noch veröffentlicht hat, Grütze ist (in unterschiedlichen Abstufungen, aber Grütze bleibt Grütze). Selbst die letzten, für mich wieder besseren Veröffentlichungen, waren vollkommen überflüssige und sterile Selbstkopie.
 
Die Victory ist zumindest im Klangbild 1:1 Rivalry - nur ein wenig simpler. Gitarren und Drums sind sehr viel dünner im Mix.
Mit deinem zweiten Satz widersprichst du doch deinem ersten (Klangbild kann ja nicht 1:1 das Gleiche sein, wenn Gitarren und Drums viel dünner im Mix sind).
Ich hab das nicht mehr im Ohr, empfand damals aber "Victory" sowohl klang- als auch Songtechnisch als absolute Frechheit, während ich den Vorgänger noch echt gut (nur etwas zu lang) fand. Heute kann ich mir selbst den nicht mehr geben, allein schon wegen des mega-sterilen Schlagzeugsounds (die Becken :hmmja:)!
 
Mit deinem zweiten Satz widersprichst du doch deinem ersten (Klangbild kann ja nicht 1:1 das Gleiche sein, wenn Gitarren und Drums viel dünner im Mix sind).
Dünner ja, aber vom "Feel" her sehr ähnlich. Ich finde alles was danach kam vom reinen Klangbild her deutlich anders, aber ist als kompletter Laie der nur auf Bauchgefühl hört auch schwer zu beschreiben.
 
Albumfrontcoverartworkranking:

1. The first years of piracy
2. Blazon stone
3. Under Jolly Roger
4. Pile of skulls
5. Branded and exiled
6. Gates to purgatory
7. Blood on blood
8. Death or glory
9. Black Hand inn
10. Best of Adrian
11. Resilient
12. Rapid foray
13. Rogues en vogue
14. Masquerade
15. Victory
16. Port Royal
17. Shadowmaker

... und die übrigen Teile sollte man allesamt besser mit Packpapier abdecken. Wobei mindestens die letzten drei erwähnten auch keine Hingucker sind, aber zumindest auf Vinyl noch auszuhalten wären. Im CD-Format wirken die nicht. Shadowmaker sendet immer solche "Prototyp für neue Alienweltraumproduktlinie von LEGO"-Schwingungen aus, dass ich davon an schwachen Tagen nostalgisch werde.
Sehe ich ja jetzt erst - das Cover von "Port Royal" noch hinter diesen billig hingepfuschten Computerbildern von "Rogues..." und "Victory" (und auch "Masquerade" hinter ersterem), sowie "The Rivalry" noch hinter "Shadowmaker"?
Okay, zu "Rivalry" habe ich deinen späteren Beitrag gelesen, insofern irgendwie noch halbwegs nachvollziehbar (wobei ich jetzt Eddie in so prunkvoller Uniform nicht viel passender als Captain Adrian fände, Nasenring/Augenklappe hin oder her), aber mich wundert und ärgert es trotzdem irgendwie, dass es offenbar Menschen gibt, die billigst hingepfuschten, steril wirkenden Mist wie eben die Cover zu "Rogues...", "Victory" oder "Shadowmaker" nicht als völlige Frechheit ansehen und teils sogar aufwändig gemalte Bilder noch schlechter finden.
Das Motiv von "Port Royal" kann man natürlich auch blöd finden, ich finde es passend zur Band und da ist nichts "schief", dass ist so meisterhaft gemacht wie alles von Sebastian Krüger (wobei es bei manchen CD-Versionen tatsächlich nicht rüberkommt, bei einigen ist der Kontrast zu stark, weshalb da viele Details/Nuancen verlorgen gegangen sind).
"Blood On Bl0od" finde ich auch viel zu hoch in der Wertung, auch wenn das nicht ganz so schlecht ist, wie die anderen erwähnten Cover (und das von "The Brotherhood" - da sehe ich es ähnlich wie du).
Soll jetzt kein Rant gegen dich sein, aber bei dem Thema werde ich schnell mal emotional. Wahrscheinlich hab ich da auch einfach ne ganz andere Perspektive drauf, weil ich selbst Künstler/Illustrator (mit hohen Ansprüchen an meine eigene Arbeit) bin und es einfach nicht fassen kann, wenn relativ große Bands sich mit richtig schlecht gemachten Bildern zufrieden geben (und einige Fans nicht einmal den Qualitätsabfall bemerken - analog auch zur Produktion, wobei sich da bei Running Wild ja zumindest hier die meisten einig sind)...
 
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Das Motiv finde ich cool, der Zeichenstil liegt mir aber nicht. Das ist dann ärgerlicher für mich, wenn sich Potential und Ausführungsprobleme so stark beißen, als wenn es einfach durchgehend scheiße ist. Ich ticke da seltsam, und mich macht das auch an mir selbst total kirre, dieser manchmal zwanghafte Perfektionismus. Verleidet mir, um im Bereich Kunstrezeption zu bleiben, bspw. auch komplett Filme wie "The Wolf of Wallstreet", die zwar vielversprechend anfangen, danach aber drölf Stunden lang bloß noch Redundanz bieten mit einer einzigen, wirklich genialen Sequenz darin, die aber komplett verschenkt wurde, weil sie im immergleichen Sumpf versinkt und inhaltlich schon längst davon vereinnahmt wurde, da sich der Film nur noch im Kreis dreht. Auf fünfzig bis 90 Minuten gekürzt, hätte der Film knallen können, so ist er in meinen Augen nur noch ein furchtbar anzuschauender Unfall. Ähnlich "St. Anger"; im Gegensatz zu den meisten Kritikern des Albums liebe ich die rohe, primitive, punkige Aggression, die spielerische Reduktion, auch den tontechnischen Sound mit den scheppernden Drums und dem knallenden Mix; mein Problem ist eher, dass die Kompisition(s-Skizz)en zu unausgegoren und langatmig sind, was mich dann doch ziemlich doll nervte, da mir das straffer durchaus hätte gefallen können. Immerhin kommt Sweet Amber für mich als Song voll auf den Punkt, aber als Album saugt das Gesamtpaket eben doch. Da finde ich dann aber wiederum das Artwork unheimlich gut, weil es perfekt zum musikalischen und klangästhetischen Ansatz passt, der dann aber leider versenkt wurde.
Gerade wenn dir die Machart wichtig ist, verstehe ich nicht, wie verhältnismäßig hoch in deiner Wertung die Cover von "Blood On Blood" (man achte auf die Diskrepanz zwischen der Beleuchtung beim Logo und dem Hintergrund - passt überhaupt nicht zusammen, ist einfach von nem anderen Artwork unverändert reingesetzt worden, was halt sehr auffällt), "Rogues" oder "Victory" sind. Und wie schlecht du das Cover vom 1988er Album bewertest.
Hier übrigens mal ein Scan meines LP-Covers (alte Auflage) von "Port Royal":
Running-Wild-PR.jpg

Hier ist sogar auch schon ein wenig an Farbnuancen verloren gegangen, in echt sind die dunklen Bereiche noch etwas differenzierter und weniger einheitlich schwarz.
Der trotzdem recht comichafte Charakter, bzw. das leicht karikaturartige ist halt Krügers Stil, aber ich finde das Bild halt schon sehr aufwändig und für diese Art gelungen.
 
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Hab mir übrigens vor Jahren mal die Mühe gemacht, in stundenlanger Detailarbeit bei den Backcovern von "Port Royal", "Under Jolly Roger" und "The Privateer" die Schrift (und bei "Port Royal" auch die Bandfotos) rauszuretuschieren, weil ich die Motive immer so cool fand:
Running-Wild-PR-BC.jpg


Running-Wild-UJR-BC.jpg


Running-Wild-Privateer-BC.jpg
 
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Also wenn's um die Bewertung der Albumcover geht wird's ja sogar noch schlimmer als bei der schon nicht mehr so tollen Musik der letzten 25 Jahre. Denn hier hat schon Rivalry schon ein unwürdiges Cover, und von diesem optischen Tiefschlag hat sich die Band nie wieder erholt.

SHADOWMAKER ...... tihihihihihi :D


geh mer fodd!!!!!!
 
Also wenn's um die Bewertung der Albumcover geht wird's ja sogar noch schlimmer als bei der schon nicht mehr so tollen Musik der letzten 25 Jahre. Denn hier hat schon Rivalry schon ein unwürdiges Cover, und von diesem optischen Tiefschlag hat sich die Band nie wieder erholt.

SHADOWMAKER ...... tihihihihihi :D


geh mer fodd!!!!!!
Wie gesagt, bei "Rivalry" kann ich das bezogen aufs Motiv verstehen, ist aber für mich als Künstler von der Machart her trotzdem noch ein ganz gutes Cover (das zur "Masquerade" war allerdings noch ne Ecke besser, auch wenn mich da immer das plumpe, unpassende Logo gestört hat).
Das Rückseitenmotiv von "Rivalry" war aber eigentlich deutlich cooler als das Frontcover:
Running-Wild-Rivalry-BC.jpg


Im Grunde waren eh so ziemlich alle Backcover der Band bis 1998 deutlich besser als alle Cover danach.
 
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Hier übrigens mal ein Scan meines LP-Covers (alte Auflage) von "Port Royal":
Running-Wild-PR.jpg

Hier ist sogar auch schon ein wenig an Farbnuancen verloren gegangen, in echt sind die dunklen Bereiche noch etwas differenzierter und weniger einheitlich schwarz.
Der trotzdem comichafte Charakter, bzw. das karikaturartige ist halt Krügers Stil, aber ich finde das Bild halt schon sehr aufwändig und für diese Art gelungen.
Danke für das Nachreichen und deinen aufwendigen Kommentar. So sieht das in der Tat toll aus. Ich kannte dann wohl tatsächlich bloß eine minderwertige CD-Kopie, hatte die auch nicht mehr richtig in Erinnerung, und bin dann beim Erinnerungsauffrischen einigen von schneller Googlesuche gelieferten "Treffern" aufgesessen. Tut mir leid, wie ich dem Original damit unrecht tat! Im Allgemeinen bevorzuge ich auch eher handgemachte Grafiken den computergestützten. Ich habe großen Respekt vor allen Künstler*innen, die da Mühe, Zeit und Herzblut reinstecken. Ich selbst könnte kein Gesicht, keine Hand, kaum eine Körperhaltung auch nur angenähert korrekt zeichnen, sitze da also in einem extrem zerbrechlichen Glashaus.
 
Im Gegensatz zur Musik finde ich das Cover der Port Royale auch in dieser sehr hoch aufgelösten Version immer noch furchterbar.
Dennoch kann man das Album nicht genug loben. Eventuell das mutigste Album von Running Wild. Gesang völlig hoch überzogen, sehr intelligter Take für politische Themen (Uaschitschun), den besten Longtrack der Bandgeschichte (Mutiny/Callico Jack) und an der Instrumentenfraktion völlig untypisch für die Band. Bass rauf, Höhen rauf, Gitarren fast schon ein wenig im Hintergrund, nicht so messerscharf aber dafür sind die Leads kompletter Irrsinn.
Nicht jeder Song ein absoluter Kracher (mit Warchild komme ich bis Heute nicht so wirklich zu Recht, aber ein Stinker ist er auch nicht) aber schon das Running Wild Album was nach 40 Jahren Bandgeschichte so mit am meisten hervorsticht.
 
Danke für das Nachreichen und deinen aufwendigen Kommentar. So sieht das in der Tat toll aus. Ich kannte dann wohl tatsächlich bloß eine minderwertige CD-Kopie, hatte die auch nicht mehr richtig in Erinnerung, und bin dann beim Erinnerungsauffrischen einigen von schneller Googlesuche gelieferten "Treffern" aufgesessen. Tut mir leid, wie ich dem Original damit unrecht tat! Im Allgemeinen bevorzuge ich auch eher handgemachte Grafiken den computergestützten. Ich habe großen Respekt vor allen Künstler*innen, die da Mühe, Zeit und Herzblut reinstecken. Ich selbst könnte kein Gesicht, keine Hand, kaum eine Körperhaltung auch nur angenähert korrekt zeichnen, sitze da also in einem extrem zerbrechlichen Glashaus.
Bei meiner ersten CD-Version von "Port Royal" sah das Cover übrigens auch recht billig aus, kaum Farbnuancen, harter Kontrast, da fiel mir auch noch gar nicht auf, wie gut das Cover eigentlich ist.
Meine CD-Version sah etwa so aus:
Front.JPG
 
Im Gegensatz zur Musik finde ich das Cover der Port Royale auch in dieser sehr hoch aufgelösten Version immer noch furchterbar.
Dennoch kann man das Album nicht genug loben. Eventuell das mutigste Album von Running Wild. Gesang völlig hoch überzogen, sehr intelligter Take für politische Themen (Uaschitschun), den besten Longtrack der Bandgeschichte (Mutiny/Callico Jack) und an der Instrumentenfraktion völlig untypisch für die Band. Bass rauf, Höhen rauf, Gitarren fast schon ein wenig im Hintergrund, nicht so messerscharf aber dafür sind die Leads kompletter Irrsinn.
Nicht jeder Song ein absoluter Kracher (mit Warchild komme ich bis Heute nicht so wirklich zu Recht, aber ein Stinker ist er auch nicht) aber schon das Running Wild Album was nach 40 Jahren Bandgeschichte so mit am meisten hervorsticht.
Absolute Zustimmung für fast alles nach dem ersten Satz ("Warchild" fand ich allerdings immer geil)!
Das Covermotiv ist natürlich Geschmackssache, aber passte ja wie die Faust aufs Auge, auch wenn das zu "Under Jolly Roger" sicher deutlich cooler und ikonischer war.
Wobei ich den Sound der Scheibe immer als zu verhallt und dünn empfand (gerade auch im Vergleich zum Vorgänger). Aber kompositorisch und gesanglich ist das für mich klar der Zenit der Bandgeschichte!
 
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