Der RUNNING WILD-Thread (inkl. Listenwahn und "Blood On Blood" (29.10.2021))

Es ging hier über 20 Beiträge aber um eine ganz andere Band, und ja seit 20 Jahen wurde dementsprechend auch schon jeder Witz gerissen und jedes Argument gebracht. Hier dann auch gleich 3 mal. Ich wünsche mir das zumindest der Thread beim Thema bleiben würde, und der nächste Beitrag mich mit wichtigen Infos zur neuen Platte bereichert. :)

Ist denn Spoilern schon gewünscht, oder soll noch bei der nebulösen Andeutungspolitik geblieben werden, die vom ersten Post des Threads an Usus ist? Im letzteren Falle ist halt klar, dass der Thread für Spam, Flachs und Abwege prädestiniert ist.
 
Gibt es eigentlich schon einen "Wie heisst der kommende Running Wild Drummer?" Namensgenerator im Netz?

Die oben gemachten Vorschläge sind schon mal super.
 
Ist denn Spoilern schon gewünscht, oder soll noch bei der nebulösen Andeutungspolitik geblieben werden, die vom ersten Post des Threads an Usus ist? Im letzteren Falle ist halt klar, dass der Thread für Spam, Flachs und Abwege prädestiniert ist.

Ich will gespoilert werden.

Und für den Rest kann man sich ja auf die anderen beiden Threads beschränken. Es ist aber ein allgemeines Problem dieses Forums geworden, das zu einzelnen Themen immer mehr Threads erscheinen, und manchen sich innerhalb Threads noch nicht mal mehr die Mühe machen mal 1 oder 2 Seiten zurückzuschauen ob etwas schon gepostet wurde. Aber damit gehe ich jetzt auch schon wieder OT. Also wenn du was zur neuen Platte sagen kannst, leg los. :)
 
Ist denn Spoilern schon gewünscht, oder soll noch bei der nebulösen Andeutungspolitik geblieben werden, die vom ersten Post des Threads an Usus ist? Im letzteren Falle ist halt klar, dass der Thread für Spam, Flachs und Abwege prädestiniert ist.
Da hast du völlig recht!

Es wurde schon alles spekuliert und gehofft, was auf der Basis der bisherigen Informationen möglich war.

Insofern bin ich auch für's Spoilern!
 
Ich will gespoilert werden.

Und für den Rest kann man sich ja auf die anderen beiden Threads beschränken. Es ist aber ein allgemeines Problem dieses Forums geworden, das zu einzelnen Themen immer mehr Threads erscheinen, und manchen sich innerhalb Threads noch nicht mal mehr die Mühe machen mal 1 oder 2 Seiten zurückzuschauen ob etwas schon gepostet wurde. Aber damit gehe ich jetzt auch schon wieder OT. Also wenn du was zur neuen Platte sagen kannst, leg los. :)
Also, dann sag ich einfach mal, dass die Songs inzwischen gut 30-40 Mal gelaufen sind, und dass ich wirklich sehr, sehr viel Spaß an dem Ding habe. Spötter werden sagen, dass ich den an der neuen Omen auch habe, aber das ist anders, denn bei der Omen merke ich wirklich gravierende Mängel, die mich nur nicht so stören, dass sie mir die Freude über das Album verderben würden.

Die RW läuft mir einfach super rein, ohne irgendwelche harten Bewährungsproben. Geschmeidig, in mancherlei Hinsicht vielleicht ein wenig unauffällig, aber von Anfang an stimmig und für meine offenbar nicht allzu empfindlichen Ohren auch in Sachen Sound ziemlich überzeugend. Kein Brechersound, aber doch ein gutes Stück weit kantiger und druckvoller als die letzten Scheiben. Erinnert mich etwas an die letzte Saxon, allerdings vielleicht nicht ganz so voluminös und drückend. Wie die ganzen Sound-Koryphäen des Hauses so auf die Produktion und den Drumsound reagieren werden, kann ich nicht beurteilen. Mir taugt er, auch wenn ich das vermutlich wieder falsch höre.

In Sachen Songs empfinde ich das Album zweigeteilt, aber nicht in eine "gute" und eine "schlechte" Hälfte, sondern in eine Hälfte mit "gutem Standard" und eine Hälfte mit spannenden und teils sogar grandiosen Songs. Die erste Hälfte ist die mit den guten Standards; zwei fetzige Midtempo-Banger im klassischen, typischen, melodisch-riffenden RW-Stil; einen Accept-lastigen Teutonen-Stampfer, der auch gut auf "Masquerade" gepasst hätte, und dann der typisch piratige und im Tempo angezogene Titelsong mit den typisch fröhlichen Shanty-Leadgitarren, und abschließend die pathetische, durchaus etwas kitschige Stadionrockhymne mit Dudelsack-Einschub und Mitsingchorus bis zum Abwinken, mit der Rolf einmal mehr seinem aktuellen THE SWEET-Faible zu huldigen scheint, und die auch auf den Schattenmacher gepasst hätte, die ich aber trotzdem geil finde, weil hier einfach alles stimmiger ist als vor 5 Jahren.

Dann halbiert ein sehr unscheinbares aber hübsches Instrumental mit nautischem Feeling die Scheibe und es kommt die zweite Hälfte, die für mich die Hits der Scheibe parat hält. Das sehr schnelle, piratentypische 'Black Bart' ist mit seinem explosiven Chorus für mich einer der besten RW-Tracks seit 1995, ebenso das rifflastige, headbangende 'Hellestrified' mit einigen sehr coolen rock'n'rolligen Lead-Einsprengseln und wirklich heavy angelegtem Riffing, und das von der Stimmung her sehr dunkle, bedrohliche im Tempo getragenere 'Blood Moon Rising', das an "Blazon Stone"-Zeiten angelehnte, schnelle, erneut mit sehr fröhlicher Leadmelodie ausgestattete 'Into The West' und der finale 11-Minuten-Epic, der trotz seiner Länge eben auch inhaltlich und lyrisch den Stoff mitbringt, mit dem man einen solchen Song füllen kann. Er erzählt die Story vom letzten Mohikaner sehr eindringlich und nachvollziehbar, so dass er für mich möglicherweise der zweitbeste RW-Longtrack nach 'Treasure Island' ist, auf jeden Fall aber der drittbeste nach 'Treasure Island' und 'Genesis'. Wo 'Bloody Island' vom Vorgänger zwar musikalisch schon sehr stark war, aber noch an zu vielen Wiederholungen der Lyrics und einer sehr dünnen Story krankte, da ist 'Last of the Mohican' in all diesen Punkten nochmal viel, viel besser.

Klar, vieles ist schon noch schematisch, und alles ist 100% typisch RW. Aber es wird eh keiner erwartet haben, dass Rolf sich neu erfindet. Ich hab bei "Rapid Foray" aber trotzdem das Gefühl, dass Rolf zum einen wieder mehr Spaß am Schreiben und Musizieren hat, denn das Album wirkt einfach spritziger, bissiger und vor allem auch kompositorisch viel sorgfältiger ausgearbeitet als die Vorgänger. Und zum anderen hab ich tatsächlich den Eindruck, dass er sich ein bisschen an den Wünschen der Fans orientiert hat und gemerkt hat, dass er nach "Shadowmaker" mit "Resilient" auf die richtige Fährte kam, und das ausgebaut hat.
 
Und jetzt bitte noch´nen Satz zu den Drums. Echt oder nicht?
Pavlos, ich kann das einfach nicht beurteilen, deshalb sage ich nichts dazu. Ich lese hier immer wieder erstaunt, was alles angeblich ein Drumcomputer sein soll, und dass man das höre... Ich hör das bei Mysticum und bei Omen, und bei unseren eigenen Demos, aber sonst... da fehlt mir einfach das Ohr dafür. Ich würde vermuten, dass es ein Computer ist, aber nicht, weil ich das ernsthaft höre, sondern weil dieses permanente Drumcomputer-Gelaber hier im Forum mich paranoid gemacht hat, und weil die Promo-Info einen Drummer nur im Live-Line-up erwähnt. Wenn es ein Drumcomputer ist, dann ist er meines Erachtens jedenfalls ordentlich in die Musik integriert.
 
So, ich habe mir die neue Running Wild auf goldenem Vinly vorbestellt. Und ja, ich finde die neue Omen auch gut. Allerdings habe ich bei RW seit geraumer Zeit Pause gemacht. Dead Hand Inn ist die letzte gekaufte RW-LP. Wehe, wenn sie icht gut ist! ;-)
 
Ich mische mich mal ein und antworte aus Musikersicht: bei Running Wild kann man den Drumcomputer daran erkennen, dass ein Gitarrist ihn programmiert hat (bei der neuen Omen ist es auch so). Viele der Figuren würde ein echter Drummer nie so spielen, sie stellen nur dar, was ein Gitarrist denkt das der Drummer wohl spielen würde.
Was die Sache teilweise echt interessant macht.
 
Der letzte Satz lässt hoffen.
:D
Ich warte jetzt schon drauf, dass mir jemand die Worte um die Ohren haut. Ich krieg das nicht gebacken, da zuverlässig eine Aussage zu treffen. Natürlich klingt das Schlagzeug hier und da etwas stoisch, aber ich finde nicht, dass es irgendwo unschlüssig herum klackert wie bei der Omen, und es ballert auch nicht völlig unnatürlich wie bei Mysticum (wo das ja Absicht ist und mir gefällt, aber eben klar ein DC). Ich denk halt immer, dass in einem Tempo, das RW pflegt, auch ein echter Drummer sehr stoisch und steril und präzise klingen kann, und dass das dann mit entsprechenden Samples hinterlegt nicht groß anders klingt als ein Drummy. Aber wie gesagt, ich bin da voller Laie und daher maße ich mir das nie an, da eine definitive Aussage zu treffen.

Ich schieb nachher vielleicht noch mal die "Victory" und die "Masquerade" in den Schacht und versuche, die Drums zu vergleichen.
 
Was ich aber auf jeden Fall noch loswerden muss:

Dieses Album schreit so dermaßen danach, dass es mal wieder eine anständige RW-Tour gibt. Ich würde mich kein Stück weit beschweren, wenn die davon fünf Songs in die Setlist packen würden. Ich würd RW so gerne mal wieder in einer Halle sehen, statt alle fünf Jahre wegen Rolfi nach Wacken zu müssen.
 
Ich stimme @Hugin in allem zu, bin sogar NOCH begeisterter als er. Für mich die Überraschung der letzten knapp 20 Jahre und die Überraschung des Jahres. Sozusagen RWs eigenes Violent Revolution!

Die Aussage ist mal richtig, richtig geil... Da ist der vermeintliche Grummelminister noch euphorischer als der ebenso vermeintliche Allesgutfinder, der vielleicht nur ein bisschen Angst hatte, gleich wieder wegen zu viel Euphorie verbal verprügelt zu werden.
:top:

Und ganz egal, wie man zu Mille & Co. steht, der letzte Satz heißt wirklich was!
 
Ich find den Sound nicht störend, achte aber wie du auch nicht sooo sehr darauf. Die Drums selber könnten mamchmal bisschen "filigraner", nicht so simpel sein. Aber nicht wirklich negativ auffallend.
 
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