Die Toten Hosen (Trink aus, wir müssen gehen! - 29.05.26)

Der erste Hördurchgang ist durch. Recht solide Platte, mit ein paar guten Texten, Highlight ist „Schlechte Nachbarn“. Hatte mir bissel mehr Punkrock gewünscht zum Abschluss.
Was mir aber auffällt ist, dass das Coveralbum einen besseren Sound hat, als das Album selbst. Das ist lauter abgemischt und die Gitarren sind viel knackiger. Das verstehe ich wiederum nicht
 
Vorweg: Bin jetzt kein Hosen Fan, interessiere mich aber grundsätzlich für Band Dokus. Und hier muss ich sagen, empfand ich die Hosen Doku eher als etwas befremdlich. Irgendwie kam hier nur sehr wenig das Gefühl eines richtigen Bandgefüges rüber. Jeder steht ein wenig separiert für sich, und bei dem Drummer hat man das Gefühl, der ist komplett außen vor. Hinzu kommt, dass gefühlt ein Großteil der Doku von den Bandmitgliedern berichtet wird, dass Campino (Frontmann hin oder her) letztendlich sagt was Sache ist und der Rest sich fügt. Und so wirklich glücklich wirken die Bandmitglieder darüber irgendwie nicht, auch wenn alles nett verpackt ist. Vielleicht mag ich mit dem Gefühl daneben liegen, ist halt nur mein persönlicher Eindruck.

Da trügt dich dein Eindruck nicht. Gibt noch eine ältere Doku, wo der Manager über das Bandgefüge berichtet und den schönen Vergleich findet, wenn die Toten Hosen die Vereinten Nationen wären, dann wäre "Campino sicher nicht Bulgarien", sondern bestimmt eben erheblich, wo es langgeht. Andi sagt da glaube ich auch, dass er oder Breiti im Zweifelsfall ersetzbar wären, Campino eben nicht.

 Die Doku konzentriert sich wirklich sehr auf Campinos Ringen um die Texte und zementiert damit nochmal ein bisschen das öffentliche Bild, wonach die Hosen aus Campino und dem Rest bestehen. Aber er hat nunmal die Hoheit über die Texte und ohne die würde es keine Hosensongs geben.

Und Vom ist tatsächlich mehr oder weniger weisungsgebundener Angestellter, er bekommt ja auch als einziger keine Credits für die Songs, sondern spielt mehr oder weniger, was ihm gesagt wird.

Fürs Album brauche ich noch ein bisschen. Die ruhigen Stücke erinnern mich irgendwie muskalisch alle an "Alles passiert". Schlechte Nachbarn, Was früher einmal war und Was ist mit uns los, stechen erstmal raus.
 
Ich lass gerade die Coverplatte laufen. Die ist schon wieder jeden Cent wert. Wenn ich so über das Album nachdenke, würde ich sagen, die hätten nicht beschließen sollen, dass es das letzte Album werden soll. Ich habe den Eindruck, die haben dadurch eine Blockade im Kopf gehabt, zumindest fühlt es sich so an. Zwei Jahre ist schon eine lange Zeit. Das hat man auch irgendwie in der Doku gesehen, des wegen sagte ich ja vorhin, mein Eindruck ist, die sind im Kopf noch nicht bereit für die Rente. Das Cover Album klingt komplett locker und frei von der Leber weg eingespielt
 
Was ich wirklich nicht verstehe ist, ist dieser Sound und was wurde mit Campinos Stimme gemacht? Oder kann er es einfach nicht mehr besser?
 
So, Erstdurchlauf beim Kochen hinter mich gebracht. Und obwohl ich nicht konzentriert zugehört habe, hatte ich diverse Gänsehäute. Wenn man im Kreis Mettmann, also in direkter Nähe zu Düsseldorf, wo man sehr gerne trinken ging, und mit den Hosen nicht nur aufgewachsen ist, sondern sie eine lebenslanger Begleiter waren, ist das alles sehr bewegend. Das Konzert in Düsseldorf Anfang Juli dürfte eine schöne emotionale Achterbahnfahrt werden.
 
So, Erstdurchlauf beim Kochen hinter mich gebracht. Und obwohl ich nicht konzentriert zugehört habe, hatte ich diverse Gänsehäute. Wenn man im Kreis Mettmann, also in direkter Nähe zu Düsseldorf, wo man sehr gerne trinken ging, und mit den Hosen nicht nur aufgewachsen ist, sondern sie eine lebenslanger Begleiter waren, ist das alles sehr bewegend. Das Konzert in Düsseldorf Anfang Juli dürfte eine schöne emotionale Achterbahnfahrt werden.
Genauso geht es mir auch!
 
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habe mir auf Empfehlung und auch Neugier jetzt mal die aktuelle Doku zur letzten Platte angeschaut. Und ja, finde ich gut. Wahnsinn, wie lange die Band mich jetzt schon auf irgendeine Art begleitet. Als Jugendlicher, als 1987 die Live rauskam, war ich ne zeitlang Fan, die finde ich auch heute noch super. Die früheren Eskapaden sind nach wie vor cool. Nach der großartigen "Horrorshow" war ich dann raus, alles danach hat mich bis auf einzelne Sogs je Platte (und ich kenne ja lang nicht alle mehr) nie gepackt. Mitte 90er waren sie dann gar ne Art Hass-Objekt, ich konnte Campis Fresse einfach nicht mehr im Fernsehen sehen.. Aber ich habe immer ihre Auseinandersetzung mit dem politischen Zeitgeist respektiert, und so einige ihrer Statements und was sie tun, finde ich nach wie vor wichtig. Ich werde auch jetzt kein Fan ihrer späteren Sachen mehr sein, warum auch. Aber, das gebe ich echt zu, es schwingt auch bei mir etwas Wehmut mit, dass es das dann war. Doch, hat mir gefallen, sehr menschlich rüber gebracht.
 
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Als Jugendlicher, als 1987 die Live rauskam
Witzigerweise habe ich 1987 das erste mal ein Hosen Lied gehört, ohne dass ich es wusste. Da lebte ich ja noch in Polen und die Singleauskopplung auf dem Debut einer der besten polnischen punk/new wave Bands der 80er (Kobranocka) war dieser Song:


Dass es ein Armee der Verlierer Cover war, dass sie nach einer gemeinsamen Tour durch Polen aufgenommen haben, habe ich erst viel später erfahren. Zwei Jahre später in Deutschland habe ich mir natürlich alles von den Hosen besorgt und wurde für lange Zeit Fan. Das Cover finde ich bis heute besser als das Original (nicht zuletzt dank des Saxophon).

Dann irgendwann Mitte/Ende 90er hat man Campino gefühlt in jeder blöden Talkshow gesehen. Ich würde jetzt nicht gleich von Hassobjekt reden, aber auch ich konnte seine Fresse irgendwann kaum noch ertragen. Die Songs wurden auch immer mehr mit Nostalgie und Pathos überladen und der schon immer vorhandene Hang zu Schlagern, die sie schon immer gern gecovert haben, hat sich in ihren eigenen Songs immer mehr manifestiert. Nach "Zurück zum Glück" war ich dann komplett raus.

Die Doku fand ich ganz ok, wenn auch vor allem die Rückblicke. Bei den Aufnahmen aus dem Studio war ich doch etwas erstaunt wie verkopft sie an die Songs rangehen. Weniger überraschend war Campinos Gebaren als Banddiktator. Aber irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, dass der supersymphatische Rest der Truppe es so lange mit ihm ausgehalten hat.... ;)
 
Witzigerweise habe ich 1987 das erste mal ein Hosen Lied gehört, ohne dass ich es wusste. Da lebte ich ja noch in Polen und die Singleauskopplung auf dem Debut einer der besten polnischen punk/new wave Bands der 80er (Kobranocka) war dieser Song:


Dass es ein Armee der Verlierer Cover war, dass sie nach einer gemeinsamen Tour durch Polen aufgenommen haben, habe ich erst viel später erfahren. Zwei Jahre später in Deutschland habe ich mir natürlich alles von den Hosen besorgt und wurde für lange Zeit Fan. Das Cover finde ich bis heute besser als das Original (nicht zuletzt dank des Saxophon).

Dann irgendwann Mitte/Ende 90er hat man Campino gefühlt in jeder blöden Talkshow gesehen. Ich würde jetzt nicht gleich von Hassobjekt reden, aber auch ich konnte seine Fresse irgendwann kaum noch ertragen. Die Songs wurden auch immer mehr mit Nostalgie und Pathos überladen und der schon immer vorhandene Hang zu Schlagern, die sie schon immer gern gecovert haben, hat sich in ihren eigenen Songs immer mehr manifestiert. Nach "Zurück zum Glück" war ich dann komplett raus.

Die Doku fand ich ganz ok, wenn auch vor allem die Rückblicke. Bei den Aufnahmen aus dem Studio war ich doch etwas erstaunt wie verkopft sie an die Songs rangehen. Weniger überraschend war Campinos Gebaren als Banddiktator. Aber irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, dass der supersymphatische Rest der Truppe es so lange mit ihm ausgehalten hat.... ;)
sehr cooles Cover, in der Tat!! Kannte ich noch nicht. Ja, das mit dem launischen Banddiktator fand ich auch überraschend. Dachte eigentlich immer, dass ist ein Freundeskreis auf Augenhöhe, was Entscheidungen und so betrifft. Ich Hoffe dann mal, die verdienen alle das gleiche an den Einnahmen, und nicht gestaffelt. Für Vom tat es mir irgendwie leid, hatte den Eindruck, der hat ja gar kein Mitbestimmungsrecht. Das kann aber auch alles täuschen und nur im Film so rüberkommen, kein Plan. Aber das meinte ich mit menschlich, fand das irgendwie ungekünstelt und Campino so als kleine Diva dargestellt, wie man das immer von ihm annimmt. Für alte Aufnahmen empfehle ich übrigens den kultigen "3 Akkorde für ein Halleluja"-Film von bereits '89, allein die Helgoland-Aktion ist so geil:D
 
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sehr cooles Cover, in der Tat!! Kannte ich noch nicht. Ja, das mit dem launischen Banddiktator fand ich auch überraschend. Dachte eigentlich immer, dass ist ein Freundeskreis auf Augenhöhe, was Entscheidungen und so betrifft. Ich Hoffe dann mal, die verdienen alle das gleiche an den Einnahmen, und nicht gestaffelt. Für Vom tat es mir irgendwie leid, hatte den Eindruck, der hat ja gar kein Mitbestimmungsrecht. Das kann aber auch alles täuschen und nur im Film so rüberkommen, kein Plan. Aber das meinte ich mit menschlich, fand das irgendwie ungekünstelt und Campino so als kleine Diva dargestellt, wie man das immer von ihm annimmt. Für alte Aufnahmen empfehle ich übrigens den kultigen "3 Akkorde für ein Halleluja"-Film von bereits '89, allein die Helgoland-Aktion ist so geil:D
"3 Akkorde für ein Halleluja" - mein Geburtstagsgeschenk zum 13. Geburtstag. Those were the times.

Soweit mir noch bekannt ist, sind die DTH eine GmbH, die vier original Mitglieder sind gleichberechtigt. Nur Vom ist Angestellter. Ob er auch mitreden darf, weiß ich nicht.
Wölli (RIP) war auch Teil dieser GmbH, hat sich dann aber nach seiner schweren Erkrankung aus der GmbH verabschiedet und sich seinen Anteil auszahlen lassen.

Und aus Neugierde mal gestern in drei / vier Lieder der aktuellen Platte reingehört....Ich hülle mich in Schweigen.
Weitermachen. Danke.
 
mal gestern in drei / vier Lieder der aktuellen Platte reingehört....Ich hülle mich in Schweigen.
:D

Ich hab hier auf Arbeit gerade ein Projekt das auf Autopilot läuft und hab mir seit Montag einen kompletten Durchlauf der DTH Disco über Kopfhörer gegeben. Ich war erstaunt, dass ich bis Anfang 2000er jeden Song mitsingen kann. Hätte ich nicht gedacht, habs echt verdrängt was ich mal für ein fan war....
 
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Zum Thema Hosen und Polen kann ich noch beitragen, daß ich 2005 mal mit Freunden in Pobierowo (als dort noch keine Megahotels gebaut waren) einige Getränke auf einem Freisitz nahm, während gegenüber ein schreckliches Duo (Frau am Gesang, Typ am Keyboard) das vorbeischlendernde, damals klar vorwiegend polnische, Volk beschallte.
Irgendwann wurde auch ein Hosen-Titel gebracht, der mir jetzt leider beim besten Willen nicht mehr einfällt - auf Polnisch! Das hatte schon seinen Reiz.
Ähnlich skurril wurde es dann, als man, ebenfalls auf Polnisch, sogar "Ein Schwein namens Männer" von Die Ärzte darbot.

Ansonsten kann ich der Sache mit dem Hosen-Pathos nur beipflichten. Nach "Kreuzzug" war mein ohnehin begrenztes Interesse an der Band beendet - all die Balladen, all die ewigen, textlichen Gemeinplätze mit ganz viel Oh-ooo-hoo in jedem Refrain - nee, danke!
Würde irgendwo in meiner Gegenwart "Alles aus Liebe", "Steh' auf..." oder "An Tagen wie diesen" gespielt, drehte ich mich sofort zum Gehen um.
Für einige Bonmots war Campino ja durchaus gut und daß man "als Band immer unberechenbar bleiben muß", las ich von ihm mal vor bestimmt fünfunddreißig Jahren, doch habe ich seitdem davon leider nie etwas aus dem Hause DTH mitbekommen.
Und genau das fand ich angesichts der Doku um das letzte Album so erschreckend: Pflichtbewußte Beamte machen ein Album. Warum? Naja... Hmm... Weil sie ein Album machen müssen.
 
Witzigerweise habe ich 1987 das erste mal ein Hosen Lied gehört, ohne dass ich es wusste. Da lebte ich ja noch in Polen und die Singleauskopplung auf dem Debut einer der besten polnischen punk/new wave Bands der 80er (Kobranocka) war dieser Song:

Dass es ein Armee der Verlierer Cover war, dass sie nach einer gemeinsamen Tour durch Polen aufgenommen haben, habe ich erst viel später erfahren. Zwei Jahre später in Deutschland habe ich mir natürlich alles von den Hosen besorgt und wurde für lange Zeit Fan. Das Cover finde ich bis heute besser als das Original (nicht zuletzt dank des Saxophon).
Wie geil, ein "Armee der Verlierer"-Cover aus den 80ern aus Polen, und dann auch noch mit Saxophon hatte ich definitiv nicht auf der Bingokarte...!
Auch bei mir waren die Hosen eine der ultimativen Bands meiner Jugend, weswegen ich mich damals sehr intensiv mit der gesamten Bandhistorie befasst habe. Und natürlich wusste ich von ihren Undercover-Aktionen in der DDR, aber diese Bóbr-Connection war mir bis eben völlig unbekannt. Oder ich hab's nach all den ganzen Jahren vergessen ...

Platte hör ich mir heute Abend mal in voller Länge an. Vielen Dank für den Tipp...!
 
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