Festivalbericht
Kurz vor Zehn bin ich von zu Hause los. Als ich Neukirchen-Vluyn und Dongstraße eingeben wollte, bot das Navi stattdessen Dong an. Das hörte sich gut an und ich fuhr los. Die Staus hielten sich in Grenzen. Ich kam bis Köln sehr gut voran.
Am Ende landete ich in Sandfort, wo weit und breit kein Hinweisschild für das Dong Open Air zu sehen war. Also änderte ich nun die Route auf Dongstraße und es ging weiter. Nach kurzer Fahrt kam ein Durchfahrverbot, welches ich in meiner Verzweiflung ignorierte. Irgendwann kam ich an zwei „dunklen Gestalten“ vorbei und fragte, ob es hier zum Dong Open Air geht – passte. Endlich am Parkplatz der Halde Norddeutschland angekommen, war dieser bereits voll und ich wurde auf die Wiese gegenüber gelotst(P2). Dort kostete das Parken 15 Euro extra :-(
Dass es auch noch kostenlose Parklätze gab, erfuhr ich erst von meinen Zeltnachbarn.
Dort belud ich erst Mal meinen Bollerwagen. Auf eine schwere Kühlbox mit Kühlakku und auch auf viele altbewährte Festivalutensilien hatte ich aus Gewichtsgründen verzichtet. Von der Wiese aus verlief der Weg erst mal eineinhalb Kilometer eben. Dann ging es den Berg hoch. Dabei bewährte sich die „minimalistische“ Ausstattung. Nur ein Mal hob der Bollerwagen beim wiederanfahren vorne ab. Oben angekommen, suchte ich mir erst mal ein kuscheliges Plätzchen und landete dabei kurz vor dem Haldenhaus. Kaum war das Zelt ausgepackt, kam schon ein netter Nachbar und bot seine Hilfe an. Schon bald erkannte ich die Vorzüge das Nachtaufbaus auf Wacken im Vergleich zu dem Aufbau in der prallen Sonne und einem Boden so hart, dass ich die Heringe vor lauter Steinen fast nicht in den Boden bekam. Erst als das Zelt komplett stand und alles samt Bollerwagen im Zelt verstaut war, machte ich mich zur Kasse, Bändchen, Mülltüte und Getränkebons holen. Es war mittlerweile Drei Uhr Nachmittags und somit hatte ich Visigoth und Blessed By Rhenus natürlich schon verpasst. Nach Destruction bin ich zu den netten Nachbarn und war von dem leckeren Wodka-Kirschlikör, so beeindruckt, dass ich die Apokalyptischen Reiter von meinem Zelt aus genoss.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es dann wieder vor die Bühne. Von Triddana hab ich nur noch den letzten Song mitbekommen. Das hatte mir aber auch schon gereicht. Fabulous Desaster wurden ihrem Namen gerecht, auch wenn ich die irgendwie besser in Erinnerung hatte. Doch der Dreierpack Tyler Leads - Infected Rain - Impureza hob meine Stimmung dafür umso mehr; ich war glücklich. Nur der viele aufgewirbelte Staub machte mir etwas zu schaffen. Danach hatte ich Vogelfrei und kam erst wieder zu Motorjesus. Meine freudigen Erwartungen waren etwas hoch gegriffen. Unbesritten sorgten die Jungs jedoch für eine tolle Party – vergleichbar mit Crossplane. Zu Moonspell bin ich wieder ins Camp geflüchtet um zu Exodus erneut bereit zu stehen – ganz klar der endgültige Exodus für schlechte Laune. Eluveitie waren mir aber irgendwann dann doch zu viel Gesingsang und ich bin zurück an mein Zelt. Am Samstag Morgen weckte mich mein Handy. Als ich endlich aufwachte, war der Akku leer. Also hab ich mich angezogen und bin ans Auto gelaufen. Aus dem Auto hab ich dann den Powerpack geschnappt und bin wieder hoch auf den Berg – ungefähr ne halbe Stunde war ich unterwegs, mein Rücken hat es mir gedankt. Kurz vor zwei war ich wieder vor der Bühne. Statt the monolith deathcult spielten allerdings Antilles, von denen ich auch gut unterhalten wurde. Die Nierderländer von Alvenrad danach wollten gar nicht aufhören mit Spielen und bekamen doch glatt den Saft abgedreht. Bei Drone und Jinjer tobte das Zelt wieder und nur die Staubwolken störten. Danach erholte ich mich wieder im Camp und kam pünktlich für mein Highlight Skindred zurück. Das einzig schwache an dieser Band bestand in der Tatsache, dass sie nur ein einziges Shirtmodell und sonst gar nix an Merch dabei hatten. Nach dem Abriss ging ich zufrieden zurück ins Camp. Später ging ich noch mal kurz vor zu Betontod um desillusioniert kurz danach wieder zum Camp zurückzukehren. Am nächsten Morgen hab ich recht früh mein Zelt abgeschlagen, mich von den Nachbarn verabschiedet und bin vor zur Kasse wegen Restbons, Pfandbecher(3 Euro!!!) und Müllpfand. Da war aber keiner….
Bin dann Downhill mit dem Bollerwagen. Hab ihn auf dem Parkplatz dort kurz abgestellt und bin mein Auto auf den teuren, extra holprigen Parkplatz holen. Nachdem ich aufgeladen hatte, gings dann wieder nach Hause. Erwartungsgemäß war die Autobahn am Sonntagmorgen recht leer und ich kam zügig wieder im Saarland an.