Es wird endlich mal Zeit für einen MANILLA ROAD-Thread

Ich mochte ja auch Cory Christners Drumming sehr, der Junge war super. Ich würde gerne mal die Voyager mit dem Drumsound des neuen Albums hören.

Was "Voyager" angeht, das ist eines von ganz wenigen Alben, wo ich tatsächlich mal 'ne Neueinspielung, und sei es nur zwei, drei Highlights irgendwo als Bonustracks, befürworten würde. Da gab es völlig famoses Material wie "Totentanz", "Tree of Life" oder den Titelsong, und in der Regel wird die Scheibe nur erwähnt, wenn es um den verunglückten Sound geht. Hätte aber mehr verdient.
 
Was mich an diesem Album ganz besonders begeistert, ist die faszinierende Reibung, die Marks vor Feeling strotzendes Spiel zusammen mit diesem herrlich schrulligen, kratzigen Gitarrensound ergibt. Das fasst ganz gut zusammen, was ich weiter oben irgendwann mal meinte, als ich sagte, dass ich an Manilla Road gerade die Dinge liebe, die sie "falsch" machen. Und mit "falsch" meine ich weiß Gott nicht musikalisch unausgereift, ganz im Gegenteil! Aber sie gehen die Dinge einfach anders an, als die allermeisten Bands und genau diese Eigenständigkeit und der verwunschen Charme, der daraus erwächst, lässt mich diese Band anbeten.

Das wird ein heißes Rennen um Platz 1 meiner Jahrescharts zwischen The Blessed Curse und dem neuen Album von Trial, soviel ist jetzt schon klar...!
 
Bei mir sind bisher Manilla Road und Satan's Host vorne. Die nächste Scheibe, der ich dazu ein Aufschließen zutraue, das ist die kommende Isvind. Mal schauen...
 
Ach ja, ich habe übrigens heute Abend durch einmaliges Vorspielen der Scheibe im Schützenverein direkt zwei Leute beim absoluten Erstkontakt mit Manilla Road dazu gebracht postwendend die Scheibe zu kaufen. Einer Jungmetaller mit 18 Jahren und der andere eher der Seventies-Rocker mit 53 Jahren. Dass die Band außerhalb der Kernzielgruppe so effektiv und aus dem Stand zünden kann, finde ich irgendwie auch sehr erfreulich.
 
Wow!!! Vielen Dank für all die positiven Worte über unser "neues Baby"!!!!!!!
Ein Sound ist immer Geschmacksache, aber diese Runde (die letzten drei Seiten dieses Threads) hat den angepeilten und umgesetzen Sound auch verstanden! Das klingt vielleicht jetzt doof, aber ich kann es nicht anders ausdrücken. Im Grunde hat Mark in seinem eigenen Studio seit Atlantis Rising darauf hingearbeitet (Mysterium wurde extern gemischt) und mit dem Line-Up auch umsetzen können. Lediglich das Mastering wurde extern gemacht, hat aber auch viel gebracht. Der eigentliche Mix war wesentlich flacher, also vor dem Mastern. Hut ab für Steve Falke vom Cornerstone Studio in Wichita! Das Mastering war fast wie ein zusätzlicher Mix...

Das mit dem Easy-Listenig-Drummer ist lustig, aber ich verstehe was gemeint ist (oh je, das Spaßvideo mit dem Elektro-Kit....*lol*). Trotz Savage Grace und Co bin ich in erster Linie ein Rockdrummer der alten Schule, nur etwas verseucht von Neil Peart und Randy Foxe. Mich hat es noch nie beeindruckt, wie schnell ein Drummer DoubleBass spielen kann (ok....als Reign in Blood rauskam schon....) oder welche enormen technischen Fähigkeiten jemand hat. Ich bin ja u.a. auch bei Masters of Disguise ausgestiegen, weil mir diese Art Metal an den Drums (als Fan mag ich es natürlich) einfach keinen Spaß macht. Ich hätte auch heute keinen Bock auf Thrash oder sowas, obwohl ich das häufig höre. Rein als Drummer haben mir metalfremde Bands in meiner Vergangenheit mehr Spaß gemacht und so richtig "Klick" hat es gemacht, als ich Mitte der 2000er für zwei Jahre in einer Deep Purple Tribute Band war. Diese "Freiheit", mangels derer ich auch keinen Spaß an der zweiten Viron hatte, wollte ich nicht mehr hergeben. Bei Roxxcalibur halte ich mich allerdings aus eigenen Stücken mit dieser Freiheit zurück, da man das Thema anders anpacken muss. Manilla Road ist die ultimative Drums-Freiheit für mich und so erlebte es auch einst Randy Foxe, der sich voll ausleben konnte. Wenn ich mir vorstelle, wir hätten "Blessed Curse" mit einem Produzenten aufgenommen....der hätte gekotzt und gesagt "Das kann man aber jetzt nicht machen!". Stattdessen schaue ich durch die Studioscheibe und solange Herr Shelton grinst und Bryan auf den Knien den Takt mitschlägt weiß ich, daß sie es mögen. Und in der Tat: Die Drums sind komplett eine "Jam". Ich habe gespielt was mir in diesem Moment jeweils eingefallen ist - Freiheit eben. Die Songs kannte ich nur als Gitarrenspuren und ich habe mir lediglich im Flugzeug bereits Grundbeats ausgedacht. Das Gegenteil von der Arbeitsweise von z.B. Mark Zonder, der wirklich Drumparts komponiert. Viele meiner ex-Bands wissen bis heute nicht, daß ich mich nie zuhause vorbereitet habe *lol*.
 
Die veröffentlichte Wahrnehmung des Deaf Forever im Bezug auf "The Blessed Curse" finde ich indes ein wenig überraschend. Manuels Review ist ja nun nicht gerade ein Verriss, aber sicherlich auch alles andere als wirklich großes Lob. Gerade im Hinblick auf die Produktion. Geschmackssache hin oder Eigenwilligkeit her, fällt es schon auf, dass wir hier im Forum quasi begeistert im Dreieck hüpfen, auch und gerade des Sounds wegen, während die Scheibe im Heft doch äußerst verhalten registriert wird. Top-20 ist zwar immer noch sehr beachtlich, wenn man sich ansieht, dass es keine einzige Top-Note gibt, und dass Leute, die definitiv zur Zielgruppe gehören, irgendwo zwischen 5,5 und 7 Punkten geben. Eine Spannweite zwischen 2 und 9,5 hätte mich weniger irritiert als dieser doch sehr emotionslose 5-bis-7-Wertungsschwerpunkt.

Passt irgendwie überhaupt nicht mit dem zusammen, was ich hier im Thread, in anderen Foren und im wahren Leben bisher an Feedback zu dem Album aufgeschnappt habe.
 
Der Mangel an Begeisterung im DF verblüfft mich auch ziemlich, zumal Manilla Road lange nicht mehr so gut geklungen haben und das meine ich wohlgemerkt sowohl im Hinblick auf die tolle, natürliche und dabei durchaus eigenwillige Produktion, als auch auf das durch die Bank erstklassige Songmaterial. Perfekter kann man die skurrile, faszinierende Magie dieser Band doch kaum in Szene setzen...!
 
Wobei sich das - wie im NP-Thread angemerkt - mal wieder durch alle der großen Printmagazine zieht. Verwundert hier aber natürlich wirklich mehr als z.B. im Metal Hammer. ;)
 
Ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht genau was ich von der Scheibe halten soll. Nach 10-15 Durchläufen ist bisher nur Tomes Of Clay hängen geblieben. Am Sound liegt es aber definitiv nicht der ist in der Tat sehr authentisch und bringt Sympathiepunkte.
 
@Iron Ulf
Jau, das ist genau mein Punkt. Man sagt mir ja durchaus mal nach, dass ich bei alten Helden zu gnädig sei. Bei "Playground" oder "Voyager" konnte ich auch sehr gut verstehen, dass mich viele Leute als zu positiv eingestellt oder zu soundvergessen wahrnahmen. Aber das ist hier bei "The Blessed Curse" eigentlich gar nicht der Fall. Da muss ich keine rosa Brille aufsetzen, und da muss ich mir nichts schönhören, und da muss ich auch nicht sagen "zwar nicht gut, aber halt kauzig-sharkig". Nein, mitnichten. Die Scheibe habe ich eingelegt, in banger Erwartung, und das Ding hat wirklich direkt mit den ersten Takten alle Bedenken zerstreut. Eigentlich war ich mir direkt sicher, dass dieses Mal die Soundnörgler in ihren Löchern bleiben, und dass dieses Mal die nahezu ganze Zielgruppe positiv gestimmt sein würde. Aber offenbar täuschte diese Hoffnung.

Egal, für mich ist "The Blessed Curse" trotzdem genau das Album, das ich mir erträumt hatte. Genau wie Ulf sagt:

Perfekter kann man die skurrile, faszinierende Magie dieser Band doch kaum in Szene setzen...!

Genau SO ist es!
 
Wobei sich das - wie im NP-Thread angemerkt - mal wieder durch alle der großen Printmagazine zieht. Verwundert hier aber natürlich wirklich mehr als z.B. im Metal Hammer. ;)

Ja, vor allem halt, weil im Soundcheck halt mal mindestens drei Leute sind, von denen man aus allerlei Gründen erwarten würde, dass Manilla Road eine besondere Rolle für sie spielt. Ist ja okay; aus alter Verbundenheit soll man nichts schönreden, wenn man es nur durchschnittlich findet. Die Überraschung ist für den Außenstehenden aber naturgemäß doch deutlich größer, wenn solche Soundchecker nur 5-7 Punkte zücken, als wenn es die vom Hammer tun.
 
Ich vergleiche ja Manilla Road, respektive Mark Shelton, immer gerne mit Robert E. Howard. Und zwar nicht nur aufgrund der naheliegenden thematischen Bezüge. Nein, auch die jeweilige Herangehensweise an ihre Kunst und deren Wirkung weist in meinen Augen durchaus Parallelen auf. Robert E. Howard war sicher kein großer Literat. Aber er hat ein Werk erschaffen, dessen Magie bis heute seine Faszination auf Generationen von Lesern ausübt und Künstler in allen möglichen Bereichen inspiriert. Man darf nicht vergessen, der Mann war Pulp-Schreiber, und so grob die Klinge war, mit der er literarisch und stilistisch focht, so haben doch selbst seine in tiefsten Genre-Tiefen verorteten Arbeiten eine gewisse, schroffe Poesie, die ihn über den Status des reinen Groschenheftautoren hinaushebt.

Ähnlich Mark Shelton. Sicher, es gibt technisch bessere Musiker. Und ganz bestimmt entspricht seine Vision weder dem Zeitgeist noch den ästhetischen Ansprüchen und Gepflogenheiten der Masse. Doch ist auch in seinem Fall der generationenübergreifende Zauber, den sein Schaffen ausübt, nicht zu leugnen.

Beide wirken, wie aus der Zeit gefallen. Und wenn man ihnen auch handwerkliche Brillianz absprechen mag, so sind doch beide zweifellos von der Kunst durchdrungen. Deswegen gehören beide in meiner Welt zu den ganz Großen.
 
Ich hatte es bereits erwähnt, aber gerade bei diesem Album ist eine gewisse Mindestlautstärke absolut notwendig. Ich vermute daher, die haben das Album einfach alle nicht laut genug gehört.
 
Ich vermute daher, die haben das Album einfach alle nicht laut genug gehört.

Gut, dann spiele ich mal wieder den Rammbock, wenn es sonst keiner machen möchte. Wenn eine U.D.O.-Platte vor einer MANILLA ROAD-Platte landet, dann haben die Mädels und Jungs vom Deaf Forever bei ihren Listening-Sessions an den Abenden definitiv zu heiß gebadet. Anders kann ich mir solche kollektiven Hörstürze nicht erklären.
Und somit ist die Schonfrist auch vorbei, die sie hatten. Ab jetzt gibt es den knallharten Alltag, mit Liebesentzug und wenn einer von denen mal per Anhalter mitfahren will: lasst sie/ihn stehen und hupt beim vorbei fahren. So.
 
Gut, dann spiele ich mal wieder den Rammbock: Ich find die neue Platte zwar astrein produziert, eventuell sogar die best produzierteste Manilla Road aller Zeiten, dafür sind die Songs sacklangweilig.
 
Ja, vor allem halt, weil im Soundcheck halt mal mindestens drei Leute sind, von denen man aus allerlei Gründen erwarten würde, dass Manilla Road eine besondere Rolle für sie spielt. Ist ja okay; aus alter Verbundenheit soll man nichts schönreden, wenn man es nur durchschnittlich findet. Die Überraschung ist für den Außenstehenden aber naturgemäß doch deutlich größer, wenn solche Soundchecker nur 5-7 Punkte zücken, als wenn es die vom Hammer tun.

Ja, ich war selber auch überrascht. Ich habe die komplette MR-Discography (auch auf Vinyl), kenne also tatsächlich wirklich alles von der Band. Mit dem neuen Album konnte und kann ich aus irgendwelchen obskuren Gründen ziemlich wenig anfangen. Der Sound wird hier gelobt, für mich ist es leider die Fortsetzung der Soundkatastrophen der letzten Alben. Ein paar Songs können tatsächlich überzeugen, aber irgendwie wirkt das Album wie "Dienst nach Vorschrift", etliches klingt wie schon viele Male von der Band (besser) gehört. Glaubt mir, Neudi und alle anderen: ich würde es liebend gerne viel besser finden. Vielleicht liegt es auch tatsächlich an meiner Verbundenheit mit der Band, dass ich strenger werte als andere.
Die LP kaufe ich trotzdem. :)
 
Also ich weiß ja auch nicht: Ich habe gestern sowohl die Voyager als auch die The Blessed Curse angehört und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man die soundmäßig in den selben Topf werfen kann. Das ist doch ein Unterschied wie Nacht und Tag.
 
Also ich weiß ja auch nicht: Ich habe gestern sowohl die Voyager als auch die The Blessed Curse angehört und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man die soundmäßig in den selben Topf werfen kann. Das ist doch ein Unterschied wie Nacht und Tag.

Natürlich ist der aktuelle Sound besser - aber eben weit entfernt von gut. Und ich will endlich mal ein MR-Album mit richtig gutem Sound. Genau wie ich mal wieder ein Virgin Steele-Album mit gutem Sound hätte (und guten Songs BTW).
 
Seh ich ähnlich. Ich kann wiederum die durchweg positiven Resonanzen nullkommanull nachvollziehen. Ja, der Sound ist ein wenig besser als zuvor. Und ja, die Songs sind auch ein wenig besser als zuvor. Aber trotzdem ist da noch wahnsinnig viel Luft nach oben. Jeder der Songs hätte auch auf "Mysterium" oder "Playground" stehen können.
Wie man den Sound – gerade die Drums und die Gitarren – als "perfekt" bezeichnen kann, will mir nicht in den Kopf. Das Album hat außerhalb der Akustikparts NULL Dynamik. Das hat auch nix mit "Verstehen" zu tun. Klar – Mark wollte das sicher so, Trademarksound, blablubb...
Wie groß und mächtig die Band mit einem externem Produzenten und einem guten Studio klingen könnte! Ohne all die durchschnittlichen Riffs und Refrains, die sich immer zwischen die guten Parts mischen, und mit einem dynamischen, natürlichen Sound, der die 70s-Wurzeln der Band adäquat in Szene setzt und nicht einfach totverzerrt. 7 Punkte ist nicht übel, aber es wär so viel mehr drin.

Ich stell mir eine Platte mit den besten Songs der letzten drei Alben und mit einem Sound wie Primordial vor.
 
Zurück
Oben Unten