Es wird endlich mal Zeit für einen MANILLA ROAD-Thread

Ja, ich war selber auch überrascht. Ich habe die komplette MR-Discography (auch auf Vinyl), kenne also tatsächlich wirklich alles von der Band. Mit dem neuen Album konnte und kann ich aus irgendwelchen obskuren Gründen ziemlich wenig anfangen. Der Sound wird hier gelobt, für mich ist es leider die Fortsetzung der Soundkatastrophen der letzten Alben. Ein paar Songs können tatsächlich überzeugen, aber irgendwie wirkt das Album wie "Dienst nach Vorschrift", etliches klingt wie schon viele Male von der Band (besser) gehört. Glaubt mir, Neudi und alle anderen: ich würde es liebend gerne viel besser finden. Vielleicht liegt es auch tatsächlich an meiner Verbundenheit mit der Band, dass ich strenger werte als andere.
Die LP kaufe ich trotzdem. :)

Vielleicht braucht die Scheibe auch einfach noch etwas laenger bei dir und irgendwann macht es dann Klick, und wenn's erst nach nem Jahr ist... Wer weiß...
 
Ja, ich war selber auch überrascht. Ich habe die komplette MR-Discography (auch auf Vinyl), kenne also tatsächlich wirklich alles von der Band. Mit dem neuen Album konnte und kann ich aus irgendwelchen obskuren Gründen ziemlich wenig anfangen. Der Sound wird hier gelobt, für mich ist es leider die Fortsetzung der Soundkatastrophen der letzten Alben. Ein paar Songs können tatsächlich überzeugen, aber irgendwie wirkt das Album wie "Dienst nach Vorschrift", etliches klingt wie schon viele Male von der Band (besser) gehört. Glaubt mir, Neudi und alle anderen: ich würde es liebend gerne viel besser finden. Vielleicht liegt es auch tatsächlich an meiner Verbundenheit mit der Band, dass ich strenger werte als andere.
Die LP kaufe ich trotzdem. :)

Schon in Ordnung. In erster Linie ist es halt schade für dich und andere MR-Fans, die wiederum enttäuscht sind. Zwar kann ich das Album in deinen Worten kein Stück weit wiederfinden, aber das ist dann wohl mein Glück und dein Pech. Für mich sind lediglich zwei bis drei Songs "nur gut", der Rest "ziemlich toll" bis "ganz arg toll"; und zum Sound habe ich ja bereits gesagt, was ich denke. Bin da ganz bei Loomis und Ulf und könnte mir persönlich jetzt echt keine bessere Produktion für "The Blessed Curse" malen. Es ist ziemlich krass, wie sehr die Meinungen zur selben Scheibe auseinander gehen können, obwohl man eine sehr ähnliche musikalische Ausrichtung und Prägung hat.
 
Ich habe gar nicht gelesen, was die beiden DFler geschrieben haben, da sie auf Ignore sind. *g*

1) Der Sound IST gut. Man hört klar ALLE Instrumente gleichberechtigt nebeneinander. Keines prügelt sich darum, sich irgendwie in den Vordergrund zu schieben. Es ist ein Nebeinander, weswegen sich die Songs ohne Probleme flüssig aneinander reihen. Eigentlich wäre das hier eine optimale Platte, um alle Tracks zu verbinden, durch Zwischenspiele. Aber ich will nicht vermessen sein. Eine glatte 9 Punkte-Platte ist heutzutage eine Rarität und ich bin dankbar für ''The Blessed Curse''.

2) Die Produktion ist WARM, harmonisch und lässt Raum für gedankliches Schwelgen, das Eintauchen in die immer noch bezaubernde Welt von Shelton und Co.! Und es fühlt sich gut an, denn ich fühle mich beim Hören dieser Scheibe umschmeichelt und geborgen. Ja, Scheiße, klingt das kitschig. Ist aber so. Man kann natürlich an allem mäkeln, doch an dieser allgemein ausgewogenen, nie aufdringlichen Produktion, die sich in den Dienst der Songs stellt, beißen sich andere Bands die Zähne aus. Finde ich.

3) Die Songs sind nicht so toll, da ist viel Luft nach oben? Ja, das nenne ich mal Anspruchsdenken. Respekt. Ich alleine sehe zwei Drittel der Platte im oberen Neuner-Bereich, weil sie so sehr auf den Punkt kommen, ohne spannungsarm zu sein. Okay, man kann darüber streiten, was einen guten Song ausmacht. Aber ich nehme wirklich bewusst Abstand zu Leuten, die bei Tracks wie dem Titeltrack, ''Tomes of Clay'', ''Falling'' oder ''Luxiferia's Light'' keinen Wohlfühlständer bekommen.

Macht doch, was Ihr wollt. Diese Platte wird als meisterhaftes Spätwerk dieser begnadeten Band in die Historie eingehen. Da könnt Ihr strampeln, wie Ihr wollt. Wir, die Fans, wissen es besser. So, und jetzt wieder zurück an Eure Anlagen, CD einlegen und anhören. Unfassbar hier.
 
Ich habe die platte jetzt auch mehrmals angehört und bin auch wie die meisten hier im thread begeistert. Ich denke mit der nötigen Lautstärke ist das Album einfach der Hammer. Um das Album richtig einordnen zu können muss man die Band und deren Philosophie verstehen. Hier geht es eigentlich mehr um Gefühl und Leidenschaft und genau dass trieft hier aus jeder einzelnen Note. Der neue Powerschub für die Band ist ein großer Verdienst von Neudi, der durch sein unkonventionelles Hard Rock Feeling eine neue Dimension hinzugefügt hat.
 
Das ist schon einigermaßen surreal hier. Bei jeder der drei Vorgängerscheiben wäre ich voll und ganz auf der Seite von Michael und Manuel gestanden. Aber "The Blessed Curse" steht vielleicht nicht in allervorderster Reihe innerhalb der MR-Discographie, läuft mir aber mindestens so gut rein wie die für meinen Begriff knapp dahinter anzusiedelnden Alben aus den 80ern, (qualitativ, nicht stilistisch!) so im Bereich von "Mystification" oder "The Deluge" (jaja, ich weiß. Hat mich irgendwie nie soooo gepackt wie seine beiden Vorgänger.) vielleicht.

Ich hör' das Ding auch eben wieder, rätselnd, ob ich bisher was überhört haben sollte. Nö - da stört mich im Sound wirklich gar nix mehr.
 
Seh ich ähnlich. Ich kann wiederum die durchweg positiven Resonanzen nullkommanull nachvollziehen. Ja, der Sound ist ein wenig besser als zuvor. Und ja, die Songs sind auch ein wenig besser als zuvor. Aber trotzdem ist da noch wahnsinnig viel Luft nach oben. Jeder der Songs hätte auch auf "Mysterium" oder "Playground" stehen können.
Wie man den Sound – gerade die Drums und die Gitarren – als "perfekt" bezeichnen kann, will mir nicht in den Kopf. Das Album hat außerhalb der Akustikparts NULL Dynamik. Das hat auch nix mit "Verstehen" zu tun. Klar – Mark wollte das sicher so, Trademarksound, blablubb...
Wie groß und mächtig die Band mit einem externem Produzenten und einem guten Studio klingen könnte! Ohne all die durchschnittlichen Riffs und Refrains, die sich immer zwischen die guten Parts mischen, und mit einem dynamischen, natürlichen Sound, der die 70s-Wurzeln der Band adäquat in Szene setzt und nicht einfach totverzerrt. 7 Punkte ist nicht übel, aber es wär so viel mehr drin.

Ich stell mir eine Platte mit den besten Songs der letzten drei Alben und mit einem Sound wie Primordial vor.
Ohne die neue MR zu kennen, aber mal kurz auf das ewige Thema "Sound" einzugehen:
Mit "Verstehen" hat es in der Tat nichts zu tun - wohl aber mit persönlichem Empfinden, den Sound entweder passend oder nicht passend zur Musik zu finden. Ich finde da objektivierst Du ein wenig zu sehr, wenn Du feststellst, dass dem Album die Dynamik abgeht.
Überhaupt kann ich mit diesem Wort eh nicht viel anfangen, da ich ehrlich gesagt keinen Plan habe, was denn jetzt Dynamik im Sound überhaupt ist. Vielleicht hört man das auch anders, wenn man selber Musiker ist. Da bin ich wohl eher einfach gestrickt, denn für mich gibt es in Sachen Sound wie Musik eh nur "gfoit ma" oder "gfoit ma ned".

Ist vielleicht fies, Deine Band in der Diskussion zu nehmen, aber bei der ersten AK ist mir der Sound mit etwas Abstand gesehen auch ein wenig zu dünn und spröde bzw. kenne ich sogar Meinungen, denen der Sound beider Scheiben missfällt, obwohl denjenigen die Musik ansonsten (auch live) gut reinläuft. Aber hier auf die Idee kommen "Wie groß und mächtig die Band mit einem externen Produzenten klingen würde" zu sagen, hm, ich weiß ja nicht.

EDIT: zurück zu MR - bezogen auf die neuen Scheiben nach der Reunion finde ich zum Beispiel den Sound der "Gates of Fire" mit am Besten. Objektiv gesehen ist da der Sound sicherlich der hinterletzte Scheißdreck, aber das interessiert mich wiederum einen ebensolchen. Das schraddelt, sägt und holzt sich so derartig räudig und barbarisch durchs Gemüse, dass es für mich der Musik eine unglaubliche Wucht und MACHT verleiht. Würde ich nicht anders hören wollen!
 
Die Bonus-CD finde ich ja übrigens auch ganz formidabel. Allein schon "All Hallows Eve 2014" zwingt mich immer wieder in die Knie - diese Mischung aus Epik, verschrobener, romantischer Wehmut und fast schon folkiger Zerbrechlichkeit kriegt so keine andere Band hin...!

Die habe ich bisher noch gar nicht gehört, da permanent "The Blessed Curse" läuft.

(Und morgen wird die neue Uriah Heep Scheibe im Briefkasten liegen, könnte also noch etwas dauern.)
 
Ich mochte die letzten Alben allesamt nicht sonderlich gern und war sogar von den letzten Liveauftritten fast gelangweilt, aber das neue Album macht doch beim ersten Anhören gleich Spass. Endlich klngt die Band anhörbar, endlich zünden die Songs wieder schnell. Natürlich ist man von Götterspeisen der 80er ein paar Dezimeter entfernt, aber das habe ich auch nicht anders erwartet. Da fehlt eben auch der Zeitgeist.
 
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Aber ich nehme wirklich bewusst Abstand zu Leuten, die bei Tracks wie dem Titeltrack, ''Tomes of Clay'', ''Falling'' oder ''Luxiferia's Light'' keinen Wohlfühlständer bekommen.

Macht doch, was Ihr wollt. Diese Platte wird als meisterhaftes Spätwerk dieser begnadeten Band in die Historie eingehen. Da könnt Ihr strampeln, wie Ihr wollt. Wir, die Fans, wissen es besser. So, und jetzt wieder zurück an Eure Anlagen, CD einlegen und anhören. Unfassbar hier.

Beitrag des Tages!
:top:
 
Ich finde es dennoch gut, daß jeder Redakteur im Soundcheck geradeaus seine Meinung (in Punkten) wiedergibt und auch Manuel schreibt, wie er empfindet. Es beweist wie das Deaf Forever funktioniert und das sowas wie Vetternwirtschaft nicht stattfindet. Auch ein Oli Weinsheimer, Veranstalter des letzjährigen Manilla Road Festival, hat "nur" 7 Punkte gegeben....und wir chatten auch privat ziemlich viel. Sowas findet ihr aktuell wohl in keinem anderen "Überall-Erhältlich-Heft"!!! Das sollten die Kritiker der Kritik bitte als sehr positiv verbuchen:)
 
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Das war mit 15....in dem Jahr, als ich Manila Road via The Deluge kennenlernte:)
 
Jo, es ging mir jetzt auch weniger darum, den Kollegen ihre Meinung nicht zu gönnen. Fällt mir halt einfach schwer, sie nachzuvollziehen. Es ist aber schön, dass daraus keine Redaktionsfehde wird.
:)

Bei uns werdet ihr nächsten Monat im Soundcheck sein, und da werden sicher auch nicht alle Kollegen so begeistert sein wie der Kollege Einzelrezensent Fähnrich.
 
Es beweist wie das Deaf Forever funktioniert und das sowas wie Vetternwirtschaft nicht stattfindet.

Die beiden sind doch eh Schnuckels. Sogar manchmal kompetente Schnuckels. Da haben Götz und Wolf gute Arbeit geleistet, sich zwei so Leute zu angeln, denen nicht nur flüssiger Metal durch die Adern fliesst, sondern die auch flüssigen Metal pissen.

Ändert nichts daran, dass sie hier Quatsch verzapfen und nochmal nachsitzen müssen, Eure neue Scheibe anzuhören. Ich bin da auch nicht mehr lange geduldig und kann auch meine Madame informieren. Deren Dungeon ist im Moment eh verwaist. :)
 
Auch geballte Kompetenz beinhaltet einen persönlichen Geschmack. Eine Kunstform - hier Musik - mit Worten zu beschreiben, zu beurteilen und einzuordnen, ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Man ist doch immer "sobjektiv" (Kein Schreibfehler!!).
 
Nimm sie nur nicht zu sehr in Schutz. Die müssen hart rangenommen werden, sonst denken sie, sie könnten sich alles erlauben. Und das können sie natürlich nicht. :D

PS: in ein paar Stunden steht die neue SCORPIONS in den Läden. Dann geht es da los mit den heftigen Streitigkeiten hier im Forum und Ihr werdet abgelöst. :)
 
Die (oder eher wir) sollen uns doch alles erlauben:) Und meine drei Punkte für die neue Blind Guardian haben bestimmt nicht jedem geschmeckt:)
 
Die (oder eher wir) sollen uns doch alles erlauben:) Und meine drei Punkte für die neue Blind Guardian haben bestimmt nicht jedem geschmeckt:)

Du hast lediglich das Glück, dass Du von Nine gedeckt wirst. Da kannst Du Dich bei ihr bedanken. :acute:

Und ihre 7,5 für die Manilla Road ist für mich eine gefühlte 9,0 und beschämt Manuel und Michael. Es beweist einmal mehr, was die Frau für Geschmack besitzt. Ja, wir Leser registrieren aufmerksam, wie jemand wertet. :D
 
bezogen auf die neuen Scheiben nach der Reunion finde ich zum Beispiel den Sound der "Gates of Fire" mit am Besten. Objektiv gesehen ist da der Sound sicherlich der hinterletzte Scheißdreck, aber das interessiert mich wiederum einen ebensolchen. Das schraddelt, sägt und holzt sich so derartig räudig und barbarisch durchs Gemüse, dass es für mich der Musik eine unglaubliche Wucht und MACHT verleiht. Würde ich nicht anders hören wollen!
Hier bin ich ganz bei dir, ein wunderbares Beispiel, wie ein objektiv richtig schlechter Sound die Songs in keinerlei Weise negativ beeinträchtigt, ihnen im Gegenteil sogar noch ganz eigenständiges Charisma verleiht.
 
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