Fotos habe ich keine, aber ich denke der @altmetaller hat genügend geschossen. Insgesamt war es ein recht launiges Wochenende mit guten Bands, sehr feiner Anlage, fairen Preisen und entspannter Crew mit einem einzigen Nachteil für den niemand was kann: Es war saukalt, gerade für die Fußgänger, die im 2km benachbarten Niederaula (oder war es Niederjossa, egal) gepennt haben und nachts noch zurücklatschen mussten. Die geplante Burg Herzberg Besichtigung fiel damit für mich leider flach.
Freitag war natürlich für Thrash-Metal-Interessierte formidabel. Dark Zodiak waren jetzt nicht meins, taten aber auch nicht weh. Delirious, die ich nicht kannte, holten dann gleich mal ordentlich den Dampfhammer raus, insbesondere die „deathigen“ Parts pushten ihren Sound nach vorne. Abandoned, die sicherlich spieltechnisch herausragende Band des Abends, sind eben eher Thrash Metal fürs Gehirn, waren aber zwischen Delirious und Accüser genau richtig platziert. Feiner Auftritt und ich freue mich schon auf kommenden Monat in Oberursel.
Die Band, die mich während des Festivals am meisten mitgenommen hat, waren Accüser, war aber fast klar, wenn man eine Schwäche für Thrash Metal mit ordentlich Core-Einlagen hat. Gleichwohl haben sich die Burschen mit der Zeit richtig schön reingeprügelt und einen so auf eine Thrash-Sause mitgenommen, wie sie sein soll: Ohne viel Gelaber ordentlich auf die Zwölf, aber keinesfalls zu primitiv. Mann des Abends war eindeutig
@Reinhold, der vor der Bühne wirklich alles gegeben hat.
Samstag gabs dann neben einer ordentlichen Portion Schnee zum Frühstück ab und an recht obskure Bands. War aber nicht das Problem, hatte man so mehr Zeit zum schwätzen. Wie
@Irae schon schrieb waren die jungen Franzosen von Existance sicherlich die positive Überraschung. Soweit ich das beurteilen kann, überzeugten deren Songs vor allem kompositorisch, sowohl Gesang wie Tightness waren wirklich außergewöhnlich, das Stage Acting absolut professionell. Die Band muss mal auf Konserve begutachtet werden.
Visigoth legten dann gegenüber allen anderen Bands nochmals zwei Schippen drauf. Schon beim Opener "Dungeon Master" war klar, warum aktuell nahezu alle so von den Live-Qualitäten der Band schwärmen. Gefallen hat mir, dass die Songs deutlich härter und auch etwas schneller als auf den Scheiben gespielt wurden, das ließ das Ganze dann nochmal etwas dynamischer rüberkommen. Die Gesangsleitung von Sänger Jake war fast schon unheimlich perfekt, mit enormem Druck dahinter und bewegte sich auf der Ebene der ganz, ganz Großen. Gleichwohl war eben jene Sangesleistung die Angelegenheit, die einen schon nachdenklich machte. Im Swordbrothers Thread wurde schon ausführlich darüber diskutiert. Wenn diejenigen, die sich damit auskennen, sagen, es sei da nichts gefaked, dann kann ich das wohl bestätigen. Wenn man ganz nah vor der Bühne stand, dann hörte man ihn auch wirklich "abseits" der Anlage singen. Es ist nur zu hoffen und zu wünschen, dass der Gute, der ansonsten kaum mehr sprechen konnte, das dauerhaft mit seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen gut übersteht. Aber irgendwo leidet man fast schon mit.
Bei Shadow Keep war bei mir dann irgendwie die Luft raus. Die Band zockte zwar astrein, aber nahm mich gar nicht mehr mit, lag aber wohl eher an mir.
Insgesamt hätten der Veranstaltung an beiden Tagen vielleicht so 100 Besucher mehr gutgetan und es zeigte sich, dass die Locals jetzt nicht grade zum fanatischen Dauermoshpit neigen, muss ja aber auch nicht immer sein. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt nach „hessisch Sibirien“ zu fahren und wenn das Billing einigermaßen stimmig ist, komm ich nächstes Jahr wieder. Nur dann bitte 10 Grad wärmer.