Großraum Stuttgart Clubkonzerte + Konzertberichte

Habe gerade mal auf youtube in zwei Arkham Circle Songs reingehört. Sagenhaft schlechter, melodischer Death Metal. Oh, das wird was zum abfeiern. :D Yo, man sieht sich.

Oje Oje, so schlimm? Ich dachte an ein paar gemütliche Feierabend-Bier und etwas Beschallung. Naja notfalls bleibt das Biddy Earlies und Goldmarks ;)
 
Es war tatsächlich ein sehr netter Abend. Disstilator haben ordentlich Alarm gemacht, wenn sie auch (noch) ein wenig untight und rumpelig waren. Außerdem klangen die Songs bis auf zwei Ausnahmen recht identisch. Aber Spielfreude gehört belohnt und daher habe ich mal die neuere der beiden CDs verhaftet und höre es mir mal in Ruhe an.

Supersound bei Rebaelliun, tolles Songmaterial, extrem auf den Punkt gespielt und dazu gab's grummelige Mienen. Geiles Sperrfeuer. Passt!

Pestilence war sicherlich in Bezug auf Songmaterial (die ersten drei Alben sind eh Gott) und spielerischer Perfektion ein würdiger Headliner. Nur war mir der Sound zu höhenlastig. Negativ hinzu kommt, dass ich die Performance und die Interaktion für einen Headliner zu schwach fand. Ersteres lässt sich zurückführen auf die Minibühne. Überhaupt: Der kleine Club der Rofa ist einfach nicht ideal - auch wegen seiner blöden Säulen mitten im Raum. Dass aber das Konzert einfach Schlag 23 Uhr beendet war, das ist ganz schwach. Das war so ein bisschen Coitus interruptus. Wenn schon das Ende feststeht, dann doch bitte mit einer Ansage vor'm letzten Song.

Zudem sollte man dem Hr. Mameli mal sagen, dass eine Gitarre ohne Kopf irgendwie doof aussieht. Das hat was von auf dem Bett rumspringen und mit'm Tennisschläger oder Besenstiel rumposen. Spielerisch steht seine Leistung aber außer Frage. ;-)

Mein Favorit waren die Brasilianer mit ihrem spielerisch perfekten Brazilian Extreme Death Metal - so bezeichnen sie das Gebräu zumindest selbst.

Alles in allem war's für mich ein Abend der Güteklasse 2. Mit einer Zugabe hät's noch für eine 1- gelangt.
 
Zudem sollte man dem Hr. Mameli mal sagen, dass eine Gitarre ohne Kopf irgendwie doof aussieht.
Hehe, das Thema haben wir auch gehabt. Ist sicherlich Geschmackssache, aber ja ich mag die Dinger auch nicht. Dafür haben die beiden bärtigen Brasilianer sehr schicke Spielgeräte gehabt.
 
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Hehe, das Thema haben wir auch gehabt. Ist sicherlich Geschmackssache, aber ja ich mag die Dinger auch nicht. Dafür haben die beiden bärtigen Brasilianer sehr schicke Spielgeräte gehabt.

Der Bass müsste ein Dean Demonator 4 gewesen sein. Todschickes Instrument:
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Ja, es ist Sonntag und ja, wahrscheinlich sind auch einige gesundheitlich angeschlagen, dank der derzeitig grassierenden Influenza-Welle. Ich selber schätze mich als zu 60 Prozent genesen ein. So kommt das DR. LIVING DEAD!/COMANIAC/REZET-Konzert, heute im Keller Klub, wohl einen Tag zu früh, aber ich bringe es nicht über das Herz, so ein geiles Package sausen zu lassen.

Anstecken werde ich keinen mehr, Husten is over, Fieber auch, bin nur noch etwas wackelig auf den Beinen und werde mich so lange es geht, auf ebenjenen halten, bis ich mich irgendwann wie ein Faltrad zusammenklappe und in irgendeine Ecke hocke. Ich habe halt nur keine Böcke, dass die guten Herrschaften vor vielleicht 30 Nasen spielen und die Gefahr sehe ich durchaus. Von daher: wer mit gutem Willen beseelt ist, möge bitte erscheinen. Abendkasse wohl 20 Euro. Für das Paket geschenkt.
 
Hat noch irgend jemand so sehr masochistische Lust, wie ich, sich morgen Cradle und Moonspell im Longhorn anzutun? Das ist ja wie eine 90er-Jahre-Party, nur mit ausrangierten Bands. Reizen würde es mich.
 
Hat noch irgend jemand so sehr masochistische Lust, wie ich, sich morgen Cradle und Moonspell im Longhorn anzutun? Das ist ja wie eine 90er-Jahre-Party, nur mit ausrangierten Bands. Reizen würde es mich.

Also Moonspell sind defintiv gut drauf aktuell und Cradle haben wohl zumindest auch Bock. Ich würd drüber nachdenken, aber ich werd morgen definitiv nicht rechtzeitig da sein können und da Moonspell vermutlich zuerst spielen udnd er deutlich interessantere Teil wären, bin ich da leider raus.
 
CRADLE OF FILTH / MOONSPELL, Longhorn, 23.02.2018, Stuttgart

MOONSPELL, da war doch was. Ja, endlos lange Gesänge, auf dem Heimweg von der RoFa, weil der DJ immer die selben zwei Songs der Portugiesen spielte und man sie auch betrunken nicht aus dem Kopf bekam. Vor allem betrunken.

Zwanzig Jahre später ist die alte Magie erstaunlicherweise immer noch zu Teilen spürbar. Und die beiden RoFa-Tanzflächenfeger, ''Full Moon Magic'' und ''Alma Mater'', die haben sie natürlich auch gespielt. Dazu noch ''Opium''. Das Trio Schlampiale war komplett, die Zeitmaschine lief auf vollen Touren. Es war wie ''wünsch Dir was, Du Sau, heute wird es dir besorgt''.

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Der Sound war so laut und fett wie 'ne Klötenbehandlung bei einer Ballbusting-Session und so alles in allem verstehe ich die Äußerungen von manchem Forianer, dass die Portugiesen derzeit gut drauf seien. Sie haben Spaß gemacht. Eine positive Überraschung, die ich nicht so sehr erwartet hatte. Die signierte ''1755'' auf LP, für schlumpfige 40 Euro, die war allerdings das Gegenteil einer guten Überraschung, fand aber Abnehmer. Mit wem kann man es machen? Mit uns Metalheads kann man es machen. Das hat sich sogar bis nach Portugal rumgesprochen.

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Alles in allem empfand ich MOONSPELL nicht als Vorband. Das war das auftreten eines Headliners, mit der Routine von alten Hasen, die ihren fünften oder sechsten Frühling erleben und nicht tot zu kriegen sind. Gute Band, ausgelassene Stimmung. Sie haben nichts falsch gemacht, die Iberer.

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Die Folgen des Brexits wurden dann durch ein paar bleichgesichtige Insulaner offenbart. Die 50 Euro für einen eher unscheinbar wirkenden Kapu von CRADLE OF FILTH, Worlds Number One Wanna-Be-Black-Metal-Band, die sagen alles, was man über Dani und Co. wissen muss: sie sind eben Zicken.

Aber, das muss man zugeben, sie verstehen es, wie wohl kaum eine andere Band, aus wenig viel Drama und Theater zu fabrizieren. Spätestens als die Pyros bei ''Nymphetamine'' losgingen war klar, dass sie sich immer noch für ziemlich groß halten.

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Und groß genug sind sie wohl offensichtlich noch, denn geschätzte 800 zahlende Gäste fanden sich im Longhorn ein, um dem charismatischen Zappelwerg Dani beim energischen keifen zuzusehen. Das gehört sich aber auch so, denn bei aller Lästerei über die Filth-Crew, eine Show können sie bieten.

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Und auch ich konnte mich dann irgendwann nicht mehr dagegen wehren, das Gefühl zu haben, Zeuge einer Aufführung eines exzellent dargebotenen Schmierentheaters zu sein und sang mit. Sie bekommen einen dann eben doch, auch mit Operettengesang. 30 Euro kann man auch sinnloser ausgeben. Nach der dritten Zugabe bin ich dann jedoch gegangen. 75 Minuten CRADLE sind dann auch mal gut und reichen. Die Gewinner des Abends kamen meiner Meinung jedoch von einer Halbinsel.

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CANNIBAL CORPSE / BLACK DAHLIA MURDER / NO RETURN, 25.02.2018, Im Wizemann, Stuttgart


Leider habe ich NO RETURN sehr knapp verpasst, was sehr schade war, denn wie ich gehört habe, sollen sie ganz ordentlich gewesen sein. Bin immer noch traurig, schnüffz.

So kam ich denn leider pünktlich zu BLACK DAHLIA MURDER an und sie haben es souverän geschafft, meine niedrigen Erwartungen an sie zu unterbieten. Was macht eine Band, die nichts kann, im Vorprogramm von CANNIBAL CORPSE? Warum existieren sie überhaupt? Und welcher Taube gibt einer solchen Band einen Plattenvertrag? Wie schlecht ist es um meinen Masochismus bestellt, wenn ich panikartige Fluchtgefühle besitze und diese dann auch in die Tat umsetze? Wenn ich bei minus sechs Grad lieber draußen eine rauche und mich mit einem Typ im IN-FLAMES-Shirt über Melodic Death Metal unterhalte? So ist das Gefühl, wenn CANNIBAL CORPSE da sind, aber nicht spielen können, weil BLACK DAHLIA MURDER nicht von der verfickten Bühne gehen.

Irgendwann gingen sie dann aber doch und wurden vom peinlichen Stuttgarter Publikum auch noch mit Applaus verabschiedet, anstatt ausgebuht zu werden. Ich brauche eine andere Stadt.

Aber jeder schlechte Abend kann sich auch positiv entwickeln. Und dann kam es. Es kam, dieses wunderbare Gefühl, wenn Dir jemand volle Kanne in den Magen tritt und du einfach nur sabbernd ''ahhhhhh'' sagst. Wenn der Bass von Mr. Webster dir deine Eingeweide herauszupft. Wenn das Tier Mr. Fisher anfängt, dir die Liebeslieder von CORPSE ins Ohr zu brüllen, wenn sich endlich alles in dunkler, erbarmungsloser Gewalt entlädt und man einfach nur glücklich grinst.

Sponsored by Wella: Corpse.
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Etwas tüdelig ging es zur Sache, die erste halbe Stunde, als Corpse ihre Midtemposongs auspackten und eher ihr neueres Zeug spielten aber ich sage mal, selbst ein gemächlicher Song von Corpse ist für Leib und Seele einfach eine Wohltat. Ich habe den @Seppel noch nie so glücklich gesehen, wie bei Corpse. Der arme Kerl muss so viel leiden, bei uns spießigen Schwaben, die kaum mal eine gescheite Metalband nach Stuttgart bringen, da habe ich mich so für ihn gefreut, dass er das Elend hier für wenigstens 80 Minuten vergessen konnte. Ich habe ihm gegenüber schon so langsam ein richtig schlechtes Gewissen und mir gehen die Entschuldigungen und Ausreden aus, warum eine so große Stadt so wenig gute Konzerte auffährt.

Machen Ossis und Wessis glücklich: Corpse
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Irgendwann, so nach zwei Dritteln des Gigs, lagen wir, @Roland_Deschain, die reizende Freundin von ihm, @Seppel und ich uns fast in den Armen. Zumindest Tränen des Glücks standen uns in die Augen geschrieben. Es gab tatsächlich eine Ansage vom Corpsegrinder. Ans Publikum. Insgesamt eine von drei, maximal vier Ansagen. Ich hatte jedes Mal Gänsehaut.

Gekommen bin ich dann bei ''Hammer Smashed Face''. Ja, sie mussten ihn spielen. Das ist ihr verdammtes Schicksal. Vermutlich hängt er ihnen zum Hals raus. Diesen Fluch, diesen einen Song zu spielen, den das Publikum immer wieder hören will, auch nach 30 Jahren, den hat jedoch jede große Band am Hals. Corpse stecken das locker weg.

Reden nicht viel und müssen spielen, was das Publikum hören will: Corpse
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Fazit: vielleicht bin ich ja einfach nur ein unterwürfiges Groupie, aber Abende wie diese, bei denen eine Band die ganze Macht und Radikalität des gottverdammt göttlichen US Death Metal darbietet, die brauche ich. Und so wie ich ins Rund blickte und feststellen durfte: alle, ca. 450 Anwesenden ebenso. Corpse tun einfach nur gut. Sie sind technisch herausragend, aber gleichzeitig auch brutale Killer. Was die teilweise für anspruchsvolle Songs schreiben, sie aber so verpacken, dass selbst Death-Metal-Fans, die mit komplexem Material nichts anfangen können, sie einfach lieben, das IST Genialität. Diese Band ist abgefuckt und clever. Man muss sie lieben.

Shirts einen Zwanziger, Kapu vierzig Euro. Sind nicht so teuer wie andere, die guten Jungs. Merch wurde gekauft. Der Sound war gut bis sehr gut, alles in Ordnung. Jederzeit wieder.
 
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Während des Auftritts von The Black Dahlia Murder hat unsere schwarze Perle offensichtlich ne völlig andere Band gesehen. ;)
Ich fand den Auftritt super (kannte die Band vorher nur namentlich...). Die Jungs kamen einfach sehr sympathisch rüber, besonders der 80er-Computer-Nerd-Look des Sängers. :D
Und auch musikalisch war das doch sehr kurzweilig und kompetent. Also ich hatte Spaß. Großartige Einstimmung auf CC.
 
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