the_pit
Till Deaf Do Us Part
Sicherlich muss man auch zumindest beim späten Lovecraft zwischen der literarischen Figur H. P. und dem Mann H. P. fein säuberlich trennen. Ansonsten unterliegt man allzuleicht dem verführerisch naheliegenden Trugschluß, dass hier ein ewiggestriger Geist am Werk war. Er hätte auch nicht annähernd jenen Erfolg gehabt, den er auch postmortal noch genießt.??? Mich wundert es nur dass es offensichtlich Leute gibt die Lovecraft aus Gründen genießen, die nicht "Rassismus" sind. Natürlich wird der Weltfremde sonderling der sich die gute alte englische Zeit zurück wünscht und auch genau so anachronistsch schreibt zum Hassbolzen. Natürlich übersteigert er seine Angst vor allem und jedem in einem Mythos in dem das Universum an sich eine schreckliche angsterfüllende Entität ist. Der war nicht nur Rassist, das ist nur ein Teil. Der hat einfach alles gehasst außer sein verschrobenes Bild der Vergangenheit. Der Rassismus ist ein ganz natürlicher Teil davon und verleiht dem ganzen einen schönen realistischen touch : der Autor scheint durch das Werk hindurch und verifiziert "übernatürliche" Ängste mit seinen wirklichen Ängsten. Anders würde ich es mir gar nicht wünschen. Nur so fügt sich das Bild zusammen, im Kopf eines armen, verbitterten Würstchens zu leben und zu leiden, wenn man seine Geschichten liest.
ich hätt jetzt erwartet das da durch die Übersetzung zuviel Lovecraft verloren geht.
Nee, eigentlich nicht. Gerade seine überschäumenden Adjektive (Lieblingswort meinerseits: zyklopisch ... könnte mich immer wieder kringeln) sind treffend übersetzt. Eigentlich wirkt er in der deutschen Übersetzung erst so richtig.



