Anders, man soll keinem guten Album schlechte Noten geben, nur weil es einem nicht gefällt.

Das ist so wie wenn jemand in einem Test der Mercedes S Klasse eine schlechte Bewertung gibt, nur weil er BMW besser findet.
Nehmen wir mal an ich sollte Blues Pills bewerten und ich gebe 2 Punkte weil ich damit nix anfangen kann. Was meinst du was dann los wäre. Dann soll man lieber garkeine Wertung abgeben und statt der Summe der Punkte lieber einen Durchschnitt der vergebenen Wertungen machen.
Man muss ja auch erstmal wissen was für ein Geschmack die Redakteure so haben. Lieber garkeine Wertung als eine ungerechtfertigte schlechte.
Auch wenn ich als Betroffener - sprich : Punkteverteiler - eigentlich nichts mehr zu diesem endlosen Thema schreiben wollte, kann ich hier meine Flossen nicht still halten.
Während man bei einem KFZ durchaus objetive Unterscheidungen treffen kann, ist die bei Musik nicht möglich. Wann ist Musik "besser" als andere? Woran macht man das fest? An der Anzahl der Noten, die einzelne Musiker innerhalb eines vorher definierten Zeitraumes spielen? An der Häufigkeit der Taktwechsel? Am Stimmvolumen des Sängers? Wohl kaum.
Jeder misst die Qualität der Musik doch nach anderen Vorgaben: Nämlich nach seinen eigenen. Es geht schlicht und ergreifend darum, ob mich die Musik erreicht und ob sie bei mir im Optimalfall Emotionen auslöst. Ich maße mir dabei nicht an Klassik oder Jazz zu beurteilen, weil ich davon a-tens zu wenig Ahnung habe und b-tens mich diese Musik eben auch nur selten emotional berührt, weil sie eben zu weit entfernt von meinen Hörgewohnheiten agiert.
Höre ich jetzt aber Blind Guardian, dann höre ich Musik, die mir gefallen müsste und stelle jedes Mal aufs Neue fest, dass der Mann am Mikrofon nicht singen kann. Dies sehen Milionen von Würfel-Metal-Hörern anders, was aber nichst an meiner Meinung ändert. Denn, was ich vor ein paar Buchstaben noch wie eine allgemein gültige Ansicht habe erscheinen ließ, ist in Wirklichkeit doch nur mein subjektives Empfinden beim Anhören der Kürsch'schen Vortragsform. Daher bekommt eine Blind Guardian bei mir niemals eine hohe Benotung.
Ich höre jetzt seit etwas über 30 Jahren Stromgitarren-Musik und habe natürlich meine Vorlieben. So kann ich mit DM/BM oftmals weniger anfangen, bin aber dennoch in der Lage zu sagen, was mir auch in den Bereichen gefällt und was nicht., da ich mich grundsätzlich auch mit diesen Stilen beschäftigt habe.
Bim DEAF FOREVER finde ich es sehr gut, dass wir durch die recht ausführlichen Vorstellungen der einzelnen Redakteure von Beginn an, eine Ahnung bekommen, wem der einzelne Leser mehr und wem weniger "trauen" darf. das war beim alten RH auch so: Ich nahm den SC zur Hand und wusste: Gute Note vom Schäfer oder Trojan und ich musste reinhören. Das ist ja in den Jahren komplett abhanden gekommen, da die Fluktuation innerhalb der Redaktion unglablich hoch war und am Ende sehr viele Schreiberlinge dort aktiv waren (und es wohl auch noch sind), von denen ich gar nichts wusste. Die waren plötzlich da, schrieben über Platten oder Konzerte, die mich eigentlich interessierten, sagten mir mit ihren Rezensionen aber gar nichts. Da waar die Note im Endeffekt völlig überflüssig.
Eine "persönliche" Bindung zum Redakteur in Verbindung mit einer Note finde ich aber immer noch toll. Da bin ich altmodisch.