HERSIR - schwedischer Black Metal, nicht infantil, dafür mit Hass und Holo...

Trollthor

Deaf Dealer
Die schwedischen HERSIR kündigen nach drei (bislang wohl nur digital veröffentlichten) Demos ihren Langspiel-Einstand mit dem Album „Hateful Draugar From The Underground“ via DSR an, von dem nun der erste Song „Holocaust Winter“ veröffentlicht wurde. Im Promo-Schreiben heißt es dazu u.a.:

„Völlig frei von unnötigen Spielereien jeglicher Art, sind HERSIR nur Inhalt und keine Show. Zur Abwechslung fühlt sich alles - die gut geschriebenen Texte, die sich mit der nordischen Spiritualität der Schattenseite befassen, die Musik, die visuelle Präsentation - echt und ohne jede infantile Verstellung an.“

Ob die Texte gut geschrieben sind, kann dank des Lyric Videos jede:r rasch erkennen: https://youtu.be/PVvzAUeuvRo?si=IYPRC2dunKuoUwJ7

Dass es sich hier nicht um NS-Propaganda handelt, dürfte klar sein. Welchen Sinn es allerdings macht, über 30 Jahre nach dem Immortal-Klassiker achtlos mit dem Begriff „Holocaust“ zu hantieren und im Phrasengedresche des Songs auch noch die „sinister night of long knives“ einzustreuen, darf sich ein Mittvierziger wie (Grim) Vindkall wohl fragen lassen…? Vielleicht demnächst im DF…? Oder wäre das zu viel der Aufmerksamkeit für ein von SureShot promotetes Projekt, das musikalisch keine Berge versetzt und sich eine „nordische Spiritualität der Schattenseite“ zusammenfantasiert…?
 
Kenne die Band noch nicht, speziell der Hinweis auf Sureshot wirkt allerdings eher unnötig konfrontativ. So als gelte es Doppel-Standards aufzudecken, steht da aber natürlich nicht und ist nur meine Interpretation vor dem Hintergrund der Forumsgeschehnisse. Das Wort "Holocaust" müsste wirklich nicht sein, in einem neutralen BM-Kontext a la Immortal komme ich persönlich aber darauf klar.
 
und sich eine „nordische Spiritualität der Schattenseite“ zusammenfantasiert…?
"Trollthor" -- Sie müssten sich auch eine "Sonnenseite" oder was auch immer das Gegenteil von "Schattenseite" der nordischen Spiritualität ist zusammenfantasieren. Das alleine würde ich der Band nicht als negativ werten. Soweit ich weiß, sind sich die Leute dahinter durchaus der "esoterischen" und ahistorischen Aspekte ihrer Philosophie bewusst. Darin sind sie meines Erachtens irgendwelchen Asatru-Wikingern voraus, die sich in authentischer Religionsausübung wähnen.

Mir versaut es um ehrlich zu sein die Produktion. Insb. dieser auf mich extrem künstlich wirkende 0815-Drumsound den man bei so vielen zeitgenössischen Black Metal Veröffentlichungen hört. Ich werde nie verstehen, weshalb sich so viele alteingesessene (Black) Metal-Musiker für diesen Retortensound entscheiden. Warum versucht heutzutage z.B. niemand mal den Drumsound von Diabolical Fullmoon Mysticism nachzubauen. Das würde ich tatsächlich erfrischender finden, als bei so vielen Neuveröffentlichungen ständig diesen generischen künstlichen Drumsound zu hören, der irgendwie immer nach Drumcomputer klingt, obwohl man weiß, dass jemand hinter den Kesseln sitzt.
 
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