Hugin
Till Deaf Do Us Part
Es wird aktuell jede Serie komplett verrissen, in diesen Kanälen, die teils von echten Mobbern betrieben werden, teils auch bizarren KI-generierten Bullshit verzapfen (siehe Wednesday, wo aktuell 1000 Kanäle eine Blutfehde zwischen den Hauptdarstellerinnen wittern und kurz-vor-suizidale Depressionen)... ziemlich eklig, das alles.
Was "Rings of Power" angeht. Ich mag die Serie. Nicht nur wegen der Schauwerte und Production Values, sondern weil ich einen guten Teil der Figuren sehr gut gemacht finde. Die Kanon-Geschichten, über die wir ja in all diesen Worldbuilding-Epen bis zum Erbrechen diskutieren (Star Wars, Star Trek, Alien, Game of Thrones), finde ich bis zu einem gewissen Grad zumeist müßig. Die Kritiker sehen einen Verstoß gegen die Lore (weil Tolkien das 1953 in einem Brief an Jebbediah Miller anders geschrieben hat), und die Fans und Macher verteidigen es mit teils ebenso hanebüchenen Arks der Rechtfertigung. Ich frag mich dann immer, warum wir allzu biblisch an Aussagen oder Notizen von Tolkien hängen, die er noch nicht einmal selbst zu Lebzeiten so veröffentlicht hat. Er hat oft in Briefen auf Fragen Dinge geschieben wie: "Ich denke, das mit Tom Bombadil könnte so gewesen sein..." - Er hat sich auf vieles nicht festgelegt, und auch selbst oft die Vorgeschichte noch modifiziert, wenn ihm auffiel, dass etwas, das er 30 Jahre vorher aufgeschrieben hat, nimmer zu dem passt, was nun gerade geschrieben wurde. Bei Roddenberry war das doch nicht anders: Er konnte nie vorhersehen, wie unbekannt die Dimensionen sein würden, in welche die Enterprise und ihre Nachfolger noch vorstoßen würden...
Mir ist da immer ein wenig zu viel Hysterie dabei. Klar, darf man auf Widersprüche hinweisen, oder manches auch unschön gelöst finden. Ich finde es beispielsweise ärgerlich, dass der Fremde ausgerechnet Gandalf sein muss, und nicht einer der beiden blauen Zauberer. Ein Istar ist für mich okay, denn das lässt sich - im Gegensatz zu anderen hier genannten Ansichten - aus meiner Sicht durchaus mit der Lore in Einklang bringen. Dass es Gandalf ist, aber eben nicht. Schlimmer als das Lore-Thema ist in der Hinsicht aber für mich, dass die Chance vertan wird, einen neuen Istar zu etablieren, mit eigenem Charakter, eigenen Features, eigener Lore... die Tolkien uns nicht mehr erzählen konnte.
So oder so... mir gefällt die Serie sehr gut, und ich hoffe daher auch, dass sie ihre Geschichte wird zu Ende erzählen können.
Was "Rings of Power" angeht. Ich mag die Serie. Nicht nur wegen der Schauwerte und Production Values, sondern weil ich einen guten Teil der Figuren sehr gut gemacht finde. Die Kanon-Geschichten, über die wir ja in all diesen Worldbuilding-Epen bis zum Erbrechen diskutieren (Star Wars, Star Trek, Alien, Game of Thrones), finde ich bis zu einem gewissen Grad zumeist müßig. Die Kritiker sehen einen Verstoß gegen die Lore (weil Tolkien das 1953 in einem Brief an Jebbediah Miller anders geschrieben hat), und die Fans und Macher verteidigen es mit teils ebenso hanebüchenen Arks der Rechtfertigung. Ich frag mich dann immer, warum wir allzu biblisch an Aussagen oder Notizen von Tolkien hängen, die er noch nicht einmal selbst zu Lebzeiten so veröffentlicht hat. Er hat oft in Briefen auf Fragen Dinge geschieben wie: "Ich denke, das mit Tom Bombadil könnte so gewesen sein..." - Er hat sich auf vieles nicht festgelegt, und auch selbst oft die Vorgeschichte noch modifiziert, wenn ihm auffiel, dass etwas, das er 30 Jahre vorher aufgeschrieben hat, nimmer zu dem passt, was nun gerade geschrieben wurde. Bei Roddenberry war das doch nicht anders: Er konnte nie vorhersehen, wie unbekannt die Dimensionen sein würden, in welche die Enterprise und ihre Nachfolger noch vorstoßen würden...
Mir ist da immer ein wenig zu viel Hysterie dabei. Klar, darf man auf Widersprüche hinweisen, oder manches auch unschön gelöst finden. Ich finde es beispielsweise ärgerlich, dass der Fremde ausgerechnet Gandalf sein muss, und nicht einer der beiden blauen Zauberer. Ein Istar ist für mich okay, denn das lässt sich - im Gegensatz zu anderen hier genannten Ansichten - aus meiner Sicht durchaus mit der Lore in Einklang bringen. Dass es Gandalf ist, aber eben nicht. Schlimmer als das Lore-Thema ist in der Hinsicht aber für mich, dass die Chance vertan wird, einen neuen Istar zu etablieren, mit eigenem Charakter, eigenen Features, eigener Lore... die Tolkien uns nicht mehr erzählen konnte.
So oder so... mir gefällt die Serie sehr gut, und ich hoffe daher auch, dass sie ihre Geschichte wird zu Ende erzählen können.