Horror und Gore

Gestern zur Geisterstunde geschaut und für ziemlich gut befunden.
Mehrere, von einander unabhängige Personen, verirren sich auf den italienischen Landstraßen und landen in der Nebelsuppe in einem alten Landhaus direkt am angrenzenden Friedhof. Dort werden sie von einer hübschen Dame sehr freundlich aufgenommen, irgendwie zu freundlich.
Kannte ich noch gar nicht, schöner Gothic Horror der alles auftischt was uns so gut gefällt. Offene Gräber, unheimliche Kellergewölbe, angestaubte Möbel, Spinnweben und eine unheimliche Orgelmusik.
Im Netz hab ich gelesen „Scooby Doo for adults (on drugs)“. Ich glaub das passt so.

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Sieht herrlich aus, ist allerdings recht umständlich erzählt.
Da gab's damals allein schon im Rahmen exakt dieser Storyline wahrlich Besseres.
 
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"Leif Jonker's Darkness" (1993)

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Leif Jonker begann 1988 als 17-Jähriger Collegeschüler in Wichita mit den Dreharbeiten zu "Darkness", dem wohl blutigsten Vampirstreifen aller Zeiten. Ein paar Jahre und 5000 Dollar später war der Film tatsächlich fertig und sorgte zumindest im Splatter-Underground für ziemlich Furore.

Ebenfalls seit 25 Jahren nicht mehr gesehen, daher: Auf geht's!

Edit:
Holy Fuck!!!
Genauso hatte ich das in Erinnerung!
5000 Dollar reichen normalerweise nicht mal für den Abspann, hier kriegt man dafür einen ganzen Film zu sehen. Mit jeder Menge Blut, unzähligen explodierenden Köpfen, Blut, aufgerissenen Kehlen und noch viel mehr Blut. Mehr als jemals zuvor in der Geschichte des Vampirfilms!
Und mehr als danach! Und überhaupt!
Natürlich liebe ich weiterhin auch gerade Max Schrecks Darstellung der vampirischen Nachtgestalt, aber der ist halt nie so spektakulär explodiert.
Irre!

(10/10)
 
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Direkt danach läuft dann: "The Video Dead" (1987)

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Ein übernatürlicher Fernseher, der nur umherstolpernde Zombies zeigt, eröffnet diesen den Weg in eine typisch US-amerikanische Kleinstadt der 1980er Jahre...

Edit: Obwohl die Story originell ist und einige der Zombies aussehen, als habe Giannetto De Rossi sie zu seinen besten Zeiten erschaffen, leidet der Film an einem dramaturgischen Durchhänger im letzten Drittel und ein wenig an Blutarmut.
Dennoch ist das für Omnivoren durchaus goutierbar. (7/10)
 
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Gestern erster "Horrorabend" des neuen Jahres:

Cabal - Die Brut der Nacht (USA, 1990)

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Noch nie gesehen und eine meiner schlimmsten Bildungslücken. Es gab ja nie eine vernünftige deutsche Veröffentlichung und so habe ich zehn Jahre gewartet. Ob es sich gelohnt hat, weiß ich nicht so recht. Die Zitatwürdigkeit des Films ist mit den "Tribes of the Moon", der "Lunar Strain" und "Baphomet" für einen Metalhead natürlich hoch und dieser bizarre Endkampf auf dem Friedhof mit übereinander krabbelnden Polizisten, Rednecks, den Untoten und einem psychopathischen Killer hatte seine gehörige Portion Unterhaltungswert. Aber sonst? Es liegt nicht einmal am Nachgeborensein. Erstens bin ich das nicht, sondern stehe auf die Filme aus der Zeit, und zweitens hätte mir auch mit 15 eine echte Bedrohungs- und damit Spannungssituation gefehlt. Wo ist hier die Gefahr? Der Cronenberg? Na gut. Ich werde ihn bestimmt in ein paar Jahren nochmal aus dem schicken Metalcase ziehen und ein zweites Mal gucken. Und vielleicht ist die Erwartungshaltung dann etwas vernünftiger justiert. 7/10

Keine Ahnung welche Version du gesehen hast aber wollte nie ein Horrorfilm sein.
Die Gefahr ist der Mensch, nicht die Monster und das macht den Film realistischer als einem lieb sein kann.
Wer sind die wahren Monster?

Eine Dark-Fantasy Parabel mit Botschaft, tollen Masken und Hingabe an das Medium Film. Barker wie er leibt und lebt.
Gut, ich kenne den Film schon seit Erscheinen aber damals wie heute fasziniert er mich.
 
"Leif Jonker's Darkness" (1993)

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Leif Jonker begann 1988 als 17-Jähriger Collegeschüler in Wichita mit den Dreharbeiten zu "Darkness", dem wohl blutigsten Vampirstreifen aller Zeiten. Ein paar Jahre und 5000 Dollar später war der Film tatsächlich fertig und sorgte zumindest im Splatter-Underground für ziemlich Furore.

Ebenfalls seit 25 Jahren nicht mehr gesehen, daher: Auf geht's!

Edit:
Holy Fuck!!!
Genauso hatte ich das in Erinnerung!
5000 Dollar reichen normalerweise nicht mal für den Abspann, hier kriegt man dafür einen ganzen Film zu sehen. Mit jeder Menge Blut, unzähligen explodierenden Köpfen, Blut, aufgerissenen Kehlen und noch viel mehr Blut. Mehr als jemals zuvor in der Geschichte des Vampirfilms!
Und mehr als danach! Und überhaupt!
Natürlich liebe ich weiterhin auch gerade Max Schrecks Darstellung der vampirischen Nachtgestalt, aber der ist halt nie so spektakulär explodiert.
Irre!

(10/10)
Den habe ich auf VHS (gehabt ?) Ich weiss nicht, was bei meinen Eltern noch alles auf dem Dachboden liegt.
Ich müsste mal eine Expedition starten. Und vorher überprüfen, ob der Videorecorder noch funktioniert. Der steht seit mindestens 15 Jahren ungenutzt rum.
An den Film selber kann ich mich kaum erinnern, nur das er damals hoch gehandelt wurde und ein Muss für Splatterfreunde war.
Heute findet man fast alles im Netz, doch damals brauchte man einschlägige Videotheken oder Händler, um an Importe ranzukommen. Teils konnte man nur geraubte Kopien erwerben, aber was tat man nicht alles für frisches Blut? Mit einem Freund bin ich damals über 200km nach Frankfurt gefahren, um Braindead auf dem Fantasy Film Fest im Kino zu sehen. Später gab´s dann auch in Köln und in Essen Ableger, das war nicht mehr so weit weg.
 
Cabal - Die Brut der Nacht (USA, 1990) Habe ich damals im Kino gesehen, der kam mir irgendwie editiert vor, war kein "runder" Film o_O
 
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Den hätte ich nicht anschauen sollen.
Der hat mir echt nicht gut getan.
Selbst kleinere "Vorkommnisse" haben mich schon unwohl fühlen lassen, aber als man dann mit dem unausweichlichen konfrontiert wurde, hat mich das echt aus der Bahn geworfen.
Nicht jeder wird es so sehen, da sind manche einfach anders gebaut. Mir hingegen hat das Ende zweimal in die Fresse gehauen und ich bereue es, ihn angeschaut zu haben...
Den hab ich mir auch gerade angesehen und ja, war heftig, allerdings hat er für mich zu viele Logiklöcher, um wirklich zu funktionieren.

Es war doch schon sehr früh klar, dass man es hier mit Freaks zu tun hat. Das hat die Mutter auch erkannt und wollte nach Hause. Also im Morgengrauen abhauen… nur um dann wegen einem Plüschhasen umzukehren. Ja, der war der Tochter wichtig, trotzdem dreht man deswegen nicht um, wenn man vor Freaks flüchtet. Dann lässt man sich tatsächlich überreden zu bleiben, nur um am Nachmittag wieder festzustellen, dass das tatsächlich Freaks sind. Auch hier hätte die Familie problemlos die Fliege machen können. Als man dann nachts doch wieder versucht, abzuhauen, verlernt der Typ plötzlich das Autofahren. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum er mit nem Kombi in ein Feld fährt. Ja, sie wurden verfolgt, trotzdem war das eine schlechte Idee. Zu guter letzt hätte ich mir am Ende mehr Widerstand gewünscht. Wenn es ums nackte Überleben geht, mobilisiert man ganz andere Kräfte, als hier gezeigt wurde.
 
Den hab ich mir auch gerade angesehen und ja, war heftig, allerdings hat er für mich zu viele Logiklöcher, um wirklich zu funktionieren.

Es war doch schon sehr früh klar, dass man es hier mit Freaks zu tun hat. Das hat die Mutter auch erkannt und wollte nach Hause. Also im Morgengrauen abhauen… nur um dann wegen einem Plüschhasen umzukehren. Ja, der war der Tochter wichtig, trotzdem dreht man deswegen nicht um, wenn man vor Freaks flüchtet. Dann lässt man sich tatsächlich überreden zu bleiben, nur um am Nachmittag wieder festzustellen, dass das tatsächlich Freaks sind. Auch hier hätte die Familie problemlos die Fliege machen können. Als man dann nachts doch wieder versucht, abzuhauen, verlernt der Typ plötzlich das Autofahren. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum er mit nem Kombi in ein Feld fährt. Ja, sie wurden verfolgt, trotzdem war das eine schlechte Idee. Zu guter letzt hätte ich mir am Ende mehr Widerstand gewünscht. Wenn es ums nackte Überleben geht, mobilisiert man ganz andere Kräfte, als hier gezeigt wurde.
Natürlich ein Standpunkt!

Für mich ist die Message des Films, dass sich diese dänischen Normalos/Spießerleute eben nicht vorstellen können, was dann passiert. Weil ihre heile Welt es nicht zulässt. Weil sie bis zum Schluss nicht fassen können, dass so etwas möglich ist. Und so fügen sie sich ihrem Schicksal wie etwa die Opfer totalitärer Regime. Auch die wandern dem Anschein nach gefügsam, still und apathisch in die Gulags. Ihre Kinder an der Hand. Ohne in einer konzertierten Aktion davonzulaufen. Ich glaube, der Film spielt gekonnt mit einer Realität, die so weit außerhalb der für den Normalbürger sichtbaren Wirklichkeit liegt, dass wir uns als Zuschauer unweigerlich daran erinnert fühlen, dass die Sicherheit, die uns unsere Gartenzäune und Familienkombis vorgaukeln, keine ist und keine sein kann. Jedenfalls dann nicht, wenn man das Pech hat, dass das Schicksal zuschlägt. Will sagen, der Film zerstört mit der Welt der beiden Opfer des Films auch unsere heile Welt. Und sorry... ich fand's geil.
 
Natürlich ein Standpunkt!

Für mich ist die Message des Films, dass sich diese dänischen Normalos/Spießerleute eben nicht vorstellen können, was dann passiert. Weil ihre heile Welt es nicht zulässt. Weil sie bis zum Schluss nicht fassen können, dass so etwas möglich ist. Und so fügen sie sich ihrem Schicksal wie etwa die Opfer totalitärer Regime. Auch die wandern dem Anschein nach gefügsam, still und apathisch in die Gulags. Ihre Kinder an der Hand. Ohne in einer konzertierten Aktion davonzulaufen. Ich glaube, der Film spielt gekonnt mit einer Realität, die so weit außerhalb der für den Normalbürger sichtbaren Wirklichkeit liegt, dass wir uns als Zuschauer unweigerlich daran erinnert fühlen, dass die Sicherheit, die uns unsere Gartenzäune und Familienkombis vorgaukeln, keine ist und keine sein kann. Jedenfalls dann nicht, wenn man das Pech hat, dass das Schicksal zuschlägt. Will sagen, der Film zerstört mit der Welt der beiden Opfer des Films auch unsere heile Welt. Und sorry... ich fand's geil.
Wie blurrt ihr die Texte?
 
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