So, endlich mal ein bisschen Zeit gehabt, dass Festival ein bisschen sacken zu lassen.
Vorab: War schön und wie immer ein Erlebnis.
Die Neuausrichtung der Bühne vom See hin zur Anhöhe hat soundtechnisch einiges gebracht. War der Sound früher sehr unterschiedlich je nachdem wo man stand, war dieses Mal der Sound überall sehr gut. Trotz dessen, dass der komplette Platz jetzt durchgängig beschallt wurde, war das Lautstärkelevel überall sehr angenehm. Sogar vorne konnte man sich stellenweise noch unterhalten. Aber nicht nur die Lautstärke war für ein Festival wirklich angenehm, auch das Soundbild war fast ausnahmslos Spitzenklasse.
Der neue Aufbau hat allerdings auch den Nachteil, dass sich alles so ein bisschen schlechter verläuft aber einen Tod muss man sterben.
Wiederum gut an dem Aufbau war, dass man jederzeit im Schatten stehen konnte und fast nie die pralle Sonne abbekam. Gerade wenn mal eine Lieblingsband spielt, geht man ja nach vorne und da habe ich mir an den Jahren zuvor durchaus schon den Pelz verbrannt, weil die Sonne beim alten Aufbau, je nach Uhrzeit keine Gnade mit meiner Kellerkindbräune hatte.
Apropos Kellerkindbräune: Ich gehe wahrscheinlich jedem Helfer und Organisator damit voll auf den Keks aber während der neue Zeltplatz schön geräumig ist, so ist man natürlich maximal sonnenexponiert. Bei der Hitze dieses Mal war das schon stramm. Ich kenne die Hintergründe warum man das so macht und verstehe es auch aber ich sage es nochmals auch wenn man mich hier kreuzigt: Der alte Zeltplatz auf den zwei, drei Etagen fand ich viel besser, weil man da schön bequem im Schatten war und der Weg zum Festivalgelände kürzer war. Gerade wenn man nicht mehr so nüchtern ist, sind die kurzen Wege ein Segen.
Klar kann man auch für seinen eigenen Schatten sorgen und so aber dort oben war auch eine Gluthitze, wer auch immer die Idee hatte mit dem Trinkwasseranschluss an der Straße, war mein Retter: Ich hab mir unzählige Male die Klamotten nass gemacht um bei der Hitze nicht zu sterben und zum Sachen sauber machen war es auch cool (im wahrsten Sinne des Wortes).
Der Weg zum Zeltplatz oder zum Gelände hat auch was Schönes. Wirkt irgendwie entspannt wenn die Leute da in größeren Grüppchen hin und herpilgern. Metalwalfahrt oder so.
Der Eiswagen, der sich ab und zu an dem Zeltplatz gestellt hat, war übrigens ne sehr coole Sache, hab mir auch eines gegönnt. Vielleicht kann man da eine Kooperation anstreben.
Das mit den Duschen war okay, am Zeltplatz selbst wäre es von der Lauferei aber entspannter gewesen. Aber in dem Fall müsste man halt gucken ob man da von der Straße was abzapfen kann oder so halb autarke Dinger hinstellt, was auch seine Nachteile hat. War aber auch so machbar.
Die Kritik mit dem Merch-Bereich muss ich allerdings nochmals aufgreifen auch wenn es nervt. Die vergangenen Jahre habe ich es geliebt, die Bands nochmals zu treffen und mir das Merch von der Band unterschreiben zu lassen. Dieses mal war das irgendwie nicht drin. Ich persönlich kaufe eher kein Merch, wenn ich das günstiger direkt von den Bands bestellen kann. Es sei denn, ich kriege das noch unterschrieben und/oder kann noch ein paar Worte mit den Bands wechseln bzw. die noch um ein Foto belästigen. Ich gebe zu: Ich habe keine Ahnung wie man sowas rechtssicher macht. Ich hätte gesagt, dass man das vielleicht vom Iron-Fest so ein bisschen abkoppelt und den Bands sagt: Macht eueren Merch Kram alleine so wie ihr wollt, wir stellen euch das Zelt zur Verfügung aber wenn es ums Geld geht, ist das euer Bier. Keine Ahnung ob das geht, ansonsten halt eben 1-2 Personen abstellen, die nur das Bezahlsystem bedienen oder so, was dann halt nochmals was kostet.
Ich glaube bei der Garage in Saarbrücken war es so, dass das immer die Bands unter sich ausmachen mussten ob und wie sie das anstellen mit Bezahlung und sonst was.
Aber wie gesagt: Keine Ahnung wie man sowas rechtlich sauber abzieht und was es da für Vorgaben gibt.
Toiletten waren wie immer Tutti-Frutti, das läuft. Vom Essen und Trinken her war auch alles soweit okay. Nur wer Saumagen isst, ist halt ein Perverser. Ich nehme an, die Leute die sowas essen, lassen sich auch nachts von Damen in Gummimasken auspeitschen oder so. Zu den Essens- und Getränke-Preisen sag ich mal, sind die halt leider Standard. Gibt sicherlich teurere Festivals, das Iron-Fest bewegt sich insgesamt im Mittelfeld für Deutschland.
Bezüglich Early Bird Ticket und so, wäre es cool wenn man hier ein bisschen genauer drauf eingeht und vielleicht ein bisschen mehr zu sagt oder schreibt. Beim 2024er sollten die Early Birder irgendwas dafür bekommen, gab zumindest ne Tasche und Gummibärchen aber diesmal ging beides an mir total vorbei: Keine Ahnung ob es Early-Bird Tickets für 2026 gab und die wirklich sauhübschen Tickets vom 2025er hab ich auch nur bekommen weil mich unter anderem der
@Anton//Klausi darauf hingewiesen haben, die Print@home Tickets sehen halt echt unsexy aus. Die vom Iron-Fest selbst ausgegebenen Dinger sind aber echte Hingucker!
Bei der Auswahl der Bands muss ich sagen, ist dieses Mal die Bandbreite doch gewachsen. Habe mich gefreut die Jungs von Kryptos wieder zu sehen und mit Enforcer, Gama Bomb und Sacred Reich ging mir das Herz auf. Ich denke es war für jeden was dabei und das Gesamtkonzept geht mehr in die Breite. Die Jahre zuvor waren ja fast ausschließlich Oldschool-Metal vertreten und Thrash war das Heftigste was gespielt wurde, jetzt ist auch Black- und Deathmetal mit dabei. Das ist jetzt weder gut noch schlecht, weil einfach die Geschmäcker sehr unterschiedlich sind und das ist auch gut so. Auf dem Festival habe ich das sehr oft gemerkt, weil die Bands, die ich cool fand, fanden andere nicht so doll und umgekehrt. Aber das ist überall so. Finde dennoch, dass das Gesamtline-up so voll klar geht. Ich höre immer wieder, dass es sauteuer wäre, die Mädelsbands spielen zu lassen aber vielleicht ginge da doch noch was. Frauen sind krass unterrepräsentiert und ich feier halt auch die Bands wie 2023 auf dem Ironfest (Cobra Spell und Vulvarine), die ein bisschen mehr Frauenpower wagen. Wäre cool wenn es davon wieder die ein oder andere Band auf der Bühne gibt. Aber das ist halt ein generelles Problem im Metal. Sowas wie Nungara sollte vielleicht möglich sein.
Gleichzeitig finde ich es aber auch gut, dass Bands aus der Region willkommen sind. Warfield haben mich letztes Jahr krass überrascht. Gerade so Bands von der Größe sind unter Umständen noch Geheimtipps, haben aber Riesenpotential. So Kaiserslautern hat wohl noch ein paar richtig gute Bands am Start, die nicht die Welt kosten dürften und trotzdem recht gut reinpassen würden, wie vielleicht Appallic Decay oder halt auch Hammerking.
Insgesamt hat sich auch in der fünften Edition am Grundkonzept nicht viel geändert: Haufen geiler Bands in familiärer Atmosphäre. Habe auf dem Festival schon viele coole Leute kennengelernt und auch neue Musik für mich entdeckt.
Zum Schluss noch einen kleinen Appell an die lieben Leute: Springt bitte nicht in den See! Gibt wohl immer wieder Leute, die nicht vom Festival sind, die das machen aber das soll wohl gar nicht so ungefährlich sein und wenn dann was passiert, würde es mich maximal anpissen, wenn dann was auf das Iron-Fest zurückfällt.
Und nochmals, vielen Dank an die lieben Organisatoren und jeden der da war! Hat Spaß gemacht. Kann das Festival nur weiterempfehlen!