J.J. Cale - Anyway The Wind Blows

Dieses Thema im Forum "NO CLASS - Alternative & Indie" wurde erstellt von Krachturm, 7. März 2019.

  1. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    J.J. Cale (1938-2013)

    Im Jahr 2006 bin ich zufällig über einen Künstler gestolpert, von dem ich bis dato nichts gehört hatte. Wir hatten mal wieder einen lustigen WG-Abend und ich bin ziemlich breit in meine Bude. Beim Durchzappen blieb ich auf ARTE hängen. Dort lief „To Tulsa And Back“, ein Tourfilm über den amerikanischen Musiker J.J. Cale. Weites Prärieland, ein schwarzer Truck und ein alter Mann mit Gitarre. Auf sowas hatte ich grad Bock und das Gesehene machte nachhaltigen Eindruck. Obwohl ich irgendwann einschlief.
    Ein paar Monate später überfielen wir in Landshut einen Trödelladen mit großem Tonträgerbestand. Und tatsächlich fand und kaufte ich dort mein erstes J.J. Cale Album - Grasshopper. Und ich liebe es bis heute.
    Und wie das so ist, wenn man einmal anfängt...

    Auch wenn einem der Name selbst nichts sagt, Eric Claptons Welthit „Cocaine“ kennt jeder. Und eben jener Song wurde 1976 von J.J. Cale für sein "Troubadour"-Album geschrieben. ebenso wie „After Midnight“, dass aus dem jahr 1965 stammt und von Clapton 1970 in die Charts gebracht wurde. Die Tantiemen aus diesen Songs ermöglichten es dem Künstler, ein zurückgezogenes Leben abseits der Öffentlichkeit zu führen und in Ruhe seinen schrulligen musikalischen Stiefel durchzuziehen.
    Und der liegt im Wesentlichen irgendwo zwischen Singer / Songwriter, Blues, Rock, Americana und tangiert mitunter sogar Swing und Jazz. Das ganze immer schön basisch, manchmal auch rudimentär, und doch voller lebendiger Details. Sein ganz eigenes Gitarrenspiel hat Künstler wie Clapton und Mark Knopfler nachhaltig inspiriert.

    Nach vielen Jahren unter dem Radar der Öffentlichkeit (gilt auch für die vielen Alben) gab es späten Ruhm. Dafür verantwortlich war das mit Eric Clapton eingespielte „Road To Escondido“-Album aus dem Jahr 2006, welches in den USA recht erfolgreich war. Es kam auch zu einigen gemeinsamen Auftritten.

    Aus dieser Zeit stammt auch der eingangs erwähnte Tourfilm.

    Abseits dessen was wir unter Rockmusik verstehen ist J.J. Cale bei uns daheim der mit Abstand am meisten gehörte Künstler. Ein Leben ohne die nachstehend aufgeführten Songs kann ich mir nicht vorstellen.

    Hits! (Links zu YouTube)

    Call Me The Breeze
    Carry On
    Devil In Disguise
    Lies
    Santa Cruz
    Mama Don‘t...
    Downtown L.A.
    Drifters Wife
    Don‘t Wait
    Thirteen Days
    Don‘t Cry Sister
    Nobody But You
    Friday
    Cocaine
    Long Way Home
    Anyway The Wind Blows (mit Clapton)

    Pflichtstoff zum Einstieg und darüber hinaus:

    Anyway The Wind Blows - The Anthology (1997, 2- CD - Compilation mit 50 Songs)

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    Links:

    Ausführliche Biographie auf laut.de

    J.J. Cale bei Musiksammler

    J.J. Cale bei Discogs
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2021
    Rada, Thunderhead, IronUnion und 4 anderen gefällt das.
  2. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Zuletzt bearbeitet: 29. April 2019
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  3. IronUnion

    IronUnion Till Deaf Do Us Part

    J.J. Cale, ganz gross. Die hohe Kunst der Reduktion aufs nötigste.

    Dem verzeihe ich sogar, dass er einen Langweiler wie Mark Knopfler zum Musizieren inspiriert hat, aber man kann sich seine Follower ja nicht aussuchen.

    Lieblingsplatte: Okie (1974)

    Geheimtipp: das überraschend gut gelungene 2004er Spätwerk „To Tulsa And Back“

    Und sonst empfehlenswert: ausnahmslos alle Scheiben aus den 70ern sind toll, die 80er/90er wechseln zwischen mindestens ganz gut bis toll, einige Scheiben durch zeittypische Produktion etwas verhunzt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Mai 2019
    Rada, Krachturm und CandyHorizon gefällt das.
  4. Thenervetattoo

    Thenervetattoo Till Deaf Do Us Part

    Waaaahn. Höre mich gerade durch die Disco. Wieder so ein Künstler der mir Jahrzehntelang durch die Lappen gegangen ist.
     
    Rada und Krachturm gefällt das.
  5. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Viel Spaß beim Entdecken!

    :top:

    Hatte die Platten zuletzt auch wieder vermehrt auf dem Teller liegen.
     
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  6. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Die Tage mal wieder bissl Kram eingetan und u.a. die Grasshopper endlich auch mal auf Vinyl geholt.

    Das Material auf der #8 war mir auch fast vollständig vertraut, das meiste kannte ich von der Anthology-Compilation. Und doch sind mir bislang mit Losers und Teardrops In My Tequila zwei geile Dinger entgangen. Hier hab ich nicht nur mit der Musik einen guten Fang gemacht, denn die Platte läuft komplett ohne Knistern und sieht tadellos aus. NM würde ich sagen. Damit wären nun auch endlich mal die Studioalben komplett. Man will ja den Kindern auch mal was vermachen.

    Drifters Wife und Friday von den zwei Singles hier sind ja zwei meiner liebsten Songs des Meisters. City Girls ist nicht weit weg davon. Damals fand ich den irgendwie zu bräsig, aber inzwischen kriege ich davon richtig gute Laune.

    Was gäbe ich drum, dass eines Tages das ganz und gar großartige und nie auf einem Album veröffentlichte Santa Cruz :verehr:mal als Vinyl(-Single) erscheint.

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    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2021
    Eisenagnes und schlickrutscher gefällt das.
  7. Rada

    Rada Deaf Dealer

    Hier kann ich mich mehr oder weniger uneingeschränkt anschliessen, auch und vor allem, was Knopfler angeht. Die ersten fünf Alben plus die letzten beiden (To Tulsa and Back und Roll On) finde ich am stärksten, Lieblingsplatte schwankt zwischen Troubadour und 5. Die Alben dazwischen finde ich weniger zwingend, dazu das, was Du zum Sound sagst, vor allem in den späten 80ern und 90ern.

    Für mich ist JJ Cale zusammen mit Gary Moore und Jimi Hendrix der beste Rockgitarrist gewesen. Und das Leben, das er dank der Tantiemen führen konnte, ist für mich ein absoluter Traum. einfach vor sich hinwurschteln ohne Druck. Der Hammer!

    Die Stay Around muss ich mir endlich mal reinziehen. Bin gespannt, ob die Songs sich lohnen.

    Gar nicht gut fand ich The Breeze von Clapton and Friends. Völlig überproduziert und Clapton klingt praktisch 1:1 wie der Meister. Was ja schön und gut ist, aber wozu brauche ich die Platte dann. Einziger guter Song darauf Rock and Roll Records wegen Tom Petty imo.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2021 um 16:19 Uhr
  8. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Ja, die Clapton & Friends habe ich mir deswegen auch nicht geholt. Für mich ist es eher der Knaller „Call Me The Breeze“, der dort am besten funzt, aber das war’s auch schon. Und diesen Hammersong kriegste auch mit einer Armee an Studiomusikern und Produzenten nicht besser.

    Ansonsten sehe ich bzgl. des Sounds wie du eigentlich alles bis Album #8 als i.O. an.
    Die „Guitar Man“ von 1996 fällt diesbezüglich auf jeden Fall negativ auf, hat wiederum aber auch geilen Stoff zu bieten.

    So’ne richtige Lieblingsplatte habe ich gar nicht, wenn ich‘s recht bedenke.
    Mir läuft das irgendwie alles aalglatt unter die Vorhaut und so ziemlich jeder Output bietet großartigen Stoff. Manches offensichtlich, manches tiefer liegend. Aber die Hits sind natürlich in den ersten zehn, fünfzehn Jahren seines Schaffens angesiedelt.

    Werde heute Abend auch mal wieder paar Platten auflegen.

    Lohnt sich!
    Natürlich völlig frei von jeglichen Überraschungen, aber das ist eigentlich ein Pluspunkt.
    Hab mich da echt drüber gefreut, dass sechs Jahre nach seinem Tod noch sowas kommt. Zeug wie „Go Downtown“ ist wie gemacht für den Sohn meiner Mutter. Das swampige „Wish You Were Here“ könnte glatt 45 Jahre als sein. Vielleicht ist es das auch.

    Die Vinylaufmachung (+CD) ist auch schnieke, auch wenn die Möglichkeit, verschiedene Cale-Bildmotive aufs Cover zu zaubern, eher überflüssig ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2021 um 21:35 Uhr
    Rada gefällt das.
  9. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Vor einem halben Jahr erschien auch eine deutschsprachige Biographie des Meisters.

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    Muss ich mir auch mal noch holen.
     
    Rada gefällt das.
  10. Rada

    Rada Deaf Dealer

    Habe ich mir gestern angehört, finde das auch alles gut, aber werde von einem Kauf wohl absehen. Ich würde doch immer zu einem seiner richtigen Alben greifen. Ist ein ähnlicher Fall wie die Rewind. Die Platte habe ich einmal aufgelegt, als sie neu da war, seitdem aber nie wieder, obwohl das alles nicht verkehrt ist.

    Die Biographie hole ich mir unter Umständen. Vor allem die 80er fände ich interessant, also vor allem die Jahre, in denen er nichts veröffentlicht hat. Über die ist ja bisher nicht allzu viel bekannt, oder?
     
  11. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Ausser den oberflächlichen Standards, das er ein zurückgezogenes Leben, oft in seinem kleinen Wohnwagen in der Wüste, gelebt und eigentlich pausenlos Musik geschrieben hat, ist mir auch nix bekannt.
    Ich werd mir die Biografie zulegen und dann mal berichten.
     
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  12. Necrofiend

    Necrofiend Till Deaf Do Us Part

    Hmm, mal anhören. Könnte was für mich sein.
     
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