Na, ich habe sie nicht nur gerne, ich höre sie schon auch gerne. Wenn ich denn nach der Erkundungsphase nochmal dazu komme. Das ist irgendwie schwer zu beschreiben, was da wirklich das Delta ist. Mir fehlt es sicherlich nicht am Emotionalität im Bezug auf Musik, aber vielleicht ein bisschen an Impulsivität und an den Extremen in Sachen Begeisterung und Ablehnung. Es kommt seltenst vor, dass ich angesichts einer neuen Scheibe vor Begeisterung ausflippe, aber es kommt auch genauso selten oder eher noch seltener vor, dass ich ernsthaft enttäuscht oder gar abgestoßen bin. Mir fehlt weitgehend die große Erwartungshaltung an Bands und deren neue Alben, sondern ich freue mich in erster Linie, dass was Neues von einer Band kommt, die ich mag, und ich freue mich darauf, es kennenzulernen und für mich einzuordnen (also nicht nur ins Regal, sondern auch in meine persönliche Musiklandkarte), das ist für mich das größte Faszinosum an neuer Musik. Bekommen, kennenlernen, (für mich) analysieren und einordnen. Wenn sich dann doch irgendwann noch echte Begeisterung Bahn bricht, dann ist das der Bonus, aber das ist nicht die Erwartungshaltung, die ich habe. Die Erwartungshaltung ist vor allem "Spannung beim Kennenlernen" und das Hinzufügen weiterer Facetten zu einem Bild von einer Band. Das klingt ein wenig so, als wäre deine Aussage "unabhängig der Klasse oder des Gefalles einer Scheibe" richtig, aber für mich fühlt sich des doch a weng andersch an: Denn es ist ja tatsächlich nicht so, dass mir eine solche Scheibe nicht gefallen würde. Die gefällt mir schon, aber halt auf eine andere Art und Weise, als das vielleicht andere Menschen von Scheiben ihrer Lieblingsbands erwarten. Und "Klasse einer Scheibe" ist mir eh ein viel zu objektiver Begriff für meine sehr subjektive kleine Welt. Schwierig...