Käääse

Scheibenkäse ist mir meist zu trocken, da bevorzuge ich dann doch cremigere Sorten. Raclette ist auch klasse. Ein Tischgrill reicht doch vollkommen aus für drei Leute. An Harzer Käse sollte man nicht zu lange riechen, schmecken tut er mir aber gut. Schön würzig. Ansonsten kenne ich mich mit Käse aber auch nicht so aus. Der Analogschwabbeltoastkäse wurde jedoch mittlerweile von der Speisekarte verbannt.
 
So, jetzt komm ich mal dazu, etwas mehr zu schreiben. Also Käse. Ein weites Feld und immer noch zu wenig erforscht (von mir jedenfalls). Ich habe das Glück, dass es bei uns in der Stadt am Stadtmarkt einen ganz hervorragenden Käsehändler gibt, bei dem ich sehr gerne einkaufe. Ich bin ein großer Freund von Bergkäse. Comté habe ich ja schon genannt), aber auch ein alter Gruyère ist was Herrrliches. Feigensenf druff und ich bin glücklich. Weichkäse mag ich aber auch sehr, ein Pérail ist was Leckeres oder auch ein (nicht zu heftiger) Rohmilchcamembert. Blauschimmel ist mir meist zu krass, da bin ich Weichei.

Und das ultimative Käserezept meinerseits sind natürlich Kässpatzen. Das rangiert bei mir noch vor Ente und das will was heißen. Spätzle werden natürlich selber gemacht (500g Mehl, 6 Eier, Milch und Wasser gemischt bis ein relativ flüssiger Teig entsteht). Beim Käse wechsele ich je nachdem was rumliegt oft die Rezeptur, wenn gar nix da ist, tut´s auch die Kässpatzen-Mischung von Allmikäs oder Hof-Milch. Immer dazu kommt ein Romadur (zur Not ein Limburger). Dann eine Schicht Spätzle, eine Schicht Käse abwechselnd in die Auflaufform geben, Käse (selbstredend) reichlich, bis man die Spätzle nicht mehr sieht. Obendrauf dann noch etwas Romadur und Gruyère hobeln und bei 170° noch 20 Minuten in den Ofen. Zuvor natürlich reichlich Zwiebeln langsam braun anbraten. Kopfsalat dazu, fertig.
 
Heute gab es - mal wieder - ein leckeres Stück Munster:

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Diesmal zwar leider nur die Industrievariante, aber trotzdem mit das Beste, das man hier im Tante-Emma-Supermarkt ums Eck bekommen kann. Am besten bis kurz vor Ablaufdatum den Kühlschrank aromatisieren lassen (Warnung: Naturjoghurt im nicht hermetisch verschlossenen Becher nimmt den Geruch dankend an!) und einfach mit einem Butterbrot oder einer Brezel und eventuell ein paar Zwiebeln und ein bisschen Kümmel genießen. Ich muss aber gestehen, dass das erste Stück vor ein paar Jahren olfaktorisch übel war! Ein schönes Beispiel dafür, wie man seinen Geschmackssinn entwickeln kann.

Auch auf Flammkuchen esse ich den richtig gerne. Wobei es da auch als »quasi-Methadon« ein Limburger tut.
 
Schönes Thema. Einen echten Favoriten habe ich derzeit eigentlich nicht, also gibt's bei mir im Wechsel Weich- und Schnittkäse, wobei ich ersterem gerne auch mal schärfere Sachen mag - der von @Nystagmus genannte Munster ist ein schönes Beispiel, wobei mir Époisses wiederum schon zu drüber war. "Milder" Weichkäse ist aber natürlich auch nichts für mich und Limburger geht eigentlich immer. Wobei, zwei, drei Dinge fallen mir gerade doch ein: Bei Lidl gab's vor Jahren im Rahmen diverser Aktionswoche mal Flamengo (irgendwo von der iberischen Halbinsel), der dünn geschnitten war und quasi schon bei Zimmertemperatur auf dem Brot flüssig wurde. Und seit Ewigkeiten - sprich: Seit dem Brexit-Referendum - nicht mehr dort gesehen und deshalb nur noch in guter Erinnerung habe ich Wensleydale (mit Cranberries) und White Stilton (mit Aprikosen).
 
Heute gab es - mal wieder - ein leckeres Stück Munster:

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Diesmal zwar leider nur die Industrievariante, aber trotzdem mit das Beste, das man hier im Tante-Emma-Supermarkt ums Eck bekommen kann. Am besten bis kurz vor Ablaufdatum den Kühlschrank aromatisieren lassen (Warnung: Naturjoghurt im nicht hermetisch verschlossenen Becher nimmt den Geruch dankend an!) und einfach mit einem Butterbrot oder einer Brezel und eventuell ein paar Zwiebeln und ein bisschen Kümmel genießen. Ich muss aber gestehen, dass das erste Stück vor ein paar Jahren olfaktorisch übel war! Ein schönes Beispiel dafür, wie man seinen Geschmackssinn entwickeln kann.

Auch auf Flammkuchen esse ich den richtig gerne. Wobei es da auch als »quasi-Methadon« ein Limburger tut.
Du kannst auch mal versuchen, Käse bei Zimmertemperatur nachreifen zu lassen, wenn er noch jung ist (wovon ich bei einer "Industrievariante" ausgehe). Das mach(t)en in Frankreich durchaus viele Leute, ist heute aber glaub weniger verbreitet. Gefahr, Schimmel, Vergiftung, die KINDER!!!, wovor man halt so seine Ängste hat. Ein paar Mal habe ich das versucht und gerade bei etwas jüngerem Käse kann man es gut machen, solange man übermässige Hitze und direkte Sonneneinstrahlung vermeidet. Meine Grossmutter hatte selbst den allerfinstersten Todeskäse immer in der Durchreiche stehen, die je nach Saison mal nach Jauchegrube und mal nach Kläranlage roch.
 
Ich liebe Käse, aber er muss würzig und intensiv sein.
So ein beinahe schon flüssiger Epoisses, der den ganzen Raum beduftet - ein Traum!
Hartkäse muss auf der Zunge kitzeln, wie ein guter Appenzeller, oder ein alter Gouda.
Gerne auch Halloumi gegrillt, geräucherter Zopfkäse, Blau- Grün- Rotschimmel immer willkommen.
Natürlich auch Harzer, der schon am zerfliessen ist, und auch Romadur, angemacht mit "Musik" wie man hier sagt.

Eher nicht so meins sind Emmentaler, Cheddar, Landfrischkäse, Schmelzkäse ist ein no-go.
 
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Und auf Reisen oder Urlaub natürlich immer den lokalen Käse antesten, da sind oft echte Perlen dabei.
Ziegenkäse aus Lanzarote z.B., oder Kuhmilchkäse aus Sao Jorge (Azoren), wenn ich nur dran denke läuft mir das Wasser im Mund zusammen.
 
Deaf Forever Forum bildet: Heute früh stand ich im örtlichen E-Center an der wider Erwarten recht gut sortierten Käsetheke und überlegte was ich denn gerne hätte. Schlussendlich fiel meine Wahl auf je ein Stück Brie de Meaux und Époisses. Da fragt mich der ältere Herr neben mir ob letzterer »wohl sehr rezent sei«; vor einer Woche hätte ich damit noch nichts anfangen können, aber heute konnte ich ihm mitteilen, dass der Époisses wohl besser noch ein paar Tage reifen solle. :D Am Ende durfte die Verkäuferin zwei Mal dieselbe Bestellung verpacken...
 
Es geht nix über tolle würzige Käse mit eigenem Charakter, egal ob Kuh/Ziege/Schaf und egal aus welchem Land; ein paar köstliche Beispiele sind für mich:
- mittelalter oder uralter Mimolette, knalle orangener Kuhmilch-Hartkäse, aus Frankreich;
- (Blue) Stilton, der König der Kuhmilch-Blauschimmelkäse, aus England (gleich nach ihm kommt der französiche Roquefort);
- Manchego, Schafsmilch-Hartkäse, aus Spanien;
- Parmesan bzw. Parmigiano Reggiano, Kuhmilch-Hartkäse aus Italien (Grana Padano, dito, ist vergleichbar und genaus lecker);
- Petit Basque, recht cremiger Schafsmilch-"Hart"käse, aus den französischen Pyrenäen;
- der gute alte Tilsiter, ein ordentlich stinkiger Kuhlmich-Schnittkäse mit Rotschmierrinde, aus Deutschland (dem Namen nach ehem. aus Tilsit in Ostpreußen, heute Sowetsk (Kaliningrad));

Hach, jetzt brauch ich eine kleine Käseplatte ... :D
 
Endlich mal ein vernünftiger Thread :feierei: :top: :jubel:

Ich liebe Käse. Je kräftiger, desto lieber.

Mein Favorit ist zur Zeit Epoisses Bertaud, ein sehr kräftiger, weicher Rotschmierekäse, der mit Marc de Bourgogne affimiert wird.

Ansonsten mag ich gerne Scamorza (geräucherter Mozzarella), Gjetost (norwegischer Ziegenkäse aus karamelisierter Molke), gut gereiften Bergkäse (>>>12 Monate und mehr).

Der beste Käse, den ich je aß, war Chaux D'Abel aus dem Schweizer Kanton Jura (Le Breuleux)
 
Es geht nix über tolle würzige Käse mit eigenem Charakter, egal ob Kuh/Ziege/Schaf und egal aus welchem Land; ein paar köstliche Beispiele sind für mich:
- mittelalter oder uralter Mimolette, knalle orangener Kuhmilch-Hartkäse, aus Frankreich;
- (Blue) Stilton, der König der Kuhmilch-Blauschimmelkäse, aus England (gleich nach ihm kommt der französiche Roquefort);
- Manchego, Schafsmilch-Hartkäse, aus Spanien;
- Parmesan bzw. Parmigiano Reggiano, Kuhmilch-Hartkäse aus Italien (Grana Padano, dito, ist vergleichbar und genaus lecker);
- Petit Basque, recht cremiger Schafsmilch-"Hart"käse, aus den französischen Pyrenäen;
- der gute alte Tilsiter, ein ordentlich stinkiger Kuhlmich-Schnittkäse mit Rotschmierrinde, aus Deutschland (dem Namen nach ehem. aus Tilsit in Ostpreußen, heute Sowetsk (Kaliningrad));

Hach, jetzt brauch ich eine kleine Käseplatte ... :D
Zwei Dinge hierzu: Als ich irgendwann erfuhr, dass Mimolette ein Milbenkäse ist, war mir kurz etwas anders. Aber uff, die Viecher treiben ihr Unwesen nur auf der Rinde. Was mich zu der Frage bringt, ob hier schon mal jemand sardischen Casu marzu probiert hat. Aus hygienischer Sicht heutzutage wahrscheinlich unbedenklich, ekelt mich die Vorstellung dennoch. Ihn zu probieren, hätte für mich eher mit einer Mutprobe zu tun. Aber wer weiss, vielleicht ist der ja auch ganz fein.

Beim Tilsiter stutzte ich und wollte schon protestieren, aber es gibt anscheinend zwei verschiedene Käse, die so heissen. Bisher kenne ich nur die Schweizer Variante.

Erdbär, Chaux d'Abel muss ich mir merken, danke.
 
Was mich zu der Frage bringt, ob hier schon mal jemand sardischen Casu marzu probiert hat. Aus hygienischer Sicht heutzutage wahrscheinlich unbedenklich, ekelt mich die Vorstellung dennoch. Ihn zu probieren, hätte für mich eher mit einer Mutprobe zu tun. Aber wer weiss, vielleicht ist der ja auch ganz fein.
Meine Frau war als Jugendliche mit der Familie auf Sardinien und besuchte da ein Volksfest, wo dieser Käse verteilt wurde. Der wird dir auf nen Teller geklatscht und dann krabbeln nach und nach die Maden raus. Muss ein umwerfendes Aroma (im wahrsten Sinn des Wortes) haben und ist ja heute aus hygienischen Gründen offiziell verboten.
 
Du kannst auch mal versuchen, Käse bei Zimmertemperatur nachreifen zu lassen, wenn er noch jung ist (wovon ich bei einer "Industrievariante" ausgehe). Das mach(t)en in Frankreich durchaus viele Leute, ist heute aber glaub weniger verbreitet. Gefahr, Schimmel, Vergiftung, die KINDER!!!, wovor man halt so seine Ängste hat. Ein paar Mal habe ich das versucht und gerade bei etwas jüngerem Käse kann man es gut machen, solange man übermässige Hitze und direkte Sonneneinstrahlung vermeidet. Meine Grossmutter hatte selbst den allerfinstersten Todeskäse immer in der Durchreiche stehen, die je nach Saison mal nach Jauchegrube und mal nach Kläranlage roch.

Bisher hatte ich mich da noch nicht so wirklich heran getraut; aber dann musste ich daran denken, dass mein Patenonkel stets seinen Limburger Käse* oder auch Handkäs einfach in der Speisekammer stehen hatte**. Also gedacht, getan: Und ich habe dies seit gestern früh mit dem am Samstag gekauften Époisses ausprobiert. Heute Abend war der dann richtig gut, quasi wie auf deinem Foto weiter vorne im Thread. Ich denke, das werde ich für morgen nochmal mit dem Munster ausprobieren, der sein Unwesen noch aktuell in der Käsegarage treibt...

* Mit dem Limburger bekam ich auch fast jedes Mal vor der Nachhausefahrt von ~30km noch ein Brot für den Weg geschmiert. Das mochte bereits mein Vorschul-Ich. :D

** Bei dem gab es auch öfters »Sauermilch mit Pellkartoffeln«: Die Rohmilch vom Bauern stand dafür immer ein paar Tage in einem mit einem Geschirrtuch abgedeckten Topf auf der Treppe runter in den Gewölbekeller. Passt wahrscheinlich auch hier rein und fand ich bereits als Kind echt lecker! Ich glaube, das probiere ich bei nächster Gelegenheit mal aus...
 
Zuletzt bearbeitet:
Inspiriert durch diesen Thread gab es bei uns gestern statt einem warmen Abendessen ein Vesper, in dessen Zentrum ganz der Käse stand. Donnerstags kommt ein Käsewagen auf den Wochenmarkt, da haben wir zugeschlagen.

Zwei Hartkäse (einer mild, einer würzig), Ziegenkäse, Blauschimmel, zwei Weichkäse (einer mit Walnuss). Dazu gab es Birnen, Trauben, selbstgebackenes Walnussbrot, Rauchschinken, Entenbrust, Landjäger, Essiggurken, Maiskölbchen, Feigenmus und Federweißer. Das war feierlich, wir konnten gar nicht mehr aufhören.

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Inspiriert durch diesen Thread gab es bei uns gestern statt einem warmen Abendessen ein Vesper, in dessen Zentrum ganz der Käse stand. Donnerstags kommt ein Käsewagen auf den Wochenmarkt, da haben wir zugeschlagen.

Zwei Hartkäse (einer mild, einer würzig), Ziegenkäse, Blauschimmel, zwei Weichkäse (einer mit Walnuss). Dazu gab es Birnen, Trauben, selbstgebackenes Walnussbrot, Rauchschinken, Entenbrust, Landjäger, Essiggurken, Maiskölbchen, Feigenmus und Federweißer. Das war feierlich, wir konnten gar nicht mehr aufhören.

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Das Tragische an solchen Abendessen ist: Da ist noch ein Stück Brot übrig, da muss Käse drauf. Ah, noch Wein nachschenken. Hmmmm sehr guter Käse, aber der andere da, den muss ich auch noch mal, nur ein bisschen ... Oh, das Stück war etwas zu gross, hat's noch Brot? Ach ja, sehr fein auch, und dazu der Wein, hups, da ist er weg, schnell nachschenken. Dazu das letzte Stück Brot mit diesem Käse da zum Abschluss. Jetzt ist noch so viel Wein übrig, da nehme ich doch noch ein wenig, nur ein klein wenig ... Usw. Immer schön, dafür in der Nacht dann die Kombination aus Durst und ewiger Rennerei zum WC. Wie beim Nachhausewegsdöner nach feuchtfröhlichen Abenden mit Freunden! Man hat's nicht leicht.

Hattet Ihr regionale Sorten oder bekanntere Namen?
 
Hattet Ihr regionale Sorten oder bekanntere Namen?
Der Hartkäse war ein Vorarlberger, der Ziegekäse kam von der Schwäbischen Alb, der Rest lässt sich aus dem Kassenzettel nicht mehr vollständig rekonstruieren.
Ansonsten verhielt es sich genau wie du geschildert hattest - es schaukelte sich in mini Schritten voran, weit länger als man an nem Tellergericht gesessen wäre. Hatte was! Nur die zwei Monster wussten es nicht zu schätzen, weder kulinarisch noch hinsichtlich Entschleunigung.
 
Team Halloumi!

Damit kannste wackelige Stühle reparieren, Batterien abklemmen und die Spüle putzen!
Und fehlendes Salz ausgleichen.
WD40-Käse!
 
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