Trotz anfänglicher Skepsis, war bei den Vorab-Songs irgendwie nicht in Stimmung, und hab daher mal abgewartet, bestätigen Katatonia mit "Fall of Hearts" ihre Ausnahmestellung. Dieses Album hat sich richtig festgesetzt bei mir und diese schier erdrückende Emotionalität lässt mich immer wieder fix und fertig, aber auch begeistert und freudig zurück. Das war damals in den 90ern so, und ist heutzutage fast noch krasser, was eigentlich das grösste Kompliment ist, das ich der Band machen will, trotz komplett anderem Sound. Dieses wunderbare Miteinander aus den wunderschönen, teils todtraurigen Melodien, den auf den ersten Blick hoffnungslosen, auf den zweiten aber auch irgendwie trostspendenden lyrics gepaart mit Renkses einzigartigem Gesang, fesselt und beseelt mich immer wieder aufs Neue!
Zur neuen Scheibe, habe 2-3 Durchläufe gebraucht, die Platte verstehen und einordnen zu können. Vieles darauf, besonders die eher typischen Sachen wie "Serein", "Sanction", "Last Song Before the Fade" gingen mir sofort ins Ohr, und da die verhältnismässig eingängigen Refrains, Strophen immer wieder durch detailreiches Songwriting aufgebrochen werden, bin ich noch weit von einem Verleiden der Songs entfernt. Und dann sind da noch diese am Anfang leicht sperrigen und unterkühlt wirkende Songs, wie "Decima", "Residual" (!!), "Serac" oder "Pale Flag", die zwar charakteristische Katatonia Trademarks aufweisen, aber dennoch nicht nach Schema X funktionieren. Hier zeigen sich Katatonia von ihrer besten Seite, abwechslungsreich, clever im Arrangement, ideenreich, wunderbar einfühlsam. Speziell geil finde ich die beiden Balladen "Decima" und "Pale Flag", die ich wohl bei jeder anderen Band schrecklich finden würde, aber bei Katatonia ergibt das alles Sinn für mich. I take a bow!
Freu mich sehr darauf die neuen Songs bald livehaftig in Augen- und Ohrenschein zu nehmen und hoffe mal auf viele Songs von "Fall of Hearts", da die Songs auch dort wunderbar zur Entfaltung kommen sollten.