Kontact & Coltre - We Come In Peace Over Europe Tour 2025

Da hier noch keiner was geschrieben hat: Der Tourabschluss in Monheim am Samstag zog nochmal so ca. 45 Leute (gezählt während des Coltre-Gigs).

Coltre spielten etwas mehr als eine Stunde und boten eine hochgradig unterhaltsame Show. Schien man auf dem HoH noch etwas gehemmt, so hat man die Zeit seitdem sehr gut genutzt und sich locker gespielt. In der Form hätten Sie noch ewig weitermachen dürfen. Im Vergleich zu den sonstigen Setlists auf Setlist FM, wurde nach Lambs To The Slaughter mit Plague Doctor noch einer ihrer besten Songs zum besten gegeben. Außerplanmäßig, da man die Bühne schon verlassen, das obligatorische Foto vor den Fans schon geschossen und sogar teilweise die Instrumente ausgestöpselt hatte.

Während mir auf dem HoH noch Kontact besser gefielen als Coltre, so war die Reihenfolge an diesem Abend umgekehrt. Kürzere Spielzeit, Klagen über das Ende der Tour und dass man nun wieder arbeiten gehen müsse; irgendwie erschöpft wirkend – so mein Eindruck. Insgesamt unterhaltsam, aber diesmal nicht auf Augenhöhe mit den Studiodarbietungen. Das Sojus 7 ist übrigens ein feiner Laden und der Sound war bei beiden Bands absolut top!

Nachtrag: Hat jemand hier einen Abo-Zugang zur Rheinischen Post? Eine der größten regionalen Zeitungen berichtet tatsächlich von dem Konzert. Der Teaser ist schonmal vielversprechend:

Waren Sie schon einmal auf einem Metal-Konzert? Falls nicht, hatten Sie bis zum gestrigen Tag etwas gemeinsam mit meinem Kollegen Tobias Brücker. Er hat am Samstagabend im Sojus 7 in Monheim den Selbstversuch gewagt und sich die Bands Coltre und Kontact live angeschaut. Wie er den Abend als „Nicht-Metal-Head“ erlebt hat, lesen Sie hier.

 
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Da hier noch keiner was geschrieben hat: Der Tourabschluss in Monheim am Samstag zog nochmal so ca. 45 Leute (gezählt während des Coltre-Gigs).

Coltre spielten etwas mehr als eine Stunde und boten eine hochgradig unterhaltsame Show. Schien man auf dem HoH noch etwas gehemmt, so hat man die Zeit seitdem sehr gut genutzt und sich locker gespielt. In der Form hätten Sie noch ewig weitermachen dürfen. Im Vergleich zu den sonstigen Setlists auf Setlist FM, wurde nach Lambs To The Slaughter mit Plague Doctor noch einer ihrer besten Songs zum besten gegeben. Außerplanmäßig, da man die Bühne schon verlassen hatte, das obligatorische Foto vor den Fans schon geschossen hatte und sogar teilweise die Instrumente ausgestöpselt hatte.

Während mir auf dem HoH noch Kontact besser gefielen als Coltre, so war die Reihenfolge an diesem Abend umgekehrt. Kürzere Spielzeit, Klagen über das Ende der Tour und dass man nun wieder arbeiten gehen müsse; irgendwie erschöpft wirkend – so mein Eindruck. Insgesamt unterhaltsam, aber diesmal nicht auf Augenhöhe mit den Studiodarbietungen. Das Sojus 7 ist übrigens ein feiner Laden und der Sound war bei beiden Bands absolut top!

Nachtrag: Hat jemand hier einen Abo-Zugang zur Rheinischen Post. Eine der größten regionalen Zeitungen berichtet tatsächlich von dem Konzert. Der Teaser ist schonmal vielversprechend:



Meine Bibliothek in Berlin hat sogar die Rheinische Post:
Rheinische Post - Langenfeld vom 24.03.2025, Seite 23

Auftritte von Coltre und Kontact lassen das Sojus beben

von Tobias Brücker

Monheim Und plötzlich stehen auf der Bühne im Sojus 7 vier eher schmächtige Briten, deren Haare ihnen bis zur Brust und darüber hinaus reichen. Dann nuschelt Frontmann Marco Stamigna hastig auf Englisch ein paar wenige Grußworte ans Monheimer Publikum ins Mikrofon. Kurz darauf reißt unser Autor die Augen auf, und augenblicklich erschließt sich ihm die kostenlose Vergabe von Ohrenstöpseln im Foyer. Noch nie hatte er ein Metal-Konzert besucht, und die Musik vermehrt als unmelodischen Krach abgestempelt – eine Begegnung und ein Selbstversuch.

Von außen betrachtet sind die Metalheads – also die „Metallköpfe“ – ein verrücktes Volk. Mann und Frau schwingen gern die üppige Haarpracht zu kernigen E-Gitarren-Sounds umher, baden gerade während des Festivals in Wacken scheinbar nur zu gerne im Schlamm und verausgaben sich zuweilen mit Gleichgesinnten in wilden Moshpits. Dabei handelt es sich um große, zumeist kreisrunde Fläche, die von den Tanzenden während des Konzerts frei geräumt werden, und in die die Menschen zum geeigneten Zeitpunkt sowie aufgeheizt durch die Musik in völligem Chaos hineinspringen.

Vor dem Sojus 7 warten Sebastian Althoff und Laura Li Puma. Die beiden gehören zu den ehrenamtlichen Verantwortlichen des Konzertabends sowie der Gruppe „Iron Cult Demonheim“. Sie besteht mit Christoph Zacharowski und Tim Beyerlein aus vier Heavy-Metal-Fans, die mit viel Leidenschaft Veranstaltungen rund um ihre Lieblingsmusikrichtung organisieren. „Es ist schon ziemlich speziell“, gibt Althoff lächelnd zu.

Unseren Autor, sagt er, erwartet klassischer Heavy Metal wie er in den 1980er-Jahren aus Großbritannien aufs Festland kam. Die Engländer von Coltre verkörpern diesen Stil dank ihrer Londoner Heimat perfekt. Die kanadische Band Kontact und deren Musik sei dagegen kautzig und besonders.

Wenige Minuten später findet sich unser Autor auf einer tiefen Couch im Backstagebereich wieder. Neben ihm sitzt entspannt Kontact-Gitarrist Morh Morf Xela. So lautet sein Bühnen-Name – seinen echten verrät er nicht. So halten es auch seine Kollegen. Auch er hat lange Haare und einen dichten Schnäuzer unter der Nase. Daneben haben sich Sänger und Bassist Alien und Schlagzeuger Unknown dazugesellt. Die Gruppe kommt aus Calgary und befindet sich derzeit auf Europa-Tour, spielten Shows in nahezu allen Nachbarländern Deutschlands. Sie schwärmen von den Städten und ihren Auftritten. „Es ist unglaublich“, sagt Alien.

Was aber macht ihre Musik aus ihrer Sicht aus, und warum hat sie auf viele Menschen eine so große Anziehungskraft? Für Xela sind es die Songs und deren Melodien, oft aber auch das Gefühl, das sie vermittelt, sowie die Art, mit der ein Song etwa auf die Bühne gebracht wird. Unknown sagt: „Die Intensität ist größer als bei anderen Musikarten. Dadurch wird eine Gemeinschaft generiert, die sehr leidenschaftlich ist.“ Ihr eigener Stil sei quasi außerirdisch. Sie gehen über Grenzen, ohne dabei aber die Gravitation des Kerns Heavy Metal zu verlassen.

Zu dieser angesprochen leidenschaftlichen Gemeinschaft gehören auch Althoff und Li Puma. Den beiden wurde die Musik sozusagen mit in die Wiege gelegt. Schon als Kinder waren sie von den harten Gitarrenriffs und den schnellen Beats umgeben. Angefangen hat es mit Metallica oder Iron Maiden – dann entwickelten sich die Geschmäcker weiter in Richtung Underground. „In der Musik findet man alles, was man emotional braucht“, erläutert Althoff. Und Li Puma hat an diesem Abend sogar ihre Tochter Mara mit dabei. Die Zehnjährige trägt ein schwarzes T-Shirt einer Metal-Band.

Zurück in den recht kleinen Konzertraum: Dort wackeln tatsächlich und buchstäblich Wände und Boden. Der Auftritt von Coltre hatte ungeheure Wucht. Jeden Schlag von Drummer Edoardo Mariotti spürt man quasi am eigenen Körper. Die Hände von Bassist Max Schreck und den Gitarristen Daniel Sweed und Stamigna fliegen nur so über die Saiten. Die exorbitante Lautstärke hallt von den nackten Betonwänden wider. Echten Metalheads gefällt diese Umgebung natürlich außerordentlich gut. Sie recken die Fäuste in die Luft.

Unser Autor, so groß das Verständnis für diese Art der Power-Musik auch geworden sein mag, braucht dennoch nach wenigen Songs schon eine Pause.


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Coltre auf der Bühne im Sojus 7: Auftritt mit „ungeheurer Wucht“. Foto: Ralph Matzerath Matzerath, Ralph (rm-)

Tobias Brücker

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Das war natürlich eine sehr underground-ige Tour und es hat auch sehr viele Wochentagskonzerte gegeben, die dann spärlich besucht waren.
Die beiden Bands sind aber auf jeden Fall total happy mit der Tour, haben überall auch viel Merch verkaufen können und sind zufrieden nach Hause zurückgekehrt.
 
Das war natürlich eine sehr underground-ige Tour und es hat auch sehr viele Wochentagskonzerte gegeben, die dann spärlich besucht waren.
Die beiden Bands sind aber auf jeden Fall total happy mit der Tour, haben überall auch viel Merch verkaufen können und sind zufrieden nach Hause zurückgekehrt.

Superb! Hoffe beide kommen bald wieder. Total liebe Jungs und saugute Musiker!
 
Unbedingt!
Ich als Metallkopf will gern wieder bei exorbitanter Lautstärke meine üppige Haarpracht zu den kernigen E-Gitarren-Sounds der vier eher schmächtigen Briten umherschwingen und dabei die Fäuste in die Luft recken!
Haha, steht das so in dem Artikel? Weil von der Formulierung abgesehen ist das ist ja eigentlich alles richtig so, das will ich auch alles, minus Haare, plus Bier :)
 
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