Konzertlocations: Kuriositäten, Favoriten, Anekdoten

Dieses Thema im Forum "BEERDRINKERS & HELL RAISERS - Community" wurde erstellt von Der böse Och, 16. Mai 2022.

  1. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Ich war in letzter Zeit irgendwie ziemlich schreibfaul geworden im Forum, aber der Gedanke zu diesem Thread hier spukte mir jetzt schon seit einigen Tagen im Kopf herum.

    In den letzten Wochen ging ja zum Glück verstärkt der Konzertbetrieb los und man kam auch wieder in Konzertlocations, die man länger nicht gesehen hatte. Die Bands stehen bei Konzerten natürlich im Vordergrund, aber eine angenehme oder sogar besondere Konzertlocation kann einiges zu einem positiven Konzerterlebnis beitragen. Ich meine, schon von Fußballfans, die regelmäßig zu Auswärtsspielen fahren, gehört zu haben, dass es auch interessant ist, ein neues Stadion kennenzulernen. Nun, ich bin zwar kein Stadiongänger, aber hinsichtlich Konzertlocations ticke ich ganz ähnlich. Für mich ist das bei einem Konzert ein schöner Bonus, wenn ich eine neue Location kennenlerne.

    Hier soll es also um Konzertlocations gehen, die eurer Meinung nach ein wenig Aufmerksamkeit verdient hätten. Hier sind doch garantiert genügend User unterwegs, die nicht nur einmal im Jahr im Stadion ihre Lieblingsband anschauen, sondern schon die vielfältigsten Kaschemmen besucht haben. Der Input kann gerne sehr frei gestaltet werden, ich will im Folgenden nur ein paar Anregungen geben.


    1) Kuriositäten, d. h. Konzertlocations, die sich an einem ungewöhnlichen Ort befinden oder vor dem Konzertbetrieb etwas völlig anderes waren.

    Ein ganz typisches Beispiel für Konzertlocations, die vorher etwas anderes waren, sind ehemalige Schlachthöfe. Gibt es in ganz vielen Städten: Wiesbaden („Schlachthof“), Dresden („Alter Schlachthof“), das ganze Schlachthofgelände in Karlsruhe mit mehreren Unterabteilungen wie „Alte Hackerei“, „Fleischmarkthalle“, „Fettschmelze“ sowie dem vor gut zehn Jahren umgezogenen „Substage“ (das alte war in einer ehemaligen Unterführung unter einer Straßenkreuzung).

    Generell sind Konzertlocations gerne in Industrie- und Gewerbegebieten angesiedelt und oft auch ehemalige Lager- oder Fertigungshallen, was sich gelegentlich auch in der Namensgebung niederschlägt, z. B. „Alte Seilerei“ in Mannheim oder „La Laiterie“ (= die Molkerei) in Straßburg.

    Die „Röhre“ in Stuttgart war ein nie in Betrieb genommener Tunnelabschnitt und ist 2012 dann leider dem Bauprojekt Stuttgart 21 zum Opfer gefallen.

    „Alte Feuerwache“ in Mannheim – selbsterklärend.

    Das „A38“ in Budapest ist ein in der Donau vor Anker liegendes Schiff.

    Das „Khidi“ im georgischen Tiflis befindet sich in einem Brückenpfeiler.

    Im Landschaftspark Duisburg-Nord liegt ein stillgelegtes Hüttenwerk, worin sich diverse Auftrittsräume mit entsprechender Bezeichnung befinden: Kraftzentrale, Gebläsehalle, Gießhalle


    Das waren jetzt nur ein paar Beispiele, damit ihr wisst, worum es mir geht und um zu demonstrieren, wie vielfältig die Landschaft der Konzertlocations aussieht. Ich bin schon gespannt, welche Kuriositäten ihr hier, hoffentlich, ausgraben werdet.



    2) Lieblings-Konzertlocations oder bei Bedarf auch „Hass-Locations“. Oder allgemein die Frage: Was mögt ihr bei Locations bzw. welche Umstände stören euch regelmäßig?


    3) Anekdoten, die mit der besonderen Beschaffenheit einer Location zu tun haben, weil man sie beispielsweise erst einmal lange suchen musste oder ähnliches.



    4) Wenn ihr eine Stadt und ihre Konzertlandschaft besonders gut kennt: Vorstellung der für euch relevantesten Konzertlocations dieser Stadt (oder auch Region).



    Und jetzt ihr. Das war jetzt nur mein einleitender Post, konkreten Input werde ich auch noch liefern, aber wohl nicht mehr heute.

    Meine vier Stichpunkte waren wie gesagt nur Anregungen für mögliche Beiträge, falls euch weitere Aspekte einfallen, über die ihr gerne reden und diskutieren wollt, dann dürft ihr das natürlich gerne machen.
    Ich erwarte auch nicht, dass ihr euch zu allen vier Punkten äußert, pickt euch gerne was raus oder verfolgt eure eigenen Gedanken.
     
  2. Ram Battle

    Ram Battle Till Deaf Do Us Part

    1) Kultige Konzertlocations sind für mich meistens ältere Veranstaltungsstätten, an denen man eigentlich keine Konzerte vermuten wurde, aber oft gerne durch den alten, teilweise auch assi-mäßigen Charme wirklich geil sind:
    - Köpi 137, Berlin
    - Ballonfabrik, Augsburg
    - Ferienland, Crispendorf
    - Hausler Hof, Hallbergmoos (nicht alt oder assi, aber ungewöhnlich)
    - Kultur-Schloß, Theuern

    2) Lieblingslocations
    - Backstage, München
    - Hirsch, Nürnberg (war ich nur leider seit Ewigkeiten nicht mehr)
    - L.A., Cham
    - Kaminwerk (Memmingen) und All-Kart-Halle (Kaufbeuren), hier aber hauptsächlich wegen den wirklich netten Leuten im Allgäu

    Hasslocation:
    - Zenith, München....oft ultra-beschissener Sound, habe z.b. bei Helloween (Stuttgart) oder Mötley Crüe (Düsseldorf) schon mehrmals viele Kilometer Umweg in Kauf genommen um Lieblingsbands von mir in vernünftigem Rahmen sehen zu können, obwohl sie auch im Zenith mit kurzer Anreise gespielt hätten

    4) Locations bei mir in der Gegend die ich regelmäßig besuche
    - Airport, Regensburg
    - VAZ Pfarrheim, Burglengenfeld
    sind beide für mich absolut ok als Locations, nicht nur weil sie in der Nähe sind. Gibt nix hervorzuheben, was sie groß abheben würde von anderen Hallen, aber eigentlich auch keinerlei negativen Punkte die gegen einen Besuch sprechen.
     
  3. LaHaine

    LaHaine Till Deaf Do Us Part

    Zum Thema ungewöhnliche Orte für Konzerte sind mir sofort Friedhöfe eingefallen:
    In Berlin-Neukölln gibt es einen ab 1938 errichteten Friedhof für Kriegsgräber, mit einer wuchtigen Trauerhalle im typischen NS-Stil:
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    Dort fand vor ein paar Jahren ein Konzert der Gruppe 'No Future' statt, nihilistische Musik, Scherben, Blutvergießen, Notarzteinsatz. Irgendwie kam danach keine weitere Veranstaltung.

    Am anderen Ende der Stadt liegt der stillgelegte Urnenfriedhof Wedding, das älteste Krematorium der Stadt. Wurde hoch subventioniert und ganz hübsch umgebaut, dort finden Konzerte in der Kuppelhalle sowie unterirdisch in der ehemaligen Leichenhalle, die jetzt ein Konzertsaal für 1000 Zuschauer ist statt.
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  4. IronIsMyName

    IronIsMyName Deaf Dealer

    Ungewöhnlich gelegen ist in Hamburg-Harburg auf jeden Fall das "Stellwerk", welches sich buchstäblich mitten im Bahnhof befindet. Im Bereich eines sehr breiten Bahnsteiges befinden sich neben den Treppen zu den Bahnsteigen auch zwei Gebäude, in denen ein Kunstverein und eben der besagte Club untergebracht sind. Bei den Konzerten kommen auch die abendlichen Fahrgäste unweigerlich in den akustischen Genuss der Darbietungen.
    Die Anbindung an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr kann also nicht getoppt werden. Der Charme der Location hält sich innen aber meiner Ansicht nach durchaus in Grenzen, obwohl noch ein paar alte Utensilien des alten Bahn-Stellwerks zu sehen sind.
     
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  5. Necrofiend

    Necrofiend Till Deaf Do Us Part

    Und der Einbtrittsstempel verschafft einen auch Zugang zu den Bahnhofstoiletten. Weil andere gibt es nicht.

    Aber schon guter Laden (oder eher gut=kauzig oder so), wo aber anscheinend wenig für mich Relevantes spielt (oder ich kriege es halt nicht mit, habe den Laden eigentlich garnicht auf dem Schirm).
     
  6. Dr. Zoid

    Dr. Zoid Till Deaf Do Us Part

    Vermutlich völlig am Thema vorbei: Aber was auf meiner bucket list diesbezüglich ganz weit oben steht, ist auf jeden Fall eine persönliche Begutachtung der Gaststätte Zille in Göppingen. Dummerweise ist diese Location rund 500 km von meinem Wohnort entfernt. Ich sehne jedenfalls der Gelegenheit entgegen, einen Besuch dieses verheißungsvollen Ortes irgendwann einmal mir gegenüber rechtfertigen zu können. Dies natürlich in erster Linie um herauszufinden, ob das mit "Bier, Wein und Schnaps erschwinglich" nicht irgendein mieser Marketing-Trick von @Karacho Schorsch ist...!
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2022
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  7. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Ich habe bisher noch keinen Masterplan, was ich hier alles posten werde, aber ich denke, ich werde in nächster Zeit häppchenweise einige Locations vorstellen, die ich erwähnenswert finde bzw. einfach mag. Kommentare allgemeinerer Natur oder etwaige Anekdoten kann ich da vielleicht teilweise spontan einflechten, mal sehen.

    Durch das häppchenweise Vorgehen werde ich wohl auch Bilder einfügen, allerdings bin ich darauf angewiesen, was ich im Netz an Bildmaterial finde.



    Ich beginne mit der Oetinger Villa in Darmstadt. Liegt leider eher im äußeren Bereich meines üblichen Konzertreviers, aber im Laufe der Zeit war ich doch schon einige Male dort.

    Eine sehr schöne Location: Schicke Villa meets Autonomes Zentrum. Gelegen in einem Park.


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    Innen ist der Eingangsbereich sehr großzügig gestaltet, am auffälligsten ist der große Kaminsaal.


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    Bei normalen Konzerten hat er in der Regel keine Funktion, ist aber immerhin zugänglich. Bei größeren Sachen wie Mini-Festivals (im letzten Jahrzehnt fand hier z. B. ein paar Mal das sehr gute „Angeschimmelt Youth Crew Festival“ statt) ist es Merch- und Essensbereich.
    Auftrittsraum (schätzungsweise ca. 400er-Kapazität) und Klos sind allerdings eher weniger villenhaft.
     
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  8. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Dann richte ich meinen Blick mal auf Stuttgart, die Stadt, in der ich wohl am zweithäufigsten bei Konzerten bin.

    Aus der Kategorie Lost Locations gab es dort Die Röhre, einen Tunnelabschnitt, der aufgrund geologischer Komplikationen nie fertiggestellt wurde und daher von 1985 bis 2012 als Musikclub diente. Grund für die Schließung war dann das Bauprojekt „Stuttgart 21“ (geologische Komplikationen gibt es auch dort – vielleicht wird aus dem Stuttgarter Hbf ja auch irgendwann ein großer Musikclub…)

    Die Röhre war zweifellos eine ungewöhnliche Konzertlocation, in der schon viele Bands gastierten und die im Laufe der Jahre überregionale Bekanntheit erlangte. Praktisch war auch die relative Nähe zum Hauptbahnhof, wohin man als Teenager schon einige Male einen Sprint hinlegen musste.

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    Jugendzentren sind ein sehr typischer Schauplatz für Underground-Konzerte und das JuHa West ist ein besonders guter Vertreter seiner Art, finde ich.

    Eine Sache, die ich bei Konzerten immer wieder als störend empfinde: Wenn sich die Bühne in einer Art Durchgangszimmer befindet, d.h. im unmittelbaren Einzugsbereich sind auch Theke und Klos, was dann dazu führt, dass sich während des Konzerts dauernd Leute in allen möglichen Richtungen an einem vorbeidrücken. So etwas nervt dann schnell, wenn man sich eigentlich auf die Musik konzentrieren möchte.
    Und das JuHa West bietet hier vorbildliche Trennkost bzw. genügend Raum. Direkt hinter dem Eingang ein Foyer mit Merchbereich, einen separaten Raum mit Barbereich und eben, besonders wichtig, einen eigenen Raum mit Bühne (Kapazität geschätzt ca. 300).
    Außerdem gibt es vor dem JuHa auch ein Areal mit Bäumen und Bänken, so dass es sich in den Umbaupausen auch vortrefflich draußen abhängen lässt.

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    In der Stuttgarter Umgebung mag ich z. B. noch das Komma in Esslingen. Einfach ebenfalls eine angenehme Konzertlocation in einem hübschen Städtchen. Dort sind zwar nur gelegentlich Konzerte, aber schon immer wieder Leckerbissen.

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  9. Lollo84de

    Lollo84de Till Deaf Do Us Part

    Da möcht ich mich kurz beteiligen und drei Locations hier einwerfen. Bin allerdings auf der Arbeit und habe nicht viel Zeit...

    - Beim Prophecy Fest durfte ich die Höhle in Balve kennen und schätzen lernen. Eine einzigartige Location, meiner Meinung nach.

    - Die historische Stadthalle in Wuppertal. Ich habe dort vor drei Wochen Versengold gesehen und fand das alte Teil echt charmant.

    - Auf meiner To-Do Liste steht noch der Junkyard in Dortmund. Immer mal wieder interessante Events aber bis dato haben wir noch nicht zueinamder gefunden

    Zum Thema mieser Sound fällt mir sofort die olle Röhre in der Matrix in Bochum ein. Ich glaub da hat bis dato kein Soundtechniker was anständiges rausholen können, selbst die hauseigenen nicht
     
  10. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Ich bleibe im Schwabenland und gehe nach Ulm. Dort war ich zwar erst zweimal bei einem Konzert, aber unter Umständen habe ich die beste Ulmer Konzertlocation ja trotzdem schon kennengelernt.
    Das CAT ist Teil einer ehemaligen Befestigungsanlage und will beim ersten Besuch erst einmal gefunden werden, denn es liegt in einer Senke komplett unterhalb des Straßenniveaus und ist daher von dort aus nicht zu sehen. Bin zunächst sicher auch zweimal daran vorbeigelaufen, Passanten kannten den Namen nicht, da half dann nur ein beherzter Gang ins „Unterholz“, denn „es muss da ja irgendwo sein“ – war es auch.

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    Innen ein wirklich schöner Gewölbekeller. Einziges Manko: der Bühnenraum ist mittendrin und somit das Paradebeispiel für ein Durchgangszimmer. In den gesamten Gewölbekeller passen sicher mehrere hundert Leute, in den eher kleinen Bühnenraum allerdings nur ein Teil davon, vielleicht 150-200.

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    Ich war beide Male mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort. Das erste Mal mit dem Zug, da musste ich sofort nach Konzertende direkt losrennen – in Leichtathletik-Kategorien war das zum Bahnhof eine solide Mittelstrecke. Konditionelle Probleme hatte ich damals keine, auch die leichte Angetrunkenheit war kein Ding, aber eine hervorstehende Bodenplatte auf dem Gehsteig brachte mich aus vollem Lauf zu Fall und resultierte in einigen kleineren Blessuren, einer kaputten Armbanduhr (gerade erst neu gekauft) und zerrissenen Hosen. Immerhin den Zug habe ich noch erreicht.

    Beim zweiten Besuch dann die umgekehrte Problematik: zuviel Zeit. Auch nach Erreichen der weit außerhalb gelegenen Fernbus-Haltestelle blieb dort noch einige Zeit übrig zum Frieren…

    Waren aber trotzdem zwei schöne Konzertabende.
     
  11. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Frankfurt befindet sich im äußeren Bereich meines üblichen Konzerteinzugbereichs, aber auch hier war ich im Laufe der Jahre schon einige Male auf Konzerten. Allerdings will ich hier meinen Blick ausgerechnet auf eine Location richten, in der ich leider noch nicht war: das Klapperfeld.
    Das Klapperfeld (benannt nach der Adresse Klapperfeldstraße 5) ist ein ehemaliges Gefängnis und seit gut zehn Jahren befindet sich dort ein Autonomes Zentrum, in dem Verschiedenes veranstaltet wird, auch Konzerte. Wer Genaueres wissen will, kann noch hier schauen: https://www.faitesvotrejeu.org/
    Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder mal etwas von Konzerten dort mitbekommen, fand die Location schon immer interessant und hatte dort vor einiger Zeit auch schon ganz konkret einen Konzertbesuch geplant, den ich dann kurzfristig doch nicht wahrnehmen konnte.

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    Von innen:

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    Würde mich natürlich interessieren, wie/wo dort die Bands auftreten – in einer Zelle vermutlich nicht… Falls jemand hier mitliest und eigene Konzerteindrücke beisteuern kann und mag, dann würde mich das freuen.

    Auf der oben genannten Seite steht erfreulicherweise „Programm läuft wieder an“, vielleicht klappt es für mich also doch noch irgendwann mit einem Besuch dort…
     
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  12. His Masters Voice

    His Masters Voice Dawn Of The Deaf

    Ich kann dir hier etwas Erleuchtung bringen, da wir 2018 oder so dort mit VERHEERER auftreten sollten. Aufgrund ganz grausiger Orga und einiger anderer szenetypischer Ausfallerscheinungen fand der Gig dann nicht statt, aber wir waren immerhin da und drin und haben den Abend dort verbracht. Die Konzerte finden im Untergeschoss statt, wo es einen halbwegs offenen Bereich gibt, in dem sich eine kleine Bar sowie eine sehr kleine ebenerdige Bühne befinden. Passen vielleicht 50-60 Leute rein.
    Wir haben uns aber gern am Nachmittag das ganze Gefängnis angeschaut, welches auch einige erklärende Infos zur Historie bietet.

    Spannend war auf derselben Tour einige Tage später dann Metz. Angefangen beim 4-Sterne-Hotel, welches der Booker für uns kleine Krachmacher geregelt hat, über das wirklich sehr französische, extrem geile Catering bis hin zur Location: Das Kellergewölbe eines Klosters. Ich weiss leider nicht mehr genau, wie die Location hieß, aber das war definitiv ein Highlight. Ach und nicht zu vergessen, die ganz arg alkoholgeschwängerte Aftershow-Tour durch Metz, die dazu führte, dass wir vom geilen Hotel und dem vermutlich besten Frühstück der ganzen Tour (okay, die Konkurrenz war nicht sehr stark) wenig bis gar nichts mitbekommen haben. Aber immerhin haben mir aufmerksame Mitmusiker ein Ei für den Katerschädel mitgebracht ;)

    EDIT: Es war das "Les trinitaire"
    https://www.google.com/maps/place/L...3fccd2375d1b8c95!8m2!3d49.1213119!4d6.1794588
     
  13. Foxen

    Foxen Deaf Dealer

    Muss mal loswerden, dass ich die Threadidee, sowie die bisherigen Beiträge höchst interessant und spannend finde!:top:
    Und ich meine auch, dass das Konzerterlebnis ziemlich durch die Location beeinflusst wird. Mit Fußballvergleichen kann ich ja nix anfangen... aber ich denke bei „unnützen“ Räumlichkeiten, immer an die ägyptische Kunstsammlung in klassizistisch barocken Zimmern.. wirkte einfach doof und war unangenehm für meine Augen. Viel besser wenn sich Kunst und Ort ergänzen. Bei Konzerten bin ich tatsächlich auch „empfindlich“, wenn es um den Zuschnitt des Saals geht. Letztens erst in München festgestellt, dass Hansa 39 irgendwie angenehmer ist als die Kranhalle auf der anderen Seite des Gebäudes. XD

    In so richtig ausgefallenen Locations war ich bisher nicht. Aber ich stelle mal was aus Ingolstadt vor:
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    Dort gibt es das KAP94, das sich ganz idyllisch von einem Park und Wassergraben (Künettegraben) umgeben in einer alten Festungsanlage der Stadt befindet. Der Ort ist an sich ist irgendwie cool - auch tagsüber eine sehr schöne Gegend. Nur bisher habe ich in dem winzigen Gewölbe nicht wirklich was besonders Sehens- oder Hörenswertes erlebt. Oft war ich zugegeben, aber auch noch nicht dort, weil mich die Veranstaltungen nicht so wirklich gereizt haben.. zuletzt ne „Metalnight“ mit ein paar regionalen Bands, und dann war, wie überall, ja lange Pause. Aber ich wollte das Programm zumindest mal im Auge behalten.

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    Gerade bei diesem Bild wünscht man sich doch, dass da im Winter mal was stattfindet.. Hofft, dass man dann nicht ausrutscht oder von Eiszapfen gepfählt wird... und somit zu einer erlesenen Gruppe gehört, die sich nun in der Gletscherspalte versammelt hat um isländischen BM (oder Eïs XD) anzuhören.:D

    Im nächsten Post geht’s dann um meine neue Lieblingslocation... die sich tragischerweise (nach einer politischen Tragödie nun sogar) im nicht-europäischen Ausland befindet.
     
  14. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Ah, sehr schön, dass hier doch noch etwas ohne mein Zutun passiert! :)
    So ganz verstehe ich das nicht, dass hier anscheinend kaum jemand Lust bzw. Interesse hat sich zu beteiligen. Ich finde das total naheliegend, sich in einem Musikforum über Konzertlocations auszutauschen. Na ja, machste nix, ist wie es ist. Im Falle eines florierenden Threads hätte ich mich selbst wohl ein wenig zurückgenommen und gedacht „macht ihr mal, passt schon“, aber gut, ich schätze, ich kann den Thread schon noch ein bisschen füttern, so ungefähr im bisherigen Stil halt.

    Auch wenn außergewöhnliche Locations sicher mit der interessanteste Aspekt sind, muss man sich ja nicht darauf einschießen. Ich fände es auch schon sehr brauchbar, Tipps zu bekommen, wo sich in Stadt XY ein guter Live-Club befindet. Mir fällt gerade ein, dass ich einen ähnlichen Versuch schon mal vor ein paar Jahren im Thread „Deaf Forever User Map“ unternommen habe, denn dort kann man ja auch Konzertlocations eintragen.

    https://forum.deaf-forever.de/index.php?threads/deaf-forever-forum-map.5056/page-22#post-1566344

    Ich zitiere mich mal selbst von dort:

    „Konzert-Locations eintragen ist für mich eigentlich die deutlich interessantere Funktion. Wenn ich in fremden Städten bin (gerade auch im Ausland), denke ich immer "jetzt müsste man hier ein paar coole kleine Clubs kennen". Ich hatte sogar schon überlegt, einen Thread dafür aufzumachen, wo sich User "für unterwegs" Live-Clubs empfehlen können. Aber diese interaktive Karte kann das ja eigentlich noch viel besser leisten. Hier sind doch jede Menge Leute unterwegs, die schon in vielen Clubs Konzerte besucht haben. Daher fände ich es super, wenn sich noch einige User mehr beteiligen würden und Konzert-Locations eintragen, die sie gut finden/fanden. Gerne auch im Ausland. Gerne auch kleine, geheimtippige Clubs, die man so vielleicht nicht unbedingt finden würde.
    Könnte eine sehr gute Sache sein, von der alle hier profitieren.“

    Dieser Thread könnte natürlich auch der Raum für sowas sein, idealerweise à la „ich bin demnächst in Stadt XY, gebe den Namen in der Suchfunktion für diesen Thread ein und habe auf Seite 24 dieses Threads einen Treffer, wo Metalhead666 einen oder mehrere Locations für diese Stadt empfohlen hat“. Idealerweise.

    Ich fände es jedenfalls sehr gut, wenn sich noch ein paar zusätzliche User zur Beteiligung aufraffen könnten, denn ich finde, dass der Thread schon Potenzial hat – ob das auch genutzt wird, hängt natürlich dann vom konkreten Input der User ab.

    @Foxen Da du Locations im Ausland ansprachst: Seit einigen Jahren ist das für mich nach Möglichkeit fester Bestandteils eines Aufenthalts in einer fremden Stadt, dass ich versuche, dort ein paar Konzerte mitzunehmen. Das ergänzt sich nämlich hervorragend – tagsüber Stadt anschauen, abends Bands anschauen. Ist aber halt Glückssache, denn zum einem muss man gute Konzertlocations erst einmal finden und selbst dann muss im richtigen Zeitraum dort etwas Brauchbares stattfinden. Hat bei mir auch schon etwas komische Blüten getrieben, dass ich z. B. mir in Istanbul eigentlich ziemlich schlimmen türkischen Schmalzpop live angeschaut habe. Der Türsteher wollte mich anfangs gar nicht reinlassen – ich sah wohl nicht wie die typische Zielgruppe für die Veranstaltung aus. :D


    Zum Schluss noch was Kurzes.

    Budapest. Das in meinem Eröffnungspost schon kurz erwähnte A38 war in einem früheren Leben der ukrainische Frachter „Tripolie“ und liegt inzwischen permanent in der Donau vor Anker als definitiv ungewöhnliche Konzertlocation.
    Wer es noch etwas genauer wissen will: https://www.a38.hu/en/history

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  15. Necrofiend

    Necrofiend Till Deaf Do Us Part

    Da habe ich Tormentor gesehen. War super. Gibt den Gig auch bei Youtube.
     
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  16. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Ich habe dort Die Krupps gesehen. Das war auch super - was im Vorfeld nicht ganz sicher war, denn das war für mich eine Nostalgie-Nummer und die neueren Krupps-Sachen kannte ich gar nicht.
    Aber Band (vor allem der sympathische Jürgen Engler) und Budapester Publikum hatten Bock und so war das ein guter Abend.

    Bin kein großer Weintrinker, kenne aber die Theorie, dass der Wein im Urlaub besser schmeckt als daheim. Ich schätze, bei mir ist das mit Konzerten so, die sind auf Reisen von vornherein ein wenig spannender als der "Alltagstrott" in einer der Stammkonzertlocations daheim.
     
  17. Foxen

    Foxen Deaf Dealer

    Versuche das eigentlich auch immer bzw. wenn man, wie ich, in the middle of nowhere lebt, ist man für Konzerte eigentlich eh „auf Reisen“ und hat das Gefühl, dass man es ausnutzen muss, wenn man mal irgendwo ist...
    Aber ja, oft klappt es nicht.. mein größter Fail war dahingehen Oslo: Necrophobic Karte wegen Selbstzerstörung verfallen lassen müssen, aus gleichem Grund zwei Karten für Thulsa Doom verkauft, davor schon Faustcoven und Malokarpatan verpasst :X!!! (weil man sich eben genau wie du sagst, in der Veranstaltungslandschaft einer fremden Stadt halt nicht auskennt), Tusmørket: ausverkauft... es sollte einfach nie sein. Die Idee, dass das Forum da als "Nachschalgewerk" helfen kann, finde ich deswegen auch gut. Zu Oslo habe ich im eigenen Thread dafür inzwischen auch einige Locations "eingetragen", damit vielleicht jemand anderes mehr Glück hat.

    In Paris, Anfang des Jahres war ich nur froh, dass die Reise trotz verschiedener Widrigkeiten überhaupt geklappt hat.. und weil die Coronawelle da erst wieder am abebben war, herrschte bezüglich Veranstaltungen auch noch Ebbe. Eigentlich wollte mich die Freundin, die ich da besucht habe, mit in die Oper nehmen (die Architektur hätte mich da tatsächlich sehr gereizt..), aber da war um die Zeit quasi Winterpause.
    Dann, sollte es im April nach England gehen. Bei der Reiseplanung bin ich dann auf ein Konzert von Gaerea und Wode gestoßen. Die Freundin, die mich nach London eingeladen hatte ist aber leider hochgradig gegen Metal allergisch, deswegen habe ich vorher gut recherchiert, wie ich alleine hin und nachts auch wieder zurückfinde. Nach einer gemeinsamen Tour durch Camden, habe ich dann umwegslos in die Seitenstraße gefunden, in der sich unsere Wege trennen sollten. Und da hing es auch schon gut sichtbar an der Fassade: The Black Heart

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    Bin also rein und stand erstmal vor der Bar, bis sich die Augen an den dunklen Pub gewöhnt haben. Ein Blick durch die Runde sagt mir, dass ich nicht falsch sein kann.. aber wo geht’s hier zum Film? Nach intensivem Studieren meiner Umgebung sah ich dann, dass im hintersten Eck auf der schwarzen Holztür nicht nur wie erwartet „Toiletts“ sondern zusätzlich „/Venue“ steht.

    Ah, es gibt einen Keller denke ich mir... doch die rustikale Holztreppe führt mich nach oben, in einen winzig wirkenden Raum. Neben dem Eingang stand ein kleines Holzhäuschen für die Abendkasse. Das fand ich irgendwie putzig. Überraschend großartig war an diesem Abend dafür die Soundqualität! Während dem Konzert wurde es mir dann ziemlich warm – ums schwarze Herz, und den Anderen anscheinend auch.. aww Aber zufällig hatte ich einen guten Standort gewählt. Vorne rechts an der Bühne ist die Tür, die aufgestellt wird, damit Musiker und frische Luft in den Raum kommen.

    Off topic und im Spoiler, weil es ja um den Raum geht... aber sowohl Wode als auch Gaerea konnten mich sehr begeistern!
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    Leider sieht man auf den Bild nicht den Gitarristen, der mit seinem zahngelückten Lächcheln und einem Ausdruck größten Entzückens neben dem Sänger stand. :D War jedenfalls richtig gut, habe vielleicht auch vor Freude gelächelt..:jubel:

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    Gaerea kannte ich zuvor zugegeben gar nicht, und habe sie dort erst schätzen gelernt. Ich freue mich drauf sie hoffentlich dieses Jahr auf dem Party.San wiederzusehen.. und hoffe, dass mich auf einer doch etwas größeren Bühne dann ebenfalls packen.

    Was mir an den Räumlichkeiten mal abgesehen vom guten Klang so gefallen hat, kann ich gar nicht ausmachen. Es hat sich beim Betreten einfach sofort ein Gefühl von Gemütlichkeit breit gemacht. Und vielleicht liegt es ja, wie @Der böse Och sagt, auch daran, dass ich im Urlaub war und es nach langer Coronapause das erste Konzert war. Aber bisher war es das beste Konzerterlebnis in diesem Jahr.
    Noch ganz euphorisch bin ich nach draußen und habe mich doch noch verlaufen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2022
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  18. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Stimmt, manchmal kommt man irgendwo rein und fragt sich, wo hier eigentlich die Bands auftreten sollen. Meistens liegt es dann daran, dass man einfach eine ominöse Tür in einen Seiten- oder Kellerraum übersehen hatte.

    Das bringt mich dann nach Zürich (Städte ebenfalls farblich markieren ist eine gute Idee, das übernehme ich) zum Ebrietas. Eine sehr kleine Metalkneipe, bei der ich auch reinkam und dachte „hä, hier ist doch keine Bühne und auch kein Platz für eine Band?“. Dann sah ich eine Tür links neben dem Tresen, ging beherzt hin und öffnete sie: Aha, da führte eine gewundene Treppe hinunter. Während ich mich an den Abstieg machte, war ich immer noch darauf gefasst, dass mich der Barmann zurückpfeift und sagt „hey, da unten ist nur unser Getränkelager“. Aber nein, dort war tatsächlich ein ganz kleiner Raum mit Bühne (von den verkauften Karten her war die Kapazität sogar unter 100, wenn ich mich richtig erinnere). Als ich dort war, spielten internationale Bands, war allerdings wohl eher eine Ausnahme, sonst anscheinend, wenn überhaupt, eher regionale Bands.

    Ich zitiere mal noch zusätzlich aus dem NZZ-Artikel, der auf der Ebrietas-Seite aufgeführt ist:

    „Das Publikum ist keineswegs gleichgeschaltet, kreuzbrav zurechtgemachte Studentinnen mischen sich unter freakiger gekleidetes Volk. Die Stimmung ist sehr entspannt. Es läuft gerade Grunge, Nirvanas legendäres «Smells like Teen Spirit» in moderater Lautstärke. Das hier oben sei eher fürs breitere Publikum, sagt Kessler. «Die es hart und böse wollen, sollen runter.» Runter in den Stollen also, wo samstags laut Homepage «die Hautfetzen fliegen». Keine Bange, liebe «Pulp Fiction»-Fans: Das ist keine Sadomaso-Falle. Es läuft einfach Black oder Death Metal. Und mittwochs spielen Bands, meist aus der Umgebung, die den archaischen, vor nachbarschaftlichen Klagen gut geschützten kleinen Konzertkeller fast kostenlos nutzen können.“
    https://ebrietas.ch/bar

    Oberirdisch:
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    Unterirdisch (beim Konzert natürlich ohne Tische und Stühle):
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    Ich war nur einmal dort, würde aber jederzeit wieder hingehen, sofern dort etwas Interessantes für mich stattfindet (und ich es mitbekomme).
    Fand es sehr angenehm dort.
     
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  19. Nasus v. Nasereth

    Nasus v. Nasereth Till Deaf Do Us Part

    Cooler Thread hier:top:

    Zum Ebrietas nur ein kleiner Hinweis bzw Ergänzung:
    So selten sind internationale Acts dort gar nicht. Ich war schon öfter dort und habe unter anderem Bands wie:
    Cauchemar, Incarceration, Aluk Todolo, Uada, Suffering Hour, Tchornobog und viele mehr gesehen.

    Hier mal ein Link zu der FB Seite der Veranstalterin von den meisten Gigs dort:
    https://m.facebook.com/KrachKarussell/

    War jetzt zwar schon länger nicht mehr da, habe aber schon einige sehr gelungene Konzerte da gesehen.
     
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  20. Der böse Och

    Der böse Och Till Deaf Do Us Part

    Ach ja, KrachKarussell hieß das, ich erinnere mich.
    Beim von mir besuchten Konzert spielten übrigens Monarch! / Birushanah / Zatokrev. Die Japaner Birushanah, die außer mir kaum jemand zu kennen scheint (zu Unrecht, wie ich finde), waren mein Hauptanreisegrund.
    Und da im NZZ-Artikel stand "Bands, meist aus der Umgebung" dachte ich halt, auswärtige Bands seien eher die Ausnahme.
    Aber OK, von der NZZ darf man wohl auch nicht unbedingt detaillierte Kenntnisse über die Schweizer Underground-Metal-Szene erwarten... ;)
     
    Nasus v. Nasereth gefällt das.
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