Latinx Punk und Punk in spanischer Sprache


Die waren hier im Club auch ein guter Abriss. Sind im Sommer wieder unterwegs.

Ist aber wohl brasilianisches Portugiesisch was die singen. Mir wäre der Unterschied zu Spanisch garnicht aufgefallen.
 
Kleine Hardcore Punk-Tour durch Südamerika:

Zwei Mal aus Venezuela:

Apatia No!


Los Dolares


...einmal aus Kolumbien:

Systema


...und einmal aus Brasilien:

Òdio Social

 
Ein neuer Tag, eine neue Bandvorstellung. Ich glaube nicht, dass ich das Pensum aufrecht erhalten kann. Habe schon seit ein paar Monaten wieder eine heftige Crust-Phase in meinen Hörgewohnheiten und sprudle innerlich vor Tipps über und gerade ein wenig Zeit auf Arbeit über (wahrscheinlich eher nicht so positiv). Deswegen heute Blünt, auch wieder aus Spanien. Personelle Überschneidungen gibt es zu Bands die ich hier noch vorstellen möchte, deswegen wieder kein Namedropping. Anders als der Name vermuten lässt, gibt es hier keinen Marihuana vernebelten Stonerrock, sondern wieder eine Ausgeburt der Aggression und der Wut. Euch erwartet eine Mixtur aus NeoCrust, D-Beat und auch ein wenig düsterem Hardcore. Ein wenig melodischer und auch schleppender/tragender im Gesamtgefühl.

Auch hier gibt es keinen ausführlichen Bandkatalog, ein Album, eine Split 12" mit den ebenso fantastischen italienischen D-Beat Crusten von Nagasaki Nightmare die auch in ihrer Landessprache singen, was dem Spanischen ja durchaus ähnelt. Beide Veröffentlichungen aus dem Jahr 2007. Kennen gelernt habe ich die Band dank Timo/Be Part, seinem kleinen, feinen Label und den dazugehörigen Festivals, die ich schmerzlich vermisse. Von 2005 bis 2008 waren sie aktiv.

Hier findet sich tatsächlich kaum mehr was in diesem Internetz, ein kleiner, fast in Vergessenheit geratener, schwarzer Trüffel. In Ermangelung von Bandcamp gibts heute mal ausnahmsweise nur Youtube Verlinkungen.

Album:

Split mit Nagasaki Nightmare:


Blunt.jpg
 
Ich poste auch wieder mal was post-punkiges. Hier wird aus meiner Sicht sogar etwas in Richtung Alternative Rock geschielt. Das ist natürlich deutlich gefälliger als die bisher genannten Bands, aber trotzdem sehr empfehlenswert. Perfekt, wenn man eine Pause von Blast Beats braucht:

 
Corrupted aus Japan sind noch unbedingt erwähnenswert. Zäher Death Doom mit spanischen Lyrics.
 
Zugegeben, das ist ein sehr nischiges Thema und kann verstehen, dass man keinen neuen Thread für "Genre X in Sprache Y" machen sollte. Aber seit ein paar Monaten fahre ich total auf Punk in spanischer Sprache ab. Irgendwie scheinen mir Bands mit lateinamerikanischem Hintergrund oder aus Spanien anders zu sein, aber ich kann nicht genau sagen, was es ist. Sind die dreckiger, düsterer oder wütender? Besonders die spanische Sprache verleiht aus meiner Sicht dem Ganzen eine gewisse Wut, die ich in anderen Sprachen so nicht höre. Aber vielleicht empfinde nur ich das so. Falls also das Interesse besteht, darüber zu diskutieren oder jemand Empfehlungen hat, freue ich mich auf neue Inputs.

Ich beginne mal mit ein paar Empfehleungen:

Generacion Suicida
Generacion Suicida aus den USA sind meine absoluten Lieblinge. Ich würde deren Sound als rauh und post-punkig mit einer Prise Surf Rock beschreiben. Keine Ahnung, wie ich die entdeckt habe, aber ich weiss nur, dass ich wegen dem coolen Cover Artwork reingehört habe. Ab Konserve ist die Band etwas gemässigter als live, aber trotzdem geil:

Las Pulgas
Wem Generacion Suicida zu zahm ist, den Surf Sound und das Spanglish aber trotzdem mag, wird hier bedient. Leider ist das eine zufällige Entdeckung, die ich auf Bandcamp gemacht habe und ich weiss kaum etwas über die Band:

Rata Negra
Kein Latinx Punk, sondern aus Spanien, aber nicht schlechter: Rata Negra aus Madrid. Rata Negra spielen eine Art Post Punk mit eher eigenwilligem Gesang. Die wohl düsterste Band, in dieser Liste:

Troika
Der Post wäre nicht von mir, wenn nicht XVX True till Death SxE Zeugs dabei wäre. Troika spielen aber nicht diesen Standard Proll-HC, sondern gehen sehr punkig an die Sache ran. Die drei Damen sind sehr wütend und das hört man hier einfach wunderbar. Bis auf folgende 7inch weiss ich leider ebenfalls nicht viel über die Band. Aktiv sind sie aber noch:
sehr, sehr geiles Thema mit schier unendlichen Ausschöpfungsmöglichkeiten, zumindest im Latino-Bereich. Finde auch, dass grade spanisch eine absolut geile Punk-Sprache ist. Das kann so genial aggro kommen. Ein alter Freund von mir hat im letzten 90er-Drittel ständig Lateinamerika bereist und letztlich auch dort einige Zeit gelebt. Jedesmal wenn er wieder zurück war, hat er soviele neue Tapes und Singles mitgebracht. Mir haben es vor allem @patia No aus Caracas angetan, von denen wir riesen Fans waren. Er hat letzlich auch deren erste Europa-Tour 2002 mitorgansiert. Wir sind für die nach Spanien gefahren, um sie zu sehen.. Sehr geile Leute. Gerade die Mischung aus herzlichen Leuten und ultrapolitischen Texten fand ich so toil. Am derbsten fand ich Bands aus Mexiko, wo Crust und Grind großes Thema waren. Latino Faves sind u.a. Dios Hastio, Disturbio a La Corrupcion, Hydrophobia, Discordia, La Miseria De Tu Rostro, Sin Apoyo, Anfo, Pirexia, Ruido De Odio, Generacion Perdida, Fallas Del Sistema, Los Rezios, Migra Violenta, Los Dolares, Sentimientos Oprimidos, Rechazo, Retaque, Terror Y Miseria, Kontraorden, Autonomia, Escatofagia, Dona Maladad und so viele mehr. Die ganzen brasilianischen Acts noch obendrein, nicht nur die alten Kult-Legenden wie Olho Seco etc. Aber meine allerliebste Latino-Band bleiben wohl Los Crudos, oder auch Crudos genannt. Aus Spanien natürlich auch so endlos viele geile Bands wie Estigiä, Gritto De Odio, Sin Dios, Elektroduendes und und und. Kennst du den Sampler South America In Decline? Den kann ich nur schwerstens empfehlen! Wer da jetzt alles sXe ist, kein Plan. Aber vielleicht ja paar Tipps für dich dabei.
 
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So, heute möchte ich euch Madame Germen ans Herz legen. Genauso wie Blünt kamen diese auch auch Spanien, genauer gesagt Galicien, welches tatsächlich eine enorme Schwemme an großartigen Bands hervorgebracht hat. Es gibt den typisch traurigen, dezidiert melancholischen, aber trotzdem wütenden Crust, mit teilweiser Unterstützung einer Violine, die für mich hier auch einen entscheidenden Faktor ausmacht. Ob jetzt eine der früheren Alex CF-Bands, oder die Portland Crusten um His Hero Is Gone, Remains Of The Day oder die Schweizer Cwill, ja, da lassen sich weltweit Gemeinsamkeiten finden. Da ich jetzt schon zwei der Bands hier vorgestellt habe, Mitglieder hier spielten auch bei Cop On Fire und Blünt. Existiert haben dürften sie auch nur die kurze Zeitspanne von 2002-2005, aber mit ihrer Musik haben sie Werke für die Ewigkeit hinterlassen.

Es gibt ein 10" Album, ein 12" Album und eine LP-Compilation mit einem nie anders veröffentlichtem Album und dem ersten Album auf der B-Seite. Die Veröffentlichungspolitik war seinerzeit ein wenig wirr und so im Nachhinein betrachtet ein wenig unbedacht und ohne viel Plan dahinter. Fängt aber vielleicht auch den antikapitalitischen DIY-Geist ein, der bei diesen Bands zur Grund-DNA gehört.

Interessantes, aktuelles Interview, aber Achtung, auch da werden wieder viele der Bands genannt, auf die hier noch näher eingegangen werden soll.

1. Album:

2. Album:

madame-germen-2nd-show.jpg

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Neuen Punk verfolge ich kaum, als alter Hosen-Fan kann ich noch Los Violadores beitragen. Argentinischer Urschleim aber auch fast das einzige, was ich aus Südamerika kenne

 
Finde das Thema gar nicht so nischig wie die Resonaz zeigt. Sehr spannend, dabei hänge ich doch gerade noch bei französisch sprachigem Oi…
Viel zu entdecken!
 
Das wissen wohl nur Maraboots und Konsorten.
Zum Thema: Im Ox gab es vor Ewigkeiten auch mal ne CD Beilage mit spanischen Punkbands. Die hatte ich vor einer Weile hier mal vergeblich versucht wiederzufinden, weil ich in die Richtung einen Ansatz gesucht hatte. Jetzt halt hier.
 
Brasilien geht auch klar? Dann schlage ich mal Point of No Return vor. Vielleicht kennt @Daruma sie schon - wenn nicht, die treffen bestimmt seinen Geschmack. Zwar wieder aktiv und mit einem neuen
Album im letzten Jahr aber DIE Platte ist „Centelha“ aus 1999 oder 2000. Rabiater, hochpolitischer, metallischer aber gleichzeitig extrem punkiger Vegan SXE Hardcore aus Sao Paulo.

 
So, heute möchte ich euch Madame Germen ans Herz legen. Genauso wie Blünt kamen diese auch auch Spanien, genauer gesagt Galicien, welches tatsächlich eine enorme Schwemme an großartigen Bands hervorgebracht hat. Es gibt den typisch traurigen, dezidiert melancholischen, aber trotzdem wütenden Crust, mit teilweiser Unterstützung einer Violine, die für mich hier auch einen entscheidenden Faktor ausmacht. Ob jetzt eine der früheren Alex CF-Bands, oder die Portland Crusten um His Hero Is Gone, Remains Of The Day oder die Schweizer Cwill, ja, da lassen sich weltweit Gemeinsamkeiten finden. Da ich jetzt schon zwei der Bands hier vorgestellt habe, Mitglieder hier spielten auch bei Cop On Fire und Blünt. Existiert haben dürften sie auch nur die kurze Zeitspanne von 2002-2005, aber mit ihrer Musik haben sie Werke für die Ewigkeit hinterlassen.

Es gibt ein 10" Album, ein 12" Album und eine LP-Compilation mit einem nie anders veröffentlichtem Album und dem ersten Album auf der B-Seite. Die Veröffentlichungspolitik war seinerzeit ein wenig wirr und so im Nachhinein betrachtet ein wenig unbedacht und ohne viel Plan dahinter. Fängt aber vielleicht auch den antikapitalitischen DIY-Geist ein, der bei diesen Bands zur Grund-DNA gehört.

Interessantes, aktuelles Interview, aber Achtung, auch da werden wieder viele der Bands genannt, auf die hier noch näher eingegangen werden soll.

1. Album:

2. Album:

madame-germen-2nd-show.jpg

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waren auch live sehr geil und mit ihren Landsleuten von Ekkaia, Blünt, Cop On Fire etc. bildeten sie eine wahre Macht an spanischen sog. Neo-Crust/Emo-Crust Bands, die alle super waren!
 
Brasilien geht auch klar? Dann schlage ich mal Point of No Return vor. Vielleicht kennt @Daruma sie schon - wenn nicht, die treffen bestimmt seinen Geschmack. Zwar wieder aktiv und mit einem neuen
Album im letzten Jahr aber DIE Platte ist „Centelha“ aus 1999 oder 2000. Rabiater, hochpolitischer, metallischer aber gleichzeitig extrem punkiger Vegan SXE Hardcore aus Sao Paulo.

Kannte ich tatsächlich einzelne Songs schon und trifft natürlich voll meinen Geschmack. Besonders der Song "Letargia" ist mir in Erinnerung geblieben, da der ein Riff hat, das mich stark an Bolt Thrower erinnert. Da ich aber nie auf die Texte geachtet habe, ist mir nicht aufgefallen, dass die teilweise auf spanisch sind:D
 
es fiel schon der Begriff Oi!, eine Szene deren Biederhaftigkeit mir auch musikalisch oft zuwider läuft. Manchmal packt es mich, und ich habe Bock auf die alten UK-Helden. Auf andere noch seltener. Eine Band aus Mallorca, die ich damals aber sehr geil fand, grade auch live, waren die dezidiert linken, antifaschistischen Oi! The Arrase. Kerniger, rüpelhafter, hymnischer Straßensound mit derber Gesangsstimme und sehr politischen. kämpferischen Texten, gegen alles, was halt so scheisse ist. Haben auch von Defiance, als die noch richtig geil waren, den Hit 'No Future, No Hope' auf spanisch gecovert.
 
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