Latinx Punk und Punk in spanischer Sprache

Die Band wurde hier ja schon erwähnt, hat aber auch nochmal einen ausführlichen Beitrag verdient, ist es doch die bekannteste und womöglich auch von vielen als beste Band aus dem Galicien-Circle gesehen. Ekkaia! Herr der Ringe Fans wissen vermutlich, woher der Name kommt, für alle anderen: Es ist eines der der großen Meere des ersten und zweiten Zeitalters. Passt thematisch dann auch wie die Faust auf Auge, spielen Ekkaia doch auch in der epischen Neocrust-Liga, schaffen weite Klangwelten, lassen einen die Freiheit, Unangepasstheit und den eigenständigen Willen des Meeres am eigenen Leid (wollte eigentlich Leib schreiben, lass den Tippfehler aber mal stehen) erfahren.

Die Band gabs von ca. 1999 bis 2005 und hat es tatsächlich mal geschafft mehr als ein Album zu veröffentlichen. Schlage und schreibe zwei Alben, zwei 7" EPs und eine Split 12". Lange Zeit äußerst gesuchte Werke und da ich immer nur Teile der Veröffentlichungen hatte, gab es ein kleines Freudenfest als 2022 die nahezu vollständige Gesamtwerkschau auf 3xLP zu einem äußerst vernünftigem Preis erschien.

Hier gibts noch ein Interview mit Pablo von 2021:

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So, ein Sprung in die Gegenwart, es gibt nicht nur spanischsprachigen Crust aus den Anfängen des neuen Jahrtausends, sondern tatsächlich auch aktuelle Bands. Tenue sind seit ca. 2017 aktiv. Kennengelernt habe ich die Band dank Timo/Alerta Antifascista und ihrem knapp 30minütigem Longtrack, bzw. ihrem zweiten Album "Territorios". In ihm vereint, Blackmetal, Crust, ein wenig Emo, ein wenig Doom, ein wenig Screamo, man hört auch noch ein bisschen Punk heraus. Ein wilder Stilmix, aber in keinem Takt langweilig oder nur lückenfüllend vor sich hinplätschernd.
Letztes Jahr kam dann das mittlerweile dritte Album, "Arcos bovedas, porticos", welches dann nicht mehr mit ganz so langen Songs aufwartet, dafür aber noch ein wenig Jazz und eine Prise mehr Emo in das Soundgewand einflechtet. Aber was für ein gewaltig emotionaler Trip dieses Album ist. Bin letztes Jahr noch nicht ausreichend dazu gekommen dieses auch dementsprechend zu würdigen, aber seit Jahresbeginn läuft dieser kleine Lichtblick doch desöfteren. Für mich definitiv ein Highlight und eine sehr spannende Entwicklung. Wer nur digital möchte, alle Alben auf NYP.

Die Band hat dazu sogar einen Song als Video veröffentlicht:



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So, mal weg aus Spanien, hab auch noch was aus Mexiko in der Hinterhand. Habak wurden hier ja schon erwähnt, welche auch bei mir einen großen Stellplatz im Herzen einnehmen. Weniger bekannt dürften Morir Soñando sein. Warum ich Habak erwähne? Möglicherweise gibts da nicht nur eine personelle Überschneidung bzw. haben wir es hier sogar mit einem zeitgleich stattgefundenem Projekt zu tun.

Morir Soñando haben dann im Gegensatz zu Habak noch einen Touch Shoegaze/Dreampop einfließen lassen, was dieses Projekt dann doch zu etwas besonderem macht. Herrliche Klangwelten zum Träumen von einer besseren Welt, alles in diesem "schwebenden" Soundgrundgefühl, welches Shoegaze für mich ausmacht. Doch das ist ein schöner Mix. Es gibt nur ein Album und einen einzelnen Song.


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Ich würde vielleicht noch Biznaga


und Finale


in den Ring werfen. Ist aber eher im Punk Rock/ Post Punk angesiedelt. Glaube ich, kenne mich da nicht so aus.
 
Bleiben wir in Mexiko. Massacre 68 gibt es mit längeren Unterbrechungen seit 1987, deswegen gibt es auch ein paar mehr Veröffentlichungen. Szeneinteressierten Menschen könnte vielleicht noch die EU-Tour 2017 in Erinnerung sein, was auch mich damals erstmalig auf die Band aufmerksam gemacht hat. Kurz danach gabs dann auch das Album "El Muro" welches ich tatsächlich am liebsten höre. Platte im schön "kopierten Fanzinestil", aufmerksamen Beobachter:innen wird ein finnischer Liedtitel auffallen, ja es gibt tatsächlich ein Rattus Cover. Wir hören hier schön aggressiven Hardcorepunk.


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Ach jaaaaaaa, stimmt, ich vergess das immer. Dann sind die brasilianischen Bands, die ich weiter oben empfohlen hab, etwas unpassend.
Finde ich voll ok. Lasst uns auch Bands posten, die portugiesische Texte haben. Ich kann sonst den Threadtitel noch ändern. Zum Beispiel "Punk aus Lateinamerika und in spanischer Sprache" oder sowas. Dann haben wir die Amis wie Generacion Suicida immer noch dabei
 
E-150 waren sowas wie die europäischen Version der Los Crudos. Sind zu Lebzeiten zu keinem Album gekommen, haben aber diverse (Split) Singles veröffentlicht, die alle sehr hörenswert sind. Immer straight ahead.
 
Hipster pick:
 
So, heute möchte ich Down to Agony vorstellen, die wohl bisher am meisten Sauberkeit ;) in den bisher vorgestellten Crustkosmos bringen. Mich erinnert das in Teilen ein wenig an den guten Metalcore Ende der 90iger/Anfang 00er. Trotzdem gibt es hier crustbeeinflussten Hardcore(punk). Bekannt sollten sie einem weiteren Kreis auch über die Split mit Fall of Efrafa sein, auch wenn sie sich deutlich unterscheiden. FoE hat mehr "Epic"-Anteil, DtA mehr Wildheit/Raserei und Groove (jaja, das böse Wort.) Existiert haben dürften sie so ca. von 2003-2011. Es gibt ganze zwei Alben, die 12" Split mit Fall of Efrafa und eine 7" EP.

Wer nur die Songs downloaden möchte, wir auf der noch aktiven Bandhomepage fündig, gibts for free: http://www.downtoagony.com/descargas-en.html



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Gerade kam mir die selbsternannte The South American Mosh Machine in den Sinn. Und den Titel haben sich Nueva Etica aus Argentinien zurecht verliehen. Die haben auf den beiden Touren hier wirklich alles abgeräumt. Drei Sänger und starken Metalsound. Grob eine Mischung aus Hatebreed und Earth Crisis. Nur spannender.
Haben drei tolle Platten veröffentlicht und waren dann plötzlich weg von der Bildfläche. Schade drum.
Hier ihre, für mich, beste Platte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Pünktlich zum Wochenende gibts ein wenig fröhlichere Musik, passend zum knospenden Frühling, der Wärme und dem Sonnenschein. Mala Suerte aus Mexiko machen Garagepunk mit psychedelischen Rockeinsprengseln. Nichts allzu neues, ich mag die verwaschenen Gitarren, wenn die Sonne langsam rauskommt und man mit verkniffenen Augen und Musik auf den Ohren noch die frische Luft genießt, bevor die Pollenhölle losbricht. Noch genieße ich die Musik mit traurigen Blick vom Bürostuhl, vielleicht doch auf die neue Habak (heute erschienen) umschwenken. Obwohl, bekomme langsam gute Laune, guter Nebeneffekt beim Hören von Mala Suerte. Soweit mir bekannt, gibt es nur dieses eine Album, Discogs zeigt da ziemlichen Blödsinn an und vermischt mehrere Bands gleichen Namens.


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Vor ein paar Wochen erschienen, die selbstbetitelte EP und das Debut der mallorquinischen Punks von Lakra. Packt mich zur Zeit ziemlich und klingt mit seiner schrammeligen Mischung aus Punk und Hardcore dezent nach den Großtaten früher finnischer Punkbands. Spielzeit ist für diese Art von Musik perfekt, in knapp neun Minuten ist alles erzählt. Vom Materialverbrauch hätte ich mir lieber eine 7" gewünscht, da ist das 12" Format, einseitig bespielt, doch eine massive Verschwendung. Gibt's kaum mehr Presswerke die 7"es pressen oder was ist da los? Egal, lieber in die Band hören und entweder wütend werden oder die vorhandene Wut durch den Genuss in die richtige Richtung kanalisieren.


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Und gleich hinterher, ebenso wie Lakra auf den spanischen Label Metadona Records erschienen, das Debüt der teneriffianischen Punks, eher sehr dezent in die Garage-Richtung gehende, Eskolopendra. Die Entomolog:innen unter uns, dürften sich vom Bandnamen an den Skolopender/Riesenläufer erinnert fühlen.
Mich erinnert die Band sehr an die heiß geliebten Suicidas, auch hier im Thread schon vorgestellt. Freue mich sehr, dass ich das Label im Zuge der Suicidas-Disco LP entdeckt habe, liefert kontinuierlich Freude. Für die nicht ganz so puristischen Liebhaber:innen gibt es hier sogar knappe 25 Minuten Spaß.


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