MINSTRELS: Wir ermitteln unsere JETHRO TULL Top25!!

Und hier habt ihr vor dem großen Finale auch schon meine Liste. Da die 3 oberen wohl feststehen, deshalb nehme ich mir mal raus meine zu veröffentlichen.

1. Bouree > Signature-Song, göttlich+alles, was Tull ausmacht
2. Thick as a brick > Magie
3. Aqualung > Noch mal Magie, für mich auch mehr Konzeptalbum als Album mit Songs
4. Heavy horses > Künstlerisch wertvollster Song, extrem detailliert und ausgearbeitet in Text und Musik, trotzdem mit viel Jeföhl
5. Locomotive breath > Hit mit Tiefgang...auf Aqualung beste Gesangsleistung von Ian, auch weil Stimme auf Zenit
6. Cold wind to Valhalla > fabelhafter Song
7. Baker Street Muse > sentimentale, starke Mini-Suite
8. Up to me > edler Groover, voller kleiner, wunderbarer Gimmicks
9. A time for everything > Federleicht zwischen Groove und großer Emotion
10. One White Duck 0^10 = Nothing At All > So melancholisch und doch so schön...
11. With you there to help me > Toller Opener eines für mich unterschätzten Albums. Von Anfang bis Ende berauschendes Lied.
12. Requiem > Extrem minimalistisch, aber mit viel Gefühl.
13. Orion > Wäre heute wohl nicht mehr drin, aber ist trotzdem starker Song.
14. Black satin dancer > So geil und abwechslungsreich. Verschiedene Themen verschmelzen zu Übersong.
15. Wondring again > Langersion von Wondring aloud auf Living in the past. Wunderschöne Ballade, eine der besten von Tull.
16. A christmas song > Simpel, aber sehr effektiv. Immer wieder schön.
17. Queen and country > Kleiner Groove-Hit von War child. Auch ein bißchen verrückt, wie das ganze Album.
18. Rainbow blues > Non-Album-Track, typisch für die Band und richtig gut, Flöten und Steicher mal wieder vom Feinsten.
19. North sea oil >Würde ich heute höher ranken. Voller feinster Melodien/Gesänge und zugleich anspruchsvoll wie auch luftig.
20. Skating away on thin ice of a new day > Klein, fein, etwas verrückt.

Liegen geblieben: Viel von Living in the past. Beste Compilation ever? My god und Songs from the wood und noch so einiges mehr :D
 
@GrafZahl666

Da hast du dir schön Mühe gegeben, klasse! Erfreulich, das One White Duck/Nothing At All und Rainbow Blues bei dir hoch im Kurs stehen, auch bei mir in den Top 20. Was ich nicht listen würde, lasse ich mal aus, das soll schließlich kein Gemeckere werden. Allerdings eine kleine Anmerkung zu deiner Nummer 1, das das ein Signature Song und göttlich ist, lasse ich gelten, aber er beinhaltet nicht alles was Jethro Tull ausmacht, oder sticht Martin Barre da irgendwie hervor?
 
Danke dir, vielleicht äußern sich ja mal einige User dazu.
Ich bin Umfragefan. Kansas, Styx, Saga? Klar! Mein Problem ist, dass ich so gut wie keine Diskografie in ihrer Gänze gut kenne und mir immer Zeit dafür nehme und mich einarbeite. Dabei kollidieren dann mitunter Pflicht (real existierender Alltag) und Kür (Musik). Wenn nicht mehrere Challenges parallel laufen und der jeweilige Zeitraum zum Studieren der Diskografien vorhanden ist, bin ich gern dabei. Wenn nicht, lese ich aber auch sehr gern mit. Habe hier viel Neues für mich entdeckt; eure Statements lese ich mit Interesse. Danke dafür, vor allem dem "@Pavlos Ecclesiae Universalis" für die Arbeit rund ums Auswerten. Ora et audi!
 
Zuletzt bearbeitet:
So interessant ich die Bands auch finde bei Kansas, Saga und Styx würde ich wohl ähnlich wie bei Magnum aussetzen müssen. Bei genannten Bands ist die die Diskographie die ich habe jeweils noch lückenhafter als bei Jethro Tull wo ich zumindest bis zu einem bestimmten Jahr alle Alben habe. Bei den drei genannten fehlt auch zwischendrin immer mal wieder was - wie halt leider auch bei Magnum.

Mitlesen würde ich aber natürlich alle drei :D
 
So interessant ich die Bands auch finde bei Kansas, Saga und Styx würde ich wohl ähnlich wie bei Magnum aussetzen müssen. Bei genannten Bands ist die die Diskographie die ich habe jeweils noch lückenhafter als bei Jethro Tull wo ich zumindest bis zu einem bestimmten Jahr alle Alben habe. Bei den drei genannten fehlt auch zwischendrin immer mal wieder was - wie halt leider auch bei Magnum.

Mitlesen würde ich aber natürlich alle drei :D

Geht mir genauso und so bewundernswert ich @Hel 's Methode auch finde, für mich ist sie eher ungeeignet, weil ich in Hirn & Herz nicht so verdrahtet bin, daß ich mir große Teile einer Diskographie in kurzer Zeit draufschaffen kann. Meine heißen Kandidaten wären andere.

@Ray Lomas , wie wäre es, wenn du im Games-Unterforum einen Thread dazu eröffnen würdest - quasi als Stoffsammlung - damit nicht nur unser kleines Trüppchen seinen Senf dazugeben kann? ;)
 
Geht mir genauso und so bewundernswert ich @Hel 's Methode auch finde, für mich ist sie eher ungeeignet, weil ich in Hirn & Herz nicht so verdrahtet bin, daß ich mir große Teile einer Diskographie in kurzer Zeit draufschaffen kann. Meine heißen Kandidaten wären andere.

@Ray Lomas , wie wäre es, wenn du im Games-Unterforum einen Thread dazu eröffnen würdest - quasi als Stoffsammlung - damit nicht nur unser kleines Trüppchen seinen Senf dazugeben kann? ;)
Wo finde ich das, bei Games?
 
@GrafZahl666

Da hast du dir schön Mühe gegeben, klasse! Erfreulich, das One White Duck/Nothing At All und Rainbow Blues bei dir hoch im Kurs stehen, auch bei mir in den Top 20. Was ich nicht listen würde, lasse ich mal aus, das soll schließlich kein Gemeckere werden. Allerdings eine kleine Anmerkung zu deiner Nummer 1, das das ein Signature Song und göttlich ist, lasse ich gelten, aber er beinhaltet nicht alles was Jethro Tull ausmacht, oder sticht Martin Barre da irgendwie hervor?
Das hab ich nicht bedacht! Aber sonst ist alles da und ich meinte es vor allem von Melodien und Gefühl her :)
 
Es ist ja noch nicht mal ein eigenes Lied, das macht die Aussage eigentlich verrückt. Aber für mich klingt es bandtypisch und hat alles, was ich an der Band liebe. Grob gesagt das Schöne, das Melancholische, das Groovige, das Folkige, das Klassische, das Anspruchsvolle und auch das Verrückte...und das alles in einem Song :cool:
 
Wondring again > Langersion von Wondring aloud auf Living in the past. Wunderschöne Ballade, eine der besten von Tull.

Oh ja, das ist ein hinreißender Song mit wunderschönen Gesangsmelodien (gegen Ende fein zweistimmig) und wunderbar gefühlvoller, schon beinah subtiler Gitarre. Genau genommen ist "Wond'ring Again" Teil 2 von "Wond'ring Aloud", beide Teile zusammen gibt's auf der "Aqualung 40th Anniversary Secial Edition" als "Wond'ring Aloud, Again" im Remaster von Steven Wilson:


:verehr::verehr::verehr:
 
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03. Heavy Horses
(Heavy Horses, 1978)
Punkte: 245
Votes: 19
Schnitt: 12,9

 
"Iron-clad feather-feet pounding the dust".... Master Andersons melancholisch-wehmütige Hymne an eine Zeit, die unwiderbringlich vorbei ist, mit wieder mal dynamischem Wechsel zwischen akustischer und elektrischer Instrumentierung, die für mich auch irgendwie den Kontrast zwischen der berühmten Guten Alten Zeit und der modernen Landwirtschaft mit all ihren Auswüchsen symbolisiert.
Der Song hat eine unheimlich atmosphärische Dichte und bedeutet mir persönlich aufgrund von 11 Jahren Job in einem Freilichtmuseum wirklich viel - I can relate.
Hab' sogar noch ein Foto von der jährlichen "Landwirtschaft früher & heute"- Veranstaltung, die wegen der Holzrücke-Vorführung bei den Besuchern hoch im Kurs stand (die anschließenden Lanz Bulldog Treckerfahrten aber auch):

2012-05-19-14-00-44-351-1.jpg
 
Alleine die schweren Pferde rechtfertigen einen Kauf des gleichnamigen Albums. Dieses Lied ist einer der schönsten Tull Momente, ein richtiger Herbstsong. Melancholisch, traurig, jedoch niemals kitschig. Der Song ist abwechslungsreich, energiegeladen und spannend. Er spannt den Bogen vom Folk über Klassische Musik zu solidem Rock. Dieser Song ist einer der wenigen Momente des Albums, wo sich Pianist John Evan austoben kann.

Wunderschöne Klaviermelodien in der ersten Strophe, Lagerfeuer-Folk-Romantik in der zweiten. Der Refrain: Ein Ohrwurm vor dem Herren. Die Geigen und Celli sind hier sehr geschmackvoll in Szene gesetzt worden und würzen diesen Herbstsong über die schweren Ackergäule.

Ian Anderson singt sowas von gefühlvoll, seine Stimme bringt jeden Gletscher zum Abschmelzen und jedes noch so hart gesottene Männerherz rutscht in die Lederhose. Das Lied hat alles. Es kann alles. Es ist eine der essentiellen Songs von Tull, besingt es doch die Materie, in welcher sich sowohl Ian Anderson als auch der Namenspate Jethro Tulls aus dem 17. Jahrhundert wie zu Hause fühlten. Das sehr folkige Geigenintermezzo in der Mitte mit seinem schnelleren Rhythmus und dem kraftvoll rustikalen Gesang runden diesen Song ab. 12/10


Dieses Album ist eine Art inoffizielle Verneigung vor dem Namenspatron von J-Tull, handelt es doch von dem Leben auf dem Lande und der Titelsong von antiquierten Pferderassen der Suffolk, der Clyesdale und der Persheron, die in der Landwirtschaft seit der Erfindung des Treckers keine Verwendung mehr finden. Da Ende der 70er die Ölkrise im Gange war, sah Ian Anderson die Zeit kommen, in der sich Landwirte auf die gute alte Pferdekraft zurückberufen werden müssen. Der zweite Teil der tull’schen Folk Trilogie ist wesentlich gradliniger als sein waldschratiger Vorgänger, weniger verwinkelt und auch nicht so mittelalterlich. Die Songs sind simpler, folkiger, irgendwie auch britischer. Man ist nicht mehr im Dickicht des Sherwood Forest von Bäumen umgeben, sondern in Weiter Landschaft der Englischen Midlands, zwischen Grünen Hügeln und Weiden. Dementsprechend sind die Songs auch etwas gradliniger und entschlackt und auch nicht mehr so geheimnisvoll. Die Melodien sind dennoch königlich, einprägsam aber ohne jeden Abnutzungseffekt. Der Sound ist erdiger und nicht mehr so filigran zerbrechlich. Das Album ist direkter. Ehrlicher vielleicht und verneint dennoch die Fähigkeiten der Band im Metier des Progressive Rocks nicht, nur sind sie nicht mehr so immanent.

Ian Anderson mag zwar die Songs From The Wood lieber, aber zu diesem Album hat Anderson eine besondere Bindung, da er sein neues Tonstudio einweihen konnte, das Maison Rouge Mobile Studio. Er hat es nach seinem Gusto eingerichtet und ganz auf die Band und den Befürfnissen aller Musiker abgestimmt. John Glascock konnte nun endlich ohne größeren Aufwand vor jedem Song die Saiten seines Basses wechseln (daher hatte er für Live-Lonzerte so viele Bassgitarren, wie auch Songs gespielt wurden, weil das Wechseln zu lange dauern würde), was die Perfektion dieses Bassisten nur unterstreicht. Mehr Profi-Musiker und mehr Hingabe zur Musik geht kaum. Da würde selbst Blackmore neidisch werden.
 
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Alleine die schweren Pferde rechtfertigen einen Kauf des gleichnamigen Albums. Dieses Lied ist einer der schönsten Tull Momente, ein richtiger Herbstsong. Melancholisch, traurig, jedoch niemals kitschig. Der Song ist abwechslungsreich, energiegeladen und spannend. Er spannt den Bogen vom Folk über Klassische Musik zu solidem Rock. Dieser Song ist einer der wenigen Momente, wo sich Pianist John Evan austoben kann. Wunderschöne Klaviermelodien in der ersten Strophe, Lagerfeuer-Folk-Romantik in der zweiten. Der Refrain: Ein Ohrwurm vor dem Herren Die Geigen und Celli sind hier sehr geschmackvoll in Szene gesetzt worden und würzen diesen Herbstsong über die schweren Ackergäule. Ian Anderson singt sowas von gefühlvoll, seine Stimme bringt jeden Gletscher zum Abschmelzen und jedes noch so hart gesottene Männerherz rutscht in die Lederhose. Das Lied hat alles. Es kann alles. Es ist eine der essentiellen Songs von Tull, besingt es doch die Materie, in welcher sich sowohl Ian Anderson als auch der Namenspate Jethro Tulls aus dem 17. Jahrhundert wie zu Hause fühlten. Das sehr folkige Geigenintermezzo in der Mitte mit seinem schnelleren Rhythmus und dem kraftvoll rustikalen Gesang runden diesen Song ab. 12/10
Dieses Album ist eine Art inoffizielle Verneigung vor dem Namenspatron von J-Tull, handelt es doch von dem Leben auf dem Lande und der Titelsong von antiquierten Pferderassen der Suffolk, der Clyesdale und der Persheron, die in der Landwirtschaft seit der Erfindung des Treckers keine Verwendung mehr finden. Da Ende der 70er die Ölkrise im Gange war, sah Ian Anderson die Zeit kommen, in der sich Landwirte auf die gute alte Pferdekraft zurückberufen werden müssen. Der zweite Teil der tull’schen Folk Trilogie ist wesentlich gradliniger als sein waldschratiger Vorgänger, weniger verwinkelt und auch nicht so mittelalterlich. Die Songs sind simpler, folkiger, irgendwie auch britischer. Man ist nicht mehr im Dickicht des Sherwood Forest von Bäumen umgeben, sondern in Weiter Landschaft der Englischen Midlands, zwischen Grünen Hügeln und Weiden. Dementsprechend sind die Songs auch etwas gradliniger und entschlackt und auch nicht mehr so geheimnisvoll. Die Melodien sind dennoch königlich, einprägsam aber ohne jeden Abnutzungseffekt. Der Sound ist erdiger und nicht mehr so filigran zerbrechlich. Das Album ist direkter. Ehrlicher vielleicht und verneint dennoch die Fähigkeiten der Band im Metier des Progressive Rocks nicht, nur sind sie nicht mehr so immanent.

Ian Anderson mag zwar die Songs From The Wood lieber, aber zu diesem Album hat Anderson eine besondere Bindung, da er sein neues Tonstudio einweihen konnte, das Maison Rouge Mobile Studio. Er hat es nach seinem Gusto eingerichtet und ganz auf die Band und den Befürfnissen aller Musiker abgestimmt. John Glascock konnte nun endlich ohne größeren Aufwand vor jedem Song die Saiten seines Basses wechseln (daher hatte er für Live-Lonzerte so viele Bassgitarren, wie auch Songs gespielt wurden, weil das Wechseln zu lange dauern würde), was die Perfektion dieses Bassisten nur unterstreicht. Mehr Profi-Musiker und mehr Hingabe zur Musik geht kaum. Da würde selbst Blackmore neidisch werden.
Wunderbarer Text, dem brauche ich nichts hinzuzufügen. Aber halt, mein persönliches Erlebnis muss ich doch noch erzählen, im Jahre 1978 war ich als Wehrdienstleistender in Hamburg stationiert und habe nach Dienstschluß ab und zu diverse Plattenläden in der Hansestadt aufgesucht und wurde dann im April 78 fündig, ich glaube, das war bei GOVI, die auch einen Versandhandel betrieben. In der Auslage lag Heavy Horses, ich rein und zack gekauft, dumm nur, das ich natürlich in der Kaserne keinen Plattenspieler zur Verfügung hatte, aber egal, was ich habe, habe ich und so musste ich dann bis zu meinem nächsten Wochenende warten, bis die schweren Pferde endlich auf meiner Heimanlage losreiten durften. Die Verzögerung war es wert, eine wunderbare Platte, insgesamt etwas melancholischer und in sich gekehrter als Songs From The Wood, eine Textzeile aus dem Eröffnungsstück ...and the Mouse Police never sleeps hat es mir bis heute angetan, die da lautet: Savage Bedfoot-Warmer of Purest Feline Ancestry, was auf wunderbare Weise die Liebe Ian Anderson's zu seinen Katzen beschreibt, allerdings haben das die Mäuse wohl etwas anders gesehen.
 
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