Non-Metal-Jahresrückblick 2019

Dieses Thema im Forum "NO CLASS - Alternative & Indie" wurde erstellt von 1984, 19. November 2019.

  1. DeGrominator

    DeGrominator Deaf Leppard

    Den Tool-Post seh ich jetzt erst - großartig! Hab mit der Band zwar irgendwie meinen Frieden gemacht, aber die Fans bleiben halt größtenteils echt bauchlinke Dullis.
     
    El Guerrero und sportswear gefällt das.
  2. Axe To Fall

    Axe To Fall Till Deaf Do Us Part

    Honourable Mentions IV (schwöre ist letzte, dann geht's steil)

    Future - The WIZRD
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    Herzensbrecher Future Hndrxx ist zurück. Vorwarnung für alle Boombap-Heads hier: Future steht für feinsten Autocrooner-Rap voller Sehnsucht und dicken Diamantketten. Aber keiner macht das so gut wie er. Und "The WIZRD" ist sein bestes Projekt seit dem legendären Überalbum "DS2" (sowie dem ganzen Mixtapes um diese Zeit wie "Beast Mode" oder "Monster"). Da kommen Bretter wie "Jumping On A Jet" oder "F&N", Herzensbrecher wie "Promise U That" oder melancholische Hymnen über zu hohe Lebensstandards wie mein Fave "Never Stop". Anhören, dancen, weinen, lieben.

    Injury Reserve - s/t
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    Ab in die andere Ecke des Rapspektrums. Nach zwei bombigen Mixtapes und einer EP kommt das Alternative Rap Trio von Injury Reserve endlich mit ihrem Debüt um die Ecke. Und das Ding ist ein Brett. Abgefahrene aber sehr fett produzierte Beats, treffen auf abwechslungsreiche Flows und einer traumhaften Gästeliste (u.a. Rico Nasty, Freddie Gibbs, JPEGMAFIA). Da kommen dann Bretter der Marke "Jailbreak The Tesla" (der Text auch hammermäßig), fantastische Gesellschaftskommentare wie "Jawbreaker" und düstere Ghettoballaden wie "Wax On".

    Tua - s/t
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    Zeit für das beste deutschsprachige Album des Jahres (von Max Rieger kommt ja wohl nix mehr und sorry @ Grim), aber nach ein paar Jahren der Verwirrung mit sehr elektrischen und teils Dnb-lastigen Projekten haben wir es hier mit dem inoffiziellen Nachfolger von "Grau" (einem der besten deutschsprachigen Alben überhaupt) zu tun. Ultra melancholisch, voller düsterer (fantastisch produzierter) Soundbilder und musikalisch inzwischen nur noch offen. Da treffen düstere Popsongs wie das tolle "Wem mach ich was vor" auf tiefschürfende Vergänglichkeitsstudien wie "Vater" (zentrales Thema des Albums), urbane Raptracks wie "Vorstadt" und Balladen wie das berührende "Wenn ich gehen muss" (wichtige Message im Video!).
     
  3. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    Ich bin kürzlich zufällig auf "Lawine" gestoßen, fand ich super. Ob das auf Albumlänge geht ma gucken.
     
  4. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    Sorry, dass ich hier selbst gerade kaum was beitrage, bald sind Ferien, dann geht's los. Schön macht ihr das, die Playlist aus dem Eingangspost ist jetzt up to date. Einige Hurensohnobskuritäten hat Spotify nicht, aber sonst ist alles da. Ach und der Link geht jetzt auch, keine Ahnung, was da los war.
     
  5. DreamingInRed

    DreamingInRed Deaf Dealer

    Im Mai erschien das siebte Album (Green and Gray) der US-Band PILE, mit welchem ich die Band auch erst kennen lernen durfte. Aber seitdem zieht mich die Band in ihren Bann. Gespielt wird abwechslungsreicher noisiger Rock, der aber immer wieder in verschiedene Richtungen abdriftet, egal ob Punk oder Indie. Dabei klingt das Ganze aber nicht aufgesetzt oder erzwungen, sondern authentisch und sowas nach den 90ern, dass mir ganz warm ums Herz wird.
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    Bandcamp: https://pile.bandcamp.com/album/green-and-gray
    Firewood: https://www.youtube.com/embed/kVvKXWxUgDg
    A Labrinth With No Center: https://youtu.be/2Wh-KFWLJMU
    The Soft Hands of Stephen Miller: https://youtu.be/tP8LysGrO1c
     
    Axe To Fall, wrm und subcomandante gefällt das.
  6. Axe To Fall

    Axe To Fall Till Deaf Do Us Part

    Top 15 (Platzierung teilweise bisschen gewürfelt ya know)

    15. Knocked Loose - A Different Shade Of Blue

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    Schon am cheaten bei der ersten Platzierung. Aber muss halt rein. Knocked Loose sind wohl der größte Hype im Hardcore/Metalcore seit vielen, vielen Jahren. Die Szene ist so lebendig und wild wie lange nicht mehr (Code Orange, Turnstile, Vein, Higher Power etc.) und Knocked Loose sind die absoluten Vorreiter der "jungen Wilden". Die Band hält ihre Songs einerseits simpel, ergo gibt es hier auf die Fresse und das mit Ansage. Knallende Riffs, fiese Breakdowns, drückende Vocals.

    Aber andererseits schafft es die Band instrumental da irre viel zu verpacken. Man beachte das Korn-Gedächtnisriff in "Mistakes Like Fractures" oder die atmosphärisch-vertrackten Rhythmen in "...And I Still Wander South". Dazu passt auch das Packaging, Cover ist fuego und stylisch. Brett.

    Mistakes Like Fractures
    Belleville
    ...And I Still Wander Youth
     
  7. El-Edlo

    El-Edlo Deaf Dealer

    Was ist eigentlich aus dem hurensohn'schen Adventskalender geworden?
     
    Jenny Death und Hurensohn gefällt das.
  8. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    War wohl wieder Schnaps drin
     
  9. beschissen

    beschissen Till Deaf Do Us Part

  10. Axe To Fall

    Axe To Fall Till Deaf Do Us Part

    14. FONTAINES D.C. - Dogrel
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    Post-Punk ist nicht erst seit gestern wieder der Shit. Dennoch haben die vergangenen zwei Jahre hier nochmal für einen absoluten Schub an politisch geladener Musik gesorgt, natürlich mit Idles als Katalysator. Die Iren von FONTAINES D.C. reihen sich mit ihrem Debüt direkt weit oben ein. Dabei sind sie leiser als die großen Vorbilder, bedienen sich neben Post-Punk in den 60ern und beim Garage/Surf Rock.

    Ich muss mich hüten hier nicht die komplette Tracklist aufzulisten, denn hier reiht sich Hit an Hit. Der kompakte Opener "Big" (mit der Überzeile: Dublin in the rain is mine/A pregnant city with a Catholic mind.), das melancholische "Television Screen", die Uptempo-Granate "Boys In The Better Land" oder der energische Riffer von "Hurricane Laughter". Fast das beste Post-Punk-Debüt des Jahres. Fast.

    Boys In The Better Land
    Big
    Hurricane Laughter (hier noch in einer alten Version)
    https://fontainesdc.bandcamp.com/album/dogrel
     
  11. Hurensohn

    Hurensohn Till Deaf Do Us Part

    ordentlich gesundheitlich zu tun gehabt und ab morgen unterwegs. wird nachgereicht. dann ist das auch wie vom adventskalender einfach halbe schoki auf mal futtern. geil aber dann muss man auch kotzen.
     
  12. Jerry A.

    Jerry A. Deaf Dealer

    ganz starkes Album!!!
     
    El Guerrero und Axe To Fall gefällt das.
  13. Douggie

    Douggie Deaf Dealer

    live gesehen bevor das Album rauskam vor etwa 100 Leuten, fand ich ganz gut, mir fehlte an manchen Stellen aber etwas Druck.
    Zu wenig um mir die Platte zu holen, aber nicht schlecht
     
  14. beschissen

    beschissen Till Deaf Do Us Part

    DYSON STRINGER CLOHER / st

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    Jen Cloher, Mia Dyson & Liz Stringer; mindestens eine der drei Damen ist wahrscheinlich hier im Thema keine Unbekannte.
    Starkes Debut, fuzzy guitar pop mit Breeders-Touch und Country-Ausflügen.

    Falling Clouds
    https://dysonstringercloher.bandcamp.com/
     
  15. Axe To Fall

    Axe To Fall Till Deaf Do Us Part

    13. 03 Greedo & Kenny Beats - Netflix & Deal
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    Man könnte meinen dass die Narrative perfekt ist: 03 Greedo sitzt aktuell für 20 Jahre im Knast, sein neues Trap-Gangster-Epos ist vorab entstanden. Und mit niemand geringerem als Kenny Beats, DEM Produzenten im US Rap der Stunde. Um mal etwas vom Portfolio von Kenny zu spoilern: Rico Nasty, JPEGMAFIA, Travis Scott, FKA Twigs, J.I.D., Vince Staples, Schoolboy Q, Freddie Gibbs und noch viele mehr.

    Und Kenny ist auch der Star dieser Kollabo. Seine Beats sind hart, verspielt und wirr, gleichzeitig tanzbar und experimentell. Und Greedo macht seinen Part mit schnellen Mumbles und entspannten Flows auch solide. Dazu fantastische Gastbeiträge von Maxo Kream, Freddie Gibbs oder Vince Staples. Trap Album des Jahres.

    Disco Shit
    Beg Your Pardon
    Traffic
     
    Hurensohn und 1984 gefällt das.
  16. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    https://www.albumoftheyear.org/list/summary/2019/

    Wie kann das sein, dass Lana Del Rey jetzt spontan nochmal so durch die Decke geht? Das hat die Ärmste nun wirklich nicht verdient. Immerhin bei Platz 2 wurde sich an uns orientiert. Gut gemacht, Welt. Da ist echt gutes Zeug drin, über das ich auch immer noch schreiben will, aber ich krieg's leider gerade nicht auf die Kette.
     
    Jenny Death gefällt das.
  17. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

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    Ach, was soll's. In Sachen Rap war 2019 sehr stark, schon fast gruselig unübersichtlich. Mein Fave ist "GREY AREA" von Little Simz. Häufig Battlecharakter ("Boss"), gern episch (I'm Jay-Z on a bad day, Shakespeare on my worst days, "Offence") gern auch gemischt mit Politik (you don't like pussy in power, "Venom"), oft reflektiert ("Selfish", "Therapy") und dabei - sehr wichtig: immer über die ermüdende Selbstreferentialität des Rapgames hinausreichend. Ich kann's halt sonst auch echt nicht mehr aushalten. Umso besser, dass sie sau gute Songs schreibt und Beats zurechtgetrümmert wurden, deren Lässigkeit eines zeitgemäßen Vergleichs völlig zu entbehren scheinen. Trap sucht ihr vergeblich, auch wenn's erstmal danach aussieht. Sehr warmer und voluminöser, aber nüchterner und niemals anbiedender Gesamtsound. Unaufgeregt geil. Wahnsinn.

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    https://www.youtube.com/embed/ncDd4lutYTU
    https://www.youtube.com/watch?v=Kh8Q2iytzns
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2019
    Henna, Axe To Fall, oozing evil und 5 anderen gefällt das.
  18. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

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    Eine der größten Enttäuschungen für mich, über die ich mich bisher aber kaum ausgelassen habe, ist ja die aktuelle Dendemann. Live war er super, bei "Da nich' für!" handelt es sich jedoch unübersehbar um einen faulen Kompromiss. Es ist also auch kein Abschiss, aber mich macht schon ein bisschen sauer, wie wenig er seinen Hörern mittlerweile abverlangt. Fangen wir mal mit den schönen Dingen ab: "Wo ich wech bin" gehört für mich zu den besten Tracks, die er jemals gemacht hat. Toller Beat, sphärische Minimaldynamik, Bilderflut, vieldimensional. Und leider auch der einzige Song, in dem er nicht den Fehler macht, diese inhaltliche Offenheit (die durchaus häufiger auftritt) durch eine platte, eindeutige Hook aufzulösen, in der dem Hörer sämtliche Verwirrung genommen wird und er nichts mehr denken muss. Voll kacke. Weil: Das ist für mich eine der größten Stärken von "Vom Vintage verweht", dass man da teilweise echt sitzt und auch beim 80. Hören noch denkt: "Sehr schön. Aber hä?!" Fehlt hier völlig. Musikalisch ist das Ganze dann insgesamt auch eher durchwachsen (der Trettmann-Song ey, ach du scheiße) und die Features sind allesamt zum In-die-Sonne schießen, vor allem mit Casper und den scheiß Beginnern, man, verpisst euch endlich, kein Mensch braucht das, letztere noch weniger als ersteren mit ihren ewig langen und ewig lang schon irrelevanten Selbstbezügen ("Ich mag Kicks und Snares und Sneaker" - wow, geh kacken). Muss man schon kacke finden, sorry. In Zahlen sicher noch 'ne 6/10 aufgrund der Technik, trotzdem unhörbar aufgrund der zahlreichen Unstolpersteine. Sehr, sehr schade. Bei 'nem Rohkrepierer hätte ich sagen können egal, hier sieht man jedoch an jeder Ecke, was daraus hätte werden können.

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    Schön: https://www.youtube.com/embed/GfgiOdbNBXA
    Oh lord: https://www.youtube.com/watch?v=eOMwOJIhBJ4
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2019
    Douggie und Jenny Death gefällt das.
  19. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

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    Nicht irritieren lassen: Es handelt sich nicht um Dungeon Synth. Düster ist es trotzdem. Ich bin leider nicht firm genug, um im Bereich Industrial Techno genau sagen zu können, wann eine Platte für mich gut ist und wann nicht. Ich dachte erst, dass gewisse Sounds und Patterns abgestandener klingen könnten als andere, das mag sicher auch sein, ist aber trotzdem kein Qualitätsurteil. Das Gesamtbild von Xosars "The Possesssor Possesses Nothing" ist atmosphärisch einfach ultra stimmig, wenn man Bock auf dystopische Vibes hat, und das kommt bei meiner fröhlichen Weltsicht etwa an 19 Stunden pro Tag vor. Sollte alles vor die Hunde gehen, muss man wenigstens dazu tanzen können. Den Titel kann man wahlweise als nihilistisch oder befreidend deuten., Track sieben und acht bieten beides an. Und der letzte negiert möglicherweise die Relevanz der Frage. Ach, kein Plan, bildet euch euer eigenes Urteil, bei mir nach Gold, Holly Herndon und HEALTH auf Platz 4 dieses Jahr.

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    https://bedouinrecords.bandcamp.com/track/transmogrification
    https://bedouinrecords.bandcamp.com/track/heavens-gate
     
  20. Jenny Death

    Jenny Death Till Deaf Do Us Part

    Ein rätselhafter Satz, Dude. Vermutlich: contradictio in adjecto.
    Das machen eh alle, meist ohne preiszugeben, wiesoweshalbwarum so geurteilt. Reasons well lost.
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    Dennoch schöne Kritiken, Dear One. Lobilove!
     
    1984 gefällt das.
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