Non-Metal-Jahresrückblick 2019

Dieses Thema im Forum "NO CLASS - Alternative & Indie" wurde erstellt von 1984, 19. November 2019.

  1. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

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    Holly Herndon fordert meines Erachtens nach viel, so manchem Hörer mag ihr Konzept allerdings bemüht, überambitioniert und in letzter Instanz ziellos und nervend vorkommen. Ich war von "Platform" schon zu 100% überzeugt (damals mein AOTY) und "Proto" kann mich jetzt natürlich nicht mehr so überraschen, klingt aber trotzdem nicht nur nach einer konsequenten Fortsetzung ihres sehr charakteristischen und organischen IMD-Sounds, sondern tatsächlich nach einer Weiterentwicklung. Vocals waren schon immer wichtiger als bei vielen Genrekolleg*innen, diesmal wird noch mehr Wert darauf gelegt. Worum geht's? Tja. Wohl Liebe und Grenzüberschreitung, wie immer bei guter Musik. Ich hab das diffuse Gefühl, dass sich Herndon in ihrer Transgression mehr der Natur, dem Universum und Gott zuwendet (Grimes z.B. thematisiert Grenzüberwindung im Kontext Transhumanismus), ich finde irgendwie beides nicht besonders sympathisch, bei Herndon kann ich aber besser darüber hinwegsehen. Hinsichtlich der musikalischen Qualität stehen beide eh schon lange nicht mehr auf derselben Stufe. Ja, ich bin inkonsequent. Und "Eternal" ist einfach so ein Megahit ey. *heirat* Deshalb hab ich die LP auch gleich einmal vorbestellt und dann aus Versehen nochmal geordert. Preorder kam zu spät. @Jenny Death, schick mir mal deine Adresse. :D

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    https://www.youtube.com/embed/r4sROgbaeOs
    https://www.youtube.com/watch?v=rvNqNgHAEys

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  2. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    Ach, ich weiß. Damit wollte ich sagen, dass ich mMn nicht überzeugend begründen kann, warum man sich das anhören soll.

    Und danke :-*
     
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  3. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

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    Zweitgrößte Verwirrung des Jahres: Boy Harshers "Careful", wobei da ja schon 'ne Warnung drinsteckt. Nach dem Vorabsong "Face The Fire" dachte ich, das Album müsse eine völlige Offenbarung werden. Der Track landete in so ziemlich jeder meiner Playlists und lief beim Sport, Kochen, Essen, Rumknutschen, auf dem Weg zur Arbeit, das Video war auch klasse. Natürlich wurde auch "Yr Body Is Nothing" sofort restlos/-less verzehrt. Dann legte ich endlich das Vinyl auf und dachte: Hm. Weil: Es klingt halt wirklich alles gleich. Alles Retrosynthpop mit einem Gespür für Hits, siggi, aber auf Albumlänge fesselt das dann doch erstaunlich wenig. Trotzdem hab ich ständig Bock drauf. Mit HEALTH hatte ich zeitlgeich noch so ähnliche, wenn auch umgekehrte Verwirrung, da dachte ich echt, mein Geschmack ist kaputt. Wenn man verruchtem, minimalistischen EBM (sozusagen für latente Sexferkel) etwas abgewinnen kann, sollte man sich auf jeden Fall "Face The Fire" geben. Ob der Rest des Albums sein muss, weiß ich nicht, aber aufgrund des fantastischen Covers hätte ich es wohl auch blind gekauft.

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    https://boyharsher.bandcamp.com/track/face-the-fire
    https://boyharsher.bandcamp.com/track/come-closer
     
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  4. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    Dann nochmal kurz meine meistgehörte Techno-EP, von der ich auch nicht so richtig sagen kann, was ihr Alleinstellungsmerkmal sein soll. So originell wie auf ihrem 2017er-Flimmeralbum "It Never Ends" zeigen nthng sich hier nämlich nicht. Egal. Mich entspannt vor allem "Neo" (hoffentlich nicht der schlecht gespielte Pseudojesus aus diesem Kackfilm mit den Ledermänteln), vielleicht schafft ihr's ja auch dazu den ein oder anderen Cocktail am geistigen Pool wegzuschütten. Ich kann aber auch jeden @Hurensohn verstehen, der das eher mittelprächtig findet.

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    https://boomkat.com/products/microdose
     
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  5. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

    Noch 'ne tolle EP kommt von Filmmaker. Danke hierbei an @Fire Down Under, ohne dessen Russentechnofetisch ich wohl nicht reingehört hätte. Ich habe das Gefühl, dass Detriti Records sich zunehmend auch Industrial Techno zuwenden, nachdem ja lange Zeit unpolierter Subhitpostpunk das Erscheinungsbild des Labels prägte. Filmmaker releast etwa ein Output im Monat, deshalb kommt man schwer hinterher. Und man sieht ja schon an der Covergestaltung, dass auch hier Nostalgie eine tragende Rolle spielt. Trotzdem kriegen es nicht viele Acts hin, mich auf diese Art mitzureißen. Läuft oft zu Arbeit und Sport (der ja auch Arbeit ist, nicht verarschen lassen!), keine Freizeitmusik also. Es sei denn, man spielt Atari dabei oder guckt Robocop. Am treffendstern wird der Sound eingekreist von dem D'n'B-lastigen Opener "Extinction Wave" und dem etwas gemäßigteren "Vestigium", bei dem es sich auch um den regulären Rausschmeißer handelt (es gibt zwei digitale Bonustracks). Zum Content...naja. Flugauto fahren, Sonnenbrille aufsetzen, Fresse halten.

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    https://filmmaker.bandcamp.com/track/extinction-wave
    https://filmmaker.bandcamp.com/track/vestigium
     
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  6. 1984

    1984 Till Deaf Do Us Part

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    Ey, unfassbar: Zu Clipping steht hier ja noch überhaupt nichts. @Axe To Fall hatte ja im Hip Hop-Thread auch schon alles gesagt eigentlich. Trotz diverser hochklassiger Rap-Releases wohl das Meisterwerk in dem Sektor und gleichzeitig das Diskographie-Highlight. Früher war das für mich eher Musik, bei der man nach Bangern suchte, obwohl ja schon immer eine Form von (auch inhaltlichem) Konzept dahinter stand. So richtig interessant wurde das für mich erst mit "Splendor And Misery", da gefiel mir dann allerdings - mit einigen Ausnahmen - die Musik nicht so gut. Verwandt hier zum Techno: Afrofuturismus. Da denk ich ja gleich an Meineckes "Hellblau". Und an Deltron 3030. ♥ "There Existed An Addiction To Blood" hingegen übertrifft sogar die kompositiorische Stärke von "CLPPNG". Man hat das Gefühl einen hochklassigen Horrorfilm zu schauen, bei dem man dem Grauen durch Tanzen beikommen will. Unfassbar produziert, im Gegensatz zu den Noise-Eskapaden der vergangenen Platten thronen diesmal eindeutig Diggs' markante Vocals über allem und die Beats halten sich - von einigen Ausbrüchen abgesehen - zurück. Ich wusste nicht, dass der Typ Profischauspieler ist. Krass. Long story short: Eigentlich gibt's hier nur Hits, trotzdem sollte die Platte wohl am Stück gehört werden.

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    Ich mach es euch leicht:

    https://clppng.bandcamp.com/track/nothing-is-safe
    https://clppng.bandcamp.com/track/club-down-with-sarah-bernat
    https://www.youtube.com/embed/s9EsHbqmjN4
     
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  7. Fraoch

    Fraoch Till Deaf Do Us Part

    Come Closer ist noch erwähnenswert -und mit Abzügen auch FATE-, dann ist allerdings der Rest etwas schwach auf der Lunge, leider. Wobei das auch so ein Album ist bei welchem ich glaube, dass es als EP, um eine Hand voll Tracks gekürzt, weit besser funktionieren würde.
     
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  8. DecapitatedSaint

    DecapitatedSaint Till Deaf Do Us Part

    Stilistisch eigentlich nicht meine Baustelle:
    Tyler, The Creator - IGOR
    Dennoch, tolles Album!
     
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  9. Hummel

    Hummel Deaf Dealer

    Damit hast du mich gekriegt und die verlinkten Stücke halten das Versprechen auch. Muss ich mir wohl kaufen. Danke!
     
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  10. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    Zum Jahresabschluss die traditionelle Jahresbilanz mit den Alben, die 2019 für mich erwähnenswert waren.
    Wie immer bei mir: Es ist keine Rangliste!

    (Kann Spuren von Metall enthalten. Mit anderen Worten: Auch wenn hier eigentlich „Non-Metal“ gefragt ist, erlaube ich mir wie bisher, einfach meine kompletten Jahres-Highlights hier reinzuhauen. Ist letztendlich eh nicht viel Metal bei meinen Gesamthighlights gelandet, obwohl ich eigentlich schon einiges davon gekauft habe dieses Jahr.)


    Gold - „Why Aren't You Laughing?“

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    Das aktuelle Gold-Album war für mich eine Überraschung. Ich kannte die Band schon länger oberflächlich und hatte sie vor ein paar Jahren auch schon als Support von Converge live gesehen. Damals für ganz ordentlich befunden, mehr aber auch nicht. Die älteren Alben fahren aber auch eher eine retro-rockigere Schiene, soweit ich weiß (ein aufmerksames Hören der Vorgänger-Alben habe ich mir vorgenommen, steht aber noch aus). Tja, ich erwartete von dem neuen Album also nicht besonders viel, wurde aber von Anfang an von den tollen melancholischen Songs umgehauen. Das ganze Jahr über viel und gerne gehört, Abnutzungserscheinungen bisher Fehlanzeige. Ein eindeutiges Jahres-Highlight!

    Reinhören: https://thebandgold.bandcamp.com/album/why-arent-you-laughing


    Maulgruppe - „Tiere In Tschernobyl“

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    Mit Rachut-Bands hatte ich bisher gar nicht so viel am Hut. Immerhin Dackelblut habe ich vor ca. 20 Jahren mal live gesehen. Vorgruppe war damals eine gewisse Band namens Kurt. Und hier schließt sich der Kreis zur aktuellen Maulgruppe, den eben jene Leute von Kurt sind hier zur instrumentalen Unterstützung dabei. Geboten wird eingängig nach vorne gehender Elektro-Punk, der mit Rachuts verschroben-angepissten Vocals garniert wird.

    Reinhören: https://maulgruppe.bandcamp.com/releases

    Amygdala - „Our Voices Will Soar Forever“

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    Amygdala aus Texas haben hier ein astreines Hardcore-Album abgeliefert. Frisch und dynamisch wechseln sich hier heftige Geballer-Parts mit zurückgenommenen Passagen ab. Starke Vocals gibt’s obendrauf. Hoffentlich bald mal auf europäischen Bühnen zu sehen.

    Reinhören: https://amygdalatx.bandcamp.com/album/our-voices-will-soar-forever
     
  11. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    A Mote Of Dust - „A Mote Of Dust II“

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    Der Schotte Craig B., den mancher vielleicht unter anderem noch von Aereogramme kennt, legt mit „A Mote Of Dust II“ sein zweites und wohl gleichzeitig letztes Solo-Album vor. Leisetretende, minimalistisch instrumentierte Songs, bei denen die markante, traurige Stimme im Vordergrund steht.

    Reinhören: https://amoteofdustofficial.bandcamp.com/album/a-mote-of-dust-ii
    Auch hören: Lightning Dust - „Spectre“ https://lightningdust.bandcamp.com/album/spectre


    Black Belt Eagle Scout - „At The Party With My Brown Friends“

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    Die ruhigen, verträumten Songs mit der sanften Simme von Katherine Paul, US-Singer-/Songwriterin mit indianischem Background, mochte ich zwar von Anfang an, hätte sie aber zunächst nicht unbedingt unter meinen Jahres-Highlights vermutet. Aber bei erneutem Hören in letzter Zeit wurde mir bewusst, dass mir die Songs inzwischen vertraut genug sind, dass sie hier einfach dazugehören.

    Reinhören: https://blackbelteaglescout.bandcamp.com/album/at-the-party-with-my-brown-friends


    Carla dal Forno - „Look Up Sharp“

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    Zweites Album der in Europa lebenden Australierin. Hauptsächlich Dream- und Elektro-Pop sowie eine Prise Trip-Hop sind die Zutaten der hier transportierten herbstlich-düsteren Stimmung.

    Reinhören: https://carladalforno.bandcamp.com/album/look-up-sharp
     
  12. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    Bleached - „Don't You Think You've Had Enough?“

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    Bleached sind zwei Schwestern aus Los Angeles. Deren Album liefert unter der groben Überschrift Indie ein buntes Potpourri an hitverdächtigen Songs. Mal eher lässig poppig, mal eher rotzig. Hier verzeihe ich sogar einige Elemente, die sonst normalerweise gar nicht mein Fall sind: Handclaps, Pfeifen, funkige Gitarren.
    Gutes Sommer-Album.

    Reinhören: https://www.youtube.com/embed/Pc9b35XulJQ
    Auch hören: Cherry Glazerr - „Stuffed & Ready“ https://www.youtube.com/watch?v=YLZYJ-u3WMo


    Ilgen-Nur - „Power Nap“

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    Starkes Debüt-Album der aus der schwäbischen Provinz stammenden und inzwischen in Berlin lebenden Ilgen-Nur. Ein gutes Händchen für Melodien beschert uns hier eine ganze Reihe sehr gelungener Indie-Pop-Songs. Kompliment. Das Konzert im Herbst habe ich leider verpasst, aber das wird schon noch werden mit der Live-Sichtung.

    Reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=BWo5LXAQBz8


    Leprous - „Pitfalls“

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    Die Norweger blicken schon auf eine solide Diskografie zurück. Ich kannte sie jedoch vor dem aktuellen Album nicht. Ursprünglich offenbar aus dem Prog-Bereich kommend, haben die Songs auf „Pitfalls“ auch jede Menge Pop-Appeal. Der hohe, theatralische Gesang befindet sich normalerweise eigentlich eher jenseits meines musikalischen Beuteschemas, aber das hier hat dank gelungenem Songwriting bei mir schnell gezündet.

    Reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=4nPwBSaJmgI
     
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  13. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    Dead To A Dying World - „Elegy“

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    Stilistisch etwas schwer fassbar, aber wohl vage unter dem Überbegriff Post-Metal ganz passabel aufgehoben. Auffällig ist hier zum einen der Einsatz einer Bratsche – normalerweise finde ich den Einsatz von Streichinstrumenten bei härterer Musik schwierig, aber hier funktioniert das wunderbar, weil die Bratsche nicht aufdringlich wirkt, sondern sich harmonisch ins Ganze einfügt. Zum anderen erwähnenswert sind hier auch noch die variablen männlich-weiblichen Vocals im Wechsel.
    Kurioserweise erinnert mich der ruhige Auftakt mit dem dunklen Gesang etwas an R.E.M. oder Ähnliches. Das tiefe Gebrüll im zweiten Track lässt dann aber wieder eher an Neurosis denken. Abwechslung ist also geboten. Für mich im Vergleich zum Vorgänger eine deutliche Steigerung.

    Reinhören: https://deadtoadyingworld.bandcamp.com/album/elegy-3


    Cult Of Luna - „A Dawn To Fear“

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    COL landen auch nicht gerade zum ersten Mal mit einem ihrer Releases bei meinen Jahres-Highlights. Paradoxerweise war ich im Vorfeld gar nicht so heiß auf das Album „neues COL-Album? Hm, wird schon wieder in Ordnung gehen...“ Dabei ist „A Dawn To Fear“ so viel mehr als nur „in Ordnung“. Nach den maschinell-kühlen Sounds des Vorgängers „Vertikal“ (und auch des Kollaborations-Sonderalbums „Mariner“) widmet man sich hier wieder organischeren Klängen. Große Spannungsbögen streben ihrem Höhepunkt entgegen – da möchte man am liebsten mit ausgebreiteten Armen auf einem Berggipfel stehen oder so. Schön, schön.

    Reinhören: https://cultofluna.bandcamp.com/album/a-dawn-to-fear
    Auch hören: ORO - „Djupets Kall“ https://oroband.bandcamp.com/releases


    Vesperine - „Espérer Sombrer“

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    Leider flog das Album bei mir etwas unter dem Radar, denn es lag eine ganze Weile verschollen bzw. vergessen unter einem Stapel anderer Tonträger. Aber auch so ist es ein unbequemer, anstrengender Brocken von einem Post-Hardcore-/Metal-Album, auf den man nicht immer Lust hat.
    Die intensiven, angepissten Vocals sowie die Sperrigkeit erinnern mich hin und wieder an ein wenig an Breach. Gutes Debüt-Album, mal sehen, was von denen noch kommt.

    Reinhören: https://vesperine.bandcamp.com/
    Auch hören: Fleshworld - „The Essence Has Changed, but the Details Remain“
    https://fleshworldpl.bandcamp.com/album/the-essence-has-changed-but-the-details-remain
     
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  14. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    Imha Tarikat - „Kara Ihlas“

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    „Kara Ihlas“ kam schon im Januar raus und war mein erster 2019er-Albenkauf. Und ich schätze, das dürfte auch schon das beste reine Metal-Album sein, das ich mir dieses Jahr zugelegt habe. Black Metal mit ganz viel Punk-Attitüde. Während man es bei vielen Black-Metal Releases mit hohem, klagendem Geschrei zu tun hat, gibt es hier sehr hauptsächlich aggressive Shouts. Dazu schöne Gitarrenspielereien und einen guten Sound. Super Album.

    Reinhören: https://imhatarikat.bandcamp.com/album/kara-ihlas


    Vale - „Burden Of Sight“

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    Vale aus Oakland bestehen aus Leuten, die teils auch in anderen Bands aktiv sind (z. B. Abstracter, Ulthar). Ihr Debüt „Burden Of Sight“ überzeugt mich auf ganzer Linie: irgendwo zwischen Black Metal und Crust, wobei vor allem die fiesen weiblichen Vocals stark nach Black Metal klingen.
    Ich habe das Gefühl, dass dieses Album kaum Aufmerksamkeit bekommen hat – und ich verstehe das gar nicht. Für mich passt hier alles sehr gut zusammen. Wunderbares Krachgeschoss.

    Reinhören: https://valeoakland.bandcamp.com/album/burden-of-sight
     
  15. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    Zum Schluss noch zwei EPs:

    Ultha - „Belong“

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    Auf ihrer letzten(?) EP präsentieren sich Ultha mit zwei sehr langen Tracks noch einmal in Hochform. Mehr gibt’s dazu gar nicht zu sagen.

    Reinhören: https://ultha.bandcamp.com/album/belong-ep
    Auch hören: Sun Worship - „Emanations Of Desolation“ https://sunworship.bandcamp.com/album/emanations-of-desolation


    Vorga - „Radiant Gloom“

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    Sollten Anfang des Jahres in einem kleinen Karlsruher Club spielen und ich dachte zunächst „na ja, halt eine weitere lokale Band“. Beim Reinhören merkte ich dann aber, dass das schon sehr ausgereifter Stoff ist und die Band offenbar keine Anfänger sind. Vier astreine und im positiven Sinne eingängige Black-Metal-Songs mit guten Sound gibt es auf der ersten EP.
    Bin gespannt, was da noch kommt. Auch auf meine erste Live-Sichtung warte ich noch, denn das Konzert im Februar fiel dann leider kurzfristig aus.

    Reinhören: https://vorga.bandcamp.com/releases
     
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  16. subcomandante

    subcomandante Till Deaf Do Us Part

    Danke für die Empfehlung, hatte den Post-Aerogramme-Werdegang irgendwie nach dem Unwinding Hours-Debüt völlig aus den Augen verloren. Höre gerade rein, das ist ein wenig anders, als erwartet, jedenfalls wirklich sehr schön, wenn auch in seiner unvermittelten Emotionalität, Verletzlichkeit, Intimität und Emphase wohl nicht jedermanns Sache, aber momentan berührt mich das echt. Wow.
     
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  17. Der böse Och

    Der böse Och Deaf Dealer

    Was die Aereogramme-Nachfolgegeschichten angeht, war ich auch nicht sooo eng am Geschehen, The Unwinding Hours hat z. B. nie wirklich bei mir gezündet.
    Daher war auch ich überrascht, wie gut mir die aktuelle A Mote Of Dust gefiel. Kam schon früh im Jahr raus und hat daher bei mir schon einige Durchläufe hinter sich, ohne dass sich da Abnutzungserscheinungen eingestellt hätten.
    Richtig gutes Album, das ich nur empfehlen kann!
     
  18. oozing evil

    oozing evil Till Deaf Do Us Part

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    https://darkwaterband.bandcamp.com/

    später heartbreak bei mir ist die selbstbetitelte ep von dark water (tipp hier aus dem post-punk thread).
    begleitet mich ständig und bei allem. wavepop - oder goth/synthpop - also mit starkem 80s feel zum verlieben. sehr zuckrig-melancholisch, düster im romantischen sinne (also genre-gemäß), mit toller stimme und einfach tollen songs. alle 5 sind richtige hits.
    kennt ihr diesen pistolen-schuss-schwoof aus der 90er grufti disco? will man jedenfalls dazu machen.
    bandfoto ist vielleicht aufschlussreicher als mein geschwurbel (sorry, bin reinverliebt in das teil. und ja: ich sollte nicht über musik schreiben.)
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  19. Jenny Death

    Jenny Death Till Deaf Do Us Part

    @oozing evil: die letzten drei Sätze streichen, weil komplett unwahr. Merke dir eines: Jennifer hat immer recht. Und das ist doch gar nicht so unerheblich, nicht wahr?
     
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  20. Fraoch

    Fraoch Till Deaf Do Us Part

    Was wäre wohl ein fraochsches Musikjahr ohne den obligatorischen Goth-Rock-Schinken, der aus diesem Jahr hat eine gute Dekade abgehangen bis er in der vorliegenden Form mit all seinen glänzenden und auf der Zunge explodierenden Salzkristallen verköstigt werden konnte. Und wieder war es das Label Swiss Dark Nichts, dass das Ding vom Haken nahm und in die Welt entließ. Hier sogar gleich zweimal.

    THE ROPE: COLLECTION/LILLIAN
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    The Rope bringen das 80er-Jahre-Goth-Rock-Herz zum seichten Totengräberhüpfer - Ein Tänzchen drei Schritte vor, drei zurück mit Verbeugung oder Drehung. Mal zärtlich verträumt, Mal kraftvoll vorrausgehend und vorrantreibend hämmern The Rope ein Grundgerüst Gothic Rock mit poppig eingängiger Note. Den Anfang machte Collection, eine ergänzte Kompilation der bereits veröffentlichten EPs. Hell surrende Gitarre, hämmernde Tomtoms, sonorer Barriton und treibend pulsierendes Bassspiel mit Melodie. The Rope nehmen hier Vorbilder wie The Cult, die (kommerziell gesehene) Erfolgsphase von Killing Joke, Love and Rockets, The Mission und ähnliche Schwarzkittel-Bands der 80er um ein Goth-Rock-Hitfeuerwerk abzufakeln. Collection legt in einem Ausmaß vor, dass der Nachfolger erstmal absaugen müsste und sich bemühte mitzuhalten. The Silence, Water to Wine, Where the Bones Lie und Suffer sind gut gelaunte Rockbretter mit Energie und Melodie die für die verschwitzte Clubbühne und den freudig pogenden Bereich davor geschrieben wurden. Jerricho setzt noch Mal ein Quäntchen Aggression drauf und klingt mit der verzerrten Gitarre -fast schon metalisch- nach den Fields of the Nephilim. Mit Marie und Touch of Ghosts nahm die verträumt zerfließende Melancholie Einzug und mit Poison Pill werden Joy Division zitiert und dabei um einem gefälligen Refrain ergänzt. Der Rest spielt sich im Midtempo mit fortwährend großer Geste und Dynamik ab. Das Album schließt alsdann mit einer Live-Aufnahmen von Eyes, einem ebensolchen Stück dynamischen Midtempos, welches schließlich das nachkommende Album als Studioaufnahme eröffnete.
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    Lillian knüpft im Prinzip nahtlos an Collection an, geht aber im Gesamtpaket etwas ruhiger zu Werke. The Rope bringen mit Terminus, Lillian, Given to the Gun und Lead erneut eingängig treibenden Goth-Rock mit herausstechenden Refrains und einem fantastischen Sänger, mit Gravity, Now you know, Dying Days und Bridge den, mal romantisch zarten (Gravity, Dying Days, Again), mal Fury-in-the-Slaughterhouseartig rockenden (Bridge), mal düster-sinnierend House-of-Usher Midtempo, immer mit großer Melodie und energietransportierenden Refrain, ins Spiel. Insbesondere Now you know kann gerade im gebrüllten Refrain hier überzeugen. Was fehlt ist das Gegenstück zu Marie, wobei der Rauswerfer Again schon als melancholisch verträumter Midtempoabschluss mit fragiler Struktur und seinen Chant-artig geraunten Lalalas und Hmhmhms einer Ballade wohl am nächsten kommt.

    Collection
    Lillian
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2020
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