(Non-Metal-) Jahresrückblick 2024

Teil 2 Hardcore/Punk/Post-Hardcore, dieses Mal (eher zufällig) mit Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum:


Die Verlierer - Notausgang
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Die Verlierer haben im Forum ja verdientermaßen schon viele Anhänger, dürfen hier aber natürlich trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Schönste schrammelige, zeilose Musik zwischen (Proto) Punk und Post Punk. Steht dem fantastischen Vorgänger quasi in nichts nach - vielleicht etwas ernster, ruhiger, post punkiger und mehr auf den Punkt als das Debüt. Gute Texte, musikalisch aufs Wesentliche reduziert, aber dafür sitzt halt jeder Ton. Trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - aller Resignation, Frustration und Ohnmacht irgendwie eine Wohlfühlband für mich. <3


Für die nächsten zwei Tipps, zitiere ich mich einfach mal schamlos selbst, weil ich beide erst kürzlich an anderer Stelle vorgestellt hatte:
Leftovers - Es Kann Sein Dass Alles Endet:

Deutschsprachiger Grunge / Punk / Indie Rock aus Österreich. Schön schrammelig, nölig und direkt, gleichzeitig sehr catchy und hitlastig. Ich mag besonders die Grunge-Schlagseite und diese (jugendliche) Naivität und Unaufgeregtheit, die für mich trotz aller Eingängigkeit dafür sorgen, dass das ganze sehr bodenständig und nie zu gewollt oder aufgesetzt wirkt . Kann mir aber auch vorstellen, dass die damit einhergehende dezente (textliche) Weinerlichkeit nichts für jedermann ist. Aber wie gesagt, für mich eher ein Pluspunkt und in Verbindung mit der vermeintlichen musikalischen Einfachheit und Unbeschwertheit passt das bestens.
Anspieltipps: "Mensch Am Mond", "Verliebt", "An nichts denken", "Berlin/Berlin"

Eventuell noch einmal ein kleines Highlight zum Jahresende:

Surreal Fatal - Fuge:

Die Hamburger Band Surreal Fatal spielt auf ihrem Debut im Wesentlichen deutschsprachigen Punk in der Schnittmenge zwischen EA 80, Berlin 2.0 und Pascow mit einem Schuss Post Punk und Indie Rock. Insgesamt schön düster, dicht und stimmungsvoll, zwischen Wut, Dystopie und Melancholie. Mal brachial, mal melodisch, immer eindringlich. Textlich gelungen zwischen persönlich und politisch, dazu dann noch toller weiblich-männlicher Wechselgesang wie man ihn etwa von Dead Years oder Hysterese kennt und liebt und auch instrumental haben sie schon durchaus was auf dem Kasten. Würde mich doch sehr wundern, wenn die Band nicht bei dem ein oder anderen hier Freunde findet.

Anspieltipps: "Februar", "Kulisse", "Sternbrücke", "Nordmeer", "Monument"


Weiter geht's mit zwei Grenzgängern:

Coilguns - Odd Love:
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Eigensinnige schweizerische Noise Rock / Post Hardcore Band, die auch in zahlreichen anderen Genres (Punk, Post Rock, Alternative Metal (?), Garage Rock...) wildert. Waren mir bisher unbekannt, haben allerdings schon einige Alben draußen. Ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll, einfach ziemlich eigen, exzentrisch und unhinged. Am ehesten kommen mir noch Bands wie The Armed oder Touché Amoré in den Sinn. Mal modern, mal düster, mal explosiv, mal feinfühlig, mal jazzig. Gerade dieses Unberechenbare in Kombination mit den expressiven Vocals, der druckvollen Produktion und dem Händchen für so etwas wie Hits macht für mich den Reiz aus.


Park+Riot - Wise Words From Well-Fed Mouths:
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Hardcore/Mathcore/Sludge/Noise/Post Metal-Allerlei von einem Duo aus Leipzig. Intensives und relativ verschachteltes Auf-die-Fresse-Geballer mit ordentlich Groove und Wut im Bauch. Reiner Mathcore ist mir oft zu anstrengend, aber das Album hier reißt mich in der richtigen Stimmung doch sehr mit, zumal hier eben auch ausreichend Abwechslung geboten wird (allein schon bezüglich der Vocals) und als solche erkennbare Songs geschrieben werden. Und auch inhaltlich hat man einiges zu sagen,



Unter den deutschsprachigen Bands seien außerdem noch vor allem Kontrolle, Hammerhead und Pisse lobend erwähnt.
In der Kategorie überraschend starkes "Alterswerk" gewinnen für mich Green Day. Haben es wirklich geschafft an alte Glanztaten anzuknüpfen und liefern bis auf 2,3 Skips echt nur Hits. Man muss Green Day an sich natürlich schon mögen, aber ich persönlich höre das Album echt total gerne.

Bezüglich der hier schon vorgestellten Candy und Knocked Loose kann ich auf jeden Fall verstehen, wo die Begeisterung herkommt. Hab es mit beiden auch mehrfach versucht, aber über ein "gut" kommen die beide bei mir nicht hinaus. Decken sich einfach nicht so 100% mit meinem Musikgeschmack - Knocked Loose sind mir etwas zu metalcoreig, steril und modern und mit den Vocals komm ich auch nicht so klar. Candy finde ich an sich wegen dem Potpourri an Einflüssen ziemlich spannend und manchmal kriegen sie mich auch. Aber irgendwas fehlt da für mich noch und oft ist mir das Ganze etwas zu anstrengend. Aber wie gesagt, schlecht ist das bei Weitem nicht und es scheitert wohl eher an mir als an den Bands.
 
Bad Omens - Concrete Jungle (The OST)

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Allein mit dem Namedropping über die insgesamt 26 Tracks der OST-Version könnten hier noch einige Künstler der weiteren 2024er-Nennungen auf dem Album beinhaltet sein: Poppy, Health, Bob Vylan, Wargasm...

Erinnert mich immer wieder an ne NIN Rap-Version. Wunderbares, abwechslungsreiches Album, welches ideal fürs Training sein kann.

Pohl - Mysteries

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Ein Duo, welches mich mit The Whale direkt gefangen nahm. Death-Sludge, Noise, AC/DC, Gitarre, Dr. Linda Westmann an den Drums, ein brachiales Brett. Das Album geht nicht immer, aber wenn, dann ist es große Liebe.

Beaten To Death - Sunrise Over Rigor Mortis

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Als würde jemand ein Schlagzeug einfach über die Treppe in den Keller werfen. 20 Minuten norwegischer Grindcore mit aufblitzendem Popappeal. Eine kurzweilige Alternative-Metzelei, welche einem ein Grinsen aufs Gesicht und Rauschen ins Ohr zaubert.

Alle 3 Scheiben und Bands kann ich mir nur zu bestimmten Stimmungen auflegen, andernfalls würden mir die Ohren bluten. Bin in den jeweiligen Genres definitiv nicht zu Hause, aber wenn ich was in die Richtungen hören möchte, hab ich seit diesem Jahr meine Anlaufpunkte und Alben, welche ich dann gerne immer und immer wieder anhöre.
Und hey, allein bei den 3 Artworks, über die ich überhaupt auf die jeweiligen Bands kam, geht mir das Herz auf.
 
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Mein Album und auch Künstlerin des Jahres.

ROSALIE CUNNINGHAM - TO SHOOT ANOTHER DAY

Ich bin nicht so der große Schreiber. Daher kurz und knapp. Hier gibt es einfach nur verdammt gut gemachten Retro Rock mit wunderbaren Beatles Vibes. Es handelt sich bei Rosalie um die ehemalige Purson Sängerin [Psych Rock Band]. Ich bin ihr mittlerweile komplett verfallen :) live wohl auch der Hammer. Leider konnte ich vor 2 Wochen krankheitsbedingt nicht in Aschaffenburg zum Konzert gehen :hmmja: Das wird auf jeden Fall nachgeholt!

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Weiter geht es mit der Kategorie "Soloalben von altehrwürdigen Indie/Alternative-Heldinnen":

Beth Gibbons - Lives Outgrown:
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Muss man eigentlich nicht viel zu sagen, außer: Liebe <3
Einfach wunderschönes Album, wie es nur eine Beth Gibbons aufnehmen könnte - was aber bei weitem nicht heißt, dass es sich um sowas wie einen Portishead-Abklatsch handeln würde. Aber diese sanfte, fragile und unglaublich berührende Stimme gepaart mit subtilen, ausgefeilten Arrangements, kleineren Klangexperimenten und dieser intimen, schwermütigen, mitunter unergründlichen Atmosphäre... man kann sich nur verneigen. Wirklich eine Reise das Album - bei aller inhaltlichen Auseinandersetzung mit Altern, Sterblichkeit und Vergänglichkeit hat sie hier (wieder mal) etwas wirklich zeitlos Schönes geschaffen.


Kim Deal - Nobody Loves You More:
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Lange erwartetes Debüt der Ex-Bassistin von den Pixies und Sängerin von The Breeders. Auf ihrem Soloalbum gibt es jetzt keineswegs 0815-Musik, sondern eine sehr bunte Genremischung von rockigen und noisigen Momenten über viel Bossa Nova (tolle Bläser bis hin zu Country, Americana und Surf. Schwer zu greifen das Ganze, aber gerade diese Unvorhersehbarkeit macht das Album für mich so spannend. Manchmal beschwingt, groovig und eher upbeat, dann introspektiv und verletzlich, als Nächstes opulent und elegant und plötzlich doch wieder schrammelig und lofi. Und trotzdem wird das alles irgendwie von einem unsichtbaren roten Faden zusammengehalten - vielleicht ist es diese Lässigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der sie hier einfach ihr Ding macht.


Kim Gordon - The Collective:
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Das Album der dritten im Bunde fällt für mich zugegeben im Vergleich etwas ab, aber sie passt hier einfach zu gut rein, um sie nicht zu erwähnen und den zahlreichen Erwähnungen in Jahresendlisten zufolge, hat sie eine Erwähnung hier durchaus verdient. Auch Kim Gordon ruht sich jedenfalls nicht auf alten Lorbeeren aus, sondern bleibt experimentell und auf der Suche nach neuen Klängen und Inspirationen. Die findet sie dieses Mal vor allem im elektronischen und Industrial-Bereich, sowie auch im Hip Hop - inklusive Samples, Noise und (harscher) Beats. Das ist in den besten Momenten einnehmend, hypnotisierend und auf coole Art kühl. Für mich persönlich aber eben auch oft etwas zu fragmentiert und collagenhaft und zu wenig songdienlich. Aber alleine dafür, dass sie sich ihre rastlose Haltung und Kompromisslosigkeit bewahrt hat und sich im Alter von 71 Jahren noch einmal in ganz neue Gefilde begibt (wobei Sonic Youth auf dem Album schon durchaus durchscheinen), gebührt ihr wirklich aller Respekt
 
Teil 2 Hardcore/Punk/Post-Hardcore, dieses Mal (eher zufällig) mit Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum:

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Coilguns - Odd Love:
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Eigensinnige schweizerische Noise Rock / Post Hardcore Band, die auch in zahlreichen anderen Genres (Punk, Post Rock, Alternative Metal (?), Garage Rock...) wildert. Waren mir bisher unbekannt, haben allerdings schon einige Alben draußen. Ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll, einfach ziemlich eigen, exzentrisch und unhinged. Am ehesten kommen mir noch Bands wie The Armed oder Touché Amoré in den Sinn. Mal modern, mal düster, mal explosiv, mal feinfühlig, mal jazzig. Gerade dieses Unberechenbare in Kombination mit den expressiven Vocals, der druckvollen Produktion und dem Händchen für so etwas wie Hits macht für mich den Reiz aus.

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Schön, dass der Thread jetzt ein wenig ins Rollen gekommen ist. Ich habe bisher zwar alle Beiträge gelesen, aber in noch fast nichts reingehört, hoffentlich kann ich das die nächsten Tage ein wenig nachholen. Ihr habt ja sicher alle ausschließlich besinnliche Musik gepostet, oder? ;)

Was Hardcore angeht, hatte ich ja schon angedeutet, dass ich viel zu wenige Releases überhaupt mitbekomme. Und ich fühle mich angesichts der Empfehlungen ein Stück weit bestätigt, ich kenne nur wenig.
Coilguns jedoch schon lange. Interessante Band, von denen ich allerdings nur das Debüt besitze (das aktuelle Album habe ich noch nicht gehört). Coilguns haben mir im Laufe der Jahre aber vor allem live immer wieder Spaß gemacht. Sänger Louis Jucker ist einfach eine Type. Hat beim Auftritt immer jede Menge Hummeln im Hintern, ist überall unterwegs: auf der Bühne, auch mal "oben im Gebälk" und vor allem auch immer wieder im Publikum. Dort erschrickt er z. B. Handyfilmer durch (temporäres) Einkassieren das Telefons, klaut Bier, umarmt Leute, wälzt sich auf dem Boden. Unberechenbar eben.
 
Mortifero - The Baleful Tales

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Kurz vor Jahresende kommt von den Niederländern noch Nachschub in Sachen Hexenbeschwörung, dunkler Lagerfeuerromantik, Kamin(Hexen)feuer- und Schaukelstuhlmusik.

Mit ihrem Dark Acoustic Folk könnten Sie auch in nem Tarantino-Streifen nen Platz bekommen.
Schon ihr Album The Death Ballads von 2021 war sehr gut. Las damals irgendwo im Netz was von perfekter Musik für einen Saturday Hangover nach dem Black Metal Gig... Nun ja.
Könnte jedenfalls Leuten, welche mit King Dude oder auch ein wenig Richtung Lana Del Rey was anfangen können, gefallen.
 
Mortifero - The Baleful Tales

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Kurz vor Jahresende kommt von den Niederländern noch Nachschub in Sachen Hexenbeschwörung, dunkler Lagerfeuerromantik, Kamin(Hexen)feuer- und Schaukelstuhlmusik.

Mit ihrem Dark Acoustic Folk könnten Sie auch in nem Tarantino-Streifen nen Platz bekommen.
Schon ihr Album The Death Ballads von 2021 war sehr gut. Las damals irgendwo im Netz was von perfekter Musik für einen Saturday Hangover nach dem Black Metal Gig... Nun ja.
Könnte jedenfalls Leuten, welche mit King Dude oder auch ein wenig Richtung Lana Del Rey was anfangen können, gefallen.

Danke!
 
Kendrick Lamar - GNX
Die ist ja in vielen Jahreslisten auf den Spitzenplätzen und scheinbar der heisse Scheiss im Hip Hop. Ich komme damit aber nicht klar. Kann mir jemand hier etwas Kontext geben? Ich möchte das verstehen. Um Musik geniessen zu können braucht es aus meiner Sicht immer Kontext bzw. gewisse Musik nimmt man anders wahr oder zündet erst, wenn man mehr darüber weiss. Sind es die Texte? Die Produktion? Der Flow? Worauf muss ich achten?
 
Die ist ja in vielen Jahreslisten auf den Spitzenplätzen und scheinbar der heisse Scheiss im Hip Hop. Ich komme damit aber nicht klar. Kann mir jemand hier etwas Kontext geben? Ich möchte das verstehen. Um Musik geniessen zu können braucht es aus meiner Sicht immer Kontext bzw. gewisse Musik nimmt man anders wahr oder zündet erst, wenn man mehr darüber weiss. Sind es die Texte? Die Produktion? Der Flow? Worauf muss ich achten?

Ich weiss nicht in wie weit du vertraut bist mit Kendricks Diskografie, deshalb mal kurz wie ich zu dem Album stehe.

Intensiv verfolge ich Kendrick Lamar seit „Good Kid Maad City“ und mit jedem darauf folgenden Release lag der Schwerpunkt auf unterschiedlichsten Themen wie Sozialkritik black empowerment , Selbstläuterung oder Traumaverarbeitung. Instrumental wurde von Jazz und Funk über Soul zu Blues alles miteinbezogen und war nicht immer easy listening. Seine Texte sind vermutlich noch wichtiger. Und auch wenn man alles liest muss man sich ggfs. Hilfestellung einholen um den Kontext zu verstehen. Mit GNX haben wir nun ein Album das aus dem nichts kam und auf dem es deutlich lockerer zugeht. Beats errinern an den typischen West Coast Sound der 90er in einem etwas modernerem und trappigem Gewand. Zwar sind auch etwas ruhigere Songs auf dem Album, die persönliche Themen behandeln, jedoch überwiegen hier eher die Kopfnicker Songs aka Banger mit einem Rundumschlag an die Rapszene. Da muss man nicht viel nachdenken. Hier herrscht das Entertainment. Alleine „Squabble Up“ macht unglaublich Spass. Ich denke das nach dem Beef mit Drake, die Fans seiner Musik nun eine musikalische Fortsetzung auf Albumlänge von „Not Like Us“ haben und es einfach verdammt gut ankommt. Ist bei mir auf jeden Fall so.
 
Ich weiss nicht in wie weit du vertraut bist mit Kendricks Diskografie, deshalb mal kurz wie ich zu dem Album stehe.

Intensiv verfolge ich Kendrick Lamar seit „Good Kid Maad City“ und mit jedem darauf folgenden Release lag der Schwerpunkt auf unterschiedlichsten Themen wie Sozialkritik black empowerment , Selbstläuterung oder Traumaverarbeitung. Instrumental wurde von Jazz und Funk über Soul zu Blues alles miteinbezogen und war nicht immer easy listening. Seine Texte sind vermutlich noch wichtiger. Und auch wenn man alles liest muss man sich ggfs. Hilfestellung einholen um den Kontext zu verstehen. Mit GNX haben wir nun ein Album das aus dem nichts kam und auf dem es deutlich lockerer zugeht. Beats errinern an den typischen West Coast Sound der 90er in einem etwas modernerem und trappigem Gewand. Zwar sind auch etwas ruhigere Songs auf dem Album, die persönliche Themen behandeln, jedoch überwiegen hier eher die Kopfnicker Songs aka Banger mit einem Rundumschlag an die Rapszene. Da muss man nicht viel nachdenken. Hier herrscht das Entertainment. Alleine „Squabble Up“ macht unglaublich Spass. Ich denke das nach dem Beef mit Drake, die Fans seiner Musik nun eine musikalische Fortsetzung auf Albumlänge von „Not Like Us“ haben und es einfach verdammt gut ankommt. Ist bei mir auf jeden Fall so.
Vielen Dank. Das hilft schon ein bisschen bzw. nun verstehe ich auch, warum ich mich schwer damit tue. Das textliche Konzept spricht mich nicht an und der West-Coast Sound war nie mein Ding (ist mir zu fröhlich und zu chillig). Ich muss aber auch zugeben, dass ich von modernem Hip Hop keine Ahung habe, geschweige denn vom Schaffen von Kendrick Lamar. Mein aktuellstes Hip Hop Album in meiner Sammlung ist die "Temples of Boom" von 1995 und was danach kam habe ich keinen Plan :D Ich verstehe dadurch Anspielungen auf die aktuelle Rapszene einfach nicht. Das Album wächst aber mit jedem Durchlauf. Vielleicht wird einfach mal das Vinyl eingetütet und dann nehme ich mir richtig Zeit dafür.

Beim Stöbern durch die Jahreslisten u.a. von Fantano bin ich auch auf die neue JPEGMAFIA gestossen. Die macht es mir etwas einfacher. Und das sage ich nicht nur wegen den textlichen und musikalischen Anspielungen auf den Metal. Aber selbst die Raff ich nicht (Was haben Candlemass mit Crack zu tun)? Trotzdem, beim ersten Durchlauf hat die etwas besser gezündet als die Kendrick Lamar.
 
Neighbours Burning Neighbours - Burning Neighbours

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Ich weiß garnicht mehr, wo ich auf das Album gestoßen bin. Vermute ich habe es auf Bandcamp unter dem Noise Rock-Tag gefunden. Die Band sagt selbst, dass sie "Noise Pop" spielen. Auf jeden Fall irgendwas aus dem Spektrum Noise, Post-Punk etc. Die Niederländer machen gute Musik und haben mich mit ihrem Sound gecatcht, von gefällig bis hin zu unangenehm ist alles dabei. Bin in diesen Gefilden nicht so bewandert, daher fällt es mir schwer einen Vergleich anzustellen. Aber vielleicht reicht es dem ein oder anderen schon um mal reinzuhören. Ich höre wirklich selten female-vocals und hier gefallen sie mir aber ziemlich gut.
 
Fontaines D.C. - Romance
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Fontaines D.C. aus Irland haben im weitesten Sinne als Post Punk-Band angefangen, auf ihrem mittlerweile vierten Album haben jedoch viele weitere Stile Einzug erhalten. Ob Hip-Hop, Dreampop, Indie Rock, oder Jangle Pop, es wird einem nicht langweilig und vor allem - jeder Song ist ein Hit. Sänger Grian Chatten hat stimmlich noch mal etwas zugelegt, das gibt dem Album Variabilität. Hinzu kommen melancholische, clevere Texte und runden ein Album ab, das mich in seiner Schönheit und Stimmigkeit wirklich komplett abgeholt hat. Romance hat in meinen Augen das Potenzial, ein moderner Klassiker zu werden.
 
Fontaines D.C. - Romance
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Fontaines D.C. aus Irland haben im weitesten Sinne als Post Punk-Band angefangen, auf ihrem mittlerweile vierten Album haben jedoch viele weitere Stile Einzug erhalten. Ob Hip-Hop, Dreampop, Indie Rock, oder Jangle Pop, es wird einem nicht langweilig und vor allem - jeder Song ist ein Hit. Sänger Grian Chatten hat stimmlich noch mal etwas zugelegt, das gibt dem Album Variabilität. Hinzu kommen melancholische, clevere Texte und runden ein Album ab, das mich in seiner Schönheit und Stimmigkeit wirklich komplett abgeholt hat. Romance hat in meinen Augen das Potenzial, ein moderner Klassiker zu werden.
Tatsächlich eine meiner meistgehörten non-metal Platten in 24. Die Platte ist eine logische Weiterentwicklung des letzten Albums und Grian Chattens ebenso wunderbarer Soloplatte aus 23. Eigentlich hatte ich gedacht, mit Skinty Fia hätte die Band ihren textlichen und musikalischen Zenit erreicht, aber mit Romance sind sie noch mal einen Schritt weitergegangen und das ohne ihre eigentlichen Wurzeln komplett zu kappen. Noch weiter in Richtung grellbuntem Artpop brauchen sie für mich aber nicht gehen und noch größer als jetzt brauchen sie als Band auch nicht werden. Aber wenn es so sein soll, haben sie mir zumindest ein Album hinterlassen, das für mich auf lange Sicht zu den besten in dem Genre zählen wird. Und Grian Chatten steht mit seiner Stimme und seinem Slang sowieso ganz weit oben auf der Liste potentieller Telefonbuchvorleser.
 
Schön, dass der Thread jetzt ein wenig ins Rollen gekommen ist. Ich habe bisher zwar alle Beiträge gelesen, aber in noch fast nichts reingehört, hoffentlich kann ich das die nächsten Tage ein wenig nachholen. Ihr habt ja sicher alle ausschließlich besinnliche Musik gepostet, oder? ;)

Was Hardcore angeht, hatte ich ja schon angedeutet, dass ich viel zu wenige Releases überhaupt mitbekomme. Und ich fühle mich angesichts der Empfehlungen ein Stück weit bestätigt, ich kenne nur wenig.
Coilguns jedoch schon lange. Interessante Band, von denen ich allerdings nur das Debüt besitze (das aktuelle Album habe ich noch nicht gehört). Coilguns haben mir im Laufe der Jahre aber vor allem live immer wieder Spaß gemacht. Sänger Louis Jucker ist einfach eine Type. Hat beim Auftritt immer jede Menge Hummeln im Hintern, ist überall unterwegs: auf der Bühne, auch mal "oben im Gebälk" und vor allem auch immer wieder im Publikum. Dort erschrickt er z. B. Handyfilmer durch (temporäres) Einkassieren das Telefons, klaut Bier, umarmt Leute, wälzt sich auf dem Boden. Unberechenbar eben.
Das klingt sehr cool, werd ich mir auf jeden Fall vornehmen fürs Roadburn nächstes Jahr! Hab mir beim Anhören schon öfter gedacht, dass das live richtig gut kommen muss

Pharmakon und die The Body & Dis Fig Collab sind übrigens beide Volltreffer und haben mir auf ihre Art die letzten Tage "versüßt". Danke dafür


Fontaines D.C. - Romance
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Fontaines D.C. aus Irland haben im weitesten Sinne als Post Punk-Band angefangen, auf ihrem mittlerweile vierten Album haben jedoch viele weitere Stile Einzug erhalten. Ob Hip-Hop, Dreampop, Indie Rock, oder Jangle Pop, es wird einem nicht langweilig und vor allem - jeder Song ist ein Hit. Sänger Grian Chatten hat stimmlich noch mal etwas zugelegt, das gibt dem Album Variabilität. Hinzu kommen melancholische, clevere Texte und runden ein Album ab, das mich in seiner Schönheit und Stimmigkeit wirklich komplett abgeholt hat. Romance hat in meinen Augen das Potenzial, ein moderner Klassiker zu werden.
Die beiden Vorgänger - insbesondere A Hero's Death - bleiben für mich nach wie vor unerreicht, aber dass Fontaines D.C. bei mir mit dem neuen Album trotzdem wieder ganz weit oben stehen dieses Jahr, sagt eigentlich auch schon alles. Ich finde bei denen hat sich sehr früh angedeutet, dass ihnen das Post-Punk-Korsett zu eng ist und die Weiterentwicklung war dann auch völlig konsequent und schlüssig. Stilistisch deckt sich das teilweise nicht mehr so ganz mit meinen eigentlichen Präferenzen, aber die Songs sind eben einfach zu gut, als dass ich deshalb jetzt groß in Trauer verfallen würde/könnte. Und Grian Chattens Stimme thront wirklich über allem, unglaublich charismatisch!
Wobei ich @Onno schon zustimme und hoffe, dass sie nicht noch erfolgreicher werden, als sie sowieso schon sind. Das Konzert im Zenith in München dieses Jahr hab ich für sie noch mitgemacht, aber ob ich mir sowas stressiges wie Olympiahalle antun würde, weiss ich nicht. :D
 
Das Konzert im Zenith in München dieses Jahr hab ich für sie noch mitgemacht, aber ob ich mir sowas stressiges wie Olympiahalle antun würde, weiss ich nicht.
Wobei ich die Oly entspannter und vor allem mit dem besseren Sound ausgestattet finde als das Zenith.
Für mich eine der schlimmsten Locations überhaupt.
 
Wobei ich die Oly entspannter und vor allem mit dem besseren Sound ausgestattet finde als das Zenith.
Für mich eine der schlimmsten Locations überhaupt.
Das stimmt allerdings. Das Zenith hasse ich auch wie die Pest und Nick Cave in der Olympiahalle war organisatorisch und soundtechnisch echt ganz in Ordnung
 
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