(Non-Metal-) Jahresrückblick 2024

Gibt nach wie vor einige Tipps hier, in die ich erst noch reinhören muss ...

Ich mache aber einstweilen mit meinen eigenen Tipps weiter.


Gurriers - "Come And See"

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Die Iren bieten eine gewisse stilistische Bandbreite, hauptsächlich bewegt es sich aber zwischen den Leitplanken Post-Punk und Noise-Rock. Der Opener "Nausea" ist gleich ein solcher Hit, dass der geneigte Hörer von Anfang an überzeugt sein wird (der Song könnte problemlos auch von Mclusky sein, finde ich). Das restliche Album sollte man sich aber trotzdem schon noch anhören. ;)

Video zu "Nausea": https://www.youtube.com/watch?v=y0Cpo_0aihE
Komplettes Album: https://gurriersdub.bandcamp.com/album/come-and-see
 
Mal kleines Zwischenfazit hier.
Diese sind definitiv in meiner Jahresliste.
Crippling Alcoholism - With Love From A Padded Room (die Stimmung packt mich sofort)
Candy - It's inside you (das Ding geht so steil, auch perfekte workout Mucke)
Hermanos Gutierrez - Sonido Cosmico (hat mir meiner Freundin schon vor dem Fred ans Herz gelegt :P)
Slomosa - Tundra Rock (hatte ich eh schon gekauft, hatte sie damals in Erfurt live gesehen und habe nach den ersten Hördurchlaufen auch erst gedacht, dass es evtl. nicht so geil ist wie der Vorgänger, aber die Platte wächst)
Mortifero - The Baleful Tales (gefällt mir super gut und hat irgendwie Fantasy/Rollenspiel vibes, passt mir gut)
Kendrick Lamar - GNX (aber kaufen muss ich mir die nicht, die wird einfach bei Tidal gehört wenn ich Bock drauf habe, "hey now" hat so einen endgeilen Beat sabber)

Hier bin ich mir noch unschlüssig.
The Body & Dis Fig - „Orchards of a Futile Heaven“ (irgendwie wäre das voll mein Ding, aber über die Länge ist mir das Hintergrundgeschreie etwas zu monoton, aber ich geb dem Album noch ein paar Chancen)
Bad Omens - Concrete Jungle (stellenweise richtig geil und catchy, aber für so ein Album ist mir das ein zu breites Spektrum irgendwie, klingt für mich eher wie eine Compilation, ist aber schon eher ein Ich Problem, die Mucke taugt)
Beaten To Death - Sunrise Over Rigor Mortis (geile, kurzweilige Platte die Spaß macht, muss hier schauen ob es über die Langzeit auch so bleibt)
Pohl - Mysteries (ähnlich wie Beaten To Death...s. oben)
Nala Sinephro (muss ich definitiv noch intensiver reinhören)

Soll erstmal reichen, aber kommt noch einiges hinzu auf meine Liste aus dem Thread hier. Vielen Dank nochmal für die tollen Empfehlungen hier!
 
Lysistrata - „Veil“

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Die Franzosen hatte ich von ihrem Album „The Thread“ von 2017 als ziemlich quirlig-post-hardcorig in Erinnerung – wobei ich fälschlicherweise dachte, das wäre das direkte Vorgängeralbum zum aktuellen, aber da liegt noch „Breathe In/Out“ (2019) dazwischen, von dem ich gerade gar nicht weiß, wie es klingt (hatte damals aber bestimmt reingehört). Auf „Veil“ jedenfalls geben sich Lysistrata indierockig, mal mit 90er-Grunge-Anstrich, oder gar Richtung Industrial, aber vor allem gerne auch mit leicht dissonant-pixiesesk heulenden Gitarren. Ich gestehe, dass das Album bei mir nicht komplett gezündet hat, aber Album und die Band generell finde ich definitiv gut genug, dass es zur Vorstellung hier reicht.

Video zu "Feel The Shine": https://www.youtube.com/watch?v=U9g-S8PWVEA

Komplettes Album: https://lysistrata.bandcamp.com/album/veil
 
A Deer A Horse - „Texas Math“

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A Deer A Horse aus NYC machen angesludgeten Noise-Rock mit mal geschrieenen, mal klar gesungenen Vocals. In den Passagen mit Klargesang kommen bei mir auch gewisse Grunge-Vibes auf. Ganz schön heavy dafür, dass es kein Metal ist. Schön abwechslungsreiches Album mit ordentlich Ecken und Kanten, da sollte man beim Antesten idealerweise schon mehr als nur einen Song hören.
Kommen im Frühjahr nach Europa (ich vermute zum ersten Mal) inklusive einiger Deutschland-Termine. Ich werde hingehen!

Video zu „Counted as a Dog“: https://www.youtube.com/watch?v=nJ2jd4qrFhI

Studio-Session (2023): https://www.youtube.com/watch?v=r1LvBFuKVH4

Komplettes Album: https://adeerahorse.bandcamp.com/album/texas-math
Danke nochmal für diesen Tipp. Erinnert mich in seiner Krachigkeit manchmal an L7.
Wunderbare Entdeckung
 
Danke nochmal für diesen Tipp. Erinnert mich in seiner Krachigkeit manchmal an L7.
Wunderbare Entdeckung
Freut mich, dass dir der Tipp gefällt.
Heute beginnt übrigens deren Europa-Tour:

27.03 - GER, Bochum - @wageni_la
28.03 - GER, Bielefeld - @forum_bielefeld
29.03 - GER, Offenbach - @hafen2
01.04 - BE, Liege - @la_zone_liege
02.04 - GER, Oberhausen - @drucklufthaus
03.04 - GER, Hamburg - @stellwerk_hamburg
04.04 - GER, Wilhelmshaven - @klingklangwhv
06.04 - DK, Copenhagen - @raahuset
07.04 - GER, Leipzig - @garage_ost_
08.04 - PL, Opole - @san_diego_opole
09.04 - CZ, Plzen - @divadlo_pod_lampou
10.04 - GER, Karlsruhe - @altehackerei
11.04 - GER, Erfurt - @museumskeller
12.04 - GER, Duüsseldorf - @linkeszentrumduesseldorf
15.04 - IT, Bologna - @freakoutclub
16.04 - IT, Pavia - @arciradioaut
19.04 - FR, Strasbourg - @lelocalbar

Vielleicht ergibt sich ja auch für dich eine Möglichkeit.
Ich habe richtig Lust, mir das live anzusehen, ich denke, die bringen ordentlich Energie auf die Bühne.
 
Sumac - "The Healer"

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Ich weiß gar nicht, wie viele Leute Sumac (noch) auf dem Schirm haben. Aaron Turner hat(te) sicher einen gewissen Bekanntheitsgrad vor allem als Kopf von Isis und Betreiber von Hydra Head Records. Aber beides ist inzwischen ja schon lange Geschichte. Sumac ist halt eher anstrengende Kost, das sieht man alleine schon an den Tracklängen (nicht nur) des aktuellen Albums: zwei Tracks mit knapp 13 Minuten und zwei Tracks mit um die 25 Minuten. Die Tags bei Bandcamp "Free Metal" und "Improv" sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Für meinen Geschmack könnten Sumac manchmal schon mehr auf den Punkt kommen, das mäandert teils schon mächtig in der Gegend herum. Die brachial-sludgigen Parts sind aber nach wie vor ganz stark, vor allem Aaron Turners Gebrüll. Ich glaube, der könnte auch Death Metal.
Sumac sind in der zweiten April-Hälfte für ein paar Shows in Europa bzw. auch Deutschland unterwegs. Im Gepäck haben sie als Support eine starke Geheimtipp-Band aus Japan, deren aktuelles Album ich hier demnächst auch noch vorstellen will.

Komplettes Album: https://sumac.bandcamp.com/album/the-healer

Musikalisch ganz andere Baustelle, aber ich spreche bei dieser Gelegenheit gerne noch eine Empfehlung für das tolle Ambient-/Dream-Pop-Projekt Mamiffer aus, das Aaron Turner zusammen mit seiner Frau Faith Coloccia macht, haben schon viel rausgebracht, sehr schön ist z. B. "The World Unseen" von 2016: https://mamiffer.bandcamp.com/album/the-world-unseen
 
The Lovely Eggs - "Eggsistentialism"

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Dieses Album muss man ja geradezu an Ostern vorstellen. The Lovely Eggs aus Großbritannien gibt es schon seit fast 20 Jahren, aber ich habe sie erst mit dem aktuellen kennengelernt. Während Ostern ein hohes Kirchenfest ist, stellt "Eggsistentialism" wohl nicht gerade ein hohes Fest der Musikkultur dar, aber ich mag bei dem Album die Bandbreite zwischen gechilltem Indie-Pop und einigermaßen rotzigem Punksound.

Komplettes Album: https://thelovelyeggs.bandcamp.com/album/eggsistentialism
 
Zuletzt bearbeitet:
Endon – "Fall of Spring"

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Zum Glück gehören Sumac zu den Bands, die Wert darauf legen, starke Supports auf Tour mitzunehmen, sonst hätte ich die Japaner Endon unter Umständen gar nicht kennengelernt. Nach 2019 haben Sumac sie aktuell zum zweiten Mal in Europa dabei. Endon sind allerdings wirklich schwer verdauliche Kost: Obwohl sie mich 2019 live auf Anhieb komplett überzeugt hatten, dauerte es trotzdem noch einige Versuche, mich mit der Studiomusik anzufreunden. Während die früheren Alben extremeren Spielarten des Metal oder Noise-Rocks huldigten, hat sich auf dem aktuellen Album einiges geändert, wahrscheinlich auch den personellen Verlusten geschuldet – ein Mitglied hat die Band seither verlassen, ein anderes ist sogar gestorben. Der Faktor Noise spielte bei Endon schon immer eine große Rolle, aber das aktuelle Album würde ich stilistisch direkt unter Noise verbuchen, vielleicht mit einer Schippe Industrial. Metal oder Rock Fehlanzeige.
Für Leute, die The Body und Ähnliches schon zum Frühstück hören.
Ich bin sehr gespannt auf die Live-Performance nächste Woche.


Komplettes Album: https://endon.bandcamp.com/album/fall-of-spring


Aufgeschlossenen und hartgesottenen Metallern würde ich aus der Endon-Diskografie am ehesten das Album „Through The Mirror“ (2017) ans Herz legen. Das ist ein fieses Gebräu aus Death, Black und Noise.
Als Kostprobe der Video-Clip zu „Your Ghost Is Dead“: https://www.youtube.com/watch?v=BNRKrmjcJBI
Komplettes Album: https://endon.bandcamp.com/album/through-the-mirror
 
Crippling Alcoholism - With Love From A Padded Room

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Hat sich mittlerweile in meiner Top 3 dieses Jahres festgebissen. Ein unglaublich kreatives Album das mühe- und nahtlos von aggressivem Noise Rock zu melancholisch selbstverachtenden Goth-Pop mit Syntheinlagen und gelegentlichen metallischen Ausbrüchen navigiert. Thematisch geht es von Drogenmissbrauch über Pornografie und Satan hinüber zur Mafia und Rachegelüsten. Eine Atmosphäre als wäre man in einer Irrenanstalt und jeder Song spiegelt ein Gespräch mit einem der Insassen von Zelle zu Zelle wieder. Die Themen sind unterschiedlich doch der Wahnsinn bleibt gleich.

Ich bin übrigens süchtig nach der Platte, die rotiert fast täglich bei mir, sie summt in meinem Kopf nach dem Aufstehen und will da wohl auch nicht mehr raus.
 
Slift - "Ilion"

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Kam schon früh im Jahr raus und war wohl das erste 2024er-Album, das ich mir zugelegt habe. Dennoch dann gar nicht so oft gehört, ich denke, das liegt zum einen an der etwas abschreckenden Spielzeit von 79 Minuten und zum anderen auch daran, dass das Gebotene nicht gerade leichte Kost ist. "Ilion" ist mein Einstiegsalbum der Franzosen. Stilistisch wirklich nicht eindimensional, irgendwo zwischen Psych-/Space-Rock und Post-Metal. Zwar keine Instrumental-Musik, fühlt sich trotzdem ein bisschen so an, denn die Instrumente spielen hier die erste Geige, während die Vocals zumeist eher im Hintergrund bleiben. Gutes Album, da steckt einiges drin - für manche Momente wohl sogar zu viel, denn wie schon angedeutet, ich hatte letztes Jahr nicht immer Lust darauf, lag aber an mir, nicht am Album.

Video zu "Nimh": https://www.youtube.com/watch?v=VObrrXmI06g

Komplettes Album: https://slift.bandcamp.com/album/ilion
 
Neue Deadguy schon vernommen? Kannte die Band trotz Kultstatus nicht, aber die Platte ist ganz groß. Eingängiger Mathcore könnte man als Etikett dranpappen. Aber so ganz passt es dann doch nicht in die Schublade
 
Doodseskader - "Year Two"

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Doodseskader ist ein Duo aus Belgien, das mit den bekannten Amenra verbandelt ist. Und vom Sound her könnte man sagen, das ist schon irgendwie Amenra goes Crossover. Instrumental gesehen nur Schlagzeug und Bass plus Effekte, die Vocals in einer Bandbreite von Rap bis Screams und Growls.
Ich hatte mir das Album schon letztes Jahr angehört und fand es auch ziemlich gut, daher kann ich nicht mehr genau nachvollziehen, weshalb das nicht schon damals in meine Sammlung gewandert ist. Manchmal hängt es wohl einfach daran, dass man gerade schon (zu) viel anderes Zeug gekauft hat und man mal langsam machen will ...
Der Anlass zur Wiedervorlage war jedenfalls, dass sie vor einer Woche beim Karlsruher "Fest" gratis auf der Feldbühne spielten - war die einzige Band, die ich mir dort dieses Jahr angeschaut habe und es war richtig gut.

Video-Clip zu "Pastel Prison": https://www.youtube.com/watch?v=O5vXYaaYuTU

Live (Brüssel 2024): https://www.youtube.com/watch?v=wR4OhVym0J8

Komplettes Album: https://doodseskader.bandcamp.com/album/year-two
 
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